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Foren - Tauchunfälle - Rebreather Zwischenfall 13.7.




  

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Rebreather Zwischenfall 13.7.
Abgesandt von Harry am 13.07.2003 - 15:51:

Ich poste diesen Zwischenfall/Beinahe-TU, die mir heute passierte, um anderen die Möglichkeit zu geben, aus meinem Fehler zu lernen bzw. auch um vielleicht auch eine endgültige Erklärung dafür zu bekommen, warum die vorher durchgeführten Prüfungen des Geräts keine Auffälligkeiten zeigten.

Ich tauchte heute Mittag mit zwei Kollegen bei Burgau im Attersee. Ich tauchte einen Dräger Dolphin SCR, meine Parner mit normalen offenen Systemen.

Nach 11 Minuten Tauchzeit und in einer Tiefe von 23 Metern hörte ich im Bereich des Einatemschlauches des Rebreathers ganz leichtes Wasserblubbern, das jedoch gar nicht beunruhigend erschien.

Wenige Atemzüge später kam aus dem Mundstück aber nicht die erwartete "Luft", sondern ein massiver Schwall Kalklauge (Einatemschlauch komplett mit Lauge geflutet)
Ich wechselte daraufhin auf das Bailout-System, signalisierte meinen Partnern das etwas nicht stimme (was ja auch unschwer am über mir blubbernden Atemschlauch des RB zu erkennen war) und das wir auftauchen müssen.
Es folgte ein kontrollierten Aufstieg am Abhang entlang hoch mit Sicherheitsstop, bei dem ich auch laufend die Laugereste aus meinem Mund spülte.

Beim zerlegen des gefluteten Geräts später zeigte sich auch die Ursache für den Defekt.

Beim Zusammenbau hatte ich übersehen, die Deckeldichtung der Atemkalkpatrone einzubauen.

Ein glücklicherweise glimpflich Ausgegangener Zwischenfall also, auf Grund menschliche Versagen meinerseits. (von etwas brennen und eigenartigem Geschmack im Mund durch die Kalklauge- in die Lunge oder Luftröhre war nichts davon geraten!!!)

WARUM aber konnte ich das Fehlen der Dichtung bei den vorangegangenen Prüfungen das Geräts nicht feststellen?
Über- und Unterdruckprüfung der Patrone waren OK!!!
Ebenso die Dichtheitsprüfungen Über- und Unterdruck!
Auch beim 1m Bubblecheck keine Auffälligkeiten.

Die ersten 10 Minuten des TG waren ohne jegliche Auffälligkeiten vom System!

Wäre Verformung des Atemkalkbehälters durch die 3,3 bar Ungebungsdruck und dadurch rasche Flutung durch die fehlende Dichtung eine Erklärung???

Danke für eine qualifizierte und faire Diskussion dieses Zwischenfalls!

Harry



Antwort von Michael am 13.07.2003 - 16:52
Hallo Harry,

---
Wäre Verformung des Atemkalkbehälters durch die 3,3 bar Ungebungsdruck und dadurch rasche Flutung durch die fehlende Dichtung eine Erklärung???
---

Das bezweifle ich. Im Kreislauf deines RB hast Du ja nicht den Oberflaechendruck, sondern auch den Umgebungsdruck. Genaugenommen hast du im Kreislauf sogar staendig leichten Ueberdruck, da durch die Konstantdosierung staendig frisches Premix nachstroemt...

---
WARUM aber konnte ich das Fehlen der Dichtung bei den vorangegangenen Prüfungen das Geräts nicht feststellen?
Über- und Unterdruckprüfung der Patrone waren OK!!!
Ebenso die Dichtheitsprüfungen Über- und Unterdruck!
Auch beim 1m Bubblecheck keine Auffälligkeiten.
---

Gute Frage, man moechte meinen, dass eine Undichtigkeit des Systems bei einem der Tests aufgefallen waere.

Evtl wurde ein Abstroemen von Luftblasen beim 1m test uebersehen, weil die Blasen zu klein waren?

Wie lange hast du an Land den Ueber und Unterdrucktest gemacht, bevor du entschieden hast, dass der RB dicht ist?

Sind deine OC-tauchenden Buddies mit den Check-Prozeduren fuer RB-Taucher vertraut?

