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2x TU Walchensee
Abgesandt von Armin am 04.08.2003 - 08:50:

Gleich zwei Unfälle erlebte der Wachensee am Wochenende.
Ein Taucher einer Gruppe erlitt an der Galerie unterhalb der 40m-Marke einen Tiefenrausch. Er tauchte zu schnell auf und musste in die Druckkammer Murnau. Dahin wurde auch ein Taucher gebracht der am Samstag bei einem Notaufstieg bewusstlos geworden war.

Weitere Infos folgen sobald näheres bekannt wird.



Antwort von Kamikaze am 06.08.2003 - 16:00
Watzmann = Schicksalsberg
Walchensee = Schicksalssee?
Antwort von Lothar Becker am 07.08.2003 - 13:54
Der Walchensee ist sicher kein Schicksalssee.
Leider kommt es aber immer wieder zu Unfällen.
Das Problem liegt häufig darin, dass Taucher, die weder an Steilwände noch an Dunkelheit gewöhnt sind versuchen, an Plätzen wie der Galerie ihr Limit auszuloten. Gerade jetzt zur Urlaubszeit nehmen solche Probleme natürlich zu.
Auch wenn viele dieser Unfälle glimpflich ausgehen, bringen sie uns einem Tauchverbot am Walchensee wieder ein Stück näher.
Jeder sollte gerade am Walchensee Tauchgänge genau planen und überlegen, ob Ausrüstung, Ausbildung, Trainingszustand und psychische Verfassung Tauchgänge in über 40m Tiefe zulassen.
Antwort von seppu am 07.08.2003 - 23:12
hai
tut zwar nichts zur sache.lothar wünsch dir einen top urlaub.
gruss sepp
Antwort von Erwin Hettig am 08.08.2003 - 03:34
@Lothar Becker

Genau Lothar ,da stimme ich Dir vollkommen zu !! Nicht der See ist schuld ,denn der liegt nur friedlich da und tut gar nichts!!!
Es sind die Taucher die über ihre Verhältnisse gehen oder mit unzureichender Ausrüstung tauchen !
Mich haben z.B. als ich mal am Südufer tauchen war zwei Rookies aus Mitteldeutschland gefragt wo denn diese berühmte Galerie wäre,denn sie wollten sich nach unzähligen Tauchgängen im heimischen Baggerloch mal so richtig "abdrücken"!
Habe sie dann gefragt wie viele TG´s sie denn dann so haben und da haben sie voller Stolz geantwortet das sie schon weit über 30 hätten,alle so zwischen 8 und 15 Meter
Antwort von Thomas am 08.08.2003 - 09:58
Nur ein Gedankengang:
Eine Tauchplatzbeschreibung fest an der Galerie. Mit Hinweißen auf die Gefahren und eingezeichnete Tiefenlimit für die einzelnen Tauchstufen. Frage ist ob dies eher zum überscheiten auffordert oder ob diese so gezeichnet werden könne, dass die Gefahr deutlich wird!
Antwort von Marion am 08.08.2003 - 11:34
Ist schon was über den Gesundheitszustand der Taucher bekannt?`
Mich würde es interesieren wie es zu beiden Unfällen gekommen ist.
Was war der Grund für den Notaufstieg der beiden Taucher.



Antwort von mario.s am 08.08.2003 - 21:48
Ich seh das ganz entspannt. Solche Probleme gibt es doch in allen Bereichen, in denen der Mensch an seine (persönlichen) Grenzen stößt. Sind wir doch ehrlich, wer ist mit seinem Auto/ Motorrad noch nicht im Grenzbereich gefahren? Die einzige Scheisse ist hier, dass Taucher nicht gerade eine gute Lobby haben. Durch solche Unfälle wird die Aktzeptanz gegenüber Taucher sicher nicht größer. Verunglückt ein Taucher wird es durch die Medien ziehmlich aufgebauscht. Ist ja auch klar, es ist wesentlich spektakulärer, als herkömliche Unfälle. Es interessiert eigentlich niemanden mehr wenn auf Deutschlands Straßen jährlich fast "eine Kleinstadt" verunglückt. Verkehrte Welt!
Antwort von Goldi am 08.08.2003 - 22:59
@mario.s

Genau das ist das "Problem der Medien-Menschheit". Gierig nach "Außergewöhnlichem".. nur was fällt mittlerweile alles in dieses Kriterium.

@all: Jedenfalls liegt es nicht am Walchensee, auch nicht am Tauchplatz Galerie, sondern am Unterschätzen der Situation, der körperlichen Fitness, Risikobereitschaft blabla

Einige Menschen nehmen diese Sportart auch zu locker hin: Briefings werden einfach ausgelassen, Ausrüstungschecks übergangen (nach dem Motto: "Ach, das Jacket hab ich schonmal in der Zeitung gesehen"), Alleintauchgänge werden unternommen..

