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Schwerer TU Hemmoor 1.10.11 -HS- Abgesandt von Redaktion -HS- am 02.10.2011 - 00:00:
Am Samstag, 1. Oktober, ereignete sich in der Mittagszeit ein schwerer Tauchunfall im Hemmoorer Kreidesee. Es sollen insgesamt sechs Taucher aus drei auswärtige Tauchgruppen beteiligt gewesen sein. Die drei Buddyteams sollen bis auf ca. 50 m abgetaucht sein.
Dem Vernehmen nach konnten zwei Taucher der Gruppe ohne Probleme aus der Tiefe aufsteigen, zwei stiegen per Notaufstieg auf, zwei weitere blieben bis in den Nachmittag hinein vermisst. Die Suche wurde in den Abendstunden abgebrochen und wird morgen fürh fortgesetzt.
Die beiden Taucher, die den Notaufstieg durchführten, wurden vor Ort behandelt und im Rettungswagen sowie einem Rettungshubschrauber in unterschiedliche Krankenhäuser verbracht.
An dem Rettungseinsatz waren Einsatzkräfte der Feuerwehren Osten und Althemmoor, mehrere Rettungswagen, Notärzte, Rettungshubschrauber, sowie Einsatzkräfte der DLRG Cuxhaven und Stade beteiligt.
Die Kripo Cuxhaven hat den gesamten See bis auf weiteres beschlagnahmt und gesperrt. Der kommerzielle Tauchbetrieb ist komplett eingestellt.
Bitte beachtet, beim Posten, dass nur folgende Postings freigegeben werden:
- neue Informationen zum Unfallhergang - neue Fragen die sich daraus ergeben - neue Lösungsansätze für das beschriebene Problem
Nicht freigegeben werden:
- reine Beileidsbekundungen - allgemeine Betrachtungen - ungesicherte Spekulationen über den Unfall - off Topic Beiträge - Fragen und Beiträge die schon vorliegen
Antwort von Divingstore am 02.10.2011 - 10:05 In Zusammenarbeit mit der Polizei gehen gleich 8 TMX Taucher und 2 Kreiseltaucher im See die 2 vermissten Taucher suchen. Wir sind vor Ort und bekommen alles live mit.
TOP Rettungskette kann ich voll bestätigen. Innerhalb kürzester Zeit waren 3 Rettungshubschrauber und diverses Einsatzfahrzeuge der Rettungsdienste vor Ort.
Stefan Bartnitzky
Action Sport Wuppertal
Antwort von Divingstore am 02.10.2011 - 12:43 Die 2 toten Taucher wurden durch die TMX Taucher gerade gefunden. Einstieg 5 bleibt weiterhin gesperrt.
Antwort von Divingstore am 02.10.2011 - 14:16 Beide Taucher mit Mono12 unterwegs, 2 erste Stufen waren vorhanden, 1 Flasche leer, 1 Flasche 65 bar Restdruck, Halbtrocken unterwegs.
Info´s kommen direkt vom Rettungsteam. 2 Der TMX Taucher kenne ich persönlich.
Antwort von Connybambam am 02.10.2011 - 14:44 Mitlerweile sind die beiden Taucher gefunden worden
Hier klicken> Die beiden Taucher wurden in 50 Meter Tiefe tot aufgefunden. gekürzt, Red.
Antwort von Taucher_einfach_Taucher am 02.10.2011 - 16:46 Mittlerweile wurden die beiden vermissten Taucher tot auf 50 Metern gefunden.
Antwort von Ulf T. am 02.10.2011 - 20:58 Der See wurde wieder zum Tauchen frei gegeben. gekürzt, Red.
Antwort von Euregiotaucher am 04.10.2011 - 18:05 Cuxhaven / Wesermarsch (ots)
Hemmoor/Cuxhaven
Laut derzeitigem Ermittlungsstand der Polizei haben sich bislang keinerlei Hinweise auf ein Fremdverschulden ergeben. Demnach ist mit hoher Wahrscheinlichkeit von einem tragischen Tauchunfall auszugehen, bei dem am vergangenen Wochenende zwei erfahrene Taucher im Alter von 54 und 59 Jahren verstorben sind. Ob möglicherweise ein technischer Defekt den Unfall ausgelöst hat, bei dem zwei Taucher starben und zwei weitere Verletzungen erlitten, ist Gegenstand der weiteren Untersuchungen. Die Auswertung der technischen Ausstattung dauert noch an. Die beiden verletzten Taucher haben mittlerweile beide die Kliniken verlassen.
Quelle:
Polizei Cuxhaven / Westermarsch
Antwort von GWS am 04.10.2011 - 18:22 Die beiden verletzten Taucher, die per Notaufstieg an die Oberfläche gelangten, konnten inzwischen das Krankenhaus verlassen.
Im Falle der beiden toten Taucher gibt es nach Mitteilung der Polizei keinen Hinweis auf Fremdverschulden. Die Unfallursache ist aber noch nicht geklärt.
Antwort von Beluga am 05.10.2011 - 11:27 Aha, jetzt haben wir mal wieder einen tollen Einblick in unser Rechtssystem. Es wurde also festgestellt, das H. tatsächlich nichts mit dem Unfall zu tun hat und das auch der Kreidesee über eine hervorragende Sicherheit verfügt. Welch wundersame Erkenntnis. Damit ist natürlich jegliches Fremdverschulden ausgeschlossen. Gerade wenn die Untersuchung der technischen Ausstattung noch nicht abgeschlossen ist, sollte man als Staatsanwaltschaft noch nicht so grosspurig rumtönen. Und ein Vereiser bei 4 Personen gleichzeitig (Quelle:HAZ) sollte einen doch schon aufhorchen lassen. Besassen sie kaltwassertaugliche Automaten? Was haben die beiden anderen über die Probleme erzählt? Wurde die Luft in den Flaschen analysiert? Wie waren die Zustände der Sinterfilter? Das sind Dinge die wichtig sind und geklärt werden müssen. Das H. nicht mit einer Harpune auf die vier losgegangen ist, ist uns auch allen klar. Momentan hört sich das alles so an wie: Fremdverschulden ausgeschlossen, Eigenverschulden anzunehmen ( waren ja eh viel zu tief ) , Akte geschlossen.
Namen u.S. gekürzt -HS-
Antwort von Ingo_dV am 05.10.2011 - 13:40 Thema Rettungskette: Es dauerte 5! Minuten vom Auslösen der Rettungskette bis sich das Boot vom VIST in Bewegung gesetzt hat. Das war in der Situation eine gefühlte Ewigkeit hat einfach viel zu lange gedauert. Danach war alles Top organisiert.
Antwort von Kein_Nick_eingefallen am 05.10.2011 - 16:16 hmm, was hei0t der Bericht der Staatsanwaltschaft nun? Akten geschlossen, keine weitere Ursachenforschung? Ich wundere mich z.B., dass die TC nicht ausgewertet wurden, zumindest habe ich nichts darüber gelesen. Ich denke mal, man könnte zumindest die Tiefe ablesen, bei der es zu den Problemen gekommen ist. Außerdem fehlen mir auch noch die Aussagen der Überlebenden. In dem von Hans verlinken Artikel ist von einer Vereisung der Regler die Rede. Haben die Taucher, die notfallmäßig aufgestiegen sind, dies bestätigt? Wenn bei so vielen Tauchern gleichzeit eine Vereisung auftritt, würde ich mal die Luftquelle kritisch anschaueen. Haben die Taucher ihre Luft aus Holland mitgebracht oder vor Ort gefüllt? Finde ich eine interesante Frage.
Antwort von Maxim_3183 am 05.10.2011 - 21:38 Hier die (übersetzte) Infos der beteiligten Taucher, wie diese auf der Homepage des Tauchvereins (Hier klicken) gepostet wurde:
Nach gründlicher Vorbereitung, kamen wir am freitag, 30. September an in Hemmoor. Wir sind
Daniel, Eelco, Bart, Co, Fred und Nico. Am ersten Tag hatten wir zwei wunderbare Tauchgänge.
Das Wasser war klar, das Wetter war ausgezeichnet, die Tauchbedingungen ideal.
Samstag, 1. Oktober, hatten wir die Idee, angesichts der idealen Bedingungen einen tiefen Tauchgang zu absolvieren. Wir diskutierten darüber, wie wir tauchen wollten, zum Beispiel durch die Einführung von zusätzlichen Zeichen für noch mehr Sicherheit. Wir diskutierten auch alle technischen Aspekte, um diesen Tauchgang sicher durchführen zu können.
Dann sind wir eingestiegen in den vereinbaren Buddyteams: Daniel und Eelco, Bart und Co., Fred und Nico. Der Abstieg verlief wie geplant. In der Tiefe angekommen haben wir dann wieder das Zeichen zum Aufstieg gegeben.
Daniel und Eelco haben während des Aufstiegs noch eine Runde gedreht und sind problemlos aufgestiegen. Bart und Co sind direkt bis zum ersten vereinbarten Tiefenstopp aufgestiegen.
Dort angekommen, sah Bart dass Fred (ca. 2 Meter tiefer) ihn bat, sich ihm anzuschließen. Er ist zu Fred hinabgetaucht. Dort angekommen, gab Fred das Zeichen, dass er keine Luft mehr hatte. Bart bot Fred seinen Oktopus an. Bart hatte zu der Zeit mehr als genug Luft um zusammen den Aufstieg zu beenden.
Während die beiden die Luft teilten sind sie abgesackt auf eine tiefere Ebene. Bart bemerkte dies und blies Luft in seinen Trockentauchanzug und Weste, um positiven Auftrieb zu erhalten. Dies funktionierte nicht so fielen beide weiter nach unten. Dort angekommen, sah Bart Nico liegen. Er gab kein Lebenszeichen. Bart und Fred versuchten, das Blei von Nico zu entfernen welches scheiterte. Dann versuchten sie, die Weste aus zu ziehen, welches auch scheiterte.
