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Foren - int. Tauchunfälle - TU Thistlegorm 20.5.




  

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TU Thistlegorm 20.5.
Abgesandt von Armin am 28.05.2003 - 22:28:

Folgende Info kam von Andrea:

am 20.05.03 haben zwei Basen gemeinsam einen Tauchtrip an der Thistlegorm arrangiert.
Bei unserer Ankunft ankerten bereits ca. 7 Schiffe am Tauchplatz. Um ca. 10.00Uhr stiegen wir mit unserer Gruppe ( 2 Angestellte der Tauchbasis & 4 Taucher ) zum Wrack ab. Wir betauchten das Wrack von aussen. Nach ca. 40 Minuten tauchten wir zu unserem Boot zurück, um an der Ankerleine aufzutauchen, da die Strömung recht stark war. Auf ca. 14m beobachtete ich zwei fremde Taucher, die sich ca. 4-5m von uns entfernt aufhielten. Der eine Taucher war von der Haut- und Haarfrabe recht dunkel und ein europäischer Taucher.
Es schien sich schon abzuzeichnen, dass die beiden Taucher Probleme hätten. Zuerst nahm ich an, dass der dunkelhäutige Taucher Probleme hätte, denn es fing ein Gerammel um den Oktupus an. Auf einmal stiess der dunkelhäutige Taucher den anderen Taucher von sich weg und schoss wie eine Rakete an die Wasseroberfläche. Der "europäische " Taucher blieb unten. In diesem Moment drehte sich dieser Taucher zu uns um und ich bemerkte, dass dieser keinen Automaten im Mund hatte. Es schien, dass dieser Taucher uns nun bemerkt hätte und kam auf uns zugeschwommen/ getrieben. Allerdings machte dieser Taucher keinerlei anstalten seinen Automaten zu gebrauchen. Augrund der starken Strömung schwamm der Taucher an mir vorbei und sackte bereits immer tiefer. Ich gab A. & Th. ( den beiden Angestellten der Tauchbasis ) ein Zeichen, dass sie sich diesem Taucher annehmen sollten, da sie viel näher an ihm dran waren. Ihm letzten Augenblick konnten sich die beiden diesen Taucher schnappen, da dieser immer tiefer und tiefer absackte.
A. gab ihm sofort den Oktopus, doch der Taucher nahm diesen nicht an. Sie versuchte es weitere male, doch der Taucher regierte nicht auf den Oktupus. Da der Taucher immer schwerer und schwerer wurde und A. und Th. mit runterriss, versuchten die beiden mit dem Jacket des Taucher Auftrieb herzustellen. Dies funktionierte nicht, da die Flasche vom Taucher 0bar hatte. Der Versuch das Blei abzuwerfen funktionierte auch nicht, da der Taucher
ein BleiintegiertesJacket hatte, an dem die Weight Pockts nicht gekennzeichnet waren bzw. die Taschen nicht öffnen liessen. Ausserdem hatte der Taucher auch noch Blei um seine Flasche befestigt. Auch der Versuch manuellen Auftrieb erzustellen gelang nicht, da ( wie wir hinterher erfuhren ) sich das Mundstück zum Aufblasen ebenfalls versteckt in einer Jackettasche befand. Während dieser ganzen Aktion schluckte der Taucher immer wieder Wasser bis zu dem Zeitpunkt als die Augen starr wurden und Blut aus dem Mund floss. A. & Th. brachten diesen Taucher umgehend auf unser Schiff. 2 Medinziner, die auf einem anderen Boot sich befanden kamen sofort rüber und leisteten Erste Hilfe, doch es kam jede Hilfe zu spät. Es konnte nur noch der Tod festgestellt werden. Was genau auf dem Boot abgegangen ist, kann ich leider nicht sagen, da wir noch unten blieben. Allerdings ist es für mich verwunderlich, dass der andere Taucher, der an die Wasseroberfläche schoss, anscheinend keine Hilfe geholt hatte.
Ca. 5 -10 minuten, nachdem A. & Th. den verunglückten Taucher hochgebracht hatten, stiegen auch wir auf. Es dauerte noch ca. 10 Minuten bis wir auf das Boot konnten, da erst noch geklärt werden musste, zu welchem Schiff der Taucher überhaupt gehörte. So wie es aussah, vermisste bis zu diesem Zeitpunkt niemand einen Taucher. Der Taucher wurde dann von eimen Schlauchboot der " Ettouille Du Sud "??? abgeholt. Dieses Schiff verliess auch umgehend den Tauchplatz. Ab diesem Zeitpunkt wurde dieser Unfall totgeschwiegen. Wie ich gehört habe, wurden A. & Th. noch nicht einmal von den ägyptischen Behörden verhört.



