Tauchumfall in Berg am Starnbergersee, Bayern Abgesandt von wrack-uli am 21.08.2003 - 08:15:
Gestern Abend erlit ein Taucher einen Tauchunfall in Berg . Näheres nicht bekannt
Antwort von Toni am 21.08.2003 - 08:58 Was ich gerade in den Nachrichten gehört habe:
Taucher (27) bei einem Tauchgang mit seinem Freund verunglückt. Tauchtiefe betrug -70m. Warum er starb ist noch unklar.
Antwort von Weltverbandsvorsitzender am 21.08.2003 - 09:01 in Berg?
dann hat er auch eine schöne Strecke zurückgelegt.
Ab 40m Tiefe wird´s flach.
Antwort von Jörg am 21.08.2003 - 09:19 Der Tauchunfall hat sich in der Nähe der Steilwand (Wasserwacht) ereignet. Ich war einige hundert Meter entfernt davon, als der erste Rettungshubschrauber eintraf. Am Unfallort selbst war ich nicht, kann deshalb auch nur vom Hörensagen berichten.
Folgendes soll geschehen sein:
Zwei TEC-Taucher hatten ein in größerer Tiefe, bis dato unbekanntes, liegendes Schiffswrack vermessen. Beim Aufstieg muss einer der beiden einen Hustenanfall (aus nicht bekannten Gründen) erlitten haben und deshalb viel zu viel seines Heliox-Gemisches verbraucht haben. Als dieses, und das seines Tauchpartners, aufgebraucht war, blieb ihnen wohl keine andere Wahl als auf ihr noch vorhandenes Nitrox umzusteigen. Jedoch war wohl für die zu diesem Zeitpunkt erreichte Tiefe der Stickstoffanteil immer noch so hoch, dass derjenige, der zuvor den Hustenanfall gehabt hatte, ohnmächtig wurde. Sein Tauchpartner, der wohl zu diesem Zeitpunkt bereits selbst hart an der Grenze war, hatte keine Möglichkeit mehr seinen Partner zu retten, schaffte es selbst nur noch mit Mühe und Not die Oberfläche zu erreichen. Er wurde dann auch später in die Decokammer geflogen.
Zufällig anwesende TEC-Taucher haben dann die Bergung auf ca. 60 Meter Tiefe vorgenommen. Der Taucher war aber bereits tot. Sie ließen diesen deshalb dann zur Oberfläche steigen und begannen selbst mit ihrem langen Aufstieg.
Ob die Sache sich so tatsächlich ereignet hat, kann ich nicht beurteilen, aber so wurde es mir berichtet.
Antwort von René am 21.08.2003 - 10:00 Äh, ich bin beim Thema Tec-Diving nicht so drin: Kann vielleicht mal jemand kurz erklären wann man bei so einem TG welches Gas nimmt?
Antwort von Uli am 21.08.2003 - 10:28 Was mich, falls der Hergang wirklich so war wundert, ist, dass die Ohnmacht aufgrund des zu hohen Sticksstoffanteils aufgetreten sein soll. Da sie ja mit Nitrox aufgetaucht sein sollen, weil das Heliox aus war höhrt sich das eher nach einen Krampf durch den zu großen Sauerstoffpatialdruck an.
Mein Beileid den Angehörigen und Freunden. Und seinem Tauchpartner gute Besserung und vollständige Genesung.
Antwort von Oliver am 21.08.2003 - 11:05 Hmmmmmm....
also mir ist da einiges nicht sooo klar....
wie sich durch einen Hustenanfall das KOMPLETTE Gas aufbrauchen soll (beim Aufstig) ist mir ein wenig rätselhaft.....warum dann das Gas des Partner`s nicht gereicht hat ebenso...es sei denn, die haben ihre Planung geschätzt und sich dabei eben ver-schätzt.
Für einen TG auf so 60m passt als erstes Dekogas 50/15 ganz gut...das ist ab 21m atembar bei 1,6 bar ppO2...das hätten ja dann beide ausreichend dabei...wie sich jetzt BEIDER Tiefengase beim Aufstieg völlig aufgebraucht haben und die immer noch nicht auf 21m waren, denn irgendwann werden die ja wohl bemerkt haben, daß es ein wenig knapp wird, ist mir rätselhaft.....
Wäre Klasse, wenn es dazu mehr Infos geben würde.....
