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Erneuter Tauchunfall Galerie am Walchensee (HS) Abgesandt von Redaktion (HS) am 07.04.2010 - 11:15:
Walchensee - 02.04.10
Nach insgesamt drei Tauchgängen konnte ein 40jähriger Taucher nach dem Auftauchen seine linke Körperhälfte nicht mehr bewegen.
Er wurde zunächst von der Wasserwacht notversorgt und anschließend per Hubschrauber in das Unfallkrankenhaus/ die Druckkammer Murnau verbracht.
Danke an Jasmin und Wollinger für den Hinweis -------------------------------------------------
Bitte beachtet, beim Posten, dass nur folgende Postings freigegeben werden:
- neue Informationen zum Unfallhergang - neue Fragen die sich daraus ergeben - neue Lösungsansätze für das beschriebene Problem
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Antwort von Hans_S am 08.04.2010 - 12:29 Folgende Schilderung zu diesem Unfall erreichte uns per Mail:
Der Tauchgang war nicht an der Galerie, sondern Urfeld.
Der Taucher rief wohl nicht um Hilfe, die Kollegen der Gruppe, mit denen er unterwegs war, gaben ihm Sauerstoff, nachdem er an Land plötzlich Ausfallerscheinung des rechten Bewegungsapparates zeigte. (Also nicht die linke Seite, und auch keine komplette Lähmungserscheinung!).
Auf dem Weg zur Tauchbasis in Einsiedl verbesserte sich die Lage. Dort bekam er weiterhin Sauerstoff.
Per Hubschrauber gings nach Murnau, dort wurde er nach 2 Druckkammerfahrten am Samstag, 03.04. entlassen.
Ausschlaggebend für den Unfall war vermutlich ein Lufteinschluss im linken Lungenflügel.
Ob dieser durch den TG hervorgerufen wurde, ist derzeit noch unklar.
Vielen Dank an Martin.
Antwort von Hans_S am 12.04.2010 - 12:34 Eine weitere Ergänzung (via mail vom, Hauptbeteiligten):
Moin,
zu dem zweiten Beitrag kann ich noch ergänzen:
- Auftreten der rechtsseitigen Lähmung ca. 3-5 min nach Erreichen der Oberfläche
- alle drei Tauchgänge dieses Tages mit unauffälligem Profil
- Gültige Tauchtauglichkeit lag vor
- Ursache des Unfalls war eine Bulla (Luftblase) im linken Lungenflügel von ca. 4 x 4 cm, ohne CT nicht zu erkennen. Kann angeboren sein. Unklar, warum ausgerechnet bei diesem TG Probleme auftraten und jahrelang nichts passiert ist (kein schneller Aufstieg, ausreichend getrunken, ...).
- Ursache des Unfalls war eine AGE ohne Symptome einer DCS auf Grund einer Bulla (Luftblase) im linken Lungenflügel von ca. 4 x 4 cm, ohne CT nicht zu erkennen. Kann angeboren sein
Lerneffekt: nicht nur enen Sauerstoffkoffer dabeizuhaben ist eine gute Idee, sondern auch jemanden, der ohne langes Lesen der Bedienungsanleitung das Teil benutzt...
Grüßle,
Joachim
- - - - - --------------------------------------------
Vielen Dank Joachim für die Schilderung.
Antwort von tiefunten am 13.04.2010 - 13:27 Gut das es dir wieder besser geht.
Bekommt man nach dieser Vorgeschichte nochmal ein OK vom Doc fürs Tauchen oder hat sich das jetzt erledigt?
Antwort von Jockelsche am 15.04.2010 - 13:09 Moin,
ich war gestern bei einem (Taucher-)arzt wg. dem weiteren Vorgehen; eine Bulla kann operiert werden, das geht sogar endoskopisch, und bei gutem Verlauf steht einer Wiedererteilung der Tauchtauglichkeit ca. 1/2 Jahr nach der OP aus ärztlicher Sicht nichts entgegen (wenn sonst alles ok ist...).
Spontanheilungen sind zwar theoretisch auch möglich, allerdings unwahrscheinlich.
Ohne OP/Spontanheilung gibt`s keine Tauchtauglichkeit.
