outdoor channel

Du bist hier: Foren Tauchunfälle TU Saalfeld





  

Momentan in den Foren unterwegs:
5 Gäste

Dies ist das Unfallboard von Taucher.Net. Falls ein dir bekannter Unfall hier noch nicht aufgeführt ist, schickt uns am einfachsten eine Mail.

Weitere Foren :
Tauchgebiete - Tauchausrüstung - Biologie - Ausbildung - Tauchmedizin - TEK-Diving - Rebreather - Foto / Video - Wracktauchen - Recht - Diverses - int. Tauchunfälle

Moderatoren: gunther , Andreas , Heiko , Hans_S
 Forum Tauchunfälle 
Antworten auf eure Fragen...

Antworten - Mailbenachrichtigung - zur Übersicht - Hilfe - Foren-Regeln

Hier lesen noch 14 Benutzer mit!


TU Saalfeld
Abgesandt von Armin am 04.03.2003 - 21:27:

Danke an Ingo für die Info:

Heute gab es im TV (Sender:MDR) einen Bericht über einen TU in Saalfeld zu sehen. 2 Sportaucher haben versucht an einem Wehr mit starker Strömung einen Baumstamm von der Wehrmauer/Wehrgitter zu entfernen. Nachdem nach einiger Zeit keine Luftblasen mehr zu sehen waren alarmierte eine Beobachterin/Begleiterin die Einsatzkräfte. Am Nachmittag wurde bereits 1 Taucher tot geborgen. Der 2. soll am Abend geborgen werden, nachdem ein Zusatzdamm aufgeschaufelt wurde um den Druck von der Mauer zu nehmen.



Antwort von Heiko am 05.03.2003 - 00:12
Mein Beileid den Angehörigen!!!
Gibt es Hinweise warum Sporttaucher diesen Arbeitstauchgang gemacht haben?
Antwort von Norbert am 05.03.2003 - 08:14
Thüringer Allgemeine vom 5.3.03: ERFURT (TA). Die dramatischen Bergung eines ertrunkenen Sporttauchers aus einem Wehr bei Uhlstädt in der Nähe von Rudolstadt musste in der Nacht abgebrochen werden. Zuvor hatte ein eilig errichteter Damm nachgegeben, der die Saale von der Unglücksstelle fern halten sollte. Der Mann war am Montag mit einem zweiten Taucher während einer Inspektion in den Ansaugschacht einer Wasserkraftanlage geraten und ertrunken. Den anderen Taucher hatte die Feuerwehr bereits am Montagabend tot in der Saale gefunden. Die Bergung des anderen war zu riskant, er hatte sich in der Anlage verklemmt. Um an die Leiche heran zu kommen, ist der Hilfsdamm erforderlich.
Auf Seite 8 ist der Unfall noch detaillierter beschrieben. Der geborgene Taucher war durch das Ansaugrohr der Turbinenanlage gedrückt und später unterhalb tot geborgen worden. Der 2. taucher hat sich im Rohr verklemmt.
Antwort von Kralli am 05.03.2003 - 08:46
Was um Gottes Namen haben Sporttaucher(dazu auch noch ungesichert) dort zu suchen?
Antwort von Uwe am 05.03.2003 - 09:44
Manche TU`e lassen sich schon durch EINSCHALTEN des normalen Menschenverstandes vermeiden.

Wehr / Starke Strömung / Ansaugschacht --> solche Aktionen sollten Berufstauchern vorbehalten sein, die mit dem entsprechenden Sachverstand und der richtigen Ausrüstung vorgehen.

Wenn das aber nur eine gut gemeinter Freundschaftsdienst war, dann ist er teuer erkauft... mein Beileid den Angehörigen.

Es bleibt sicherlich die Frage, was die beiden dazu bewogen hat - bloß die wird ohne Antwort bleiben... *kopfschüttel*
Antwort von Ralph am 05.03.2003 - 11:25
Norbert, kannst du seite 8 auch hier her schreiben?
Antwort von marco am 05.03.2003 - 11:28
Achtung !!!
Die beiden waren keine Sporttaucher und waren des öfteren mit solchen Sachen beschäftigt.

Mein Beileid den Angehörigen und Freunden.

Marco
Antwort von Norbert am 05.03.2003 - 12:31
Thüringer Allgemeine 5.3.03 Seite 8
Tödlicher Leichtsinn
Zwei Sporttaucher sind in der Saale bei Uhlstädt ertrunken. Sie wollten Treibgut aus den Auffangrechen eines kleinen Wasserkraftwerkes am Wehr beseitigen. Dabei unterschätzten sie die tödliche Strömung an dieser Stelle. Die aufwendige Bergung der Toten endete in der Nacht mit Dammbruch.
"Blauäugig". Das war noch die freundlichste Bemerkung für den Leichtsinn, den die beiden 29 und 32 Jahre alten Sporttaucher begangen hatten. Profitaucher der Bereitschaftspolizei Erfurt und der Berufsfeuerwehr Gera zeigten sich gestern entsetzt, dass die beiden Männer an dieser Stelle ins Wasser gestiegen waren. Wehre gelten wegen ihrer Strömung als tückisch. Doch vor dem Absperrschieber einer Turbinenanlage zu tauchen, dass berge unkalkulierbare Risiken. Vor allem, wenn der Schieber nicht ganz geschlossen werden kann, weil er klemmt und Wasser so ungehindert durchrauscht. Rund 800 kg Druck pro m2 habe vor dem offenen Schieber geherrscht, sagte ein Experte der Baufirma, die das Kraftwerk errichtet hatte. Warum die Männer trotzdem tauchten kann sich Bürgermeister Peter Schröter nicht erklären. "Mit dem Chef der Tauchbasis Hohenwarte war nur vereinbart, dass er sich das Problem ansieht und sagte, ob er etwas machen kann. Zum Tauchen gab es keinen Auftrag", so Schröter. Die genauen Zusammenhänge ermittelt derzeit die kripo. Schweigen dagegen bei Tauchbasis Hohenwarte und der Tauchsportschule Rudolstadt. Die Toten aus Bad Kissingen in Bayern und Tännich im Kreis Saalfeld-Rudolstadt gehörten zum Verein. Laut Bürgermeister soll erst ein Taucher und als dieser nicht mehr reagierte ein zweiter Taucher ins Wasser gegangen sein, ohne dass ausreichend gesichert wurde. Als auch der zweite Mann nicht mehr nach oben kam, sei noch eine junge Frau ohne Ausrüstung, aber mit einer Leine gesichert, hinterher gesprungen. Sie hatte die beiden Taucher im Schieber verklemmt gesehen. Erst da wurden Polizei und Feuerwehr arlamiert. Doch auch diese konnten die Männer nicht mehr lebend bergen. Die Taucher der Feuerwehr Gera fanden am Montagabend einen der beiden Männer 30 m flussabwärts. Ihn hatte die Strömung durch das Ansaugrohr der Turbinenanlage gedrückt.Der zweite Taucher hatte sich in dem Rohr verklemmt. Um ihn zu bergen, schüttete gestern eine Baufirma den ganzen Tag vor dem kraftwerk einen Damm auf, um das Wasser aus dem Ansaugbecken ablassen zu können. Als es gegen 20 Uhr soweit war, brach der Damm wieder ein, so dass der zweite Taucher nicht aus dem Wasser geholt werden konnte. Heute soll ein neuer Versuch gestartet werden...
Antwort von Dennis am 05.03.2003 - 12:38
Ich möchte nicht pietätslos erscheinen, aber wenn jemand durch die Turbinenanlage gesaugt wird, muß er doch auch durch die Turbine, oder?
Antwort von marco am 05.03.2003 - 12:42
>Ich möchte nicht pietätslos erscheinen...
warum bist es dann?
Antwort von Kralli am 05.03.2003 - 13:17
Es gab kein Auftrag kommt von Verantwortlichen im Nachhinein leicht von den Lippen: Allein schon die Ungehäuerlichkeit des Bürgermeisters einem Tauchclub und auch einer Tauchbasis für Sporttaucher zu sagen schaut mal ob Ihr da was machen könnt is unverantwortlich. Ic kenne die Abhängikeiten in dieser Stadt nicht aber auch wenn alles von mir geschriebene nur Spekulationist ist,sollte wohl Geld gespart werden um dieses Prob zu beheben, Jede Tauchschule is doch vom Wohlwollen der Verantwortlichen einer Stadt oder Landkreises abhängig (kommt mir bitte jetzt nich mit klaren Gesetzen die es dafür gibt)wenn man in Heimischen Seen tauchen will und das wurde hier warscheinlich ausgenutzt: Der Basisleiter und auch die Taucher haben meiner Meihnung nach Unverantwortlich gehandelt, der Preis für diese Gefälligkeit (sofern es eine war )ist einfach zu hoch
Antwort von Udo am 05.03.2003 - 14:38
Mein Beileid den Angehörigen der Verunglückten!

Ich lese noch nicht allzu lange in Tauchforen, aber gerade die vermehrten Hinweise in letzter Zeit über Tauchunfälle haben MICH natürlich auch zum Nachdenken angeregt.

