Impfen - warum?
Im Nachfolgenden nun Wissenswertes über die
einzelnen Krankheitsbilder
Index
Hepatitis A
Hepatitis B
Gelbfieber
Meningokokken-Meningitis
Tetanus (Wundstarrkrampf)
Tollwut
Cholera
Diphtherie
Poliomyelitis (Kinderlähmung)
FSME (Frühsommer-Meningoencephalitis)
Typhus abdominalis
Japan B-Encephalitis
Dengue-Fieber
Malaria tropica
Zurück zur Länderauswahl
Hepatitis
A (Infektiöse Gelbsucht)
Erreger: Hepatitis A-Virus
Vorkommen: Weltweit, größtes
Infektionsrisiko in den Tropen, erhöhtes Vorkommen in Mittelmeerregionen
Infektion: Durch verunreinigtes
(Trink-)Wasser, Eiswürfel, Salate (mit verunreinigtem Wasser gewaschen),
ungekochtes/ungeschältes Gemüse oder Obst, Meeresfrüchte (vgl.
Cholera), durch direkten Kontakt zu infizierten Personen, Schmierinfektion.
Krankheitsbild: Allgemeines Krankheitsgefühl
wie Fieber, Müdigkeit, Übelkeit, Abgeschlagenheit und Kopfschmerzen.
Gefolgt von Bauchschmerzen und Gelbfärbung von Haut und Augen, als
Zeichen der Leberschädigung. Bei Kindern oft beschwerdearm.
Dauer der Erkrankung: Drei bis acht Wochen
Letalität: 3%, besonders im Alter ab 50.
Impfschema ab erstem
Lebensjahr (Kombiimpfung):
Drei Impfungen: Die ersten beiden mit vier
Wochen Abstand, die dritte nach sechs Monaten
Schutzdauer: Zehn Jahre
Hepatitis A (fünf Jahre für Hepatitis B)
Impfschema Einzelimpfung:
Zwei Impfungen: Die
erste spätestens zwei Wochen vor Reisebeginn, die zweite sechs bis
zwölf Monate später. Schutzdauer: Zehn Jahre.
Die Verträglichkeit
ist sehr gut, gelegentlich treten Lokalreaktionen an der Impfstelle oder
ein allgemeines Krankheitsgefühl auf.
Zurück zum Index
Zurück zur Länderauswahl
Hepatitis
B (Serumhepatitis)
Erreger: Hepatitis B-Virus
Vorkommen: Weit verbreitet
in großen Teilen Asiens und Afrikas, gehäuft auch im Nahen Osten,
Lateinamerika, Süd- und Osteuropa. Schätzungsweise ein Drittel
der Weltbevölkerung (2 Milliarden) ist infiziert, 400 Millionen chronische
Virusträger, über 2 Millionen Todesfälle jährlich!
Hepatitis A ist tausendmal infektiöser als HIV!
Infektion: Über
Körperflüssigkeiten (Blut, Speichel, Schweiß, Urin etc.),
Kontakt mit verletzter Haut/Schleimhaut (gemeinsame Benutzung von Bürsten,
Nagelscheren etc.), bei Piercings, Sexualkontakt, Tätowierungen usw.
Krankheitsbild: Wie
bei Hepatitis A, zusätzlich dunkler Stuhl, heller Urin. Dauer: zwei
bis zwölf Wochen. Chronischer Verlauf mit Leberentzündung bei etwa
10% der Infizierten. Führt nach Jahren zu Leberzirrhose; stark erhöhtes
Leberkrebsrisiko.
Behandlung: Heilung nicht möglich (symptomatische
Behandlung und Pflege des Patienten). Patienten können zu chronischen
Virusträgern werden und Dritte anstecken.
Impfung: Kombiimpfstoff, wie unter Hepatitis
A beschrieben oder Einzelimpfstoff.
Impfschema:
Drei Impfungen, zwei davon in den ersten vier Wochen,
die dritte nach sechs Monaten. Schutzdauer: fünf Jahre.
Die Verträglichkeit ist allgemein gut. Berichtet
wurde von gelegentlichen Lokalreaktionen an der Injektionsstelle, sehr selten
allergische Reaktionen, Gelenkschmerzen, Mitreaktion des zentralen Nervensystems.
