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DM beim Apnoe-Tauchen in Bali verstorben Abgesandt von Armin am 10.01.2003 - 22:35:
Danke an St. Beckhusen für die Info:
1. Jan.-Woche (Datum hab ich mir nicht gemerkt), Bali, Tulamben: Nachdem der Divemaster nach mehreren Stunden schnorcheln vermißt wurde, machten sich mehrere Taucher gegen 21:00 Ortszeit auf diesen zu suchen und fanden ihn in 17m Tiefe auf dem Wrack der MS Liberty. Nach Aussagen anderer Taucher soll er diesen noch in 14m Tiefe beim abtauchen ohne Blei begegnet sein. Ein anderes Taucherpaar erzählte mir vorher schon daß sie es ablehnten nochmals mit besagtem Divemaster als Buddy zu tauchen da dieser (wortwörtl. gen. "Kamikaze-Taucher") Ihrer Meinung nach unprofessionelle und auch für andere riskante Manöver vollzog.
Antwort von Emanuel am 13.01.2003 - 14:04 Als Kenner der Szene vor Ort (Tulamben) kann ich aber allen anderen versichern, dass dort nur wenige Guides (meist Balinesen) dieser Beschreibung entsprechen dürften - jetzt wahrscheinlich gar keiner mehr...
Sonst geht es dort eher beschaulich zu, denn es gibt kaum Strömung und keine (anderen) gefährlichen UW-Räuber. Gut, hin und wieder stösst sich ein japanischer Guide mal die Rübe oder verliert ein anderer Japaner mal seine Kamera oder Uhr. Aber meine Erfahrung mit den Guides z.B. vom Tauchterminal ist, dass sie sehr bedacht und ruhig sind und mehr interessiert sind, einem alles zu zeigen, was sich dort UW von Natur aus anbietet.
Aber schwarze Schafe gibt es anscheinend fast überall...
Antwort von Reini am 14.01.2003 - 13:23 Ich war im August in Tulamben(TTT) und kann der Aussage von Emanuel nur zustimmen.
Die balinesischen Guides, die ich vom TTT kenne, sind die besten Guides die ich in fast 20 Jahren Tauchen je gesehen habe. Deshalb kann ich mir eigentlich nicht vorstellen, daß es sich hier um einen balinesen handelt.
Hat der DM denn in Tulamben überhaupt gearbeitet ? Wenn ja, würde mich schon mal der Name interessieren und wo er gearbeitet hat...
Antwort von Blubber-Bär am 14.01.2003 - 13:36 Stimmt, echte Infos haben wir bisher leider recht wenig, auch darüber, was denn nun wirklich die Todesursache war.
Hat jemand vielleicht noch genauere Infos?
Antwort von Stephanie am 18.01.2003 - 15:10 Bevor sich noch mehr “Kenner der Szene vor Ort”, welche lediglich 1-2 Wochen Urlaub auf Bali verbrachten, zu diesem toedlichen Unfall zu Wort melden, moechte ich die Sache lieber von Anfang an klarstellen, damit nicht noch mehr dumme Geruechte entstehen.
Ich lebe seit 1 ½ Jahren in einem Resort in Tulamben, aus welchem sich 2 leitende Tauchlehrer aktiv an der Suche und Bergung des vermissten Apnoe-Tauchers beteiligten. Einer davon uebernahm nach Bergung des Toten auch die unangenehme Aufgabe, der Freundin des Verunglueckten die traurige Nachricht mitzuteilen und leistete ihr Beistand, um alle noetigen Formalitaeten zu erledigen.
Bei dem Verunglueckten handelt es sich um einen Apnoe-Taucher, welcher auch definitiv Apnoe getaucht ist, da er entsprechende Ausruestung trug (allerdings kein Blei).