Dieser TU ist sicherlich nicht in die Kategorie "Sporttauchen" einzustufen, hat aber andererseits eine Hauptursache in einer unverantwortlichen und manchmal nicht wieder gut zu machenden Selbstüberschätzung!

Ohne weitere Hintergründe dieses TU`s zu kennen, sollte einfach jeder von uns sich ständig klarmachen, was er (oder sie) im Wasser eigentlich unternehmen möchte. Und wenn die Risiken (abhängig von Ausrüstung, Sicherung, Ausbildungsstand usw.) überwiegen, dann geh ich da nicht rein!

Ich war natürlich geschockt über den Ablauf dieser Aktion und die bisher bekannten Umstände, die zu diesem Wagnis und dem TU geführt haben, aber zwischen den Zeilen lese ich auch wieder dieses "MPSN-Syndrom" (mir passiert schon nichts). Und ich denke, das ist das Gefährliche in unserem Sport, Hobby oder wie auch sonst betrieben.

Und wie "Kralli" schon sagte, unverantwortlich auch von den Verantwortlichen, die (wenn es keine Berufstaucher waren)hier Sport(Hobby)Taucher um einen Gefallen gebeten haben!
Antwort von Michael am 05.03.2003 - 16:02
Allein schon die Aussage

"Mit dem Chef der Tauchbasis Hohenwarte war nur vereinbart, dass er sich das Problem ansieht und sagte, ob er etwas machen kann. Zum Tauchen gab es keinen Auftrag"

ist ein krasser Widerspruch in sich. Um sich die Sache anzusehen MUSS man tauchen!

Also hat aus meiner Sicht hat der Bürgermeister sehr wohl einen (indirekten) Auftrag zum Tauchen gegeben!
Antwort von Udo am 05.03.2003 - 16:15
Was nun aber nicht auch unbedingt bedeutet, dass ich da auch tauchen muß!
Leider hat der erste Taucher das für sich selbst nicht richtig entschieden, leider!
Antwort von Michael am 05.03.2003 - 16:30
@Udo

Aus meiner Sicht schon, denn sonst hätte er ja auch irgendjemanden fragen können. Hat er aber nicht, sondern explizit die Tauchschule!!!
Antwort von Frank am 05.03.2003 - 16:56
Hallo,

ich habe einen verunglückten Taucher gekannt. Der eine Taucher war kein normaler Sporttaucher! Er hat mehrere TAUSEND Tauchgänge und kann als enorm erfahren eingestuft werden. Der Auftrag war auch nicht ungewöhnlich f. ihn. Er hat so etwas schon des öfteren gemacht. Ich kannte ihn als verantwortungsbewußten Taucher und werden ihn auch so in bester Erinnerung halten! Ich bin noch immer tief geschockt über diesen Unfall! Alle Leute mit ihren besserwisserischen Kommentare auf dieser Seite, die nur mal kurz etwas gelesen haben sollten doch bitte etwas kürzer treten!
Das die TB keine Kommentare dazu abgibt ist ja wohl verständlich, da auch dort bestimmt der Schock noch sehr groß ist.
Mein Mitgefühl an alle Beteiligten!
Antwort von Udo am 05.03.2003 - 17:01
Das Problem ist doch aber, dass wenn ich kein Berufstaucher bin (der solche Extremsituationen aus seiner bisherigen Praxis sicher schon kennt) mich doch keiner zu solch einem riskanten Tauchgang bewegen kann!
Und ich denke da hören auch gute freundschaftliche Beziehungen zwischen Region und Tauchclub (wegen der vielleicht Gefälligkeit) auf!
Antwort von ioannis am 05.03.2003 - 19:07
Paar kleine frage vielleicht weiß jemand
So wie ich gehört hat jede Wasserkraftanlage eine Sperrventil für Wartung und Reparaturen in die Turbine So das keine Wasser reingezogen wird (auch keine Leute)
Warum war noch in betrieb ??? wollte jemand zeit (geld sparen)

Sind nur paar fragen

Mein Beileid den Angehörigen und Freunden.
ioannis

Antwort von Harry am 05.03.2003 - 19:52
HAllo ioannis, guck dir doch bitte mal den BEricht von Norbert genauer an, da steht alles drin.
Norbert vielen Dank für die Info und die Arbeit.
Dem Bericht ist nichts mehr hinzuzufügen.
Mein Beileid den Angehörigen.
Antwort von Jessica am 05.03.2003 - 20:16
der zweite ist mittlerweile geborgen:
Hier klicken
Antwort von porello salventino am 05.03.2003 - 22:10
Hallo Leute,
ich möchte hier zuerst den Angehörigen mein Beileid aussprechen. Der Taucher Nr.1 war mir bestens bekannt. Er war als TL2 mit sehr vielen TGs, 2 jähriger Basenarbeit und Berufsfeuerwehrmann sehr bedacht und vorsichtig und er wusste auch in der Regel was er tat. Den 2 Taucher kenne ich nicht, aber auch er soll sehr erfahren gewesen sein. Hier nun zu diskutieren warum die Beiden diesen Tauchgang mit dem bekannten Ende gemacht haben ist sinnlos, denn die genauen Hintergründe kennen wir nicht und diese werden wahrscheinlich auch nicht vollständig bekannt gegeben. Wir können aus diesem Unfall nur lernen und uns, trotz aller Schönheit des Tauchens,der Risken und Gefahren bewusst zu sein. In diesem Sinne allen Gut Luft.

Porello
Antwort von porello salventino am 05.03.2003 - 22:23
Auch die Tauchschule, für die der Taucher gearbeitet lange tätig war, kann sich diesen Unfall nicht erklären und trauert ebenfalls um Matze.
Hier klicken
P.
Antwort von Udo am 05.03.2003 - 22:41
Ich bin schockiert und mir stockt der Atem!
Denn durch die Trauermeldung der Tauchbasis mußte ich erfahren, dass auch ich einen der verunglückten Taucher persönlich kenne!
Ich habe ihn im letzten Jahr während eines Tauchurlaubes in Kroatien getroffen und als besonnenen Tauchpartner bei einigen gemeinsamen TG kennengelernt.
Mein Mitgefühl an alle die ihn kannten!
Antwort von olli33 am 05.03.2003 - 23:32
Erstmal möchte ich mein Beileid den Angehörigen und Freunden aussprechen.

Die Information über den Unfall sah ich heute in der Zeitung.Einfach furchtbar!Zumal der 2. Taucher beim Rettungsversuch sein Leben lassen mußte, ist schockierend.
Das sich hier aber Leute (ohne vorher Gehirn einzuschalten)erlauben ohne Hintergrundwissen
Urteile zu sprechen ist nicht in Ordnung!
Antwort von Norbert am 06.03.2003 - 08:02
unter www.otz.de sind mehrere aktuelle Berichte zu finden
Antwort von marco am 06.03.2003 - 09:18
@norbert ...danke
hier der ganze bericht der otz
----------
Polizeitaucher bergen am Kraftwerk den zweiten Toten

Von OTZ-Redakteur Wolfgang Schombierski Uhlstädt. Gestern Abend ist der zweite verunglückte Mann am Uhlstädter Wasserkraftwerk von fünf Tauchern der Polizei in Zusammenarbeit mit Kameraden der freiwilligen Feuerwehren aus Uhlstädt und Großkochberg sowie des Technischen Hilfswerkes tot geborgen worden.

Bei den Arbeiten traten an der Unglücksstelle im Bereich des Schotts am Zulauf zum Kraftwerk auch verhedderte Leinen und ein rund sechs Meter langer Baum mit einem Durchmesser zwischen 20 und 35 Zentimeter ans Licht. Unter Schott ist ein großer Absperrschieber zwischen Ober- und Unterwasser zu verstehen. Weil dieser wegen des Treibgutes vor Tagen nicht ganz geschlossen werden konnte, waren die zwei Taucher, die in der Saale den Tod fanden, zur Hilfe gerufen worden (OTZ berichtete).

Aufgrund der schwierigen und gefährlichen Situation dauerten die gesamten Bergungsarbeiten über 50 Stunden. "Dieser Unglücksfall ist sehr tragisch", sagte gestern Abend der Kreisbrandinspektor in Vertretung und Einsatzleiter Ulrich Klotz betroffen.

Bekanntlich war am Dienstagabend der von einer beauftragten Firma aufgeschüttete Damm, der die Abschottung vom zulaufenden Saalewasser zur Unglücksstelle am Kraftwerk sichern sollte, an einer Stelle gebrochen. Grund dafür waren anfangs nicht erkennbare Strömungsverhältnisse der Saale. Gestern Morgen wurden die gleichen Arbeiten unter Berücksichtigung der gewonnenen Erkenntnisse erneut aufgenommen und am späten Nachmittag gegen 17.30 Uhr beendet.

