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TU Hemmoor Ostermontag
Abgesandt von Handicap Diver Registriertes Mitglied am 17.04.2006 - 21:30:

Am Ostermontag gegen Mittag ereignete sich in Hemmoor (Kreidesee) ein Tauchunfall an dem 3 Taucher beteiligt sind. Zwei Taucher sind mit dem Rettungshubschrauber ausgeflogen worden, der dritte Taucher wird vermisst und wurde bis um 18.00 noch nicht im Wasser gefunden.

Polizeitaucher und Feuerwehrtaucher waren vor Ort bei der Suche beteiligt. Der Unfall passierte in Höhe der Rüttlers, wie es dazu kam kann ich nicht sagen, es wurden aber auf dem Platz vermutungen geäußert.

Mit freundlichem Flossenschlag
Handicap Diver



Antwort von taucher_4_ever Registriertes Mitglied am 17.04.2006 - 21:35
Tauchunfall im Kreidesee Hemmoor - Ein Vermisster

Bei einem Tauchunfall im Kreidesee Hemmoor zwischen Cuxhaven und Hamburg sind am Montag zwei Menschen schwer verletzt worden. Ein dritter Mann wird noch vermisst. Er ist möglicherweise ums Leben gekommen. Nach Angaben der Polizei waren insgesamt fünf aus Dänemark stammende Männer in dem See getaucht. Sie galten als erfahrene Sportler. Drei von ihnen drangen in größere Tiefen vor. Dabei gerieten sie offenbar in Panik. Der Grund dafür ist unklar. Zwei der Taucher stiegen schnell an die Wasseroberfläche auf und verletzten sich dabei schwer. Einer von ihnen schwebte in Lebensgefahr. Mit Hubschraubern wurden sie in Kliniken nach Kiel und Bremen geflogen.


Rettungstaucher suchen Vermissten
Acht Rettungstaucher, die für große Tiefen ausgebildet sind, begannen, nach dem Vermissten zu suchen. Der Kreidesee gilt als beliebtes Tauchrevier. Sein klares Wasser bietet gute Sichtweiten. Der See entstand aus einer ehemaligen Kreideabbaugrube und ist bis zu 60 Meter tief.

Stand: 17.04.2006 17:11

Quelle: Hier klicken

MfF

taucher_4_ever
Antwort von Markus E Registriertes Mitglied am 17.04.2006 - 21:48
Lt. Videotext (N3) handelte es sich um eine Grupppe von fünf Dänen, von denen zwei in Panik gerieten und zu schnell hochkamen. Einer kam nach Kiel, einer nach Bremen. Einer der beiden soll noch in Lebensgefahr schweben. Vom dritten wird lediglich berichtet, daß er weiterhin vermisst wird.
Antwort von D-32 Registriertes Mitglied am 18.04.2006 - 11:24
Aktueller Nachtrag:
In diesem Moment wird die Suche nach dem dritten Taucher fortgesetzt, dass er tot ist, darf als sicher gelten.
Antwort von Taucholdie Registriertes Mitglied am 18.04.2006 - 12:57
Einen auführlicheren Bericht findet Ihr unter:WWW.NonstopNews.de
Antwort von Mistkaefer Registriertes Mitglied am 18.04.2006 - 15:28
Laut Zeitung in HH wollten die 3 durch einen "Tunnel" in 55m tiefe tauchen...
Antwort von Deitermann Registriertes Mitglied am 18.04.2006 - 21:29
Aktueller Nachtrag:
Hier klicken
ein taucher ohne ausrüstung notaufstieg?
Antwort von Sanne13 Registriertes Mitglied am 18.04.2006 - 22:01
Quelle:Hier klicken

"Taucher in den Tiefen des Kreidesees verschwunden
Suchaktion mit Großaufgebot verläuft zunächst erfolglos - Zwei Freunde nach Notaufstieg aus 55 Metern lebensgefährlich verletzt

Cuxhaven - Ein dänischer Taucher ist bei einem Unfall im Kreidesee Hemmoor bei Cuxhaven möglicherweise ums Leben gekommen. Der Mann wird nach einem Tauchgang in tiefere Bereiche des Sees vermißt. Ein Großaufgebot von Feuerwehrtauchern suchte am Montag nach ihm. Zwei weitere Taucher kamen nach einem Notaufstieg aus 55 Metern Tiefe mit lebensgefährlichen Verletzungen zu einer Spezialbehandlung ins Krankenhaus.

Gegen 13.40 Uhr war in der Hamburger Feuerwehreinsatzzentrale ein Hilfeersuchen der örtlichen Feuerwehr eingegangen. Taucher wurden angefordert. "Wir waren zu dem Zeitpunkt in Norddeutschland die einzige Feuerwehr, die Taucher bereit hatte, die in dieser Tiefe eingesetzt werden können", sagt ein Feuerwehrmann. Insgesamt zehn der Spezialisten wurden mit zwei Hubschraubern zum Kreidesee geflogen, um nach dem Vermißten zu suchen. Die Rettungsaktion verlief dramatisch. Zwei Feuerwehrtaucher mußten in die Druckkammer nach Kiel geflogen werden. "Sie hatten in 57 Metern Tiefe gesucht. Dort kann man nur zehn Minuten bleiben", sagt einer ihrer Kollegen. "Sie hatten etwas länger gesucht. Der Druckausgleich beim Aufsteigen war zu kurz. Die Behandlung in der Druckkammer ist eine Vorsichtsmaßnahme." Was sich in dem bis zu 60 Meter tiefen See zum Unglückszeitpunkt abgespielt hat, blieb zunächst unklar.

Der direkt an der Bundesstraße 73 gelegene Kreidesee gilt als interessantes, aber auch gefährliches Tauchrevier. Nach der Stillegung des dortigen Zementwerks hatte sich die Kreidegrube mit Wasser gefüllt. Auf dem Grund stehen noch alte Anlagen und Gerätschaften, die Tauchern den Eindruck einer unterirdischen Stadt vermitteln. Es gibt Tunnel, die als besonders gefährlich gelten. Einige Bereiche sind aus Sicherheitsgründen gesperrt.

Bei den jetzt verunglückten drei Tauchern soll es sich um Dänen handeln, die mit zwei weiteren Bekannten über Ostern nach Hemmoor gekommen waren. Die drei Männer waren beim Tauchen offenbar in Panik geraten und zu schnell aufgestiegen. Möglicherweise sind die Ventile ihrer Tauchautomaten in dem kalten Wasser vereist. Solche Vereisungen hatten in der Vergangenheit in Hemmoor immer wieder zu tödlichen Tauchunfällen geführt.

Nach den Unfällen wurden die Sicherheitsvorkehrungen und -bestimmungen am See extrem verschärft. Vorgeschrieben ist mittlerweile, daß Hobbytaucher Lungenautomaten mit Vereisungsschutz benutzen. An Wochenenden und Feiertagen stellt der Verband internationaler Sporttaucher einen Wachdienst am See, der die Ausrüstungen kontrolliert, wie die Tauchbasis Kreidesee mitteilte. zv/rfi


Artikel erschienen am Di, 18. April 2006"
Antwort von Sanne13 Registriertes Mitglied am 18.04.2006 - 22:52

Noch eine Quelle MIT vielen Bildern:

Hier klicken
Antwort von mhille Registriertes Mitglied am 19.04.2006 - 08:31
Oh mann,
wenn man sich die Presseberichte durchliest, muss man sich nicht wundern, dass das Tauchen so einen schlechten Ruf hat.

Das ist reisserischer Journalismus im Stile der Bildzeitung oder taz!

Und was für ein gequirlter Mist da wiedergegeben wird: "niemand wollte jedoch in der Tiefe tauchen... Gefahr der Vereisung der Atmungsgeräte ist einfach zu hoch" Weia!

Eine einfache Frage stellt sich mir da auch noch: Warum schnüffeln die "Rettungstaucher" nach dem TG O2? Sind die nicht in der Lage, sauber aus zu komprimieren?

Schlimm genug, dass wieder ein Unfall passiert ist. Aber wenn`s um`s Tauchen geht, ist die Journallie nicht in der Lage, auch nur halbwegs sachlich zu berichten.

Wenn`s wieder einige Motoradfahrer gerade jetzt zum Saisonstart wieder zerlegt, ist das nur noch eine "Randspalte" (wenn überhaupt) in der Zeitung wert. Wenn ein Taucher verunglückt, dann kommen halbseitige Berichte, am besten noch mit Bild...

