Mo, 25.2. Tauchunfall im Hallenbad Abgesandt von Redaktion -gm- am 26.02.2008 - 16:25:
Laut Kreispolizeibehörde Düren ereignete sich am Montagabend ein Tauchunfall im Hallenbad der Stadt Jülich.
Eine 18 Jahre alte Frau aus Linnich musste am Montagabend nach einer Streckentauchübung in eine Aachener Klinik eingeliefert werden. Nach derzeitigen Erkenntnissen besteht jedoch keine Lebensgefahr mehr.
Bei den bisherigen polizeilichen Ermittlungen wurde festgestellt, dass das Hallenbad jeden Montagabend durch den Wassersportverein Jülich genutzt wird. Die Linnicherin, die auch zum Verein gehört und sogar im Besitz eines Übungsleiterscheins ist, soll zum Ende der gestrigen Übungsstunde noch eine Tauchübung vorgehabt haben. Dabei muss sie dann kollabiert sein, so dass sie von Vereinsmitgliedern aus dem Wasser gezogen werden musste. Von Ersthelfern wurden bis zum Eintreffen der alarmierten Rettungskräfte Wiederbelebungsversuche unternommen. Nach den etwa einstündigen Rettungsmaßnahmen des Notarztes wurde die junge Frau dann zunächst in das Krankenhaus Jülich transportiert.
Die Ermittlungen der Polizei dauern derzeit an
Antwort von phx am 26.02.2008 - 17:58 Wurde die Übung beaufsichtigt oder unbeaufsichtigt durchgeführt, sprich wurde Sie sofort aus dem Wasser gezogen oder leblos darin entdeckt? Vielleicht kann ein Augenzeuge etwas dazu schreiben.
Ich wünsche ihr eine gute, vollständige Genesung
Antwort von DiveMaxx am 01.03.2008 - 16:24 Mich würde interessieren, welche Übung genau sie ausgeführt hat. Und unter welchen Bedingungen und was das Ziel dieser Übung war.
Antwort von Dcco am 05.03.2008 - 15:49 Habe ich schon zweimal Gesehn und immer war Hyperventilation im Spiel.Tauchübung würde da gut ins bild passen.
Antwort von screen am 06.03.2008 - 13:02 Dcco hat recht, oft Hyperventilation
mit plötzlichem Bewusstseinverlust. Ich würde das nicht als "typischen" Tauchunfall
bezeichnen, habe es auch schon beim Unterwasser- Rugby gesehen. Die Hyperventilation und dessen Folgen gehören zu der Tauchausbildung, das Risiko wird oft unterschätzt und wenig veröffentlicht, weil es weniger beim Gerätetauchen passiert.
Antwort von D-32 am 13.03.2008 - 09:21 Die gesamte Problematik sollte jeder Taucher als "Schwimmbad-Blackout" gelernt haben. Ferner wird auch gelehrt, grundsätzlich Apnoeübungen nur unter Aufsicht/Beobachtung durchzuführen.
Antwort von kaiman74 am 04.04.2008 - 23:59 Der Unfall ist beim Schwimm-Training passiert, Aufsicht war gegeben. Übung:
1) Luft anhalten (0:45 Min), direkt im Anschluß ohne geatmet zu haben 25 Meter tauchen, 25m locker zurück schwimmen, Pause ca. 3 Minuten.
2) Luft anhalten (1:00 Min), direkt im Anschluß ohne geatmet zu haben 25 Meter tauchen, 25m locker zurück schwimmen, Pause ca. 4 Minuten.
3) Luft anhalten (1:15 Min), direkt im Anschluß ohne geatmet zu haben 25 Meter tauchen, 25m locker zurück schwimmen, Ende der Tauchübung und Ausschwimmen.
Beim Ausschwimmen hat die Schwimmerin dann nochmals eigenständig einen Streckentauchversuch unternommen, diesen ohne Anmeldung zur Beobachtung, und ist dann wohl nach dem auftauchen am Ende der Bahn kollabiert. Als sie auf den Beckengrund absank (3,5 Meter) wurde sie unmittelbar von einer Schwimmerin an die Wasseroberfläche geholt. Weitere Schwimmer und Trainer bargen sie dann bewusstlos aus dem Wasser, keine Atmung festzustellen, kein Puls festzustellen. Wir begannen unmittelbar, nach dem Versuch durch Seitenlage Wasser aus der Lunge zu lassen, zu zweit mit der Herzdruckmassage und Beatmung (ca. 1 Minute nach dem Absinken auf den Beckengrund). Nach kurzer Zeit trat hellrosa-hellorangener Schaum aus Mund und Nase aus (Blut-Wasser-Lungenflüssigkeitsgemisch), die lebenserhaltenden Maßnahmen wurden fortgesetzt. Als die Notärzte und die Sanitäter eintrafen wurde teilweise übernommen (Zugang, Absaugung usw.) Herzdruckmassage wurde durch den Ersthelfer weiter durchgeführt. Durch den Einatz eines Defis wurde zunächst Kammerflimmern festgestellt und späpter der regelmäßige Herzschlag wieder hergestellt. Schwimmerin wurde in ein künstliches Koma versetzt und ca. 36 Stunden nach dem Unfall wieder zurück geholt. Und nun das Beste: Es sind KEINE Schäden festgestellt worden! War wohl auch ne Menge Glück dabei. Neurologisch ohne Befund, lediglich ein Herzschrittmacher sollte eingesetzt werden, die behandelnden Ärzte konnten ihrer Aussage nach keine Ursache für das Kollabieren feststellen und wollten auf Nr. Sicher gehen. Die Schwimmerin ist auf eigenen Wunsch OHNE Schrittmacher entlassen worden und bisher ohne Beschwerden. Wir denken, dass die Tauchübung zum kollabieren geführt hat, auch wenn wir keine anderen medizinischen Gründe ausschließen können. Alles in Allem zum Glück gut ausgegangen. Wir sind froh, sie weiter ganz normal unter uns zu haben!