Zwischenzeitlich war vormittags gegen 11 Uhr ein Arbeitsponton am Schott zu Wasser gelassen worden - als Sicherheit für Arbeiten, um die rund 30 Zentimeter große Öffnung am Schott unter Wasser mit Sandsäcken zu verdichten. Damit sollte die verheerende Sogwirkung reduziert werden. Am Nachmittag nahmen die Kameraden der Feuerwehr und des THW mit Hilfe von Pumpen das Absenken des Wasserspiegels im gesperrten Zulauf vor, so dass die Bergung gefahrlos vorgenommen werden konnte. Ralf Kirsten, Leiter des Führungsstabes der Polizeidirektion Saalfeld, wies darauf hin, dass die kriminaltechnischen Untersuchungen noch am Abend begonnen haben.

05.03.2003
Antwort von marco am 06.03.2003 - 09:20
noch was aus der otz

-----------------------

Trauer und Entsetzen bei den Tauchern am Stausee



Hohenwarte (OTZ/TS). Trauer und Entsetzen über den Verlust zweier Sportler und Freunde herrscht seit Montagabend im Wassersport- und Freizeitzentrum Hohenwarte, wo die beiden in Uhlstädt verunglückten Taucher ihrem Hobby nachgingen.

Leiter der Tauchschule Rudolstadt-Saalfeld ist seit vier Jahren Mario Rückert. "Ein Scheißtag. Micha und Matze, wir vermissen Euch!" hatte er am Montagabend im Tagebuch auf der Internetseite des Tauchclubs notiert. Der 33-Jährige zeigte sich gestern noch immer fassungslos.

Sein ein Jahr jüngerer Freund Michael W. fungiert wie Rückert als Tauchlehrer und sollte als Partner in das Unternehmen einsteigen. "Michael hatte sich dem Tauchen verschrieben. Jetzt mit der Tauchschule aufzuhören, dies wäre sicher nicht in seinem Sinn", sagte Rückert gegenüber OTZ.

W. war am Montag als Erster in das Saalewasser am Uhlstädter Wehr gestiegen. Als er nach längerer Zeit nicht wieder auftauchte, folgte der 28-jährige Matthias K. aus Bad Kissingen. Für die beiden erfahrenen Taucher mit jeweils mehr als tausend Tauchgängen war es der Sprung in den Tod.

Mario Rückert, der seit 1984 selbst etwa 2000 Tauchgänge aufzuweisen hat, kann sich die Sache noch immer nicht erklären. Eigentlich sollte es am Montag in Uhlstädt nur eine Ortsbegehung werden. "Die Ausrüstung nimmt man bei sowas immer mit", sagte Rückert, der vor und nach dem Unglück in Uhlstädt dabei war, allerdings nicht während des eigentlichen Tauchgangs. Er kann deshalb auch nicht bestätigen, dass die beiden Taucher ohne Sicherung durch ein Seil ins Wasser gegangen sind.

Die Tauchschule Rudolstadt-Saalfeld war 1999 in Rudolstadt gegründet worden. 2001 zog man in die Alterbucht am Hohenwartestausee um. Laut Rückert gibt es 600 bis 700 Kunden, von denen 20 bis 30 regelmäßig zum Tauchen ins Saalthal kommen. Erst am vergangenen Sonnabend hatte man ein Faschingstauchen unter dem gut zehn Zentimeter dicken Eis des Hohenwarte-Stausees veranstaltet.

05.03.2003
Antwort von marco am 06.03.2003 - 09:21
noch was aus der otz

-----------------------

Trauer und Entsetzen bei den Tauchern am Stausee



Hohenwarte (OTZ/TS). Trauer und Entsetzen über den Verlust zweier Sportler und Freunde herrscht seit Montagabend im Wassersport- und Freizeitzentrum Hohenwarte, wo die beiden in Uhlstädt verunglückten Taucher ihrem Hobby nachgingen.

Leiter der Tauchschule Rudolstadt-Saalfeld ist seit vier Jahren Mario Rückert. "Ein Scheißtag. Micha und Matze, wir vermissen Euch!" hatte er am Montagabend im Tagebuch auf der Internetseite des Tauchclubs notiert. Der 33-Jährige zeigte sich gestern noch immer fassungslos.

Sein ein Jahr jüngerer Freund Michael W. fungiert wie Rückert als Tauchlehrer und sollte als Partner in das Unternehmen einsteigen. "Michael hatte sich dem Tauchen verschrieben. Jetzt mit der Tauchschule aufzuhören, dies wäre sicher nicht in seinem Sinn", sagte Rückert gegenüber OTZ.

W. war am Montag als Erster in das Saalewasser am Uhlstädter Wehr gestiegen. Als er nach längerer Zeit nicht wieder auftauchte, folgte der 28-jährige Matthias K. aus Bad Kissingen. Für die beiden erfahrenen Taucher mit jeweils mehr als tausend Tauchgängen war es der Sprung in den Tod.

Mario Rückert, der seit 1984 selbst etwa 2000 Tauchgänge aufzuweisen hat, kann sich die Sache noch immer nicht erklären. Eigentlich sollte es am Montag in Uhlstädt nur eine Ortsbegehung werden. "Die Ausrüstung nimmt man bei sowas immer mit", sagte Rückert, der vor und nach dem Unglück in Uhlstädt dabei war, allerdings nicht während des eigentlichen Tauchgangs. Er kann deshalb auch nicht bestätigen, dass die beiden Taucher ohne Sicherung durch ein Seil ins Wasser gegangen sind.

Die Tauchschule Rudolstadt-Saalfeld war 1999 in Rudolstadt gegründet worden. 2001 zog man in die Alterbucht am Hohenwartestausee um. Laut Rückert gibt es 600 bis 700 Kunden, von denen 20 bis 30 regelmäßig zum Tauchen ins Saalthal kommen. Erst am vergangenen Sonnabend hatte man ein Faschingstauchen unter dem gut zehn Zentimeter dicken Eis des Hohenwarte-Stausees veranstaltet.

05.03.2003

------------------------------------------

Wasserabgabe an der Talsperre stark gedrosselt



Hohenwarte/Uhlstädt (OTZ/TS). Um die Bergung des verunglückten Tauchers zu erleichtern, wurde die Wasserabgabe an der Hohenwarte-Talsperre gestern in Absprache mit den Einsatzkräften in Uhlstädt stark gedrosselt. Seit den Vormittagsstunden verließen nur noch rund drei Kubikmeter Wasser pro Sekunde den Stausee. Das Jahresmittel der Durchflussmenge liegt in Kaulsdorf bei 16,5 Kubikmeter/Sekunde. Der Wasserstand war hier gestern Nachmittag auf 43 Zentimeter gesunken.

In Rudolstadt betrug der Saalepegel am Nachmittag 62 Zentimeter. Durch den Zufluss der Schwarza hatte sich die Durchflussmenge hier bereits wieder auf fast 20 Kubikmeter/Sekunde erhöht. Wie stark die Drosselung am Stausee war, ist aus der Zuflussmenge von etwa 60 Kubikmeter/Sekunde ersichtlich. Von Kaulsdorf bis Uhlstädt braucht das Wasser etwa fünf Stunden.

05.03.2003
Antwort von marco am 06.03.2003 - 09:25
ups...ein teil doppelt
aber hier noch etwas aus der otz
-----------------------------------

Hätten die Taucher mit Sicherungsleine angesichts des Drucks eine Chance gehabt?

Nein. Nach Rücksprache mit der von uns eingesetzten Tauchergruppe der Feuerwehr Gera bestand keine Chance, selbst angeleint diesem Sog zu entkommen. Die Frau, die zur Tauchgruppe gehörte und angeleint zur Hilfe eilte, verdankt vermutlich ihr Leben dem Umstand, dass die Kameraden vor der Öffnung des Wehres lagen und somit die Sogwirkung weitest gehend aufgehoben haben. Möglicherweise haben die beiden Taucher zu dem Zeitpunkt noch gelebt.
Antwort von Kralli am 06.03.2003 - 11:31
Um so mehr ich hier lese, um so weniger versteh ich, das soooo ERFAHRENE Taucher da allein ins Wasser gehn und wenn es nur zum begutachten war was man da machen könnte
Antwort von Haubentaucher am 06.03.2003 - 11:46
Kralli, wenn sie zu zweit rein wären, hätte ihnen das auch nichts genutzt.
Antwort von Sepp am 06.03.2003 - 11:58
Die Gefahr wurde schlicht und einfach unterschätzt.
Hätte vielen anderen erfahrenen Tauchern sicher auch passieren können.
Es tut weh von solchen Unfällen zu lesen, zeigt es doch immer wieder, daß Wasser (und die Kraft die ihm innewohnt) nicht unterschätzt werden soll.
Auch handelt es sich hier meiner Ansicht nach um einen wirklichen Unglücksfall (im Gegensatz zu vielen anderen hier auf den Unfallseiten die wirklich auf Dummheit beruhen), denn als die Gefahr durch den ersten Taucher bemerkt wurde war es sicher schon zu späht für Gegenmassnahmen. Daß der Andere seinem Kollegen helfen will ist zwar menschlich verständlich, war aber in dieser Situation leider auch ein Fehler.

Meine aufrichtige Anteilnahme gilt den Familien der beiden Toten.
Antwort von Haubentaucher am 06.03.2003 - 12:27
Genau, Sepp.