Zurück zum Index
Zurück zur Länderauswahl
Gelbfieber
Erreger: Gelbfieber-Virus
Vorkommen: In weiten Teilen Afrikas und
im zentralen Südamerika
Infektion: Stechmücken der Familie
Aedes
Krankheitsbild: Zunächst hohes Fieber,
Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, Nasenbluten. Infolge der schweren
Leberschädigung tritt nach einigen Tagen eine Gelbfärbung der
Haut ein, zusätzlich blutig-schwarzes Erbrechen. Ggf. kann als Komplikation
eine Nierenschädigung auftreten.
Letalität: 60%! aufgrund schwerster
Organschädigungen.
Behandlung: Da die Krankheit lebensbedrohend
ist, ist unbedingt ärztliche Behandlung angezeigt !
Impfung: Einmalige Injektion ca. zehn Tage
vor der Abreise.
Schutzdauer: Zehn Jahre, Vorbeugung gegen Mückenstiche
(vgl. Malaria)!
Die Gelbfieberimpfung zählt zu den bestverträglichen Impfungen.
Der Impfstoff ist jedoch nur bei speziellen Gelbfieber-Impfstellen
(z. B. den Gesundheitsämtern) erhältlich. Wie bereits erwähnt,
ist sie bei Einreise in viele Länder Vorschrift!
Zurück zum Index
Zurück zur Länderauswahl
Meningokokken-Meningitis
Erreger: Bakterium Neisseria meningitidis
Vorkommen: Weltweit, insbesondere in arabischen
Ländern, Afrika, Indien und Nepal
Infektion: Tröpfcheninfektion - meist
von asymptomatischen Trägern (infizierten Personen ohne Krankheitssymptome),
die den Erreger im Hals-Nasen-Rachen-Raum beherbergen.
Krankheitsbild: Eitrige Gehirnhautentzündung,
die mit Kopfschmerzen und Fieber beginnt. Es folgen Nackensteife (Kopf kann
nicht nach vorn geneigt werden, um das Kinn auf die Brust zu legen), Bewusstseinseintrübung,
unter Umständen Schock. Die Erkrankung kann plötzlich auftreten
und führt innerhalb weniger Stunden bereits zur Bewusstlosigkeit !
Behandlung: Antibiotika
Impfung: Totimpfstoff gegen Meningokokken
der Gruppen A, C, W135 und Y. Die Impfung schützt nicht vor
dem in Europa überwiegenden Typ der Gruppe B!
Impfschema: Einmalige Impfung ca. 14 Tage
vor Reiseantritt, Schutzdauer 3-5 Jahre.
Die Verträglichkeit ist recht gut. Bisher
bekannte Nebenwirkungen sind leichte Lokalreaktionen (Rötung und Schwellung
der Haut mit Schmerzempfindlichkeit), gelegentlich leichtes Fieber, Müdigkeit,
Frösteln.
Zurück zum Index
Zurück zur Länderauswahl
Tetanus
(Wundstarrkrampf)
Erreger: Bakterium Clostridium tetani
Vorkommen: Weltweit, leben im Erdboden,
verfügen über unbegrenzte Lebensfähigkeit
Infektion: Wundverschmutzungen, auch über
kleinste Hautverletzungen ("Bagatellen"). Desinfektion der Wund
mit Jod (-ersatz) angeraten, kleinere Blutungen schwemmen den Erreger aus,
sind also durchaus hilfreich.
Krankheitsbild: Zunächst Schluckbeschwerden,
dann Krämpfe der Zungen-, Gesichts- und Kiefermuskulatur, später
auch der Rumpf- und Nackenmuskulatur.
Der Tod tritt meist durch Atemlähmung ein !
Behandlung: Tetanus-Immunglobulin-Gabe, Antibiotika,
intensivmedizinische Überwachung.
Impfung: Da die Impfschemata von Tetanus
und Diphtherie identisch sind, werden in der Regel Kombinationsimpfstoffe
verabreicht.
Impfschema: Grundimmunisierung durch zwei
Teilimpfungen mit zwei Wochen Abstand, die dritte Teilimpfung nach weiteren
sechs bis zwölf Monaten. Zur Auffrischung eine einmalige Impfung nach
Ablauf der Schutzdauer von zehn Jahren.
