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TU Bodensee 8.5.
Abgesandt von Armin Registriertes Mitglied am 08.05.2005 - 23:18:

Bottighofen - Schweiz

Ein deutscher Taucher ist am Sonntag bei einem Tauchgang im Bodensee tödlich verunglückt. Der 54-Jährige war am frühen Morgen mit zwei Buddies zum Wrack des gesunkenen Raddampfers "Jura" getaucht, wie die Polizei im Schweizer Kanton Thurgau berichtet.

Der erfahrene Taucher stieg nach kurzer Zeit wieder auf und verlor an der Oberfläche das Bewusstsein. Er starb trotz sofortiger Reanimation. Die Todesursache wird zur Zeit am Institut für Rechtsmedizin in St. Gallen untersucht. Die Kollegen des Tauchers blieben unverletzt. Das Wrack der "Jura" liegt rund 1,3 Kilometer vom Ufer entfernt in 40 Metern Tiefe und ist ein beliebtes Tauchziel.



Antwort von kuki Registriertes Mitglied am 09.05.2005 - 10:41
habe aud rel. zuverläßiger Quelle folgendes gehört:
Einer der drei Taucher im Team hatte wohl ein Problem mit dem Automaten. Die Buddys haben Ihn dann am Ankerseil alleine zurückgelassen, das dieser einen Aufstieg alleine durchführen sollte.

Als er an der Oberfläche ankam hatte er schon Schaum vor dem Mund.
Antwort von Artax Registriertes Mitglied am 09.05.2005 - 23:06
Leider muss ich in letzter Zeit immer wieder lesen, dass immer mehr Taucher gegen die von allen Tauchorganisationen gelehrten Regeln des Tauchens verstoßen.

Warum wurde der Taucher mit dem Problem, welcher Art auch immer, alleine am Ankerseil zurückgelassen? Es heißt doch: „Hat einer ein Problem haben alle ein Problem.“

Dieses bedeutet bei allen Tauchorganisationen, dass unter der Einhaltung der maximalen Aufstiegsgeschwindigkeit und der dazugehörigen Dekompressionspausen, sofort mit dem Austauchen begonnen wird. ( Dies gilt für alle, die zu der Tauchgruppe gehören )

Somit hätte vielleicht schlimmeres verhindert werden könne. ( wobei dies wider eine Spekulation ist, weil wir noch nicht wissen was letztendlich die Todesursache war. )

Ich hoffe nur dass andere aus den Fehlern dieses Tauchgangs lernen.

Mein Mitgefühl gilt den Angehörigen.


Antwort von mario Registriertes Mitglied am 09.05.2005 - 22:39
wen das wahr ist, dan sind es wirklich tolle buddys.

mein beileid den angehörigen.

mfg mario
Antwort von Patrick B Registriertes Mitglied am 10.05.2005 - 08:56

@ Artax & mario,

Natürlich gelten für den Sporttauchbereich die bereits genannten Regeln. Obwohl hunderte von Sporttauchern zur Jura pilgern, ist es jedoch kein Easydive. Es ist kalt dunkel und es herrscht oft schlechte Sicht. Eigentlich müssen auch für solche TG´s alle Beteiligten Wrackerfahrung, besser sogar eine technische Ausbildung gemacht haben. Dann wäre das aufgetretene Problem sicher lösbar gewesen.

Für einen gut ausgebildeten Taucher stellt das Seil eine entscheidende Sicherheit dar. Es führt an der richtigen Stelle zur Oberfläche und ist Tiefenreferenz. Ob man einen Taucher nun am Seil zurücklassen kann, hängt im Wesentlichen von dem Ausbildungsstand ab. Wenn er natürlich Probleme gesundheitlicher oder technsicher Natur hat, muß sichergestellt sein, daß diese auch behoben sind bevor man ihn alleine läßt. Diese Frage kann man im aktuellen Fall anhand der vorliegenden Informationen nicht eindeutig beantworten. Es ist jedoch erschreckend wieviele Taucher wegen falscher Situatioinseinschätzung ihr Leben lassen müssen. In Frankreich löst man Problem so, daß Wracks mit zunehmenden Anspruch auch nur mit einer adäquaten Ausbildungs-/Erfahrungsstufe betauchen darf.

