Tauchlehrer rettet Tauchschülerin vor Ertrinken Abgesandt von Redaktion -gm- am 29.05.2007 - 09:37:
Dank an Alex für die Information.
Das beherzte Eingreifen ihres Tauchlehrers hat eine 28-jährige Frau aus Augsburg möglicherweise vor einem schweren Unfall bewahrt. Die Frau tauchte am Sonntag mit ihrem 37-jährigen Mann unter der Aufsicht des 23-jährigen Tauchlehrers im österreichischen Plansee, wie die Polizeidirektion Kempten am Montag mitteilte. Dabei vereiste in rund 30 Metern Tiefe die erste Stufe ihres Tauchgeräts, so dass sie keine Luft mehr einatmen konnte. In Panik versuchte die Frau schnell aufzutauchen. Der Tauchlehrer konnte sie noch rechtzeitig einholen und festhalten. Er versorgte sie aus dem eigenen Tauchgerät mit Luft und tauchte mit ihr langsam zur Wasseroberfläche. Die Frau wurde mit dem Notarzt-Hubschrauber in die Unfallklinik nach Murnau eingeliefert, wo sie ambulant behandelt wurde.
Antwort von deepdiver am 29.05.2007 - 10:23 Die Frau tauchte in 30 Meter Tiefe wirklich mit SAUERSTOFF?? Und der Tauchlehrer auch??? - Unglaublich!! -
Oder ist das wieder einmal einer der "üblichen" Laienfehler in der Berichterstattung.....?
Antwort von gunther am 29.05.2007 - 11:05 @ deep Ich denke man kann getrost von Reporter-Fehler sprechen.
Wir haben dan naus Sauerstoff -> Luft gemacht
Antwort von Telemar-king am 29.05.2007 - 11:56 Das der Tauchlehrer so reagiert und die Frau vor einem Panikaufstieg gerettet hat, liest man gern.
Ich wünsche ihr gute Erholung und das sie das Ereignis gut verarbeitet, um dem Tauchen treu zu bleiben.
Antwort von marco_t am 30.05.2007 - 10:56 Meiner Frau geht es gut. Ich konnte Sie noch am gleichen Tag aus dem Krankenhaus in Murnau abholen. An allen Beteiligten - vor allem dem unbekannten Erstehelfer und der Helferin der Tauchschule an der Liegewiese - ein großes Dankeschön! Auch hat unser Tauchlehrer perfekt reagiert. Dadurch, dass während des Aufstieges ausgeatmet wurde ist der Lunge offenstichtlich nichts passiert. Danke Flo!
Was genau passiert ist, müssen wir in Ruhe klären. Vereisung ist ja nur eine der Möglichkeiten, die passiert sein könnten.
Gruss MT
Antwort von musher am 30.05.2007 - 12:02 Hallo Marco,
schön ist es von Dir als beteiligten zu hören, daß es doch nicht ganz so ablief, wie es am See hieß.
Doch, was ist daran, daß Deine Frau hier zum erstenmal in dieser Tiefe war? Und daß sie mit nur einer Ersten Stufe unterwegs war?
Sicher muß ein Abblassen nicht unbedingt auf ein Vereissen zurückzuführen sein.
Mir ist am Tag zuvor auch der Automat 2. Stufe leicht abgeblassen - hing mit der Einstellung des Automaten zusammen
Antwort von TSTeufelsrochen am 30.05.2007 - 16:57 Gott sei Dank ist nichts passiert.
Ist eigentlich jemanden in der Unfallbeschreibung aufgefallen das bei einem Vereisen die Luft weggeblieben ist?
Meines Wissens bläst bei einer Vereisung die 2te Stufe ab!!!!
Ist das auch ein Reporterfehler?? oder gibt es ein vereisen mit Luftunterbrechnung????, wäre ja wirklich mal was neues.
Wie von musher@ schon bemerkt ist es eigentlich grob Fahrlässig in unseren Gewässern mit nur 1ner Ersten Stufe zu tauchen.
