TU Attersee - Vereisung. Abgesandt von Armin am 30.05.2003 - 10:45:
Danke an Georg für die info:
Panik bei TG: Ein 43jähriger Wiener hat sich beim Tauchen im Attersee bei Steinbach verletzt.
Der techn. Angestellte tauchte mit 3 Buddies zu einer Plattform in 40m Tiefe, als sein Regler vereiste. Der Taucher geriet in Panik und leitete einen Notaufstieg ein. Er musste mit einem Lungenödem ins Krankenhaus Vöcklabruck eingeliefert werden.
Antwort von SMALLAIR am 30.05.2003 - 20:58 Hoffentlich geht es im wieder gut.
Dass ein Atemregler vereisen kann wusste der Wiener mit Sicherheit.
Das er bei einem Vereiser in Panik gerät hat er wahrscheinlich nicht gewusst, ansonsten währe er nicht auf 40 Meter gegangen.
Man kann das eigene Verhalten je nach Tagesform auch nicht immer vorraussagen, besonders dann nicht wenn man die entsprechende Situation noch nie erlebt hat.
Aber um nicht weiter zu spkulieren meine Fragen um sinnvoll weiterdiskutieren zu können:
War die Ausrüstung des Wieners dem Tauchgang angemessen? (Zwei getrennte Systeme)
Wie viele Tauchgänge hat der Wiener bis zu dem Zeitpunkt des Unfalls absolviert?
WelchenAusbildungsstand hatter er?
War er das erste mal auf 40 Meter Tiefe?
Hat er schon öfters im Kaltwasser getaucht?
Hat er Trocken getaucht oder hat er gefroren?
Hat er vor dem Tauchunfall einen erhöhten Luftverbrauch?
War er beim Tauchen entspannt?
Antwort von Eppletaucher am 30.05.2003 - 22:24 Egal,was da los war.Wenn einer wegen einer Vereisung des LA in Panik gerät,hat er in solchen Tiefen nichts zu suchen.Da helfen auch keine 3 Buddies.wenn die den gleichen Ausbildungsstand haben erst recht nicht.Ich weiß warum ich lieber solo tauche.!!!!
Antwort von Friedenstaube am 30.05.2003 - 22:49 @ Eppletaucher
Du hast absolut Recht. Dieser Meinung bin ich auch. Allerdings sollte man hier keine solchen Texte ablassen weil es sonst wieder Streit gibt.
Friede Euch allen. No war just love.
:- );- ):- ):k uss
Antwort von Pucher Gerhard am 31.05.2003 - 23:42 Wenn ein Taucher ein Problem hat dann ist es egal ob er gewisse Fragen danach beantworten kann oder nicht wie es SMALLAIR wissen will. wichtig ist das nicht mehr passiert ist. Alles Gute noch für die Zukunft wünsche ich dem Taucher.
Antwort von SMALLAIR am 01.06.2003 - 02:36 Hi Pucher Gerhard,
dann ist das Diskussionsforum für Tauchunfälle also nur eingerichtet worden, um Tauchern, die Tauchunfälle überlebt haben für die Zukunft alles Gute zu wünschen.
Meiner Meinung nach sind "gute Wünsche für die Zukunft" sicherlich eine aufbauende und erfreuliche Geste für die verunfallten Taucher, allerdings ist es auch interessant Tauchunfälle ohne Schuldzuweisung und Streit zu analysieren,
um für sich selbst aus den Fehlern anderer zu lernen.
Um eine korrekte Analyse durchführen zu können sind jedoch einige Fakten von Nöten. Das ist der Grund, warum ich die o. g. Fragen gestellt habe.
Antwort von deepdiv0r am 01.06.2003 - 16:20 Also ich möchte noch sagen, dass ein automat vereist ist sehr selten, denn im attersee herrschen extreme bedingungen wenn man tief geht, bei mir ist der apex 200 in 50 m vereist...nicht weiter schlimm, denn 2 getrennte systeme ausserdem super buddyteam, ich bin mit dem vereistesten automaten normal aufgestiegen( ich weiss ich hätte erst abdrehen sollen, aber ich wusste es ist noch genug luft und da dachte ich mir in 50 m solche spielchen müssen ja nich sein wenn es nicht sein muss!!!!), oben hatte er sich beruhigt, deshalb frage ich mich warum er einen notaufstieg hingelegt hat??? und dem bericht zufolge war es auch erst der beginnn des tgs...also noch genug luft...
Antwort von Gerd am 01.06.2003 - 17:05 Da ich vor Ort war kann ich nur sagen wie es sich Abgespielt hat:
Regler auf 40m vereist,
Aufstieg mit Zweitregler des Buddys.
und erst auf 8m kam es zur Panik.
und nicht auf 40m.
kannst du noch sagen, warum es auf 8m zur Panik kam? es wundert mich etwas, da sich der TAucher in dieser geringen Tiefe doch wieder sicher fühlen müßte - ist ihm vielleicht der LA des Buddy aus dem Mund gerutscht?