In diesem Moment wurde Bart aus unbekannten Gründen getrennt von Fred. Bart schoss wie eine Rakete nach oben.
Bart und Co. schlugen, als sie an die Oberfläche, kamen Alarm. Innerhalb weniger Minuten waren die Rettungsdienste vor Ort. Bart wurde mit einem Hubschrauber nach Kiel gebracht, wo er in einem dekotank behandelt wurde.
Anmerkung von mir noch dazu: aus den Infos des Tauchvereins ist ab zu lesen das Fred ein TL2* des NOB war (niederländischer Pendant zum VDST), und ausserdem IAHD Instructor. Nico war ein CMAS *** Taucher.
Antwort von koelle76 am 06.10.2011 - 09:22 Der Tauchclub der Beteiligten hat eine Schilderung der Ereignisse veröffentlicht:
Nach einer gründlichen Planung kamen am FREITAG, dem 30. September in Hemmoor an. Daniel, Eelco, Bart, Co, Fred und Nico. Am ersten Tag hatten wir zwei wunderbare Tauchgänge. Das Wasser war klar, das Wetter war ausgezeichnet - die Tauchbedingungen ideal.
Samstag, 1. OKTOBER hatten wir die Idee, angesichts der idealen Bedingungen, einen tiefen Tauchgang zu machen. Wir diskutierten darüber, wie wir wollten tauchen, zum Beispiel durch die Einführung zusätzlicher Handzeichen für noch mehr Sicherheit und wieder diskutiert alle technischen Aspekte, die notwendig waren, um den Tauchgangs sicher durchzuführen.
Dann gingen wir wie folgt zusammen tauchen: Daniel und Eelco, Bart und Co, Fred und Nico. Der Abstieg verlief wie geplant. Sobald wir die geplante Tiefe erreicht haben, haben wir Aufstieg signalisiert.
Daniel und Eelco nahm den "Umweg", während Bart und Co direkt zum ersten Stop aufstiegen. Dort angekommen, sah Bart, dass Fred (2 Meter weiter unten) ihn fragte, herunter zu kommen, was er tat. Er signalisiert, Fred, dass er keine Luft mehr hat. Bart gab Fred seinen Oktopus und Fred atmete aus Barts Flasche. Bart hatte damals genug Luft, um den Tauchgang zu beenden.
Während der Luftspende sanken beide weiter ab. Bart bemerkte dies und versuchte, seinen Trockentauchanzug und das Jacket aufblasen, um positiven Auftrieb zu erhalten. Dies hat nicht funktioniert und beide fallen noch weiter.
Dort angekommen, (ich nehme an sie meinen den Grund) Bart sah Nico liegt ohne Anzeichen von Leben. Bart und Fred versuchte dann Freds Bleigurt zu entfernen, was aber nicht gelang. Sie versuchte dann, sein Jackett zu entfernen, was auch nicht gelang. Aus unbekannten Gründen entfernte sich Bart von Fred und schoss wie eine Rakete an die Oberfläche.
Bart und Co schlugen Alarm, sobald sie an der Oberfläche waren, Umstehende wählten die 112. Innerhalb weniger Minuten waren Rettungskräfte am Unfallort. Bart wurde mit dem Hubschrauber nach Kielgebracht, wo er in der Dekokammer behandelt wurde. Cor wurde der Intensivstation mit dem Rettungswagen zur Beobachtung aufgenommen.
Am selben Tag begann die Suche. Die Leichen von Fred und Nico fand man am folgenden Tag.
Antwort von EXIL - VFLer am 06.10.2011 - 10:47 Dieser Bericht lässt - möglicherweise den dramatischen Umständen geschuldet - sehr viele Fragen offen.
- War die Flasche von Fred leer (wenn ja, warum?) oder gab es andere Gründe für seine Luftnot?
- Warum wollten Bart und Nico den Aufstieg einfach gemeinsam durchführen, obwohl Nico offensichtlich nicht mehr bei seinem Buddy war?
- Warum konnte Bart das Absacken weder durch Aufblasen des Trockis noch des Jackets stoppen? War beides defekt?
- Warum hat man am Grund nicht versucht, das Jacket von Nico aufzublasen?
- Woran scheiterte der Bleiabwurf?
- War die Flasche von Nico zu dem Zeitpunkt leer?
- Warum ist Bart plötzlich hochgeschossen?
- Was hat Co gemacht, nachdem Bart sich um Fred kümmern wollte?
- Hat er den Rest des Aufstiegs planmäßig alleine beendet?
- Hat das Buddyteam (Bart und Co) sich bewusst getrennt?
- Die Rede war von zwei verletzten Tauchern. Die geschilderten Ereignisse lassen jedoch keinen Schluss darauf zu, warum Co behandlungsbedürftig war.
Antwort von Eppletaucher am 06.10.2011 - 11:16 Auch Genaues über die Ausrüstung wäre Interessant.
Antwort von geba am 06.10.2011 - 13:31 Die Tarierung mit einem Trocki ist schon nicht ganz einfach,noch dazu wenn ein anderer Taucher dranhängt,auch wenn das ein Tauchlehrer ist.Für mich ein Beweis,dass ich noch mehr mit dem Trocki werde üben müssen um so eine Situation handeln zu können.Also werde ich demnächst meine Frau (negativ tariert) an mich dranhängen lasssen.Natürlich nicht im Hemmoor auf 50 Metern.
Danke für den Bericht und die Übersetzung
Antwort von Kein_Nick_eingefallen am 06.10.2011 - 15:58 Habe ich das richtig verstanden? Da gibt es 2 Taucher, von denen einer keine Luft mehr hat (soviel zum Thema gut vorbereiteter TG inkl. Berechnung des benötigten Gases), aber OK. Er signalisiert und holt sich den Octopus vom Partner. So weit so gut, das wäre ja akzeptabel. Nun gibt es Tarierungsprobleme und man sinkt gemeinsam ab. Nicht schön, aber kann auch passieren. Unten angekommen finden sie ihren Kumpel und versuchen den Bleigurt zu lösen und versuchen das Jacekt auszuziehen. Wozu überhaupt, weshalb nicht aufblasen?
Wie kann das passieren, daß 2 Taucher, von denen der eine Jacket und Anzug aufgeblasen hat trotzdem zusammen absinken? Hätte Fred versuchen können ohne Gerät nach oben zu kommen (schwimmender Notaufstieg...) Luft hatte er ja eh nicht mehr...
Was gibt es für Möglichkeiten, in so einer Situation?
tlw gekürzt
Antwort von Fidel am 07.10.2011 - 00:19 Wenn ich mir das hier so durch lese, kann man eigentlich nur zu dem Schluss menschliches Versagen bzw. selbst überschätzung komme.
Im Bericht von den überlebenden wird nichts von abblasenden Atemreglern erwähnt. Es wird davon gesprochen das einer keine Luft mehr hatte.
Da frag ich mich ersthaft, ob der TG wirklich so gut geplant wurde. Was soll der Staatsanwalt nun ermitteln ?
Ich denke mal, das man die Geräte schon geprüft und nichts gefunden hat.
Auf der homepage wird auch nicht erwähnt, wie der TG geplant wurde, max tiefe etc. Was mich stuzig macht, ist, dass einer der Taucher anzeigt keine luft und man das nicht frühzeitig bemerkt hat wir machen uns immer aus ab bar x wird angezeigt ohne nachfrage.
ich denke mal die planung und durchführung war fehlerhaft,
was ich nicht verstehen kann wie man mit nem monogerät absteigen kann auf ü-40.
desweiteren verstehe ich nicht wieso es nicht möglich gewesen ist den taucher von seinem gerät bzw. blei zutrennen.
Antwort von Elric am 07.10.2011 - 09:20 Ich schließe mich mit weiteren Fragen dem Beitrag von EXIL an:
Warum waren die Ventile von Nico komplett zugedreht, obwohl noch ca. 100 bar Luft vorhanden waren ?
Das holländische Statement lässt sich -und dies zeigt auch der Beitrag von EXIL - nicht mit den Fakten bisher in Übereinstimmung bringen.
Er ist daher nach meiner vorläufigen Meinung nicht geeignet, eine Erklärung oder eine vollständige Hergangsschilderung für den schlimmen Tauchunfall zu darzustellen.
Antwort von geba am 07.10.2011 - 10:39 @EXIL-VFler
Du hast völlig recht,der Bericht hat viele Ungereimtheiten
Immerhin war Fred ein TL, mit sicherlich Kaltwasser und Trockenanzug Erfahrung (NL).Wieso hat der also Probleme mit der Luft,mit der Tarierung,mit dem Blei und der Weste ? Auch wenn es tiefer als 40 Meter war.In den NL machen die solche Tauchgänge doch des öfteren.
Leider gibt es in der Taucherszene nicht soetwas wie in der Luftfahrt,wo eine unabhängige Kommission eine Unfallbericht erstellt und diesen Unfall auch nachsimuliert.In der Luftfahrt dient das,ohne eine Verurteilung der Beteiligten,ausschließlich zu Lehrzwecken für die anderen.Ich stelle mal die Frage: Wäre die Gründung so einer unabhängigen Gutachter-Kommission in der Taucherszene für Tauchunfälle und Vorkommnisse mit anschließender Empfehlung, in Deutschland realisierbar ?
Man könnte sich da an der Bundesanstalt für Flugunfälle oder auch Schiffsunfälle orientieren und einen entsprechenden Verein gründen. Das vor dem Hintergrund,dass die Berichte der Staatsanwaltschaften und Polizei meist mehr als dürftig sind.
Antwort von Stephan K. am 07.10.2011 - 13:12 Was genau passiert ist wird man kaum noch ermitteln können.