Die Aussage, die St. Beckhusen von einem Taucherpaar vor Ort erfuhr, dass er am Nachmittag allein in 14 m Tiefe tauchend am Wrack gesehen wurde, ist richtig, jedoch gibt es fuer seine weitere Aussage, dass ein anderes Paar ihm vom „Kamikaze-Divemaster“ erzaehlte, den niemand als Buddy wollte, ueberhaupt keinen Beleg. Diese Aussage ist voellig aus der Luft gegriffen, denn abgesehen davon, dass es in Bezug auf den Unfall vollkommen irrelevant ist, ob der Verunglueckte auch Divemaster war, ist er ueberhaupt noch nie in Tulamben zuvor tauchen gewesen (da er erst am Mittag mit seiner Freundin im benachbarten Resort eincheckte!), und ausserdem war nicht als Divemaster beschaeftigt, weder in Tulamben noch andernorts!!!!
So ist wohl niemand berechtigt eine solche Aussage zu machen oder gar zu veroeffentlichen. Und auch die Aussage von Kommentator Emanuel, dass es sich aufgrund eines verunglueckten Divemasters wohl nur um einen Balinesen handeln kann, doch aeusserst voreilig und vor allem ziemlich unwissend.
Der Unfall loeste bei allen Beteiligten natuerlicherweise einen grossen Schock aus. Niemand kann natuerlich ohne Autopsiebericht genau sagen, wodurch es zu dem Tod durch Ertrinken ursaechlich kam, und ich denke, es ist doch recht anmassend im Nachhinein ueber die Unfallursache zu spekulieren und so Geruechte zu verbreiten.
Vielleicht sollten wir uns lieber darueber bewusst sein, dass es jeden von uns treffen kann, dieses ist schliesslich nicht der erste Unfall dieser Sportart.
Antwort von heavens am 19.01.2003 - 10:36 Daß besagter Apnoetaucher Diveguide in Bali oder Balinese war hab ich auch nicht behauptet, ist mir rätselhaft wieso das so verstanden wurde.
Betr. des Beitrags hab ich in jeder Hinsicht ganz sachlich nur das wieder gegeben was mir mitgeteilt wurde. Also nochmal Klartext:
Auf konkretes Nachfragen ist mir vor Ort von Chris dem Tauchlehrer welcher dort arbeitet auch bestätigt worden daß der Apnoetaucher Divemaster war (niemand behauptet er würde da arbeiten). Die Frage interressierte mich besonders, da es mich interressiert wie jemandem mit einer so fortgeschrittenen Ausbildung so etwas passieren kann. Dieses find ich in Bezug auf den Unfall auf alle Fälle sogar sehr relevant, da es doch klar zeigt daß eine fortgeschrittene Ausbildung keine Garantie dafür ist, daß einem sowas passieren kann.
Betr. des Ausdrucks Kamikaze-Taucher stammt dieser nicht von mir sondern von einem Päarchen aus Bremen die am Tag davor (also wohl am Unfalltag) bereits mit ihm getaucht sind. Von dem Tod erfuhr ich am Tag darauf als ich sie fragte ob jener Ka.... ein anderer Taucher wäre mit welchem ich einen Tauchgang als Buddy unternahm und dieser nach 10 min urplötzlich überhaupt nicht klar kam, als hätte er noch nie getaucht. Zum Glück war ein erfahrener Guide dabei der sich diesem annahm. Erst da erfuhr ich daß der Apnoetaucher/Divemaster nachts tot geborgen wurde.
p.s.: Der Ausdruck Kamikazetaucher ist für einen tragisch Verunfallten bestimmt nicht nett, wurde aber bereits am Tag zuvor und nicht von mir genannt. Ich hab das hier nur ganz sachlich für Aufklärungen wieder gegeben daß jeder sich seinen Teil denken kann und evtl. nähere Umstände in Betracht gezogen werden können, denn dafür ist das Forum ja da. Die Tatsache daß jemand als Kamikaze-Taucher tituliert wurde und als weiterer Buddy abgelehnt wurde, am nächsten Tag dann tot ist, finde ich sehr bedenkens- und nennenswert da es auch mal dazu auffordert sich über das eigene Verhalten gegenüber anderen (Buddies) Gedanken zu machen.