Gruß - Martin.
Antwort von Doc Registriertes Mitglied am 19.04.2006 - 09:32
Wir Tek Taucher werden ja häufig mitleidig belächelt wenn wir mit mehr als 2 Tauchgeräten und 3-4 zusätzlichen Flaschen im Stage auf Tiefe gehen, aber wir wissen schon warum....
Es ist wirklich erschreckend wie einige Sporttaucher durch mangelnde Ausrüstungssorgfalt und Kenntnis ihr Leben und das der evtl. Retter aufs Spiel setzen.
Trotzdem ist so ein Unfall sehr tragisch.
Ich wünsche der Basis Hemmoor daß der Ärger durch die leider hin und wieder aus Zeitmangel nur oberflächliche Kontrolle der Ausrüstung keine all zu hohen Wellen schlägt.
Ich verstehe allerdings, nicht warum es so wenig professionelle Rettungstaucher gibt die auf 60 m gehen können. Es wäre vielleicht auch sinnvoll, wenn gerade Hemmoor so 2 -3 Tekkis auf der Basis oder mindestens in Rufbereitschaft hätte.
Antwort von Argonix Registriertes Mitglied am 19.04.2006 - 10:40
Über den genauen Unfallhergang gibt es derzeit unterschiedliche Versionen. Daher kein Kommentar dazu von mir.
Als gesichert darf gelten:
Getaucht wurde mit Inspiration und Luft, VR3, Trockenanzug, kein externes Bailout.
Die Anreise aus Dänemark erfolgte am Montagmorgen. Der Tauchgang am Mittag war bereits der zweite an diesem Tag.
Zudem: Es gibt keine "Tunnel in 55 m Tiefe".
Auch die Feuerwehr taucht mit Luft.
Zur Zeit sind zwei Trimix Taucher an der Suche beteiligt.

Michael
Antwort von joky Registriertes Mitglied am 19.04.2006 - 18:07
Leider ist es immer wieder das selbe in Hemmoor viele Taucher leider an selbstüberschätzung ich kann mir nicht vorstellen das die 5 Dänen viel Erfahrung in Hemmoor hatten ich selber Tauche dort schon zeit vielen Jahren und es ist immer wieder erstaunlich das der drang in die Tiefe so groß ist das das eigene Leben in gefahr gebracht wird es heist in der Presse es waren erfahrene Taucher ( das hat auch nichts genützt in 55 m)
selber gehe ich in Hemmoor nicht Tiefer wie 30 m aber falls ich Tiefer möchte mache ich das Lieber im Roten Meer das sollten doch sich alle Tiefengeilen mal merken in Hemmoor ist es KALT DUNKEL und NICHT SICHER in der TIEFE
Schade ist es um die Angehörigen hier von mir mein Beileid
Antwort von scubajo1067 Registriertes Mitglied am 19.04.2006 - 18:42
Der vermisste Taucher wurde heute Nachmittag tot aus dem See geborgen, nachdem heute morgen noch mit einem zusätzlichen Boot und Roboter gesucht wurde.
Habe diese Info von meiner Frau die zur Zeit noch in Hemmoor ist.
Antwort von Sanne13 Registriertes Mitglied am 19.04.2006 - 19:39

"Niedersachsen
Tauchunfall im Kreidesee: Leiche gefunden

Suche nach vermisstem Taucher große Bildversion anzeigen

Im Kreidesee in Hemmoor nahe Cuxhaven haben Mitarbeiter einer privaten Tauchschule am späten Mittwochnachmittag einen vermissten Sporttaucher aus Dänemark tot geborgen. Er lag nach Polizeiangaben in einer Tiefe von 56 Metern an einer Stelle, an der die Spezialisten zuvor schon mutmaßliche Teile der Ausrüstung des Tauchers entdeckt hatten. Nach dem Mann hatten Helfer zwei Tage lang gesucht.

Nur eine Stunde zuvor hatte die Feuerwehr die Suche zunächst abgebrochen. Die Sichtverhältnisse in dem Gewässer seien zu schlecht geworden, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Die privaten Taucher setzten die Suche dennoch fort. Ein Sonargerät hatte schon am Dienstagabend Teile der Ausrüstung des Dänen geortet. Tiefseetaucher suchten daher seit dem Mittwochvormittag an drei Stellen in 56 Metern Wassertiefe. Die Feuerwehr hatte die Leiche des 37-Jährigen dort vermutet.
Roboter im Einsatz

Nach einem Tauchunfall in dem See zwischen Cuxhaven und Hamburg hatten Helfer bereits am Dienstag vergeblich nach dem Vermissten gesucht. Neben Tauchern der Hamburger Feuerwehr waren auch zwei Roboter im Einsatz. Sie suchten in Tiefen ab 30 Metern den See ab. In den oberen Gewässerzonen arbeiteten zehn Experten der Feuerwehr.
Erfahrene Sportler aus Dänemark

Suche nach vermisstem Taucher große Bildversion anzeigen

Der 37-jährige Sporttaucher wurde seit Montag vermisst. Zwei weitere Taucher wurden bei den Unglück schwer verletzt. Nach Angaben der Polizei hatten insgesamt fünf aus Dänemark stammende Männer in dem See getaucht. Sie galten als erfahrene Sportler. Drei von ihnen drangen in größere Tiefen vor. Dabei gerieten sie offenbar in Panik. Der Grund dafür ist noch unklar. Zwei der Taucher stiegen schnell an die Wasseroberfläche auf und zogen sich dabei schwere Lungenverletzungen zu. Mit Hubschraubern wurden sie in Kliniken nach Kiel und Bremen geflogen. Ein 36-Jähriger schwebte am Mittwoch noch in Lebensgefahr. Sein 34 Jahre alter Landsmann ist wieder ansprechbar.
Bis zu 60 Meter tief

Der Kreidesee gilt als beliebtes Tauchrevier. Sein klares Wasser bietet gute Sichtweiten. Der See entstand in einer ehemaligen Kreideabbaugrube und ist bis zu 60 Meter tief. Er lockt jedes Jahr rund 30.000 Tauchsportler an. Allein in den vergangenen zwölf Jahren starben bei Unfällen in dem Gewässer sieben Menschen.

Stand: 19.04.2006 18:38"

Quelle:
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Antwort von markus2202 Registriertes Mitglied am 19.04.2006 - 20:57
Im Kreidesee in Hemmoor nahe Cuxhaven haben Mitarbeiter einer privaten Tauchschule am späten Mittwochnachmittag einen vermissten Sporttaucher aus Dänemark tot geborgen. Er lag nach Polizeiangaben in einer Tiefe von 56 Metern an einer Stelle, an der die Spezialisten zuvor schon mutmaßliche Teile der Ausrüstung des Tauchers entdeckt hatten. Nach dem Mann hatten Helfer zwei Tage lang gesucht.

Nur eine Stunde zuvor hatte die Feuerwehr die Suche zunächst abgebrochen. Die Sichtverhältnisse in dem Gewässer seien zu schlecht geworden, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Die privaten Taucher setzten die Suche dennoch fort. Ein Sonargerät hatte schon am Dienstagabend Teile der Ausrüstung des Dänen geortet. Tiefseetaucher suchten daher seit dem Mittwochvormittag an drei Stellen in 56 Metern Wassertiefe. Die Feuerwehr hatte die Leiche des 37-Jährigen dort vermutet.

Roboter im Einsatz
Nach einem Tauchunfall in dem See zwischen Cuxhaven und Hamburg hatten Helfer bereits am Dienstag vergeblich nach dem Vermissten gesucht. Neben Tauchern der Hamburger Feuerwehr waren auch zwei Roboter im Einsatz. Sie suchten in Tiefen ab 30 Metern den See ab. In den oberen Gewässerzonen arbeiteten zehn Experten der Feuerwehr.

Erfahrene Sportler aus Dänemark

Der 37-jährige Sporttaucher wurde seit Montag vermisst. Zwei weitere Taucher wurden bei den Unglück schwer verletzt. Nach Angaben der Polizei hatten insgesamt fünf aus Dänemark stammende Männer in dem See getaucht. Sie galten als erfahrene Sportler. Drei von ihnen drangen in größere Tiefen vor. Dabei gerieten sie offenbar in Panik. Der Grund dafür ist noch unklar. Zwei der Taucher stiegen schnell an die Wasseroberfläche auf und zogen sich dabei schwere Lungenverletzungen zu. Mit Hubschraubern wurden sie in Kliniken nach Kiel und Bremen geflogen. Ein 36-Jähriger schwebte am Mittwoch noch in Lebensgefahr. Sein 34 Jahre alter Landsmann ist wieder ansprechbar.

