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Ein Blick in die Vergangenheit
Eingekeilt zwischen drei Kontinenten, Europa, Afrika und Asien, liegt das
uns so wohl vertraute Mittelmeer. Und irgendwo weit im Westen, knapp an seiner
westlichen Abgrenzung, der Iberischen Halbinsel: Mallorca. Die heutige liebliche,
mediterrane Landschaft betrachtend, denkt kaum ein Besucher an die dramatischen
erdgeschichtlichen Ereignisse, die mit dem Werdegang dieses Meeres verknüpft
sind: Es ist eine Geschichte vom Werden und Vergehen.
Bereits in der Frühzeit der Menschheit sind am Mittelmeer, an diesem
Schnittpunkt von Kontinenten, Völkern und Ideen Hochkulturen entstanden,
deren Leistungen in vielen Bereichen bis in unsere Zeit weiterwirken. Wann
die Bewohner der Mittelmeerküsten begonnen haben, die Wogen dieses Meeres
mit Schiffen zu befahren, ist nicht genau bekannt; der Zeitpunkt liegt
zumindest in der Levante, dem östlichen Mittelmeerraum, mindestens 10.000
Jahre zurück. Zeugnisse der Seefahrt antiker Völker wie der Phönizier,
der Griechen und Römer sind ohne Zahl und zeigen uns sehr deutlich,
dass dieses Meer schon im Altertum eine wichtige Funktion hatte: Es verband
Völker und Kulturen, anstatt sie zu trennen, anders als die großen
Ozeane, die lange Zeit von Europa aus nicht zu überwinden waren.
Haupteingang zur Talayot Ausgrabung in Arta, Nähe Capdepera
Es ist daher nahe liegend, dass auch die ersten Bewohner der Balearen Völker
aus dem Raum des „mare internum“, des Mittelmeeres waren. Die ersten Siedler
– über sie wissen wir recht wenig – erreichten die Inseln bereits um
4.000 Jahre v. Chr – also vor mehr als 6.000 Jahren. Sie ließen sich
in den zahlreichen natürlichen Höhlen an der Küste nieder.
Aus dieser Zeit stammen auch die künstlichen Grabhöhlen wie „cova
de Homonet“ auf Son Ribot, „Mitjà de les Beies“ und die „Navetes“.
Sie stehen einzeln oder in Gruppen und dienten wohl auch als Wohngebäude.
Diese Reihenfolge der Besiedlung ist für alle Küsten, nicht nur
für die Balearen, typisch und logisch erklärbar: Zuerst werden
die Küsten genutzt, später das Landesinnere. Nicht anders
auf Mallorca: Auch hier sind Zeugnisse der Besiedlung des Landesinneren um
einiges jünger. Um 1.400 v. Chr. entstanden auf Mallorca und Menorca –
nach Ansicht mancher Forscher hängt es mit der Ankunft anderer
Völker aus dem östlichen Mittelmeer zusammen – veränderte
Bauformen, die gemeinsam mit einem neuen Sozial- und Wirtschaftssystem die
so genannte Talayot-Kultur einleiteten. Von den Bauten aus riesengroßen
Steinen sind mehr als tausend katalogisiert.
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05.09.2008 13:00 Taucher Online : 178 Heute 7341, ges. 28615196 Besucher
 
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