Taucher nach Lungenriss auf Malediven knapp dem Tod im "Paradies" entgangen
LINZ/MALE. Dramatischer Zwischenfall bei einer Tauchsafari: Mitten im "Tauchparadies" der Malediven erlitt der Linzer Siegfried S. (48) einen Lungenriss. Eiserne Nerven, ein Tauch-Guide und gute Ärzte retteten ihm das Leben.
Die Tauch-Expedition des Linzer Clubs "Seepferdchen" war als übermütige Herrenrunde für 14 Tage auf dem Schiff "Nautilus 1" geplant, berichtet der Organisator. Von der Nautilus aus sollten auf einem kleineren Tauchboot mehrere der Südsee-Atolle besucht werden - auch an Stellen, die vom Massentourismus noch völlig unberührt sind. "Dort gibt es Schluchten zwischen Korallenriffen, an deren Ende bis zu 50 Grau- oder Riffhaie in der Strömung auf Beute warten", berichtet Tauch-Teilnehmer Peter G. (59) aus Linz.
"Magenverstimmung"
Bei täglich drei Tauchgängen hatte S. schon am zweiten Tag plötzlich Probleme: "Es war nur ein kleiner Stich und danach so ein Gefühl, als hätte ich eine Magenverstimmung", erzählt er im OÖN-Gespräch. Er pausierte zwei Tage und spürte vorerst keine Beschwerden mehr - also versuchte er am vierten Tag erneut einen Tauchgang: "Auf 25 Metern Tiefe hatte ich überhaupt keine Probleme, aber beim Auftauchen wurde ich immer kurzatmiger - als hätte mir jemand die Kehle zugedrückt, obwohl noch mehr als genug Luft in der Flasche war", erzählt er. Der deutsche Tauch-Guide Rudi blieb bei ihm und setzte mit S. langsam den Aufstieg fort: "An der Oberfläche hab` ich nur noch einen Streifen Himmel gesehen und dann nichts mehr, weil mir die Luft im Körper die Augen zugedrückt hat", so S.. Nur mit reinem Sauerstoff aus der Flasche konnte er einigermaßen atmen, der Transfer ins Spital nach Male hätte aber vier Stunden gedauert. In dieser Situation brach am Schiff auch noch das Steuerruder, es musste vom Tauchboot ge>
"Der Doktor Köpcke aus Ulm war Spitze, der hat für die Versorgung nicht einmal was verlangt", sagt S.: Er wurde ins Spital nach Male überstellt und erhielt im OP zwei Drainagen, um Luft und Blut aus seinem Brustkorb zu holen.
"Es war wie verhext", sagt auch R.: "Normalerweise ist bei Club-Expeditionen immer ein Arzt dabei, nur diesmal musste er absagen". Eine Panik-Reaktion oder ein Notaufstieg hätten für S. den sicheren Tod bedeutet. So endete der Zwischenfall damit, dass er schon nach vier Tagen wieder auf das Schiff konnte und am Ende beim Schnorcheln noch dabei war, als die Taucher einen seltenen, jungen Walhai beobachteten.
Antwort von Rolf am 03.05.2003 - 17:30 @Armin!
Leider fehlt bei der deiner Mail offensichtlich etwas. Ist wohl in der unendlichen Tiefe des Internet verschwunden.
Was ist Siegfried passiert? Warum der Lundenriss? ....schön, dass er es gschafft hat und es ihm wieder gut geht.
Antwort von Fred Mikolayczyk am 03.05.2003 - 20:24 hier der verlorene teil:
In dieser Situation brach am Schiff auch noch das Steuerruder, es musste vom Tauchboot geschleppt werden. "Wir haben dann ein Schnellboot organisiert, das unseren Verletzten zu einem Taucher-Stützpunkt mit Arzt gebracht hat", sagt Gruber.
"Der Doktor Köpcke aus Ulm war Spitze, der hat
gruß
fred
Antwort von Harry am 04.05.2003 - 16:59 Schön, dass bei diesem Unfall jemand ein Riesenglück gehabt hat und seine Tauchpartner alles richtig gemacht haben. Mich würde die Ursache interessieren. Vielleicht kann ja mal jemand Angaben darüber machen. Dem Betroffenen alles Gute und den Tauchpartnern ein "gut gemacht Jungs"
Antwort von wrack-uli am 05.05.2003 - 08:34 Den Grund würde ich auch gerne Erfahren, sowas könnte doch jeden passieren.
So einfach aus dem Nichts nicht mehr atmen können.
Antwort von Mark am 05.05.2003 - 09:44 Ist vielleicht besser im Medizin-Forum aufgehoben: Lungenriß "out of the blue"? Welche weiteren Ursachen, außer mit angehaltenem Atem aufzutauchen, können einen Lungenriß auslösen?
Antwort von Mark am 05.05.2003 - 11:42 Hallo Soni,
beim Air Trapping werden die Lüngenbläschen (Alveolen) "barotraumatisch" verletzt, wobei Luft ins Blut gelangen und zu einer Embolie führen kann. Mal so mit meinem laienhaften Verständnis ausgedrückt. Das dadurch auch ein Lungenriß auftreten kann, ist für mich neu (heißt aber nix, da wie gesagt med. Laie).
Der Rest sollte dann wirklich im Medizin Forum diskutiert werden
Antwort von jellyblu am 05.05.2003 - 13:47 nur kurz noch in 2 Sätzen mit meinem ebenfalls laienhaften Med.-Verständins:
Man unterscheidet beim Lungenriss zw. einem randständigen und einem zentralen Riss. Airtrapping zählt also wohl zum zentralen L.-Riss und kann zu einer zentralen Gasembolie führen, wenn die Luftblasen in die feinen Gefäße der Lungenbläschen gelangen.
Bei einem randständigen Riss, gelangt die Luft aus der Lunge in den Pleura-Spalt oder Mittelfellraum, also aus der Lunge raus, in den Bereich zw. Lungenfell und Rippenfell.
Die Lunge kann ganz oder teilweise (je nach betroffenen L.-Lappen/Ort) zusammen fallen. So etwas in der Art wird wohl hier passiert sein. Auf jeden Fall viel Glück gehabt!
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