TU Attersee / Schwarze Brücke Abgesandt von Armin am 29.02.2004 - 10:28:
Eine 31-jährige Angestellte aus Deutschland führte am 28.02.2004 um ca. 13.00 Uhr bei der schwarzen Brücke in der Gemeinde Steinbach am Attersee mit einem Bekannten ebenfalls aus Deutschland einen Tauchgang durch. Bei einer Tiefe von 42 Meter vereiste bei der Frau der Lungenautomat und beide führten mit einen Reserve-Atmungsgerät den Aufstieg durch. Bei einer Tiefe von ca. 10 Meter wurde die Frau plötzlich bewusstlos, sodass der Mann sofort einen Notaufstieg durchführte. Die Angestellte wurde mit dem Notarzthubschrauber Martin 6 in das UKH Salzburg geflogen.
Antwort von baracuda am 29.02.2004 - 20:57 Ich denke,daß war in dieser Lage die einzig richtige Entscheidung.
Hoffe es geht ihr schon wieder besser,wünsche ihr auf jedenfall das beste.
War die Bewustlosigkeit aufgrund von Sauerstoffunterversorgung oder Deko ?
mlg.baracuda
Antwort von gunther am 01.03.2004 - 11:07 Ist es Möglich die Automatenmarke zu erfahren?
Gunther
Antwort von Doris am 01.03.2004 - 11:50 Es ist den beiden Tauchern anzuerkennen, daß sie trotz Reserveautomaten den Tauchgang abgebrochen haben, das würde (selbst gesehen) nicht jeder machen.
Aber mich wüede es interessieren ob der Attersee eisfrei ist. Hier bei uns waren bereits vor einer Woche im Schnitt 10-15 cm Eis und die Temoeraturen der vergangenen Woche dürften da noch einiges draufgepackt haben.
42 m Tiefe bei Eis hielte ich dann doch für sehr gewagt, zumal immer wieder der Satz von "nicht weiter als 25 m vom Loch weg" im Hinterkopf lauert.
Antwort von Peter G. am 01.03.2004 - 13:14 Der Attersee ist eisfrei.
Antwort von Franz am 01.03.2004 - 20:02 Hallo, ich war der Tauchpartner der verunglückten Taucherin.
Erstmal, es geht ihr sehr gut - sie war nur über Nacht zur Beobachtung im Krankenhaus und ist jetzt wieder zuhause.
zum unfallhergang:
Nach ca. 5 Minuten Tauchzeit, in 42 Meter Tiefe (keine Deko), begann der Automat meiner Tauchpartnerin leicht abzublasen (Oceanic Delta 3, 2. Stufe auch Oceanic Alpha 7 - sie hatte aber noch nie Probleme damit).
Sie wechselte den Automaten, ich drehte ihr das Ventil zu und wir begannen mit normaler Aufstiegsgeschwindigkeit aufzutauchen.
In 10 m Tiefe wurde sie plötzlich ohnmächtig, woraufhin ich einen Notaufstieg machte.
An der oberfläche stellte ich fest, dass sie normal atmete, schleppte sie ans Ufer, hielt einen Autofahrer auf, der die Rettung verständigte.
Noch vor Eintreffen der Rettung war meine Tauchpartnerin wieder bei Bewusstsein.
Ein Grund für die Bewusstlosigkeit konnte bis jetzt noch nicht festgestellt werden, sie wird aber diese Woche eine gründliche, tauchärztliche Untersuchung machen.
Wir haben letztes Jahr gemeinsam ca. 150 Tauchgänge ohne Probleme gemacht, die meisten davon in heimischen Gewässern (womit ich Österreich meine, wir sind ja schließlich Bayern!)
Antwort von gadoog am 01.03.2004 - 20:31 Franz, ich finde das Du richtig und überlegt gehandelt hast. Dabei dein Buddy nicht aus der Hand gegeben hast bis ein Arzt dein Buddy übernahm. Ich finde es super von Dir Franz, das du beim kleinstem Problem den TG abbrichst! Ich hatte schon andere sachen gesehen, wie mit defecktem Equipment weiter getaucht wurde.
Ich hoffe dein Buddy gehts gut, Ihr könnt den Tauchgang bald nachholen ohne komplikationen.
Gruss Michel
DANKE, dass du dich hier zu wort meldest und so einige unklarheiten klären konntest!
optimal gehandelt!!! (es kann mal was unerwartetes passieren, mit richtigem handeln kann man den schaden aber minimieren!)
liebe grüße an deine tauchpartnerin und noch viele schöne und sichere tauchgänge!!
harry
Antwort von Kormoran am 04.03.2004 - 09:19 Hallo, Franz, auch von mir Respekt für die überlegte Handlungsweise.
Natürlich würde mich sehr der Grund für die Bewusstlosigkeit interessieren. Falls möglich und falls Deine Buddy nichts dagegen hat, wäre es sicher gut, gelegentlich auch das zu erfahren.
Viele Grüße auch von mir
Martin
Antwort von Gehtwieder am 05.03.2004 - 10:24 @Kormoran
Die Ursache für die Bewustlosigkeit war Sauerstoffmangel. Ich war gestern noch bei der Tauchmedizinischen Untersuchung. Dort wurde mir erklärt es sei eine art Flachwasserblackout gewesen. Die könnte von flacher Atmung her kommen. Ich bin mir zwar nicht bewusst, das ich unnormal geatmet hätte, aber es muss ja eine Erklärung für den Sauerstoffmangel geben.
Von den Untersuchungen her bin ich vollkommen Fit, was sehr schön ist, denn jetzt kann ich bald wieder Tauchen gehen @all
Ich bedanke mich für die Sachliche Diskusion und für die Genesungswünsche.
Antwort von rikimountain am 10.03.2004 - 08:12 ich glaub das ist rel. normal dass du nach einem vereiser flacher atmest; weil du dir denkst, zu tiefe atemzüge könnten wieder zu einem vereiser führen...
zum flachwasserblackout: durchs hyperventilieren und durchs auftauchen verschieben sich die ppO²und ppco² so dass der ppo2 zu unter die kritische schwelle fällt, noch bevor der ppCO² einen atemreiz auslösen kann, und man blackout-et.. *klugscheiss*
Antwort von tauch-zicke am 16.04.2004 - 13:02 Erst mal: Schön, dass alles bei euch so relativ gut ausgegangen ist. Und ich hoffe, dass ich auch jederzeit einen so besonnenen Tauchpartner an meiner Seite haben werde.
Aber eines muss ich noch anmerken/fragen: Ist für euch das Abblasen eines Atemreglers und das Abdrehen eines Ventils auf 42m Tiefe denn tatsächlich ein `kleinstes` Problem?
Mir selber ist das auch schon einmal passiert, und dass damit der TG beendet war, war für mich überhaupt keine Frage.
Muss man sich bei dieser Einstellung überhaupt noch über die vielen Tauchunfälle wundern?
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