Antwort von Martina am 02.06.2003 - 16:39
Leider war auch ich anwesend bei diesem tragischen Tauchunfall. Seit meiner Rückkehr aus Ägypten versuche ich im Internet weitere Informationen darüber zu finden. Bisher ohne größeren Erfolg, auch nicht auf französischen Seiten, da wir in Erfahrung gebracht hatten, dass der verstorbenen Taucher ein Franzosen gewesen ist. Das Boot aus Safaga heißt übrigens "Star of the South - L`Etoile du Sud".
Auch mir drängten sich ähnliche Fragen auf wie Andrea. Es war einiges merkwürdig, auch das erwähnte totschweigen des Unfalls, der mir persönlich immer noch stark nachhängt. Dieser Vorfall erinnerte mich auch daran, dass wieder einmal einige Trainings unter Wasser fällig wären. Nicht nur die regelmäßigen Erste Hilfe Trainings über Wasser, die dem Verunfallten auch nicht mehr geholfen hatten...
Es ist auch nicht Sensationslust, welche mich gerne wissen ließe, was genau passiert ist und wie, sondern auch die eigene Sicherheit, was man vermeiden kann und muss etc. Mit wachsender Routine und Erfahrung wird man auch vielleicht etwas risikofreudiger, unbedachter. Nicht dass die Angst mittauchen soll, im Gegenteil, aber Aufklärung nimmt auch Angst.
Da uns die Lust am zweiten Tauchgang gründlich vergangen war, beobachteten wir das seltsame Treiben, welches sich zwischen den verschiedenen anderen Tauchbooten abspielte: so fuhren Schlauchboote herum und sammelten vereinzelte Taucher auf, in einem zeitlichen Abstand, welcher für kein Buddy-Team normal ist (ca. 10 Minuten) und außerdem sollte ein Team auch nicht bei Strömung auseinander gerissen werden. Alles kann passieren, aber das war eindeutig und zeitlich deutlich nach dem Unfall, den ja alle Boote mitbekommen hatten...
Das Verhalten von A. & Th. fand ich übrigens super und absolut korrekt.
Antwort von RedSea-Divers am 09.06.2003 - 14:46
auch wir hier vor ort haben den vorfall leider nur zur kenntnis nehmen können, und das auch nur wegen der superguten info über tauchern.net. offizielle infos bzw. sonstige informationen vor ort fehlen völligst ! läuft alles unter "der hand".. leider muß man davon ausgehen, daß dieses totschweigen nicht von tauchtechnischen professionellem handling seitens des betroffenem veranstalter zeugt.
gruß jürgen

juergen@redsea-divers.com
Antwort von tina am 22.07.2003 - 22:20
Hallöchen!

Ich weiss mehr von dem Unfall. Ich möchte mich aber nicht auf dieser Seite dazu äussern. Wer also mehr wissen möchte, der kann mir eine Email schreiben.
Antwort von Mik am 04.08.2003 - 12:15
hallo ihr,

es gibt nicht nur im roten meer tauchunfälle über die kein wort verloren wird ! mit tauchen wird geld verdient, unfälle auf tauchbasen schaden den betreiber, es kommt oft vor das im ausland die behörden über gewisse dinge nichts wissen wollen ($)! mann muss aber auch sagen das in 99 % der fälle der verunfallte einen großen teil der schuld trägt.

der bericht über den tu an der Thistlegorm erscheint mir sehr komisch, nicht von den ablauf sondern die seltsame zusammenstellung der tauchausrüstung. gewichte an der flasche, jacket mit blei ohne kennzeichnung, inflator mit verstecktem notsystem ???

es hat schon mal vor ein paar jahren einen unfall im roten meer gegeben, da hat man auch versucht es zu verschleiern, titel war "taucher trieben 2 tage im roten meer", die inseider wissen was ich meine !

ich wünsche euch allen immer "GUT LUFT"

by mik

das sieht mir start nach "do it your self" aus !
wer lässt solche leute mit so einen schrott in wasser !

Antwort von Benedikt am 07.08.2003 - 13:56
Moin allerseits,

@Mik: "seltsame zusammenstellung der tauchausrüstung. gewichte an der flasche, jacket mit blei ohne kennzeichnung, inflator mit verstecktem notsystem ???"

