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TU Blausteinsee 21.5. ?
Abgesandt von Armin Registriertes Mitglied am 22.05.2006 - 02:22:

Nach unbestätigten Angaben soll es gestern im Blausteinsee zu einem Tauchunfall gekommen sein.

Ein Hubschrauber war im Einsatz und verbrachte einen verunfallten Taucher ins Krankenhaus.

Hat jemand weitere Informationen ?

Danke an Wiely Goortden aus Holland für diese Info.



Antwort von Marco_NRW Registriertes Mitglied am 22.05.2006 - 13:56
Ich war gestern am See als der TU passiert ist.
Laut meinen Informationen kam es bei der Apnoe Übung im Rahmen eines Gold Kurses (10m Tieftauchen) bei dem Taucher zu einem Schwimmbadblackout.
Der Verunfallte wurde auch gleich ans Ufer geschleppt und dort dann mit O2 erstversorgt. Rettungswagen und Hubschrauber trafen fast Zeitgleich ein. Später am Nachmittag habe ich dann erfahren das der Verunfallte nicht ernsthaft verletzt ist und die Klinik eigentlich schon am gleichen Tag wieder verlassen konnte.

Safe Diving

Marco
Antwort von gunther Redaktionsmitglied am 22.05.2006 - 15:17
Hallo Marco,
Danke für Deine Informationen.

Zu diesem Thema hier ein guter Link: Hier klicken

Gunther
Antwort von Marco_NRW Registriertes Mitglied am 23.05.2006 - 00:26
Wie ich eben erfahren habe passierte der Unfall nicht bei der Tieftauchübung sondern kurz dannach als der Verunfallte einen "bewusstlosen" Gerätetaucher aus 8m an die Oberfläche gebracht hat. Die Übung ist wohl noch abgeschlossen worden, allerdings aspirierte der Apnoe-Taucher dabei wohl Wasser und es kam zu einem Stimmtitzenkrampf an der Oberfläche, wobei der Taucher das Bewusstsein verlor. Diese Information habe ich eben von einem Bekannten bekommen der bei der Übung anwesend war. Es war also kein Schwimmbadblackout.

Safe Diving

Marco
Antwort von Bert Rudeck Registriertes Mitglied am 23.05.2006 - 07:24
@Marco_NRW
Nach Deiner Schilderung des Vorgangs "10m-Tieftauchen" müsste hier ein sogenannter Flachwasserblackout vorliegen und kein Schwimmbadblackout. Der Flachwasserblackout wird durch den beim Auftauchenden absiegenden O2-Partialdruck verursacht, der Schwimmbadblackout durch ausbleibenden resp. zu spät einsetzenden Atemreiz durch vorherige Hyperventilation.
@gunther
Der von Dir empfohlende Link enthält folgende Aussage: "Vielmehr entsteht der Zwang, aufzutauchen und Luft zu holen, wenn der Kohlendioxidgehalt im Blut unter die Grenze fällt."
Der Atemreiz wird aber durch ein Ansteigen des Kohlendioxidgehalts ausgelöst.
Gruß
Bert
Antwort von gunther Redaktionsmitglied am 23.05.2006 - 08:45
@ Bert
stimmt, habe ich gar nicht gelesen, werde die mal anschreiben, vielen Dank für den Hinweis.
Gunther
Antwort von neoonfisch Registriertes Mitglied am 23.05.2006 - 17:50
Als der Betroffene möchte ich was zum Sachverhalt beitragen.

Es war ein Flachwasserblackout bei der *** Übung Rettung eines Gerätetaucher in Apnoe von der 9m Plattform.

Die 10m Tieftauchübung war zuvor ohne Zwischenfall erfolgt. Aber beim Heraufholen des "Verunfallten" bei der nachfolgen Übung habe ich mich ziemlich anstrengen müssen, um ihn nach oben zu bekommen. Hyperventiliert habe ich vor der Übung nicht.

