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Foren - int. Tauchunfälle - TU an Wrack in Scapa Flow




  

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TU an Wrack in Scapa Flow
Abgesandt von oli am 22.04.2003 - 23:38:

Vor zwei Tagen kam es zu einem Tauchunfall an dem deutschen 1.WK-Schlachtschiff Kronprinz Wilhelm in Scapa Flow. Nach dem Tauchgang in 37m Tiefe verlor ein 62 Jahre alter Kanadier während eines Dekostopps beim Aufstieg seinen Buddy. Erst eine Stunde später führte das Nichtauftauchen zum auslösen des Alarms bei der Küstenwache.Bisher keine Spur von dem Taucher.



Antwort von Heiko am 23.04.2003 - 11:31
Îch dachte an der Kronprinz ist Tauchverbot? Irre ich mich da?
Antwort von harry am 23.04.2003 - 20:42
@heiko: an der kronprinz wilhelm herrscht sicher kein tauchverbot!

die tiefen wracks im scapa flow sind halt leider immer ein risiko- zitat:
...-Offizielle Stellen auf Orkney sprechen, daß es bei 100 Tauchern zu einem Unfall kommt, der behandelt werden muß, unser Kapitän meinte, daß diese Zahl eher zwischen 60 und 80 liegt...

quelle:
Hier klicken

in trauer um einen verunglückten tauchkameraden aus kanada,
harry
Antwort von Dieter Wetzel am 30.04.2003 - 12:12
Man kann bei 37 m Tiefe sicherlich nicht von tiefen Tauchgängen sprechen. Hier sind ohne weiteres 60 min. reine Grundzeit mit entsprechender Ausrüstung denkbar.
Bei einem Alter von 62 Jahren kann es durchaus sein, dass ein Herzinfakt/Embolie zu dem Ableben
geführt hat. Wurde Nitrox zur Optimierung des TG
genutzt ?
Antwort von vx3 am 04.05.2003 - 18:33
Das Problem ist halt, das da jeder tauchen geht, egal ob er dafür geeignet ist oder nicht.
Antwort von deepdiv0r am 26.05.2003 - 15:18
Erstmal mein Beileid, aber ob dort einer tauchen geht oder nicht, ist seine sache egal wie alt er ist und 37 m sind ja nun bei weitem net viel mit pressluft...
und jezz sollte man nicht auf dem mann rumhacken weil 1. kann er einen herzinfarkt gehabt haben und das kann bei jedem TG passieren...also erstmal sollte man noch auf infos warten...is meine meinung
Antwort von Dieter Wetzel am 26.05.2003 - 17:24
37 Meter mit Pressluft ist für viele Taucher schon sehr tief. Außerdem gibt es bessere Atemgase
zum Tauchen in dieser Tiefe. Hier wird schon der
erste Fehler gemacht. Man spart am Atemgas. Wenn
das dann bei der Ausrüstung so weitergeht, ist der Tauchunfall schon programmiert. Ob jeder überall Tauchen gehen kann ist definitiv nicht seine Sache. Die Basen und Ärzte die dies mit unzureichender Kontrolle erlauben leisten Beihilfe
zum Selbstmord. Keiner hackt auf dem Toten rum, es sollte nur kritisch hinterfragt werden, wie es
zu seinem Tot kommen konnte. Hieraus können zumindest die lernen, die bereit sind veraltete und unzeitgemäße Ansichten beim Tauchen über bord zu werfen.
Antwort von Klutz am 30.05.2003 - 00:13
ich will mal Dieter zustimmen, dass man dieses Forum sicher auch nutzen sollte, um aus Unfällen Lehren zu ziehen, ohne dass das pietätlos Ausmasse annimmt. Ich denke, dass der Tod eines Tauchkameraden wohl niemanden hier kaltlässt.
Und die Frage, welches Gasgemisch für einen solchen Tauchgang verwendet wurde ist sicher interessant, weil eben tatsächlich der unüberlegte Einsatz von Nitrox in solchen Tiefen sehr riskant ist. Mein Resumee ist allerdings, dass man nur dann lernen kann, wenn man nicht der Vorstellung erliegt, dass man durch mehr Technik oder teurere Ausrüstung mehr Sicherheit erkaufen kann.
Antwort von Dieter Wetzel am 30.05.2003 - 05:31
Hallo Klutz,

das mit dem Nitrox möchte ich so nicht im Raum stehen lassen, da es einfach falsch ist. Nitrox ist auf jeden fall bis 50 m das bessere Gas als Luft und kann dadurch zur Unfallvermeidung beitragen. Man sollte bei jedem TG Nitrox verwenden, wenn man dazu die Möglichkeit hat. Ob man dann den Sicherheitsaspekt oder die längere Grundzeit ausnutzt hängt dann am individuellen TG.