Aber eins sollte klar sein. Ein Tauchlehrer ist weder unfehlbar, noch ist er gegen Tiefenrausch immun.
Das wird wieder eine Verkettung unglücklicher Umstände sein, die in einer Katastrophe enden.
50m im kalten Wasser sind nicht ohne.
Antwort von Malloni am 07.10.2011 - 13:10 Frage an Elric:
Zitat:
"Warum waren die Ventile von Nico komplett zugedreht, obwohl noch ca. 100 bar Luft vorhanden waren ?" - woher hast Du diese Informationen?
Gruß Malloni
Antwort von boesewicht am 08.10.2011 - 12:56 Bezügl. Auftrieb ...
Bei den meisten Sporttauchjackets steht in den Manuals, das diese nur bis. max. 50mtr. ausgelegt sind - vergessen viele leider gerne ...
Mit entspr. Blei ist man also schneller ohne nötige Auftriebskraft als oft vermutet ...
Bei Trockis ist es ebenso - diese sind von den Hersteller nicht als Tariermittel gedacht, geschweige denn so beworben ...
Im Endeffekt ist es leider so, das die meisten Taucher zu wenig Auftrieb erzeúgen können, um sich und einen weiteren Taucher (diesen zb. ohne eigene Auftriebskraft) nach oben zu holen ...
In einer "Ohne Luft Situation" gehen leider auch die wenigsten hin und blasen Ihr Jacket - wie zb. im OWD gelernt - mit dem Mund auf ...
Alles Dinge, die gerne unbedacht bleiben und auch nach den Grundausbildungen zu wenig geübt werden ...
Man verläßt sich einfach drauf, das nichts passiert oder das dann alles gut ausgeht ...
Das Ergebnis zeigt sich dann bei manchen Problemsituationen ...
Antwort von OL_Diver am 08.10.2011 - 14:43 ..... bei allen Antworten fällt mir auf, dass offensichtlich auch erfahrene, auch sehr erfahrene Taucher, das Problem des Lufverbrauchs erheblich unterschätzen.
ein 12l Tauchgerät enthält normalerweise 2400 Liter Luft. abzüglich Reserve also 1800 L. die maximale Tauchzeit wird bestimmt vom Umgebungsdruck (Tauchtiefe) und dem Atemminutenvolumen AMV.
Taucher 1 (Beispiel)
Tauchtiefe bis 55m ->
durchschn. Umgebungsdruck also 3,25 bar ->
AMV Oberfläche, ca. 20 Liter (normal, entspannt)->
AMV bei Umgebungsdruck 65 Liter->
= 27 Min. Tauchzeit bis Reserve.
Taucher 2 (Beispiel)
Tauchtiefe bis 55m ->
durchschn. Umgebungsdruck also 3,25 bar ->
AMV Oberfläche, ca. 40 Liter (leicht. Stress->
AMV bei Umgebungsdruck 160 Liter->
= 11 Min. Tauchzeit bis Reserve.
Taucher 3 (Beispiel)
Tauchtiefe bis 55m ->
durchschn. Umgebungsdruck also 3,25 bar ->
AMV Oberfläche, ca. 70 Liter(schwere Anspannung)->
AMV bei Umgebungsdruck 220 Liter->
= 7 Min. Tauchzeit bis Reserve.
Taucher A+B atmen unter allerschwersten Bedingungen zwei Minuten lang aus einem Gerät auf maximaler Tiefe (Beispiel)
Tauchtiefe 55m ->
Umgebungsdruck also 6,5 bar ->
AMV Oberfläche, ca. 70 Liter mal 2 Taucher
AMV bei Umgebungsdruck 910 Liter->
= 1,5 Min. Tauchzeit bis Reserve, da ja der Träger des TG`s schon ca. 300 Liter für den Abstieg benötigt hat.
Schlußfolgerung:
das AMV kann unter Stress, Todesangst noch wesentlich höhere Werte erreichen, so dass sich die mögliche Tauchzeit so weit reduziert, dass es fast unmöglich ist, mit einem TG von 12 Litern, aus dem zwei Taucher unter diesen Bedingungen atmen, lebend die Oberfläche zu erreichen.
nicht berücksichtigt sind bei dem Luftverbrauch die Entnahmen an Luft für die Tarierung, da diese so nicht bestimmbar sind.
Tieftauchkurse sollten lehren, schon in der Tiefe 30-39 m ein zusätzliches PTG mitzuführen, welches nicht in die Tauchgangsplanung mit einbezogen wird.
Antwort von Beluga am 08.10.2011 - 20:25 Auf Facebook hat der Kreidesee Hemmoor sein offizielles Statement zu dem Unfall abgegeben. Dort werden auch die ermittlungstechnischen Einzelheiten der Ermittlungsbehörde bekannt gegeben. Auch nochmals hier an den Kreidesee ein ausserordentliches Dankeschön. Das ist nicht selbstverständlich und hilft möglicherweise in Zukunft vor Tauchgängen nochmal über essenzielle Dinge nachzudenken.
Antwort von TEC_Diver am 08.10.2011 - 15:11 Hallo zusammen,
Stefan vom Actionsport Wuppertal hat doch geschrieben, dass er zwei von den TMX Tauchern die an der Bergung beteiligt waren persönlich kennt. Vieleicht können die ja noch wertvolles an Wissen einbringen. @Stefan kommen die beiden so wie Du auch aus Wuppertal? und hast Du evtl. bessere Infos als diese wagen Vermutungen hier?
Antwort von air1969 am 08.10.2011 - 16:30 Auf der Facebookseite der Tauchbasis Kreidesee stehen die neuesten Fakten des Tauchunfalls. Hier klicken Wie können solche "ERFAHRENDE" Taucher nur mit solch einer Konfiguration tauchen?
Antwort von koelle76 am 08.10.2011 - 16:46 Die Tauchbasis Kreidesee hat soeben ihre Erkenntnisse zum Unfallhergang bei Facebook gepostet:
Nach einer Woche tiefer Trauer und Betroffenheit, wollen wir die wahrscheinlichen Ursachen des tragischen Tauchunfall bekannt geben, damit hoffentlich nie wieder vergleichbare Situationen auftreten.
Beide Taucher (TL und Rescue, beide viele Tauchgänge) hatten eine hochwertige und kaltwassertaugliche Ausrüstung (Hersteller wollen wir nicht nennen), und waren entsprechend der Tauchregeln mit zwei separaten Atemreglern ausgestattet. Laut Aussage eines beteiligten Tauchers, war es ein Tauchgang mit Luft (Monoflaschen) auf 50m Tiefe, nicht entlang der Steilwand vor E5, sondern vom E5 folgend einer Furche, die langsam aber stetig in die Tiefe, auf den platten Grund vor die Steilwand, führt. Es wurden drei Zweiergruppen gebildet, jeweils in Sichtweite. Das hintere Team verunglückte, das vordere Team versuchte noch einem Taucher zu helfen!
Bei der Bergung wurden folgende Punkte festgestellt.
Taucher 1 hatte noch 65 bar in der Flasche, welche aber zugedreht war. Der Inflator für das Jacket war am zugedrehten Automaten montiert. Der Zweitautomat hatte einen sehr kurzen Schlauch, war nicht am Karabiner befestigt und war falsch herum montiert. D.h. man konnte ihn nur seinem Partner geben, oder selbst so in Mund nehmen, dass der Blasenabweiser auf die Nase drückt!
Bei Taucher 2 war die Flasche leer, aber aufgedreht. Sein Zweitautomat war ebenfalls mit kurzem Schlauch und falsch herum montiert, um ihn selbst zu nutzen.
Eine denkbare Variante wäre, dass es bei Taucher 1 zu einer Vereisung gekommen ist, da sein Hauptautomat zugedreht wurde. In dem Moment war auch sein Jacket ohne Funktion. Beim anschließenden Wechsel zum Zweitautomat wurde wahrscheinlich ein Luft/Wassergemisch eingeatmet, da einige Automaten in dieser Lage Wasser über das Ausatemventil ziehen.
Vermutlich hat Taucher 1 dann auf den Zweitautomat von Taucher 2 gewechselt. Aufgrund der Panik und des erhöhten Atemaufkommens ist hier der Atemregler wahrscheinlich auch eingefroren und die Flasche leergeströmt.
Da beide Taucher mit normalen Neoprenanzügen unterwegs waren, die in 50m Tiefe kaum noch Auftrieb erzeugten, das Jacket nicht mehr funktionierte und keiner der Taucher das Blei abgeworfen hatte, konnte ein gemeinsamer Aufstieg mit Wechselatmung nicht funktionieren.
Leider stellen wir immer wieder fest, dass gerade viele Taucher aus dem Ausland sowie Urlaubstaucher, das Tauchen mit einem Zweitautomat nicht gewohnt sind. Es ist niemals auszuschließen, das jemand seinen Tauchschein im warmen Wasser absolviert, somit nur den Octopus kennt und Jahre später auch mal Kaltwassertauchgänge durchführt. Das kann dann zu Problemen führen.
Es wäre deshalb wünschenswert, wenn die Tauchverbände weltweit, die Standards der Anfängerausbildung auf zwei separate Atemregler mit der richtigen Konfiguration erweitern würden!"
Das erklärt größtenteils die Ereignisse, die der Schilderung auf der Seite des Tauchclubs voraus gingen. So schlimm die Ereignisse sind: Es ist wirklich erschreckend, wie viele Fehler hier von formal gut bzw. sehr gut ausgebildeten Tauchern (Rescue-Diver/TL**/***) gemacht wurden. Der Unfall hätte nun wirklich nicht passieren müssen.