Bei uns in der Gegend ist vor ein, zwei Jahren ähnliches passiert: Bei einer Suchaktion ist ein DLRG-Taucher an einem Wehr getaucht... :-/

Ob die Gefahr wirklich vorher nicht bekannt war? Wer weiß.

Aber - wenn Du oben schreibst, viele Unfälle beruhen auf Dummheit - solche Statements und auch sowas wie "Darwin und Murphy schlagen zu", die finde ich zynisch. Sicherlich kann man bei vielen Unfällen sagen, die Betroffenen hätten es wissen können und den Unfall mit entsprechender Umsicht vermeiden können.
Allerdings sollte man das für sich behalten - schließlich lesen auch Angehörige, Freunde und sonstige Leute mit, die so ein Kommentar treffen kann. Ist sich jeder Kommentarschreiber sicher, daß nicht auch er (oder sie) manches tut, was er eigentlich nicht tun sollte und besser wissen hätte können?




Haubentaucher
Antwort von Sepp am 06.03.2003 - 13:05
@ Haubi

Klingt vielleicht etwas zynisch - ist aber nicht so gemeint.
Aber es ist einfach so, wenn Du im Sommer an unseren Seen ca. 50% der Taucher mit nur einer ersten Stufe siehst, dann stellt sich doch die Frage, ob alles reden und schreiben über sicheres Tauchen in kalten Gewässern umsonst ist.

Auch sollte nicht ausser Acht bleiben, daß diese Unfallseite geschaffen wurde (von mir kamen damals die ersten Artikel, die Armin dann in ein eigenes Forum umsetzte), um vor Gefahren zu warnen, und die Tauchgemeinde etwas sensibler zu machen für diese Gefahren, die unser gemeinsames Hobby eben auch hat.

Leider ist diese Unfallseite aber bis zu einem gewissen Grad entartet, weil immer wieder die Besserwisser mit ziemlich üblen Untergriffen arbeiten.
Und wenn ich wie vorhin von Dummheit spreche, dann ist das so zu verstehen, wie wenn ein Autofahrer den Gurt nicht anlegt, obwohl alle Untersuchungen darauf hinweisen, daß bei einem Unfall der Gurt Lebensretter Nr.1 ist.
So ist eben bei uns die Vorbereitung des Tauchganges das Wichtigste - vor allem, wenn es denn in Grenzbereiche gehen soll.

In diesem Sinne allen gleich viele Aufstiege wie Abstiege!

Sepp
Antwort von Haubentaucher am 06.03.2003 - 13:16
Vollste Zustimmung, Sepp. Ich hatte auch eher diejenigen im Blick, die das übertreiben. Mußt ich einfach mal sagen, aber diejenigen, die`s sich zu Herzen nehmen sollten, werden`s eh nicht tun.
Leider ist da Moderation oder gar Zensur auch nicht der Stein der Weisen.

Haubentaucher
Antwort von Ingrid Ludwig am 06.03.2003 - 13:54
Antwort von Ingrid am 06.03.2003 - 13:40
Ich bin zwar kein Taucher, habe aber zwei Söhne, die Taucher sind (einer davon leidenschaftlich) und die Verunglückten persönlich kannten.
Die vorangegangenen Antworten habe ich aufmeksam gelesen und war doch über einge sehr entsetzt. Wie kann man in so einer traurigen Situation von Dummheit oder Leichtsinn sprechen. Jedem noch so erfahrenen Taucher kann bei aller Umsicht ein Fehler unterlaufen, also sollten alle Sort- und Hobbytaucher aus solchen Unfällen lernen und nicht einer klüger reden als der andere.

Meine große Anteilnahme gilt den Familien und Freunden der beiden verunglückten Tauchern
Antwort von Jenny am 06.03.2003 - 15:43
Hallo
Ich möchte ersteinmal mein Beileid an die Angerhöhrigen der beiden Verunglückten richten.

Ich möchte eigentlich nur loswerden das ich es unmöglich finde wenn sich Leute anmasen über etwas zu reden wovon sie keine ahnung haben echt unmöglich (also ich meine die die diese Leute nicht persönlich kennen und die genauen tatsauchen mit Einzelheiten nicht wissen)
Was ich auch echt scheise finde ist die Tatsache das manche Leute hier über z.B: die Leichtsinnigkeit ect. reden die Vielleicht da war aber vielleicht auch nicht.
Der Punkt ist doch wir alle hier wahren nicht dabei und können dazu doch nicht wirklich etwas sagen ausser Vermutungen ect.
Ich persönlich finde es auch nicht gut über Menschen die leider von uns gegangen sind schlecht im nach hinein zu reden, vorallem wenn man diese nicht einmal persönlich kennt.
Weiterhin bin ich auch der Ansicht von Einigen die hier geschrieben haben das die Großmäuler die nicht wirklich ahnung von der Situation haben doch bitte ihre dummen Kommentare lassen sollen, denn wie Haubentaucher es schon schrieb es kann die Angehöhrigen die dies lesen sehr verletzten.

Man kann an diesem TU leider nix mehr ändern, das was man machen kann ,wie es einige schon geschrieben haben, eventuell aus den gemachten Fehlern (wenn es denn welche waren) zu lernen und zu hoffen das sich dies nicht wiederholt.

Jenny
Antwort von Wallin am 06.03.2003 - 16:41
@Jenny
Stimme Dir da nicht unbedingt zu. Da ich hier herauslese, das einige nicht nur Großmäuler sind, sondern ne Ahnung haben wovon sie schreiben.

Betrachtet man die GUV R2101 und als Berufsfeuerwehrmann sollte dies bekannt sein, durfte dieser Tauchgang überhaupt nicht durchgeführt werden.
Ob nun ein erfahrene Taucher, Tauchlehrer usw.!

Mein Beileid den Angehörigen und Freunde der zwei.
Antwort von ioannis am 06.03.2003 - 18:50
@Ingrid Ludwig – Jenny - ALL

Ich glaube niemand will über die Verunglückten schlecht reden Aber ist auch Tatsache das trotz Erfahrung (die rede vom 1000 und mehr TG)
Waren eben Sporttaucher und keine Berufstaucher und das ist eine Große unterschied
Ein Berufstaucher hätte vielleicht die Situation besser einsetzen können Und auch gehandelt
Und wenn Leute hier über Dummheit oder Leichtsinn sprechen haben Die auch irgendwie recht
es geht nicht den Tod vom beide zu rechtfertigen es geht nur um die nächste zwei oder mehr den Gedanke mir kann nicht passieren aus den
kopf zu kriegen
es kann jede vom uns treffen Erfahrung hin oder hier
Berufstaucher ist eben anderes ausgebildet genau um solche Situationen
Besser einsetzen zu können
ich werde nie vergessen was meine TL (übrigens Hauptberuf Berufs und Bergungstaucher)
die erste tag meine Ausbildung gesagt hat
Tauchen ist eine der sicherste Sportarten in den Welt wen du die regeln verfolgst
Und er hat leider Recht

Mein Beileid den Angehörigen und Freunde
ioannis
Antwort von Achim am 06.03.2003 - 19:03
Der eine Taucher war unser Ausbilder für Atemschutzträger. Und wer ihn gekannt hat, weiß das er viel mehr Verstand und Sicherheitsbewußtsein hatte, als manch ein anderer. Es liegt glaube ich nicht in Eurer Macht, über sein Vorgehen und seine Beweggründe diesen Tauchgang zu tätigen so zu urteilen. Wir haben einen verdammt guten Freund und Ausbilder verloren! Das alleine ist schon schlimm genug. Da ist es nicht noch nötig, daß sich ein paar Wichtigtuer und Besserwisser dermaßen abfällig äußern!

Mein Mitgefühl seinen Angehörigen.
Achim Kohlhepp
Antwort von ioannis am 06.03.2003 - 19:48
@Achim
Ich glaube dass du die postings gelesen hastet aber leider nicht Verstanden
Warum greifst du die Leute an hast du eine bessere Erklärung oder
Brauchs du keine (verdrängen ist die Lösung???)
Wie denkst du über seine sein Vorgehen und seine Beweggründe??
Ja die haben einem Fehler gemacht eine was tödlich geändert hat
Oder besser gesagt wie viel Taucher müssen noch drauf gehen bis
Der Thema Leichtsinn angesprochen wird
Niemand hat gesagt dass die schlechte Menschen wären oder
Will jemand die beide beleidigen
Aber ist eben so gekommen und daran ist leider nichts zu ändern
Und über Wichtigtuer und Besserwisser kannst du auch nicht beurteilen
Erst wenn du weiß welche Erfahrungen die Leute haben und erst dann
Bei mir waren vier Tode über und unter Wasser drei waren meine freunde und
JA es war Leichsinn
So bitter wie es klingt

ioannis
Antwort von Max am 06.03.2003 - 20:02
Wollte mich erst zurückhalten, melde mich aber jetzt doch zu Wort:

Einige vergessen hier paar grundsätzliche Sachen:

1. Das Leben ist lebensgefährlich und endet immer mit dem Tod
2. Shit happens

Will sagen: Man kann sich nicht gegen alles absichern, irgendwas kann immer passieren.

