Eis-TU Großer Zechliner See Abgesandt von Armin am 30.12.2002 - 01:11:
Danke an Matthes für die Info:
Rheinsberg: Nach einem Tauchgang im Großen Zechliner See bei Rheinsberg ist am Samstag eine 31-jährige Frau ums Leben gekommen. Nach Polizeiangaben war die Sporttaucherin mit ihrem Ehemann beim Eistauchen aus bisher unbekannter Ursache in Panik geraten. Der Ehemann verlor im Wasser den Kontakt zu seiner Frau. Er fand sie später leblos in einem eisfreien Bereich in Ufernähe. Die Frau starb später im Krankenhaus.
Weitere Infos sind bisher nicht bekannt.
Antwort von Dive-Spider am 30.12.2002 - 07:41 Schlimme Sache!
Gelten beim Eistauchen nicht irgendwelche Sonderregelungen (Leinen-/+ Führer usw.)?
Tiefes Mitgefühl den Angehörigen
Antwort von huddel am 30.12.2002 - 11:38 @ Dive-Sider
Was meinst du mit "Sonderreglungen" ?
Beim Eistauchen sollte als erstes die Sicherheit im Vordergrund stehen, wozu auch Leinenführer, Supporttaucher,u.s.w. gehören. Für solche Vorbereitungen zu sorgen liegt aber an jedem/jeder Tauchgruppe selbst.
Auch mein Mitgefühl
Antwort von DiveSpider am 30.12.2002 - 12:09 Na ja, das wollte ich damit auch ausdrücken. Habe selber aber noch nie am Eistauchen teilgenommen, deshalb meine Frage.
Antwort von weLLman~ am 30.12.2002 - 19:53 <morgenpost>
Beim Eistauchen ertrunken
31-Jährige aus Friedrichshain im Großen Zechliner See gestorben
Ein winterlicher Tauchgang im Großen Zechliner See bei Rheinsberg (Ostprignitz-Ruppin) hat am Sonnabend gegen Mittag die 31-jährige Anette G. aus Berlin das Leben gekostet. Gemeinsam mit ihrem 40-jährigen Ehemann war sie unter dem acht Zentimeter dicken Eis getaucht, plötzlich die Orientierung verloren und war in Panik geraten. Der Ehemann verlor im Wasser den Kontakt zu seiner Frau und fand sie nach etwa fünf Minuten leblos an einer eisfreien Stelle in Ufernähe.
Über Notruf alarmierte er die Polizei in Neuruppin und die Freiwillige Feuerwehr des nahen Ortes Flecken Zechlin, die mit 20 Mann ausrückte. Zwar gelang es den Rettungskräften zunächst, die Verunglückte zu reanimieren und ins Krankenhaus zu bringen, doch sie verstarb wenig später im Klinikum Ruppin an Herzversagen. Zu den näheren Umständen des Unfalls ermittelt nun die Kriminalpolizei.
Bei dem Ehepaar aus Friedrichshain handelte es sich laut Polizei um erfahrene Sporttaucher. «Sie waren professionell ausgerüstet und hatten auch die Genehmigung (Tauchpass) des Tauchsportverbandes zum selbstständigen Tauchen in märkischen Gewässern», sagte Polizeioberkommissar Eike Teichert von der Polizei Neuruppin. «Diese Berechtigung bekommt man nur nach sehr vielen Trainingsstunden und strenger Sachkundeprüfung.»
Der Große Zechliner See, an dem sich einige beliebte Campingplätze befinden, gehöre nicht zu den Trainingsrevieren der Sporttaucher aus Berlin und Brandenburg. «Deshalb haben wir uns gewundert, dass dort überhaupt jemand tauchte», so Teichert weiter. Ein international bekanntes Sportgewässer dagegen sei der berühmte Stechlinsee.