Nach Schilderung der Basis klingt es so, als wäre die Fundtiefe 50m tatsächlich auch die Unfalltiefe, welche gezielt aufgesucht wurde. Ganz nebenbei wurde dabei gezielt gegen die Seeregeln (Maximaltiefe mit Luft 45m) verstoßen. Aber davon abgesehen ist eine Mono-12 Flasche in meinen Augen sowieso ungeeignet, ernsthafte TG in 50 Meter Tiefe im Kaltwasser zu machen und bestenfalls für kurze Bounce-TG geeignet. Eine verantwortungsvolle Luftplanung eines Kaltwasser-TG mit nennenswerter Aufenthaltsdauer auf 50m, die das Risiko des Verlustes zumindest einer Teilmenge des Gasvorrats mit einplant, ist schlichtweh nicht möglich. Hinzu kam ein unzureichender Kälteschutz im HT-Anzug (4°C und Anzugkompression auf 50m) und eine fatale Konfiguration der Atemregler. Zum einen durch den Anschluss des einzigen Auftriebsmittels an der primären ersten Stufe zum anderen durch die spiegelverkehrte Montage der zweiten Stufe des Backupreglers am kurzen Schlauch.
Um es zusammenzufassen: Natürlich ist noch nichts klar, aber alles deutet darauf hin, dass die verunglückten Taucher wirklich alles falsch gemacht haben, was man bei einem solchen geplanten Tieftauchgang mit Pressluft im Kaltwasser überhaupt falsch machen können. Eine wirklich bittere Erkenntnis!
Antwort von El_Dudo am 09.10.2011 - 09:49 Ich gebe zu Bedenken, dass wenn die von der Tauchbasis angegebene vermutliche und in der Tat recht wahrscheinliche Unfallursache und Hergang stimmt, dieser Unfall in genau der gleichen Form und vermutlich auch Ausgang im See-regelkonformen 45m Bereich für den dann alle qualifiziert waren hätte geschehen können.
Dioe Grundproblematik ist hier m.E. nicht die Tiefe als solche und die Überschreitung der Regeln, sondern die offenbar unzureichende Ausrüstung und nicht ausreichend automatisierter Umgang mit dem Equipment.
Die wichtigste Lehre hieraus aus: Leute bleibt mit den Notfallprozeduren im Training !! Am Besten bei jedem TG am Anfang oder Ende ein paar Drills..
Antwort von underwaterexplorer am 09.10.2011 - 14:12 Ein vorsätzlich geplanter Tauchgang, auf 50 m Tiefe, im Kaltwasser, mit Luft, mit einer Mono 12 Flasche, mit Neoprenanzug, mit einem nicht optimal konfiguriertem Backupregler (falsch herum montiert an einem zu kurzen Schlauch), mit vorsätzlichem Verstoß gegen die See-Tauchregeln für Sporttaucher (maximale Tauchtiefe 45 m) sowie gegen die See-Tauchregeln für Tec-Taucher (maximale Tauchtiefe mit Luft beträgt 45 Meter), mit Vernachlässigung einer Minimum-Gas Planung (mindestens so viel Gas dabei, dass man im ungünstigsten Fall – also am tiefsten und weitesten entfernten Punkt - noch über ausreichend Gas verfügt, um sich und seinen Partner wieder an die Oberfläche zu bringen) das ist - bei allem Respekt gegenüber den verunglückten Taucher – wirklich starker Tobak. Ganz vielen Dank für die ausführliche Veröffentlichung der Erkenntnisse zum Unfallhergang durch die Tauchbasis Kreidesee. Bleibt zu hoffen dass dieser Unfall wenigstens dazu beiträgt, ein gleichartiges Vorkommnis zukünftig zu verhindern oder dessen Konsequenzen zu minimieren. Und dass die konsequente Anwendung aller entsprechenden Sicherheitsempfehlungen in der Ausbildung von Sporttaucher noch stärker Einzug hält.
Antwort von Fidel am 09.10.2011 - 15:17 [qoute]Es wäre deshalb wünschenswert, wenn die Tauchverbände weltweit, die Standards der Anfängerausbildung auf zwei separate Atemregler mit der richtigen Konfiguration erweitern würden!"[/qoute]
warum wird eigentlich nun wieder nach allen anderen geschrien, wenn man doch die erkenntnis hat das es viele leute gibt die die zweit Automaten konfiguration nicht beherrschen warum wird dann nicht mal nach geschaut wie die dinger konfiguriert sind und den leuten klar gemacht wie man es besser machen kann und wer`s nicht wahr haben will muss halt draussen bleiben.
Info Blätter etc. wären da wohl nicht verkehrt und ne unterweisung bei der anmeldung. damit wären sollche unfaälle wohl schonmal zu einem grossen teil zu vermeiden.
Antwort von Doppeldreier am 09.10.2011 - 23:11 @koelle
du hast jetzt schon die erste fatale Annahme getroffen.
"Aber davon abgesehen ist eine Mono-12 Flasche in meinen Augen sowieso ungeeignet, ernsthafte TG in 50 Meter Tiefe im Kaltwasser zu machen und bestenfalls für kurze Bounce-TG geeignet"
Eine M12 ist ungeeignet für ALLE TG tiefer 30 und auch für TG die eventuell im Notfall tiefer 30 m führen können, weil ja gerade diese TG viel, sehr viel Luft brauchen.
@all
Es muss damit aufgehört werden, Tauchgänge so zu planen, dass man kleine Flaschen nehmen kann. Da werden alle Parameter in die bestmögliche Annahme geschoben nur um ja keine große und damit schwere Flaschen schleppen zu müssen.
Sicherheit hört da auf wo die Bequemlichkeit verloren geht.
Wenn man die Rechnung von OL_Diver umsetzen würde, in Tauchgangsplanungen und Regel für Hemmoor, wären Doppelpackete die Regel für alle Taucher und Taucher mit kleineren Geräten dürften noch nicht einmal in Gebieten tauchen in denen man tiefer 30 m absagen kann. Die Erkenntnis "ich bin jetzt unten, da wo ich nicht hin wollte und habe eine M12 auf dem Rücken" sorgt automatisch für eine Eskalation des Tauchganges der dann selbst ein TL******** nicht mehr gewachsen ist.
Leute verabschiedet euch von den Gedanken: Tiefe Tauchgänge, kleine Flaschen, wenn alles gut geht wird es schon reichen.
Was 1000x funktioniert ist keine Garantie für den nächsten Tauchgang. Mit einen übergroßen Luftvorrat kann man noch improvisieren, gewinnt wertvolle Sekunden für überlegte Handlungen.
Gruß,
D3
Antwort von caneslupos am 09.10.2011 - 16:44 Mich stört in der Diskussion der mehrfach gebrachte Vorwurf, dass es schon an und für sich ein Fehler wäre mit einer Monoflasche in Tiefen von 40m vorzudringen. Wer von den Twin-Tauchern verzichtet auf eine Brücke. Eine Doppel 7er mit Brücke bietet bei Problemen weniger Reserve als eine entsprechende 15er. Das Buddyteam muss bei der Planung Reserven für Probleme berücksichtigen und den TG darauf aufbauen. Ich persönlich brauche zwischen 11 und 15 OLV/min und keine 20l (das Hemmoor kennt wenig Strömuzung!) und lass 50bar Reserve stehen. Solange die Computer Daten unbekannt sind ist eine fehlerhaftes Luftmanagement Spekulation.
Der tragische Ausgang hat seine Ursache scheinbar darin, dass das Buddyprinzip vernachlässigt wurde. Einzelne mußten für andere Buddies einspringen. Wenn erst einmal 2 an einer Flasche hängen sind sie normaler Weise nicht mehr in der Lage einem Dritten zu helfen. Kenne jedenfalls keine Übungen aus dem VDST Umfeld bei dem das geschult wird.So tragisch es ist wäre ein sicherer Aufstieg für das eine Team die bessere Wahl gewesen. Mir ist klar dass dies in der konkreten Stresssituation eine sehr theoretische Aussage ist. Warum ein erfahrener Taucher mit funktionsfähigem Equippment einen wie auch immer tarierten zu Rettenden nicht nach oben bringen kann erinnert mich daran solche Situationen weiter zu üben, um sie auch bei Stress zu beherrschen.
Wolfgang
Antwort von geba am 10.10.2011 - 14:01 @caneslupos
Naja,der Kreidesee gibt die Empfehlung deshalb,da der Luftvorrat eben durch Stress und durch Abblasen bei Vereisung schnell aufgebraucht oder vermindert werden kann.Da nützt ein Atemminutenvolumen von 15 Litern nicht viel.Ein Hochleistungsautomat kann durchaus 600 L pro Minute abblasen.Stell Dir vor,man kommt nun schlecht an die Ventile (Flasche etwas durchgerutscht,Buddy reagiert in 50 Metern träge)
und dann noch Stress.Da kann das Minutenvolumen durchaus auf 80 L steigen oder mehr.Wie schnell ist man dann bei 30 bar ?In diesen Tiefen und diesen Bedingungen tauchen Tekis am liebsten solo,
weil man dem Buddy wahrscheinlich nicht helfen kann ohne sich selbst in Gefahr zu bringen.
Der Kreidesee hat recht,die Konfiguration und die Planung ist das A und O.
Hier wäre u.a. die Frage auch der Sidemount Konfiguration zu diskutieren um noch besser an die Ventile zu kommen.
Antwort von yobabe am 10.10.2011 - 12:17 Eigentlich wissen wir ja nicht, ob der Tauchgang wirklich auf eine Tiefe von 50m geplant war. Dies ist mit Pressluft per se gefährlich, auch wenn man das vor einigen Jahren vielleicht noch anders gesehen hat. In sofern reine Spekulation.
Fakt ist aber: Eine M12 hat 2400 barl Luft. Ohne Reserve 1800 barl. Auf einer Tiefe von 50m hat man einen Umgebungsdruck von 6 bar. Hat man ein AMV von 20l/min an der Oberfläche, so ist dies auf 50m Tiefe bei 120 barl/min. Der Tauchgang darf also (grob gerechnet) maximal 15 Minuten dauern (Nullzeit plus Aufstieg), sonst ist die Luft weg.