Antwort von N.T. am 31.05.2007 - 10:31 Hallo liebe Taucher,
ich bin diejenige, dem das passiert ist. Es geht mir gut, wie mein Mann schon meinte und der Schreck sitzt noch wahnsinnig tief. Die Blessuren sind nicht körperlicher, sondern eher psychischer Art. Ich möchte auf jeden Fall weitertauchen. Gar kein Thema.
Vorher möchte ich allerdings wissen, was da passiert ist. Ich danke jedem, der hier sein Wissen einbringen kann und mir helfen kann herauszufinden, was passiert ist.
Ich bin wirklich mit Luft und einer Stufe da runter. Auf ca. 36 m habe ich gemerkt, dass Wasser in/durch meine 2. Stufe kommt; also ein Wasser-Luft-Gemisch. Ich hatte auch Wasser in meiner Maske, die ich darauf hin erst 2 x ausgeblasen habe. Als ich dann gemerkt habe, dass das Wasser immer mehr und die Luft immer weniger wird, die durch meinen Regler kamen, hab ich meinem Tauchguide bescheid gegeben und bin panisch nach oben. Auf dem Weg nach oben wurde das Wasser immer mehr und mehr. Ich habe Gott sei Dank nicht die Luft angehalten, sondern immer weiter hektisch ein- und ausgeatmet und viel Wasser dabei "eingeatmet". Auch der "langsame" Aufstieg ist so nicht richtig in dem Bericht oben. Ab ca. 16 m kam mein Tauchguide dazu und gab mir seinen Regler, trotzdem sind wir weitergeschossen.
Nachdem ich mich im Internet schlau gemacht habe, kann ich mir mittlerweile nicht mehr vorstellen, dass es Vereisung war. Deshalb wäre ich euch für jeden Tipp dankbar.
normalerweise schreibe ich nichts hier im Tauchunfallforum, jedoch möchte ich diesmal eine Ausnahme machen.
Die zweite Stufe eines Atemreglers darf nur Luft geben. Kein Luft-Wasser-Gemisch.
Also muß irgend etwas an Deinem Regler nicht in Ordnung sein. An Deiner Stelle würde ich die zweite Stufe demontieren (oder von einem Sachkundigen demontieren lassen) und hierbei vor allem die Membranen prüfen, da diese den "Luftbereich" der Stufe vom umgebenden Wasser trennen.
Vermutlich ist hier irgendwo ein Riß oder eine sonstige Undichtigkeit vorhanden. Undicht kann es auch werden, wenn die Membran an sich zwar in Ordnung ist, jedoch von einem Steinchen oder sonstigem Schmutz vom korrekten schließen abgehalten wird.
Auf jeden Fall muß der Regler geprüft werden, ehe Du oder jemand anderes damit wieder ins Wasser steigst.
Viele Grüße
Jens
Antwort von hket am 31.05.2007 - 14:35 Tipps dazu:
Wasser in der Einatemluft -
deutet für mich auf eine nicht sauber schliessende Ausatemmembran hin.
a.) Membran sitzt nicht richtig oder ist beschädigt
b.) manche Regler (mein uralter Seemann) sind etwas kippelig, wenn man sie nicht in der optimalen Lage hat, z.B. falsch herum bei Wechselatmung oder unter Eis mit dem Gesicht nach oben tauchend - könnte es sein, dass Du beim Maske ausblasen den Kopf sehr weit in den Nacken gedreht hast ?
c.) Ausatemmembran schlägt um wegen seitlicher Strömung durch den Blasenabweiser (Mares Abbys)
beim Lehrgang Strömungstauchen in der Donau habe ich den Kopf gedreht und hatte plötzlich Wasser in der Luft und vor Schreck den Regler verloren, war aber nur knapp unter der Oberfläche.