Die Verträglichkeit ist gut, Nebenwirkungen
sind gelegentliche Lokalreaktionen wie Schmerzen, Rötung, Schwellung
an der Einstichstelle.
Zurück zum Index
Zurück zur Länderauswahl
Tollwut
Erreger: Tollwut-Virus
Vorkommen: Weltweit, überwiegend in
Entwicklungsländern
Infektion: Infektiöse Tiersekrete (Speichel
nach Bissverletzung, Kratzverletzung). In Europa: Biss durch Hund, Katze
und Fuchs. In Amerika zusätzlich durch Fledermäuse. In Afrika:
Hund, Katze, Schakal, Mungo, Fledermäuse; in Asien zusätzlich
der Wolf.
Vorsicht walten lassen bei Wildtieren, die plötzlich
zahm erscheinen!
Krankheitsbild: Erste Symptome sind melancholische
Verstimmtheiten, Fieber, Übelkeit, Angstzustände, Reizbarkeit.
Später kommen Krämpfe der Rumpfmuskulatur sowie der Extremitäten
hinzu, dann fortschreitende Nervenlähmung. Der Tod durch Atemlähmung
erfolgt meist innerhalb einer Woche!
Behandlung: Nicht möglich. Bei Verdacht
auf Infektion wird eine sofortige Impfung durchgeführt, die nachträglich
einen Schutz aufbauen soll.
Die Wunde soll ausgewaschen und desinfiziert werden.
Impfung: Totimpfstoff, Drei Teilimpfungen
an den Tagen 0, 28, 56. Bei akutem Verdachtsfall an den Tagen 0, 7 und 28.
Erste Auffrischung nach zwölf Monaten.
Schutzdauer: Drei bis fünf Jahre.
Verträglichkeit gut, gelegentlich allgemeines
Krankheitsgefühl, Lokalreaktionen an der Einstichstelle.
Zurück zum Index
Zurück zur Länderauswahl
Cholera
Erreger: Bakterium Cholera-Vibrion
Vorkommen: Asien, Afrika, Mittel- und Südamerika
Infektion: (Trink-) Wasser, Nahrungsmittel
wie ungekochtes oder ungeschältes Gemüse und Obst, Meeresfrüchte
und Fische, Salate (mit verunreinigtem Wasser gewaschen), Speiseeis. Es
gilt die Regel: Peel it, grill it, boil it or forget it ! (schäl, grill
oder koch es, sonst vergiss es !)
Krankheitsbild: Dünndarminfektion.
Erbrechen, Durchfall (immer dünner werdend bis hin zur Fast-Farblosigkeit
bei Wasserkonsistenz). Führt schnell zur Austrocknung des Körpers.
Unbehandelt kann die Erkrankung tödlich enden.
Behandlung: Flüssigkeits- und Mineralstoffzuführung
(Trinklösung oder Infusionen).
Impfung: Einmalige
Schluckimpfung (nüchtern).
Schutzdauer: Zwei Jahre.
Kaum Nebenwirkungen, gelegentlich
weiche Stühle.
Zurück zum Index
Zurück zur Länderauswahl
Diphtherie
Erreger: Bakterium Corynebacterium diphteriae
Vorkommen: Weltweit, wieder vermehrt in
osteuropäischen Staaten, weshalb die Bedeutung der Impfung auch für
West- und Mitteleuropäer wieder an Bedeutung gewinnt.
Infektion: Tröpfcheninfektion (Husten,
Niesen), gelegentlich Schmierinfektion (durch unzureichenden Händehygiene).
Krankheitsbild: Häufigste Form ist
die Rachendiphtherie. Sie beginnt mit leichtem bis mäßigem Fieber
und Schluckbeschwerden sowie Schwellung von Lymphknoten und Ohrspeicheldrüse
und weißlichem Belag an Mandeln und Rachen. Bei Ausbreitung der Bakterien
kann es zu schweren Verlaufsformen kommen.
Behandlung: Antibiotika, Anti-Serum vom
Pferd.
Impfung: Siehe Impfschema von Tetanus. Die Schemata sind gleich,
daher werden Kombinationsimpfstoffe empfohlen.