Die Nullzeit auf 50m beträgt 5 Min. Danach rauscht man in die Deko. Bereits ab einer Grundzeit von 10 Min darf man zwei Dekostufen mit insgesamt 7 Minuten absitzen. Der Aufstieg aus 50m dauert auch noch 5 Minuten. Dafür reicht die Luft wahrscheinlich schon nicht mehr. Trotz groben Überschlagens ist anhand dieser Zahlen leicht zu erkennen, dass der Tauchgang bestenfalls sehr sehr knapp geplant ist!
Die M12 ist also -unter Vernachlässigung aller sonstigen Parameter- nur dafür geeignet unten einmal den Grund anzutippen. Wers braucht... Mir wäre das zu knapp.
Antwort von underwaterexplorer am 10.10.2011 - 13:36 Das Problem liegt sehr wohl auch an einer Tauchgangs-Planung mit Mono 12 auf 40 Meter (im Fall der Verunglückten sogar auf 50 Meter)
Szenario: in 40 Meter Tiefe fallen Euch oder Eurem Tauchpartner kurz vor Ende der Nullzeit beide Regler aus oder einer von Euch beiden verliert sein gesamtes Gas
Und dann rechnet einfach mal mit den folgenden Parametern:
Aufstiegsdauer: insgesamt 8 Minuten
1 Minute zum Erkennen des Problems inkl. beruhigen, nachdenken, sortieren und klarmachen zum Aufstieg (auf 40 Meter Tiefe)
2 Minuten für Aufstieg auf 20 Meter (Aufstiegsgeschwindigkeit 10 Meter/Minute)
1 Minute Stopp auf 20 Meter
1 Minute Aufstieg inkl. Stopp auf 12 Meter (Aufstiegsgeschwindigkeit 3 Meter/ Minute)
1 Minute Aufstieg inkl. Stopp auf 9 Meter
1 Minute Aufstieg inkl. Stopp auf 6 Meter
1 Minute Aufstieg inkl. Stopp auf 3 Meter
AMV: 30 l/Min. pro Taucher (20 Liter/Minute + 50 % für Stresssituation)
Bei einer Durchschnittstiefe von 20 Meter (vereinfacht gerechnet) also 3 bar x 30 Liter/ Minute = 90 barl/Minute pro Taucher.
Luftverbrauch für den Aufstieg von 2 Tauchern aus 40 Meter: 1440 barl
1 Taucher braucht 720 barl für die 8 Minuten Aufstieg (90 barl/ Minute x 8 Minuten = 720 barl). 2 Taucher brauchen demzufolge 1440 barl. für den gesamten Aufstieg.
Minimum Gas:
120 bar mit einer Mono 12 Liter Flasche (1440barl/12 Liter = 120 bar)
96 bar mit einer Mono 15 Liter Flasche (1440barl/15 Liter = 96 bar)
60 bar mit einer Doppel 12 Liter Flasche (1440barl/24 Liter = 60 bar)
Wer in dieser Situation also nur 50 bar Reserve in seiner Mono 15 oder gar in seiner Mono 12 stehen hat, kann hier ganz schnell ein massives Problem bekommen!
Antwort von EXIL - VFLer am 10.10.2011 - 17:22 underwaterexplorer: Was du beschreibst ist nichts anderes als Rock Bottom und genau der richtige Planungsansatz für jeden etwas tieferen TG. Allerdings kommt man vor dem Ende der Nullzeit auch lebend aus dem Wasser, wenn man auf einem Deepstop verzichtet und nicht ab 20 Metern Tiefe (oder 12? - Zeitangabe und Beschriftung widersprechen sich) die Aufstiegsgeschwindigkeit auf 3 Meter pro Minute reduziert. In konkreten Fall wurde ja kein Helium geatmet.
Dein Fazit kann ich nur unterstreichen.
Antwort von underwater_love am 10.10.2011 - 18:33 >Es wäre deshalb wünschenswert, wenn die Tauchverbände weltweit, die Standards der Anfängerausbildung auf zwei separate Atemregler mit der richtigen Konfiguration erweitern würden!"<
Das ist eine interessante Anregung. Vielleicht sollte man mal darüber nachdenken, die Ausbildungsstandards regional anzupassen. Oder zumindest Kaltwasser-Tauchen viel stärker als gesondertes Problem hervorheben, vielleicht als extra Modul.
Ich persönlich habe meinen OWD (Anfängerin, etwa 20 TG) nicht im Urlaub in den Tropen gemacht, sondern im Oktober in der Ostsee. Es ist reiner Zufall, dass ich noch nicht in Hemmoor war. Trotzdem habe ich aus meiner Ausbildung heraus keine Ahnung, was genau zum Vereisen eines Automaten führt, von der Konfiguration mit zwei Automaten ganz zu schweigen.
Das macht sehr nachdenklich (und ist für mich auf jeden Fall ein Anlass, mich nochmal sehr damit zu befassen und zu üben).
Antwort von Riesendrücker´sLiebling am 10.10.2011 - 18:31 " Ich persönlich brauche zwischen 11 und 15 OLV/min und keine 20l (das Hemmoor kennt wenig Strömuzung!) und lass 50bar Reserve stehen. Solange die Computer Daten unbekannt sind ist eine fehlerhaftes Luftmanagement Spekulation. "
@ caneslupos : Unglaublich, daß man so etwas wirklich noch zu lesen bekommt wenn man von TG´s dieser Tiefe spricht...
"Eine M12 ist ungeeignet für ALLE TG tiefer 30 und auch für TG die eventuell im Notfall tiefer 30 m führen können, weil ja gerade diese TG viel, sehr viel Luft brauchen.
@all
Es muss damit aufgehört werden, Tauchgänge so zu planen, dass man kleine Flaschen nehmen kann. Da werden alle Parameter in die bestmögliche Annahme geschoben nur um ja keine große und damit schwere Flaschen schleppen zu müssen.
Sicherheit hört da auf wo die Bequemlichkeit verloren geht.
Wenn man die Rechnung von OL_Diver umsetzen würde, in Tauchgangsplanungen und Regel für Hemmoor, wären Doppelpackete die Regel für alle Taucher und Taucher mit kleineren Geräten dürften noch nicht einmal in Gebieten tauchen in denen man tiefer 30 m absagen kann. Die Erkenntnis "ich bin jetzt unten, da wo ich nicht hin wollte und habe eine M12 auf dem Rücken" sorgt automatisch für eine Eskalation des Tauchganges der dann selbst ein TL******** nicht mehr gewachsen ist.
Leute verabschiedet euch von den Gedanken: Tiefe Tauchgänge, kleine Flaschen, wenn alles gut geht wird es schon reichen. "
Deutlicher und richtiger kann man´s nicht formulieren !!!
Antwort von Kein_Nick_eingefallen am 10.10.2011 - 21:25 Den Überlegungen zum Minimum-Gas kann ich nur zustimmen. Daher weise ich in Deep-Dive Specialties auch ganz eindringlich auf den Wert von AMV Berechnungen hin.
Natürlich kann man einen TG in Hemmoor mit M-12 planen. Aber dabei muss man natürlich strikt sein Tiefen- und Zeitlimit beachten.
Und bei aller Liebe: Ein Durchsacken des Teams ist kein unvermeidbares Schicksal. Mit ein bißchen Training ist ein OOG Situation kein Hexenwerk. Und dann kann ich auch unbeschwert mit relativ wenig Gas in tiefen Seen tauchen, ich muss ja nicht bis zum Grund gehen.
Antwort von MatV am 11.10.2011 - 02:24 Die Flaschengröße ist eigentlich unwesentlich, wenn man sich auf einen Umkehrdruck von minimal 2/3 des Anfangsdruckes einigt. Nebenbei, 80l/min AMV in 50m schafft man aus physiologischen Gründen nicht zu veratmen. 60l auf 36m ist etwa Ende Fahnenstange(hab ich mal über 4min geschafft, als ich noch jung und schönb war.
Offensichtlich hatte einer einen Vereiser (V. zugedreht), bei dem der andere helfen wollte, überfordert war, entweder selbst einen Veresier bekam, oder die Luft so verbrauchte, es dennoch schaffte, zu einem anderen aufzusteigen, Luftspende zu bekommen... und jetzt wird es dramatisch.... die Formulierung "Wieder abgesackt" muss nicht stimmen, insbesondere wäre dann die Punktlandung beim vorher Verunfallten erstaunlich. Womöglich haben sie im Team versucht, den Erstverunfallten hochzubekommen. Eine selbstlose, aber tragische, menschliche Reaktion.
Ich gehe nicht davon aus, das die 2-Automaten mit dem Auslass nach oben konfiguriert waren, sond allenfalls nach links weisend, wie es m.E. leider von SSI gelehrt wir.
Waren das wirklich CMAS Taucher? Der Begriff "Rescue" impliziert anderes.
Antwort von boesewicht am 12.10.2011 - 04:18 "Ich gehe nicht davon aus, das die 2-Automaten mit dem Auslass nach oben konfiguriert waren, sond allenfalls nach links weisend, wie es m.E. leider von SSI gelehrt wir."
Auch SSI lehrt (wie die anderen Sporttauchverbände auch), das die Atemregler über die rechte Körperseite geführt werden ... ...
Antwort von advanced-air-diver am 11.10.2011 - 21:25 Zu sehr spekulieren will ich nicht, aber anscheinend versagte das "Buddysystem" hier praktisch, in katastrophaler Weise.