Auch wenn Du jetzt rückwärts vom Stuhl fällst: Das gibt es alles von der Stange zu kaufen.

Die Gewichte an der Flasche können südafrikanische Bright Weights gewesen sein, die haben aber max. 3kg, sind also nicht soo kritisch. Und die V-Weights der Tekkies sind ansatzweise ähnlich.

Der Inflator hört sich sehr nach einem der neuen Systeme mit zwei Knöpfen an der Seite statt Faltenschlauch an. Die gibt`s mindestens von Mares und Cressi, soweit ich weiß aber auch von Scubapro und Dacor. Die sind im Prinzip ganz ok, wenn man weiß, wo was ist und wie man sie bedient.

Was die Bleitaschen angeht: Da sind so viele verschiedene Konstruktionen auf dem Markt, daß bei manchen davon jemand, der sich das Zeug nicht vorher angesehen hat, keine Chance hat, unter Stress irgendwas abzuwerfen. Ich habe vor kurzem Bilder von einer Konstruktion mit schwarzen Fastex-Schnallen auf schwarzem Nylon gesehen, und das war kein Eigenbau. Ich halte die Dinger für`s Sporttauchen für hirnrissig. Tekkies könnten sowas für sinnvoll halten, nicht so sehr weil`s schwarz ist, sondern weil bei Deko-Tauchgängen verlorenes Blei ein erhebliches Gesundheitsrisiko ist. Trotzdem wird sowas an Sporttaucher vermarktet.


Deshalb sehe ich diesen ganzen Unfall als deutlichen Hinweis, möglichst nur mit 08/15-Ausrüstung zu tauchen---wobei 08/15 von den anderen Tauchern definiert wird; unter Tekkies heißt 08/15 etwas anderes als unter Warmwasser-Urlaubs-Flachtauchern (wie mir). Wenn`s denn unbedingt etwas ungewöhnliches sein muß, dann sollte wenigstens mindestens der Buddy und der DM, möglichst aber die ganze Gruppe, eingewiesen werden. Umgekehrt schadet es beim Briefing auch nicht, andere auf unbekannte Ausrüstung explizit anzusprechen.


Schönen Tag noch,

Benedikt
Antwort von Mik am 07.08.2003 - 14:35
@Benedikt,
"Der Inflator hört sich sehr nach einem der neuen Systeme mit zwei Knöpfen an der Seite statt Faltenschlauch an. Die gibt`s mindestens von Mares und Cressi"

bei den von dir gennaten herstellern sind diese sachen gekennzeichnet !!! (rot, gelb bzw. weiss), ich denke auch das die guids, die viele taucher mit unterschidlicher ausrüstung dabei habe, bei "standart"-ausrüstung sich sicher auskennen !


danke für den hinweis das es bein tek eine kritische situation bei verlusst des blei´s geben kann. :o

trozdem danke für deinen beitrag !

by mik
Antwort von Benedikt am 07.08.2003 - 16:56
Moin allerseits,

@Mik: "bei den von dir gennaten herstellern sind diese sachen gekennzeichnet !!! (rot, gelb bzw. weiss)"

Dazu zwei Sachen: Wenn Du die Farben nicht zuordnen kannst, nützt Dir das nichts. Und
es ist vielleicht ein Dreivierteljahr her, daß ich einen Buddy mit so einem Ding hatte. Da war das Kästchen grau mit zwei schwarzen Knöpfen. Ich meine, das Jacket war von Mares (kann sein, daß ich mich vertue, kann auch sein, daß die "Produktpflege" betrieben haben), aber mindestens von Dacor habe ich sowas in den Farben letztens noch gesehen. Das war damals wirklich brandneu auf dem Markt, da hat ein DM am Ende der Welt irgendwo auch keine Chance, das schonmal gesehen zu haben.

Noch ein Punkt zu meinem letzten Posting: In diesem speziellen Fall hätte auch ein entsprechendes Briefing nichts genutzt, weil die Helfer von einer anderen Basis kamen, also bei dem Briefing nicht dabei waren. Ich dachte, das wäre aus den ursprünglichen Berichten klar und habe es deshalb nicht noch einmal erwähnt. In meinem Posting war das nicht so gemeint, daß hier ein unangemessenes Briefing stattgefunden hat (dazu fehlen jegliche Informationen) oder die Helfer in irgend einer Weise etwas falsch gemacht haben (das habe ich weder gesagt noch gemeint noch irgendwie andeuten wollen) oder auch nur im Nachhinein gesehen etwas hätten besser machen können. Sie hätten eben nur erheblich besser helfen können, wenn der verunglückte Taucher mit Standardausrüstung getaucht wäre---aber darauf hatten sie keinen Einfluß.