Am nächsten Tag im Rhein bei Deitenhofen das Gleiche wieder, da kannte ich den Gag aber schon und habe mit der Hand die Strömung dann abgeschirmt. - im See aber unwahrscheinlich
Helmut
Antwort von musher am 31.05.2007 - 21:40 Hallo Nicole,
schön daß es Dir wieder gut geht.
Also an eine Vereisung glaube ich auch mal weniger.
Würde an deiner Stelle auch den Regler überprüfen lassen.
Aber sag mal, seid Ihr gemeinsam mit Eurem Tauchlehrer geplant zum Plansee mit dieser Ausrüstung gefahren?
Stimmt es auch, daß es Dein erster TG in so einer Tiefe war, so wie es am See erzählt wurde?
Du hattest aber doch sicher wenigstens noch eine zweite Zweite Stufe dabei? Aber vermutlich in dem Moment nicht daran gedacht?
Finde es gut, daß Du trotzdem beim tauchen bleiben willst - würde es an Deiner Stelle halt wieder langsam angehen, wenn Du diesen Vorfall wieder verarbeitet hast?
Von den Tauchärzten in der Druckkammer schon eine Freigabe bekommen?
musher
Antwort von superfisch am 31.05.2007 - 12:52 Hallo Nicole,
freut mich dass du alles gut überstanden hast und auch weiterhin tauchen möchtest. Kann es sein dass deine Ausatemmembran defekt/porös ist und du somit beim Anatmen immer auch etwas Wasser mit hineinbekommst? Oder sitzt dein Mundstück nicht mehr richtig an der 2.Stufe?
Grüße Thomas
Antwort von N.T. am 01.06.2007 - 14:23 Hallo liebe Tauch-Kollegen,
vielen Dank, dass ihr mir so viele Tipps gebt und euch zu meinem Fall so zahlreich äußert.
Ich denke langsam auch, dass es keine Vereisung war. Wie viele von euch vermuten, denke ich mittlerweile auch, dass es ein Problem mit dem Atemregler (Verschmutzung etc.) gibt. Mein Atemregler ist einer der neuesten und besten Modelle von Oceanic. Ich hatte auch nur 22 Tauchgänge damit und habe ihn regelmäßig ausgewaschen (insbesondere nach den Tauchgängen im Roten Meer).
@musher: Warst du auch vor Ort am Sonntag? Ich suche den netten Herrn, der mir geholfen hat und sich dauernd um mich gekümmert hat. Kennst du ihn? Ja, wir sind mit mehreren Tauchlehrern und Schülern zusammen da hin und ja, es war mein erster TG in dieser Tiefe. Wir hatten keine zweite Stufe dabei. In der Theorie wurde uns nur gesagt, wenn wir in Erwägung ziehen, Bergseetieftauchen öfter zu machen, sollten wir uns eine 2. Stufe zulegen. Die Theorie war am Freitag zuvor. Ich war Gott sei Dank nicht in der Druckkammer. Der ganze Tauchgang hat von vom Abstieg bis zum Aufstieg an der Oberfläche nur 11 Minuten gedauert und ich habe Gott sei Dank nicht die Luft angehalten.
@superfisch: Ich denke auch, dass der Fehler möglicherweise am Regler mal zu suchen ist. Das Mundstück saß perfekt. Auf einmal kam Wasser rein. Und ich habe erst versucht, unter Wasser damit klarzukommen und als ich bemerkte, dass das nicht geht und das Wasser immer mehr wird, hab ich den Notaufstieg begonnen, nachdem ich meinem Tauchlehrer bescheid gegeben habe.
@suesswassertaucher: vielen Dank auch dir für deinen Beitrag. Ich werde den Regler auf jeden Fall überprüfen lassen. Vielleicht bei einer neutralen professionellen Person?!
@hket: Mein Mundstück war die ganze Zeit fest im Mund und trotzdem kam Wasser rein. Das Problem war, dass ich immer mehr Wasser als Luft "eingeatmet" habe. Beim Atmen hat mein Gesicht eigentlich nach unten gezeigt und alles war in Ordnung. Es hat sich praktisch nichts angekündigt.