Viele Grüße, Patrick
Antwort von mission Registriertes Mitglied am 10.05.2005 - 10:06
Egal ob es sich hierbei um einen natürlichen Tod oder um einen Unfall gehandelt hat, eine Frage bleibt: "Warum wurde der Taucher allein gelassen?"

Ich hoffe für die Angehörigen, dass diese Frage geklärt werden kann.




Antwort von mimabw00 Registriertes Mitglied am 10.05.2005 - 10:27
Hallo,
unter der Voraussetzung, dass es nur der Automat war, der abgeblasen hat..., mit leider dramatischen Folgen dann. Und nur dann passt mein Text unten, ansonsten, mein Beileid den Angehörigen und den Tauchpartnern, die damit leben müssen.

Warum muss man immer wieder auf erhöhte Ausbildungsstufen zurückgreifen. Die vermitteln inzwischen doch immer mehr den Eindruck, ich habe bezahlt, also kann ich es auch!!!
Nein, ich kann erst mal gar nichts, alleine die Übung machts. Aber vor jedem Scheinchen kommt doch erst mal, Gehirn einschalten, sein Equipment kennen und Pflegen, und wenn ich zur JURA gehe, dann sind wie in jedem kalten Gewässer Doppelflasche und getrennte Systeme Pflicht, dann bedeutet zwar das Abblasen eines LA den Abbruch des TG`s, aber die Flasche kann ich genüsslich abblasen lassen, die muss ich nicht mal zu drehen, ich tauche in aller Ruhe mit der anderen Flasche auf. Das geht aber nicht bei Monoflasche und Doppelabgang!!!!
Auch wenn ich nun Prügel einstecke, Geiz ist geil,ist wirklich schick, aber wenn es um meine Gesundheit geht und das Weiterleben meiner Tauchpartner nach einer Verhandlung vorm Richter
sollte man sich mal fragen, ob es so weiter geht, denn die Pflege eines Lungenautomaten und die Revision ist keine triviale Sache, geschweige denn man hat das passende Werkzeug. Dafür ist noch Handarbeit und Wissen gefragt. Aber da trennt sich die Spreu vom Weizen, verkaufen kann jeder.... ich bin sicher, Ebay macht keine Revision, oder.

Gruß Michael


Antwort von Patrick B Registriertes Mitglied am 10.05.2005 - 11:36
Hallo mimabw00,

sorry an alle anderen, es ist ein wenig offtopic.

Wenn man bei seinem Leben nicht sparen sollte, warum in HerrGottesNamen dann immer an der Ausbildung ? Es wird immer von einem Pic geredet und nicht um vermitteltes Wissen.
Woher sollte denn man Erfahrung erlangen ? Durchs Internet ? Durch Mittaucher, die es vielleicht können oder auch nicht ?

Sie es einmal so:
Du brauchst für einen ordentlichen TG die richtige Hardware und Software. D.h. die richtige Ausrüstung und das richtige Wissen/Können. Nur die Kombination macht es, das eine ohne dem anderen ist absolut nichts wert !

Und diese Billigmeierei dient hierbei allenfall dazu, einige wesentliche Teile wegzulassen.
Wieviel Risiko jeder dabei eingehen will und ob er bei sich ausgerechnet sparen will, überlasse ich jedem natürlich selbst. Ich für mich habe diese Frage schon lange beantwortet.

Viele Grüße, Patrick
Antwort von Bert Rudeck Registriertes Mitglied am 10.05.2005 - 12:22
@mimabw0

Du schreibst: " aber die Flasche kann ich genüsslich abblasen lassen, die muss ich nicht mal zu drehen ..."

Meine Frage: Sind die beiden Flaschen nicht in der Regel miteinander durch eine Querverbindung zwischen den Ventilen verbunden?

Gruß, Bert
Antwort von steviee Registriertes Mitglied am 10.05.2005 - 13:08
@mimabw00

Denke doch das es für tauchgänge dieser art nicht zwingend ist mit einer doppelflasche zu tauchen. Mit einer 15er flasche mit zwei abgängen bist du genauso auf der sicheren seite. Sollte einer davon abblasen ist das ja auch nicht weiter schlimm, da der buddy das ventil schliessen kann. Die aussage "geiz ist g.. " und billigmeierei kann ich so nicht gelten lassen. Wie schon erwähnt, die software muss stimmen, sonst nützt auch eine doppelflasche nix!!