Schönen Tag noch,

Benedikt
Antwort von Mik am 07.08.2003 - 17:50
@Benedikt

in gewissen teilen deines beitrages gebe ich dir voll und ganz recht, der tu zeigt (meiner auffassung nach) das viele unglückliche zufälle hier zusammen gekommen sind.

ich stelle nicht in frage, dass jeder hersteller sein eigenes ding macht !

ich kann dir nur eines sagen, ich möchte nicht in so einen situation kommen wie der verunglückte taucher, ich möchte auch nicht das einer meiner bekannten so eine sache erlebt noch mit erleben muss.

by mik
Antwort von Benedikt am 08.08.2003 - 16:46
Moin allerseits,

Mik, ich habe etwas den Eindruck, Du fühlst Dich von mir angegriffen. Ich wollte im ersten Posting nur richtigstellen, daß es Deine Vermutung, die Ausrüstung wäre selbstgebastelt, möglicherweise falsch ist, das war aber in keiner Weise als Angriff gemeint.

Deine Aussage mit den "vielen unglücklichen Zufällen" ist auch völlig richtig und trifft auch auf viele andere Unfälle zu. Das Thema mit der "unkonventionellen" Ausrüstung spielt dabei leider oft genug eine wichtige Rolle, genau wie unzureichende Briefings (die hier wie gesagt nichts mehr genutzt hätten) oder wie Wahl der Tauchbasis. Daß genug Leute meinen, ohne jede Sicherheitsreserve bis an die Grenzen des "Erlaubten" (die Wortwahl stammt nicht von mir!) zu gehen, ist vor diesem Hintergrund für mich einfach nicht mehr nachvollziehbar.

Was die Hersteller angeht, bin ich manchmal schon irritiert, was für einen Müll die verkaufen---da geht die Optik allzu oft über die Funktionalität, die die "Zielkunden" tatsächlich brauchen. Das ist letztlich der Preis, den wir für die Weitereentwicklung der Tauchtechnik bezahlen müssen. Das ist ein typischer Fall, wo jeder für sich irgendwo zwischen zwei gefährlichen Extremen einen sinnvollen Mittelweg finden muß.

Zu Deinem letzten Absatz: Einen Unfall möchte niemand, aber deshalb investieren leider nicht alle die nötige Arbeit, das Risiko im Vorfeld unter Kontrolle zu bringen. Das sieht man leider allzu oft schon dann, wenn sich niemand die Mühe macht, beim Briefing Fragen zu möglichen Notfallsituationen zu stellen (obwohl man das mal so gelernt haben sollte) oder sich mit der Ausrüstung des Buddies vertraut zu machen (obwohl man das mal so gelernt haben sollte) oder einen Tauchgang auszulassen, weil man sich schon vorher damit überfordert fühlt (obwohl...) oder oder oder...

Ich denke mal, daß Du das auch so siehst.


Schönes Wochenende allerseits,

Benedikt
Antwort von Mik am 11.08.2003 - 12:22
hallo benedikt,

mit den fragen beim briefing hast du voll und ganz recht, es weis immer jeder alles und jeder kann alles, kennt man.

das wird sich glaube ich nie ändern, ich war erst am wochenende tauchen, von sauerstoff auf den boot nichts zu sehen, es gab beim briefing nur keine tips. kein wort von den angelschnüren die überall an den tauchplatz rum lagen, noch begleitung von den anfängern mit sehr wenig tauchgängen.

bei der ausfahrt und den hohen temperaturen am wochenende wurde kein wort über den flüssigkeitsverlusst verloren, da waren welche auf den boot, anzug bis oben hin zu und kein wort von den guide´s, getränke waren auch nicht auf den boot.

ich frage mich manchmal wo manche leute ihren TL,AI, 3* oder divemaster gemacht haben, von sicherheit keine spur !

wenn ich solche sachen erlebe wundert es mich nicht, das es immer mehr unfälle gibt.

by mik
Antwort von tina am 11.08.2003 - 14:41
Hallo Ihr Beiden!

Es wird immer "Solche" und "Solche" geben.
Aber ich hab mich zB. immer gefreut, wenn die Gäste auch selbst mal fragen, wenn was unklar ist.
Gerade, wenn man vielleicht auf solche Guides bzw. Tauchschulen trifft, sollte man als Gast ruhig mal darauf aufmerksam machen.


tina

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