Bis zu 60 Meter tief
Der Kreidesee gilt als beliebtes Tauchrevier. Sein klares Wasser bietet gute Sichtweiten. Der See entstand in einer ehemaligen Kreideabbaugrube und ist bis zu 60 Meter tief. Er lockt jedes Jahr rund 30.000 Tauchsportler an. Allein in den vergangenen zwölf Jahren starben bei Unfällen in dem Gewässer sieben Menschen

Ich habe diesen Bericht vom NDR kopiert. Ich denke mal er spricht für sich. Allerdings muß ich hir ein Dickes Lob an die Männer der Privaten Tauchschule aussprechen die die suche nach dem Taucher nicht aufgegeben haben.
Antwort von globetrotter1962 Registriertes Mitglied am 19.04.2006 - 22:13
... der vermisste Sporttaucher aus Dänemark wurde tot geborgen...
Hier klicken
Antwort von Traveldiver Registriertes Mitglied am 19.04.2006 - 22:15
Im Kreidesee in Hemmoor nahe Cuxhaven haben Mitarbeiter einer privaten Tauchschule am späten Mittwochnachmittag einen vermissten Sporttaucher aus Dänemark tot geborgen. Er lag nach Polizeiangaben in einer Tiefe von 56 Metern an einer Stelle, an der die Spezialisten zuvor schon mutmaßliche Teile der Ausrüstung des Tauchers entdeckt hatten. Nach dem Mann hatten Helfer zwei Tage lang gesucht.

Nur eine Stunde zuvor hatte die Feuerwehr die Suche zunächst abgebrochen. Die Sichtverhältnisse in dem Gewässer seien zu schlecht geworden, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Die privaten Taucher setzten die Suche dennoch fort. Ein Sonargerät hatte schon am Dienstagabend Teile der Ausrüstung des Dänen geortet. Tiefseetaucher suchten daher seit dem Mittwochvormittag an drei Stellen in 56 Metern Wassertiefe. Die Feuerwehr hatte die Leiche des 37-Jährigen dort vermutet.

Antwort von Hydronalin Registriertes Mitglied am 20.04.2006 - 00:24
Der vermisste Taucher wurde heute geborgen.

Hier klicken

Antwort von **-diver Registriertes Mitglied am 20.04.2006 - 06:47
Aktueller Nachtrag

Quelle: DIE WELT

Hemmoor - Die Leiche des seit zwei Tagen im Kreidesee Hemmoor (Kreis Cuxhaven) vermißten Tauchers ist gefunden worden. Nach Polizeiangaben entdeckten Mitarbeiter einer privaten Tauchschule am späten Mittwoch nachmittag den toten Dänen in etwa 56 Metern Tiefe. Eine Stunde zuvor hatte die Feuerwehr die Suche wegen der schlechten Sichtverhältnisse unter Wasser ergebnislos abgebrochen. Bei dem Tauchunfall am Montag waren zwei weitere dänische Taucher schwer verletzt worden.

Nach Polizeiangaben fanden die privaten Taucher die Leiche des Dänen, als sie die Suche nach dem Abbruch der offiziellen Aktion fortsetzten. Sie entdeckten den Körper demzufolge an jener Stelle in dem Kreidesee, wo am Tag zuvor Ausrüstungsgegenstände des Toten geortet worden waren. Die Einsatzleitung der Feuerwehr hatte nach eigenen Angaben keine Kenntnis von der privaten Aktion.

Vor dem Abbruch der offiziellen Suche hatten von der Feuerwehr beauftragte Tiefseetaucher einer privaten Bergungsfirma den Boden des Sees abgetastet. Wegen der schlechten Sichtverhältnisse unter Wasser konnten die Bergungsspezialisten sich aber nur mit den Händen orientieren. Deswegen entschloß sich die Feuerwehr-Einsatzleitung, die Suchaktion bis mindestens Freitag zu unterbrechen. lni


Artikel erschienen am Do, 20. April 2006
Antwort von Deichretter Registriertes Mitglied am 20.04.2006 - 07:59
Leiche von vermisstem Taucher gefunden

Quelle: Hannoversche Allgemeine v. 20.04.06

Hemmoor. Die Leiche des seit zwei Tagen im Kreidesee Hemmoor vermissten Tauchers ist gefunden worden. Nach Polizeiangaben entdeckten Mitarbeiter einer privaten Tauchschule am späten Mittwochnachmittag den toten Dänen in etwas 56 Meter Tiefe. Eine Stunde zuvor hatte die Feuerwehr die Suche wegen der schlechten Sichtverhältnisse unter Wasser ergebnislos abgebrochen. Bei dem schweren Tauchunfall am Montag waren zwei weitere dänische Taucher schwer verletzt worden.

Nach Polizeiangaben fanden die privaten Taucher die Leiche des Dänen, als sie die Suche nach dem Abbruch der offiziellen Aktion fortsetzten. Sie entdeckten den Körper an jener Stelle in dem Kreidesee, an der am Tag zuvor mutmaßliche Ausrüstungsgegenstände des Toten geortet worden waren. Die Einsatzleitung der Feuerwehr hatte nach eigenen Angaben keine Kenntnis von der privaten Aktion.
Vor dem Abbruch der offitiellen Suche hatten von der Feuerwehr beauftragte Tiefseetaucher einer privaten Bergungsfirma den Boden des Sees in 56 Meter Wassertiefe abgetastet. Dort wurde die Leiche des 37-Jährigen vermutet. Wegen der schlechten Sichtverhältnisse unter Wasser konnten die Spezialisten sich aber nur mit den Händen orientieren. Deshalb wurde die Suche unterbrochen.
Antwort von Brachypelma Registriertes Mitglied am 20.04.2006 - 08:09
der tote däne ist geborgen. er hat auf 56 meter gelegen, an der stelle wo per sonar bereits ein ausrüstungsteil geortet wurde.

nachdem die feuerwehr die suche wg. schlechter sicht eingestellt hat, hat die tauchbasis selbst die initiative ergriffen und ist mit trimix runter und war dann ja auch erfolgreich.

quelle: Hier klicken

Antwort von Andreas Richter Registriertes Mitglied am 20.04.2006 - 10:06
Hallo,

>"niemand wollte jedoch in der Tiefe tauchen...
>Gefahr der Vereisung der Atmungsgeräte ist
>einfach zu hoch" Weia!
Das mag für einen Freizeittaucher komisch klingen. Ich kann mir aber gut vorstellen, daß ein Rettungstaucher der F(!)FW, der sich zu 99% mit ertrunkenen Badegästen und abgesoffenen Autos im Kanal beschäftigt, bei 60m andere Überlegungen anstellt.

>Warum schnüffeln die "Rettungstaucher" nach dem
>TG O2? Sind die nicht in der Lage, sauber aus zu komprimieren?
Die FW taucht mit Pressluft. Noch Fragen bei 57m und 10min Grundzeit?
Auf den Fotos meine ich eine (rumgedrehte) D7, möglicherweise 300bar, zu sehen. Für eine D10 ist die m.E. zu klein.
Da kann es unter Umständen schonmal etwas zügiger am oberen Limit nach oben gehen.

MfG
Andreas
Antwort von Micha Waldbrenner Registriertes Mitglied am 20.04.2006 - 23:15
Das mit dem BI und LUFT als Diluent ist ja wohl eine Zeitungsente oder ????
Antwort von Sanne13 Registriertes Mitglied am 20.04.2006 - 22:17
Infos aus dem NDR-Fernsehen:

Quelle:

Hier klicken
Antwort von D-32 Registriertes Mitglied am 21.04.2006 - 13:07
Wenn ich das richtig verstehe, trennte er sich auf 56 m oder auch ein wenig flacher von seinem Gerät und wollte dann frei aufsteigen (was ja nur unter absoluter Missachtung jeglicher Geschwindigkeiten und Dekopflichten geht).

Gibt es irgendwelche Hinweise, warum er so handelte?
Antwort von ms_as_hb Registriertes Mitglied am 21.04.2006 - 16:42
Ein bischen OT

Hallo,

warum sind die Beiträge von ..... nicht mehr da? Oder, hatte ich heute Morgen ein Fatamorgana? War das nicht richtig, was er behauptet/geschrieben hatte?

Anm. der Redaktion - die Beiträge wurden auf Wunsch des Schreibers entfernt
Antwort von Argonix Registriertes Mitglied am 21.04.2006 - 17:45
Hallo Micha,

nein, das mit BI und LUFT ist _keine_ Ente.
Noch Fragen?