Antwort von mimabw00 Registriertes Mitglied am 10.05.2005 - 13:37
@Bert Rudeck,
Nachtrag zum Thema Doppelflasche.
Ich für mich verwende ausschließlich für solche Tauchgänge nur noch Doppelflaschen, 7 L, 10 L. Keine Brücke, verbunden mit Schnellverbinder. An jeder Flasche hängen je ein Automat mit je einem LA, je einem Inflator und je einem Fini. Nachteil: teurer, weil 2 Flaschen, 2 x TÜV, schwerer.
Vorteil, so gut wie kein Blei mehr(mit Rückenblei), wenn ich in den Baggersee hopfe, kommt nur eine Flasche auf den Rücken, und der große Vorteil, die Redundanz.
Doppelflaschen mit fester Brücke hatte ich zu Beginn auch mal, aber dann ist der agnze Vorteil weg, ausser dass eine Doppelflasche einfach besser auf dem Rücken liegt.

Gruß Michael
Antwort von Silberflosse Registriertes Mitglied am 10.05.2005 - 14:04
@mimabw00
Wo ist nun der Nachteil der festen Brücke?
Insofern ich alle Ventile selbstständig schliessen kann, sehe ich keinen Nachteil.
Wo ist der Vorteil eines zweiten Fini?
Oder möchtest Du nach einem Problem mit der zweiten Flasche dann weitertauchen? Zweiter Inflator ist evetl. noch nachvollziehbar, aber wenn mit dem Austauchen begonnen wird und man taucht mit Trocki, auch nicht erforderlich.
Vielleicht schweifen wir aber hier wieder vom Thema ab.
Gruss Silberflosse
Antwort von Patrick B Registriertes Mitglied am 10.05.2005 - 14:23

Michael,

jetzt sind wir schon wieder bei der "Software".

Nachteil Independentflaschen:
Ein Regler kaputt, ein Gasvorrat weg. Aus versehen falsch abgeatmet, kann das deutlich mehr als 50% Verlust sein.
Nachteil gebrückte Doppelflaschen:
Ist wie eine Flasche, bei Ventilproblemen ganzer Gasvorrat weg.
Lösung:
Doppelflaschen mit Isolation Manifold (Absperrbrücke)
Separat handelbar wie Independent, jedoch nach einem Reglerausfall kann auf den komplett verbleibenden Gasvorrat zurückgegriffen werden.

So nun entfernen wir uns schon recht weit vom eigentlichen Fall. Aber das mit der Ausbildung würde ich durchaus nochmals überdenken.

Viele Grüße, Patrick
Antwort von teddy2005 Registriertes Mitglied am 10.05.2005 - 15:02
Du kannst auch eine Doppel mit Brücke und Zwischenventil verwenden, oder eine Free flow device auf den Regler, so kannst Du alles alleine managen.
Gruss
Urs
Antwort von Knorpel Registriertes Mitglied am 10.05.2005 - 16:17
Hallo? Was waren das für Buddies? Wie kann man bitteschön einen Taucher mit einem Atemreglerproblem zurücklassen? Gerade dann braucht man doch seinen Buddy in der Nähe! So wie es aussieht hat wohl in größerer Tiefe der Automat versagt und der Unglückliche ist mit angehaltener Luft aus Panik aufgestiegen! In 40m Tiefe ist die Nullzeit laut Deco2000 nach 9 Minuten rum, also wird er einen Dekostop gehabt haben. Selbst ein erfahrener Taucher kann dann Panik bekommen wenn er allein ist und der Automat versagt.
Den Buddies müßte man den Schein abnehmen.... >-]
Antwort von domi Registriertes Mitglied am 10.05.2005 - 16:23
@michael:

ich verstehe deine Konfiguration nicht ganz, du tauchst 1x7l + 1x10l? Von welcher Flasche atmest du dann wie viel?



Der grosse Vorteil an einer absperrbaren Brücke am Doppelpack ist, das man selbst an alle Ventile kommt und so relativ einfach fast jedes Problem in den Griff bekommt.



zum Freeflow Control Device:

ich habe schon öfters erlebt, dass dieses Teil bei Tauchpartnern Probleme gemacht hat. (Plastikring gebrochen, undicht...)