Zu MatV`s Vermutungen:
- Der Umkehrdruck ist nicht fest auf "2/3" festzulegen, er hängt von einigen Parametern ab. Bei 2er-Tauchgruppe ist der kritischste Fall, bei 3er (wenn man den Ausfall von gleichzeitig mehreren Geräten als wenig wahrscheinlich annimmt) ist es nicht ganz so übel, bei 1er-Tauchgang ist der zusätzliche Gasbedarf eines Buddys in der Reserve nicht mit zu berücksichtigen. Dazu kommt die Frage, ob man frei aufsteigen kann, oder wirklich den ganzen Weg zurücktauchen muss, auch davon ist der Mindestumkehrdruck abhängig. Drittelregel ist, nachdem hier schon der schöne Begriff "Rockbottom" kam, als generelle Regel unzulänglich.
- 12l und nur 1/3 bis Umkehr ist bei tieferen Tauchgängen praktisch unrealistisch, weil man da praktisch! eben von der Theorie abweicht, um länger tauchen zu können. Ist leider oft so, also ist die Flaschengröße praktisch eben doch nicht ganz unwichtig.
- Die "nach links weisenden Automaten" verstehe ich nicht, es liest sich für mich so, als wären mal eben vor Ort 2 Reserveautomaten zusammengebaut worden, die über die linke Schulter geführt werden mussten, weil der Schlauchverlauf über der rechten Schulter zu kurz gewesen wäre. Vielleicht zu wenige oder defekte Atemregler im Gepäck, oder vielleicht sonst eher mit Octopus getaucht und rasch ummontiert, alles denkbar. Wenn mehrere! Taucher den gleichen! Montagefehler gemacht haben, zeigt das wieder etwas, was ich nicht nochmal extra nennen will.
- An der Verbandszugehörigkeitsfrage beteilige ich mich nicht.
Tragisch, wenn so viel daneben geht, am Ende mit solchen Folgen. Gründlicher prüfen, autonom handeln können, und auch mal selbstverantwortlich "nein" sagen zu einem Tauchgang, oder auch mal zu einem Buddy, wenn einem etwas nicht vernünftig zu sein scheint.
Antwort von razorback am 11.10.2011 - 20:35 MatV erkläre und berechne den luftverbrauch bei anstrengender arbeit in 40 meter tiefe.
ich würde rechnen 30 l x 5 bar = 150 l/min. wiso nicht 80l min auf 50 m? - ein traumwert v. 13 l/min
Antwort von rgb am 11.10.2011 - 16:23 Hier kann man leider auf sehr tragische Weise sehen, dass zwar vieles gelehrt wird, aber nicht immer das Gelernte auch angewendet wird. Mir hat man beigebracht, dass immer das Atemgas zu berechnen ist. 1/3 für mich; 1/3 für meinen Buddy und 1/3 für unvorhergesehen Zwischenfälle. Wenn beide Taucher das beachten sollte immer genügend Reserve vorhanden sein.
Antwort von struppirennfahrer am 11.10.2011 - 09:46 An dieser Diskussion finde ich interessant, dass hier wieder auf die Wichtigkeit von zwei ersten Stufen hingewiesen wird und diese sogar für Anfängerausbildung gefordert werden.
Falls es noch nicht aufgefallen ist: die Taucher sind trotz zwei erster Stufen verunglückt, oder vielleicht sogar deshalb:
Automat vereist, Buddy dreht Ventil zu und man sackt dabei in größere Tiefe ab,
nun will sich der Taucher austarieren, geht aber nicht, weil das Ventil zugedreht ist
Hätte man eine Stage oder Pony-Flasche dabei gehabt, , hätte man - anstatt Ventile zuzudrehen - durch einfaches Wechseln auf den Automaten der Stage/Pony einen problemlosen Aufstieg durchführen können.
Antwort von underwaterexplorer am 11.10.2011 - 09:39 @MatV
1/3 Regel ist genau das was eine sichere Tauchgangsplanung ausmacht.
Mit einer Mono 12 (200 bar gefüllt) auf 40 Meter heißt dass dann:
25 bar für den Tauchgang
25 bar für den Rückweg
25 bar Reserve/Notfall
120 bar Minimum Gas
5 bar (Aufrundung für die Rechnung)
= 200 bar
Wenn dann noch statt Luft TMX21/35 in der Flasche ist, dann wäre es ein sicher und verantwortungsvoll geplanter Tauchgang für eine Tiefe von 40 Meter. Die Praxis und auch solche Unfälle zeigen aber dass es in vielen Fällen leider nicht so geplant und leider auch nicht überall so geschult wird. Und wie heißt es doch beim Urlaubstauchen immer so schön: "Be back on the boat with 50 bar!"
Und zurück zum Unfall: wenn schon der gesamte Tauchgang überm Limit und der Gasvorat (Flaschengrösse) unterm Limit geplant sind, dann bleibt im wahrsten Sinne des Wortes eben "wenig Luft" für weitere Probleme die da unten nun mal auftreten können. Und dass sollte neben der optimalem Ausrüstungskonfiguration und natürlich einem guten Trainingsstand die Lehre aus diesem tragischen Unfall sein.
Antwort von underwaterexplorer am 12.10.2011 - 07:56 Nur um Missverständnisse in meinem letzten Posting vorzubeugen: ich propagiere keinen Lufttauchgang auf 40 m mit Mono 12 Flasche!! Wollte eigentlich nur deutlich machen dass es halt nur gerade so eben reicht um unten anzukommen und direkt wieder hoch zu gehen.
Antwort von koelle76 am 12.10.2011 - 09:18 @Doppeldreier:
"Eine M12 ist ungeeignet für ALLE TG tiefer 30 und auch für TG die eventuell im Notfall tiefer 30 m führen können, weil ja gerade diese TG viel, sehr viel Luft brauchen. "
Ja ich persönlich sehe das genau so und handhabe es auch so. Bei tieferen TG benutze ich selbst eine D12 und eine 80cuft-Stage mit 50% Nitrox. Ich wollte nur, um weitere Grundsatzdiskussionen zu vermeiden, nicht in Abrede stellen, dass man auch mit einer M12 kurze Rechteck-TG mit 50 Meter Tiefe konstruieren kann. Ich persönlich würde das aber weder befürworten, noch machen.
@struppirennfahrer:
"Falls es noch nicht aufgefallen ist: die Taucher sind trotz zwei erster Stufen verunglückt, oder vielleicht sogar deshalb:
Automat vereist, Buddy dreht Ventil zu und man sackt dabei in größere Tiefe ab, nun will sich der Taucher austarieren, geht aber nicht, weil das Ventil zugedreht ist.
Hätte man eine Stage oder Pony-Flasche dabei gehabt, , hätte man - anstatt Ventile zuzudrehen - durch einfaches Wechseln auf den Automaten der Stage/Pony einen problemlosen Aufstieg durchführen können."
Wie du richtig feststellst, bringen Sicherheitsvorkehrungen nichts, wenn die falsch verwendet werden. Will sagen: eine zweite erste Stufe in der Jackentasche bringt genau so wenig Sicherheit wie eine falsch montierte. Die Atemregler der Verunfallten waren in jeder Hinsicht falsch konfiguriert. Das Tariermittel darf natürlich nicht an der primären ersten Stufe angeschlossen sein, da man sich dessen (wie beim Unfall geschehen) im Falle eines Vereisers beraubt. Und der Backupregler muss natürlich auch für mich zu benutzen sein. Und hier kommt auch dein Denkfehler ins Spiel. Weder eine Stage noch eine Ponyflasche ist normalerweise mit dem Tariermittel verbunden. Insofern würde die von dir vorgeschlagene Lösung ein Absacken in einer Stressituation genau so wenig verhindern. In der konkreten Situation wäre es auch ziemlich egal gewesen, ob der nicht benutzbare Regler an einer Ponyflasche oder an einer Stage angeschlossen wäre, da er selbst nicht benutzbar gewesen wäre. Davon abgesehen haben Ponyflaschen in der Regel ein so kleines Volumen, dass die bei TG auf 50 Metern für 2 Taucher keinen ausreichenden Luftvorrat darstellen.
Ich weiß eh nicht, wieso heutzutage überhaupt noch über irgendwelchen improvisierten Alternativen nachgedacht wird. Ein ausreichend dimensioniertes Doppelgerät mit absperrbarer Brücke und erreichbaren Ventilen in Kombination mit sinnvoll konfigurierten Reglern bietet definitiv in jeder Situation die maximale Sicherheit.
Leider stelle ich immer wieder fest, dass auch gut ausgebildete Taucher oft den Sinn von zwei ersten Stufen nicht richtig verstanden haben. Sie wissen zwar, dass das im Falle eines Vereisers mehr Sicherheit bringen soll, aber viele können draus nicht die Konsequenzen für eine sinnvolle Anordnung der zweiten Stufen und der Inflatorschläuche ableiten. Das gilt auch für die Longhosekonfiguration. Da sieht man oft die abenteuerlichsten Konstruktionen und die Leute können selbst nicht erklären, was sie sich dabei gedacht haben. Oft hört man nur "macht man doch jetzt so". Es besteht also für die Ausbilder noch großer Handlungsbedarf, damit die Taucher den Sinn der zwei ersten Stufen verstehen und daraus auch die richtigen Handlungsweisen ableiten können. Der vorliegende Unfall ist der größtmögliche Beweis für diesen Appell.
Antwort von MatV am 12.10.2011 - 12:03 @razorback: du kannst nur das veratmen, was in die Lunge reingeht. Die elastischen Teile der Atemwege unterliegen bei hohen Flussgeschwindigkeiten einer Einschnürung, weil dabei ein Unterdruck entsteht. Näheres zu den physikalischen Grundlagen findest du, wenn du nach Bernouilly, Kontinuitätsgleichung usw. suchst. Das Dumme daran ist, das beim Ausatmen zu dieser Einschnürung noch die Zusammendrückung der elastichen Lungenteile kommt. Also je doller ich atme, desto weniger fließt. Das führt zu einem CO2 Anstieg.. Es gibt einen meist unbewussten Regelmechanismus des Körpers, den jeder Läufer kennt: Die Lippenbremse. Erzeugt Gegendruck, die Atemwege bleiben besser offen, der Grenzwert wird mehr durch die Luftdichte bestimmt, weniger durch die Einschnürung. Aber, alles mit Grenzen..