Michael
Antwort von mr.copper Registriertes Mitglied am 21.04.2006 - 18:20
Holger schreibt "Kreislaufgerät"
Antwort von doerk Registriertes Mitglied am 21.04.2006 - 19:56
von der seite des kreidesees unter aktuelles zu finden:
Ein Taucher aus Dänemark ist bei einem Tauchgang vom Rüttler zum Apnoeponton tödlich verunglückt. In einer Tiefe von ca. 55 - 60 m ist ein bisher noch nicht geklärtes Problem aufgetreten. Die drei Taucher waren mit Kreislaufgeräten unterwegs. Zwei Taucher sind zur Oberfläche geschossen und wurden zur Druckkammer geflogen. Der dritte Taucher wurde nach drei Tagen tot aus einer Tiefe von 56m geborgen.
Antwort von Matthias Pfister Registriertes Mitglied am 22.04.2006 - 01:56
Bericht aus Hemmoor:

Die bisherige Berichterstattung hier beläuft sich leider auf wieder Spekulationen und dem Kopieren von diversen Links zu diversen Medienseiten, die wie allgemein bekannt ist meist einen Hang zur Vereinfachung der Tatsachen haben und in der Regel keine genaueren Kenntnisse der Materie haben, oder diese nicht verstehen wollen.

Ich bin seit Montagnacht hier in Hemmoor und habe seit Dienstagmorgen erlebt wie die Bergung des Verunfallten abgelaufen ist. Generell empfinde ich die immer wieder aufkommenden Spekulationen über Unfallursachen und die Schuldzuweisungen hier als Zumutung, Beteiligte schweigen aus verständlichen Gründen, doch scheint es mittlerweile Usus zu sein, dass sich mancher Poster hier hinter dem Bildschirm anders verhalten zu können als in einem persönlichen Gespräch. Doch damit nun genug, es wir eh nicht viel nützen und nach meinem Posting wird in der gleichen Art weiter verfahren wie bisher.

Ich will dennoch versuchen, eine wertfreie Schilderung des Geschehens wiederzugeben, so wie ich es erlebt und wie es die beiden Freunde des Toten und der beiden Verletzten wieder gegeben haben.

Am Ostermontag ist die Gruppe aus der Nähe von Esbjerg hier gegen 09:30 Uhr angekommen. Vier Inspiration Taucher und einer OC. Alle Rebreather sind mit automatischem Bypass nachgerüstet, Wings und Backplates wurden anstelle der Standard Bebänderung verwendet, Tariergas (Argon) für den Trockenanzug separat, 7 Liter ALU OC Bailout mit zusätzlichem Inflatorschlauch für das Wing. Füllgas leider Luft.

Kurz nach der Ankunft wurde der erste TG auf eine Tiefe von ca. 55 m durgeführt, Dauer ca. eine Stunde, Zeit bei Ende des TG ca. 11:00 bis 11:30 Uhr. Nach kurzer Oberflächenpause haben sich drei der Gruppe entschlossen am Einstieg 3 über den Rüttler zur Apnoeplattform zu tauchen. Alle drei mit Inspiration. Die Tiefe am geplanten Ziel beträgt ca. 56 m. Kurz nach dem Verlassen der Wand kam der Verstorbene in eine Stress Situation. Seine Körpergröße betrug nach meiner Einschätzung ca. 190 cm, die Gegenlungen seines Kreisel haben die Größe M – durch das kleine Volumen der Gegenlungen und dem gesteigertem AMV öffnete das ADV bei jeden Atemzug und der Rest des Füllgases wurde verbraucht. Wechsel auf OC, eine volle 7 Liter Stage, auch diese wurde sehr schnell geleert. Beide Tauchpartner haben versucht Ihn zu beruhigen, eine weitere 7 liter Stage gereicht, gemeinsam wurde der Aufstieg eingeleitet. Im Aufstieg haben sich die einzelnen Taucher verloren, haben aber alle die Oberfläche erreicht. Zwei haben die Gräte an der Oberfläche ausgezogen, warum bleibt Spekulation. Die Todesursache war letztendlich ein Spirallampenkabel in Verbindung mit dem am Unterarm befestigten Lampenkopf. Der Tote hatte versäumt zuerst den Lampenkopf vom Arm zu nehmen und wurde dann von seinem Rebreather in die Tiefe gezogen.

Nachfolgend meine persönlichen Erfahrungen, die ich hier wiedergebe wie ich sie erlebt habe. Wer sich mit der Bergung einer Leiche nicht auseinandersetzen will, sollte nicht weiterlesen.

Taucher der Feuerwehr Hamburg waren angefordert und haben meiner Meinung nach einen mehr als guten Job gemacht, die Jungens hatten Ihren Auftrag und der wurde mit den zur Verfügung stehenden Mitteln sehr gut durchgeführt. Ein weiterhin von der Einsatzleitung angeforderter ROV suchte zusätzlich den Seegrund ab, leider hat das zu nichts geführt, lediglich die Sicht wurde dadurch schlechter. Eine Gruppe der Feuerwehrtaucher hat dann gegen Nachmittag das eine abgeworfene Gerät gefunden, nach den Angaben der Taucher habe ich dann das Gerät mit einem Reel und Hebesack markiert. Die weitere Suche nach dem Toten war leider wegen der absoluten Nullsicht ergebnislos. Nach einer Grundzeit von 45 min wurde noch eine Traverse zur Lampe an der Steilwandtreppe gelegt und der TG beendet. Während dieser Zeit traf die Einheit des DRK aus Hannover ein. Die Suche wurde im Umkreis der Markierung mit speziell für die Suche von Toten ausgebildeten Hunden fortgesetzt, nach den Angaben der Hundeführer haben diese auch etwas erkannt, doch eine genaue Lagebeschreibung war dadurch nicht möglich. Danach wurde mit dem Sonar der Bereich abgesucht, nach Auswertung der Bilder gab es 3 mögliche Stellen an denen der Tote liegen müsste. In der Nacht wurde dann mit einem weiteren ROV die markierten Stellen abgefahren, gegen 05:00 Uhr wurde diese Suche ebenfalls ergebnislos abgebrochen. Am Mittwochmorgen wurde ein weiterer Suchtauchgang mit TX unternommen, durch die schlechte Sicht leider wieder ergebnislos. Nach einer weiteren Besprechung war klar, dass die Suche nur durch Tasten am Grund zum Erfolg führen würde. Für Rettungskräfte sicher wegen entsprechender Routine etwas einfacher, doch bei 55 m Tiefe und geschilderter Nullsicht erst einmal ein Schock für mich. Am späten Nachmittag wurde die Suche dann offiziell abgebrochen und die Presse und Kameraleute haben die Segel gestrichen. Um ca. 16:30 Uhr wurde das Boot beladen, der TG begann um ca. 17:40 Uhr. Die Annahme nach dieser Wartezeit ein wenig mehr Sicht zu haben und den Leichnam von oben erkennen zu können, erwies sich leider als Wunsch der nicht in Erfüllung ging. Das markierte Gerät mit der weißen Stage war erst einen Meter vor dem Grund zu erkennen. Eine Tastsuche wollte ich aber dennoch nicht beginnen, hierzu fühlte ich mich nicht in der Lage und der eine Meter Sicht könnte ja reichen. Mit einem Spool mit Markierungsknoten alle 2 Meter habe ich dann begonnen nach Ost zu tauchen, die Richtung der Sonarmarkierung die die gleiche Signatur wie das markierte Gerät hatte. Das wollte ich nicht glauben, da dieses Gerät mit dem Backplate nach oben im Schlamm lag. Konnte mir nicht vorstellen, dass der Leichnam die Signatur nicht verändert, habe aber doch darauf gehofft dass er auf dem Bauch liegt und der gelbe Deckel und die Stage zu erkennen sind. Nach weinigen Metern fand ich ein anderes Bild vor, die Stage ragte mit dem Boden nach oben, weiters war nicht zu erkennen, meine Atmung steigerte sich und der Herzschlag knallte durch meinen Körper. Im ersten Moment wollte ich abbrechen, denn das TX mit 50% HE war in dieser Situation auch keine große Hilfe. Nach einigen vorsichtigen Wacklern mit den Flossen habe ich dann die Flossen des Toten erkennen können und das neben ihm liegende Gerät. Das war anhand der Schilderungen nicht so zu erwarten, keiner sprach davon, dass er das Gerät auch abgeworfen hatte. Der leitende Notarzt hatte mir den Tipp gegeben, die Leiche am Fußgelenk zu fixieren, so dachte ich in diesem Moment, Du musst Ihn nicht ansehen, das ist zu schaffen. Am rechten Arm waren helle Bänder zu sehen, Computer dachte ich, doch es war sein Lampenkopf, das Spiralkabel ging unter dem Körper durch zum Gerät. In diesem Moment war ich mir der Tragödie des Mannes bewusst, alles abgekuppelt, das Gerät abgeworfen und er wurde von seinem Gerät in die Tiefe gezogen, keine Chance den Lampenkopf abzunehmen vom Arm und das Spiralkabel dehnt sich – keine Chance. Der Versuch das Kabel am Akkutank zu trennen schlug fehl, also gab es keine andere Möglichkeit, als es ihm abzunehmen, die erste Berührung war sehr schwer, alles weitere Folgende fühle sich wie Routine an (ich bitte das nicht falsch zu verstehen, oder mich für pietätlos zu halten) - nachdem die Lampe ab war. Gegen 18:00 Uhr war die Bergung abgeschlossen und ich habe den TG mit Gedanken an den Unfall beendet. Am Einstieg eins waren dann die beiden Freunde der Verunfallten und des Toten, sie kamen gerade aus dem Krankenhaus, einer liegt noch im künstlichen Koma, hat zudem noch eine Lungenentzündung bekommen. Dem anderen geht es wieder besser und er hat Ihnen den Unfallhergang wie oben geschrieben erzählt. Beide waren sichtlich erleichtert, dass ihr Freund nun geborgen war und haben sich still bei mir bedankt.

