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TU Attersee 23.10.2011 -HS-
Abgesandt von Redaktion-HS- Registriertes Mitglied am 24.10.2011 - 09:23:

Am Sonntag (23.10.2011) kam es im Attersee - im Bereich der "Schwarzen Brücke" zu
einem Unfall bei dem zwei tschechische Taucher ums Leben kamen.

Drei Tauchteams waren am Sonntag Nachmittag zu einem Tauchgang gestartet. Das
Buddyteam - bestehend aus einem 22jährigen und einem 34jährigen Taucher - stieg als
letztes Tauchteam ins Wasser. Als die beiden sich um kurz nach 17 Uhr noch nicht
wieder bei Ihren Kameraden eingefunden hatten, machten sich die Tauchkollegen auf
die Suche nach den beiden Männern. Zunächst wurde der 34jährige Taucher gefunden -
für ihn kam jedoch die Hilfe zu spät.
Die alamierte Polizei rückte dann mit der Spezialeinheit "Cobra" an, desweiteren
beteiligten sich Feuerwehrtaucher an der Suche nach dem 22jährigen Vermissten. Gegen
21.30 Uhr konnte dieser dann in einer Wassertiefe von 30 Metern ausgemacht und
gebrogen werden.

Quellen:
Hier klicken
Hier klicken
Hier klicken

Dank an die zahlreichen Melder.

-------------------------------------------------

Bitte beachtet, beim Posten, dass nur folgende Postings freigegeben werden:

- neue Informationen zum Unfallhergang
- neue Fragen die sich daraus ergeben
- neue Lösungsansätze für das beschriebene Problem

Nicht freigegeben werden:

- reine Beileidsbekundungen
- allgemeine Betrachtungen
- ungesicherte Spekulationen über den Unfall
- off Topic Beiträge
- Fragen und Beiträge die schon vorliegen




Antwort von kammei Registriertes Mitglied am 24.10.2011 - 21:36
hallo,

hab hier noch einen link gefunden:

Hier klicken
Antwort von Harry Redaktionsmitglied am 25.10.2011 - 12:26
Etwas mehr Details zum Unfallhergang:
Hier klicken

Harry
Antwort von Newmie Registriertes Mitglied am 25.10.2011 - 10:09
Die Lage des zunächst noch vermissten Tauchers konnte mit Hilfe eines Sonargeräts durch Einsatzkräfte der Österreichischen Wasserrettung (ÖWR) eingegrenzt werden. Zwei Taucher des EKO-Cobra konnten das Opfer dann lokalisieren und ein Seil anbringen. Das Opfer wurde dann vom ÖWR-Boot aus an die Oberfläche gebracht und von Einsatzkräften der Feuerwehr und der Wasserrettung an Land gebracht.
Laut OÖNachrichten (Hier klicken) war die Pressluftflasche des gegen 21:45 geborgenen 22-jährigen Tauchers leer. Dort wird über ein Problem mit dem Atemregler spekuliert.
Alles weitere wird ein Sachverständiger klären müssen.
Antwort von roobert Registriertes Mitglied am 27.10.2011 - 12:32
Hier ein weiterer Bericht (Kleine Zeitung).

Titel: "Gibt es ein Bermudadreieck im Attersee?", Gespräch mit Tauchlehrer Helmut Resch.

Hier klicken
Antwort von tetmor Registriertes Mitglied am 04.11.2011 - 20:26
Stellt endlich eine topografische Karte des Tauchreviers „Schwarze Brücke“ auf.

Unwissenheit über die Unterwassergegebenheiten halte ich für die wesentliche Ursache von Tauchunfällen.

Ich selbst kenne zwei Taucher, die dort einen Jubiläumstauchgang zum Beispiel ihren 600sten bis auf 60 m machen wollten. Diese 60 m sind aber nicht einfach zu finden (siehe Beitrag von Helmut Resch Hier klicken). Wer sich eine solche oder ähnliche Tiefe dort vornimmt, ist unter Umständen lange unterwegs, baut Deko-Zeit auf, und bekommt schnell ein Luftproblem. Das führt dann hin und wieder dazu – so auch bei meinen zwei Tauchern – dass ein Aufstieg im Freiwasser erfolgen muss. Und das ist nun mal nicht jedermanns Sache bzw. birgt Unfallgefahr.
Deshalb: Aufklärung, Hinweistafel mit konkreter Unterwassertopografie ist besser als Kreuze.
Antwort von kwolf1406 Registriertes Mitglied am 19.11.2011 - 00:37
Hi,
"Wer sich eine solche oder ähnliche Tiefe dort vornimmt, ... führt dann hin und wieder dazu... dass ein Aufstieg im Freiwasser erfolgen muss."