Vielen Dank nochmal an alle die hier ihre Beiträge abgegeben haben und noch abgeben werden. Für einen Anfänger wie mich ist das wahnsinnig hilfreich.
Liebe Grüße an alle
Nicole
Antwort von Hammerhead2004 am 04.06.2007 - 13:30 Hallo, Nicole!
Erstmal finde ich es gut, daß Du weiter tauchen möchtest nach diesem Schreck. Da Du Dich ja bereits dazu entschlossen hast den Regler überprüfen zu lassen, sind nur noch ein paar Sachen anzumerken. Vereisen, egal ob erste oder zweite Stufe, halte ich für ausgeschloseen, denn dann bekommst Du nur Luft, und zwar mehr als Du gebrauchen kannst. Wasser hat da keine Chance einzudringen.
Es könnte an der Ausatemmembran gelegen haben. Da reicht ein kleiner Riß, der sich dann während des Tg´s vergrößert, es könnte aber auch ein Riß im Mundstück gewesen sein, egal wo der fehler war, ein Griff zum Octopus hätte vielleicht schon gelangt. Laß bitte beides kontrollieren, und zwar in einem Fachgeschäft.
Generell ist dazu zu sagen: In einem See in unseren Breitengraden ist bei einer solchen Tiefe IMMER mit 2 getrennten Systemen zu tauchen! Daß heißt 2 erste UND 2 zweite Stufen, denn die Temperaturen da unten sind fast immer unter 10°C. Ich persönlich gehe mit keinem Buddy oder Schüler auf diese Tiefen, ohne diese Konfiguration.
Weiterhin viel Spaß beim tauchen wünscht
Alex
Antwort von kwolf1406 am 04.06.2007 - 23:15 Hallo,
mir scheint, dass nicht nur auf ein redundantes System verzichtet wurde, sondern auch auf einen "Oktopus", der wenigstens bei einer Fehlfunktion der 2. Stufe zur Verfügung stehen sollte. Wenn das stimmt, tut es mir leid sagen zum müssen, dass die/der Tauchgruppenführer äußerst leichtsinnig waren. Umso erleichterter sollten wir sein, dass Nicole wohlauf ist!
Antwort von marco_t am 05.06.2007 - 09:10 Hallo Kwolf1406,
nein, Oktopus war vorhanden. Nur leider hat Nicole in der Situation nicht darauf zurückgegriffen.
Wir werden in Kürze die Atemregler überprüfen lassen.
Gruss Marco
Antwort von web_line am 08.06.2007 - 15:13 Hallo zusammen,
ich möchte mich bei Nicole für die Beiträge hier bedanken - ich lese hier mit, um für meine eigenen TG zu lernen und da gerade in diesem Forum viele Gerüchte rumschwirren, waren Deine Erklärungen wirklich gut.
Bei den Antworten hatte ich so meine Probleme. Der Spruch "ist es eigentlich grob Fahrlässig in unseren Gewässern mit nur 1ner Ersten Stufe zu tauchen" ist ein pauschales 0815 Geblubber. Wenn ein Taucher in der Panik nicht mal an den Oktopus denkt (immerhin hatte die 2. Stufe den Defekt), wird er/sie es sicher nicht schaffen das Ventil an der Flasche zu schließen (ich würde gerne mal wissen, wieviele Leute mit 2 ersten Stufen das schaffen oder mit ihrem Buddy üben) und dann umzusteigen.
Nicht die Technik bringt die Sicherheit, sondern der Mensch mit Training und Ruhe (Stoppen, Entspannen, Nachdenken). Das vorhandene Equipment hätte in der Situation locker ausgereicht - der eigene Oktopus oder der eines Partners/TL wäre locker ausreichend gewesen.
just my 2 cents,
Detlef
Antwort von musher am 09.06.2007 - 23:02 Hallo detlef (web_line),
dazu wäre es gut, die Meinung von Nicole zu hören.