Leider hat dieser Unfall wieder einmal gezeigt, dass Luft als Tiefengas nicht geeignet ist, 2x7 Liter Bailout in Verbindung mit Stress oder Panik auf einer Tiefe von über 55 Metern auch nicht wirklich lange reichen, von der Füllgasmenge von 3 Litern (TG 2 - nicht nachgefüllt)im Kreislaufgerät gar nicht zu reden. Ausreichend Schlaf vor anspruchsvollen Tauchgängen wäre sicher auch keine schlechte Idee, ebenso darüber nachzudenken, ob es nun sein muss zweimal an einem Tag tief zu tauchen. Die eigene Ausrüstungskonfiguration zu überdenken, eventuell doch den einen oder anderen Kurs zu belegen und das Gelernte regelmäßig zu trainieren. Leider wird auch dieser Unfall den Meisten wieder nicht weiterhelfen, daraus lernen werden nur einige der Beteiligten, viele werden bald wieder zur Tagesordnung übergehen und dank Geiz ist geil Mentalität wird es irgendwann wieder jemanden geben, der das erleben darf, was ich nun beginne zu verarbeiten.

Heute versuchen wir noch die beiden Geräte und einen noch zu findenden Tauchcomputer zu bergen, die Sich hier in Hemmoor ist leider dank der ROV´s bescheiden, ich hoffe dass es klappt. Der Einstieg 3 ist bis zur Bergung gesperrt.

Gute Nacht
Matthias Pfister
Antwort von Jan Redaktionsmitglied am 22.04.2006 - 17:07
Hallo Matthias,

Vielen Dank für Deinen ausführlichen Bericht, der die Geschehnisse sehr klar darstellt. Ich würde mich freuen, wenn Du nach dem eventuellen Fund der restlichen Ausrüstungsgegenstände hier noch einmal posten würdest.

Viele Grüße
Jan
Antwort von Bernado Registriertes Mitglied am 22.04.2006 - 18:39
Hallo Matthias,
du hast einen sehr guten, nachvollziehbaren Bericht geschrieben! Er zeigt, dass sich,wenn sich bei erfahrenen Tauchern Routine einschleicht, immer wieder ein Kette von Fehlern zu schlimmen Unfällen führt!! Ich hoffe, du wirst die schrecklichen Ereignisse mit der Zeit (vielleicht auch mit Hilfe eines Profis) verarbeiten!
Hinzufügen möchte ich noch, dass ich es abartig und ekelhaft finde, wenn sich Personen wie Sanne13 noch an solch Tauchunfällen bereichern wollen und auf Links verweisen, wo man Bilder der Rettungsaktion kostenpflichtig downloaden kann!!!

Viele Grüße

Bernado
Antwort von D-32 Registriertes Mitglied am 22.04.2006 - 18:47
Hallo Matthias,

herzlichen Dank für diese außerordentlich ausführliche, sachliche und auch deine Stimmungen widerspiegelnde Darstellung. Ich habe auch schon dreimal UW-Leichen gefunden (keine Taucher) und weiß, wie man sich dabei und danach fühlt.

Der dargestellte Sachverhalt ist jedoch für Medienberichte eindeutig zu kompliziert, aber die zitierten Medienquellen waren wenigstens halbwegs sachlich.

Gruß

Jo

Antwort von michael59 Registriertes Mitglied am 22.04.2006 - 20:12
Meine Hochachtung für deine Leistung und Danke für den Bericht.
Deinen Schlussfolgerungen muß ich leider zustimmen- aber zumindestens ich hoffe daraus zu lernen- ich will mir eine Tanklampe zulegen und werde über die entsprechende Befestigung lange nachdenken.
Zu ganzen Diskussion noch etwas- die reine Nachrichtensammlung mit entsprechenden Links finde ich in Ordnung- sie hilft mir entsprechendes Wissen aufzubauen. Manch blöder Komentar wie der zu den O2 versorgten Tauchern oder die Meinung da muss erst ein engagierter Taucher ran um den Profis zu zeigen wie es geht ärgern mich auch- ich teile den Autoren das dann aber direkt mit um hier keinen unnützen Streit aufkommen zu lassen- manche sind einfach dumm und werden sich auch nicht helfen lassen.

Ich versuche aus Problemen und Fehlern die hier geschildert werden zu lernen und entsprechendes Schluusfolgerungen zu ziehen und so machen das hier sicher die meisten.

Nochmals Dank an alle Helfer

Michael
Antwort von Matthias Pfister Registriertes Mitglied am 22.04.2006 - 20:27
Hallo Jan,
die Bergung ist nun abgeschlossen, gegen 14:00 Uhr waren beide Inspiration und die Stages an der Oberfläche, alle Leinen die zur Sicherung der Geräte verlegt wurden sind ebenfalls wieder entfernt.
Die Sicht am Grund ist nach wie vor eingeschränkt, im Bereich der Bergung sogar wieder bei Null, da die Kreisel beide bis zum Wing im Sediment eingesunken waren und sich dann mit mächtigen Sedimentwolken nach oben verabschiedet haben. Die Polizei hat das Gerät und die Stage des Toten sichergestellt. Die Konfiguration habe ich ja bereits beschrieben, lediglich anzumerken sind, beide Geräte hatten einen offenen Walzenschieber, Füllgas und Sauerstoff Flaschen waren bei 0 bar, die Kanisterlampen waren aus Edelstahl, Selbstbau, Spiralkabel nicht trennbar. Der Inflatorschlauch am Kreisel des Toten war abgekuppelt, doch leider waren auch die Stages leer. Die Halterung der Lampenköpfe war bei beiden identisch, am Gerät des Überlebenden waren die Gummibänder jedoch geöffnet. Diese Möglichkeit hatte der Tote anhand des Aufbaus auch, doch lagen seine Klettstreifen unter dem Lampenkopf und für Ihn nicht zu öffnen, was er meiner Meinung nach dann mit dem Leben bezahlt hat.
In den Taschen am Gurt waren offene Dekobojen, eine Seilspule ebenso bei beiden vorhanden, doch was nutzt dies, wenn keine Automat mehr Gas gibt.
Ob geschlossene Dekobojen geholfen hätten ist fraglich, da mein kleiner Halcyon das eine Gerät gerade so über Grund gehalten hat, jedoch keinen Auftrieb erzeugt hat, das zweite Gerät stieg erst dann auf, nachdem der große Halcyon (ich glaube der hat so 180 lbs) bereits voll war und ich an dem Gerät gezogen habe. Durch die Verbindungsleine zwischen den Geräten war es aber dennoch möglich beide nach oben zu bringen.

Die Suche nach dem Computer habe ich nach 20 Minuten eingestellt, denke auch nicht, dass der zu finden ist, das Sediment ist sehr fein und darin zu wühlen bringt eh nichts, die abzusuchende Fläche beträgt ca. 600 bis 1000 qm, das ist wie eine Nadel im Heuhaufen. Der Aufwand lohnt in Sachen Gaskosten sowieso nicht, der Rechner kostet neu keine 300 €, also Schatzsucher schlagt euch eine Bergung aus dem Kopf.