Grüßle
Antwort von struppirennfahrer am 15.04.2010 - 15:08 mich würde mal
interessieren, was unter
"alle drei Tauchgänge dieses Tages mit unauffälligem Profil"
zu verstehen ist.
welche Profile wurden mit welchen Oberflächenpausen getaucht?
Antwort von Jockelsche am 19.04.2010 - 14:44 Moin,
das "unauffällig" geht hier in Richtung begünstigende Faktoren für eine Lungenüberdehnung mit den entsprechenden Folgen. Es waren ruhige Nullzeit-Tauchgänge ohne Übungen, Hektik, ständige Tiefenwechsel (Jojo) etc.; mir ist auch kein Tiefenwechsel in eingeatmetem Zustand aufgefallen (aber irgendwoher wird’s schon gekommen sein, irgendwas muss an diesem Tag ja anders gewesen sein als sonst).
Davon unabhängig: 1. und 2. TG Steinbruch bis zum Spiegel (ca. 28 m), mit jeweils zügigem Abtauchen und kontinuierlichem höher gehen mit Zwischenstops, auch im 10 m-Aufwärts-Bereich; beide Oberflächenpausen um die anderthalb Stunden; 3. TG Urfeld so um die 20 m mit abschließend unter’m Bootsverleih rumdümpeln.
Grüßle
es wäre noch interessant, nach welchem Computer die Tauchgänge als Nullzeittauchgänge galten
Grüße und gute Besserung!
Antwort von phuket am 22.04.2010 - 04:45 @struppirennfahrer:
Eine AGE durch Lungenüberdehnung kannst dir nach 2 Minuten Tauchzeit beim Aufstieg holen. Egal welchen Computer du dabei verwendest.
Grüße aus Phuket
Stephan
Antwort von struppirennfahrer am 22.04.2010 - 18:04 @Stephan:
das Auftreten einer Lungenüberdehnung ohne einen zu schnellen Aufstieg/Notaufstieg etc. ist allerdings schwer vorstellbar
selbst einen geringen Überdruck würde man ähnlich wie in den Ohren doch sofort schmerzhaft spüren
demgegenüber muß man bei den momentanen Temperaturen im Walchensee Bergsee- und Kältezuschlag zur tatsächlichen Tiefe addieren
für den ersten hier angegebenen TG ergibt sich damit eine Nullzeit von 15 min und für den zweiten höchstens 10 min
Da viele Computer keinen Kältezuschlag addieren und oft nicht mal in den Bergseemodus wechseln, sind deren Nullzeiten oft viel länger (und möglicherweise zu lang, insbesondere bei tiefen Wiederholungstauchgängen mit kurzen OF Pausen)
Grüße aus der Walchenseegegend
Dieter
Antwort von Sestre am 22.04.2010 - 20:24 @struppirennfahrer, ich weiß nicht so recht warum hier auf den Nullzeiten herumgeritten wird, eine Lungenüberdehnung bzw Lungenriss,
hat nichts mit Nullzeiten,Deko, Bergsee und Computern zu tun, das ist einzig und allein eine
Verletzung die, (aus welchem Grund auch immer) durch einen Überdruck in der Lunge entsteht ( heufig durch Luftanhalten beim Auftauchen oder eben durch eine krankhafte Veränderung der Lunge), das kann bei einem flachen Nullzeittauchgang genauso passieren wie bei einem anspruchsvollen Dekotauchgang,
das Tauchgangsprofil ist für diese Verletzung eigentlich uninteressant.
die Frage ist, ob man ohne schnellen Aufstieg/Notaufstiege etc. und ohne Schmerzen in der Lunge während des Aufstiegs eine Überdruckverletzung der Lunge erleiden kann
Gruß, Dieter
Antwort von uanliker am 23.04.2010 - 21:23 Kann man. Sogar ohne Auf/Abstieg an Land.
Antwort von Sestre am 23.04.2010 - 15:27 @struppirennfahrer, das einzige was am Tauchprofil für den "Unfall" von Interesse wäre, wenn sich beim Auswerten des Profils auffällige
Jojo-Bewegungen oder ein zu schneller Aufstieg zeigen würden, da der Betroffene aber von normalen und ruhigen Auftauchen geschrieben hat, wird das nicht viel bringen, aber so eine Verletzung kann auch ohne direkt ersichtlichen Auslöser, spontan auftreten,
vielleicht hilft dir folgender Link weiter:
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