TU Zürichsee 25.5. Abgesandt von Redaktion (AS) am 25.05.2008 - 22:06:
In Küsnacht ereignete sich am Sonntagvormittag ein Tauchunfall im Zürichsee, ein Taucher wurde dabei schwer verletzt.
Das Buddyteam aus Deutschland befand sich kurz nach 11 Uhr im sogenannten Lindengut am Anfang ihres Tauchgangs. Aus unbekannten Gründen stieg der 49-jährige Taucher plötzlich aus 30m Tiefe zur Wasseroberfläche auf. Sein Tauchpartner folgte ihm unter Einhaltung der Aufstiegsgeschwindigkeit und konnte an der Oberfläche um Hilfe rufen. Eine Anwohnerin alarmierte die Rettungskräfte.
Der 49-Jährige erlitt schwere Verletzungen und wurde ins Krankenhaus transportiert. Sein 35-jähriger Begleiter blieb unverletzt, wurde aber zur Kontrolle ebenfalls ins Krankenhaus gefahren.
Antwort von Frieder am 26.05.2008 - 16:39 Wir sind beide wieder Zuhause und wohlauf. Wir bitten von den üblichen Spekulationen hier abstand zu nehmen. Wir wissen was falsch gelaufen ist.
Wir möchten uns bei allen bedanken die uns schnell und ganz unbürogratisch geholfen haben.
Antwort von divermike am 27.05.2008 - 08:47 Schön, das ihr wohlauf seid!
Du willst nicht das spekuliert wird! Richtig!
Dann ist es doch umso wichtiger, das gerade du den Unfallhergang (Ursache, Fehler ...) schilderst.
Antwort von Rolli45 am 27.05.2008 - 10:26 Vor allem freue ich mich von einem Tauchunfall zu lesen bei dem der Beteiligte selbst noch einen Kommentar abgeben kann.
Alles Gute an euch an dieser Stelle.
Trotz aller Spekulationen und unpassenden Diskussionen wie sie hier im Forum stattgefunden haben, möchte ich hier kurz anmerken, daß dieses Forum
mir in meiner Zeit als Taucher ein ständiger Begleiter war bzw ist. Es gibt immer was zu lernen für alle von uns, die ewig besserwissenden mal ausgeklammert, denke ich
gibt es eine Menge Leser des Forum die nur eins wollen - Lernen.
Daher möchte ich eine Bitte an die beiden Taucher richten, obwohl ich respektiere wenn sie nicht antworten wollen, teilt uns mit was geschehen ist.
Wenn nur ein Taucher davor bewahrt wird denn gleichen Fehler zu machen ist schon viel gewonnen.
Wie Ihr euch auch entscheidet, Ich wünsche euch alles Gute und immer viel Luft
Antwort von boesewicht am 27.05.2008 - 00:37 @Frieder
schön, das es euch gut geht, somit kann aber eigentlich die Meldung mit "schwer verletzt" ja nicht so stimmen.
Was die evtl. Spekulationen betrifft - was ist denn falsch gelaufen ?
Leider ist ja genau das Fehlen dieser Information bei den meisten Unfällen oder Vorkommnissen die Ursache für Spekulationen.
Durch die Aussagen der Beteiligten ist ja evtl. ein Nachdenken für andere möglich, um diese dann nicht auch mal in eine derartige Situation kommen zu lassen.
Es wäre schön, wenn Du mal schreiben könntest, was eigentlich vorgefallen ist.
Danke
Udo
Antwort von Frieder am 27.05.2008 - 22:16 Hallo zusammen,
ich werde mich mit meinen Tauchpartner darüber unterhalten und wir werden euch im Laufe der Woche dann informieren.
Antwort von Günter 05 am 28.05.2008 - 17:41 @ Rolli45
Volle Zustimmung
@ Frieder
Ich finde es Prima, dass ihr uns Informieren wollt.
Antwort von Frieder am 30.05.2008 - 22:31 Zu mir: ( Der nicht verletzte)
Ich selber habe schon über 100 Tauchgänge in den Schweizer Seen gemacht, ich bin SSI *** TL ( Diveconinstrutor), Tauche regelmäßig in den Schweizer Seen - Halbinsel Au, Steinrad , Terlinden Rüttenen etc. sind mir alles keine unbekannten Wände.
Mein Partner:
Hat bei mir seine Tauchscheine gemacht, es war nicht sein einziger Tauchgang in Schweizer Seen, da wir dort so gut wie alle OWD Tauchgänge gemacht haben. Wassersportzentrum etc...
Er wuuste also, das es im See DUNKEL und KALT ist, und man ab 10 Meter eine Lampe braucht.
(Hatten wir auch alles dabei)
Wir haben den Tauchgang anständig besprochen, wir waren beide ausgeschlafen und hatten keinen Stress.
Beim Briefing besprachen wir bis zur Kante zu gehen und dann an ihr entlang zu tauchen.
Zurück bei 100 Bar oder Nullzeit Ende.
Als wir an der Wand angekommen sind fragte ich ihn ob alles Ok ist, Antwort kam prompt. Anschließend fragte ich den Flaschendruck ab
Antwort 100 Bar
Ich gabe ihn das Zeichen für den Rückweg, er bestätigte.
Dann fing er an zu Hyperventilieren, der Automat bließ daraufhin ab, er Griff nach seinen Octopus denn er aber nicht nahm,meinen lehnte er ab.
Anschließend brachte ich ihn zu Oberfläsche wo ich die Rettungskette startete.
Im Nachhinein weiß ich jetzt auch warum er meinen Octopus nicht wollte.