Antwort von Fidel am 12.10.2011 - 12:31 nun ja dann hat man wohl die automaten falsch konfiguriert. bei uns wird das tariersystem immer an den Octopus automaten montiert wenn man mit 2 system taucht weil die wahrscheinlichkeit ist höher das der hauptregler versagt wenn man dort mit auch noch tariert (luft durchsatz) also wird das auch shcon geteilt.
und warum muss man das immer direkt alles in OWD kurse einbauen ??? geht man mit offenen augen durch die tauchwelt wird man schnell feste stellen das die meisten TL mit 2 getrennten system tauchen wenn man dann noch fragt kriegt man es erklärt und dann sollte man mal kräftig nach denken, wohin die reise beim tauchen gehen soll (kaltwasser oder Urlaubstaucher in den tropen)und wird drauf kommen, das man eventuell doch auch lieber mit 2 getrennten system tauchen möchte, wenn man hier in die hiesigen see springen will gerade im winter oder in extrem kalten gewässern.
ich denke mal man muss nicht immer alles von oben regelementieren mit nem bisschen menschenverstand wird man auf das ein oder andere selber kommen und sich dem entsprechend ausrüsten.
weil sind wir mal ehrlich die ganze tauch ausbildung ist ne grosse show. man macht ne runde theorie macht 2tg und schwupp hat man das nächste plastikkärtchen. und es wird einem sugeriert nun kannst du das. ja ne is klar eigentlich müsste es gehen wie bei der fahrschule erstmal x std. TG abreissen dann prüfung dann plastikkärtchen. nach 2tg kannst du dich weder 100% tarieren noch navigiren noch sonst was. das reicht vielleicht für wrack, nitrox oder UW photographie. ne runde um ein wrack tauchen ist keine kunst genausowenig nitrox schnüffeln oder nen paar photos zu schiessen alles andere erfordert übung und die bekommt man nicht durch 2 tg. aber würde man das ändern würde es weniger umsatz geben ergo ist es für die verbände uninteressant.
Antwort von mandi am 12.10.2011 - 12:38 @struppirennfahrer
Das hört sich ja beinahe an, als wäre Tauchen in Kaltwasser mit 2 getrennten Stufen gefährlich.
Meiner Meinung nach stellt dies sehr wohl einen Mindeststandard für Tauchgänge in Kaltwasser dar. Und wenn man nach einem Vereiser mit dem Hauptregler auch das Jacket abdreht, dann könnte man das Jacket ja einfach auf seinen Zweitregler mit montieren (ich habe diese Konfiguration genau so).
Zudem würde mich an deiner Variante mit der Stage/Pony Flasche noch eines interessieren - wenn du einen Vereiser auf deinem Hauptregler hast, dann lässt du den weiterblasen ? Dann wird die Luft aus deiner Flasche entweder auch in kürzester Zeit verbraucht sein, oder du drehst die erste Stufe doch ab, und hast wieder keine Versorgung am Jacket.
Also ich kann da beim besten Willen keinen Vorteil sehen - Sorry.
Und von den Kosten her gesehen bist du mit einer Stage/Pony auch noch höher. Der einzige Vorteil einer Stage/Pony liegt meiner Meinung nach in der zusätzlichen Luftreserve, welche mir für Notfälle zur Verfügung steht - hat aber nichts mit dem Notfall-Handling zu tun.
dive safe and have fun
mandi
Antwort von tiefunten am 12.10.2011 - 12:59 @underwaterexplorer: Du wirfst da Minimum Gas/Rock Bottom und Drittelregel durcheinander. Wenn du 120bar Minimum Gas zu Grunde legst, um spätestens da deinen Aufstieg zu beginnen, beinhaltet diese Berechnung ja schon Reserven für Notfälle (bei deiner Minimum Gas-Berechnung aber ohne "richtige" Deco...).Imho muss man dann nicht auch noch wie du anmerkst zusätzlich 25bar Reservegas einplanen. MatV meinte aber denke ich die ganz normale Drittelregel, die eigentlich gerade bei Lufttauchgängen ganz sinnvoll und unkompliziert ist: bei 210bar in der Flasche 70 bar für die Grundzeit, dann Aufstieg bei 140bar => 70bar für Aufstieg und 70bar Reserve. Das Problem ist eher, dass es doch meistens heißt: bei 100bar Aufstieg und Rückweg - was dann unweigerlich extrem knapp wird, sollte dann etwas schief gehen.
Antwort von Hans_S am 12.10.2011 - 17:25 Wir driften hier immer mehr in allgemeine Ausbildungsfragen / Ausrüstungsdiskussionen etc. ab. Schlage vor, bei Bedarf diese Themen ohne direkten Unfallbezug in den entprechenden Foren (weiter-) zu diskutieren.
Hier bitte jetzt nur noch :
- neue Informationen zum Unfallhergang
- neue Fragen die sich daraus ergeben
- neue Lösungsansätze für das beschriebene Problem
(Betonung auf "neu")
Danke!
Antwort von OL_Diver am 12.10.2011 - 22:17 NEUE ...., Ansätze und Fragen
.... gute Idee!
zieht man die Summe aus diesem Thread, so herrscht bei den sachlich orientierten Äußerungen die Meinung, dass der Atemgasvorrat 12M für die geplante Tiefe zu gering bemessen war.
1.) Mehr Sicherheit bietet ein Doppelzehner + eine nicht in die Planung einbezogene Stage mit min. 8 Liter.
2.) In der Jackettasche ein Hebesack 30 l Auftrieb. Diese Auftriebsmittel verfügen heute über ein Schnellablaßventil, sind so klein faltbar, dass sie ohne Komfortverlust mitgeführt werden können. mit der richtigen Leine (8mm, ca 12m lang)ausgerüstet, bieten sie einen echten Sicherheitszuwachs. schon mit einer Minimalmenge Luft geht`s nach oben. Aufstieg durch Ventil abbremsen und schon sieht die Welt wieder besser aus.
################################################ ##
Es gibt keine 100proz. Sicherheit, aber ich denke der Sicherheitszuwachs durch diese Dinge ist recht erheblich.
################################################ ##
reg. h.
Antwort von tauchtechtnix am 13.10.2011 - 12:52 Irgendwie fragt niemand, warum man das Jacket nicht mit dem Mund aufgeblasen hat.
Wenn der Inflatorschlauch schon am Hauptregler hängt (ist übrigens DIR Standard) und der wegen eines Vereisers abgedreht werden muß bleibt diese Möglichkeit doch immer.
Auch bei Wechselatmung.
Bei Extremsituationen kommt man eben manchmal nicht auf das naheliegenste. Üben, üben, üben....
Möge die Luft mit euch sein
Antwort von musher am 14.10.2011 - 20:23 @ tauchtechnix,
dies wurde schon gefragt
Und auch dies ist ein grund, weshalb erwähnt wurde, daß Standartsituationen viel öfters geübt werden müßten
Antwort von struppirennfahrer am 14.10.2011 - 16:42 ...oder Blei abgeworfen?
wäre interessant, was ein DIR`ler dazu sagt, wie man eine solche Situation mit zugedrehtem Inflator meistern soll
bin selbst kein DIR Taucher, würde mich aber interessieren
Antwort von Kein_Nick_eingefallen am 14.10.2011 - 21:46 Hinweis: Der Winginflator hängt nur dann am primären Automaten, wenn Trocki getaucht wird (der dann am sekundären Automat hängt). Wenn DIR mit Halbtrocken getaucht wird, dann höngt nach meiner Auffassung der Wing-Inflator am sekundären Regler. Alles Andere macht m.E. keinen Sinn.
@Admin: Gehört nicht direkt zum Unfall, allerdings finde ich, dass der Post von tauchtechnix kommentiert werden sollte.
Antwort von Divingstore am 16.10.2011 - 21:27 @Tec Diver:
Ich kenne beide Bergungstaucher persönlich, werde aber keine Info´s posten. Beide Taucher haben bis jetzt beschlossen keine Einzelheiten die sie unter und über Wasser an den Verunfallten gesehen haben zu posten.
Ich habe bei Facebook auf der Kreidesee Seite schon einiges geschrieben und bin vom Basenbesitzer hierfür schon angefahren worden.
Somit werde ich keinen weiteren Komentare abgeben.
Stefan
(Action Sport Wuppertal)
Antwort von SubZero am 17.10.2011 - 14:15 Hallo zusammen!
Den Appell die Anforderungen an die Ausbildung für´s Kaltwassertauchen zu aktualisieren finde ich unterstützenswert. Nichts desto trotz sind dem Stoff in den Anfängen Grenzen zu setzen. Vielmehr muss das Gefahrenbewusstsein von Beginnern geschärft werden. Wer seine Grenzen erweitern will muss sich halt weiterbilden.
Ich stelle mir hier jedoch auch eine andere Frage:
Die Tatsache, dass so viele tödlich Verunglückte mit Blei am Grund liegen scheint mir darauf hizudeuten, dass die größte Angst der Taucher in der Unfallsituation nicht das Ertrinken sondern ein unkontrollierter Aufstieg ist.
Das Thema Aufstiegskontrolle (Vmax, Dekompressionsrisiko und immer neue Stopps) wird in der OWD-Theorie in voller Breite ausgerollt. Sinnvoll könnte es jedoch auch sein, neben der Schaffung eines Risikobewusstseins zu verdeutlichen, dass in einer Unfallsituation eventuell nur noch die Wahl zwischen Pest (Ertrinken) und Cholera (Hochschiessen) besteht.