Eistauchgänge gelten als Extremsport und bedürfen einer besonderen Ausrüstung. Nach den allgemeinen Regeln für Hobbytaucher dürfen sich nur sehr erfahrene Taucher unter das Eis wagen, ausnahmslos bei Tageslicht und mindestens zu zweit. Auch müssen ihnen die Gewässer bekannt sein. rö
</morgenpost>
warscheinlich wäre die reihenfolge - der mann verlor den kontakt zu seiner frau, welche daraufhin in panik geriet - korrekter ...
*kopfschüttelnd*
Antwort von Jens am 31.12.2002 - 00:33 Eigentlich vorraussehbar ein solcher Unfall.
Eistauchen ohne Supportpersonal, Sicherungstaucher, Leinensicherung ist halt wie Bungeespringen ohne Seil.
Auch der Verzicht auf eine Buddyleine ist in unseren heimischen Gewässern grob fahrlässig. Ein Großteil der hier beschriebenen Unfälle wären nicht tödlich ausgegangen, wenn eine Buddyleine benutzt worden wäre...
Antwort von foerdetaucher am 31.12.2002 - 00:34 Habe den gleichen Artikel schon in de.rec.sport.tauchen gesehen.
Ich frage mich:
War es ein echter Tauchunfall oder ein Tod während eines Tauchgangs?
War da ein Sicherungstaucher am Einstiegsloch? Leinensicherung / Buddyleine?
Wie kam die Frau in den eisfreien Flachbereich (sicherlich aktiv dorthin geschwommen)? Oder sind beide auch dort eingestiegen?
Warum hat der Mann nicht, wie es ab Bronzekurs gelehrt wird, sofort mit HLW begonnen? Nach 5 Minuten hätte die Frau möglicherweise gerettet werden können, aber nicht, wenn man tatenlos abwartet, bis die Feuerwehr kommt (Alarmierungszeit mindestens 15 Minuten bis zum Unfallort).
Viele Fragen - vielleicht teilt jemand ein paar verläßliche Details mit, die Antworten liefern.
Mein Mitgefühl gilt dem Ehemann, in dessen Rolle ich gerade jetzt zum sicherlich auch von ihm und seiner Frau fröhlich geplanten Jahreswechsel nicht stecken möchte.
Antwort von ice-cold am 31.12.2002 - 02:24 Es ist schon erschreckend, dass jeden Winter Leute absaufen, die heute noch leben würden, wenn sie die einfachsten Sicherheitsregeln beachtet hätten.
D.h.: Bei Eistauchgängen immer Leinenführung vom Ufer und Buddyleine untereinander, sowie entsprechendes Wissen durch gute Ausbildung und eine kaltwassertaugliche Ausrüstung - dann macht Estauchen Spass und man lebt einfach länger.
Antwort von olli33 am 31.12.2002 - 09:50 Hallo!
In der Bildzeitung stand ,,sie entriss ihm den Luftschlauch und nahm 3 kräftige Züge.Dann war sie plötzlich weg."???
,,Die Sauerstoffflasche war noch halb voll und nicht vereist".
Irgendwie komisch.Was für eine Sauerstoffflasche?
Typisch Bildzeitung.
Mein Beileid den Angehörigen.
Antwort von andreas am 31.12.2002 - 10:11 Also ich persönlich tauche auch gerne allein unterm Eis.
Wenn Jemand einen Leinenführer, Bergsteigerseil und Supportteam benötigt- auch gut.
Ich brauche nur ne schöne Eisdecke;
Antwort von HOLK am 31.12.2002 - 10:13 Hallo Leute
Ich kann mich euren Meinungen nur anschließen und. Eistauchen kann ein echtes Highlight sein für jeden Taucher wenn er sich auch an die Regeln hält.
Mein Beileid
HOLK
www.prodiver.at.tf
Antwort von Stefan am 31.12.2002 - 15:34 Auf der einen Seite bin ich sehr berührt, wenn ein Taucher tödlich verunglückt und es tut mir eigentlich um jeden leid.
Auf der anderen Seite gibt es „leider“ auch auf dieser Seite immer wieder Leute, die es dann schaffen mich doch auch dann noch zu amüsieren.