Gruß
Dieter
Antwort von klutz am 30.05.2003 - 15:38
Hi Dieter,
also dass du mit dieser meinung deutlich von den allgemeinen Ausbildungsrichtlinien abweichst, ist Dir ja sicher klar. Wie kommst Du auf sowas?
Nochmal eine Erinnerung an die Nitrox-Ausbildung, falls die schon zu weit zurückliegt:
Für den beschriebenen Unfall wäre sicher ein EAN32 noch in Ordnung, damit kommt man bei 37m auf einen pO2 von 1.5 - bei erhöhten Risiken wie Kälte und körperliche Anstrengung können ab einem O2-Partialdruck 1.4 toxische Effekte auftreten.
Mit einem 36:64er Gemisch wäre auf dem Wracktauchgang ein pO2 von 1.69 zu erwarten, was sogar unter Normalbedingungen das allgemein anerkannte Limit von 1.6 überschreitet.
Warum Du auf 50m "auf jeden Fall" Nitrox tauchen willst, musst Du schon erklären. Verwechselst Du Nitrox mit Trimix?
Also nochmal: Tec-Diving führt nur dann zu mehr Sicherheit, wenn man weiss, was man tut.
Antwort von Dieter Wetzel am 30.05.2003 - 18:04
Hallo Klutz,

ich verwende auf 50m ein Nitrox EAN23/EAN24, trotz der Tatsache, dass Sauerstoff fast das identische narkotische Potential wie Stickstoff hat wird die Inertgas-Narkose subjektiv reduziert. Ich fühle mich besser. Das ergibt einen p02 von 1,38/1,44. Somit trage ich deinem Wissen aus dem Nitrox-Kurs Rechnung. Passt schon.
Ich tauche regelmäßig auf tiefen um die 80-100m mit Trimix. Das EAN nutze ich sofern ich ein offenes System verwende als Reisegas und wechsle dann auf eine entsprechende Helium-Mischung. In der letzten Zeit verwende ich ein CCR und habe den pO2 auf 1.3 während des TGs. Auch hier führe ich den Gaswechsel bei ca. 50m also einem Nitrox EAN21/Air durch. Sorry, wenn du dich angegriffen gefüllt hast. Ich wollte dich nicht kritisieren sondern nur meine Meinung, dass Nitrox Air vorzuziehen ist, vertreten.
Antwort von Klutz am 30.05.2003 - 19:37
@Dieter:
Okay, dann sind wir ja doch weitestgehend einer Meinung. Hab mich lediglich an dem "Auf jeden Fall" gestört und an der zuvor undifferenzierten Präferenz für Nitrox. Ich finde halt, dass gerade an einem Ort wie Scapa Flow wo möglicherweise viel im kalten Wasser `gearbeitet` werden muss und zudem noch bei manchen Leuten ein Wrack Aufregung und schnellere Atmung hervorruft, das Risiko für eine Hyperoxie grösser ist als das einer N2-Narkose. Aber natuerlich muss das wieder mal jeder selbst abschätzen, und vielleicht hat ja letzlich dieser Thread auch wirklich -auch mich - dazu gebracht, ein wenig abzuwägen...
Antwort von Thomas am 06.06.2003 - 19:20
Ich war selbst im November letzten Jahres an der "Kronprinz Wilhelm" und ich gebe zu, daß das alles andere als ein leichter Tauchplatz ist. Neben einer übelsten Strömung (bis in ca 20m Tiefe)machen einem die gigantischen Ausmaße des Wracks zu schaffen. Und seid doch mal ehrlich, wer versucht nicht, jede Minute dort auszunutzen? Es ist ein öffendliches Geheimnis, daß Scapa Flow eine "Ausfallrate" von 1% hat. D.h. auf 100 Taucher 1schwerer Unfall. Also was hat ein 62-jähriger da zu suchen?

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