Gruß, St. Beckhusen!
Antwort von Stephanie am 28.01.2003 - 20:07 Antwort zu Heavens:
Ich habe ja auch nicht geschrieben, dass du behauptest hättest, der Verunglückte wäre Balinese...lies einfach noch mal alle bisherigen Antworten und auch meine zu diesem Thema.
Auch habe ich nicht geschrieben, dass der Begriff Kamikaze-Taucher von Dir stammt, sondern dieser Dir so mitgeteilt wurde. Aber es bleibt dabei, NIEMAND ist zu so einer Aussage berechtigt und sollte auch so nicht veröffentlicht werden sollten (schon gar nicht aus zweiter Hand!), solange man nicht alles über die Taucherfahrung des Verunglückten weiss.
Aber noch mal ganz klar: NIEMAND in Tulamben war je mit ihm tauchen und hatte ihn je als Buddy, weder das Bremer Pärchen (es wäre also auch nicht berechtigt so etwas zu sagen), und auch nicht Du, denn der Verunglückte WAR nie hier tauchen!
Wenn so eine Unwahrheit hier im Forum veröffentlicht wird, kommt es wohl nur zu falschen Spekulationen, wie eben auch Deine, wenn du schreibst: "Die Tatsache daß jemand als Kamikaze-Taucher tituliert wurde und als weiterer Buddy abgelehnt wurde, am nächsten Tag dann tot ist, finde ich sehr bedenkens- und nennenswert."
Ich bin allerdings trotzdem Deiner Meinung, dass es immer wichtig ist, unser eigenes Buddy-Verhalten zu überdenken.
Es stimmt leider auch, dass Professionalität nicht vor Unfällen schützt, oft ist es eher das Gegenteil, was ja leider auch sehr bedenkenswert ist...
Gruß, Stephanie
Antwort von Chris am 28.01.2003 - 20:25 Es wird glaube ich mal so langsam Zeit, im Zusammenhang mit dem verunglückten Apnoe-Taucher hier in Tulamben einiges klarzustellen. Es ist teilweise Haare sträubend welche Kommentare hier abgegeben werden - vor allem von Leuten, die so gut wie nichts über die Hintergründe und Begleitumstände dieses tragischen Unfalls wissen.
Zu meiner Person: ich lebe seit mittlerweile fast zwei Jahren hier in Tulamben als TL und Basenleiter eines 5*IDC-Tauch-Resorts hier vor Ort. An jenem Abend des 04.01. war ich persönlich an der Suche und Bergung des verunfallten Schnorchlers beteiligt und war zusammen mit einem anderen Diveguide auch derjenige, der die Leiche gefunden und auch geborgen hat. Das war kein schöner Anblick, ich erspare mir hier jetzt hier die Details...
Nur so viel, wir fanden ihn in 17m Tiefe, kopfüber auf Korallen liegend, er war weder eingeklemmt oder ähnliches. Er trug lediglich Apnoe-Flossen, ein T-Shirt, Badehose, Maske & Schnorchel und seine Citizen Taucheruhr. Anzeichen, wie bereits eingetretene Leichenstarre, wiesen darauf hin, dass er zu diesem Zeitpunkt schon mehrere Stunden unterwasser gelegen haben muss.
Richtig ist, dass der Schnorchler für mehrere Stunden am Nachmittag alleine am Wrack schnorcheln war (grober Fehler!) und seine Freundin ihn erst weit nach Sonnenuntergang als vermisst gemeldet hat.
Die beiden sind übrigens erst am Mittag desselben Tages in Tulamben angekommen und haben in einer benachbarten Bungalow Anlage eingecheckt, hatten also noch gar keine Gelegenheit zum Tauchen! Seine Freundin erzählte mir allerdings später, dass ihr Freund beabsichtigte, am nächsten Tag am Wrack zu tauchen. Es ist also definitiv nicht korrekt, dass jenes Bremer Pärchen mit dem Unfallopfer zuvor schon einmal getaucht hat. Leider kann ich diese Aussage von Stefan nicht nachvollziehen, denn mir sind die Bremer persönlich bekannt: sie haben nichts von dem je behauptet und sind auch nie mit dem Unfallopfer zuvor tauchen gewesen!!!
