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Dies ist das internationale Unfallboard von Taucher.Net. Falls ein dir bekannter Unfall hier noch nicht aufgeführt ist, schickt uns am einfachsten eine Mail.
TU Ägypten nahe Umm Gamar Abgesandt von Oli am 26.01.2005 - 14:08:
Danke an Ralf für die News:
Ich war gestern leider Zeuge als sich am Tauchplantz Umm Gamar auf einem Boot ein toedlicher Tauchunfall ereignete. Ich arbeite auf einer anderen Basis und wir waren mit unseren Gaesten zum Tauchen an diesem Spot. Als ich mir meiner Gruppe vom TG zurueck gekommen bin sah ich auf dem Nebenboot das sich einige Menschen um eine reglose Person versammelt hatten. Einer der Taucher versuchte via HLW und Sauerstoff eine Taucherin wieder zu beleben. Das Prozedere dauerte so ca.20 min, dann traf das Rescue Boote aus Hurghada ein. Der Notarzt stellte den Tod der Taucherin fest und alle Massnahmen wie HLW und Sauerstoff Versorgung wurden eingestellt. Die leblose Taucherin wurde auf das Rescue Boot verbracht und der Aladin Computer wurde vom Arzt sichergestellt.
Der Hergang wurde mir so geschildert: Die Taucherin erschien ploetzlich und alleine an der OF ohne Buddy oder Guide. Sie fiel, an der OF angekommen, sofort in die Rueckenlage und Sie hatte blutenden Schaum aus Mund und Nase. Sie wurde umgehend an Bord verbracht und die First Aid Massnahmen wurde eingeleitet. Vom Hoerensagen aber auch nur davon weiss ich, dass der Guide wohl im ersten Momant einen unbeholfenen Eindruck gemacht hat. Ich moechte das nicht werten, da ich es nicht selbst gesehen habe. Die Herkunft des Guide wurde mir als Franzose mitgeteilt. Ich weiss aber nicht ob das stimmt. Fakt ist, es war kein einheimischer Guide ! Die angebotene Hilfe vom unsere Crew und meiner Person wurde abgelehnt. Das ist erst mal nicht weiter tragisch, denn die HLW und Sauerstoff Verorgung machte auf mich einen guten Eindruck.....wenn man in so einer schlimmen Situation ueberhaupt von -gut- reden sollte. Jedenfalls ist es eine sehr schreckliche Erfahrung die meine Gaeste und ich machen mussten. Leider endete dieser Tachgang fuer die Taucherin toedlich.
Antwort von mightyMike am 03.02.2005 - 23:57 Lies das:
"Reiner Sauerstoff bei einem Druck von 1 bar kann über mehrere Stunden geatmet werden. Aber bei längerer Beatmung muss der O2 -Gehalt auf mindestens 60% gesenkt werden, da der Sauerstoff sonst die Lipid-Proteinschicht (surface active agent = surfactant) auf der Innenseite der Alveolen (Lungenbläschen) der Lunge schädigt oder sogar zerstört. Ein Schaden an dieser Schicht der Alveolen kann zu einem Lungenödem führen."
Das bedeutet, das jemand, der an einem Lungenödem leidet, mit Luft durchsetztes Blut ("Schaum!) spuckt.
Dies muss nicht so sein, scheint mir aber mit geringer tauchmedizinischer Ausbildung (Feuerwehr) die plausibelste Diagnose zu sein.
Vielleicht war es so:
Die Taucherin war zu lange zu tief ( ca. 65 - 70 m), beim Auftauchen traten die ersten Symptome auf. Dann platzten die Alveolen und die Taucherin wurde bewusstlos und ertrank. Dann, und nur dann, war Sauerstoff das grundverkehrte.
Oder aber, was mir wahrscheinlicher erscheint, die Taucherin ist aus grosser Tiefe notaufstiegsmässig an die Oberfläche geschossen und hat nicht bzw. unzureichend schnell ausgeatmet und dann sind die Alveolen (Lungenbläschen, sind für den Gasaustausch in den Lungen verantwortlich. Sie sind eine semipermeablen Membrane, lassen also die Atemluft in den Blutkreislauf, aber kein Blut in die unteren Atemwege. Wenn sie platzen, dann gerät das Blut mit Luft in Berührung und schäumt auf).