Aber damit man länger lebt, sollte man sich schon gewisse Gedanken machen.
Deshalb ist dieses Unfallforum sehr wichtig.

Wer sich weigert, sich aus falschverstandener Pietät Gedanken über Unfälle zu machen, ist schlicht und ergreifend DUMM. Wenn durch die Diskussion hier auch NUR EIN MENSCHENLEBEN gerettet wird, hat dieses Forum doch einen Nutzen.
Ebenso DUMM sind aber auch die, die bei so ernsten Angelegenheiten versuchen, andere durch provokative Äusserungen zu entrüsteten Postings zu animieren. Auf solche Postings sollte doch bitteschön einfach nicht eingegangen werden.

Beim Tauchen sind für ein längeres Leben doch gewisse Regeln einzuhalten. Exemplarisch denke ich da mal an die Sicherungsvorkehrungen beim Eistauchen. Wenn man sich die Tauchunfälle dieses Winters anschaut, ist es durchaus verständlich, dass manche sich in Richtung "Darwin-Award" und "natürliche Auslese" äussern. Die meisten dieser Unfälle halte ich einfach für UNNÖTIG.

Die Hauptursache für Unfälle, wahrscheinlich auch diesem, ist wohl SELBSTÜBERSCHÄTZUNG.
Deshalb erübrigt sich eine Diskussion in den meisten Fällen. Hier würde vielleicht einfach die kommentarlose Angabe von Fakten genügen, um den einzelnen zum Nachdenken anzuregen.
Nach dem Motto: Ich werd gefragt, ob ich an dem Wehr tauchen kann um ...
HALT! Da war doch mal eine Meldung im Unfallforum, vielleicht sollte ich mir doch Gedanken über die Gefahren machen.

Wie es Ioannis treffend gesagt hat:
" ES GEHT NICHT UM DEN TOD DER BEIDEN, SONDERN UM DEN DER NÄCHSTEN ZWEI "

In diesem Sinne hoffe ich auf Disziplin,
Beim Tauchen und beim Posten,

Gut Luft,
Max
Antwort von Scupi am 07.03.2003 - 01:51
Also lieber Leser und Leserinnen,
ich muss ja mit entsetzen feststellen wieviele Leute hier Sachen schreiben und Spekulationen die hier wirklich NICHTS zu suchen haben. Ich kannte einen der beiden Taucher. Welchen ist jetzt mal egal. Aber ich kann sagen das es sicher KEIN Leichtsinn war. Das soll euch nur mal gesagt sein. Jeder,der hier noch schreibt das es Leichtsinn war, hat keine Ahnung vom tatsächlichen Vorgang des ganzen Geschehens. Ich weiß auch nicht zu 100% alles was da vor sich ging. Aber ich kann sagen das ich glaube ich etwas mehr weiß wie die meisten die sich hier eingetragen haben. Also bitte lasst die Postings in denen steht das es Leichtsinn war !!!!
Antwort von porello salventino am 07.03.2003 - 05:27
Noch einen Kommentar von mir:

Wie hätten die meisten von uns gehandelt, wenn man uns gebeten hätte "mal zu schaun"?
Wir hätten uns die Gegebenheiten an dieser Stelle sicherlich von außen betrachtet. Wenn die äußeren Gegebenheiten beim Briefing keine offensichtlichen Gefahren dargestellt hätten, dann wären sicherlich viele von uns auch "mal gucken" gegangen wie die Lage sich im Wasser darstellt. Eine geringe Wassertiefe von 3-5m verstärkt hier das Sicherheitsgefühl.
Es kann durchaus sein, dass an der Oberfläche keine Strömung in besonders hoher Stärke erkennbar wahr. Dies kann dadurch möglich sein, dass das Oberfächenwasser den Staudruck auf das Schott entgegen der normalen Flußrichtung drückt. Für die Taucher stellt sich diese Situation dann als nicht besonders gefährlich dar. Die starke Strömung in Bodennähe ist dann nicht offensichtlich. Steigt nun ein Taucher (wie geschehen)ins dieses Wasser, wird er von der Situation überrascht. Er erlebt ein sogenanntes Evidenzerlebnis, d.h. aus seiner Sicht beim Abtauchen ist alles im grünen Bereich, bis er von der Strömung erfasst wird. In diesem Moment überschlagen sich für Ihn die Ereignisse, ohne dass er eine Chance zur Reaktion hat. Für die Beteiligten an der Oberfläche sieht die Situation auch nicht besser aus. Der Taucher verschwindet ganz normal im Wasser. Entgegen der im Briefing getroffenen Absprachen taucht er nach wenigen Augenblicken nicht auf. Es sind auch keine weiteren Zeichen oder Luftblase von ihm zu sehen. Was macht der Tauchpartner am Ufer, der ebenfalls in kompletter Aussrüstung, tauchfertig da steht? Er wird die Lage nach seinen Erfahrungen versuchen einzuschätzen und zu handeln. Das der Tauchpartner Probleme hat und Hilfe benötigt ist für ihn offensichtlich. Bewußlosigkeit oder ähnliches könnten Gründe für das Nichtmelden und die fehlenden Blasen sein. Folglich wird er einen Rettungsversuch starten, um den Taucher schnell aus dem Wasser zu bergen, damit hier schnell erste Hilfe wie HLW usw. eingeleite werden kann. Dass auch er in die oben beschriebene Situation kommen wird, ist für ihn in diesem Moment nicht erkennbar. Der weitere Versuch der Frau in angeseiltem Zustand nachzuschaun ist die logische Folgehandlung nach diesen Ereignissen. So oder so ähnlich, denke ich, hat sich dieser Unfall zugetragen. Ich kann mir ebenfalls gut vorstellen, das mir und auch sicherlich einigen von den hier lesenden Tauchern dieses hätte auch passieren können. Ob und in welcher Weise dieser tragische Unfall hätte vermieden werden können, vermag ich nicht zu sagen. Hinterher ist man bei jedem Unfall schlauer. Das ganze "hätte wäre wenn" ist vom heimischen Sessel aus schnell gesagt und geschrieben. Ich gehe davon aus, dass die Beiden sich gut auf diesen Tauchgang vorbereitet hatten und dass keine Anzeichen für erhöhte Sicherheitsmaßnahmen, wie anseilen oder ähnliche Vorkehrungen, sprachen. Wir können aus einer Analyse eines solchen Unfalls nur die Erkenntnis gewinnen, dass wir in nicht Standardsituationen besonders achtsam sein müssen. Der obengeschiebende Satz, dass wenn man sich an die Spielregeln hällt, das Tauchen eine der sichersten Sportarten ist, ist richtig, jedoch bleibt auch nach entsprechender Vorbereitung immer noch ein nicht minderbares Restrisiko.
Unsere Beiden Freunde lebten ihr Leben immer mit dieser Gewissheit, und auch damit,daß das Tauchen eine der schönsten Nebensachen der Welt ist. Denen unter Euch, die es anders und besser gemacht hätten, wünsche ich, dass Sie nie in Situationen kommen, welche sich anders als geplant entwickeln.

Antwort von nexutron am 07.03.2003 - 05:58
War letztes jahr mit Freunden bei der Tacuschule tauchen. Habe mit Michael ein paar bierchen getrunken. Ich kannte ihn nur flüchtig, ist aber irgendwie ein scheiß Gefühl wenn ich mir die alten Fotos anschaue.

Mein Beileid den Angehörigen und Freunden



Antwort von ioannis am 07.03.2003 - 07:38
Wie hätten die meisten von uns gehandelt, wenn man uns gebeten
hätte "mal zu schaun"? Du meinst das nicht ernst ??? oder ???
hast du Erfahrung?? Weiß du was eine Wehr ist?? Mit eine Rohr
teils geöffnet???? Na ja was soll ich jetzt wissen

Ich glaube langsam das es keine sinn hat hier zu schreiben
Ich gib mir geschlagen
Es war keine selbst Überschätzung auch keine Leichtsinn und
Die haben auch keine fehler gemacht und ich bekenne mich als
Wichtigtuer und Besserwisser der oft Spekuliert und vom
Wohnzimmer aus Leute schlecht machen will

Ah ja vor ich vergesse wir treffen uns alle hier beim nächste Unfall
Und dann machen wir noch mal die gleiche Diskussion wie jetzt
Oder wie letzte mal .... Wichtigtuer ....... Besserwisser............
..oder ...oder............der Forum ist voll davon
Und so wie keine vom dieser Leute eine fehler gemacht hat brauchen wir
Auch nicht dazu zu lernen oder Gedanken zu machen ........... na dann..

Immer Gute Luft und Sicher nach Hause
ioannis
Antwort von Sepp am 07.03.2003 - 07:58
Für alle die so gut wissen was zu tun ist (gewesen wäre) hier eine Erinnerung:

Hier klicken

Vielleicht erinnern sich manche noch, wie im Hochwasser im vergangenen Jahr ein Taucher abgetrieben wurde und nur mit viel Glück unbeschadet davonkam.

Das Tauchen in Bereichen mit unberechenbaren Strömungen in Bereichen von Staumauern, Wracks in Flüssen, Brückenpfeilern ect. bleibt eine der gefährlichsten Aktionen für Taucher.

