TU Traunsee 26.10. Abgesandt von Armin am 26.10.2005 - 12:29:
Danke an Gerhard für die Info:
Um ca. 11.15 hat sich heute in Traunkirchen am Traunsee beim Hotel Traunsee ein Tauchunfall ereignet. Vermutlich waren es zwei DLRG Taucher. Notaufstieg aus 45 Meter beide verunfalllten sind stabil. Martin 3 und Christopherus 14 waren im Einsatz. Die 2 Taucher wurden nach Traunstein in die Kammer eingeliefert.
Näheres ist bis jetzt nicht bekannt.
Antwort von Heli am 27.10.2005 - 09:00 Zwei Rettungstaucher verunglückt
TRAUNKIRCHEN. Bei einem Ausbildungskurs mussten zwei deutsche Rettungstaucher gestern im Traunsee bei Traunkirchen einen Notaufstieg aus 40 Metern Tiefe machen. Der Student Mathias G. aus Rüsselsheim (26) und der Angestellte Sascha S. aus Trebur wurden von Kollegen sofort mit Sauerstoff versorgt, bis der Notarzt eintraf. Die beiden wurden mit den Rettungshubschraubern Christophorus 14 und Martin 3 zur Dekompressionskammer nach Traunstein in Bayern geflogen. Ihr Zustand ist stabil.
Die erfahrenen Taucher waren mit etwa 20 Kollegen seit einer Woche in Traunkirchen. Bei einem Tauchgang gestern gegen 11 Uhr dürfte bei Mathias G. in 40 Metern Tiefe der Lungenautomat vereist sein. Das Gerät blies ab. Er bekam keine Luft mehr. Auch sein zweiter Lungenautomat lieferte zu wenig Luft. Daher wagten G. und sein Tauchpartner Sascha S. den Notaufstieg. (no)
Antwort von musher am 28.10.2005 - 10:42 Hier stimmt etwas nicht.
Auch für die DLRG - Rettungstaucher gilt die GUV-R2101, nach der es eine Tiefengrenze von 20m in bestiemten Fällen von 30m gibt.
Es kann also keine Rettungstauchausbildung gewessen sein.
Vielleicht war es eine DLRG/CMAS Sporttauchausbildung?
Dann nächste Frage, wenn das gerät abbläßt, wieso kommt dann keine Luft mehr? War das Ventil/erste Stufe defekt?
Zweietr Automat lieferte dannzuwenig Luft, weil nichts mehr in der Flasche war?
Wäre schön, Näheres zu dem Defekt zu erfahren.
Schön ist es, daß es den verunfallten wieder besser gehen sollten. Noch baldige Restgenessung
Antwort von cerex am 01.11.2005 - 22:01 Warum steigt der 2. Mann mit auf? Ein Toter ist immer besser als zwei!
Antwort von flasche am 02.11.2005 - 13:19 @cerex:
"Warum steigt der 2. Mann mit auf? Ein Toter ist immer besser als zwei!"
Zur ersten Frage: Vielleicht hatte Nummer 2 noch Luft, die Nummer 1 beim Aufstieg half. (Warum aber "Notaufstieg".. vielleicht zu wenig Luftvorrat, vielleicht Panik, vielleicht (unwahrscheinlich) sogar Wechselatmung.. keine Ahnung.)
Zur zweiten Frage: Kommt auf die jeweilige Sichtweise an. Hoffe, falls wir mal zusammen tauchen, daß Du Nummer 1 bist.
Antwort von cerex am 02.11.2005 - 22:31 Ich hätte dem Verunglückten bis auf 6-9m Tiefe beigestanden und wir hätten zügig dekomprimiert. Man kann ja auch gut aus einer Flasche dekomrimieren. Wenn er dann selbst hätte weiter wollen, aus welchem Grund auch immer, dann wäre ich noch unten auf 6-9 m geblieben geblieben - es sei denn, der andere ist wirklich in akuter Lebensgefahr, das scheint ja nicht gewesen zu sein.
Frage ist doch, warum beide hochschießen.
@flasche: Das hofft doch, nach dem Floriansprinzip, ein jeder.
Mehr sage ich nicht dazu, denn das ist ja keine Diskussionsseite.
Antwort von deep flyer am 05.11.2005 - 17:14 Hat jemand verlässliche Infos zur Ausrüstung?
deep flyer
hast du schon mal versucht jemandem zu verfolgen und einzuholen, wenn er in panischer Weise auf der Flucht nach oben ist?
Hast du dann (aus 35 oder 40 Meter nach oben scheißend) auf 9 oder gar 6 Meter einen ordentlichen Stop hinbekommen, und gleichzeitig den panischen Taucher beruhigen können?
Wenn du plötzlich, ohne Vorwarnung nur noch Blasen um dich hast mußt du ein verdamt cooler Hund sein um nicht in Panik zu verfallen und dem Partner die Chance zu geben richtig und schnell genug zu reagieren. Auch bei erfahrenen Tauchern.