Ich denke auch, das mit der richtigen Ausbildung und Erfahrung, und die sollte man haben bevor man an die JURA geht, so ein Problem zu lösen ist.

Für mich ist auch die grösste Frage warum ist ein Taucher alleine gelassen worden nachdem ein Problem aufgetaucht ist, das würde ich auch mit einem sehr erfahrenen Partner nicht machen.

Ich tauche auch mal solo, aber wenn ein Tauchgang gemeinsam begonnen wurde, dann wird er auch gemeinsam beendet.



Gruss domi

Anmerkung der Redaktion: Vielleicht koenntet ihr euere Konfigurations-Diskussion bitte im Ausruestungsforum fortsetzen? Ihr geht hier im Unfallforum am Thema vorbei. Danke!



Antwort von TanjaS Registriertes Mitglied am 10.05.2005 - 19:11
Herzlichen Dank an die Redaktion für diesen Einwand.
Und zum Thema Unfall: ich denke es sollte hier nicht zu voreilig geurteilt werden von wegen Buddies haben ihn allein gelassen, er hat die Luft angehalten während des Auftauchens - und das schönste: er hatte Schaum vor dem Mund als er an der Oberfläche ankam.
Also Bitte! War jemand von Euch dabei? Vielleicht sollten wir erst einmal den Opduktion abwarten...
Antwort von thommi62 Registriertes Mitglied am 12.05.2005 - 23:43
Es ist doch immer wieder verwunderlich was das Netz so hervorbringt.
Das ganze Forum hier ist so etwas wie im Kindergarten, wenn alle zusammen "Stille Post" spielen. Jeder weiß was, aber natürlich nix genaues und so wird immer mehr hinzugedichtet und verfälscht, einfach grausam wenn man selbst betroffen ist. Mein bester Freund war an diesem Tauchgang dabei, er war einer der Buddy`s die hier so unverschämt schlecht gemacht werden.
Fakt ist: Das Problem mit dem Atemregler wurde erkannt und ein kontrollierter Aufstieg zu dritt wurde eingeleitet. Auf 25m, so mein Freund, ist der Taucher, der bis dahin den angebotenen Octopus wehement abgelehnt hat so plötzlich hochgeschossen, dass gar keine Zeit zum reagieren bestand um ihn aufzuhalten. Mein Freund hat mit dem anderen Buddy den Aufstieg kontrolliert zur Oberfläche gemacht (das einzig Richtige in dieser Situation), sein Jacket aufgeblasen und abgeworfen und sofort mit der Rettung des verunfallten Tauchers begonnen der gut 150kg auf die Waage brachte. Der Notruf wurde abgesetzt und mit der HLW (Reanimation) begonnen. Mein Freund ist ausgebildeter Rettungstaucher der DLRG und eher der konservativen Zunft zuzuordnen der sich auf keine waghalsigen Tauchgänge einläßt und das Er einen Taucher alleine einen Aufstieg machen lassen würde ist so unmöglich wie es nur geht. Laßt doch diese Spekulationen und Mutmassungen und alles wenn und aber wenn Ihr nicht selber dabei ward. Dieses ganze Gesülze dient nur der Selbstdarstellung Einzelner die sonst nichts zu sagen wissen. Wie sagte doch Einstein: Früher nahm ich an, die Dummheit der Menschen und das Weltall sind unendlich, beim Weltall bin ich mir nicht mehr sicher.
Es wäre schön wenn dieser Thread hier beendet würde.

Thomas / ebenfalls Rettungstaucher und TL
Antwort von Tobleronebrevetverteilerin Registriertes Mitglied am 13.05.2005 - 08:59
Thomas
danke für die Richtigstellung. Ich gebe dir 100% recht. Vielleicht sollte ma Kuki fragen, wer den seine "zuverlässige Quelle" ist. Was mich wundert ist sein Posting mit den "Anschuldigungen" aber danach nichts mehr!

Deine Richtigstellung und Schilderung zeigen wieder mal auf, dass man eigentlich nur von den direkt Betroffenen die Wahrheit erfahren kann.

Mesitens glauben die "Augenzeugen" alles zu wissen, aber was sich UW abläuft wissen wirklich nur die, welche direkt dabei waren.