DAS ist es, was wir aus diesem Unfall lernen können, und darüber sollten wir nachdenken, und es uns hoffentlich ins Stammbuch schreiben.






Antwort von Rainer Endres am 07.03.2003 - 09:16
Hallo,
auch ich habe den einen Taucher als Ausbilder für Atemschutz kennengelernt. (bin selbst Ausbilder) Egal, wie und warum es passiert ist, man wird es vermutlich nie mehr herausfinden. Aber eines ist sicher:
Was bleibt ist die Lücke die beide hinterlassen !!

Mein Beileid den Angehörigen.
Antwort von Mark am 07.03.2003 - 10:27
Hier noch ein anderer Bericht zu einem ähnlichen Unfall:
Hier klicken
Hoffentlich helfen dieser Thread und die hier genannten Berichte über ähnliche Fälle (s. Sepp), das Bewußtsein zu schärfen, welche Gefahren mit solchen Tauchgängen verbunden sind. Damit es eben nicht so abläuft, wie es porello salventino so anschaulich beschrieben hat.
Antwort von Wallin am 07.03.2003 - 11:19
@porello salventino
Und genau das ist der Unterschied zum Berufstauchen oder Tauchen nach Dienstvorschrift.
Wenn Du dir mal die FwDV 8 Tauchen anschaust, wirst Du sehr schnell feststellen, das nicht zuerst ein Taucher ins Wasser geht, sondern die UW - Kamera und Strömungsmessungen vorgenommen werden muß.
Der Einsatzleiter entscheidet dann, ob Taucharbeiten durchgeführt werden können oder nicht.

Was ich selbst immer wieder erlebe ist das z.B. Unternehmen, Gemeinden usw. preisliche Anfragen für Unterwasserarbeiten anfordern, schnell feststellen das die Profis zu teuer sind und nun sich erinnern "Wir haben ja ne Tauchschule/Base um die Ecke" Die machen es billiger!

Und das ist doch dass Thema! Oben beschrieben, kann man rauslesen das man sich nun rausredet, keinen Auftrag zum Tauchen erteilt zu haben. Da kann jeder nun denken was er will.


Antwort von frecher Taucher am 07.03.2003 - 11:37
ich möchte hier als weniger erfahrener Taucher nicht Stellung zu tauchtechnischen Dingen oder dem mir nicht vollständig bekannten Verlauf des Unfalls beziehen, sondern zu einem ganz menschlichen Thema:

Beide Parteien in dieser Diskussion sind sich näher als sie denken.
Die meisten derjenigen, die hier einen Angehörigen bzw. Freund verloren haben werden, nachdem sie den Schmerz überwunden haben genauso schreiben, wie diejenigen, die sie jetzt als Besserwisser bezeichnen. Das ist nur allzu menschlich. Die wenigsten Betroffenen sind schon wenige Tage nach einem solch schrecklichen Ereignis in der Lage völlig emotionslos zu analysieren; gerade, wenn die Verunglückten zu den stets vernünftigen Tauchern gezählt haben.

Zum Anderen werden die meisten nicht Betroffenen Teilnehmer der Diskussion nicht gänzlich abstreiten können, daß ihnen unter nichtvorhersehbaren Umständen ebenfalls ein tödlicher Unfall passieren könnte, über den dann andere kritisch diskutieren. Zum Beispiel bei einer ganz anderen Gefahrenquelle als Wasserströmung (es ist wohl nicht möglich jederzeit jede erdenklich Gefahrenquelle zu kennen und dann auch direkt im Bewußtsein zu haben).

Jeder von uns, egal ob er noch so vernünftig ist, tut auch manchmal Dinge, die unvernünftig sind, und die man vorher selbst schon besser wußte (wobei ich nicht behupten möchte, daß dies hier der Fall war). Im Ernstfall muß man dann als Diskussionsbeispiel dienen, auch wenn es schmerzt.

Fazit: Nehmt doch bitte die Schärfe und Anschuldigungen aus der Diskussion und geht grundsätzlich davon aus, daß jeder, der sich hier an der Diskussion beteiligt es gut meint. Etwas Demut auf beiden Seiten würde hier gut tun.

Antwort von Kralli am 07.03.2003 - 13:13
Sehr gut, Frecher Taucher, mit deiner Einschätzung hast du warscheinlich den Nagel auf den Kopf getroffen :
Ich muß sagen bis auf ein paar wenige Ausnahmen ist dieser Traed sehr sachlich geführt worden (habe das hier schon anders erlebt)Leute macht weiter so. Dann liest und diskutiert man(frau) auch sehr gerne weiter mit.
Antwort von Scupi am 07.03.2003 - 13:20
Hier endet das nur wieder mal bei einem ! Berufstaucher gegen Sporttaucher !
Berufstaucher sind auch nichts besseres wie sie denken. Auch wenn man eine Ströhmung vorher misst, ab einem gewissen Punkt der nicht eingesehen wurde, könnte ebenfalls eine Strömung sein. Und wenn ein Taucher dahin gerät und ebenfalls wie hier verunglückt ( kam schon vor ) Was ist dann ??
Es waren doch Berufstaucher, das hätte doch garnicht passieren dürfen!

Was wären wenn ? Diese Frage versuchen hier meiner Meinung nach viel zu viele zu beantworten. Aber eine Antwort darauf hat keiner von euch. Auch ich nicht. Ich bin der Meinung das dieser Thread ab hier irgendwo keinen Sinn mehr macht und vielleicht besser geschlossen werden sollte. Ich hoffe nur das NIE einer von denen die hier Spekulieren in eine solche Situation kommt und dabei um kommt.
Antwort von Mark am 07.03.2003 - 13:36
Scupi,
warum versuchst du, diesen Thread zum wiederholten Mal abzuwürgen?
Ich zitiere: "Ich weiß auch nicht zu 100% alles was da vor sich ging. Aber ich kann sagen das ich glaube ich etwas mehr weiß wie die meisten die sich hier eingetragen haben." Bist du persönlich betroffen?
Ich meine, es ist die Aufgabe dieses Forums, Unfälle zu diskutieren, um daraus zu lernen. In diesem Thread ist durch einige Beiträge klar herausgekommen, welche Gefahren mit Unterwasserarbeiten an "Gewässerregulierungseinrichtungen" verbunden sind. Egal ob für Berufs- oder Sporttaucher, egal wie erfahren. Wenn dadurch vermieden wird, daß sich jemand in eine vergleichbare Notsituation begibt, ist doch schon was gewonnen. Was hast du dagegen?
Antwort von Wallin am 07.03.2003 - 13:59
@Scupi
Keiner behauptet das Berufstaucher bessere Taucher sind.
Es ist aber ein großer Unterschied, ob man Taucher ausbildet oder Unterwasserarbeiten durchführt.
Beides lässt sich nicht miteinander vergleichen. Fakt ist nun mal, dass aus Versicherungsgründen GUV / BG usw. Berufstaucher einen höheren Maß an Sicherheitsaspekten beachten müssen. So unterscheiden sich schon das Tauchequipment und Technische Hilfsmitteln gegenüber einem Sporttaucher. Trotz allen Sicherheitsvorkehrungen passieren auch hier Unfälle.
Ist aber ein kalkuliertes Risiko und dafür werden die Leute auch gut bezahlt.

Deshalb so Leid mir die Angehörigen und Freunde tun, dieser Tread im Taucher.net ist dafür geschaffen um seine Meinung zu äußern und von Fehlern von anderen zu lernen.



Antwort von porello salventino am 07.03.2003 - 14:06
@wallin
Hi Wallin,

ich gebe Dir vollständig recht über die richtige Vorgehensweise. Es wurden hier in diesem speziellen Fall sichtlich mehrere Fehler begangen. Hier zu zählen die Aufforderung (oder wie man es nennen mag) und der nachfolgende Ablauf. Die Darstellung des Ablaufes entsprechend der polizeilichen Ermittlungen habe ich gerade über Umwege erfahren. Es wird noch ein Kommentar dazu in der nächsten Zeit hier veröffentlicht werden, und zwar von Tauchern die diese Informationen aus 1. Hand haben. Anschließend können wir uns vielleicht sachlicher Mit dem Thema auseinandersetzen und Erkenntnisse zur Vermeidung sollcher Situationen finden.
Danke.


Antwort von fred am 07.03.2003 - 20:30
hai ihr alle,
habe die kommentare der letzten tage beobachtet. bin selbst ein "erfahrener" taucher.
wäre mir nicht sicher wie ich gehandelt hätte, vielleicht hätte ich auch mal geschaut(in unkenntnis des untengenannten berichts) oder gemerkt das dies etwas für profis ist. finde es schade das viele der kommentare sich in spekulationen und unsachlichen äüßerungen ergießen. würde mir wünschen, daß man vielleicht ein wenig wartet bevor man seinen kommentar reinsetzt, damit das ganze ein wenig sachlicher ist und man mehr fakten kennt.
es geht ja darum den nächsten unfall zu verhindern(ioannis) und das kann man nur, wenn man den aktuellen unfall emotionlos und mit harten fakten analysiert (ist bestimmt nicht immer leicht!!!)
zwei gute aussagen habe ich in den kommentaren gefunden die obengenannte von ioannis und den link von Mark 7.3.03 zu dem bericht über den "Mönch". hätten die beiden taucher diesen bericht gekannt, wäre es nicht zu diesem unfall gekommen.