Zurück zum Index
Zurück zur Länderauswahl
Poliomyelitis
(Kinderlähmung)
Erreger: Poliomyelitis-Viren
Vorkommen: Weltweit; durch die Bemühung
der Weltgesundheits-Organisation (WHO) die Krankheit auszurotten, Vorkommen
überwiegend in Teilen Afrikas und Asiens. Überraschenderweise
trat die Erkrankung vor allem in den Niederlanden vor einigen Jahren wieder
gehäuft auf (Folge von Impfmüdigkeit). Deshalb gehört die Impfung
auch weiterhin zum Standardprogramm.
Infektion: Tröpfcheninfektion (Husten,
Niesen), durch verunreinigtes Wasser und Nahrungsmittel, ungekochtes/ungeschältes
Gemüse und Obst (vgl. Cholera).
Krankheitsbild: In den meisten Fällen
(90%) symptomlos! Bei etwa 5-8% grippeähnliche Symptome (Hals- und
Kopfschmerzen, Krankheitsgefühl). Bei etwa 5% der Infizierten folgt eine
Gehirn(haut)entzündung. Bei etwa 1% der Patienten kommt es zur eigentlichen
Lähmung mit Erschlaffung der Extremitätsmuskulatur.
Behandlung: Keine.
Impfung: Einmalige Schluckimpfung bei Kindern;
Erwachsene: zwei Impfungen im Abstand von vier Wochen, die dritte nach sechs
bis zwölf Monaten.
Schutzdauer: Zehn Jahre.
In besonderen Fällen (HIV-Patienten, Reiseimpfung,
immunsuppressive Patienten) empfiehlt sich eine Impfung mittels Injektion.
Nebenwirkungen können sich in leichten Durchfällen
oder leichtem Fieber äußern.
Zurück zum Index
Zurück zur Länderauswahl
FSME (Frühsommer-Meningoencephalitis)
Erreger: FSME-Virus
Vorkommen: Weltweit, weite Teile Europas
sind infiziert (besonders Skandinavien, Süddeutschland, Österreich,
Osteuropa, Russland) - jedoch nur in Lagen, deren mittlere Jahrestemperatur
acht Grad nicht unterschreitet.
Infektion: Durch Zeckenbiss (Holzbock).
Hauptaktivität der Zecken liegt im Frühjahr (Mai/Juni) und im
Spätsommer (September). Übertragung jedoch während der gesamten
warmen Jahreszeit. Inkubationszeit: 2-28 Tage.
Krankheitsbild: Nur bei etwa einem Drittel
der Infizierten kommt es tatsächlich zu einem Krankheitsausbruch: Zunächst
grippeähnliche Symptome. Bei wiederum einem Drittel der so Betroffenen
kommt es zur Gehirn(haut)entzündung. Gelegentlich ist auch der Herzmuskel
oder die Leber mit betroffen.
Letalität: 2%, etwa 10% behalten bleibende
Schäden wie Lähmungen; häufig Kopfschmerzen und Migräne.
Behandlung: Antibiotika, ansonsten keine
spezifische Behandlung
Impfung: Totimpfstoff, zwei Teilimpfungen
mit Abstand von drei bis vier Wochen, eine dritte Impfung nach zehn bis
zwölf Monaten.
Schutzdauer: Drei Jahre.
Nebenwirkungen: gelegentlich Lokalreaktion an der
Einstichstelle, allgemeines Krankheitsgefühl, Kopfschmerzen, leichtes
Fieber und Gliederschmerzen.
Zurück zum Index
Zurück zur Länderauswahl
Typhus abdominalis
Erreger: Salmonella typhi
Vorkommen: Besonders in Regionen mit niedrigem
Hygienestandard. Hauptregionen: Nordafrika (außer Tunesien), Westafrika,
Indien, Süd- und Mittelamerika.
Infektion: (Trink-)Wasser, vgl. Cholera
Krankheitsbild: Fieber, Abgeschlagenheit,
Schwindel, Bauchschmerzen, Husten, Verstopfung und stark belegte Zunge.
Ein bis zwei Wochen dauerndes hohes Fieber mit getrübtem Bewusstsein
und verlangsamtem Pulsschlag, vergrößerter Leber und Milz, Hautausschlag.
Ab der dritten Woche Durchfall. Komplikationen: Lungenentzündung, Darmblutung,
Hirnhaut- und Herzmuskelentzündung.