Wer sich eine solche oder ähnliche Tiefe vornimmt, sollte in Freiwasseraufstiegen geübt sein: Die eigene Grenze ist da, wo man nicht mehr allein und ohne Referenz sicher an die Obertfläche kommt.
Antwort von Sestre Registriertes Mitglied am 19.11.2011 - 09:29
@ tetmor
Es gibt eine ganz gute Karte von dem Tauchplatz,
leider wird diese nicht am Tauchplatz angebracht.
Auf der anderen Seite hat die ARGE Tauchen gar kein Interesse, Tauchplätze jenseits der Sporttauchgrenzen zu beschreiben.
Zu deinen Bekannten, auch wenn man einen Jubiläums Tauchgang machen will und bereits die Erfahrung von 600 TG hat, heißt es noch lange nicht, daß man auch im Kaltwasser einen 60m TG
machen kann, da sollte man eigentlich kein Problem mit der Gasplanung und der, bei einem 60m
TG zwangsläufigen anfallenden Deko haben.
Vor allem aber sollte man mit einem Tauchplatz schon vertraut sein um so einen Tauchgang zu machen. Genau diese Umstände die du da beschreibst führen häufig zu den Tauchunfällen an der Schwarzen Brücke.
Antwort von Kaiho Registriertes Mitglied am 19.11.2011 - 18:41
Diese Diskussion hier ist nicht zielführend. Es geht doch darum, wie solche Unfälle verhindert werden können. Dass solche Tauchplätze wie die schwarze Brücke Stickstoffjunkies geradezu magisch anzieht ist auch klar. Mit der Tiefe ist es halt so wie mit jeder Droge auch - die einen können damit umgehen, die anderen nicht. Und der Grad der Berauschung ist nicht zu unterschätzen - versucht mal auf 50m Tiefe Rechenaufgaben zu lösen ...... - ihr werdet sehen, dass das nach dem Konsum einer Flasche Schnaps noch viel besser geht, als in den Tiefen des Sees.

Genau das spiegelt sich, gepaart mit Selbstüberschätzung, taucherischem Unvermögen, Besserwisserei, mangelnder Ausrüstung und in den meisten Fällen fehlenden Notfallübungen in der Unfallstatistik solcher Tauchplätze wider.
Ich bin hier im Salzkammergut Anlieger und muss mir immer wieder den Missmut der, bei den Unfällen beteiligten Rettungskräfte anhören, weil die sich bei den Einsätzen nicht selten selbst in Lebensgefahr begeben müssen.

Es sollten für solche Tauchplätze keine Tauchverbote erlassen werden, wie immer wieder diskutiert wird, sondern Sicherheitsauflagen. Das könnte z.B. so aussehen, dass an Stellen mit derartiger Unfallhäufung nur noch geführte Tauchgänge zugelassen werden, bei denen ein ortsansässiger oder ortskundiger Instructor dabei ist - dann wäre im Ernstfall wenigstens schon mal fachkundige Hilfe zur Stelle. Ausserdem würde das konsequent Ausrüstungsmängel vermeiden, womit schon mal eine mögliche Unfallursache ausgeschalten wäre - das gleiche gilt für die Überschreitungen der Tiefengrenze für Sporttaucher. Wenn das missachtet wird, dann könnte ja z.B. jeglicher Versicherungsschutz verwehrt werden. Taucher halten sich recht gut an Verbote wie man am Wolfgangsee an der Franzosenschanze in der Tauchverbotszeit wegen Laichschutz beobachten kann.