Wenn ich aber sehe, dass jemand allein mit einer Doppel-20er einen persönlichen Tiefenrekord an der Galerie unternehmen will, krieg ich echt sooo nen Hals.

Naja, jedem des seine. Nur sollen sicherheitsbewusste Taucher nicht darunter leiden, wenn mal wieder ein See gesperrt wird (wie es bei uns mit dem Ilsesee/Augsburg weitgehends passierte... weil Eistauchen ohne Sicherungsleine durchgeführt wurde)

Fröhliches, SICHERES weiterbubblen
Antwort von Sepp Strehler am 10.08.2003 - 21:31
Hallo Leute,
ich weiss ja nicht welche Infos ihr zu den am letzten Wochenende geschehenen
TU`s am Walchensee habt, aber nach den Berichten in der örtl. Presse, gab es
am Samstag in der Bucht bei Einsiedel einen TU, bei dem ein Würzburger
in Panik einen Notaufstieg aus 20 m Tiefe gemacht hat und bewusstlos mit Atemstillstand von ein paar Urlaubern geborgen und nach erfolgreicher Reanimation
durch die Wasserwacht, einschliesslich seines Tauchpartners ins Unfallklinikum Murnau eingewiesen wurde.
Am Sonntag hat sich dann bei der Galerie ein weiterer TU ereignet, bei dem ein Taucher aus dem Raum Württemberg lt. erstem Zeitungsbericht aus 60m zu schnell
aufgetaucht sein soll, anschliessend wurde es ihm schwarz vor Augen, er wurde nach Erstversorgung durch die Wasserwacht ebenfalls nach Murnau gebracht.
Tag`s darauf wurde berichtet, daß der Taucher mit zwei Partnern in nur 30 m Tiefe
tauchte und nach Einhaltung der üblichen Deco-Zeiten auftauchte, erst am Ufer
wurde ihm schwarz vor Augen. Diagnose in Murnau lt. Zeitung, ein Lungen-Ödem.
Die Polizei geht von einem Defekt bei der Ausrüstung aus und hat diese für weitere
Untersuchungen sichergestellt.

Noch eine kleine Randbemerkung zu Goldi, ich bin davon überzeugt, dass Leute,
die mit D18 od. D 20 an der Galerie tauchen sich mit Sicherheit mehr Gedanken
über ihr Vorhaben machen, als diese Kameraden, die mit Mono 10 od. 12
nach Möglichkeit noch mit Warmwasserautomaten und `nem schönen neuen Trocki
an dem selben Tauchplatz unter Umständen sogar 2 Tauchgänge aus ihren
Flaschen pressen.

Viel Spass beim weiter diskutieren

Sepp Strehler
Antwort von Uwe am 11.08.2003 - 09:40
@ Sepp
ich stimme dir absolut zu. Deine Bemerkung zur D18 bzw. D20 sehe ich ganz genau so.

Diese leidige Diskussion zur Selbstüberschätzung u.ä. bei ähnlichen TU hatten wir schon ...zig Mal.

Kann mich Marions Frage nur anschließen. Gibts schon näheres zum Unfallverlauf.

Nur kurz zum Thema schlechter Ausbildungsstand bzw. unzureichende Ausrüstung:
Ich möchte mal wissen, wieviele Taucher es im Verhältniss zu anderen "Risiko"-Sportarten in Deutschland gibt.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass es beispielsweise soviele Fallschirmspringer gibt (meine Vermutung). Und erstaunlicherweise hört man ja auch nicht so oft von Unfällen beim Fallschirmspringen.
Nehmen nun die Fallschirmspringer ihr Restrisiko ernster, ist die Ausbildung besser, liegt es an der nötigen Ausrüstung - keine Ahnung?

Ich weiß nur, dass in den letzten Jahren die Möglichkeiten an einen Tauchschein zu kommen wesentlich einfacher geworden sind. Ich brauch nur im Urlaub an eine Basis zu gehen, dann kann ich auch ohne Tauglichkeitsuntersuchung (zumindest hab ich es so erlebt) meinen Schein machen - im schön warmen Wasser, ohne Stressfaktoren (schlechte Sicht, Kälte, Dunkelheit) und in 3-5 Tagen...

Das die große Masse der so "produzierten" Taucher natürlich auch einige verantwortungslose Taucher mehr hervorbringt, ist logisch.

Wenn sich die Verbände irgendwann mal über die leidigen Ausbildungsstandards einigen könnten, dann wäre schon viel erreicht. Außerdem würde ich dafür plädieren, bestimmte Tauchplätze dann nur für bestimmte Ausbildsstände freizugeben bzw. nur geführte TG von ortskundigen Tauchschulen zuzulassen.
Ich weiß nicht, ob dass überhaupt kontrollierbar wäre. Aber lieber so, als dass dann, nach weiteren Unfällen, alle guten Tauchgewässer letztendlich gesperrt oder scharf reklementiert werden.

Das sollte allerdings nicht auf diesen TU bezogen sein, da wir noch nichts genaues wissen.