Letalität: 1-2 %. Bei 20% der Fälle tritt
nach etwa zwei Wochen ein Rezidiv auf (erneuter Ausbruch). Inkubationszeit:
ein bis drei Wochen.
Behandlung: Antibiotika, symptomatische
Behandlung
Impfung: Lebendimpfstoff in einer dünndarmlöslichen
Kapsel, einzunehmen 1 Std. vor dem Frühstück an den Tagen 0, 2
und 4; mind. 14 Tage vor Reiseantritt soll die Impfung abgeschlossen sein.
Packungsbeilage beachten: Abstand zu Malariaprophylaxe,
Polio-Impfung und Antibiotikaeinnahme unbedingt einhalten!
Nebenwirkung: Häufig Übelkeit eine halbe
Stunde nach Einnahme, sonst allgemein gut verträglich.
Zurück zum Index
Zurück zur Länderauswahl
Japan B-Encephalitis
(JBE)
Erreger: Flavi-Virus
Vorkommen: Japan, China, Thailand, Korea,
Vietnam, Laos, Kambodscha, Malaysia, Burma, Sri Lanka, Philippinen, Nepal.
Infektion: Stechmücken der Gattung
Culex
Krankheitsbild: Grippeähnliche Symptomatik
(Schüttelfrost, Abgeschlagenheit, Krankheitsgefühl, Fieber). Nach
einigen Tagen Beteiligung des ZNS (Nackensteifheit, Lichtempfindlichkeit,
Lähmung und Muskelsteife, Krampfanfälle).
Letalität: Erwachsene 25%, Kinder 20%, ältere
Menschen bis zu 50%! Fast immer bleibende Schäden bei Überlebenden.
Behandlung: Nicht möglich, nur symptomatisch
Impfung: Der Impfstoff ist in der BRD nicht
zugelassen, kann aber über internationale Apotheken bezogen werden.
Eine individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung ist immer erforderlich!
Nach Empfehlungen der US- und Australischen Gesundheitsbehörden
ist eine Impfung dann anzuraten, wenn die Reise in ein Endemiegebiet in
der Zeit von Juni - September erfolgt und ein mindestens zweiwöchiger
Aufenthalt in ländlichen Gebieten geplant ist.
Für den "Normaltouristen" ist das Risiko einer
Erkrankung recht gering. Reisende mit geringem Infektionsrisiko sollten Expositionsprophylaxe
gegenüber Insekten betreiben (vgl. Malaria).
Verträglichkeit: Gut, es wurde vereinzelt
über verzögerte (2-3 Tage) allergische Reaktionen berichtet.
Zurück zum Index
Zurück zur Länderauswahl
Dengue-Fieber
Nicht in der Impftabelle erwähnt, da es keinen
Impfschutz gibt. Die Erkrankung ist jedoch durchaus von Bedeutung für
Fernreisende.
Erreger: Flavi-Virus, Familie Togaviren Typ
1-4
Vorkommen: Tropische und subtropische Gebiete
Süd- und Südostasiens, südl. Pazifik, Mittel- und Südamerika,
Karibik und (West-)Afrika.
Infektion: Stechmücken der Familie
Aedes
Krankheitsbild: Es gibt zwei Typen: klassisches
und hämorrhagisches Dengue-Fieber.
klassisch: Nach 5-8 Tagen Inkubationszeit
grippeähnliche Symptome mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, starke
Rücken- und Gelenkschmerzen. Langwierig, heilt aber ohne Komplikationen
und hinterlässt eine lebenslange Immunität, allerdings nur gegen
diesen einen Virustyp (von vieren). Eine erneute Infektion mit einem der
anderen drei Typen kann hämorrhagisches Dengue-Fieber auslösen!
hämorrhagisch: Akutes hämorrhagisches
Fieber mit Dengue-Symptomatik und zusätzlich spontaner Blutungsneigung
und Verwirrheitszuständen. Außerdem Schock, Blutdruckabfall,
Atemnot.
Letalität: 5%. Kinder zwischen drei und 15
Jahren werden eher infiziert als Erwachsene. Warum dies so ist, ist bisher
ungeklärt.
Behandlung: Keine, nur symptomatisch. Bei
hämorrhagischem Fieber wegen der Blutungsneigung kein Aspirin zur
Fiebersenkung geben (wirkt blutverdünnend).