Zu St. Beckhusens Frage: Es ist leider immer wieder erschreckend und äußerst besorgniserregend, feststellen zu müssen, wie viele (teilweise auch tödliche) Unfälle den so genannten Profis passieren. Der verunglückte Apnoe-Taucher war selbst PADI-Divemaster, leider wissen wir nichts über seine Tauch- und Berufserfahrung als Divemaster. Laut seiner Freundin soll er allerdings „sehr erfahren“ gewesen sein – was immer das heißen mag, denn sie selbst ist Nichttaucherin…
Ob es ein klassischer shallow water blackout war aufgrund übermäßiger Hyperventilation vor dem TG, werden wir wohl nie erfahren. Es ist aber nicht die unwahrscheinlichste Unfallursache, denn die einzigen indirekten Zeugen wollen ihn zuvor übermäßig mit den Händen rudernd abtauchen gesehen haben. (höherer Energie- und O2-Verbrauch = früheres Einsetzen des Atemreizes!) Aber ebenso können auch andere Ursachen für sein Ertrinken wie spontanes Herzversagen, Hirnschlag, etc. nicht ausgeschlossen werden. Auch ist nicht bekannt, ob das Opfer tatsächlich vor seinem Unfall-TG übermäßig hyperventiliert hat.
Ich bin allerdings kein Mediziner und werde mich deshalb mit einem weiteren Urteil zurückhalten. Insofern erübrigt sich auch jede weitere Spekulation über seine Erfahrung und Tauchverhalten, da es keine direkten Zeugen für den Unfall gegeben hat und auch von Gästen aus Tulamben nie jemand zuvor mit ihm tauchen gewesen ist...!
Eine Garantie für zusätzliche Sicherheit kann eine Ausbildung zum Divemaster wirklich nie sein, wie Stefan es schon richtig bemerkt hat. Selbstüberschätzung, sowohl beim Scuba- als auch beim Apnoe-Tauchen, ist leider oft der tödliche Auslöser vieler Unfälle! Vielleicht auch in diesem Fall...
Wer aber konservativ taucht und sich der potentiellen Risiken unserer Sportart bewusst ist, kann allerdings die Gefahr eines Unfalls meiner Meinung nach erheblich reduzieren! Und das gilt auch für’s Apnoe-Tauchen!
Antwort von heavens am 29.01.2003 - 01:06 Grüß dich Chris, (+ @ Stefanie),
gut daß du etwas Licht in die Sache bringst. Die Aussage von dem Bremer Päarchen hab ich mir ja nun nicht aus den Haaren gezogen, (- warum auch?), insofern frag ich mich auch warum so eine Aussage gemacht wurde und finde es sehr bedauerlich daß da nun ein wohl falsches Licht auf den Verunglückten fiel, indem ich nur sachlich wieder gegeben habe was mir zu Ohren kam.
@ Stefanie: Das mit dem K...taucher ist natürlich nicht nett und offensichtlich in diesem Fall völlig unangebracht. Soll man also deiner Meinung nach besser garnichts weiter geben, was man nicht persönlich zu 100% mit erlebt hat, weil es ja eine Fehlinformation sein könnte? Dann dürfte man ja den PC garnicht erst anschalten, geschweige denn Nachrichten oder so gucken oder hören. Mögliche Fehlinformationen gehören nun mal leider zu unserer Lebensrealität und Spekulation ist eine Form von Kreativität ohne welche wir nur Maschinenmenschen wären. Kein Grund sich aufzuregen, - nur bedauerlich zu sehen, wohin das führen kann.
Gruß, Stefan!
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