Wie du sagst, haben dein Freund und der andere Buddy wirklich das einzige Richtige getan. Wären sie schneller aufgestiegen, hätte es zwei Verletzte mehr gegeben.

Ich wünsche deinem Freund und seinem Kollegen genug Kraft, um diesen Vorfall überwinden zu können. Denn auch als Rettungstaucher ist es sicherlich nicht "einfach", an einem solchen Unfall direkt beteiligt zu sein.

Jackie
Antwort von Bert Rudeck Registriertes Mitglied am 13.05.2005 - 11:00
@thommi62
Danke für Deine Informationen zum Unfallgeschehen.
Deine Kritik am Unfallforum im Allgemeinen und an diesem Thread im Besonderen ist nachvollziehbar.
Allerdings sind spekulative Beiträge in Fällen, in denen es an Fakten mangelt, durchaus legitim, da es hier nicht um die die Aufklärung eines konkreten Falles gehen kann, sondern um eine rein akademische Diskussion über ein - möglicherweise fiktives - Unfallgeschehen. Quasi wie bei einer Planübung. Es dürfen natürlich keine falschen Tatsachenbehauptungen aufgestellt werden!
Gruß, Bert
Antwort von teddy2005 Registriertes Mitglied am 13.05.2005 - 12:26
Da dieses Kommentar vorher überprüft wird:

Was gibt es zu beachten, um nicht zensiert zu werden? Was darf man sagen, nicht sagen?

Anmerkung der Redaktion: Sachlich, sachlich, sachlich. Nur sachdienliche Hinweise, keine Spekulationen, keine wilden Geruechte!
Antwort von mcb Registriertes Mitglied am 13.05.2005 - 22:32
Spekulative Beiträge in Fällen, in denen es an Fakten mangelt, sind eben nicht legitim, sie schaden allen. Den bösen Tauchern, sowie der Jura- und Bodensee-Taucherei. Der in Zukunpft, ohnehin eingeschenkung werden soll.
Michael
Antwort von Bert Rudeck Registriertes Mitglied am 14.05.2005 - 11:50
@mcb
Das spekulative Beiträge allen schaden ist meines Erachtens falsch. Es kommt auf die Zielrichtung an. Man kann durchaus über eine Unfallursache spekulieren, wenn es darum geht, woran es gelegen haben könnte, dass jemand verunfallt ist und was hätte besser gemacht werden können. Die wirklichen Ursachen werden ohnehin meist nicht bekannt. Allerdings muss das Ganze sachorientiert sein. `Wilde` Spekulationen, die völlig aus der Luft gegriffen sind, sind natürlich nicht sachorientiert und sollten unterbleiben.
Gruß, Bert
Antwort von Trimixler Registriertes Mitglied am 17.05.2005 - 10:36
Schön und Gut wie manche die Sache ansehen, wobei es keine Patentlösung gibt.

Bsp. aus der Praxis, welche schon jeder mal gesehen oder miterlebt hat.

Man taucht in einer Gruppe ab, dann plötzlich Problem mit Druckausgleich, der TG muss abgebrochen werden. Ein Signal zum Buddy, gehe doch zu den anderen Tauchern und klinke dich dort ein, wer will den dem andern den TG vermiesen.

Denke das passiert tagtäglich, so wird es auch diesmal gewesen sein. 999999 mal passiert nicht, aber da plötzlich ein Todesfall, natürlich tragisch aber nicht aussergewöhnlich das verhalten der Taucher. Wären es zweit Taucher gewesen hätte die Regel funktioniert, aber eben es sind drei gewesen, also Tauchen zwei weiter.

Meine persönliche Haltung zum Buddysystem ist die, dass 3er, 5er, 7er etc. Teams allemal scheisse sind, es ist keine eindeutige Zugehörigkeit gewähleistet.
Desswegen sollten Tauchgruppen immer zu zweit, zu viert, zu sechst tauchen gehen, so dass jeder einen zugeordneten Buddy hat.

Bezüglich adäquater Ausbildung kann ich die Meinung teilen (ist aber kein Garant), aber auch hier handelte es sich um einen erfahrenen Taucher, welcher genügend Erfahrung besass, deswegen hinkt auch hier die Aussage.