@ andreas: Wenn es nur ein paar Eisschollen gibt unter denen man durchtauchen kann bzw. der See nicht bis zum Rand zugefroren ist, benötigt man nicht unbedingt Führungs- bzw. Sicherungsleinen. Ich bin trotzdem „safty first“ eigendlich immer für eine Sicherungsleine, wenn man eine Eisdecke hat die nicht mehr mit dem „Holzkopf“ durchstoßen werden kann. Und ich möchte Dich mal sehen, was Du beim richtigen Eistauchen ohne „das große Besteck“ machst. See rund rum zugefrohren! tragfähige Eisschicht und Du ohne Leine etc. unter Wasser!? Das wird die nächste Diskussion, die wir hier austragen.
Antwort von andreas am 31.12.2002 - 16:08 Stefan, stand irgendwas in meiner Mitteilung, dass ich keine Leine verwende?
Antwort von weLLman~ am 31.12.2002 - 16:11 warum mault ihr euch hier immer wieder so an ??? jeder kann und darf tauchen gehen wie er will !!! über die einen werden wir hier lesen und die anderen schreiben halt ...
wo ist das problem ? jeder weiss doch wie´s geht !und selbst wenn andreas nackt inner ostsee mit ´ner spairair auf 80 meter taucht, so ist das ganz alleine sein ding ! kein grund ihn dafür anzumaulen, er wird wissen was er macht. der eine fährt halt schön 80 inner baustelle und der andere 210 - daß gute beim tauchen iss nur, daß man meisstens allein stirbt :-D
also jungs, kepp cool
und über den o.g. unfall muss man ja wohl nichts sagen ...
Antwort von Jens am 31.12.2002 - 17:20 Leider ist ein Tauchunfall nicht nur "ganz alleine sein ding". Sondern auch das der Angehörigen, der Tauchpartner, der meist ehrenamtlichen Rettungskräfte, (die sich bei einer Rettungs- oder Bergungsaktion evtl. selbst in Gefahr bringen). Ebenso ist es auch negativ in der Öffentlichkeit und damit auch für die Möglichkeit legaler Tauchplätze in D.
Tauchen ist in D nun mal leider ein Hobby mit einer geringen Lobby und jeder Tauchunfall verschlechtert diese noch.
Wie gesagt, wenn bei obigem Unfall simpelste Regeln der Sicherheit eingehalten worden wären, wäre er keiner geworden...
Antwort von Stefan am 01.01.2003 - 16:01 @ Jens: Ich muß Dir recht geben. Tauchen ist im Interesse der Behörden leider auch nicht weit oben angesiedelt. Es gibt einige Bundesländer, wo Wasserflächen kein Gemeingut sind und so ist zum Beispiel in Hessen der Edersee der einzige See, in dem Tauchen erlaubt ist. In Kelsterbach ist nicht zuletzt wegen der Taucher, die tauchten wie sie wollten, TAUCHVERBOT! und sogar HEMMOOR sollte wegen seines traurigen Rekordes des unfallreichsten Sees vor ein paar Jahren gesperrt werden. Dies wurde aber durch entsprechende Regeln und andere Maßnahmen verhindert.
Wenn es nach mir ginge, dann würde man dieses Harakiri – Tauchen unter „atürliche Auslese“ abhaken, jedoch meint unser Staat, er müsse seine Bürger schützen und sperrt dann einen See für Taucher – eine Paßstraße für Motoradfahrer etc.
Zurück zu dem oben beschriebenen Unfall: Es steht leider nirgends etwas über die Ausrüstung der Frau. Wie sah der Kälteschutz aus – Trockentaucher? Es wird ja wohl nicht ER trocken und SIE naß getaucht sein? Das wäre Stoff für einen Tatort.
Frohes neues Jahr, Gesundheit und viele unfallfreie TG wünsche ich Euch.