Wünsche euch allen immer 10 Bar mehr als ihr gerade braucht.
peter die lunge
Antwort von Deepdreamer am 17.11.2005 - 14:10 hmm... also ich hatte den Fall schon und war damit auch nicht so glücklich. Allerdings hat man nicht sofort nur noch Blasen um sich, sondern das pfeift am Kopf vorbei. Das mit dem coolen Hund bekommt man durch Training hin, ansonsten ist Panik wirklich schnell angesagt.
Wer im Kaltwasser taucht, sollte sowas halt mal üben: 1.) Redundanz per Gummi um den Hals (das erleichtert das Finden im Notfall ungemein, ich spreche aus Erfahrung!) und 2.)zusehen, daß man IMMER an das Ventil kommt, damit man es abdrehen kann.
Deshalb habe ich meine Primärstufe auch rechts am Doppelpack hängen, weil links am Arm das Auslassventil im Trocki ist und man rechts meist doch etwas gelenkiger ist. Und dann sollte man ausprobieren, wie hoch/tief die Flasche oder das Flaschenpaket hängen muss, damit man optimal rankommt. Das ist eben kein Urlaubstauchen.
Ich trainiere sowas, indem ich am Ende beinahe jeden Kaltwassertauchganges so von 10-15 Metern eine Dekoboje schieße. Dazu muss ich die Automaten switchen, weil man mit dem Gummi um den Hals schlecht ne Boje aufblasen kann. Dabei achte ich besonders darauf, die Tiefe zu halten.
Künstliches Abblasen sollte man eher im Sommer mal anfangen zu üben, wenn man sich in irgendeinem Tümpel bei passablen Sichtweiten auf 5-10 Metern in den Sand oder auf nen Stein setzen kann. Einfach Luftdusche drücken...und dabei weiteratmen. Gedrückt halten, Automat raus, anderen Automaten rein, weiteratmen, abblasenden Automaten abdrehen... Tiefe kontrollieren, Restdruck checken.
Wenn`s dann wirklich passiert, bleibt man auch nicht eiskalt, aber man hat wesentlich bessere Chancen, daß es gut geht und man NICHT die Rakete mimt.
Immer "Gut Luft"!
Deepdreamer
Antwort von flasche am 18.11.2005 - 11:10 @cerex:
"Ich hätte dem Verunglückten bis auf 6-9m Tiefe beigestanden"
Und wie hättest Du ihn, wenn er zuvor schnell hochgeschossen wäre, bei penibler Einhaltung der 9m/min-Steigregel (Du willst Dich ja nicht gefährden) überhaupt eingeholt?
"Wenn er dann selbst hätte weiter wollen, aus welchem Grund auch immer, dann wäre ich noch unten auf 6-9 m geblieben geblieben"
Spätestens da also hättest Du ihn im Stich gelassen. Kleiner Tip: Man kann durchaus auch mal ganz kurz, so bis zu 1 oder 3 Minuten, die Deko (falls Du das im engeren Sinne überhaupt schon gemacht hast), zum auftauchen unterbrechen. Kurz hoch, Problemtaucher übergeben, und wieder selbst abtauchen, Deko fortsetzen.
"es sei denn, der andere ist wirklich in akuter Lebensgefahr, das scheint ja nicht gewesen zu sein."
Wie willst Du das sicher unter Wasser (und erst recht hier aus den Berichten) feststellen? "Ein Toter ist besser als zwei" schriebst Du so schön; offenbar wäre ja doch Lebensgefahr denkbar gewesen?
"Frage ist doch, warum beide hochschießen."
Blöde Frage. Weil einer von Beiden einen Fehler gemacht hat, und der Andere helfen wollte.
"Floriansprinzip"
Ich halte auch an einem Unfall an. Es gibt Leute, die weiterfahren, und das ebenso schön begründen können, wie Du (Selbstgefährdung durch Nachfolgeverkehr, angeblich mögliche Gefährdung insbesondere von Frauen durch fingierten Unfall, keine lebensgefährdeten Opfer am Unfallort erkennbar). Alles dumme Ausreden, mindestens rational nicht begründbar!
@Deepdreamer:
"Redundanz per Gummi um den Hals"
Na, ich weiß nicht. Kann man so machen, muß man nicht. Hauptsache, man weiß genau, wo der Ersatzregler hängt, und kommt schnell ran. Ein Standardhalter aus Plastik, evt. in Halsnähe, tut es auch; außerdem ist da beim evt. Jacketablegen das Gummihalsband mit dranhängenden Regler nicht im Wege.
"2.)zusehen, daß man IMMER an das Ventil kommt, damit man es abdrehen kann."
Oder eben einfach 2 nicht miteinander verbundene Flaschen. Bzw. eine Ponybottle ausreichender Größe.