Gruss Trimixler, der den Angehörigen ein von Herzen tiefes Beileid aussprechen möchte.

Antwort von roli59 Registriertes Mitglied am 18.05.2005 - 07:18
Hallo,
als Bruder des verunglückten Tauchers kann ich nur staunen, wie ohne nähere oder genaue Informationen über den Todesfall spekuliert wird. Es gibt immer "Experten" , die ohne nähere Info "alles" wissen. die Todesursache war Herzversagen und vorher gab es auch beim ärztlichen Check keine Anzeichen für ein Problem.
Antwort von Trimixler Registriertes Mitglied am 18.05.2005 - 15:32
Lieber Roli59, danke für deinen Beitrag, jetzt wissen wir alle wie es war, und nochmals herzliches Beileid.

Leider, auch wenn nicht gerade geschmacksvoll, wir aufgrund eines TU immer eine Diskussion eröffnet. Es tut uns allen Leid für das geschehene, aber eine Diskussion hilft dem einen oder anderen spätere Unfälle vorauszusehen oder gar zu verhindern (in diesem Fall wohl kaum).
Deswegen finde ich deine Aussage nicht gerade angebracht.
Wenn in dieser Rubrik des Forums zig Taucher nur schreiben würden "Herzliches Beileid" könnte man eine Seite mit Todesanzeigen kreieren.

Dieses Forum hier soll Erfahrungsaustausch zwischen Tauchern bringen, und es ist nun mal so, dass die erfahreren Taucher halt eben z.T. gewisse Sachen besser wissen als andere weniger erfahrene, aber ich denke das wirst du ein deinem Job selber mal gemerkt haben.

Falls ich den Sinn dieses Forum missverstanden habe soll mich einer belehren. Ansonsten Gut Luft



Gruss Trimixler, der den Frühling spührt aufgrund der sehr stark ansteigenden TU
Antwort von ilseseehecht Registriertes Mitglied am 18.05.2005 - 21:45
Hallo roli59

mein Beileid zu dem Tod Deines Bruders. Du hast völlig Recht, es wird im Tauchernet leider immer wieder spekuliert. Ziel der Unfallseite sollte sein aus Unfällen zu lernen, um weitere Unfälle zu vermeiden. (Gelegentlich sind auch die spekulativen Beiträge und Diskussionen hilfreich, da dabei häufige, grundsätzliche Probleme diskutiert werden; - der aktuelle Unfall tritt dabei in den Hintergrund, was den Angehörigen und Mitbetroffenen oft sehr weh tut).
Wenn Du im Sinne der Unfallvermeidung (und ich meine damit auch Unglückvermeidung von Tauchunglücken aus medizinischen Gründen) bereit bist weitere Auskünfte und Tatsachen über den Tod Deines Bruders mitzuteilen, so bitte ich dies zu tun oder mitzuteilen. Solltest Du dies nicht öffentlich wollen, was ich verstehen kann, könnte ein Kontakt auch über E-Mail hergestellt werden. Als Tauch+Rettungsmediziner interessieren exaktere Umstände des Todes, der gestellten Diagnose und der Qualität der Tauchtauglichkeitsuntersuchungen.

gruss

Ilseseehecht
Antwort von Bert Rudeck Registriertes Mitglied am 19.05.2005 - 13:37
Der Tod durch Herzversagen stand aber ja offensichtlich am Ende eines komplexen Unfallgeschehens. Es gibt zwei Beiträge zu diesem Thread, die sich mit der Schilderung der Abläufe unter Wasser _vor_ dem Herzversagen befassen. 1. kuki - 09.05. - 10:41 Uhr und 2. thommi62 - 12.05. - 19:11 Uhr. Beide schreiben von einem Problem mit dem Automaten bzw. einem abblasenden Automaten und dem Verhalten der Tauchpartner.

Achtung Spekulation:
Möglicherweise wurde das Herzversagen durch den vorangegangenen Stress verursacht!?
Ende der Spekulation.

Die Schlußfolgerung: `Herzversagen, da gibt es nichts aufzuklären`, scheint mir dann doch etwas zu einfach.

