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Höhlen-Rebreather-TU Frankreich
Abgesandt von Armin Registriertes Mitglied am 08.04.2005 - 23:18:

Drodzy Przyjaciele / Dear Friends / Caros Amigos,

With sadness I need to tell you that my great fellow cave diver, member of this List, Wlodzimierz Szymanowski lost his life in France yesterday (6th of April). He was diving Inspiration in Grand Goul du Pont in Ardeche, and didin´t rejoin his friends.

His body was just lifted from - 105m to -80m (recovery will continue tomorrow). He was one of the best but also one of the most extreme Polish Outdoor lovers (speleo, alpine, deep waters). He was 47 years old and had fantastic plans for the future...

He had close to 1000 dives on Inspiration, big part of them in caves, mines and quarries. One of the most active wildness explorers in Poland. We will miss him

Hoping that he is on the "better side" now...



Antwort von tauchgeist Redaktionsmitglied am 12.04.2005 - 10:47
Hier weitere Informationen zu diesem Geschehnis, Danke an Jackie ( TBV ) und das WV-Schaf für die Recherchierung und Übersetzung :

Presse-Mitteilungen und Infos aus dem Einsatz-Bericht der SSF:

Am Mittwoch , d. 06. April 2005 gegen Mittag unternahm ein 47-jähriger polnischer Taucher, versierter Höhlentaucher, einen TG in der unterirdischen Galerie "Goul du Pont" und wollte spätestens um 15.00 Uhr wieder oben sein. Als ihn seine Kameraden nicht auftauchen sahen, unternahmen sie 2 Such-Tauchgänge bis in 70 Meter Tiefe ohne ihn zu finden. Danach alarmierten sie die Rettungskräfte, welche um ca. 18.30 Uhr eintrafen. Erste Such-Massnahmen blieben leider erfolglos, weder Taucher noch Material konnten geborgen werden. Die Feuerwehr, unterstützt von den Spéléo-Secours Français (Rettungskette von und für Höhlenforscher / -taucher), unterbrachen die Suche in der Nacht um 23 Uhr. Am Donnerstag um 08.00 Uhr wurde die Suche unter der Leitung eines Spezialisten im Höhlentauchen fortgesetzt.

Der leider leblose Taucher wurde am Donnerstag gegen 14 Uhr in einer Tiefe von 105 m gefunden und durch einen Taucher der SSF bis auf ca. 80m verbracht. Am Freitag brachte ein anderes Team das Opfer bis auf -15 Meter, wo dann die Polizei-Taucher zum Einsatz kamen und die ersten Untersuchungen am Opfer vornahmen, bevor es dann endlich an die Oberfläche gebracht wurde.


Ausschnitte aus dem französischen Forum:
Hier klicken

Von Fred (einer der Taucher, die das Opfer von ca. 80m bis auf 36m gebracht haben):

Die Bergung wurde unter guten Bedingungen abgeschlossen. Die Unfall-Ursache ist noch nicht geklärt. Der Staatsanwalt wird über die weiteren Untersuchungen entscheiden.

Nun einige Fakten die sich auf UW-Beobachtungen der SSF-Taucher sowie auf die ersten Untersuchungen durch die Polizei-Taucher an der Oberfläche beziehen. Vorab sei zu bemerken, dass die involvierten SSF-Taucher keine BI-Ausbildung haben und dementsprechend keine BI-Experten sind. *
* Anmerkung der Red: BI steht für das vom verunfallten Taucher verwendete Gerät Buddy Inspiration

Als der Taucher gefunden wurde, hatte er das Mundstück des Kreiselgerätes verloren. Das Bailout-System war noch auf Kreislauf-Betrieb. gestellt. An der Oberfläche waren 120 Bar in der Füllgas-Flasche. Der VR3 gab ein Trimix 10/70 an und das BI war im Kreislauf-Modus mit pO2 (setpoint) von 0,70 bar. Bei der Entdeckung der Leiche war das Display des Buddy-Slave in Funktion und zeigte Zellenwerte von 0.90 und 0.92 an. Das Master-Display wurde nicht untersucht. Als das Opfer auf 80m gebracht wurde, sprach der Alarm an und der Sauerstoffeinlass wurde aktiviert. Bei 80m wurde das Opfer deponiert um am nächsten Tag an die Oberfläche geholt zu werden. Die Buddy-Elektronik (Master und Slave) wurde so belassen wie gefunden (also in Funktion). Nur die Stages wurden mit rauf genommen. Sehr wahrscheinlich (Vermutung) hat das Kreislaufgerät die ganze Nacht versucht, den pO2 zu regulieren. Nach dem Bergungs-Tauchgang wurde der Verunfallte an der Oberfläche untersucht. Die Steuereinheiten des BI waren ausgeschaltet und liessen sich nicht mehr einschalten. Die O2-Flasche war leer.

Wir denken (nochmals Vermutungen) dass die Batterie des Buddy`s wegen den unerlässlichen O2-Regulations-Versuchen in der Nacht geleert wurde. Der gewählte Setpoint des Kreislaufgerätes konnte nicht festgestellt werden.

Das Kreislaufgerät, inkl. des Sensorgehäuses waren geflutet, was durch den Verlust des Mundstückes und die lange Dauer, die das Gerät unter diesen Bedingungen im Wasser war, plausibel scheint. Die Ventile für Sauerstoff und Füllgas waren funktionstüchtig. Die Füllgas-Flasche hatte keine Kennzeichnung bezüglich der angewendeten Gas-Mischung. Vor Ort wurde keine Analyse vorgenommen, die Polizei übernimmt diese Aufgabe.

Die Lampen sowie auch die 2. Stufe des Mündstückes waren funktionstüchtig. Die 2 zusätzlichen Stages waren unbenutzt (Regler an der Flasche fixiert). Eine 2L-Flasche war über dem Gerät, hinter dem Kopf des Tauchers fixiert und diente zur Tarierung über den Trocki. Auch dieses System war funktionstüchtig. Der Atemkalk wurde vor diesem TG ausgetauscht, der ungebrauchte Rest wurde auch von der Polizei zwecks Analyse beschlagnahmt.

Die Ursachen des Unfalles sind schwer zu bestimmen, nichts erschien uns abnormal. 3 mögliche Ursachen können genannt werden, sind jedoch wieder reine Vermutungen:

- Unwohlsein des Tauchers?
- Defekt im Gerät und falsche pO2-Angabe auf dem Display des Buddys?
- Falsche Kalibrierung an der Oberfläche, und deswegen Unmöglichkeit für das Gerät, den Sauerstoffanteil zu regulieren?

Die Abstiegs-Geschwindigkeit des Tauchers - welche einen rasanten Anstieg des pO2 herbeigeführt haben kann - ist nicht bekannt (eine Analyse des VR3 würde hier Aufschluss geben)

Gemäss den Kameraden des Verunfallten, tauchte dieser den BI seit über 2 Jahren und hatte schon mehre hundert TG`s - auch etliche davon in diesen Tiefen - mit diesem Gerät. Er war sehr erfahren mit dem Buddy und hatte es auch vor dem Tauchgang kalibriert.

Mein Beleid geht an seine Familie (Ehefrau und 3 Kinder) und an seine Freunde. Wir hoffen, dass wir die Ursachen erfahren und begreifen werden, auch damit in Zukunft solche Unfälle vermeiden können.

Fred

Der chronologische Bericht der SSF ist ( auf französisch ) hier zu finden :

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