Antwort von Bernd am 01.01.2003 - 16:07 zu Andreas und weLLman:
Ist leider schon eine sehr egoistische Einstellung, die ihr da zum besten gebt. Ich tauche selbst bei einer Berufsfeuerwehr und muss Euch sagen, das Ihr nur bedingt recht habe. Irgendeiner muss Euch ja wieder raufholen tot oder lebendig... und das ist kein Spass! Ich hoffe nur, dass Ihr nicht auch noch Taucherneulinge mit Eurer Einstellung in Gefahr bringt. Es ist wohl wahr-jeder ist seines Glückes Schmied, am schlimmsten sind aber die, die meinen, Ihnen kann nix passiere.
Gruß Bernd
Antwort von weLLman~ am 01.01.2003 - 16:50 bernd, leider hast den den tenor meines postings nicht ganz erfasst - du wirst keinen dazu bringen anders zu tauchen, als es jedem persönlich für richtig erscheint. jeder sporttaucher mit/ab 6 klassen schulbildung sollte doch sofort erkennen wo das problem bei diesem tauchunfall lag, oder ?
und auch taucherneulinge sind keine willenlosen idioten.
mir ging es auch nur um das rumgehacke! der eine taucht so der andere so ... daran wirst du wohl nichts ändern können und natürlich ist es nicht besonders schön wasserleichen zu bergen, aber das ein anderes thema.
es ist einfach völlig unsinnig andere taucher belehren zu wollen, oder glaubst du im ernst andreas geht morgen nicht mehr solo und ohne leine unters eis, weil du es für egoistisch hältst ?
und jens, was glaubst du veranlasst einen "erfahrenen, gut ausgebildeten" taucher ohne leine und support eiszutauchen ? ich sag es dir, grosskotz und masslose selbstüberschätzung ! aber wie wir nun wissen hat er ja bezahlt ...
ich hab mal gelesen jeder tg ab 0 grad außentemperatur ist wie ein eistg zu planen und durchzuführen ! egal wie krümelkackrig diese regel ist - dont break the rules :-D
peace !
Antwort von McKen am 01.01.2003 - 23:41 Interessante Spekulationen, die man hier lesen kann.
Fakten:
-es war kein "Eistauchen" in dem hier geschilderten Sinne, sondern ein Eiskantentauchen; der See ist am Ufer Eisfrei-also kein Loch notwendig
-beide mit Trockentauchanzügen
-er hat geführt, mit Kompass; sie leicht versetzt daneben, damit sie ihn nicht verliert
geplante Tauchzeit ca. 15 Minuten auf Sicht zur Eiskante - Sicht im Wasser ca. 4-5 Meter - Luft für ca. 1 Stunde
-Die Feuerwehr war nach ca. 15 Minuten vor Ort, weitere 30 Minuten später wurde sie vom Mann gefunden, die Reanimierungsversuche erfolgten durch die Rettungskräfte.
-warum sie in Panik geriet und dem Mann den Regler wegnahm, das ist ungeklärt.
Ich kenne beide seit sehr langer Zeit persönlich, deshalb sind das alles Fakten. Wir haben eine Theorie, wie es dazu kommen könnte, dazu möchte ich mich aber noch nicht äußern, ist halt nur eine Theorie.
Antwort von Stephan am 02.01.2003 - 01:52 Ich glaube um diese sinnlose Diskosion ab zu schliessen, fakt ist und bleibt, dass nur die oder der Jehnige Eistauchen ausüben darf oder sollte der die nötige Ausbildung dazu erlangt hat. Wer dieses nicht hat gefährdet sich und Andere und das wiederum ist nicht zu akzeptieren. Wer dabei drauf geht, hat selber Schuld.
gez. Moosediver
Antwort von Heimo Kamitter am 02.01.2003 - 17:23 Etwas bei dieser Sache ist mir unklar. Wieso konnte Sie, nachdem Sie dem Mann den Regler "wegnahm" verschwinden? Normalerweise
halte ich meinen Buddy doch fest, wenn dieser meinen Regler nimmt. Denn ich weiß sofort, hier stimmt etwas nicht und halte ihn am Jacket, schaue ihm in die Augen und beginne nach Absprache den Aufstieg. Das ist doch der normale Weg, gleichgültig bei welchem Verband oder Hi-Organisation. Leider muß ich hier immer wieder von verschwundenen Tauchpartnern, "plötzlich durchgesackt" oder ähnliches lesen. Ist die Ausbildung trotz aller Standarts noch zu mangelhaft? Oder sollte man mehr an das Verantwortungsbewußtsein apellieren wenn man zu zweit taucht? Im übrigen, Buddyleinen sind keine SM-Spielzeuge für Taucher, sondern Safty-Ausrüstung. Mal ehrlich, wer von euch hat den eine ( Buddyleine ) und hat sie auch schon mal benutzt?