"Wenn ich es mir recht überlege, sollte der eigene Tauchverein kostenfrei Luft zur Verfügung stellen und Ihr habt jede Menge Zeit ......... es soll ja noch mehr Depp - Air - Taucher geben"

Mein Mitgefühl gilt den Angehörigen, der Tote hinterlässt eine Frau und Kinder, ebenso den Freunden und Tauchpartnern. Ich hoffe einige von Euch zum Nachdenken angeregt zu haben, würde mich sehr freuen, wenn es so ist.

Sicher wird sich bei einigen Beratungsresistenten und Uneinsichtigen nichts ändern, vor einigen Tagen gab es sogar eine Meldung, bei Ebay satirische TEC-AIR Brevets zu ersteigern und das noch zu einem guten Zweck. Da alle Karten verkauft wurden, wird es nur eine Frage der Zeit sein, bis sich der nächste Unfall ereignet. Da vom gleichen Initiator regelmäßig Reisen nach Dahab zum Abdrücken organisiert werden, in denen sogar für Luft als Tieftauchgas geworben wird bleibt abzuwarten, was geschehen wird.

Wünsche allen trotzdem ein schönes Wochenende
Matthias Pfister

Antwort von diver63 Registriertes Mitglied am 22.04.2006 - 21:51
Hallo Matthias,
meinen Dank für die außergewöhnlich gute und umfangreiche Berichterstattung - meine Hochachtung für Deine Leistung - und alles Gute für Deine Zukunft.
Gruß Harald
Antwort von BuddyB Registriertes Mitglied am 23.04.2006 - 00:09
Hallo Matthias,
ich war bereits seit Mittwoch in Gedanken oft bei dir, den Verunglückten, der durch dich geborgenen Leiche und allem was damit verbunden ist.
Deinen Beiträgen gibt es nichts hinzuzufügen, wenn es nur hilft einem weiteren die Augen zu öffnen war es nicht vergebens.
Ich hoffe du konntest auch durch deine Bericherstattung hier, beginnen zu verarbeiten was du sicher niemals vergessen wirst.
Viele hier werden beim lesen die ein oder andere Träne vergossen haben, jeder der taucht, schockiert sein welche Tragödie sich abspielte. Frei von Fehlern war noch nie einer von uns,sind doch viele Taucher Abenteurer, Bastler.Sicher tauchen wir alle weiter, ich ab Montag auch in Hemmoor, sicher nie wieder so unbeschwert an selber Stelle wie zuvor.
Den See trifft keine Schuld!! wir neigen generell alle schnell dazu diese vegeben zu wollen.
Aber niemand sperrt Straßen auf denen es geschieht, es werden nicht die Alpen gesprengt weil die Bergwacht tausende von Einsätzen fliegt und kein Joggingschuh wird vom Markt genommen weil der Nutzer darin starb.
Wie bei jedem Unfall den man erlebt, geht man erst vom Gas, oder taucht defensiver, man macht sich Gedanken, hat Bilder vorm Auge, eine Gänsehaut.Über kurz oder lang , verdrängt, sind wir wieder unbeschwert, haben Spaß , machen wieder alles wie vorher.Das muss so sein , das hat die Natur uns gegeben um zu Leben.
Ich wünsche dir die Kraft bald wieder genau das tun zu können.
Wenn ich etwas für dich tun kann, ich bin ab Montag oben.
Pass auf dich auf!

Auch mein Mitgefühl gilt den Angehörigen und Freunden des Verstorbenen.
Ich bin traurig.
Antwort von karsten Registriertes Mitglied am 23.04.2006 - 18:18
Hallo,
danke für die fundierte Berichterstattung.Was ich nicht verstehe ist, wie konnte der verstorbene Taucher mit einem Gerät auftauchen das ihn dann wieder in die Tiefe zieht? Hat er der Oberfläche die Luft aus dem Jacket gelassen? oder hatte er gar keine Luft mehr im Jacket und ist mit Flossenschlägen aufgetaucht? Das verstehe ich wirklich nicht?
Gruß
Karsten
Antwort von dhkuntze Registriertes Mitglied am 23.04.2006 - 20:08
Hallo Mathias, Buddy und alle anderen,

habe eben eure letzten Infos gelesen. Es ist wirklich schlimm, dass ein Mensch auf diese grausame Weise von der Welt gerissen wird. DA helfen auch alle Wenns und Abers nicht.
Mathias und allen anderen Helfern, die nach dem Vermissten und den Ausrüstungsgegenständen gesucht haben, gebührt ein großes Lob.
Ich selbst habe meinen Mann im letzten Sommer durch einen Herzinfarkt nach einem Nachttauchgang in Ägypten verloren. Große Hilfe waren mir damals die Leute aus der Basis, die Ärzte und die Reiseleiter. Nachdem ich halbwegs in der Wirklichkeit angekommen bin, habe ich wieder dort getaucht und werde dies auch in zwei Moaten wieder machen. Für Mathias ist es wichtig, dass er jemanden hat, der ihm bei der Verarbeitung dieser Erlebnisse hilft.
Auch ich bin in Gedanken bei der Familie und den Freunden des Verstorbenen. Möge die Erinnerung an die schönen gemeinsamen Stunden helfen, das Erlebte zu verarbeiten.
Antwort von ttm49 Registriertes Mitglied am 23.04.2006 - 23:45
Auch von mir vielen Dank für einen (der wenigen) Unfallberichte, aus denen man wirklich etwas lernen kann.

Als nicht rebreather-Taucher hätte ich aber immer noch Fragen: Ich nehme doch an, auch für die Druckflaschen an Kreiseltauchgeräten werden in der Regel Druckmeßgeräte mitgeführt. Die Beschreibung oben hört sich so an, als sei das Füllgas ganz unerwartet ausgegangen - war das so?
Und: Wenn noch eine volle 7l-bailout-Flasche zur Verfügung stand, als der Aufstieg eingeleitet wurde - kann man die so schnell leer machen?
Die Tauchgeräte der beiden Überlebenden scheinen ja noch intakt gewesen zu sein - war deren zu schneller Aufstieg dann eine Panik-Reaktion?
Dass der eine, dem die Luft ausging, in Panik geriet, scheint mir ja noch nachvollziehbar, aber wenn zwei dabei sind, die ihm auch noch eine volle Flasche zur Verfügung stellen konnten, dennoch nicht gemeinsam auftauchen konnten... also irgendwie verstehe ich das nicht... ich würde doch einen buddy nicht mehr loslassen, nachdem ich ihm meine Reserve gegeben und den Aufstieg eingeleitet habe...? (Das sollte jetzt kein Vorwurf an die Betroffenen sein, ich versuche nur zu verstehen, wie sich sowas abspielen kann)
Antwort von Micha Waldbrenner Registriertes Mitglied am 24.04.2006 - 08:03
Unter Panik kann das AMV auf bis zu 80L pro Min steigen. Kannste ja bei 6bar ein bissl rechnen.
Ferner haben viele BI-Taucher alle Eier in einem Korb, also tarieren auch noch ueber das Diluent.
Ferner war es wohl der zweite TG und evtl wurden die Pullen ja nicht gefuellt dazwischen.
Antwort von dg8fz Registriertes Mitglied am 24.04.2006 - 09:33
Natürlich gibt es am Rebreather Finimeter.

Ein Taucher in PANIK kann gigantische Mengen an Atemgas bewegen. Untrainierte, an der Wasseroberfläche, normalerweise 70 bis 80 Liter/Minute, bei Trainierten, unter X bar können so ganz erhebliche barl/min Werte herauskommen. Eine 7l Flasche, mit einem Automat hoher Luftlieferleistung, ist somit unangenehm schnell leer. Nicht ohne Grund gibt es die Regel "Tauche nicht tiefer als Du weit tauchen kannst". Die Übung im Apnoe-Tauchen ist beim Gerätetauchen sicherhaitsrelevant.

Die Tauchpartner werden vermutlich aus Sorge um den verunfallten Taucher "durchgeschossen" sein. Wenn er ine minimal andere Konfiguration gehabt hätte, dann wäre die ganze Sache auch für ihn glimpflich ausgegangen.

