TU Attersee, 1.5. Abgesandt von Redaktion (HM) am 01.05.2008 - 18:50:
Ein 18-jähriger Wiener ist heute in Unterach am Attersee bei einem Tauchgang verletzt worden. Der junge Taucher geriet in einer Tiefe von 18 Metern in Panik und tauchte daraufhin zu schnell auf. Mittaucher alarmierten die Rettung. Der Verunglückte wurde mit dem Rettungshubschrauber abtransportiert.
Quelle: ORF OÖ
Antwort von RichiH am 01.05.2008 - 19:45 Waren die 18 Meter seine Maximaltiefe oder war er davor schon niedriger? Wenn er nur kurz dort unten und auch nicht tiefer war ist es ja zum Glueck nicht _so_ schlimm..
Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass das der Tauchverbotsfraktion in OOE nicht noch Munition gibt..
Richard
Antwort von Gaul am 01.05.2008 - 21:22 bei 18 Meter warum
Antwort von boesewicht am 02.05.2008 - 12:15 Regt euch nicht auf - der Beschreibung nach dürfte es sich um einen Anfänger gehandelt haben und tauchunfälle werden immer wieder vorkommen - egal an welchem Gewässer ...
Antwort von Doppeldreier am 02.05.2008 - 16:39 @RichiH
nur zur Info. Wenn jemand in Panik gerät kann eine Tiefe von 0,5 m schon zu tief sein. Habe mal gelesen das 50% der ertrunkenen Taucher die Oberfläche noch erreicht haben, dann aber ertrunken sind weil sie nicht schnell genug genügend Auftrieb herstellen konnten. Dann gibt es ja noch sowas wie Überdruckbarotrauma.
Gruß,
D3
Antwort von RichiH am 02.05.2008 - 08:59 Gaul: Mit 18 darf er ja schon die fieseren Scheine machen (oder Jemand tut es einfach so). Wenn er sich nun fuer ne Viertelstunde mit Luft auf 40 Meter setzt hat er zwar nicht so die Riesendeko, er ist aber mehr aufgesaettigt als er es mit fuenf Minuten auf 18 Metern ist.
Uns ist zum Beispiel mal ein Guide auf Pressluft nach circa 30 Minuten von 12 Metern hochgeschossen (Bleigurt verloren..) und er hatte absolut nichts, was er gespuert haette und wollte kein O_2 (oder er hat gelogen, weil er sich die Schande sparen wollte. Unsere Gruppe hat versprochen, Niemandem was zu sagen (und nein, das hier gilt nicht, keiner hier kennt ihn, ich weiss den Namen nicht mal mehr..)).
Da du ihn zu kennen scheinst: Gehst ihm gut?
Richard
Antwort von Hammerhead2004 am 02.05.2008 - 20:25 Wenn ich das wieder lese... nur 18 meter....,aber bei 18 meter panik, jacket voll aufpumpen und luft anhalten..da sind 18 meter sehr tief!
mein erster Kommentar wurde scheinbar vom www verschluckt.
Richi muß noch mal in der Theorie nacharbeiten:
Es gibt auch noch andere Deko-Unfälle ausser "Caisson"
Antwort von RichiH am 05.05.2008 - 09:24 Dass auch von 18 Metern hoch mehr als genug passieren kann ist mir durchaus bewusst, ich wollte auch nichts kleinreden. Trotzdem sind wir uns doch einig, dass die Chancen von Jemanden der grad auf 18 Meter runter ist in jedem Fall besser sind als von einem der noch ne Stunde Deko draufhat.
Falls das also, besonders durch die Guidestory, falsch ruebergekommen ist: Das sollte den Unfall nicht kleinreden.
Richard
Antwort von Diverion am 06.05.2008 - 14:21 Auch in "nur" 18 m Tiefe kann man Panik bekommen. Ich finde es recht überheblich, dass hier einige "Experten" und Instruktoren meinen, dass Ihnen sowas nie passieren könnte und dass sie absolut imun seien gegen Panik. Panik fragt weder nach der Ausbildungsstufe, noch nach der Tiefe, noch nach dem Verband oder der Wassertemperatur. Sie kommt einfach und setzt Dich ausser Gefecht!
