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TU am Wrack der „Peltastis“, Krk, Croatia Abgesandt von Rolf-Eugen Lattner am 30.05.2006 - 14:19:
Am 23.5.06 kam es zu einem schweren Unfall mit einem WET NEAR- DROWNING/ „Beinahe-Ertrinken“.
Fakten: Beginn des TG ca. 11.15 h , 2 Teams a´ 2 Taucher.Gas-Gemische Team 1: Nitrox 32, Team 2 Air ( 21 %).
Ausbildungsstand Gruppe 1: 1 SSI D.M. – 1 AOWD(20 TG),
Gruppe 2: 1 AOWD( 50 TG ) und 1 MSDT 500 TG. 3 Taucher hatten das Wrack bereits vorher betaucht.
Die See war ruhig, keine Probleme beim Erreichen der Boje.Dort Abstieg am Referenzseil am zweiten Ladebaum in der Nähe der Kommandobrücke, nach ca. 4 Min. Abstieg zur Schraube auf ca. 32 m. Verweildauer an der Schraube ca. 6 Minuten Die Sicht war ungewöhnlich gut und es herrschte keine Strömung. Dann Aufstieg zur Kommandobrücke/ Mannschaftsräume auf ca. 18-20 m. Beim „Schießen eines UW-Photos bemerkte der direkt neben dem Opfer befindliche spätere Retter das dieses sich nach hinten an die erste Stufe griff. Nachdem es auch noch den Automat aus dem Mund nahm, versuchte er dem Opfer seinen Oktopus in den Mund zu stecken. Es wies diesen aber ab. Sekunden später stellte das Opfer die Atmung ein, öffnete den Mund und schloss die Augen wie bei einer eintretenden Bewusstlosigkeit. Der Retter leitete daraufhin den sofortigen Aufstieg mit ca. 30m / min. ein. Mittlerweile war auch der D.M. auf den grossen Ernst der Situation aufmerksam geworden, stieg mit auf und bremste die hohe Aufstiegsgeschwindigkeit zusätzlich auf den letzten 6 m zur Oberfläche ab. Während des Aufstiegs bemerkte der Retter auf ca. 10 m aus dem Mund des Opfers austretenden gelbgrünen Schaum, wie bei einem Ertrunkenen.(Der Mund wurde in aufrechter Position gehalten, damit Luft entweichen konnte.) Vermutlich wurde dieser Schaum durch die Lungen-Ausdehnung beim Aufstieg ausgetrieben. Kurz danach wurde die Oberfläche durchbrochen. Die Entfernung zum Einstieg des Tauchbootes betrug glücklicherweise nur 6-8 m und wurde in ca. 1 Min. erreicht.
Aufgrund der geringen Entfernung und der Vermutung, dass auch ein Herzstillstand vorliegt, der ja bekanntlich nur auf dem Boot behandelt werden kann, wurde von einer ersten Atemspende des Bewusstlosen im Wasser abgesehen. Beim Hochhieven des Opfers ins Tauchboot trat glücklicherweise eine Spontan-Atmung ein und während der Seitenlagerung floss weitere gelb/grüne Flüssigkeit aus Mund und Nase ab. Die Eigenatmung war anfangs sehr schwach. Ein Bewusstseins—Minimal-Check zeigte kam Reaktionen. Der Puls selbst am Handgelenk war aber relativ gut fühlbar. Die Gesichtsfarbe zeigte eine Cyanose an. Glücklicherweise stabilisierte sich der Zustand nach ungefähr 4-5 Minuten, so dass eine Reanimation nach einem Kollabieren nicht erforderlich wurde. Da bedauerlicherweise auf dem Boot kein 100 % O2 zur Verfügung stand, wurde die schwache Atmung durch zusätzlicher Beatmung des Opfers mit Nitrox 33 gestützt.
Probleme bei der eingeleiteten Rettungskette ergaben sich insofern auch, da das Personal des angeforderte Rettungswagens wenig Englisch sprach und hinsichtlich der Notfallversorgung bei Tauchunfällen kaum Erfahrung zeigte. ( Wir hörten beispielsweise das der RTW über 3 Std. (ca. 165 km)bis zur Druck-Kammer in Pula brauchte und das Hospital auch noch suchen musste ). Die Behandlung in der „Poliklinik für Überdruckmedizin Oxy Pula“ durch Dr. Mario Franolic war, so der Eindruck des Unterzeichners nach einem Besuch am nächsten Tag sehr professionell. Die Druckkammer steht in engem Kontakt mit DAN und es besteht so Dr. Franolic ein Erfahrungsaustausch mit Dr. v. Laak, DAN EUROPE,Office Germany. Die erste Druckkammerfahrt nach NAVY Tabelle 6 zeigte für den Patienten günstige Werte. Die Befunde nach einer zweiten Behandlung am nächsten Tag waren ebenfalls sehr positiv.
