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Foren - int. Tauchunfälle - Taucher in Aegypten abgetrieben




  

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Taucher in Aegypten abgetrieben
Abgesandt von Deepblue Criuses Registriertes Mitglied am 20.06.2005 - 09:43:

Am Samstag den 18.06. kehrten der Guide und 5 Gaeste des Schiffes Longimanus nicht
von ihrem ersten Tauchgang des Tages zurueck. Es wurde sofort eine Suchaktion
eingeleitet. Zum Zeitpunkt des Vorfalles herrschte starker Wind, hohe Wellen und
starke Stroemung. Die Taucher wurden um 14:00 Uhr Nachmittags auf hoher See
gefunden.



Antwort von DNSchlumpf Registriertes Mitglied am 20.06.2005 - 13:56
Weiß jemand wo dies sich ereignete (Ort,Basis)?
Antwort von Safari-Diver Registriertes Mitglied am 20.06.2005 - 20:02
Also, gibt es mehr Info zu diesem Vorfall ? War vor kurzem ebenso im Süden auf Safari, und das Boot Longimanus, welches wir einige Male an diversen Tauchplätzen getroffen haben, machte immer einen perfekten Eindruck.

- Was ist war mit Notfallbojen oder Sirenen ?
- Hat niemand an Deck Ausschau gehalten ?

Erinnert mich stark an den Tauchunfall an den Brother mit der abgetriebenen Truppe.

Bitte mehr Info.
Antwort von Deep Blue Cruises Registriertes Mitglied am 21.06.2005 - 12:19
Dieser Unfall ereignete sich an den Brothers, Aegypten. Leider liegen im Moment noch keine genauen Angaben vor uber das wieso und warum vor, es kursieren nur wieder die ueblichen Geruechte.
Antwort von Barakuda Registriertes Mitglied am 23.06.2005 - 13:40
Brother Islands 18.06.2005


Bericht über 6 vermisste Taucher (4 Gäste / 2 Tauchlehrer) der Longimanus, die 4 Stunden im Wasser trieben, von Mahmoud Abd El Hady ( Besitzer Barakuda Diving Center):