Gruß, Bert
Antwort von scubad Registriertes Mitglied am 31.05.2005 - 11:32
Ich möchte hier noch mal kurz wachrütteln...
Zwei Dinge sind mir bei diesem Unfall ins Auge gestochen. Einmal 150kg und dann Bootstauchgang zur Jura. Wer selbst schon mal bei so einer Ausfahrt von Bottighofen dabei war, der weiss, dass körperliche Fitness hier schon hilfreich ist. Ich selbst habe Übergewicht und bemerke bei längeren Wegen bis zum Tauchplatz, dass ich mir, bis ich im Wasser bin, einfach schwerer tue als andere... und ich bin noch weit von 150kg entfernt!

Vor zwei Wochen war ich Zeuge eines tödlichen Tauchunfalls an der Milford Haven (moderate Tiefe). Ebenfalls Boots-TG, ebenfalls Übergewicht und Herzinfakt, dazu kam noch starke Strömung an der Oberfläche.

Jeder Übergewichtige weiss, wie der Puls losrast, wenn´s was zu schleppen gibt oder den Berg hoch geht.

Ebenfalls ist es mir wichtig, dass mein Beitrag hier nicht als Anklage den ´dicken´ Tauchern gegenüber gewertet werden soll, da ich mich selbst zu dieser Gruppe zähle. Der Vorsatz, abzunehmen, wenn ich weiterhin tief (unter 30m)tauchen möchte, hat sich für mich leider ein weiters Mal bestätigt.

Spekulationen sind sicher legitim, kritisch finde ich es dann, wenn Leute (in diesem Fall die Buddies) beschuldigt werden, etwas falsch gemacht zu haben, ohne dass dieses als Fakt vorliegt. Das reisst Dir sicher heftig den Boden unter den Füßen weg...

Mein herzliches Beileid an die Familie, die Freunde und auch die Buddies!

P.S.: Bevor mit Spekulation vorgeworfen wird... Ob das mit den 150kg stimmt, weiss ich nicht. Dass der Taucher stark übergewichtig war, ist mir durch Augenzeugen bekannt...
Antwort von truescheklausi Registriertes Mitglied am 05.06.2005 - 20:18
Habe ja lange überlegt, ob ich auch etwas schreiben soll. Was hier spekuliert wird und was auch falsch dargestellt wird ist ja schon enorm. Tatsache ist, 5 erfahrene Taucher haben einen Jura-TG unternommen und sich in 2 Gruppen aufgeteilt, die Gruppe des ums Leben gekommenen Tauchers bestand aus 3 Tauchern, folglich die andere aus denm Rest, nämlich 2 Tauchern. Kurz nach dem abtauchen auf 38m signalisierte der verunglückte Taucher unbehagen und tauchte zum Ankerseil zurück, begleitet von seinen 2 Mittauchern. Er tauchte alleine auf und die 2 beobachteten seinen Aufstieg bis sie ihn nicht mehr sahen und setzen ihren TG fort. Aus meiner Sicht ein klarer Verstoß gegen die Tauchregel, tauche nie alleine und dementsprechend, lasse nie jemand alleine auftauchen und wenn er sich unwohl fühlt schon 2 x nicht. Zeitgleich zu diesem Vorgang hatte die 2er Gruppe ein Problem mit einem vereisten Atemregler und músste den TG abbrechen. Ein viel zu schneller Notaufstieg wurde hier berichtet und einer der Taucher hatte leichtere Probleme. Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass hier 2 erfahrene Taucher nicht richtig gehandelt haben und solches Verhalten die Behörden, vor allem auf der Schweizer Seite animiert ihrenm Tauchverbot an der Jura ein Stück näher zu kommen. Den Angehörigen gilt meine Anteiilnahme ansonsten könnte ich noch viel schreiben, über Übergewicht, Warnungen im Vorfeld an den Beteiligten usw.
Antwort von mission Registriertes Mitglied am 07.06.2005 - 16:13
Hallo Truescheklausi,

weisst du, ob die 2er-Gruppe beim Austauchen auf den einzelnen Taucher der 3er-Gruppe gestoßen ist?





Antwort von truescheklausi Registriertes Mitglied am 10.06.2005 - 10:50
Hallo Mission,
so viel ich weiß sind die etwas später aufgetaucht und haben dann geholfen den bewußtlosen ins Boot zu hieven.Ich denke die hatten genug mit sich und ihren Problemen zu tun, bei der schlechten Sicht an diesem Tag.

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