Wenn ein See auch in Teilen zugefroren ist, betrachte ich einen TG dort als Eistauchgang. Wenn ich mich recht erinnere sind durch solchen Leichtsinn vor einigen Jahren in Kulkwitz auch Taucher ums Leben gekommen, weil sie unter einer "Teil"Eisdecke die Orientierung verloren hatten.
Und wie du schreibst es war geplant mit "Sicht zur Eiskante" zu tauchen, da kann ich nur den Kopf schütteln... Wenn du jemals einen Eis-TG gemacht hast, dann weißt du, dass die Eiskante nur zu sehen ist, wenn man unmittelbar darunter taucht (wegen der Lichtbrechung).
Also ich kann den obigen Tenor nur unterstreichen - wieder ein Unfall durch Leichtsinn und falsche Einschätzung der örtlichen Verhältnisse.
Ich denke so bedenkenlos sollte man sein Leben nicht auf`s Spiel setzen, mal abgesehen vom Imageverlust für unseren Sport. Jeder außenstehende Nichttaucher wird bei solchen Ereignissen den größten Blödsinn über "DIE" Taucher verbreiten.
Trotz allem tut es mir um die Verunfallte leid.
Mein Beleid den Hinterbliebenen. Der Ehemann hat teuer bezahlt für eine Viertelstunde Leichtsinn.
Das sollte einigen unter uns zu denken geben. Wenn das erreicht wird, dann hat die Diskussion hier vielleicht einen Sinn...
Grüße von Uwe.
Antwort von Rittmasta am 03.01.2003 - 12:13 Hallo Leute!
Ich habe ein Eistauchbrevet und es ist mir nicht klar wie es zu so einem Unfall kommen kann.
Wenn wir Eistauchen gehen (nur mit Eistauchbrevet) wird zu allererst an die Sicherheit gedacht. Vereisungsfreies Equipment (eh klar), jeder Taucher ein eigenes Seil ( 50 m), jeder Taucher einen Seilgänger der auch die Leinensignale versteht, zusätzlich einen Sicherungstaucher für alle Fälle.(Seil 60 m) Ausserdem entfrent man sich nicht weiter als 2-3 m von seinem Buddy!! Wenn so getaucht wird ist es eher unwarscheinlich das es zu einem Unfall kommt. Leider gibt es immer wieder IDIOTEN die meinen man kann Eistauchen wie im roten Meer oder in der Südsee!!!!
Antwort von Reinhard am 03.01.2003 - 17:04 @Uwe
Was denn für eine Lichtbrechung? Wenn das Eis auf direkt auf dem Wasser liegt gibt es das nicht. Es sei denn es hat sich ein Hohlraum gebildet! Nur beim Übergang von Wasser zu Luft wird das Licht gebrochen. Wie man auf der folgenden seite gut sehen kann: Hier klicken
Das bedeutet nicht das man, wenn man sich nur einfach an der Eiskannte orientiert auf, das Anleinen verzichten kann! Denn die Orientierung unterm Eis verliert man meistens aus anderen Gründen. Weil man z.B. die Eiskannte für Sekunden aus den Augen läßt oder sich durch aufgewirbeltes Sediment die Sichtweite rapide abnimmt. Selbst ein Taucher der im Normalfall perfekt navigiert, kann jetzt leicht den Ausstieg oder die offene Stelle am Ufer verpassen.