Um den Hergang mit Sicherheit rekonstruieren zu koennen, muesste man die Situation nocheinmal nachstellen. (In einer wassergefuellten Wanne etc.) Aber damit Du nen Denkansatz hast, mal folgende Theorie:

Die fehlende Dichtung hat offensichtlich bei den Trocken- und 1m Dichtigkeitstests einen so geringen Effekt bewirkt, dass das Ab oder Zustroemen von Luft, bzw das Ausperlen von Luftblasen uebersehen wurde...

Beim Abtauchen wird die Luft in Deinem RB komprimiert und Dein atembares Volumen sinkt...

Beim naechstem Atemzug, erzeugst Du also beim Abtauchen einen Unterdruck im System, der normalerweise den Bypass aktiviert und mehr Premix nachstroemen laesst.

In Deinem RB hast Du wohl aber beim Einatmen nicht nur den Bypass aktiviert, sondern gleichzeitig auch immer eine gewisse Menge Wasser mit in Deine Patrone eingesaugt (-> Unterdruck )

Andere Dolphin-Taucher moegen mich verbessern, wenn ich mich irre: Aber gurgeln tuts bei mir nur, wenn der Luftstrom im Kreislauf irgendwo durch Wasser behindert wird. Aufgrund der Ausrichtung der Kalkpatrone auf meinem Ruecken koennte aber theoretisch meine Patrone, wenn diese selbst undicht ist (und nicht z.b. einer meiner Atemschlaeuche), von unten nach oben komplett vollaufen, ohne die Luftzirkulation zu behindern... (Die Zu- und Abluftanschluesse der Kalkpatrone befinden sich ja am Kopfende, also tendenziell hoeher, als der Rest der Patrone)

Das bloede an so einer Konstellation ist, dass Du das Gurgeln erst dann hoerst, wenn Deine Patrone schon komplett geflutet ist... Entsprechend wenig Vorwarnzeit bleibt Dir also...

Ich freue mich trotzdem, dass der Fall glimpflich fuer Dich ausgegangen ist - vielleicht haben Dir meine Ueberlegungen ein bischen weiterhelfen koennen.

cu Michael



Antwort von stefan am 13.07.2003 - 18:05
erstmal, leckere brühe.
nehme an, das langsam und stetig das wasser eingesickert ist. deshalb keine blasen oder blubbern.
bis das teil voll ist dauert halt und du hattest wohl auch keine co2 reinigung mehr.
ist der behälter voll geht`s halt weiter in den schlauch.-ist der schlauch voll geht`s halt in den mund. ohne vorwarnung.
schön wenn mann weiss was falsch war.
gruss
stefan
Antwort von stefan am 13.07.2003 - 19:29
hai, habe gerade meine dichtung "vergessen"
das zieht aber ganz schön!
gruss
stefan
Antwort von Gerd (AOWI) am 13.07.2003 - 19:47
Freud mich dass nichts schlimmeres passiert ist.
Viel Spass in Zukunft.
Antwort von harry am 13.07.2003 - 20:27
@michael: danke für dein umfangreiche antwort!

-alle dichtheitsprüfungen führte ich etwa 3/4 stunde vor dem TG durch- danach folgten etwa 15 km autofahrt

-meine tauchpartner sind kein RB taucher- wir haben vor dem TG aber genau darüber gesprochen, worauf zu achten ist- sie sind allerdings langjährige tauchpartner, denen ich 100% vertraue und ich bin sicher, dass der 1m check exakt durchgeführt wurde!

harry
Antwort von SUB.PETER am 14.07.2003 - 00:13
Hallo Harry
das vollaufen des Kalkbehälter im RB meldedet sich
mit einem ernormen Atenwiderstand an. Nasser Atemkalk ist weniger Gasdurchlässig wie der normal
fast trockene Kalk. Hast du vieleicht dieses Symtom nicht bemerkt oder nicht zuordnen können?