Panik kann jeden treffen
auch einen Instruktor!
auch einen "erfahrenen" Taucher
auch einen der so schlauen Schreiber
auch Dich!
Dagegen kannst Du gar nicht viel machen!
Was abgeht bei wirklicher Panik, das können nur Menschen erzählen, die es wirklich erlebt haben. Und jeder weiss, wenn er "es" im Griff hatte, war es nicht wirklich Panik!
Ich begreiffe absolut, dass dies nicht jeder versteht.
Was ich aber absolut nicht verstehe ist, dass mehrere Instruktoren, Schulungen und über 30 Taucher am Unfall-Tauchplatz waren, aber nicht ein einziger Sauerstoff verfügbar war!
Glück, dass genau zur Unfallzeit eine Tauchschule mit Sauerstoff an den Tauchplatz kam und ruhig und besonnen gleich das Heft in die Hand nahm und dem Verunglückten half. Der Rest stand nur fotografierend (!!!) rum oder klopften dem Verunglückten mit Bemerkungen wie "Das wird schon wieder" ratlos auf die Schultern.
Ich begreife nicht, warum Instruktoren und Tauchschulen, Ausfluganbieter und Klubs so unverantwortlich handeln und keinen Sauerstoff an Board haben...
Den spontanen Helfern Danke - Dem Verunglückten gute Besserung!
Und: Der Verunglückte war nicht tiefer als 18 m und hat die Luft nicht angehalten!
Hört auf mit den Spekulationen!
Antwort von RichiH am 07.05.2008 - 09:55 Diverion: Da ich annehme, dass du dich auf mich beziehst: An keiner Stelle habe ich, oder irgendwer anders in diesem Thread, behauptet, dass ich nicht in Panik geraten kann. Das wuerde auch keinem vernuenftigen Menschen einfallen.
Zumindest bei mir ging es ausschliesslich darum, ob die 18 Meter die Maximaltiefe waren. Warum, das habe ich oben ja schon ausgefuehrt.
Falls du dich aber auf vor Ort befindliche Taucher & Instruktoren beziehst war das missverstaendlich ausgedrueckt. Das wuerde ich aber unter Stresssituationsgesabbel einordnen. Dazu noch schlechtes Gewissen, weil kein O2 dabei und die Furcht, dass es einem selber so geht.
Mit dem Sauerstoff gebe ich dir recht.
Auch zum Thema Spekulationen finde ich Thread hier nichts. Vielleicht auch von Leuten die das dort waren erlebt?
Da du anscheinend dabei warst kann ich sehr gut verstehen, dass das eine emotionale Sache ist.
Richard
Antwort von TSTeufelsrochen am 07.05.2008 - 11:46 Hallo,
Panik kann jeden treffen das ist richtig, nur mit viel Übung/ Erfahrung (damit ist nicht gemeint das schon einige 100 Tauchgänge gemacht wurden wo alles glattläuft)indem ich weiss was in bestimmten Situationen zu tun ist kann ich den Ablauf bis es wirklich zur Panik kommt lange hinauszögern und meist noch überlegt reagieren. Ob dies in diesem Fall zutrifft, kann ich nicht beurteilen da ich Ursachen zum Unfall nicht kenne und ich Spekulationen den anderen überlasse.
Zum Punkt Sauerstoff:
Leider ist es nicht verpflichtend das der einfache Wochenend- Tauchlehrer bzw. Tauchschule ein Sauerstoffgerät mit dabei haben muss. Bei PADI ist es ab dem DIVE-CENTER Status Pflicht, wie es bei anderen Verbänden gehandhabt wird entzieht sich meiner Kenntnis. Ausfluganbieter und Clubs sollten schon im Interesse ihrer Kunden bzw. Mitglieder über einen Sauerstoffvorat verfügen und die meisten mir bekannten haben dies auch. Aber warum hattet ihr nicht selber Sauerstoff dabei? Sich auf andere zu verlassen ist meist nicht gut. Mit deinem Beitrag hast du aber vielleicht den einen oder anderen dazu angeregt sich darüber einmal Gedanken zu machen, find ich gut!
