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Onlinemagazin - 8. Ausgabe - Kain`s Henkelmann




 Geschrieben von Oli
© 2001 Oliver Meise
-Keine Gewährleistung-

Das Wrack dieses Schiffes mit 3714 BRT - die Kimon M - wurde lange Zeit verwechselt mit einem Schiff das Gegenstand einer Zeitungsente war. Da man wohl das Wrack gefunden hatte -aber lange Zeit nicht auf die richtige Identität des Schiffes stieß- wurde kurzerhand ein Name und eine geheimnisvolle Legende gestrickt. So sollte die 106,43m lange Kimon M eigentlich Sea Star heißen und aus dem Libanon gekommen sein. Nichts liegt ferner als das. Ursprünglich hieß dieses 14,70m breite Schiff MF Brunsbüttel und wurde im Jahr 1952 als damals typisches Motorfrachtschiff mittlerer Größe mit der Baunummer 770 auf der Hamburger Werft H.C. Stücklen gebaut.Die zwei 8-Zylinder Dieselmaschinen mit 2940 PS verliehen -auf eine Welle gekoppelt- diesem Schiff eine Geschwindigkeit von maximal 13 Knoten.Nach dem Stapellauf im August 1952 übernahm als erste Reederei die Willy Bruns GmbH in Hamburg das Schiff. Schon bald wurde das Schiff umbenannt: 1953 wurde die ehemalige MF Brunsbüttel in Ciudad de Cucuta umgetauft.Gleiches passierte nochmal in den Jahren 1964 (Angela) und 1971 (Kimon). Als 1975 die panamesische Reederei Janissos Shipping Co. SA neue Eigentümerin wurde fand die letzte Umbenennung statt: Nunmehr hieß das Schiff Kimon M. Im Auftrag dieser Reederei befand sich die Kimon M am 12.12. 1978 mit einer Ladung von 4.500t Linsen an Bord auf ihrem Weg von Iskander/Türkei nach Bombay/Indien,als es am Shaab Abu Nuhas vorbeikam. Aus späteren Ermittlungen weiß man,daß an diesem Tage die Kimon M nicht auf das Riff auflief,sondern auf ein Wrack,daß an dieser Stelle auf dem Riff auflag.Dieses Wrack wurde durch den Zusammenprall vollkommen auseinandergerissen. Von ihm sind heute nur noch ein paar kümmerliche Reste der Bugsektion auf dem nordwestlichen Riffdach zu sehen.Der Rest dürfte am steilen Riff in unerreichbare Tiefen gerutscht sein. Das Wrack der Kimon M selbst lag noch einige Zeit schräg am Riff,teilweise über Wasser.Mit der Zeit rutschte es immer tiefer,bis es unter der Oberfläche versank. Eine lange Zeit nach dem Untergang dieses Schiffs war der Untergangsort ein gern aufgesuchter Ort für die lokale Fauna: Die Linsen quollen auf und brachten die Säcke in denen sie lagerten zum Platzen.Vier Laderäume voller heißbegehrter Nahrung für viele Fische! Dies ist auch der Grund,weshalb dieses Wrack auch "Linsenfrachter" oder Lentil  (Engl.: Linse) genannt wird.Doch heute herrscht hier gähnende Leere.

Heute ruht das Schiff mit einer Neigung von ca. 90° auf seiner Steuerbordseite.

So kann man auf einer Seite an dem imposanten Rumpf entlangtauchen und auf der anderen Seite die nunmehr fast leeren Laderäume anschauen in der bis auf wenige andere Frachtgegenstände (wzB. einer Schiffsschraube) nicht mehr viel anzutreffen ist bis auf die üblichen Fischarten.

Die flachste Stelle am Wrack ist die Bugsektion. Hier befindet man sich in einer Tiefe von ca. 13m. Dieses Schiffsteil und das Vorschiff an sich sind die am meisten beschädigten.Die in ca. 30m Tiefe liegende Hecksektion ist hingegen am besten erhalten.Gut erhalten ist hier zB. auch die Kapitänskajüte mit der Kapitänsbadewanne.

So kann man mit der entsprechenden Ausbildung die Aufbauten mittschiffs und am Heck einigermaßen gut betauchen.Hier findet sich auch über Decksluken und eine Bruchstelle in Richtung Bug der Einstieg in den Maschinenraum.

Von hier kann man auch in eine Werkstatt gelangen, in der sich die üblichen Utensilien und eine Drehbank befinden.Im Maschinenraum steht dann neben den beiden Dieselmaschinen auch noch ein Satz großer Kreiselpumpen, Rohranordnungen verschiedenster Durchmesser,Elektromotoren und Kabelstränge.

Den Maschinenram kann man bequem durch ein Loch in der Bordwand wieder verlassen.Am Heck kann man auch die frei ins Wasser ragende Schraube und das Ruder betauchen.

Von hier aus in Richtung Bug tauchend kommt man am Achterdeck mit den Winden vorbei.Am Ende des Achterdecks schließen sich die Aufbauten und Davits an.

Rund um das Wrack,speziell in der Mittschiffsregion findet man dann auf dem Meeresboden noch diverses Wrackgewirr wzB. mgefallene Masten,den Schornstein, Trossen,Seilblöcke und Industriegasflaschen.
Unten am Wrack siedeln Muränen,über dem Wrack kreisen Schulen von Fledermausfischen.
Die Fahrten zu der Untergangsstelle ist wie die Fahrt zur Chrisoula K (nur ca. 100m entfernt) und den anderen hier im Shaab Abu Nuhas liegenden Wracks wetterabhängig.Diese Stellen sollten nicht betaucht werden bei schlechtem Wetter oder starker Strömung. Beides ist hier möglich.In solchen Fällen wird das Wrack jedoch garnicht erst angefahren.In der Regel soll aber hier nur eine schwache bis mäßige Strömung herrschen.Dies verhindert wohl zusammen mit dem noch wirkenden Anstrich einen allzu starken Bewuchs am Schiff. Hinzu kommt,daß es sich empfiehlt in den Vormittagsstunden hier zu tauchen,da in dieser Zeit die Sonne am steilen Riff am höchsten steht und der Lichteinfallswinkel auch alles ausleuchten kann.
 

GPS-Positon:
27°34´98’´N/33°55´88’`E

Vorsicht: Von Gerät zu Gerät gibt es bei der Ermittlung der GPS-Daten immer Unterschiede.Bei Annäherung an das Riff ist entsprechende Vorsicht zu beobachten und weniger die GPS-Anzeige zu betrachten als vielmehr die tatsächliche Nähe zum Riff zu überwachen!!!!!!!
 

Die Photos stammen allesamt von Ulrich Mößlang. Er hat sie uns über seine schöne Seite www.moesslang.net zur Verfügung gestellt.Herzlichen Dank!!!


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