Ganz vermeiden lassen werden sich Ernstfälle bei diesen Bedingungen nicht, aber es wäre wenigstens ein guter Schritt zur Unfallvermeidung. Ein Schritt in die richtige Richtung, denn solche Unfallhäufungen sind ja auch massiv rufschädigend für die gesamte Sporttaucherei!
Antwort von kwolf1406 Registriertes Mitglied am 20.11.2011 - 10:59
Die Grenzen zwischen verantwortungsvollen Regeln und Gängelei sind fließend. Daher sollten Regeln nur gemeinsam mit einem repräsentativen Querschnitt von Tauch-Interessensvertretern getroffen werden.
PS: Auch Tekkies sind Sporttaucher
Antwort von Kaiho Registriertes Mitglied am 20.11.2011 - 14:06
Laut einem Beitrg in Taucherforum.at zu diesem Unfall war dieses Buddy-Team jeweils nur mit einer 1. Stufe unterwegs. Das würde diesen Unfall bzw. die Unfallursache in gewisser Weise erklären, obwohl auch das eine Vermutung bleiben wird. Dabei ist aber zu bedenken, dass selbst eine gutachterliche "Feststellung" auch nicht mehr ist, als ein Versuch der Rekonstruktion der Ereignisse aufgrund bekannter Fakten - also genau genommen auch nicht mehr als eine Spekulation.

In jedem Fall sind Tauchgänge ohne zwei 1.Stufen in unseren Seen hochgradig verantwortungslos gegenüber sich selbst, dem Buddy sowie den Rettungskräften. Es muss, in welcher Weise auch immer unterbunden werden, dass Taucher immer wieder mit, für die herrschen Bedingungen völlig ungeeigneten bzw. unzureichenden Ausrüstungen ins Wasser gehen.

Hier ist auch Kritik an der ARGE Tauchen angebracht, die zwar schöne Tafeln mit Tauchplatzbeschreibungen angebracht haben, aber einen deutlichen Hinweis darauf, dass diese Tauchplätze nur mit entsprechender Ausrüstung betauchbar sind, sucht man darauf vergebens. Das gleiche gilt für die Dive-Card der Bundesforste, die ja eine Bergeversicherung enthält - auch da gehört als Bedingung für den Versicherungsschutz eine entsprechende kaltwassertaugliche Ausrüstung drauf (alle östereichischen Seen im Besitz der Bundesforste sind kalt).

Wir wollen alle, dass weniger passiert und nur wenige von der grossen Masse graben hier in den Unfallforen rum - das heisst, dass man die grosse Mehrheit auf andere Weise auf diese Gefahren stossen muss. Grosse, nicht zu übersehende Hinweistafeln an den relevanten Plätzen wären zumindest ein Anfang genau so wie bessere Ausbildungen in den Urlaubsdestinationen, die auch die Gefahren des Kaltwassertauchens beinhalten ..........

PS: Ich weiss, dass Tekkis auch Sporttaucher sind, genauso wie Berufstaucher, die zu ihrem eigenen Vergnügen tauchen. Ein Tekkie käme wohl niemals auf die Idee mit derartigen Ausrüstungen ins Wasser zu gehen, ausserdem haben Tekkies ganz andere Erfahrungswerte und damit auch ein anderes Gefahrenbewusstsein - muss diese Erbsenzählerei denn sein?
Antwort von kwolf1406 Registriertes Mitglied am 21.11.2011 - 10:07
Ich hoffe, das ist jetzt nicht zu OT, aber eine kurze Antwort sollte mir erlaubt sein.

Mein Satz war eine rhetorische Erbse, die eigentlich zum Nachdenken anregen sollte:
Im Zusammenhang mit Unfällen wird oft zu Recht über mangelnde, den Gegebenheiten unangepasste Ausrüstung, Erfahrung und Kenntnis diskutiert. Darüber sind wir uns völlig einig. Ich halte es aber für eine unzulässige Verkürzung, Grenzen von Fähigkeiten mit dem Schlagwort „Sporttaucher“ zu belegen. Das wird der Mehrheit gut ausgebildeter, gut ausgerüsteter und erfahrener Sporttaucher (von der formalen Ausbildungsseite her betrachtet etwa CMAS **/Rescue diver oder äquivalent) nicht gerecht. Langsam fühle ich mich gegenüber dem Hype-artig erhobenen Tekki diskriminiert. Technisches Tauchen ist gelerntes Mischgastauchen. Mehr nicht. Der Rest ist Können oder Nichtkönnen. In allen Bereichen gibt es Schnellbleiche der Ausbildung.
Man sollte keine Klassifizierung kolpotieren, die nichts taugt.
Antwort von Kaiho Registriertes Mitglied am 21.11.2011 - 13:53
@ kwolf1406
"Die Grenzen zwischen verantwortungsvollen Regeln und Gängelei sind fließend. Daher sollten Regeln nur gemeinsam mit einem repräsentativen Querschnitt von Tauch-Interessensvertretern getroffen werden."