Dieser Unfall sollte uns alle daran erinnern unsere Konfiguration regelmäßig mit Hilfe von Was-wäre-wenn Szenarien kritisch zu überdenken, sowie bei jeder Gelegenheit Notfallprozeduren zu üben. Z.B. Nullzeit-TG`s mit "Deko" unter Gasspende beenden, Gerät frei an der Wasseroberfläche schwimmend ablegen, etc.
Antwort von scabbi Registriertes Mitglied am 24.04.2006 - 10:56
Vielen Dank Matthieas,

dein Bericht konnte mir sehr helfen....
Wir sind an diesem Tag am Einstieg 3 gewesen und wollten gerade "aufrödeln" als der erste an die Oberfläche kam und sich sehr merkwürdig verhielt. Ich fragte die OK-Zeichen ab, jedoch kam keine Antwort/ZEichen. Wir haben ihn dann sofort raus geholt. Dann kam der zweite Taucher hoch (dieser warf sein Gerät oben ab, da er nicht mehr stabilisieren konnte, seine Beine waren taub...). Diesen haben wir ebenfalls raus geholt und dann beide sofort mit Sauerstoff versorgt (wir hatten zum Glück zwei Wenoll Koffer dabei)und die Rettungskette eingeleitet! Wenn wir auf das Team am Kreidesee gewartet hätten, wäre es für die beiden nicht so ausgegangen, denn die kamen lediglich mit einem Sauerstoff-Gerät und wir hatten von Anfang an 2 Taucher gemeldet und sogar noch 1 nachgemeldet (wir wussten ja nicht, dass unsere Suche erfolglos verlaufen würde...). Es kam nur 1 RTW, die Basis hatte nur einen Verunfallten gemeldet! Zwei unserer Taucher (beide TL) machten sich auf die Suche und gingen auf 45m runter. Ohne Erfolg. Nach 20 Min. kamen beide wieder rauf und wir hatten in der Zwischenzeit 3 weitere Taucher aktivieren können, aber auch diese hatten keinen Erfolg!
Was mich an der ganzen Sache stört: NIEMAND hat uns Ersthelfer und unsere Taucher gefragt, wie es uns geht, im Gegenteil, wir wurden einfach stehen gelassen. Genauso auch die beiden weiteren Dänen aus der Gruppe, die wurden auch allein stehen gelassen! Die Polizei hat irgendwelche Leute befragt, warum wurden wir nicht befragt! Niemand kann mir wirklich sagen, was mit den beiden Tauchern nun ist, geht es ihnen gut oder nicht, Wir alle (Ersthelfer)machen uns große Gedanken...

Mein Mitgefühl gilt den Hinterbliebenen.....
Antwort von dg8fz Registriertes Mitglied am 24.04.2006 - 14:01
p.s. der Atemgrenzwert von Leistungssportlern liegt bei einigen Sportarten m.W. im Bereich von 120 bis 170Liter/minute. Das heisst diese Sportler können unter normobaren Laborbedingungen Bedingungen jene Gasmenge pro Zeit bewegen. Ob sie in Panik noch mehr schaffen weiss ich nicht sicher, aber ich vermute es.
Antwort von gunther Redaktionsmitglied am 24.04.2006 - 16:34
@ OM DG8fz
Komprimierte Gase sind jedoch (solange Luft) deutlich schwerer zu atmen, es stellt sich also die Frage wieviel man unter Druck als AMV bewegen kann.

vy 73
Gunther



Antwort von D-32 Registriertes Mitglied am 24.04.2006 - 17:01
Nehmen wir mal "nur" ein AMV von 150 l/min an, denn in lebensbedrohlicher Panik verleiht sie "Flügel", schlimmstenfalls sogar mit Wechsel der Muskulatur in den anaeroben Bereich. Macht also auf 50 m einen Verbrauch von 900 bar*l/min. Die mitgeführte 7 l/200 bar hat 1400 bar*l, ist also nach 1 min 30 Sekunden leer.

@ dg8fz

Deine Bemerkung über die Notwendigkeit von Apnoe-Fähigkeiten ist absolut zu unterstreichen! Leider wird das u. a. vom "Weltmarktführer" sträflich ignoriert.
Bist du lizensierter Funkamateur? Falls ja, vy von ex dl5lv (seit 10 Jahren qrt).
Antwort von dg8fz Registriertes Mitglied am 24.04.2006 - 17:20
Gunther, diese Zahlen könnte vielleicht ein Druckkammer-Arzt aus dem Stehgreif nennen. Ich kann nur abschätzen, daß es auf Tiefe vermutlich über 500barl/min werden können. Die Muskeln müssen nicht nur das Gas bewegen, aber nur sein Beitrag nimmt mit der Tiefe zu. Außerdem dürfte in Panik auch im Atemtrakt deutlich mehr Kraft zur Verfügung stehen.
Antwort von Deichretter Registriertes Mitglied am 26.04.2006 - 09:06
@scabbi ...warum wurden wir nicht befragt...

Hallo Scabbi, restliche Tauchergemeinde
Zuerst natürlich an dich und deine Mitstreiter vor Ort, "Hut ab" für das abgeklärte und professionelle Verhalten in dieser Situation. Wäre wünschenswert, wenn alle so reagieren würden.
Nun ein kleiner Beitrag aus Sicht der "ermittelnden Fraktion" zu solchen Unfällen:
1.Vor Ort herrscht ganz einfach Chaos und Hektik . Das ist einfach so!!
2. In erster Linie geht es um die Verunfallten, deren Versorgung usw - auch logisch.
3. kommt nun die Polizei ins Spiel, erscheinen in der Regel Kollegen, die sofort entscheiden müssen, um welche Art von "Delikt" es sich handelt. Müssen die ersten Maßnahmen -Gefahrenabwehr / Strafverfolgung- treffen. Gleichzeitig Feststellung von Personalien der Betroffenen, Zeugen usw.: wer, wohin,warum usw.;
Diese Kollegen sind meist zu Zweit!! Fordern dann, wie in diesem Fall: Vermißtensuche / mögliche Todesermittlungen (Fremdverschulden??)oder "Schlichtunfall" , entsprechende fachliche Verstärkung an.
In diesem Fall zuständig: Polizeiinspektion Cuxhaven, Fachkommissariat 1.
Auch hier kommen in der Regel 2, max 4 Kollegen zum Tatort.
Hinzu kommt die Weitläufigkeit des Tatortes und der immer noch vorherrschen akuten "Vermißtenlage". Andere Einsatzkräfte (Feuerwehr, Notärzte, Sanitäter, Freiwillige pp) müssen irgendwie koordiniert werden. Auch muss soetwas dokumentiert werden.
Es gibt viele "Knallzeugen" (...her wachtmeister ich weiß was und hab irgendwie etwas gesehen...). Die müssen auch angehört, Personalien aufgenommen usw.
Worauf ich nun hinaus will, in solchen Situation passiert es eben, dass mögliche "Lebensretter", "Ersthelfer", "indirekt Betroffene" leicht hinten runter fallen.
Daher würde ich dir und deinen anderen Mitstreitern empfehlen, dass gezeigte professionelle Verhalten fortzusetzen, indem du entweder eure gemachten Feststellungen /Tatsachen
zu Papier bringst und nach Cuxhaven schickst oder du dich unter 04721/573-0 bei der dortigen Polizei meldest und mitteilst, dass du einen wichtigen Tatsachenbeitrag leisten kannst.
Bei dem zuständigen Sachbearbeiter erfährst du dann auch ggf etwas über den Zustand der Verunfallten pp.

Diese Verfahrensweise gilt eigentlich für alle Unfälle / Notsituation pp.

Hoffe damit etwas geholfen zu haben.

Schönen Resttag wünscht

Ulli




Antwort von Sanne13 Registriertes Mitglied am 25.04.2006 - 13:06
Hier noch eine Anmerkung zur Atmung mit Luft aus dem Internet:

"Der Luftdruck in einem PTG (Preßluft-Tauch-
Gerät) beträgt frisch gefüllt ca. 200 bar. Über
Druckminderer in 2 Stufen wird der Luftdruck
in der Einatemluft genau dem momentanen
Umgebungsdruck angepaßt. In einer Tiefe von
40 m beträgt also der Druck der Einatemluft 5
bar. Ein solcher Druck bedeutet eine erhebliche
Dichtezunahme der Luft. Dies erfordert
eine erhebliche Atemarbeit. Ab ca. 30 m geht
die laminare Luftströmung in eine turbulente
über, d. h. Luftmoleküle fangen an zu rotieren
oder bewegen sich vereinzelt auch rückwärts.
Die Ventilation wird reduziert. Bereits bei
25 m Tauchtiefe (= mittlerer Tiefenbereich für
Sporttaucher) ist die maximale willkürliche
Ventilation um die Hälfte erniedrigt. Die daraus
resultierende CO2-Erhöhung wird zunächst
auf metabolischem Weg abgepuffert.
Reichen aber Abatmung und Verstoffwechselung
nicht aus, zeigt CO2 auch seine narkotisierende
Wirkung. Außerdem bewirkt die CO2-
Erhöhung eine Weitstellung der zerebralen Blutgefäße,
so daß zusätzlich verstärkt Stickstoff
anflutet und die narkotisierende Potenz exponentiell
steigt (Tiefenrausch)."