Die Gründe für die plötzliche Bewusstlosigkeit U.W. sind auch dem Arzt nicht ganz klar.
Der Patient kann sich an seinen Zustand kurz vor dem Zwischenfall nicht mehr erinnern.
Antwort von henri am 30.05.2006 - 21:35 Werden bezüglich der Ursache weitere Untersuchungen eingeleitet? Nach der Beschreibung würde ich auch auf alle Fälle den Inhalt der Flasche untersuchen. Die Ursache für eine Cyanose könnte auch eine Kohlenmonoxidvergiftung sein. Oder irre ich da?
Grüße,
henri
Antwort von Mattti am 31.05.2006 - 12:53 aus Intress zu den Tauchbooten:
ich war auch schon 2 mal auf der Peltastis - und wir sind von unserer Basis aus per Auto zum Hafen gebracht worden. Von da aus ging es die 5 Minuten mit dem Tauchboot zum Tauchplatz. War das bei euch auch so ähnlich, das ihr von Silo losgefahren seid?
Nächstes mal werd ich mich mal explizit nach Sauerstoff auf den beiden Booten erkundigen. - SOLLTE man ja eh immer machen.
Bei uns wusste ich wenigstens, wo der Sausertoff im Auto im Hafen ist. Die Fahrt dahin dauert ja höchstens 5 Minuten...
Matti
Antwort von DAHABDIVERS am 01.06.2006 - 10:28 Hai,
@ Henri & Mattti zu euren Fragen:
Eine Untersuchung hinsichtlich Flaschenfüllung
wurde nicht eingeleitet, da der Buddy des Opfers
eine Flasche vom gleichen Kompressor hatte.
(Der Kompressor erzeugt -pure air- die auch zum
Mischen von Nitrox im Partialdruckverfahren ge-
nutzt wird, dürfte also sauber sein).
Team 1 war in der gleichen Umgebung auf dem Boot
(z.B. nicht in Auspuffnähe o.ä.zum Boot gingen
wir zu Fuss).
Unsere Boot lag in Novi Vinodolski. Die Anfahrt
zum Wrack dauert ca. 3/4 Std.. Matti ihr seid wohl
von woanders losgefahren.
Mit dem Sauerstoff auf dem Boot ist schon fast
ein posting für sich. Frage: muss auf einem
Tauchboot in Kroatien gesetzlich zwingend O2
vorhanden sein? - Das -ich persönlich - und als gewerblicher Betreiber eines Bootes- unter dem Gesichtspunkt: "Schadensbegrenzung bei Tauchunfällen" vor allem bei Deko-Unfällen ,O2
dabei hätte ist für mich keine Frage vor allem
wenn es zu einem zivilrechtlichen Prozess kommt
und der Richter/oder Anwalt fragt den Betreiber:
"Was haben sie getan um ..... zu vermindern?"
Aber vielleicht kennt sich da einer der Leser zu diesem Aspekt besser aus.
Das auf ein Tauchboot mit dem auch Ausfahrten
für Ausbildung nach PADI oder SSI Standards gemacht werden O2 gehört ,steht für mich als Profi-TL auch ausser Zweifel.
Erstmal gut, dass nicht mehr passiert ist und dass die ganze Sache (noch) relativ glimpflich ausgegangen ist.
Du outest dich aber als Profi-TL und kommst nicht auf die Idee nach dem Grundsatz zu verfahren: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser ??
Dass Sauerstoff dahin gehört ist die eine Sache, dass wirklich welcher vorhanden ist, eine andere.
Daran ändert dann selbst eine gesetzl. Bestimmung nichts. Das wirkt sich ggf. auf die Haftung aus, nicht aber auf den Zustand eines Verunfallten.
Antwort von **-diver am 03.06.2006 - 17:56 Schade - meine gestrige Antwort ist "untergegangen"
Du outest dich als Profi-TL und vertraust darauf, DASS sich Sauerstoff an Bord befindet ??
Vetrauen ist gut - Kontrolle .....
Eine gesetzl. Verpflichtung mag zwar ganz gut für die Haftungsfrage sein, hilft aber einem verunfallten Taucher nicht wirklich - oder geht´s nur darum zu sagen ".. nicht meine Schuld .."
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