Das ist eigentlich nicht mehr eine Sache von Tauch-Interessenvertretern, obwohl ja gerade diese Interesse an Unfallvermeidung haben sollten, das aber offensichtlich nicht in den Griff bekommen.

Da es hier ja auch um Fremdgfährdungen (Teampartner, Rettungskräfte) geht, ist es geradezu verwunderlich, dass da nicht schon von staatlicher Seite eingegriffen wurde. An jeder gefährlichen Kurve steht spätestens nach dem 3. Toten ein 60-Kmh-Schild und im Gebüsch daneben lauert ein Wegelagerer mit dem Blitzer. Noch extremer ist das Betäubungsmittelgesetz, da ist es schon möglich, dass alleine eine Selbstgefährdung schon zur staatlichen Freiheitsberaubung (Knast) führt - kommt es hier zu Fremdgefährdungen (Weitergabe) erreicht die Höhe der staatlichen Sanktionen das Niveau von Mördern, Räubern und Totschlägern. Wir sollten also mehr als froh sein, dass uns der Staat weitgehend in Frieden lässt. Gerade das Betäubungsmittelgesetz zeigt aber, dass Verbote alles andere als zielführend sind und eher eine kontraproduktive Wirkung zeigen - also auch hier nicht angebracht sind.

Der Vergleich mit dem Betäubungsmittelgesetz ist übrigens hier mehr als angebracht, denn gerade Tauchen und hier speziell Tieftauchen ist asolut suchtrelevant. Es geht um das Aussteigen aus der Realität und das Eintauchen in eine andere Welt - dazu kommt, dass der Stickstoff unter Druck tatsächlich zum Betäubungsmittel wird und damit die gleiche "Konsummotivation" dahinter steckt, wie bei allen anderen Drogen auch - die Gefahren sind hier anderer Natur, aber offensichtlich vorhanden .....

Dann möchte ich noch anmerken, dass der Anteil der bei der schwarzen Brücke verunglückten Tekkies alles andere als unerheblich ist, womit die suggestive Anmerkung, dass auch Tekkies Sporttaucher sind (die vermeintlich besseren und sichereren) absolut unangebracht ist.

23 Tote in 10 Jahren an einem einzigen Tauchplatz, das ist entschieden zu viel und es ist tatsächlich Handlungsbedarf gegeben - in welcher Form auch immer. Ich halte Verbote für den falschen Weg, aber unübersehbare Gefahrenhinweise und ggf. auch behördliche Auflagen sind hier offensichtlich notwendig, wenn es die Tauch-Interessenvertretungen nicht in den Griff bekommen, die Tauchergemeinschaft realitätsnah aufzuklären und entsprechend ein- bzw. anzuweisen.

Es muss ja nicht sein, dass das Tauchen vom gemeinen Fussvolk als Kamikazesport betrachtet wird, aber genau das passiert bei derartigen Unfallhäufungen bzw. ist im Bereich Attersee bereits passiert. Gerade deshalb müssen wir uns über die ständigen Verbotsdiskussionen nicht wundern - Wenn man sich die staatlichen Reaktionen auf vergleichbare Gefährdungstatbestände betrachtet, dann ist es eher verwunderlich, dass noch kein Verbot ausgesprochen wurde. Ein Verbot wollen wir alle nicht, also besteht dringender Handlungsbedarf das anderweitig in den Griff zu bekommen! Sollte das nicht gelingen, dann wird ganz sicher früher oder später die staatliche Hilflosigkeit eintreten und ein Verbot ausgesprochen werden - woran ich mich ganz sicher nicht halten werde .....