Sicher hätte hier in diesem Fall gereicht, wennn sie ihren Oktopus genommen hätte.
Doch sie wußte in dem Moment ja auch nicht, was los war und ihr war ja trotzdem klar, daß sie keinen getrennten anderen Automaten dabei hat.
Sie wie ich es von Ihr vernommen hatte, war ihr bewußt, daß man mit 2 erstenStufen tauchen sollte (zumindestens, wenn man solche TGs öfters vorhat).
Und laut ihren Mann ist sie ja zuerst fälschlicher weise von einem Vereisser ausgegangen.
Könnte also gut sein, daß sie allein bei der Tatsache, sie hätte nen kompletten zusätzlichen Automaten gehabt, anderst reagiert hätte?
Wäre schön, wenn sich Nicole nochmal dazu äußern würde.
Antwort von kwolf1406 am 09.06.2007 - 18:08 @ Detlef: ACK
Dogemen helfen nicht. Man muss einfach wissen, was man tut und wie man sich mit der vorhandenen Ausrüstung helfen kann. Und dazu braucht man Erfahrung und mit der dann auch die Übrersicht wächst. Einen Mindeststandard an Ausrüstung sollte man aber einhalten - durch Nachfragen hier hat sich der ja bestätigt.
Ich würde bei dem beschriebenen Zwischenfall auch nicht so sehr auf die Technik schauen. Auch bei frisch gewarteten Automaten kann mal die Ausatemmembran solcherart versagen, z.B. durch frischen Schmutz. Wichtig ist imho, dass der Taucher solche erlebten oder gehörten Probleme aufgreift, und darüber nachdenkt: "Wie würde ich da richtig handeln". in diesem Fall den eigenen oder fremden Oktopus nehmen und ruhig austauchen. Sicher kann ein Anfänger schon damit überfordert sein - das ist ja auch normal - Automatismen kommen erst mit der Zeit. Aber Mentales Trainig kann helfen, dass Abläufe automatisiert werden: Man muss nicht erst auf den Zwischenfall warten.
Also, dies ist keine Kritik an Nicole - im Gegenteil die Ermunterung, weiter zu machen und vorausschauend kritische Situtionen und deren Bewältigung durchdenken (aber nicht im Wasser, sondern zu Hause!).
Grüße
Klaus
Antwort von web_line am 12.06.2007 - 15:18 Hallo musher, hallo Klaus,
das eine zweite erste Stufe ein zusätzliches Maß an Sicherheit bringt ist unbestritten - zumindest theoretisch (denn wer übt schon das Abdrehen). Aber im konkreten Fall war das nicht das Problem und trotzdem kommt hier sofort der Hinweis "wie kann man nur ohne zweite 1. Stufe tauchen"...
Die Übernahme des Oktopus vom Tauchguide hätte die Situation eigentlich entspannen müssen (schon auf 36m, spätestens auf 16m) - aber die Schußfahrt ging weiter.
Es sind als zwei Probleme aufgetreten, die beide nicht mit technischen Mitteln zu beheben waren - auch nicht mit drei ersten Stufen.
Ansonsten simme ich Klaus absolut zu - er hat das gut auf den Punkt gebracht.
Liebe Grüße,
Detlef
Antwort von marco_t am 13.06.2007 - 12:54 Liebe Taucher, nachdem sich hier so viele konstruktiv zu Wort gemeldet haben – dafür lieben Dank - noch eine paar Anmerkungen unsererseits:
Wir haben die zweite Stufe überprüfen lassen: Alles in Ordnung. Also daran kann es nicht gelegen haben – wobei der Atemwiderstand wohl sehr leicht eingestellt war. Dies führt wohl leichter zu einer evtl. Vereisung. Das der Atemwiderstand bei Tauchgängen in kalten Gewässern etwas fester zugedreht werden muss, war uns nicht bewusst.