Prophylaxe: Mückenschutz (vgl. Malaria)! Alle Wasserbehälter
verschließen (Mückenlarven leben im Wasser).
Impfung: Bisher nicht existent. Vakzine
sind in der Erprobung, jedoch umstritten, da eine Impfung evtl. das Tor
für hämorrhagisches Fieber öffnet (da der Körper durch
die Impfung bereits Antikörper gebildet hat).
Zurück zum Index
Zurück zur Länderauswahl
Malaria tropica
Erreger: Plasmodium falciparum
Vorkommen: Tropische und subtropische Gebiete
in Nord-, West- und Ostafrika, Mittel- und Südamerika, Indien, Vorder-
und Südostasien.
Infektion: Weibliche Anophelesmücke
(da die Übertragung von Mensch via Mücke zurück zum Menschen
stattfindet).
Krankheitsbild: Inkubationszeit 7-14 Tage
(vereinzelt mehrere Monate). Fieber ist das Leitsymptom! Jedes unklare Fieber
nach/während einer Reise in Infektionsgebiete sollte als Malaria betrachtet
werden und, sofern kein Arzt verfügbar ist, zu einer ersten Eigentherapie
führen (vgl. Malaria-Stand-by im Folgenden).
Im Vergleich zu anderen Malaria-Formen ist die
Malaria tropica lebensbedrohend! Nur frühzeitig erkannt, bestehen gute
Heilungschancen. Malaria verläuft sehr uncharakteristisch, weshalb
eine exakte Diagnose ohne Laborbefund schwer ist.
Weitere Symptome können Bewusstseinstrübung,
komatöse Zustände, Herzrasen, Erbrechen, Durchfall, Schock, Leber-
und Milzschwellung, Gelbfärbung der Haut sein. Typisch ist ein unrhythmischer
Fieberverlauf.
Weltweit sterben bis zu 3 Mio. Menschen jährlich
an Malaria tropica. 300-500 Mio. werden jährlich infiziert! (Quelle:
WHO)
Prophylaxe: Mückenschutz
(Tragen von Arm und Bein bedeckender Kleidung in den Abend- und Nachtstunden,
Hautlotion zur Insektenabwehr, Moskitonetze) sowie medikamentöse Prophylaxe.
Eine Impfung gibt es nicht, vollständige Sicherheit bietet die Prophylaxe
nicht!
Chemoprophylaxe
Prophylaxe bedeutet
die vorbeugende Einnahme von Medikamenten, um den Ausbruch einer Infektionserkrankung
zu vermeiden. Eine Prophylaxe empfiehlt sich bei Reisen in Gebiete, in denen
das Malariarisiko hoch ist, wo die medizinische Versorgung schlecht und
die Resistenzlage kritisch ist (Erreger sind gegen viele Präparate
immun). Es gibt jedoch zwei bedeutende Nachteile: Durch die Entwicklung
von Resistenzen gegen den Erreger wird es immer schwieriger, eine sichere
Prophylaxe zu geben. Außerdem rufen viele auf dem Markt befindliche
Medikamente eine Reihe von Nebenwirkungen hervor, die besonders im Rahmen
eines Tauchurlaubes nicht erwünscht sind, da sie die Tauchtauglichkeit
begrenzen oder gar ausschließen! Dies sind u. a. Schwindel, Depressionen,
Angstgefühl, Herzbeklemmung...
Stand-by-Therapie
Bei dieser Therapieform
wird das Medikament erst genommen, wenn Symptome einer möglichen Malaria-Infektion
auftreten (unklares Fieber). Der Einsatz ist sinnvoll bei einem geringen
Infektionsrisiko und der Möglichkeit, die Erkrankung in der Folge (vor
Ort oder zu Hause) abklären zu lassen.
Die Ausführung
einer kompletten Malaria-Prophylaxe nebst aller zur Verfügung stehender
Medikamente/Kombinationen sowie deren Nebenwirkungen und Anwendungsgebieten
würde an dieser Stelle den Rahmen sprengen. Informationen dazu sind
jedoch abrufbar unter
http://dtg.org/empfehlungen.html
Wir danken Herrn Wulf
J. Hartmann für die freundliche Genehmigung zur Verwendung des Links
auf seine Seite.
Zurück zum Index
Zurück zur Länderauswahl
© 2001 - Jessica Brühl