Ich hoffe mit diesem Beitrag einen Denkanstoss zu geben, was vor allem an die Adresse der Tauch-Interessenvertretungen gerichtet ist ....
Antwort von TSTeufelsrochen Registriertes Mitglied am 22.11.2011 - 07:48
@Kaiho
im Grossen und Ganzen gebe ich dir in deinen obengemachten Aussagen recht, nur am Ende des vorletzten Absatzes
........ und ein Verbot ausgesprochen werden - woran ich mich ganz sicher nicht halten werde .....
finde ich absolut unangebracht. Denn durch solche Leute werden dann (die sich nicht an Verbote halten), dann die Auflagen noch erhöht, bzw. dann nicht der Tauchplatz sondern gleich der ganze See gesperrt, so wie es ja in Deutschland bereits vielerorts ist.
Gruss Reinhold

Antwort von stau Registriertes Mitglied am 22.11.2011 - 10:07
@kaiho: Jetzt lass bitte die Kirche im Dorf!
Tauchen jenseits der Vernunftgrenze als Fremdgefaehrdung zu klassifizieren und mit "besoffen autofahren" zu vergleichen und deshalb nach staatlicher Reglementierung zu rufen ist doch etwas skurril! Rettungskraefte - eigentlich muessten sie Bergungskraefte genannt werden - werden nie dazu gezwungen, ihr Leben bei der Bergung von Leichen aufs Spiel zu setzen. Taete das der eine oder andere doch, muesste die Qualifikation der Einsatzleitung hinterfragt werden. Dort ist sicherzustellen, dass auch die Einsatzkraefte die Vernunftgrenze nicht ueberschreiten (Stichwort `30 Meter sind genug`). Ich glaube aber, die wissen eh ganz genau, was sie tun und setzen sich keiner Gefahr aus, die nicht abzuschaetzen ist.

Ansonst sind doch nur die Mitglieder des Tauchteams gefaehrdet. Das sind Menschen, denen im Alltag ein Mindestmass an Hausverstand zugestanden wird. Warum sollen sie also bei einer gemeinsamen, abgestimmten Unternehmung, bei der Dritte keine Gefaehrdung erleiden, durch Vorschriften gegaengelt werden? Das sind Menschen, die sich zu einer Gefahrengemeinschaft zusammenfanden und sich ueber die damit verbundenen Gefahren bewusst sind.

Werden Wanderer daran gehindert oder gar dafuer bestraft, wenn sie mit Sandalen in die Berge ziehen? Oder denke an die erschreckende Zahl von Menschen, die im alpinen Raum, beim Wandern, Klettern, Schifahren im letzten Jahr ihr Leben verloren (eine deutlich groessere Zahl jaehrlich als die von Dir zitierten 23 toten Taucher in 10 Jahren) (Hier klicken). Wer ruft dort nach Gebots-/Verbotstafeln auf den Pisten? Und was sollen sie bringen. Bekannt werden ja nur jene Unfaelle, die toedlich endeten. Und Toten wird es letztlich ziemlich egal sein, wenn ihnen nach ihrem Tode z.B. der Staatsanwalt auf die Zehen tritt.

Ich propagiere das vernuenftige, eigenverantwortliche Tauchen. Ich gehe davon aus, dass ein Tauchteam seinen Tauchplan abgestimmt hat und ein eventuelles Risiko gemeinsam bewusst traegt. Dritte sind nicht betroffen und sollen sich nicht in deren Angelegenheit mischen. Es handelt sich schliesslich nicht um potentielle Selbstmoerder, die vor sich selbst zu schuetzen waeren.

Sollte die Ausruestung den herrschenden Bedingungen nicht angemessen sein (z.B. nur eine erste Stufe), dann ist dies in erster Linie das Problem des jeweiligen Tauchers und des Tauchteams. Es sind alle ausgebildete Taucher und muessten wissen, was sie tun (oder eben nicht tun aber tun sollten) und eben moegliche Konsequenzen aus einem Fehlverhalten tragen. Passieren dann Unfaelle, moeglicherweise toedliche, dann ist das ganz sicher tragisch, aber letztlich doch Tod durch Eigenverschulden.