Oliver
Antwort von Nuckelchen am 21.08.2003 - 19:10 @ Rene:
Servus René,
wie du siehst, ist das mit dem Tec-Diving ganz einfach: man schätzt wie tief man gehen will und mischt sich dann aus der einen Flasche Sauerstoff und der anderen Stickstoff entsprechend zusammen, dass das irgendwie passt. Vielleicht ein bisschen weniger Stickstoff, denn: wie du siehst, kriegt man davon leicht Husten und das steigert dann den Verbrauch ins unermessliche...
Wenn man UW-Kommunikation eingebaut hat, so Walky-Talky, weißt schon!, dann nimmt man noch ´nen ordentlichen Schluck Helium aus der dritten Flasche vom Gasmann dazu, damit sich dass dann besser anhört.
Aber du solltest nicht vergessen, dir einen Trimix-fähigen Tauchcomputer zu kaufen, auf dem kannst du dann alles ablesen, was du machen musst: einfach nur "Trimix" und die geschätzte Mindesttiefe (so ab 70m) eingeben und der piept dann schon, wenn er dir was sagen will...
So, und nun viel Spass beim selber ausprobieren!
Dein Nuckelchen.
Antwort von blub am 21.08.2003 - 19:40 nennt man das den schweizer humor du penner
Antwort von Michael 2 am 21.08.2003 - 21:38 @Nuckelchen!
Glaube das ist verdammter Bullsch... was du da bringst, weil keiner weis was da los war. Ich glaube das waren zwei supertaucher die wussten was sie machen,die haben das auch richtig geplant denke ich doch, glaube das dieser TU eher mit mehr tragig behaftet ist, aber was weis man, es ist wieder ein taucher ums leben gekommen, darum mein Beileid an die Hinterbliebenen und dem anderen taucher gute Besserung.
Michael 2
Antwort von Alex am 21.08.2003 - 22:54 Die Darstellung des Unfalls durch "Jörg" ist im Wesentlichen korrekt. Es waren beides erfahrene TEC-Taucher und beide hatten etwa doppelt soviel Trimix dabei, wie für den TG notwendig war. Allerdings hat es schon vorher Probleme gegeben, so hatten wohl beide Vereisung an den Automaten. Leider läßt sich so ein 80m-Trimix-Dive nicht so einfach abbrechen. Der Hustenanfall des einen hat dann wohl das Fass zum Überlaufen gebracht...Jedenfalls sind sie mit Trimix und zuletzt wohl Oktopus-Atmung auf ca. 52m gekommen, mußten dann auf Nitrox wechseln. Dann trat plötzlich Bewußtlosigkeit des einen Tauchers ein. Keine Chance, da konnte der Kamerad Ihm nicht mehr helfen, mußte Ihn treiben lassen... Ob O2-Intox oder N2-Narkose? Unbekannt, jedoch beides denkbar. Der Überlebende ist körperlich wohlauf. Ist mit 0 bar in allen Flaschen an die Oberfläche gekommen!!! Hat Riesenglück gehabt, dass er noch lebt. Der Rest war einfach ein tragisches Geschehen...
Antwort von fundiver am 22.08.2003 - 07:22 Bericht der SZ vom 22.08.03 (der leider auch nichts genaueres hergibt):
Berg: Ein 27-jähriger Taucher aus Olching ist am Mittwochabend am Ostufervor Allmannshausen tödlich verunglückt. Der Mann befand sich in 82 Meter Tiefe, als er einein eine Atemkrise geriet, berichtet die Polizei.Durch das heftige Atmen verbrauchte er seine Atemgasreserven. Sein Partner aus Egmating versuchgte ihm zwar noch zu helfen, indem er ihm sein Mundsrück zur Wechselatmung anbot, doch zuletzt musste er den 27-jährigen in 70 Metern Tiefe zurücklassen,um sein eigenes Leben zu retten. Die Starnberger wasserwacht konnte den Verunglückten schließlich nur noch tot bergen. Der Egmatinger wurde in die Druckkammer im Klinikum Murnau gebracht.
Zitat Ende.
Antwort von Daniel am 22.08.2003 - 10:31 Erst einmal mein herzliches Beileid an alle Angehörigen. Dies ist aus meiner Sicht ein wirklich tragischer Unfall.
Wenn es stimmt was Alex schreibt, das BEIDE Vereisung an den Automaten hatten, würde mich (zu Vermeidung weiterer ähnlicher Unfälle) natürlich besonders interessieren, wo die Gase (bzw Luft zum Auftoppen) gefüllt wurden (wegen evtl. Feuchtigkeit, da es ja BEIDE betroffen hat), bzw. welche Automatentypen Sie benutzten.