Ich kann mich noch daran erinnern, dass ich in ca. 3m Tiefe dann das Jacket belüftet habe, um den Aufstieg zu erleichtern.

Danach fehlt mir jede Erinnerung bis ich wieder am Ufer erwacht bin. Nach Schilderung der zwei an der Übung beteiligten ("Verunfallter" und eine Sicherungstaucherin) bin ich noch mit dem "Verunfallten" bis zur Oberfläche gekommen und habe dann das Bewustsein verloren.

Wasser habe ich keines aspiriert, was beim Röntgen der Lunge im Krankenhaus festgestellt worden ist. Ich bin dann mit dem Krankenwagen ins Krankenhaus gefahren worden, wo ich eine Nacht zur Überwachung geblieben bin.

Nachdem bei der Blutgasanalyse alle Werte ok waren, bin ich am nächsten Morgen wieder entlassen worden. Ich möchte mich hier nochmal bei allen an der Rettungskette beteiligten ganz herzlich bedanken, dass sie dazu beigetragen haben, dass das ganze so glimpflich verlaufen ist. Da ich nach dem Auftauchen wohl kurz mit dem Gesicht bewustlos nach unten gelegen habe, hätte es auch anders ausgehen können....




Antwort von Steffen_AC Registriertes Mitglied am 23.05.2006 - 20:04
Hallo Bert,
Deine Differenzierung zwischen einem "Flachwasser-" und einem "Schwimmbad Blackout" kann ich nicht nachvollziehen. Für mich ist bei beiden Fällen die Ursache die gleiche, nämlich der Abfall des pO2 unter die kritische Marke der erforderlichen Gewebesättigung. Natürlich beschleunigt eine Apnoeübung in der Aufstiegsphase diesen Abfall erheblich. Auch die von Dir angesprochene Hyperventilation mit der Folge, dass eine Hyperkapnie eintritt, ist lediglich eine zusätzliche Verschärfung der Gesamtsituation. Die physiologische Ursache für den Blackout ist jedoch immer die gleiche, nämlich der Abfall des pO2 und Eintritt der Bewustlosigkeit, bevor der über den CO2 gesteuerte Atemreiz anspricht.
Viele Grüsse
Steffen
Antwort von Bert Rudeck Registriertes Mitglied am 24.05.2006 - 07:21
@Steffen_AC
Hallo Steffen,
die Differenzierung zwischen den Begrifflichkeiten "Schwimmbadblackout" und "Flachwasserblackout" ist nicht auf meinem Mist gewachsen, sondern entspricht der allgemeinen Sprachregelung im Bereich des Sporttauchens. Das Eintreten der Bewußtlosigkeit ist in beiden Fällen auf ein Mangel an Sauerstoff im Hirn zurückzuführen. Doch dieser Mangel hat eben prinzipiell jeweils eine andere Ursache. Im Fall des Schwimmbadblackouts ist es der zu spät einsetzende Atemreiz durch voherige Hyperventilation. Im Fall des Flachwasserblackouts ist es der Abfall des Sauerstoffpartialdrucks während des Auftauchens aus größerer Tiefe und dem damit einhergehenden abnehmendem Umgebungsdruck.
Gruß
Bert
Antwort von Micha Waldbrenner Registriertes Mitglied am 30.05.2006 - 05:56
@Neonfisch:
Gut zu hoeren und danke dass Du Dich hier direkt selbst zu Wort gemeldet hast

Micha
Antwort von Kormoran Registriertes Mitglied am 02.06.2006 - 09:25
@Steffen_AC: Die Mechanismen, die zum mangelnden PO2 führen sind doch sehr unterschiedlich. Beim einen (Schwimmbad) wird das O2 ganz einfach "verbraucht" bis nicht mehr genug da ist, beim anderen (Flachwasser) sinkt er durch fallenden Umgebungsdruck unter die kritische Marke, obwohl einen Meter tiefer eigentlich noch genug da wäre.

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