Antwort von Herbie am 02.06.2003 - 11:25 So, jetzt die ultimative Klarstellung, der verunfallte Taucher bin nämlich ich! Außerdem schreiben hier offensichtlich einige, die nur Zweit- oder Dritthandinformationen haben. Außer Gerd, der objektiv berichtet.
Also, 4 Taucher (1 CMAS***, 3 CMAS** Taucher, die gerade die *** Ausbildung beginnen). Alle mit 2 getrennten Systemen, ausreichend Erfahrung (ich über 100 Tauchgänge) auch im Kaltwasser, alle waren schon mal auf 40 Meter. Wir tauchen also auf die 40 m Plattform, als mein Regler vereist, ich wechsle auf das zweite System, mein Buddy dreht das erste zu, als ich (subjektives Empfinden) Atemnot kriege. Ich gebe meinem Buddy das Zeichen "keine Luft", er gibt mir seinen Zweitregler und wir beginnen den geordneten Aufstieg. Der Grund für die Atemnot war ein Stimmritzenkrampf, vermutlich ausgelöst durch ein wenig kaltes Wasser, das beim Reglerwechsel in den Kehlkopf gedrungen ist (lt. Arzt im LKH Vöcklabruck).
Gesamte Tauchzeit 17 min, Aufstiegsdauer aus 40m : 8 Minuten, erst auf ca 8m bemerkten wir, daß durch meine erhöhte Atemtätigkeit (ich mußte stark pumpen, um überhaupt Luft in die Lungen zu bekommen) die Flasche meines Buddys schnell leer wurde, also sind wir von dort schneller hinauf. Panik war keine dabei, vor allem nicht bei meinem Buddy!!!
Durch das starke Atmen ist Wasser (auch wegen der Wellen an der Wasseroberfläche) in meine Lunge gedrungen, daher fiel mir auch an Land das Atmen schwer, was sich aber nach Gabe von Sauerstoff in recht kurzer Zeit gebessert hat. Danach: Rettungswagen in LKH Vöcklabruck, Beobachtung über Nacht, Entlassung am nächsten Morgen um 10h.
So, das wars! Vielen, vielen Dank an meine 3 Retter für das professionelle Verhalten, und ans LKH für die nette Aufnahme, ich hab sogar Extraportionen zu essen bekommen, was gar nicht so selbstverständlich ist im Spital.
LG
Herbie
Antwort von diveking am 02.06.2003 - 20:27 deepdiv0r wie wo was willst du uns eigentlich sagen.
bo ey bist du immernoch auf 50m
Antwort von diveking am 02.06.2003 - 20:32 @ Herbie sag mal ehrlich, nach so einem vorfall, freut man sich da auf dem nächsten tg, oder hat man da erst mal für ne weile die schnauze voll, vieleicht sogar das tauchen aufgibt, würde mich echt mal interessieren was da in einem so vorgeht
Antwort von Reinhard am 03.06.2003 - 07:14 @Herbie
Danke für deinen detalierten Bericht! Im Gagensatz zu den gemachten Spekulationen hast du 100% richtig reagiert und konntest aufzeigen, dass ein Buddyteam eben doch Leben rettet.
Antwort von Matthias am 03.06.2003 - 10:59 Da sieht man mal was einem noch dazwischen kommen kann, da hast Du einen Vereiser gehabt, ein zweites System dabei gehabt, der Buddy hat sofort richtig reagiert und dann bekommst Du Atemnot wegen einem Stimmritzenkrampfes, wer rechnet mit sowas. Da hast Du nochmal viel Glück gehabt, und richtig reagiert habt ihr natürlich auch. Du kannst mit dem Gefühl ins Wasser gehen einen Buddy zu haben auf den Du Dich verlassen kannst.
Eine Frage noch am Rande, was für einen Regler hattest Du ?
Gut Luft weiterhin !!
Antwort von Dieter am 03.06.2003 - 12:39 @Herbie
danke für deinen genauen Bericht, war sehr interessant!
Zu dem vermuteten Stimmritzenkrampf möchte ich noch folgende Theorie anführen.
Möglicherweise hast du beim Wechsel auf einen anderen Regler instinktiv deine Lungen vollgepumpt und sozusagen das Ausatmen "vergessen". Dies könnte ich mir auch als Ursache für deine subjektiv empfundene Atemnot vorstellen. Dieses Verhalten ist schließlich nicht ungewöhnlich in einer solchen Stresssituation. (man weiß ja nie wann man das nächste Mal Luft holen kann) Dabei kommt es durch den erhöhten CO2-Pegel zur Atemnot.
Für diese Theorie spricht auch der erhöhte Luftverbrauch, der durch bloßes Hin- und Herpumpen entsteht, wenn man bei Atemnot verbrauchte Luft in den Toträumen wie Luftröhre und Regler hin- und herpumpt und dabei die frische Luft aus der Flasche ins Wasser abbläst.