Dem Verunglückten gute Besserung und auch der Tauchschule die den Sauerstoff dabei hatte ein Dankeschön. Die anderen Tauchlehrer oder Guides sollten sich mal Gedanken über Sauerstoff machen. Von einem Tauchanfänger bis zum Fortgeschrittenen kann man einen Sauerstoffvorat nicht zwangsläufig erwarten aber von den sogenannten Profis auf alle Fälle.
Gruss Reinhold
Antwort von mr.copper am 08.05.2008 - 13:11 Moin Diverion,
erstmal Respekt für Deinen Beitrag hier, denn Du stehst offensichtlich noch deutlich unter dem Eindruck des Erlebten. Ich denke, es kommt nun darauf an, das Geschehen für Euch gründlich zu analysieren. Und das möglichst frei von allfälligen Schuldzuweisungen.
Grundsätzlich ist es so, wenn ich meine Grenzen überschreite, ich in Panik geraten kann. Auch so gesetzt kann sich niemand auch ein Tl davon freisprechen. Doch was wäre, wenn jeder innerhalb seiner Grenzen taucht, da wäre doch Panik nahezu ausgeschlossen, oder? Und wodurch überschreitet man eigene Grenzen? Sorglosigkeit, Gruppendruck, Bequemlichkeit, schlechte/zu wenig Ausbildung?
Ich möchte es hier bei allgemeinen Hinweisen belassen, um Euch da nicht zu sehr zu belasten.
Nur noch ein Punkt, der schon erwähnt wurde: Wo war Euer eigener Sauerstoff und Eure EH-Ausbildung? Oder zumindest Euer eigener Notfallplan ala Wo ist der nächste Sauerstoff?
mfg
Antwort von helix_nitrox am 18.05.2008 - 22:34 Panik = ein Resultat „grenzüberschreitendes Tauchens?”… hatte ein einziges Mal bisher Panik, als ich durch meinem Automaten Wasser zog, warum auch immer… war jedenfalls auf 5 m (!!) beim Sicherheitsstopp, im Meer, Sicht ausgezeichnet, warmes Wasser, beste Voraussetzungen. Wennst aber richtig tief ausatmest und dann kommt nur noch Salzwasser und du schaust, dass du alles schluckst, bevors doch in Richtung Stimmritze tröpfelt, gehts jedenfalls in der Geschwindigkeit eines Wimpernschlages und Du möchtest nur noch nach oben. Ich dachte nichtmal mehr an meinen Oktopuss, ich dachte nicht mal mehr an den Inflator und „flosselte” (!) mit leerem jacket nach oben!… Das war Panik! Da ist man Passagier! Man lernt ja immer schön, dass es keine Panik ohne Angst davor gibt und mit viel Erfahrung, Training etc. kann man die Angst so unterdrücken, dass die Panik gar nicht erst kommt, dass aber Panik Angst einfach überspringen kann, wirst nirgends lesen, obwohl Übung und Training natürlich immer hilft, wenn auch indirekt durch daraus entstehende Besonnenheit und Ruhe. Dieses eine Erlebnis ging aufgrund der geringen Tiefe gut für mich aus, ich verschwende nicht viel Gedanken dran, was gewesen wäre, wär mir das auf einer anderen Tiefe passiert, aber seither denke ich anders über Panik und vor allem über die „Wahrscheinlichkeit”, Panik zu bekommen. Ich bin selbst Einsatztaucher und kenne einige höchst brevetierte Taucher,die meinen, das Tauchen erfunden zu haben, die mir wortwörtlich gesagt haben, dass ihnen generell beim Tauchen nichts passieren kann. Vorsicht vor den Typen, hoffentlich haben sie Zeit ihres Lebens Glück genug, aber im Grunde sind sie ein Risikofaktor, egal welche Breveterung oder Anzahl der Tauchgänge… Sobald jemand irgendwann von sich gibt, dass ihm nichts mehr passieren kann, wirds gefährlich. Es kann jeden treffen, und trotzdem tauch ich für mein Leben gern weiter…
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