Am 16.6.2005 startete die MY Longimanus, Safari Boot der Barakuda-Flotte, einen Trip an die Brother Islands. An Bord des Schiffes befanden sich 17 Gaeste und 3 Tauchlehrer des Robinson Club Soma Bay, der das Boot gechartert hatte. Zusätzlich mit an Bord: Tauchlehrer vom Barakuda Diving Center. Nach den üblichen Eincheck- u. Kontrollprocedere konnte die Tour beginnen. Den ersten Tag (17.06.2005) verbrachte man noch in Safaga, wo unter anderem der Check-Dive absolviert wurde.
Am frühen Morgen des 18.06.2005 lag die Longimanus an Little Brother.
(GPS-Daten: N 26 18.006 E 034 51.707) Um ca. 7 Uhr briefte der erfahrene Guide an Bord den Tauchplatz Little Brother. Er gab ausführliche Informationen zu der starken Strömung, was dort im Besonderen zu beachten ist und Sicherheitshinweise zu speziellen Verhaltensweisen beim gemeinsamen Ab- und Auftauchen. Der Guide teilte die Gäste in drei Gruppen ein.
Die ersten beiden Gruppen wurden von den zwei, an Bord befindlichen, Zodiacs an die Nord-West Seite des Riffes gebracht und begannen dort ihren Tauchgang, während ein Zodiac vor Ort blieb. Das andere kehrte zum Schiff zurück um die dritte Gruppe abzuholen. Diese bestand aus 5 Gästen und 2 Tauchlehrern des Robinson Club. Das Zodiac fuhr sie an die gleiche Stelle am Riff und verblieb dort. Die Gruppe tauchte gemeinsam ab, aber ein Taucher hatte Probleme mit seiner Maske und winkte das wartende Zodiac heran. Der Fahrer half ihm beim Ablegen des Gerätes und des Bleigurtes und nahm alles in Empfang, um danach dem Taucher zügig ins Boot zu helfen. Er erkundigte sich direkt nach dem Rest der Gruppe und wartete ob noch jemand zurück an die Oberfläche kam. Aufgrund des hohen Wellengangs mussten sie aber bald zum Schiff zurückfahren.
Unterdessen bemerkte die Gruppe, das Ihnen ein Taucher fehlte und sie entschieden sich an die Oberfläche zurückzukehren. Während des Auftauchvorganges geriet die Gruppe schon aus dem Strömungsschatten und wurde leicht abgetrieben. Als Sie die Oberfläche erreichten sahen sie noch das Zodiac, mit ihrem fehlenden Taucher, wegfahren.
Ein Tauchlehrer setzte direkt seine Boje während sie weiter davontrieben.
An Little Brother selber lagen zu diesem Zeitpunkt 6 Safariboote und es waren 10 Zodiacs im Wasser, da der Tauchbetrieb auch auf den anderen Booten schon in vollem Gange war.
Die Wetterkonditionen an diesem Tag waren denkbar schlecht, so das alle Zodiacs sich zu einem Team formierten und sich jedem Taucher direkt annahmen, den sie im Wasser entdeckten konnten. Auch unsere Zodiacs fischten andere Leute aus dem Wasser und brachten sie sofort auf die sicheren Boote.
Unsere Taucher wurden von keinem Zodiac wahrgenommen, da sie schon etwas abgedriftet waren und sich an ihrer Position die Sonne in einem schlechten Winkel zum Wasser befand, sodass kleinere Objekte, wie einzelne Bojen, von Booten und Zodiacs kaum zu erkennen waren.
Nach 50 Minuten begann der Guide der Longimanus sich Sorgen zu machen und fing an die Nähe des Riffes ,mit den Zodiacs, nach den 6 vermissten Tauchern abzusuchen.
Als dies nach kurzer Zeit nicht zum Erfolg führte setzte der Guide die Rettungskette in Gang und informierte mich um 9.10Uhr per Satellitentelefon (Nr. 008821633327754).
Er gab mir direkt die Namen der vermissten Taucher und erklärte, das sich schon drei andere Boote an der Suche aktiv beteiligten. Er erklärte mir Wetter- und Strömungsverhältnisse woraufhin ich die Seekarten studiert und unter Rücksprache mit dem Kapitän der Longimanus den Kurs festlegte auf dem gesucht werden sollte. Die Boote sollten in drei Reihen mit jeweils einer Meile Abstand zueinander den Kurs 150 Grad fahren.
Diese Entscheidung belief sich auf unsere jahrelange Erfahrung an den Brothers.
Vom Diving Center aus informierten wir sofort im Anschluss an dieses Telefonat:
Den Gouvaneur, Küstenwache, Militär, Marine, Polizei und die Red Sea Association.
Allen wurden die Namen der vermissten Taucher, sowie Position des Bootes und alle anderen Daten von Belang, mitgeteilt. Um nicht wichtige Zeit zu verlieren wurde gleichzeitig Luftunterstützung angefordert.
In Marsa Galib bekamen alle, sich im Hafen befindlichen, Boote eine Ausfahrgenehmigung um sich an der Suche beteiligen zu können.
Unser Tauchteam im Süden entwickelte zur selben Zeit einen Rettungsplan, für den Fall dass die Taucher nicht in nächster Zeit gefunden werden und man die Suche noch großflächiger anlegen müsste. Es wurden auch weiter entfernte Safariboote im Süden informiert, sich eventuell bereit zu halten.
In Safaga machte sich unser anderes Safariboot, die Millenium, auf den Weg in Richtung Brother Islands.
Inmitten aller Koordinationen ging ein Anruf des Gouvaneursbüro ein. Sie bedauerten, dass in Hurghada so kurzfristig keine Flugmaschine mit genügend Reichweite zur Verfügung stehe, aber man schicke nun, auf unsere Kosten, eine Maschine aus Cairo los.
Während alle Rettungsaktionen dann perfekt liefen und im Gange waren, erreichte uns um 13.00 Uhr die glückliche Meldung:
Die Taucher wurden von den suchenden Safaribooten geborgen, sind wohlauf und unverletzt.
Die Gruppe der geborgenen Taucher setze sogar die die Safari fort und einige von Ihnen tauchten an diesem Tag noch einmal an den Brothers.
Nach der Rückkehr nach Safaga waren die Kommentare der Gäste, trotz des abenteuerlichen Tages, positiv. Ich bin einfach nur erleichtert und glücklich das alle unversehrt zurückkehrten.
Ich habe diesen detaillierten Bericht geschrieben, um Spekulationen vorzubeugen und euch alle Informationen unverfälscht aus erster Hand zu liefern.
Sollten noch Fragen zum Ablauf des Geschehens offen sein, könnt Ihr Euch direkt an mich wenden: mahmoud@barakuda-diving.com
Ich möchte an dieser Stelle noch allen Danken, die sich an dieser Rettungsaktion beteiligten und ein unbürokratisches, schnelles Handeln möglich gemacht haben.
Antwort von mijo Registriertes Mitglied am 15.07.2005 - 10:46
Danke an Mahmoud für den ausführlichen Bericht.Wir waren mit der Longimanus Ostern an den Brothers, wurden von der Crew und dem Guide absolut ausführlich über die dortigen Begebenheiten und eventuell plötzlichen Strömungswechsel informiert. Das man trotz Allem in eine gefährliche Situation kommen kann ist leider wie passiert möglich, dennoch ist der Ablauf wie beschrieben doch vorbildlich verlaufen.Wenn die Sodiacs der Longimanus auch fremden Taucher geholfen haben so ist es doch verständlich dass derweil andere immer stärker abtreiben, schade nur dass sie von den anderen Booten auch nicht bemerkt wurden.Ich werde auch bei der nächsten Tour die Longimanus wieder buchen.
Antwort von whaleshark Registriertes Mitglied am 15.07.2005 - 17:05
Hai,

so wie sich der Bericht von @Mahmoud liest hätte es doch nicht besser laufen können.

Endlich mal keine -nur Spekulationen-

Super.

Gruss
Antwort von mhsta Registriertes Mitglied am 01.08.2005 - 06:46
Ich habe nun eine ganze Zeit darauf gewartet, ob noch ein anderer etwas schreibt. Ich war zur gleichen Zeit an den Brother`s und habe den Vorfall mitbekommen. Unser Guide hatte nur noch Kopfschütteln übrig, als als einziges das Zodiac der Longimanus (es waren mehr als 5 Schiffe da) zu der Nordspitze fuhr und die Leute abgesetzt hat. Es herrschte zu diesem Zeitpunkt starker Wind und Strömung.
Unverständlich ist mich auch, daß von den vielen Tauchschiffen nur 3 sich an der Suche beiteiligten. Noch unverständlicher ist mir, daß die Ägypter nicht in der Lage sind (Gebühren werden ja genügend verlangt) eine Flugrettung zu unterhalten.

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