Der Leinenführer hat zudem die Möglichkeit den Taucher sehr schnell aus dem Wasser zu ziehen, wenn ein Notfall eintritt. Und mit der Buddyleine verliert man auch nicht den Tauchpartner.
Hmmm, hab` damit nur gemeint, dass man die Eiskante, wenn man ein paar Meter unter dem Eis ist, seitlich nicht mehr sehen kann. Ähnlich der Kante eines ausgesägten Eislochs. Das Eisloch sieht man ja auch nur, wenn man sich fast darunter befindet.
War vielleicht schlecht ausgedrückt - zumindest keine physikalisch richtige Erklärung, aber ich denke der Sinn ist klar, oder?
Aber ich wollte eigentlich weniger auf der Eiskante "rumreiten", als dass ich zum Ausdruck bringen wollte, dass eine TG in einem teilweise zugefrorenen See eben auch ein Eis-TG ist.
Und das mit dem Orientierungsverlust hast du ja auch angesprochen. Ich glaube, dass das schon erfahrenen Tauchern passiert ist und man sich in vermeintlich bekannten Gewässern "vertaucht" hat, weil man mal nicht auf den Kompass geschaut hat. Ist eigentlich halb so wild, es sei den, man hat 10 cm Eis über`m Kopf.
Gruß Uwe.
Antwort von Chris am 04.01.2003 - 15:51 Hi Zusammen,
Wenn wir (alles Rettungstaucher der DLRG) eistauchen gehen ist das immer ein größerer Akt. Erst mal eine sicher Stelle suchen die ca. 30-40m vom Ufer weg ist, ein dreieckiges Loch aussägen das gerade so groß ist damit zwei Taucher bequem ins Wasser passen. (Dreieck deshalb weil es kleinere Winkel hat die es einem erleichtern herauß zu kommen. Jetzt werden am Ufer entlang kleine Notausstiegslocher gesägt (min. 3 Stück) danach wird um das Haubteinstiegsloch eine Art Zielscheibe oder Sonne in den Schnee (falls vorhanden) geschippt (an der kann man sich gut orientieren wenn man unter dem Eis ist und alle Stricke reisen sollten.) Jeder Taucher ist einzeln an einer Leine gesichert, es steht für jedem Taucher im Wasser einer auserhalb als Sicherungstaucher, jeder Taucher hat eine Vollgesichtsmaske mit Gegensprechanlage und taucht natürlich trocken mit dickem Unterzieher.
Alle Personen auf dem Eis tragen Trockies oder HH Überlebensanzüge, es ist schon öfftres vorgekommen, daß das Eis durch das ständige rein und raus nach unten gedrückt wurde und Wasser darauf lief. Ihr könnt euch sicher vorstellen was ein Leinenführer macht wenn er plötzlich bis zu den Knie im eiskalten Wasser steht und nur eine Jeans an hat.
Taucher sind maximal 2 unterm Eis.
Jedervon ihnen hat einen Kompas dabei mit der Peilung zum Ufer (Notausstiege).
Wenn wir fertig sind werden die Eisplatten wieder ins Loch geschoben und die Stelle abgesichert.
Wir wollen ja nicht,daß da irgend ein Schlittschuhläufer oder sonst jemand reinfallt und aus der Übung plötzlich ernst wird.
Mir ist klar, daß nicht jeder Sporttaucher einen solchen Aufwand betreiben kann wie wir.
Hätten die zwei Taucher nur eine der vielen Sicherundsmaßnahmen (Leine, Sicherungstaucher, Sonne im Schnee, Notausstieg mit Kompasspeilung, Gegensprechanlage) die wir jedesmal machen auch gemacht währe der Unfall bestimmt vermeidbar gewesen.
Mein aufrichtiges Beileid dem Ehemann und den Freunden.
Mfg Chris
Antwort von Micha am 06.01.2003 - 14:19 Ein sehr gescheiter Beitrag,
den Chris da ins Netz gestellt hat. Ich denke, dass er ohne oberlehrerhaft zu wirken eine ganze Menge Anregungen enthält, das Tauchen im Allgemeinen und das Eistauchen im Speziellen sicherer und damit schöner zu machen.