Bei einem Stimmritzenkrampf kommt es jedoch zu Hustenanfällen durch eingeatmetes Wasser und die Lunge wird durch die Stimmritze fast vollkommen verschlossen. Ein Aufstieg ist wegen der sich ausdehnenden Luft entsprechend problematisch, so dass eine Lungenüberdehnung sehr wahrscheinlich ist, die bei dir glücklicherweise nicht aufgetreten ist.
würde gerne deine Meinung zu meiner Theorie bezüglich des "vergessenen Ausatmens" hören
Antwort von Herbie am 03.06.2003 - 14:06 Nachdem es einige Fragen gibt, hier:
@ diveking
Schwer zu beschreiben, ich war natürlich unglaublich erleichtert und erlöst, als ich wieder an der Oberfläche war, ich war an diesem Wochenende natürlich nicht mehr tauchen, vor allem, erstens weil ich mich mental nicht danach gefühlt habe und zweitens, weil ich starken Husten hatte (bis Sonntag). Auch hat mir die ganze Rippenmuskulatur von der Anstrengung beim Atmen recht wehgetan (inkl. Muskelkater). Um Deine Frage zu beatworten: Gierig auf den nächsten TG war ich unmittelbar nicht, abgeschreckt aber auch nicht. Aufgeben werd´ ich´s sicher nicht!
@ Dieter:
Hustenreiz hatte ich die ganze Zeit, hab wohl auch gehustet, bloß mußte ich mich derart aufs einatmen (mit Gewalt und Kraft, sonst hätt´ ich keine Luft gekriegt) konzentrieren. Auch beim Ausatmen war die Anstrengung enorm. Jedenfalls ist die Lunge nicht geschädigt, offensichtlich ist es mir gelungen ausreichend ein- und auszuatmen.
Antwort von diveking am 03.06.2003 - 15:10 @ herbie, dann wünsch ich dir mal, das so etwas nie wieder vorkommt
Antwort von André am 03.06.2003 - 23:16 Hallo Herbie,
da ich auch gerade letzte Woche mit Vereisung zu tun hatte noch eine Frage:
Wie hat sich diese Verreisung geäußert? Sofort, heftig oder schleichendes Schieben? Welchen Automaten hast Du verwendet?
Das mit dem Stimmritzenkrampf gibt mir zu denken... ich tauche mit zwei separaten Flaschen und wechsel alle 50 bar den automaten. (vor dem Vereiser war es bei 100 und 50 bar - aber so ist es noch sicherer) vor dem Wechsel betätige ich kurz die Luftdusche des anderen Automaten, dann atme ich nochmal ein und blase durch den zweiten automaten aus.
Gruß,
A.
Antwort von David am 12.06.2003 - 15:47 @André
Mich würde interessieren, wieso Du dieses System mit dem mehrfachen Wechseln der Lungenautomaten bevorzugst und nicht erst dann wechselst, wenn es so weit (Vereisung) ist. Immerhin kühlt es so doch beide Automaten ab und im Ernstfall ist dann der Ersatzautomat auch gleich "vorgekühlt". Oder hast Du mehr als 2 Automaten dabei?
gute Frage.... warum mache ich das eigentlich...?
Zuerst habe ich es ja nicht so gemacht...aber es fühlt sich einfach ungut an mit einer fast leeren Flasche noch auf Tiefe zu hocken... und mein Vereiser passierte genau in dem Moment, als ich die erste Flasche schon auf 100 runter hatte...hätte ich das Ventil nicht erreicht, wären wohlmöglich 200 bar futsch gewesen!!!
Wechsel ich bei 150 und das gleiche passiert mir nochmal, habe ich mehr Reserve.
Naja, die Überlegung die dahintersteht geht von dem Fall aus, daß ich es nicht schaffe ans Ventil zu kommen...
Außerdem ist es auch eine sehr gute Kontrolle über den Luftverbrauch ... dann wäre noch zu erwähnen, daß der Gewichtsunterschied zwischen voll und leer schon einige Kilo sind und sich das etwas nervig bemerkbar machen würde...
Meine Philosophie der Redundanz geht davon aus, daß hinter jedem Regler ca. die Hälfte meines Luftvorrats stehen sollte... damit bleiben beide bis zum Schluß gleichberechtigt.
Der andere Ansatz, Hauptautomat und den zweiten nur zur Reserve (also eigentlich nie) kann etwas zum Schlampen verführen...
mental hat man dann die "Notkrücke" im Mund wenn es wirklich mal dazu kommt... das ist phsychologisch in etwa so wie beim Auto die blinkende Tankanzeige...
Mann sollte meiner Meinung nach in Punkto Vereiser unbedingt davon ausgehen, daß man technisch in der Lage ist mehrmals die Regler zu wechseln...die tauen ja auch wieder auf im Wasser... sonst ist nach dem zweiten Automaten schon Schluß.
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