Es ist wohl definitiv so, dass die Stufen vereist waren – wie genau ist sicher nicht mehr nachvollziehbar. Klar ist, dass die 1. Stufe abgeblasen hat (der Tauchlehrer hatte diese daher auf dem Weg nach oben noch abgedreht). Vielleicht war auch die 2. Stufe am vereisen, hat abgeblasen und dadurch ist Wasser in den Mundraum gekommen. Wir wissen es nicht genau – aber es wäre zumindest eine Erklärung.
Wir haben insgesamt 28 Tauchgänge, davon 6 in der Ausbildung und 22 in Ägypten (Dahab).
Es war unser erster Tauchgang in einem „richtigen“ See (nichts gegen den Ilseesee bei Königsbrunn ). Auch war es unser erster Tauchgang in einem so kalten Gewässer (6 Grad). Der gerade neu erworbene Halbtrockenanzug wurde das erste Mal genutzt (mit Shorty unter dem Halbtrocki). Der Tauchgang fand im Rahmen einer Ausbildung „Tieftauchen“ statt.
Es ist wohl auch so, dass man nicht gleichzeitig einatmen und tarieren sollte – das dies wohl auch eine etwas erhöhte Gefahr der Vereisung nach sich ziehen kann. Auch dies war uns nicht bewusst. Daher kann es gut möglich sein – bzw. es ist sogar sehr wahrscheinlich – das gleichzeitig geatmet (mit geringem Luftwiderstand s.o.) und tariert wurde.
Ich denke, dass eine zweite erste Stufe insoweit nicht geholfen hätte, da wir damit hätten nicht umgehen können. Alles muss man erstmal lernen. Auch das die alternativen Luftversorgungssysteme nicht genutzt wurden, war sicher eine Kombination aus Panik und Unerfahrenheit. Dies gilt es nun zu üben und zu üben und zu üben.
Zu dem Unglück haben viele (negative) Faktoren beigetragen. Jeder Beteiligte muss für sich selber verantworten, welchen Baustein er zu dem Vorfall beigetragen hat. Natürlich hat jeder dazu seine eigene Meinung und meistens sind ja die anderen verantwortlich. Das ist der beste, weil einfachste Weg.
Wir sind froh, dass insgesamt doch wenig passiert ist (zumindest körperlich). Auch wollen wir weiter tauchen. So schnell wie möglich. Aber erstmal ruhig angehen lassen und vielleicht in Ägypten wieder etwas „Sicherheit“ holen.
Bedanken möchten wir uns bei allen „Redakteuren“ für die Anmerkungen – gerade die unterschiedlichen Meinungen und Ansichten haben sehr geholfen.
Einen Tipp möchte ich an alle Taucher geben, die wie wir das erste Mal in einem so kalten Gewässer sind. Es ist definitiv anders als im sonnigen Süden und mit 2 Tauchanzügen, Handschuhen, Haube etc. kommt man sich das erste Mal wie ein Michelin-Männchen im Halbdunkeln vor. Auch wenn alles gut im Urlaub geklappt hat, sollte man noch mal schauen, ob bei 6 Grad auch noch alles so gut funktioniert.
Viele Grüße und Vielen Dank
Marco
Antwort von gunther am 13.06.2007 - 13:33 Hallo Marco,
danke für diese gute Zusammenfassung. Ich denke es ist auch ein geeignetes Schlußwort.
Gunther
Antwort von musher am 13.06.2007 - 20:58 Hallo Marco,
schön, daß Du Dich nochmal zu Wort gemeldet hast.
Gebe Dir ganz recht, daß noch kein Meister vom Himmel gefallen ist und finde es gut, daß Ihr den Mut habt hier zu schreiben.
Aber doch noch ein paar Anmerkungen.
Gerade zum "testen" neuer Ausrüstung ist der Ilsesee garnicht so schlecht. - sicher kommt er nicht an die Qualität vom Plansee.
Und gerade, weil es eine Ausbildung war, hätte doch der Tauchlehrer Euch im Voraus auf einiges hinweissen sollen.