Gluckern in den Atemschläuchen hab ich bei ängeren TG durch den Speichel im Atem auch, den kann mann(oder frau) in die Wasserfalle abschütteln.Ein komplette Seitenrolle links und dabei tief Ausatmen. Geht natürlich nur wenn dein System keine anderes Probleme hat.

weiterhin gute Laugenfreie Luft
Peter
Antwort von Tilo am 14.07.2003 - 20:13
Das ist natürlich ein Nachteil des großen Deckels am Dolfins, es ist zwar sehr einfach den
Kalk reinzuschütten aber wenn die Dichtung vergessen wird macht sich das eben schon bemerkbar
Mein russischer Rebreather zB hat nur eine kleine Öffnung im Kalkbehälter und man braucht
einen Trichter zum Einfüllen , dafür ist die Dichtung im Stöpsel integriert, kann man also nie vergessen, alles hat seine Vor-und Nachteile
Antwort von diveking am 17.07.2003 - 18:31
na harry hoffentlich ist wieder alles ok bei dir,,,,,du bist doch der einzigste hier der mich versteht
Antwort von Tauchteufel am 18.07.2003 - 00:54
Hallo

wer mit einer dermaßen unausgereiften Technik taucht wie sie die Rebreather darstellen, dar sich nicht wundern wenn etwas passiert.
Diese Geräte stellen weder technisch ausgereifte Systeme dar, noch sind sie einfach handhabbar. Für mich ist das Technik für Selbstmörder! Vor einiger Zeit hat es ja bekanntermaßen ein sehr prominentes Mitglied der Tauchszene erwischt - leider. Ein Zeichen daß auch sehr erfahrene und versierte Nutzer nicht sicher sind.

Tauchteufel
Antwort von Benedikt am 18.07.2003 - 09:51
Moin allerseits,

@Tauchteufel: "...dermaßen unausgereifte Technik..."

Zur Info: Die US Navy setzt seit den frühen 1950ern Mixed-Gas Rebreather ein, reine Sauerstoff-Systeme noch erheblich länger. Details kann man im ersten Kapitel des USN Diving Manuals nachlesen---ein Link darauf war meines Wissens vor einiger Zeit hier auf taucher.net zu finden.

Diese Systeme stellen erhebliche Anforderungen an die Vor- und Nachbereitung jedes Tauchgangs, aber das tun Linienflugzeuge auch, trotzdem sind sie deshalb nicht "unausgereift".

Daß es ein "sehr prominentes Mitglied der Tauchszene erwischt" hat, ist zwar bedauerlich, aber dann sind offene Systeme noch erheblich gefährlicher, denn damit hat es schon eine ganze Reihe Taucher erwischt---die Argumentation ist logisch falsch.


Schönen Tag noch,

Benedikt
Antwort von dirk am 18.07.2003 - 15:28
@tauchteufel

wenn du der Meinung bist,dass es unausgereift ist,dürfte das eher an deiner Intelligenz liegen,als an dem Gerät selber
Antwort von stefan am 18.07.2003 - 17:22
jetzt geht die party erst richtig los
gruss
stefan
Antwort von Buck am 18.07.2003 - 19:56
erstens:
ich würde mir mal vernünftiges zulegen. e.g. BI
Halcion...
zweiten:
ich würde mal meine physikalischen Kentnisse überprüfen
drittens:
mach dir eine Checkliste
Antwort von dirk am 18.07.2003 - 20:49
was ist denn ein Halcion ???
kann das sein,dass hier einige überhaupt keine Ahnung vom Kreiseln haben ?!
Und wer ein BI und ein RB 80 in einem Atemzug nennt,der sollte erstmal sein Gehirn überprüfen
Antwort von harry am 18.07.2003 - 21:11
dieser thread verlief bis zum 14.7. wirklich produktiv und hilfreich!
DANKE an euch

die WAHREN "spezialisten" *lach* kommen offenbar erst jetzt

harry
bin gespannt, wenn auch dieser, erst ungewohnt produktiv und hilfreich begonnener thread im unfallforum diesmal zu schliessen wird...
Antwort von Sharki am 21.07.2003 - 13:50
Hallo Harry!!