Mein ebenso aufrichtiges Beileid den Angehörigen
Micha
PADI IDC-Staff Instructor
Antwort von Chris am 06.01.2003 - 16:38 Danke Micha
MfG Chris
Antwort von blubber_baer am 09.01.2003 - 17:04 Zwar kein echter Trost, aber es beruhigt doch zu sehen, dass die Eistauch-Unfälle, über welche hier diskutiert wird, immer auf die Verletzung von grundlegenden Regeln beruhen.
So muß man, bei aller vorsicht mit pietät etc. den verunfallten eigentlich dankbar sein das sie allen immer wieder zeigen, dass die gängigen Sicherheitsstandards einen Sinn haben und die Unfälle in diesen Fällen wohl nicht passiert werden.
Mein Fazit: An die Regeln halten, dabei trotzdem Spaß haben und (hoofentlich) ein leben lang tauchen.
Oder ist von euch schon mal einer Bungee mit ner Wäscheleine gesprungen???
Also, genau darum.
Sorry, falls sich jemand auf den Schlips getreten fühlt, ich habe trotzdem mit den Angehörigen Mitgefühl, da diese einen liebgewonnenen Menschen auf Ihrer Mitte verloren haben und mit dem seelischen Schmerz klar kommen müssen
Antwort von andreas am 16.01.2003 - 19:24 He danke für`s PM;
Durch
Leichen
Reich
Geworden
Antwort von Chris am 16.01.2003 - 19:54 @ andreas , hast nen Clown verschluckt!!
Ich bin bis jetzt noch nicht reich geworden und ich arbeite schon eine ganze weile beim DLRG.
Vielleicht ist dir Witzbold noch nicht bekannt, daß fast alle Beim DLRG ehrenamtlich arbeiten.
MfG Chris
Antwort von Ostseediver am 31.01.2003 - 20:39 Also es ist wirklich sehr traurig und nicht schön zu lesen was hier so einige von sich geben
die über den oben genannten Tauchunfall nur etwas aus irgendwelchen dubiosen Presseartikeln entnommen haben. Die einzige Zeitung die mit dem Ehemann der Verunglückten nach den Unfall gesprochen hat und somit die zu diesem Zeitpunkt vorhandenen Fakten kannte war die BZ. ( Artikel der BZ unter Hier klicken ).
Ich möchte mich hiermit als Angehöriger der Verunfallten und im Namen des Ehemannes
für die bekundete Anteilnahme bedanken und gleichzeitig einige Sachen klarstellen.
Hierbei möchte ich mich auf den absolut konkreten Beitrag von @McKen berufen.
Der See war also nicht mehr zugefroren sondern es befand sich nur noch eine große Scholle auf diesem. Der Tauchgang war im Vorfeld im ausreichendem Maße geplant und besprochen worden. Der Ehemann hat den TG mit Kompass geführt und sie ist versetzt neben ihm geschwommen. An der Eisscholle verständigten sich die beiden das sie ein Stück unter diese tauchen. Als sie dann ca. 3 bis 5m unter dieser waren riss die Verunglückte ihrem Mann von
hinten, für diesen plötzlich und unerwartet, den Atemregler aus dem Mund und dabei auch die Tauchermaske teilweise vom Gesicht. Als der Ehemann sich gefasst, und seine Tauchermaske wieder gerichtet hatte war seine Partnerin verschwunden. Die Sicht hatte sich auf Grund der hektischen Bewegungen der Verunglückten durch Aufwirbelung drastisch verschlechtert. Der Ehemann ist sofort hinter seiner Frau her, wobei er dachte dass diese aufgetaucht ist. Dies war aber nicht der Fall. Die Feuerwehr wurde durch den Campingplatzwart, welcher sich am Ufer befand, informiert. Der Ehemann hat sofort von dem Punkt aus wo er seine Frau verloren hat mit einer Kompassgesteuerten Rasterabsuchung des Sees begonnen. Er fand seine Frau dann schließlich ca.5m vor der Eiskante im eisfreien Wasser. Bis dahin waren ca. 30 Minuten vergangen.