Daß man eben bei solchen TGs zwei erste Stufen verwendet - und zwar auch so, daß man im Normalfall eine erste Stufe zum atmen hernimmt und die Andere zum tarieren (=kein Vorwurf gegen Euch - sondern eben dem Tauchlehrer gegenüber) - dann ist es auch nicht mehr so schlimm, gleichzeitig zu tarieren und zu atmen.
Vielleicht habt Ihr auch Gelegenheit im Bad (oder sonstwie im Freiwasser) zu trainieren?
Könnt ja mal versuchen, aus nem Automaten zu atmen, bei dem Ihr gleichzeitig während der Atmung die Munddusche betätigt, um ein Gefühl zu bekommen, wie es ist, wenn der Automat abbläßt.
trotzdem wünsche ich für die Zukunft schöne und unfallfreie TGs
musher
Antwort von N.T. am 14.06.2007 - 13:22 Liebe Mittaucher,
vielen Dank nochmals für eure konstruktiven und wirklich sehr anregenden Beiträge.
Wie mein Mann bereits gesagt hat, spielen hier wohl wirklich viele Faktoren eine Rolle. Mir war auch ein paar Tage nach dem Unfall klar, dass ich den Oktopus oder auch meinen Buddy hätten nutzen können. Aber was soll ich als Anfängerin dazu sagen, außer dass die Panik mein Gehirn ausgeschaltet hat und meine einzige Möglichkeit, an Luft zu kommen, dort oben an der Wasseroberfläche war. Marco und ich werden das Vertrauen zum Buddy auf jeden Fall in nächster Zeit verstärkt üben.
Noch während des Panikaufstiegs waren mir auch die ganzen kleinen Details aus der Ausbildung bewußt (erst ausatmen, nachdenken, fortfahren; kein schneller Aufstieg etc.). Ich kann nur erklären, was in mir vorging: Ich habe an diese Details gedacht, doch in dem Moment als ich die Gedanken zu Ende gedacht habe, hat mein Gehirn sie gleich wieder verworfen, weil die Panik wieder Überhand hatte.
Ich bin mir sicher, dass, wenn mir das mit 300 oder 400 TG´s passiert wäre, ich sicherlich anders reagiert hätte. Daher sieht man mal wieder, dass Brevets gar nichts, Erfahrung dafür aber alles ausmachen. Mein Ziel ist es, so schnell wie möglich ins Wasser zu kommen, um diesen Knoten aus meinen Gedanken zu bekommen. Und dann zu üben und die Fertigkeit und Souveränität zu bekommen.
Wir danken euch allen für eure Beiträge und Wünsche und hoffen, dass wir uns mal irgendwie, irgendwo, irgendwann unter Wasser begegnen.
Viele liebe Grüße
Nicole
Antwort von scuba_steffi am 16.06.2007 - 00:54 Hallo Nicole, zunächst mal finde ich beruhigend, dass dir nichts weiter passiert ist und auch sehr gut erklärt, was während einer Panik abläuft. Davor ist auch ein Taucher mit viel mehr TG nicht zwangsläufig gefeit.
Aber trotzdem finde ich es schon etwas fahrlässig von eurem Ausbilder, dass er euch mit einer 1. Stufe, neuer Ausrüstung und offensichtlich mangelhafter Ausbildung
Zitat:
" Ich denke, dass eine zweite erste Stufe insoweit nicht geholfen hätte, da wir damit hätten nicht umgehen können. Alles muss man erstmal lernen. Auch das die alternativen Luftversorgungssysteme nicht genutzt wurden, war sicher eine Kombination aus Panik und Unerfahrenheit."
in diese Tiefe gelassen hat.
Ich finde, dass ist der Punkt, der zum Unfall führte. Haben vorher nie Übungen stattgefunden, wie bei einem Versagen der Luftversorgung vorzugehen ist?