"Ich trainiere sowas, indem ich am Ende beinahe jeden Kaltwassertauchganges so von 10-15 Metern eine Dekoboje schieße."
Wundern sich da nicht die Leute in der Nähe? Und werden evt. hektisch?
"Dazu muss ich die Automaten switchen, weil man mit dem Gummi um den Hals schlecht ne Boje aufblasen kann."
Alternativ bei der Gelegenheit gleich mal mit "Apnoe" trainieren; da brauchst Du nicht mal zu wechseln. Was trainiert man aber eigentlich beim Bojesetzen, außer Bojesetzen (und Automatwechseln, falls man das trainieren muß)?
Aber hast recht: Training ist nicht verkehrt. Und ich wette, daß viele Doppelventiltaucher ihr Ventil nicht selbst zudrehen können, und viele Buddys nicht wissen, welches Ventil sie schließen sollen.
Antwort von Deepdreamer am 19.11.2005 - 14:07 @flasche und alle anderen:
1.) Ich habe mich an den Gummi um den Hals gewöhnt, er ist unglaublich bequem und der Automat sitzt immer da, wo man ihn absolut sicher und schnell findet. Besonders, weil ich noch Tanklampe, Fotokram und etvl. Stages mitnehme, möchte ich DEN sehr nahe am Hals haben. Mir ist aber klar, daß das jeder anders machen kann.
2.)Doppelpack verbunden ist auch eine Bequemlichkeit, aber ich kann für "tiefere" TGs ja immer noch die Brücke vorher zudrehen und alle 30 bar Differenz kurz ausgleichen.
3.) Eine Stage als Redundanz finde ich nicht gut, weil das Handling mit einer Stage auch erstmal geübt sein will. Stages sind für mich reine Dekompressionsgastanks, Ponyflaschen von 0,5-1,5 Litern sind zu klein im Volumen, um einen sicheren (!)Aufstieg zu machen. Und erfahrungsgemäß vereisen Automaten jenseits der 35 Meter, wenn man ordentlich saugt.
4.) Bisher ist bei der roten Boje noch keiner hektisch geworden, die gelbe schieße ich nicht ), Apnoe klingt sinnvoll, werde ich mal ausprobieren. Das ist eine gute Variation. Aber im Ernstfall sollte man trotzdem erst den Automaten wechseln und dann abdrehen - zumindest finde ich das sicherer.
Beim Bojesetzen trainiert man u.a. die Tiefe zu halten, wenn man nebenbei mit anderen Sachen beschäftigt ist. Am besten im Freiwasser ohne Referenzen. Und das Switchen natürlich...
5.) Und ausserdem macht so ein Training auch Spaß, weil man spielerisch Fertigkeiten übt und sich später jedenfalls sicherer fühlt. Man ist sein erster Buddy, auf dem man sich 200%ig verlassen können sollte...
Allen "GUT LUFT" und schöne Wintertauchgänge,
Deepdreamer
Antwort von flasche am 19.11.2005 - 15:29 @Deepdreamer:
"Doppelpack verbunden ist auch eine Bequemlichkeit, aber ich kann für "tiefere" TGs ja immer noch die Brücke vorher zudrehen und alle 30 bar Differenz kurz ausgleichen."
Diese Variante gefällt mir, wenn ich drüber nachdenke, sehr gut! Verhindert (da standardmäßig Ventil zu, statt im Notfall erst manuell zu schließen) sicher unbemerkte oder unlösbare Probleme, und dennoch braucht man kein ständiges Reglerhin- und herwechseln veranstalten, und keine im Normalfall überflüssige große Ponyflasche (natürlich größer als 2l) mitschleppen. Wenn man also an das Brückenventil schnell herankommt, und das in wenigen Sekunden sicher öffnen und schließen kann... So eine Art Taster, den man aller paar Minuten mal kurz betätigt, und der sehr gut erreichbar wäre, wäre ideal. Reale Ventile sind da etwas unbequemer (mehrere Umdrehungen); außerdem ist natürlich jede Ventilbetätigung potentiell verschleißfördernd. Das (geringe) Risiko eines defekten Brückenventils bleibt immerhin auch.
Aber trotzdem eine ganz akzeptable Variante; werde mal beim späteren Flaschenneukauf darüber nachdenken.
Antwort von Gerhard Pucher am 19.11.2005 - 20:21 Ich glaube eure Berichte gehören in die Technische Abteilung und nicht zu dem Tauchunfall der in Traunkirchen war.
Antwort von Deepdreamer am 20.11.2005 - 15:47 @Gerhard Pucher:
Recht haste... trotzdem Danke an "flasche" für die spannende Diskussion. Ich hoffe, den "Raketen" geht es wieder gut und sie sind aus der Kammer raus.
Und ich kann nur an alle Kaltwasserfreunde appellieren, immer schön zu üben. Nur so Tauchen ist bei den Bedingungen hier eben nicht.
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