"der teufel ist ein eichhörnchen"

also bis dann
Antwort von Reidt, KP am 08.03.2003 - 12:49
Hallo Taucherkameraden.

Nachdem ich die bisherigen Kommentare verfolgt habe möchte ich zunächst feststellen, dass eine Verurteilung der beiden Kameraden verletzend erscheint.

Das Forum ist eine Diskussionsgrundlage und realisiert eine sachliche Auseinandersetzung mit einem Unglücksfall. Dies sollte sachlich mit konstruktiver Kritik einhergehen. Sicherlich wurden Fehler gemacht, die man im Nachhinein rekonstruieren kann und auch sollte.

Als Rettungstaucher habe ich einen ähnlichen Einsatz bereits durchgeführt, nachdem wir eine Gefährdungsanalyse durchgeführt haben. Um eine Wehranlage "säubern" zu können, wurde zunächst eine Spundwand gesetzt, damit der Wasserdruck von dem Wehr genommen wurde. Es gelten die einsatztaktischen Grundsätze bei Tauchen an einer Wehranlage. Eine technische Hilfeleistung an einem Wehr während des Betriebes ist untersagt. Ein derartiges Unglück hätte auch ein Berufstaucher wohl nicht überleben können. Nach Abschluss der Gefährdungsanalyse wäre man auch zu dem Ergebnis gekommen, das Wehr außer Betrieb zu setzen, dies ist in der Regel wegen der geschilderten Blockierung durch Treibgut nicht möglich.

Eine Verurteilung der Taucher, wie im Forum zu lesen sollte nicht vorgenommen werden. Die Oberfläche des Wasser wird trügerisch ruhig gewesen sein. Dennoch bleibt derartigen Erkundigungen Berufstauchern bzw. Tauchern mit der Fortbildung Arbeiten unter Wasser vorbehalten. Dies deshalb, da man in dieser Fortbildung auf das Gefährdungspotential hingewiesen wird. Mit dem Ergebnis, das der Wasserdruck zunächst vom Wehr zu nehmen ist (Spundwand/Damm). Erst dann kann ein Erkundungsgang angeleint mit Sprechfunk versehen vorgenommen werden.

Insofern erlaube ich mit auf die Internetseite Hier klicken zu verweisen, dort kann eine informative Abhandlung für Tauchen an Wehranlagen gelesen werden.

Ich möchte den Angehörigen und Tauchkameraden mein aufrichtiges Beileid aussprechen und hoffe sehr, dass der Tauchclub seinen Schock überwindet...

Dieser Beitrag soll lediglich auf das Gefährdungspotential hinweisen und hat nicht die Absicht, die Verunglückten und den Tauchclub noch andere Beteiligte in Misskredit zu bringen.

Mit kameradschaftlichen Grüßen

Reidt, KP

Antwort von Rolf S. am 08.03.2003 - 13:24
Hallo, erst mal mein Beileid an Angehörige und Freunde der verunfallten Sporttaucher.
Zum Thema Berufstaucher kontra Sporttaucher:

der Tauchgang eines Sporttauchers ist grundsätzlich ein SPAZIERGANG unter Wasser, nicht mehr und nicht weniger!! Wenn jemand anfängt unter Wasser Arbeiten jeglicher Art auszuführen begibt er sich sofort in Gefahr, weil dann alles was einem Sporttaucher an Ausrüstung zur Verfügung steht (Tauchcomputer, Dekotabelle ...usw) unbrauchbar ist da das AMV bei größerer Anstrengung unglaublich ansteigt und die Nullzeiten des Computers und auch der Tabellen nicht mehr stimmen!
Berufstaucher verfügen in der Regel über mehr Equipment und Geräöte als ein Sportaucher und können in der Regel damit auch umgehen. Die Ausbildung zum Berufstaucher dauert länger als zum Sporttaucher, ist in Deutschland fast unbezahlbar. Aber der springende Punkt ist, die bekommen Geld dafür. Niemand geht hin und versucht einen Waldbrand zu löschen oder vieleicht mal zu schauen ob man was machen kann, dafür gibt es auch Profis. Es spielt auch überhaupt keine Rolle wieviele Tauchgänge ein Sporttaucher hat, auch nach einer Million Tauchgängen ist ein Sporttaucher ein Sporttaucher. Also eine Bitte an alle die heir lesen und schreiben, wenn es darum geht an Wehren, Sperrmauern, Wasserkraftwerken, Bereiche mit starker Strömung usw..., da taucht kein Sporttaucher, auch nicht nur mal zum schauen denn dann schaut man wahrscheinlich das letzte mal!
Antwort von Sepp am 08.03.2003 - 15:28
@ Reidt, KP

Wo auf er Kehlheimer Seite ist die informative Abhandlung für Tauchen an Wehranlagen ?

Hab sie nicht gefunden, und Deine E-Mail stimmt anscheinend nicht.

Platsch....
Antwort von fwt112 am 08.03.2003 - 19:19
hier: www.feuerwehrtaucher.com dann unter information weiter punkt 7) tauchen an wehranlagen
der link oben fürt auch dahin
Antwort von porello salventino am 09.03.2003 - 01:11
Hi Rolf,

bitte das Thema ist, so denke ich durch. Nur noch eine Frage? Was ist den ein Tauchlehrer mit einer Basis, Sport oder Berufstaucher, oder Sporttaucher mit Beruf? ;

Antwort von Bubblemaker 01 am 09.03.2003 - 01:28
In einer Antwort steht: " Beide Taucher hatten über 1000 TG´s. Es stellt sich für mich die Frage, ob erfahrene Taucher mit sehr vielen TG´s solche Situationen anders sehen, diese anders einschätzen und aus diesem Grund risikofreudiger an solche Unternehmungen herangehen als ein wesentlich unerfahrener Taucher. Ich selbst bin Einsatztaucher bei der Wasserrettung und für mich stellt sich dieser Unfall als ein großes Maß an Selbstüberschätzung dar!
Meine aufrichtige Anteilnahme den Hinterbliebenen!
Antwort von olli33 am 09.03.2003 - 19:19
@Bubblemaker 01
Dieser Unfall beschäftigt mich seit ich davon hörte.Ich bin aber beim
Solo immer wieder hängen geblieben.Sicherungsleine
war auch ein Faktor der zum Nachdenken anregt.
Aber,Selbstüberschätzung schließe ich als Ursache
aus. Ich z.B. wäre auch hinterher gegangen um zu helfen da ja die Gefahen nicht offensichtlich waren.!
Antwort von Karl Kragen am 09.03.2003 - 20:46
Ich z.B. wäre auch hinterher gegangen um zu helfen da ja die Gefahen nicht offensichtlich waren.!
--------------------------------------------
Fehlt dir ein Hinweisschild???
Im Oberwasser von Stauanlagen besteht IMMER LEBENSGEFAHR!!!
Antwort von Marc am 09.03.2003 - 21:05
Hallo Ihrs.
Auch wenn in der Diskussion hier einige Emotionen mit reinspielten, möchte ich doch allen Beteiligten hier meinen Dank aussprechen die Diskussion so sachlich geführt haben.
Ich selbst bin absoluter Neuling und finde es sehr Hilfreich wenn gerade nach einem solchen tragischen Unfall die möglichen Ursachen aufgezeigt werden.
Mir hat es nochmal ganz deutlich aufgezeigt das egal wie *sicher* ein mir unbekannter Einstieg auch aussehen mag, ich ohne eine Unterhaltung mit jemanden der da schonmal getaucht hat mit meinem Hintern lieber an Land bleibe.