Zuerstmal bin ich froh, dass dir nichts passiert ist bei diesem
Zwischenfall! Ich bin auch stolzer Besitzer eines Dolphins und hab jetzt schon einige
eigene Erfahrungen sammeln koennen und hab sowas aehnliches bereits erlebt. Da
war das Problem ebenfalls der Tank.
Nur kurz allgemein. Ich hab schon ein paar mal Probleme gehabt mit undichtem
System etc, Obwohl saemtliche Test immer sehr genau und korrekt
durchegefuehrt worden sind. Daher schliesse ich, dass die Tests sehr gut sind fuer
groessere Probleme abzudecken, aber bei kleinen Feinheiten gaenzlich versagen.
Erfahrung ist hier die Loesung....
Zurueck zum eigentlichen Problem. Aufgefallen ist mir dabei, dass man beim
Dichtigkeisttest des Tankes auch mal kleine Schlaege mit der Hand auf den
Deckel geben sollte und dann nochmals testen. Wenn der Deckel irgendwie undicht
ist und nur durch Zufall dicht war (leicht verkeilt oder so), wird er jetzt
garantiert Luft rauslassen. Den Test kennst du ja??!!!!!
Ebenfalls bei der alten Version des Tankes ist es sehr rahtsam dies
ebenfalls zu tun, da da ein Problem mit der Dichtung auftreten kann. Durch deren
verrutschen wird diese undicht und laesst Wasser rein!

Wieso du das geflutete System erst sehr spaet bemerkt hast, kann versch.
Gruende haben. Das einzige was man Dir ankreiden kann ist, dass du das blubbern
schon frueher festgestellt hast und gedacht hast, es sei nur sehr wenig
Wasser. Ich bin halt noch immer der Auffassung, dass man sofort auftauchen sollte
um dies zu überprüfen oder zumindest in den 10m Bereich auftauchen, um nacher
schneller an der Oberflaeche zu sein. Ich muss mich hier auch immer wieder
selber an den Ohren ziehn und dies sehr strikte einhalten, obwohl ich immer
denke wieviel "Erfahrung" ich bereits mit dem Teil hab. Aber genau das sind die
Tuecken des Geraetes!!!!!!!!! Einem Anfaenger waere dies nie passiert, weil
er eben noch soviel "Unsicherheit" besitzt und gleich abbricht, was ja der
einzig richtige Weg ist!!!

Aus Fehlern lehrt man und ich finde es super gut, das man darueber reden
kann und so Erfahrungen und Information austauschen kann!!!!

Viel Spass weiterhin beim rebreathern!! Und ne Checkliste ist echt das beste....
Antwort von Holger am 21.07.2003 - 23:54
Ich mache erst mit der Kalkpatrone, dann mit dem komplett montierten System einen Unterdruck- und überdrucktest. Damit habe ich bisher beileibe nicht nur große Fehler, sondern auch Kleinigkeiten entdeckt, es kommt halt darauf an, wie gründlich ich bin. Ich habe es gerade mal ohne Dichtung probiert: es zieht wie Hechtsuppe! Ist mir unverständlich, wie man das übersehen kann ...
Antwort von mayo am 23.07.2003 - 22:15
Hai Tauchers!!!!
Mal ne Frage:
Ist dieser Kalk nicht ÄTZkalk???
Ich weiss es echt net, mich interresierts halt nur mal.
Gruss Mayo
Antwort von ätzi am 23.07.2003 - 23:27
hi, ja.
Antwort von hans am 24.07.2003 - 16:28
nur lebensmüde tauchen mit so einem scheiß
Antwort von gasmix am 24.07.2003 - 17:15
stimmt ,deswegen sterben auch mehr OC Taucher,als RB Taucher.
@Hans
denken drücken sprechen....
Antwort von suizi am 24.07.2003 - 18:07
hi, je weniger ahnung, desto steifer die meinung.
ignoranten gibt es überall
Antwort von TaucherLaden am 24.07.2003 - 18:40
genau ihr kreisler seit die besten taucher, ihr helden
Antwort von suizi am 24.07.2003 - 18:50
hi, das sagst du. helden sind wir aber wirklich nicht. nur kennen wir beide system, und du?
gruss
Antwort von Harry am 24.07.2003 - 18:51
so, wieder mal isses soweit!

ich danke allen ganz herzlich , die hier produktives beigesteuert haben!
ihr habt mir sehr geholfen!!!!

und bevor sich der kindergarten hier noch weiter ausbreitet (RB-tauchen iss noch nix für euch )

schließe ich den thread!

harry

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