Euch mit neuer Ausrüstung, der nichtvorhandenen Erfahrung in diesen Tiefen in Kaltwasser und nicht doppelter Ausrüstung in diese Tiefe zu lassen und dabei anscheinend noch so weit weg zu sein, dass er dich nicht sofort festhalten konnte....das finde ich schon fahrlässig, das hätte zu deinem Tod führen können. 36m im See ist für mich sehr tief und gehört sehr gut geplant und erst mit entsprechender Ausbildung und Erfahrung durchführbar. Da muss man sich rantasten.
Auf jeden Fall finde ich sehr gut, dass du weiter tauchen willst, mach es ruhig im See, aber taste dich sehr langsam an tiefere TG heran. Ich würde nun zunächst auf <10m bleiben und bei jedem TG Übungen mit einbeziehen, dann kommt auch das Sicherheitsgefühl zurück. Ich wünsche dir noch viele, viele schöne Tauchgänge!
Drei zufällige Tauchlinks: SERGIO SARTA JOURNALIST AND UNDER.. Colour and Black and White underwater photos Diveteam Marlin Iedereen die informatie wil, is ... van harte welkom ... op de trainingsavond. Tauchsimulator ZH-L16 Tauchsimulator für Excel 97/2000, Tauchgänge mit Luft und Nitrox können simuliert werden. Gutes Tool für die Ausbildung!
Delfine in Not: Massaker in .. (13.10.2008)
Japan schlachtet Tausende Delfine
Blutig es Massaker in Japan
Völlig Resistent gegenüber Protesten internationaler Umweltschutzorganisationen (mehr) Queen kämpft für die Haie (13.10.2008)
Queen und Paul Rodgers schließen sich mit Hai-Forschern zusammen
um Stop der Massen-Abschlachtung von Haien zu erreichen.
Brian May, Gitarrist von Queen und Paul Rodgers, (mehr) Ein-Tauchen in Papua-Neuguin.. (13.10.2008)
Tauchträ ume aus dem Hause Lagona Travel
Das Tauchreisefinderteam von Lagona Travel war wieder für Sie in der
Welt unterwegs und hat neue Reiseideen mitgebracht. (mehr)
Lufthansa (10.10.2008) Die Urlaubszeit sollte die schönste zeit des Jahres sein, doch dann darf man nicht mit der Lufthansa fliegen und schon gar kein Taucher sein der seine eigene Ausrüstung mit nimmt. (mehr) Lauda Air (29.09.2008) Im August Wien...Marsa Alam Da schon im Frühjahr gebucht waren 10 KG Tauchgepäck frei. Hin und Rückflug pünktlich..in Wien sogar 20 Minuten zu früh zurück. Personal am Boden sowie in der Luft (mehr) Air Malta (24.09.2008) Als wir am 10.9.2008 2 Stunden vor Abflug beim CheckIn stehen um für den direkt bei MaltaAir gebuchten Flug mit Tauchgepäck einzuchecken, meint der Mann am CheckIn – „Sie wollen auch noch mit, die (mehr)
Roger Tours Wallertheim (12.10.2008) Heute möchten wir auf diesem Wege ein paar Worte zum Reiseveranstalter RogerTours aus Wallertheim los werden. Eigentlich hatten wir eine Reise nach Bali gebucht, haben uns aber 4 Wochen vorher (mehr) WorldwideDiving, Freiburg (11.10.2008) WorldWideDiving ist ein Reiseveranstalter für Tauchreisen in Freiburg. Ich habe Manfred Seitz 2003 kennengelernt als ich in seinem Tauchshop meine erste Tauchausrüstung gekauft habe. Ich habe meine (mehr) Tauchertraum.com (11.10.2008) Immer wieder TAUCHERTRAUM !!! wie auch im letzten Jahr war auch diesmal für unsere zweite YAP/PALAU-Reise im August/ September 2008 der TAUCHERTRAUM erste Wahl ! Trotz diverser Probleme mit der (mehr)