Also warum die Verunglückte in Atemnot geriet ist ungeklärt, da die Ausrüstung als ordnungsgemäß befunden wurde. Es gibt natürlich von uns eine Vermutung, die sich auf einen Artikel den man unter ( www.pritz-tauchsport.de/Download/ DownloadTechnik/Technik.doc ) lesen kann beruft. Es wurde beim Unfall ein Atemregler der Firma Sherwood benutzt, welcher wie in diesem Artikel beschrieben, unter bestimmten Bedingungen Probleme haben kann. Dieses wäre für uns die einzigste Erklärung dafür, warum die Verunglückte ihrem Mann den Atemregler entriss. Weiterhin ist ja eines Fakt, das sie weit im eisfreien Wasser gefunden wurde, da stellt sich die Frage. Warum hat sie es 5m vor das Eis geschafft aber nicht an die Oberfläche? Vermutung ist das durch Hyperventilation und das hektische Luftholen bedingt, sie beim auftauchen einen Black out erlitt und somit wieder unter ging. Wie gesagt, sind dies alles nur Vermutungen und nicht bewiesen.
Weiterhin möchte ich noch einmal die Leute ansprechen die diesen Unfall nur auf das nicht Vorhandensein der Leine zurückführten. Natürlich steht Sicherheit beim Tauchen an erster Stelle, aber der Unfall wäre wahrscheinlich auch ohne Vorhandensein der Eisscholle passiert.
Und mir brauch auch keiner von euch erzählen, dass sich jeder anseilt wenn er mal ein paar Meter unter etwas drunter taucht. Weiterhin möchte ich sagen das die beiden sehr gute , sichere und aufeinander eingespielte Taucher mit langjähriger Erfahrung und mehreren 100 Tauchgängen waren, aber kein Mensch kann vorhersagen wie der andere in einer absoluten
Stress und Paniksituation reagiert. Ich hoffe somit ein wenig zur Klärung einiger Fragen beigetragen zu haben, denn mir fällt es als Bruder der Verunglückten nicht leicht einige der oberen Beiträge zu lesen, und ich bin auch der Meinung das die beiden es nicht verdient haben das über sie irgend welche Spekulationen in die Welt gesetzt werden.
Antwort von blubber_baer am 31.01.2003 - 21:38 Eistauchen bleibt Eistauchen, mit Leine hätte sie auf jeden Fall schneller geborgen werden können, Reanimationsmaßnahmen hätten so schneller eingeleitet werden können.
Es ist sehr hilfreich, dass Du (Ostseediver) hier als unmittelbar betroffener Stellung beziehst, vor allem, da es sicher für jeden Verständlich ist, wenn ein Verwandter dabei ums leben kam.
Meine Hochachtung auch vor dem Ehemann. Wenn er die Suche so wie von Dir beschrieben eingeleitet hat, so hat er mit Sicherheit besonnener und umsichtiger reagiert, als es die meissten anderen getan hätten.
Mein Mitgefühl ist mit euch
blubber_baer
Antwort von Ostseediver am 15.02.2003 - 18:28 Hier noch einmal an alle die Taucher die Interesse an der Vermeidung von Eistauchunfällen haben. Am Dienstag den 18.Februar läuft im SAT1 um 22.15 Uhr die Sendung AKTE 2003/8 mit Ulrich Mayer in welcher ein Bericht über das Thema Eistauchen und auch über den oben genannte Tauchunfall gesendet wird.
Antwort von Klaus Bocionek am 20.02.2003 - 11:48 Leider habe ich oben genannten Beitrag gesehen.
Fazit:
Eistauchausbildung----Nein!!!
Eistauchausrüstung----Nein!!!
Eistauchsicherheitsregeln----NEIN !!!!!!
Der Rest ist tragisch hat aber nichts mit
der Unfallursache zu tun.
Trotzdem herzliches Beileid.
Aktiver Ausbilder.
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