Wenn Du vom Suchtmittel `Stickstoff` sprichst, hast Du natuerlich Recht - es ist sicherlich ein Suchtmittel. Genau so wie Alkohol, den sich jemand zuhause hinter die Binde kippt. Das ist allgemein bekannt und doch wird der Konsum (zuhause, nicht beim Autofahren!) durchaus toleriert, und der Staat streift beim Kauf dieser Drogen mehrere Steuern ein - `Pecunia non olet`. Wenn sich also ein Taucher bewusst diese Droge `Stickstoff` zufuehren will, dann wird ihn niemand daran hindern koennen und auch wohl nicht wollen - jedem sein Laster! - solange keine Unbeteiligten betroffen werden. Geht`s gut, merkt`s hinterher keiner. Geht`s schief und gibt`s nachher wieder einen Toten mehr, dann kann dies keine Regelung der Welt ungeschehen machen. Wozu also Massregelungen staatlicherseits? Aendert ein generelles Tauchverbot an gewissen Tauchplaetzen etwas? Ja, sicher. Aber sperrt man Schipisten komplett, nur weil gelegentlich ein Pistenrowdy drueberfaehrt und Unschuldige dabei niedermaeht und schwer verletzt oder gar toetet? Nein, denn da gibt es handfeste finanzielle Interessen, die Angelegenheit klein zu halten, sie unter den Teppich zu kehren.

Warum sollen jene tausende Taucher, die jedes Jahr den Attersee besuchen und sich veruenftig verhalten und mit herrlichen Tauchgaengen belohnt werden - auch und vielleicht besonders an der Schwarzen Bruecke, fuer die Unvernunft einer Handvoll Kamikazetaucher bluten und auf ihr ungegaengeltes, freies Tauchen verzichten muessen?

Aus Deinen Postings laesst sich ein gewisses Sendungsbewusstsein rauslesen. Warum muss `wie auch immer unterbunden werden`, dass Taucher mit nur einer ersten Stufe tauchen gehen. Das ist doch die freie Entscheidung jedes Einzelnen, sich nach eingenem Gutduenken auszustatten. Wenn sein Tauchpartner daran nichts auszuseten hat, dann passt es fuer die beiden - Punkt. Dass Du als aussenstehender Dritter nach Reglemetierung (Du sagst wohlweislich nicht, wie Du Dir diese vorstellst ) rufst, diesen beiden Tauchern quasi verbieten willst, so ausgestattet zu tauchen, ist doch wohl als unverschaemte Anmassung Deinerseits zu werten. Die schwache Begruendung, es seien ja dadurch Rettungskraefte gefaehrdet, geht ins Leere (siehe oben). Und Selbstgefaehrdung ist in Oesterreich (noch?) immer nicht verboten.
Und Dein Vorschlag, `nur mehr gefuehrte` Tauchgaenge zuzulassen, scheint doch eher einer beschwingten Faschingslaune zu entspringen.

Ist es wirklich sooo relevant, wie das `gemeine Fussvolk` darueber denkt? Wird da nicht mit zweierlei Mass gemessen, wenn diesem `Fussvolk` der jaehrliche Blutzoll auf den Schipisten sch....egal ist, es aber angesichts einer leicht ueberschaubaren Anzahl an Tauchtoten jaehrlich in Wehklagen ausbricht?
Was ja gar nicht belegt ist. Wer ist denn dieses Fussvolk. Ich kenn niemanden. Ja, die Leute wundern sich, warum immer wieder mal in den Medien von Tauchunfaellen berichtet wird. Aber das laesst sich dann immer wieder mit wenigen Worten erklaeren. Es ist halt nicht jedermann verstaendlich, was dabei ablaeuft. Ueber die taeglichen Berichte ueber toedliche Verkehrsunfaelle redet niemand, da weiss jeder, was Sache ist. Ich habe auch nie gehoert, dass sich ein gewisser Ex-Landesrat je ueber die deutlich groessere Zahl der jaehrlichen Verkehrstoten geaeussert hat - ist ja nicht so spektakulaer, daran haben wir uns gewoehnt.