Ob Selbstüberschätzung oder nicht, ein mahnendes Beispiel ist es allemal und eine Warnung an alle, die es lesen.
Antwort von Rolf S. am 09.03.2003 - 21:16
@ porello salventino

Na, dann denk mal nach!!!
Antwort von porello salventino am 09.03.2003 - 23:00
@rolf

Da auch Tauchleher unter Umständen Menschen sind, die das Tauchen als Berufung ansehen und das Tauchen als solchen ausüben, sind dieses auch Berufstaucher. Zum Unterschied dazu gibt es auch Arbeitstaucher, welche Arbeiten Unterwasser ausführen. Dieses hat natürlich mit Sporttauchen nichts zutun. Da gebe ich Dir recht.
Da ich die Qualifikation, zumindest von einem der Beiden kenne, stufe ich diesen nicht in als gemeinen Sporttaucher ein. Sicherlich war es auch kein Arbeitstaucher, obwohl er auch in seinem Job arbeiten auch Unterwasser durchgeführt hatte.
Ich habe sehrgute Kontakte zu einer Hauptrettungstelle für Unfälle Untertage. Die Kumpels dort sind zum Einen ausgebildete Sporttaucher, und zum Andren arbeiten diese bei entsprechenden Einsätzen auch Unterwasser. Ebenso gibt es Taucher beim DLRG und bei der Feuerwehr, die an Rettungs- und Bergungseinsätzen teilnehmen. Alle diese Taucher verfügen über Ausbildungen die weit über das Sporttauchen hinaus gehen. Der eine der beiden Taucher hatte eine Ausbildung dieser Art und hatte sich auch entsprechend verhalten. Leider ist er beim Retten seines Partners ums Leben gekommen. Manche Situationen entwickeln sich nicht nach Schema F, deshalb geschen Ungücke und Unfälle trotz Vorsicht. Ich kann Dir versichern, dass auch die Beiden nicht hirnlos oder leichtsinnig dieses Unterfangen gestartet hatten. Der Ausgang war so von beiden nicht vorhersehbar und auch nicht erkennbar. Auch ich bin der Meinung, dass ein Sporttaucher dieses Hobby in normalen Parametern und nach den allgemeingültigen Regeln (Grenzen sind uns hinlänglich bekannt) ausüben sollten und nicht mehr, dann ist es relativ sicher und schön.
Ich hoffe, dass ich hier sonst niemand in seiner Berufsehre gekränkt habe. Sorry!
Antwort von Rolf S. am 10.03.2003 - 17:02
@ porello

Nun ja, jedem seine Meinung. Wenn es sich bei zumindest einen der Beiden wie Du schilderst, um einen sehr erfahrenen Taucher/Berufstaucher gehandelt haben soll, macht das für mich den Unfall nur noch unverständlicher! Aber es soll ja auch beim Bungee spingen so erfahrene Springer, die können schon ohne Gummiseil.....!
Antwort von mulu am 10.03.2003 - 17:47
@rolf

Finde diese Bemerkung nicht ok!

Da sich bislang die Kollegen die die Geschichte aus erster Hand gehört haben noch nicht gemeldet haben, möge man mich berichtigen sollten sich Fehler in meiner Darstellung befinden:

Laut meinen Infos, wurden die Tauchschule gebeten mal nachzuschaun wie die Lage am besagten Wehr darstellt, da einer der Schieber sich nicht mehr betätigen ließe aufgrund von Unrat.
Der eine beiden Taucher soll dieses Wehr schon von vielen Tauchgängen her gekannt haben (wieviele ist mir nicht bekannt) Den Tauchern war angeblich keine Information über darüber bekannt, gewesen, dass der Schieber nicht ganz geschloßen war. Die Besichtigung vor Ort bei Briefing habe meinem Kenntnisstand nach keine Anzeichen auf Wasserdruchfluss ergeben. Der Taucher aus Bad Kissingen (Berufsfeuerwehrmann) habe abgelehnt hier zu tauchen, da die Situation für Ihn scheinbar nicht eindeutig war. Der Taucher aus Saalfeld wollte sich jedoch die Situation trozdem Unterwasser ansehen. Er wurde, meiner Info nach, zur Sicherung angeleint, das Seil so auch noch angebunden worden sein. Nach kurzem Abtauchen soll er wieder aufgetaucht sein um seinen ersten Eindruck zu berichten. Er ist dann nochmals abgetaucht um sich einen Weiterenüberblick zu verschaffen. Bis hierhin hatte es scheinbar keine Probleme gegeben. Dann habe er wahrscheinlich einge Äste oder Unrat beiseite geräumt, so die Vermutung. Dieses hatte dann zur Folge, dass das Wasser sich einen Weg bahnen konnte. Da der Schieber nicht vollständig geschlossen war und der Wasserdruck das weitere besorgte, entstand ein entsprechender Sog, der den Taucher mit sich riss. Der Leinenfüher bekam an der Oberfläche nun wirre Signale die nicht zu deuten waren. Er hatte sich die Situation angeblich auch noch über dem Schieberbereich angesehen und wahrscheinlich auch keinen Wasserdurchfluss fest gestellt, da sein Partner diesen in diesem Moment noch verstopft hatte. Er hat sich dann zum Retten ins Wasser begeben. In diesem Moment scheint sich der Tauchparter durch Wasserdruck oder Eigenbewegung (wahrscheinlich lebte dieser noch zu diesem Zeitpunkt) weiter durch den Schieber bewegt, sodass dass das Wasser wieder mit hohem Druch fließen konnte. Er wurde dann ebenfalls mitgerissen und verstopfte die Öffnung. Die anwesende Frau sei dann mit Schnorchel und normaler Kleidung ins Wasser gesprungen und habe die Beiden gesehen. (Ihr Glück, dass in diesem Moment der Wasserdruck gebremst was, sonst hätte wahrscheinlich auch Sie noch zu den Verunfallten gehört). Sie hat dann die Rettungskette in Bewegung gesetzt. Die weiteren Folgen sind ja bekannt. Diese Infos habe ich jedoch auch nicht aus allererster Hand, so dass kleinere Details evtl. noch genauer beschrieben werden sollten.
So ich denke, dass einige Herren weiter oben nun wieder entsprechenden Diskussionsstoff haben. @porello, @rolf, @fwt112, @wallin usw.

Danke an alle die hier versuchen anderen Tauchern zu helfen Unfälle zu vermeiden.
Auch von mir mein aufrichtiges Beileid an die Familien und Freunde der Verunfallten.
Euch anderen immer Gut Luft!

mulu

Antwort von fwt112 am 10.03.2003 - 19:20
an mulu: ich discutiere hier nicht mit da mir die lage vor ort nicht bekannt ist und war. also steht mir auch nicht zu ein wort zu verlieren. tue nicht alle in einen topf werfen.
Antwort von mulu am 10.03.2003 - 19:27
hi fw112,

sorry, wenn ich das irgendwie falsch interprätiert hab. Die Situation stellt sich scheinbar schon etwas anders da, als von vielen hier angenommen.

Antwort von nexutron am 11.03.2003 - 01:29
klärt mich mal auf.
eines habe ich noch nicht begriffen.

was hätten berufstaucher in der situation anders gemacht.
wenn mulu seine aussage zutrifft, hätten nicht auch berufstaucher den selber fehlentschluss gefasst ??? (das es ja angeblich kein wasserdurchfluss gab)

ich kenne den aufbau von solchen wehranlagen nicht. warum konnte der 1. verunglückte nicht mit der ströumg "unten" raus ?

gruß nex
Antwort von mulu am 11.03.2003 - 05:54
Hi nex,

der Durchflußkanal am Schieber war nicht besonders groß. Zudem hat Unrat diesen noch mit versperrt. Auch bei einem professionellen Einsatz hätte die Gefahr eines Unfalls bestanden. Aus meiner Sicht der Dinge haben die Beiden zumindest nicht leichtsinnig gehandelt. Das den Schieber versperrende Material zu bewegen war meiner Empfindung nach fahrlässig und der Anfang der Verkettung der nachfolgenden und tödlich endenden Ereignisse. Gefahrlos hätte das Material nur durch Absenken des Wassers (Einsatz von Spuntwänden) entfernt werden können. Diesen Aufwand wollte man jedoch so wie sich die Sache mir darstellt vermeiden. Für mich stellt sich die Frage, ob die Verantwortlichen sich vorher vielleicht schon über diese Möglichkeit erkundigt hatten? Vielleicht standen bereits Empfehlungen oder Anregungen dieser Art und die damit verbundenen Kosten zur Diskussion und man hat nach einer kostengünstigeren Lösung gesucht? Diese und ähnliche Fragen muß die polilzeiliche Emittlung klären. Den Verunfallten hilfts halt wenig.
Antwort von ioannis am 11.03.2003 - 10:53
@ nexutron
was hätten Berufstaucher in der Situation anders gemacht????????
Wie du sagst wenn mulu seine aussage zutrifft kann man lesen was der
Berufstaucher gemacht hat (zitat)
Der Taucher aus Bad Kissingen (Berufsfeuerwehrmann) habe abgelehnt hier zu tauchen, da die Situation für Ihn scheinbar nicht eindeutig war.
Und weiter (Der Taucher aus Saalfeld wollte sich jedoch die Situation trotzdem Unterwasser ansehen!!!!!!!!!)
Ist das nicht als Erklärung genug

@mulu
danke für deinen unparteilichen Beitrag aber trotz allem
wenn das Leichtsinn übermut nur eine fehler oder was auch immer das werden wir wahrscheinlich nie erfahren da die betroffene nicht die uns sinn
und wenn das für die betroffene eine kostengünstigeren Lösung war das bezweifele ich

ioannis
Antwort von MTH am 11.03.2003 - 12:14
Wie schon einige Male erwähnt worden ist, hätten Berufstaucher ein Strömungsschild in Form einer Spundwand eingesetzt, da sie wissen, dass man auf der Saugseite eines Wehres nicht gefahrlos ins Wasser gehen darf.
Eine einfache Sicherung per Leine ist in einer solchen Situation viel zu gefährlich, da jede Leine einen gewissen Dehnugskoeffizienten hat und der Leinenführer dadurch nicht abschätzen kann, ob der Taucher schon in der Stufe des Wehres hängt oder noch einen Meter davor ist. <