Er hatte sich beim Wecheln auf seinen auf die Zunge gebissen, das muss so einen Schmerz gegeben habe das darauf das Gehirn auf Panik schaltete.(Aussage des Tauchmediziners)
Als mein Partner den Aufstieg einleiten wollte, hatte er ganz plötzlich das Gefühl das ihn das Schwarze Loch nach unten zieht.Laut meinung das Tauchmediziners eine Mischung aus Tiefenrausch und Panik.
Was ich daraus gelernt habe ist folgendes:
Mein Partner taucht immer auf der Seite wo die Wand ist. Wenn er einen Regler mit Verstellknopf hat sage ich ihm er soll das Ding ganz zudrehen, damit er bei hohem Luftverbrauch nicht zu blasen beginnt.
Antwort von uanliker am 02.06.2008 - 12:08 Hi Friedrich,
vielen Dank für deinen Bericht.
Ich möchte zwei Anmerkungen zu deinen Schlussfolgerung machen:
- Anfänger gehören zwischen dich und Land. Wenn die Leute mehr Erfahrung haben, sollte sie lernen den Tauchgang zu führen und dazu zählt auch das `Aussen-Tauchen`. So mache ich die Position des Tauchpartners von seiner Erfahrung abhängig.
- Regler zudrehen: Ich atme gerne leichtgängige Automaten. Ich empfinde es als extrem unangenehm, wenn ich auf Tiefe ziehen muss. Bei Anfängern besteht bei hart eingestellten Automaten die Gefahr, dass sie das Gefühl haben, dass sie keine Luft mehr kriegen.
Vor allem auf Tiefe, darf die Atemarbeit nicht zu hoch sein/werden, sonst besteht die Gefahr eines `Essouflement` auch die Deep Water Blackout genannt.
gruss Urs
Antwort von Astrid D. am 02.06.2008 - 09:07 @Frieder
Danke für deine Information. Gute Besserung für deinen Tauchpartner.
Allzeit Gut Luft
Astrid
Antwort von bestof34 am 02.06.2008 - 11:08 Danke für den Bericht!
Antwort von thüringen-diver am 02.06.2008 - 17:20 Hi Friedrich,
auch ich danke dir für den eintrag im forum
ich hoffe dir und deinem buddy geht es wieder gut und ihr könnt wieder gemeinsamm abtauchen.
dies ist denke ich mit notwendig um die angst und den tauchgang im kopf verarbeiten zu können um wieder mit spaß abzutauchen
immer gut luft wünscht Bernd
Antwort von Günter 05 am 02.06.2008 - 17:27 @ Frieder
Auch ich danke Dir für deinen Bericht. Es ist sicher auch nicht einfach gewesen uns die Infos zu posten.Und gute Besserung für deinen Tauchpartner
Günter
Antwort von Doppeldreier am 02.06.2008 - 20:04 Hi Friedrich.
Das mit den "Zwischen dich und die Wand nehmen" bezieht sich hoffentlich nur auf Anfänger. Solltest du aber jetzt immer so vorgehen wollen, solltest du mal überlegen ob dein Ausbildungskonzept deinem Status angemessen ist.
Regler zudrehen kann neben den von Urs erwähnten Folgen auch noch dazu führen dass die Atemmuskulatur ermüdet was dann wohl zu Urs Essouflement führt, desweiteren kann sich durch den ständigen leichten Unterdruck auf Grund der hohen Atemarbeit Flüssigkeit in der Lunge sammeln. Bringe deinen Schülern einfach bei wie ein Atemregler funktioniert und was, welche Einstellungen für Folgen haben können. Dann können sie eines Tages auch selbstständig tauchen. Sollten sie noch nicht soweit sein, das Funktionsprinzip eines Atemreglers zu verstehen würde ich sie einfach nicht auf solche Tauchgänge mitnehmen.
Gruß,
D3
Antwort von Rolli45 am 03.06.2008 - 09:32 @ Frieder
Zuerst mal gute Besserung an deinen Tauchpartner und vielen Dank für euren Bericht.
Meiner Meinung nach ist gerade dieser Vorfall ein gutes Beispiel dafür was alles passieren kann.
Wer hat sich nicht schon mal auf die Zunge gebissen? Sicher kein Problem.
Aber beim Tauchen, wenn die Situation eh schon schwierig ist kann eine solche profane Sache in einer Katastrophe enden.
Vor allem sollte jedem klar sein, daß dies kein Anfänger-Problem ist. Nur der Punkt der Panikauslösung wird mit zunehmendem Ausbildungsstand bzw.
Routine weiter verzögert aber sicher nie völlig eleminiert.
Unfälle passieren durch die zufällige Verkettung mehrerer Umstände ( nicht nur beim Tauchen ). Wäre einer der Umstände nicht eingetreten, wäre
der Unfall nicht passiert. Dinge wie den Zungenbiss kann man aber nicht verhindern, daher ist es um so wichtiger die Dinge zu kontrollieren die man beeinflussen
kann, z.B. Tiefe, Ort, Tauchprofil, Allgemeinverfassung, Ausrüstung usw.
Jeder für sich, und für sein Buddy, sollte sich fragen: "Wie sicher bin ich unterwegs. Bringt eine dumme Kleinigkeit wie ein Zungenbiss mich eher zum Lachen oder tauche
ich so grenzwertig, daß eine Panik möglich ist?"
Euer Bericht ist sicher wertvoll für dieses Forum, und ich hoffe es bringt den einen oder anderen zum Nachdenken.
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