Wo werden staendig Verbotsdiskussionen gefuehrt? Im Kreise von besonders Sendungsbewussten und von diesem Ex-Landesrat, der selbst kein Taucher ist und seine Meinung zum Thema von Einfluesterern bezog.
Bei Berichten ueber Tauchunfaelle wird jeder hellhoerig und sie bieten Politikern Profilierungspotential. Da kann man als Politiker zeigen, dass man`s drauf hat, dass man der Mann der Stunde ist, der hart durchgreift - nach dem Motto "Ich hab die Loesung! - was war doch noch das Problem?"

Es ist nicht und war nie die Aufgabe von Arge-Tauchen, das Tauchen zu reglementieren oder die Taucher am Haendchen zu fuehren, sondern quasi die Verbindung zwischen den Bundesforsten und den Tauchern herzustellen und ueber Vertraege so das freie Tauchen in etlichen Seen Oestereichs zu ermoeglichen. Die Pflege der Einstiegsbereiche bzw. das Anbringen von Tauchplatzskizzen ist mit viel Aufwand fuer die Arge verbunden und wird ihr (siehe stark ruecklaeufige Mitgliederzahl) nicht wirklich gedankt. Jedenfalls ist es das Verdienst der Arge, in muehevollen Gespraechen mit den massgeblichen Stellen erwirkt zu haben, dass keine Tauchverbote ausgesprochen wurden und freies Tauchen am Attersee weiterhin moeglich ist.

Zu Tauchplatsperren:
<Sollte das nicht gelingen, dann wird ganz sicher früher oder später die staatliche Hilflosigkeit eintreten und ein Verbot ausgesprochen werden - woran ich mich ganz sicher nicht halten werde ..... >
Du gehst also selbst mit `gutem` Beispiel voran und ignorierst behoerdliche Vorgaben. Damit drueckst Du selbst am besten aus, was von Deinen Ideen zu halten ist - Stoff fuer die Rundablage.
Antwort von kwolf1406 Registriertes Mitglied am 22.11.2011 - 10:54
@Kaiho
„Das ist eigentlich nicht mehr eine Sache von Tauch-Interessenvertretern, obwohl ja gerade diese Interesse an Unfallvermeidung haben sollten, das aber offensichtlich nicht in den Griff bekommen.“
Woran machst du das fest? In den Griff bekommen, heißt ja eigentlich, eine Weisungsbefugnis mit Durchsetzungsmöglichkeiten zu haben. Das sind beim Tauchen nur Seeinhaber/Pächter, die ein Hausrecht innehaben. Wer sonst, als Verbände, legen Verhaltenscodex, Ausbildungsstandards und Ausrüstungsempfehlungen fest? Da sehe ich, trotz Diskussionswürdigkeit im Einzelnen, dass die einschlägigen Verbände gute Arbeit leisten. Lies z.B. den aktuellen „Sporttaucher“, das Verbandsblatt des VDST: Da sind aktuell zufällig eine Reihe der wichtigsten Themen für das Kaltwassertauchen. Die Ausbildungsstandards des VDST (z.B., weil ich sie kenne) sind gut. Unter Tauchinteressensvertretern meine ich u.a. solche Verbände, mit lokalen Vertretern, um lokalen Besonderheiten Rechnung zu tragen (s. Bodensee-Regelungen).

„Der Vergleich mit dem Betäubungsmittelgesetz ist übrigens hier mehr als angebracht…“
Nein, geht’s noch? Das ist ein grob fahrlässig falscher Vergleich: Wie soll ein Außenstehender in so einen öffentlichen Forum das verstehen? Tauchen hat mit Sucht nichts zu tun. Hier werden keine Endorphine, wie beim Marathonlauf ausgeschüttet. Tauchen hat keine kriminelle Attitüde. Kein verantwortungsvoller Taucher sucht die N2 Narkose, die ja weder süchtig noch sonstwie nachhaltig wirkt, "nur" akut belämmert macht. Tiefe braucht angepasstes, fähiges und aufmerksames Tauchen. Dazu braucht man keinen solch unsäglichen, falschen Vergleich, der eher öffentlichen Schaden anrichtet.

„…die suggestive Anmerkung, dass auch Tekkies Sporttaucher sind (die vermeintlich besseren und sichereren) absolut unangebracht ist.“
Tekkies sind nicht besser oder schlechter, sie tauchen Mischgas. Ansonsten gibt es auch da gute und fragwürdige – wie überall. Ich wehre mich generell gegen solche Klassifizierung im Zusammenhang mit Können und Grenzen. Mehr war nicht gemeint.