Gruß Uwe.
Antwort von Christian am 11.08.2003 - 19:01
Jaja, und eigentlich sollte es für jeden Tauchplatz eine verpflichtende Einschulung geben und eine verplichtende Einschulung für die Handhabung der Ausrüstung des Partners. Jeder Taucher muss natürlich einen Tauchgangsplan erstellen und diesen bei den örtlichen Behörden prüfen und genehmigen lassen. Dann muss eine theoretische Prüfung über die Gegebenheiten am Tauchplatz abgelegt werden. Wenn dann die "richtige" Brevet-Stufe vorligt, kann getaucht werden, unter der Voraussetzung dass...


Also ehrlich, ich denke der Mensch ist ein vernunftbegabtes wesen und mit Kontrolle, Auflagen, Verpflichtungen und Regelwerken wird man Unfälle nicht verhindern können. Meiner Meinung nach gibt es nur einen Punkte, an dem der Hebel anzusetzen ist: die Ausbildung, wie ja schon von Uwe und Erwin geschildert...
Antwort von Erwin Hettig am 11.08.2003 - 21:07
Hallo Leute ,

ich war Gestern wieder am Wa See und habe dort Jemanden getroffen der am UKM arbeitet.
Der hat erzählt, das anscheinend bei dem taucher an der Galerie die Atemluft verunreinigt war !es wurde C0 in der Flasche festgestellt !!!
Antwort von Sepp Strehler am 11.08.2003 - 22:59
Zum Unfallhergang weiss ich nichts neues, auch nicht, wie`s den Verunfallten
geht,
Hier noch etwas zum nachdenken oder zum diskutieren, hat nicht direkt
etwas mit diesen TU`s zu tun:

Seid doch mal ehrlich Leute,
setzt euch doch mal an einem schönen Samstag od. besser Sonntag an
den Walchensee Tauchplatz Steinbruch od. Galerie oder noch besser
an den Attersee an die `berühmt - berüchtigten` Tauchplätze und schaut
euch mal ganz objektiv an was da alles ins Wasser geht und dann
schaut mal was alles wieder raus kommt, da kann man wirklich nicht von
einem gefährlichen Sport reden.
Weil oben auch die Ausbildung angesprochen wurde, schaut doch mal
genau zu wie oft man zwischen "Ausbildern" und "Schüler " keinen
oder fast keinen Unterschied erkennt.
Taucher werden unter Brevet-Stress gestellt, in dem man ihnen vermittelt,
nur hochbrevetierte Taucher seien gute Taucher, so kommt es dass
dann Leute mit weniger als 100 TG ***Taucher / DM, Trimix-Taucher oder
sogar TL sind und seid doch mal ehrlich, was sind 100 TG?
Vor lauter "Ausbildung" und "Seminaren" kommen die Leute doch nicht
zum tauchen und somit zu einer gewissen Übung und Erfahrung.
Ein langsames Gewöhnen an die Tiefe und an anspruchsvollere TG
passt nicht in dieses Ausbildungs-Konzept!
Genauso die vermeindliche Sicherheit des Buddy-Systems.
Ein Buddy-System ist nur so sicher wie die Taucher selbst.
Wenn sich jeder denkt, der andere wird mir schon helfen, w e n n ......!!!!!
Tauchen mit Vollkasko-Versicherung, das wär`s....., keine Eigenverantwortung,
kein Restrisiko usw......
Viel Spass beim Grübeln,
Sepp Strehler


Antwort von heinisch gerhard am 17.08.2003 - 21:01
das problem am walchensee ist natürlich nicht der see, sondern die häufigkeit der unfälle ist einzig und allein auf die tatsache zurückzuführen,dass (fast) jeder in deutschland von diesem tauchplatz (galerie) schon gehört hat. somit pilgern an solche plätze ein vielfaches an tauchern. deshalb erhöht sich zwangsläufig die unfallzahl. trotzdem ist dieser platz oder der see nicht gefährlicher als alle anderen seen. die menge macht´s.

leider führt das immer wieder aufgrund der definitiv falschen wahrnehmung in der öffentlichkeit auch oft zu einschränkungen.

man kann natürlich an solch bekannten tauchplätzen wirklich auch taucher sehen, die da definitiv nicht hingehören.

aber passieren kann natürlich jedem etwas.

weiterhin unfallfreies blubbern.....
Antwort von bettina am 25.09.2003 - 03:56
@sepp
Zum Unfallhergang in Einsiedl gibt es noch einige Berichtigungen,der junge Würzburger ist noch auf dem Wasser von einer jungen Kajakfahrerin mit Hilfe von einer Familie in einem Tretboot reanimiert worden die zufällig vor Ort waren-zum Glück,denn wer kann im Wasser ohne gescheite Unterlage ranimieren? Bis zum Ufer waren es doch fast 100 Meter.....Übrigens ging es unserem Taucher 1 Tag später schon wieder besser-vielen Dank nochmal an alle Beteiligten!

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