Bei beiden Fällen sind Ersthelfermassnahmen nur bedingt möglich bzw. erstrecken sich auf Verabreichung von Sauerstoff, bei Sauerstofftoxikation eben nicht. Darüber hinaus können nur die Vitalfunktionen überprüft/überwacht werden, bis ein Arzt eintrifft.
Antwort von Silberfischlein am 08.02.2005 - 21:27 @mighty mike
Hallo,
verführ mir hier die Leute nicht!!!
An alle: Bitte bitte, wenn einer aus dem Wasser gezogen wird, und nicht atmet und keinen Puls hat, dann reanimiert, was das Zeug hält! Und denkt dran, das Gehirn braucht Sauerstoff!!!Wenn Blut euch irritiert, dann spült es weg. Wenn der, bzw. in diesem Fall die Taucherin einen ausgewachsenen Lungenriss hat, hat sie sicher eine Luftembolie, da ist nicht viel zu machen, aber, man kann es versuchen!!!!! Und genau darum gehts! Traut euch, geht hin, zerschnippelt den Anzug, dreht die Person auf den Rücken, macht die Mundhöhle frei, bzw. sauber, den Kopf vorsichtig überstrecken, 2x beatmen und den Brustkorb schön mittig senkrecht nach unten drücken, 80-100x pro Minute. Machts euch nicht zu schwer, denkt nicht zuviel nach, hier hilft nur handeln!!Wenn der Mensch trotz allem nicht überlebt, ihr könnt sagen, ich hab es versucht, aber wenn er durch euch überlebt, was glaubt ihr, was das für ein Gefühl ist.
Ich will ja nicht schmalzig werden, ich will allen, die angst vor so einer Situation haben, einfach nur Mut machen, Mut, der vielleicht sogar mir selber mal das Leben rettet.
PS: Ich wollt dich nicht angreifen mightymike, ich bin sicher, du würdest gut reagieren, aber hier im Forum sind viele viele viele unsichere Taucher. Wenige haben eine echte Notfallsituation erlebt, und ich glaube die meisten haben Angst davor. Mein erster Satz war so gemeint: Verführ niemanden zum zuschauen! Verführ lieber zum Handeln.
In diesem Sinne,
allen alles Liebe, den Angehörigen der Taucherin mein herzliches Beileid.
Antwort von mightyMike am 11.02.2005 - 23:09 Sorry, Silberfischen,
da bin ich wohl in meiner Absicht, den Verfasser etwas zu trösten, grundlegend missverstanden worden sein. Natürlich ist es so, dass die einzig falsche erste Hilfe die NICHT GEGEBENE Erste Hilfe ist.
Und bei einer Cardio-pulmonalen Reanimation, oder auch Herz-Lungen Wiederbelebung, kommt man nicht unbedingt mit Blut in Berührung, da man über die Nase beatmet. Und dass am besten mit einer Beatmungshilfe vom ADAC, die man über die Nase und den Mund stülpt und in die Maske bläst.
Ich wollte damit lediglich sagen, dass nicht jede durchgeführte Reanimation erfolgreich ist, und dass Erste Hilfe Massnahmen Grenzen haben.
Und im Zeitalter von AIDS und sonstigen ansteckenden Krankheiten kann ich nur denen, die mit dem eigenen Leben abgeschlossen haben, raten sich nicht um das Blut zu kümmern, erst recht nicht bei einer eventuellen oralen Aufnahme.
Und ich fühle mich nicht angegriffen, denn für eine solche Diskussion ist dieses Forum da.
Antwort von jralph am 23.02.2005 - 12:58 Hallo mightyMike,
hallo Silberfischlein,
ich bin Ralph, der, der diesen Bericht gesendet hat.
Ich freu mich über die guten Beiträge die Ihr zur Verfügung stellt.
Wundere mich bzw. verstehe nicht so wirklich warum hier mit "Mutmassungen" diagnostiziert bzw. der Unfallhergang hypothetisch ermittelt wird ????
Wem nutzt so was ?
Ich denke, es ist und da gebe ich Silberfischlein sehr Recht, mehr als traurig und verdient unser Beileid für die Tacherin und deren Familie.
Wie ich bereits geschrieben habe, wurde die Taucherin so lange Reanimiert und Beatmet bist der eingetroffene Notarzt die Massnahmen einstellen lies und die leider verstorbene Taucherin mit dem Rescue Boot nach Hurghada abtransportierte.
Ich denke das der Notarzt es wohl am besten beurteilen und entscheiden konnte und auch eine "exakte" Diagnose gestellt hat.
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