Weiss hier jemand mehr?
Gruß
Daniel
Antwort von Tom Karch am 22.08.2003 - 11:30 Icr könnt mich jetzt ruhig steinigen für den Kommentar, aber nach allem, was ich hier gelesen habe, hat das NICHTS mit Tragik sondern vielmehr mit Inkompetenz zu tun. Tragisch ist nur, daß deswegen jemand sterben mußte, aber es fällt mir dennoch recht schwer, echtes Mitleid aufzubringen.
Antwort von UdoMuc am 22.08.2003 - 11:37 Darf ich mal eine Frage stellen:
Warum lasse ich jemanden zurück, was ein sicheres Todesurteil bedeutet? Warum blase ich nicht mit dem (letzten) Rest das Jacket/Wing auf, da besteht doch zumindest noch ein Quäntchen mehr Überlebenschance? Besser nur zu 99,9% tot als zu 100%? Gibt es etwas, was ich bei diesen Überlegungen übersehen habe?
Antwort von marco am 22.08.2003 - 11:59 @tom: warum?
Antwort von dieter am 22.08.2003 - 12:22 erst mal möchte ich mein Beileid den Angehörigen ansprechen
scheinbar unterliegen immer wieder einige Tauchkameraden dem Irrtum, dass ein Vereisen des Automaten durch eine gute Füllstation und entsprechenden Automaten verhindert werden kann.
dies ist jedoch nicht richtig. bei Wasser in der Nähe des Gefrierpunkts kann es durch die im Automaten stattfindende Drosselung und dadurch weitere Abkühlung auch bei der besten Füllstation und dem besten Automaten immer zu einer Vereisung kommen, insbesondere bei tiefen und anstrengenden TAuchgängen und entsprechend hoher Lieferleistung.
dieses sollte man bei der TAuchgangsplanung in kalten GEwässern immer berücksichtigen, da der Luft- bzw. GAsvorrat durch einen abblasenden Automaten sehr schnell zu Ende gehen kann.
z.B. kann bei einer Luftlieferleistung von 1000 Ltr./min eine volle 10-Liter-Flasche in lediglich 2 Minuten geleert werden.
auch ein Abdrehen des abblasenden Automaten müsste dabei sehr schnell geschehen. mit durch die Kälte klammen Fingern und bei Dunkelheit kann das durchaus Minuten dauern, man vergleiche hierzu mal die oben genannten 2 Minuten für die Entleerung der Flasche.
Antwort von Tom Karch am 22.08.2003 - 12:28 Immer unter dem Vorbehalt, daß keine wirklich 100% konkreten Fakten vorliegen:
Was muß ich anstellen, daß mir und meinem Buddy die Automaten vereisen?
Wenn ich durch solches Vereisen eine nicht unerhebliche Menge Gas verloren habe, warum breche ich dann den TG nicht ab ?
Beim Vereisen eines Lungenautomaten KANN ich andererseits aber eigentlich gar nicht soo viel Gas verlieren, denn ich drehe ja dann das Ventil zu. Selbst wenn das eine ganze Minute dauert, kann das den Gasvorrat nicht so tangieren, daß ich "Out of Gas" komme.
Wie muß deren Gasplanung ausgesehen haben, daß Sie es schaffen konnten, die Flaschen auf Null runterzuatmen ?
Warum hatten beide nichts mehr im Rückenpaket und nicht nur der Taucher, welcher das eigentliche Problem hatte ?
Wie gesagt, viele Mutmassungen, aber dennoch riecht das ganze nach einer Verkettung von Fehlern der beiden Taucher.
Antwort von andreas am 22.08.2003 - 12:29 Dieter: BS! abgedreht ist gleich einmal!!
Erzähl` doch mal Einer, dass ein Gerät am Ende oder mitten im TG abblasen anfängt!
Antwort von Matthias am 22.08.2003 - 12:35 Auch ich war in der Nähe als der Tauchunfall passierte und möchte deshalb auf die Antwort von "Tom Karch" und "UdoMuc" eingehen:
Es ist sichergestellt, dass der Unfall nichts mit "Inkompetenz" zu tun hatte. Es handelt(e) sich um zwei sehr erfahrene TEC-Taucher die mit erheblichen Sicherheitsreserven gearbeitet haben. Dies hat auch schon "Alex" dargestellt. Wir sollten uns alle immer darüber im Klaren sein, dass wir beim Tauchen uns immer in Grenzbereichen bewegen und deshalb auch mit unkalkulierbaren, und nicht mehr kontrollierbaren, Risiken rechnen müssen. Das ist tragisch, aber hier leider geschehen.