Ansonsten schreibst du auch viel, was ich genauso sehe. Verbote und gesetzliche Regelungen wollen wir nicht. Taucher sind besser, als ihr Image. Wie viel getaucht wird, passieren auch viele Unfälle. Natürlich muss mit viel Phantasie dagegen gearbeitet werden, wir sollten wirklich immer überlegen, wie vernünftiges Verhalten für immer mehr Taucher Standard wird.

Damit beende ich die Diskussion hier. Ggf. können wir in einem anderen Forum weiter darüber reden.
Antwort von Kaiho Registriertes Mitglied am 23.11.2011 - 12:10
Ich habe nicht mehr getan als einen Vergleich aufgestellt wie hochgradig paranoid der Staat auf Gefährdungstatbestände reagiert. "alkoholisierte Autofahrer" kommen darin nicht vor. Leider bläst die Presse in ihrer Sensationsgier solche Unfälle immer masslos auf, was eine behördliche Reaktion geradezu provoziert. Beamten verstehen nun mal nichts vom Tauchen, die sehen nur Tod = Gefahr = Handlungsbedarf für Regelmentierung .....

Den Vergleich mit dem Betäubungsmittelgesetz habe ich ganz bewusst benutzt, um zu zeigen, dass auch reine Selbstschädigungen (als rechsstaatliches Kuriosum) schon zu strengstens sanktionierten Verboten führen können und das gleichzeitig zum absoluten Unverständnis der Sache selbst führt - Sucht ist nämlich nicht substanzgebunden. Ausserdem zeigt gerade dieser Vergleich, dass inkompetente staatliche Bevormundung immer wirkungslos bzw. kontraproduktiv bleiben wird - das wäre bei generellen Tauchverboten wohl nicht anders.

Dann ist ausserdem davon auszugehen, dass diejenigen, die da mit mangelhafter Ausrüstung ins Wasser gehen, das aus Unwissenheit tun, denn wer begibt sich schon wissentlich in derartige Gefahren? Und gerade da verstehe ich überhaupt nicht, dass ihr euch so gegen behördliche Auflagen sträubt, denn gerade eine Auflage, dass zwei 1. Stufen behördlich vorgeschrieben werden, dürfte jedem verantwortlichen Taucher ziemlich egal sein, denn das ist sowieso selbstverständlich - oder? Trotzdem wäre das eine Massnahme, die mit absoluter Sicherheit die Unfallhäufigkeit in unseren Seen massiv reduzieren würde und gleichzeitig das "eigenverantwortliche Tauchen" in keiner Weise einschränken würde. Die absolute Mehrheit der Atterseetaucher hat das sowieso und es ist die kleine Minderhet, die nur mit einer ersten Stufe ins Wasser geht, aber gerade diese Minderheit steigert die Unfallhäufigkeit in einem Mass, das massiv rufschädigend für die ganze Tauchergemeinschaft ist und wenn die das nicht selbst wissen, dann muss man es ihnen eben vorschreiben - wo ist da das Problem?

Die Tauchinteressenvertreter sollten eine derartige behördliche Auflage sogar im Sinne der Gefahrenminmierung anregen und den Vollzug unterstützen, um weiterreichende Verbote längerfristig zu verhindern - manchmal muss man Vernunft eben erzwingen ...........
Antwort von T.Rolli Registriertes Mitglied am 24.11.2011 - 01:04
Die beiden Jungs sind schon ganz gut aufgerüstet gewesen, an der Oberfläche in Richtung Wand geschwommen und dann abgetaucht.
Große Wings mit mindestens 20l, D12 und D7 (ob die D7 als 200 oder 300 bar Ausführung? keine Ahnung),
sowie je 80 und 40 cuft Flaschen (Inhalt der Doppelflaschen ???, Stages mit MOD 21 und 6 gekennzeichnet),
focussierbare Tanklampen, dazu Uwatec Digital 330 am Arm und das alles nach "DIR" konfiguriert.

Wenn ich das lese was ihr hier teilweise so schreibt, treibt es mir erneut die Tränen in die Augen.

Beste Grüße

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