Quelle: Hier klicken


Hemmoor, finde ich, ist total klasse, man kann dort - damit sogar auch in Deutschland - einen exzellenten Tauchurlaub verbringen. Die eigene Sicherheit wird massgeblich durch die Bestimmungen zum Tauchen dort erhöht (z.B. Tiefenbegrenzung 45m, etc. - siehe Homepage Hemmoor).

(@Bernado: Auf den Tip warte ich noch, wie man sich am Posten eines nackten "Links" bereichern kann ..... )
Antwort von MatV Registriertes Mitglied am 27.04.2006 - 11:25
At D32:
Jo, deine Rechnung stimmt nicht.
Du musst erst schauen, was auf tiefe an Volumen bewegt wird, um es dann in AMV an der Oberfläche umzurechnen. Sonst wird es ein Perpetuum Mobile.

Bei Annahme einer linearen Beziehung zum Umgebungsdruck werden so aus 150l AMV in 50m Tiefe 25l/min. Das ist die gleiche Gasmasse, die aber dennoch schwerer zu atmen ist, weil die dynamische Zähigkeit größer ist.
Ob der Reynoldsfaktor da schon einen Übergang zum turbulenten anzeigt? Müsste man nachrechnen, anhand der Dichte ( 7,2g/dm³) und der Atemwegequerschnitts ( pi x 1,9²/4cm²)und der Geschwindigkeit aus dem AMV.
Vermutlich nicht.

Grüße
Matthias
Antwort von D-32 Registriertes Mitglied am 27.04.2006 - 18:28
Moin,

nun bin ich total verwirrt:
Wenn ich ein AMV von 20 l/min habe (Oberfläche), dann ventiliere ich dort eine Gasmenge von 20 l * 1 bar, also 20 bar*l/Minute.

Gehe ich auf 40 m, ventiliere ich da immer noch ein Volumen von 20 l/min, aber jetzt eben bei 5 bar eine Gasmenge von 100 bar*l/min.

Wenn das anders wäre (so wie von dir vorgerechnet, dass das AMV sinkt mit zunehmender Tiefe), wäre die Reichweite des PTG beim TG auf 40 m ja genau so groß wie auf 10 m, und alle dazu passenden VDST-Prüfungsantworten wären falsch.

Jo
Antwort von dg8fz Registriertes Mitglied am 28.04.2006 - 09:37
D-32: die Natur liegt irgendwo(TM) dazwischen:
das AMV sinkt mit der "Tiefe", aber das ist ansich unerwünscht.

Dies liegt am Einfluß des Sauerstoff-Partialdrucks auf den Atemreiz. Der auch hieraus resultierende höhere CO2-Spiegel im Körper trägt im harmlosesten Fall mit zum Tiefenrausch bei.

Man sollte sich also bemühen das AMV nicht mit der Tiefe abnehmen zu lassen, und daher sind die diesbezüglichen Musterantworten der VDST-Prüfungsfragen richtig.

Wer mehr zu jenem Thema lesen will, sollte einfach "Der Einfluß des Sauerstoff-Partialdrucks auf die Atemanhaltezeit" in die Suchmaschine seiner Wahl eingeben ;)

Gruß, Karl
Antwort von Marco_NRW Registriertes Mitglied am 01.05.2006 - 23:33
Ich weiss zwar nicht genau was diese Luftverbrauchsberechnung hier zu suchen hat und finde es auch denkbar unpassend in so einem Thread darüber zu diskutieren. Dafür gibt es andere Foren. Desweiteren waren die Verunfallten mit Inspiration unterwegs, was eh nicht mit einem offenen System zu vergleichen ist.
Das Problem das bei einem BI mit Pressluft als Dilluent bei Tauchgängen tiefer als 50m auftritt ist, das der PPO2 vom BI konstant auf dem Setpoint von (normalerweise) 1.3bar gehalten wird.
Da aber ab 50m der PPO2 von Pressluft schon 1.3bar ist nimmt der N2 Anteil mit jedem Meter den man tiefer taucht im loop zu, so dass die Narkosewirkung noch verstärkt wird.
Wenn dann noch Panik hinzu kommt und kein ausreichendes Bailout zur Verfügung steht ist der Unfall leider meistens vorprogrammiert.

Safe Diving

Marco
Antwort von wolfram79 Registriertes Mitglied am 04.05.2006 - 17:55
(Matthias Pfister) >> Ich hoffe einige von Euch zum Nachdenken angeregt zu haben, würde mich sehr freuen, wenn es so ist.

So ist es. Denn das man sich in seiner Ausrüstung verhakt, wenn man sie abwerfen will gehört zu den unangenehmsten Dingen, die ich mir vorstellen kann - und das sollte man nicht verdrängen. Da kann man noch so viel Zeit in Apnoe übrig haben und stirbt `von der drei-Meter-Stage`.

Ausserdem bestärkt mich die Schilderung darin, das es immer besser ist viel zu viel Gas dabei zu haben, wenn man nach unten möchte. Gerade wenn einem nach Stress+Tiefe -> Riesen-pp(co2) die Stages ausgehen, verheddert man sich dann beim Auziehen - mit tödlichem Ausgang...
Sollen sie lachen, ich nehm in Zukunft _immer_ 2 10+er Stages mit, wenn ich auf 40+Deko gehe und nicht nur fast immer.
Antwort von MatV Registriertes Mitglied am 04.05.2006 - 20:02
@Marco:
Das Problem des AMV beim Kreisel mit automatischen Bypass ist, das dieser oberhalb eines bestimmten Atemzugvolumen ansprechen kann, und Ruckzuck ist deine Diluent-Flasche leer.
Beim Dolphin ist dies ab einem Atemzugvolumen von ca. 2,3 l so, bei meinen YBOD weiß ich es (noch) nicht.

Zum anderen ist dass Problem des höheren Stickstoffpartialdrucks ab ca. 50m zwar da, aber bei 55 m noch vernachlässigbar.
Das wirkliche Problem, was hier die vWahl von Luft als Atemgas grob fahrlässig macht, ist die Atemgasdichte in Verbindung mit dem beim Kreisel automatisch höheren CO2-Partialdruck.

Der Atemreiz sinkt durch den in flacheren tiefen höheren O2-Partialdruck, >schlechteres Abatmen des CO2. Dieser wird mitnichten im Kalk ganz rausgefiltert, das Designkriterium für Rebreather der EN ist eine Einhaltung eines CO2-Anteils von 0,5% in eingeatmeten Gas.
Das sind 0,5 % mehr als im offenen System, und wer Erfahrung mit tieferen Tauchgängen hat, weiß, dass CO2 bregenklöterig macht, imho mehr als N2.

Bei panischer schneller Atmung wird es noch schlechter gefiltert.

Gruß
Mat
Antwort von caneslupos Registriertes Mitglied am 27.05.2006 - 10:18
Eine Erklärung warum D R E I erfahrene Taucher mit einem Equipment, mit dem man noch deutlich tiefer Tauchen kann, wahrscheinlich in Folge einer Kettenreaktion so in Panik geraten sind, das sie nicht nur einen Notaufstieg einleiteten, der ihnen alleine das Leben hätte kosten können, sondern auch keinen Auftrieb mehr herstellen konnten ohne Ihre Ausrüstung abzuwerfen, werden wahrscheinlich nur die beiden Anderen geben können.
So gesehen entsteht bei mir dem beschriebenen Vorfall nur eine Skepsis gegenüber voll geschlossenen Kreislaufgeräten.
Wolfgang
Antwort von scabbi Registriertes Mitglied am 28.06.2006 - 14:51
Hallo liebe Leser,
heute erhielt ich eine Mail von einem der beiden Verunfallten. Ich möchte die Mail hier nicht veröffentlichen, weil dann sicher wieder jede Menge Blödsinn geschrieben wird. Es geht den beiden gut(sie sind allerdings noch immer nicht vollständig genesen)und das ist wichtig! Hier nun noch mal zwei Sätze aus dieser Mail für alle, die an der Rettung beteiligt gewesen sind und nicht nur aus Sensationslust dabei gestanden haben.


First of all thankyou for your effort in saving our lives.....

Again...i am very grateful to you and the others who saved us....

Respectfully



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