Natürlich ist dieser Zeitpunkt schwer zu bestimmen, aber auch jeder Pilot muss lernen, wann der Zeitpunkt zum Aussteigen gekommen ist.
Ich bitte ausdrücklich das nicht als Plädoyer für eine Schleudersitzmentalität anzusehen, Prävention, Wissen und verantwortungsvolle Planung müssen immer die erste Wahl sein. Doch der Aufstieg mit Verletzungrisiko als "last resort" wird allzuoft erst dann in Betracht gezogen, wenn es dafür zu spät ist.
Just my 2 cents..
Chris
Antwort von MatV am 17.10.2011 - 15:42 Jacket oral aufblasen geht einfacher, wenn der Automat richtig konfiguriert ist. So wie es bis jettz beschrieben scheint, ging der Zweitautomat direkt nach rechts, kurzer Schlauch. So lehrt es eine amerikanische kommerzielle Instructororganisation oder Tauchschulenverband.
Was ziemlich unangenehm beim oralen Aufblasen si, ist die Kälte an den Lippen (in der Tiefe, bei der Kälte).
Ehe jetzt die tausendsten Tips zur Flaschengröße, Trimixpflicht ab 30m und dergl. Kokolores kommt,back to the basics:
Früher gab es Westenflaschen, an RTWs, heute immer noch an Buddy Jackets, die auch mal das Draeger Nautils/pro bauten. Selbst die einfachen Buddy Jackets haben automatische Mundstücke, so kann man draus atmen.
Früher gab es imho auch eine durchgehend konsistente, aufeinander aufbauende Ausbildung beim VDST, wo in _jeder_!!! Brevetstufe lebensrettende Techniken geprüft wurden..(Und nicht dies komikhafte Rettung von vorn am langen Ärmchen)
Antwort von TEC_Diver am 17.10.2011 - 18:39 @Divingstore:
O.K. vielen Dank für Deine Antwort, kann Deine Haltung verstehen und finde es nicht gut, dass Du vom Basenleiter warum auch immer angefahren wurdest.
Vieleicht änderen Deine Bekannten ja noch Ihre Meinung!!?
Antwort von MatV am 17.10.2011 - 21:25 Die vorgenannten Punkte haben keinen Wert, wenn der Taucher handlungsunfähig ist,
a) durch Kälte
b) durch eine Konfiguration, die ihm kein sinnvolles Handeln ermöglicht
c) durch Luftmangel, egal ob hervorgerufen durch Vereiser, durch wohlgemeintes Ventilabdrehen, durch zu kleine Flaschengröße, durch b), durch falsche Luftplanung
Antwort von razorback am 18.10.2011 - 11:13 den sporttaucher möchte ich sehen, der auf 45 meter in angst und möglicherweise ohne sicht und eingeschränkt durch auswirkung des tiefenrausch weil er ja mit luft unterwegs ist und nicht mit einem trimix, cool genug bleibt und seinen inflator oral und manuel benutzt. lol!
es scheint doch so zu sein, dass zummindest in tödlich verlaufenden fällen, das planlosigkeit, unwissenheit, maßlosigkeit und ignoranz (ganz zu schweigen von minderwertiger, bzw nicht geeigneter ausrüstung)zur selbsüberschätzung führt. als sportkletterer klettere ich vielleicht eine 9a + route in arco aber im eisbruch, gletscherfeld oder am gefrorenen wasserfall im wallis, besteht hoffnungslose überforderung, es sei denn, ich bin entsprechend ausgebildet, erfahren und adäquat ausgestattet.
man sollte sich eben bewußt sein, das tauchen in hemmoor anspruchsvoll ist und entsprechende vorbereitung (die regelmäßige technische überprüfung und inst der ausrüstung eingeschlossen) unabdingbar ist! ab 40 meter kommt für mich nur noch ein trimix mit mindestens 20 l flaschengröße nebst deko gas in frage; bis 30 meter nur ein ean 32.
Antwort von MatV am 19.10.2011 - 12:23 razorback, du meinst Vermutlich, dass Selbstüberschätzung der _Grund_ ist für deine Aufzählung an Untugenden? Dann wäre ich bei dir.
Warum nicht Jacket mit Mund aufblasen? Hat man früher immer gemacht, als es noch keine Inflator gab. Geht richtig gemacht sogar schneller.
Du sprichst Trimix an....
Mal Tacheles: Sooo viele Leute tauchen eigentlich mit Luft jenseits 40m. Relativ wenige verunglücken. Eine ganze Menge ist eventuell bei 30m leicht angedröhnt, ohne zu verunglücken.
Eins ist sicher: Wir werden es in der Ausbildung _nicht_ schaffen, jeden Taucher mit Luft tiefenfest zu machen.
Ok, geben wir der Masse Trimix, ob nun normoxisch oder nicht, schnuppe. Eins ist sicher: wir werden es noch weniger schaffen, aus Millionen Rifftramplern sichere Tarierer zu machen, die jederzeit ihre Aufstiegsgeschwindigkeit so beherschen, wie es für Heliumbeimischungen notwendig ist. Fazit: Wenige Unfälle aufgrund mangelnder Konfiguration, unangepasster Tauchpraxis usw., werden getauscht mit massenhaften Dekounfällen. Es wird einen Boom bei den Druckkammerbauern geben.
Oder ist es eine typisch deutsche Unsitte, sich über die Erreichung eines Status zu definieren, der es scheinbar erlaubt, anderen in ihrem Hobby etwas zu verbieten? Manchmal kommt es mir vor, als wollten sich die Luft-ist-kein-Atemgas-Befürworter lediglich ihre Urlaub/Tauchgänge/Lebensunterhalt durch die dann nötigstwendige Ausbildung finanzieren.
Meine Meinung: Eine Ausbildung sollte auf (u.a.) selbstverantwortliche Taucher mit dem richtigen Augenmaß, weitreuchende Handlungskompetenz und Selbstbeschränkung dann, wenn nötig, abzielen, und nicht auf das sinnbefreite Reproduzieren von nicht hinterfragten Dogmen.
Antwort von MatV am 19.10.2011 - 19:08 bitte ein "nicht" in Zeile 7 einsetzen.
Antwort von razorback am 20.10.2011 - 13:13 vielleicht verunglücken diese im wahrsten sinne des wortes eben nicht, weil diese eben GLÜCK haben. ausrüstung mag da eine erhebliche rolle spielen.
aber geistige und körperliche fitnes und know how ersetzen eben glück durch können...
nach meinem dafürhalten ist luft in der tat lediglich ein gutes atemgas; auch unter wirtschaftlichen aspekten betrachtet; bis 15 meter. alles was darüber hinausgeht sollte gemischt werden, egal ob ean, oder eben trimix. wenn es dann zu der "herausforderung" kommt, mal eben so auf 40 zu gehen, werdn überlegungen in bezug auf deko, ohne luft situation etc, gerne einmal über den haufen geworfen (denke ich).
plan your dive, dive your plan, sollte nach meinen erfahrungen wirklich zum gospel werden, das sich jeder bei jedem tauchgang auf das display seines rechners schreiben sollte. das hat nichts mit sinnbefreitem reproduzieren von nicht hinterfragten dogmen zu tun, sondern mit überlebensstrategie, denn beim tauchen kann schon mal der erste fehler auch schon der letzte sein....
Antwort von kwolf1406 am 21.10.2011 - 09:24 "nach meinem dafürhalten ... luft... bis 15 meter. alles was darüber hinausgeht sollte gemischt werden, egal ob ean, oder eben trimix"
Ich will ja auch gar nicht darüber diskutieren. Ich muss dem nur einfach widersprechen, weil imho Quatsch - total hypochondrial überzogen.
Antwort von Hans_S am 21.10.2011 - 22:17 Ich denke, die allgemeinen Betrachtungen über Vor- und Nachteil von Gasen etc.pp. können bei Bedarf in den entsprechenden Foren (weiter) diskutiert werden.
Hier bitte jetzt nur noch "Neues" zum Grundthema.
Antwort von tetmor am 04.11.2011 - 19:30 Mir kommt das Thema „Vereisung“ hier zu kurz. Jeder von uns hat eine gewisse Vorstellung, was eine Vereisung ist. Wir wissen auch, dass bei einer Vereisung der ersten Stufe der Automat (zweite Stufe) abbläst. Es gibt aber auch noch den Umstand, dass ein Automat aus einem anderen Grund abblasen kann und zwar wenn er sehr sensibel mit äußerst geringem Atemwiderstand eingestellt ist. Das Vereisen ist demnach nicht die Ursache sondern eine Auswirkung.
Für mich ist denkbar, dass bei Taucher 1 die zweite Stufe in der Tiefe ursächlich versagte und der Lungenautomat abblies. Die Flasche wurde daraufhin abgedreht. Sie enthielt noch 65 bar, wie weiter oben beschrieben ist.
Die wahre Ursache könnte dann nämlich ein falsch gewarteter Lungenautomat gewesen sein.
Ich stelle mir das Szenario so vor, weil ich es mehrfach selbst erfahren habe und das nicht nur im Kaltgewässer:
Das Phänomen kündigt sich mit einem anfangs kaum merklichen Abströmen von Luft an, was erst nicht auffällt. Kontinuierlich verstärkt es sich – vor allem beim tiefer Tauchen - bis der Automat schließlich unkontrolliert abbläst. Dies ist mir jahrelang immer wieder mit Automaten passiert, die kurz zuvor in der Revision waren und zwar sowohl im kalten Baggersee auf 12 m Tiefe, im Starnberger See auf 40 m, als auch im warmen Roten Meer auf 20 m. Seitdem stelle ich den Atemwiderstand der zweiten Stufe grundsätzlich immer etwas höher ein, als das vielleicht nach Herstellerangabe üblich ist, bzw. bitte ich den Revisor darum dies zu tun. Ich hatte seitdem keinen derartigen Zwischenfall mehr.
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