An "UdoMuc" möchte ich folgendes sagen: Ich gebe Dir recht, dass ein Aufsteigen lassen des Tauchpartner beim normalen Sporttauchen das geringere Übel gewesen wäre. Beim TEC-Tauchen, in diesen Tiefen, mit der dort vorhandenen Gewebesättigung voller Helium, sieht das vollkommen anders aus.
Die TEC-Taucher, die später den Toten geborgen haben, haben auch genau das, was Du vorschlägst, getan. Aber nur deshalb, weil sie sicher waren, dass er bereits tot sein musste. Den Grund dafür konnte man dann an der Oberfläche erkennen. Der Tote kam förmlich "aufgeblasen" nach oben und ihr könnt das Euch das wirklich im wortwörtlichen Sinne so vorstellen.
Es bleibt abzuschließen, dass es sich um eine schreckliche Tragödie handelt.
Den überlebenden Taucher trifft keinerlei Schuld. Er hat sich in seinem verzeifelten Bemühen um seinen Tauchpartner und Freund fast selbst getötet.
Den Freunden und Angehörigen des Verstorbenen kann man als Trost nur sagen, dass Tauchen sicherlich die Erfüllung seiner Träume war.
Antwort von Weltverbandsvorsitzender am 22.08.2003 - 12:36 ja das hatten wir an der Steilwand schon öfter. Daher auch kein Problem für uns.
Mit dem Kugelventil von $ war es schnell behoben, der TG konnte fortgesetz werden.
Antwort von Herbert am 22.08.2003 - 13:12 @Matthias: es bleibt trotzdem mein Gefühl dass die Gasplanung reichlich optimistisch ausgelegt war. Selbst die oftmals angewendete 1/3 Regel geht doch von zu optimistischen Gegebenheiten aus. Sollte ein Partner wirklich seinen kompletten Gasvorrat verlieren, MUSS die Planung so aussehen dass beide mit dem verbleibenden Vorrat, auch unter hohen Stressbedingungen, sicher und problemlos die erste Stufe zum Gaswechsel erreichen. Auch wenn die Hustenanfälle und der Stresspegel zu einem extremen austauchen geführt haben und beide nicht mehr klar im Kopf waren - der Gasvorrat darf bei solchen Tauchgängen nicht das letzte Körnchen sein um das Fass zum Überlaufen zu bringen.
Antwort von Max am 22.08.2003 - 13:36 Erklär mir mal bitte warum die Drittel Regel nicht ausreichend ist ? So gelernt und immer gut damit gefahren.
Antwort von Herbert am 22.08.2003 - 13:43 Mit der 1/3 Regel bist du doch maximal als Solotaucher "einigermassen" gerüstet. Überlegt doch mal: du tauchst ruhig, entspannt bis ein Drittel deines Vorrates aufgebraucht ist. Genau am Wendepunkt treten die Probleme auf, dein Partner verliert warum auch immer seinen Gasvorrat, und jetzt dürft Ihr unter Stressbedingungen und deutlich erhöhtem AMV jeder genau das Drittel für den Rückweg verbrauchen das vorher unter ruhigen Bedingungen ausgereicht hat. Wie soll das funktionieren ??? Würde mal sagen unter wirklichen Stressbedingungen mit dem darauf folgenden Atemfrequenzen reicht das gerade mal für dich selbst, aber never ever für beide Taucher !! Und ein Unfall wegen einer solchen Planung wäre eine krasse Fehlplanung; egal ob erfahrener Taucher oder Anfänger !!
Antwort von Jan am 22.08.2003 - 13:56 Eine Frage drängt sich mir bei der ganzen Sache auf:
Es wurde mehrfach behauptet, daß es sich um "erfahrene TEC-Taucher" gehandelt hat.
Welche Erfahrung hatten die beiden denn nun wirklich, womit wird die Aussage "erfahrenen TEC-Taucher" begründet?
Du hast sicher recht, wenn es um kolbengesteuerte Autmaten geht. Hier kann Wassser, das von aussen kommt, im Automaten gefrieren.
Membrangesteuerte Automaten (deshalb meine Frage nach dem Typ) können meiner Meinung nach nur durch sogenannte "innere Vereisung" blokieren. Dazu ist aber feuchte Luft notwendig. Ich habe hierzu testweise mal an der Oberfläche meine Apeks Automaten (mebrangesteuert) auf MINUS 15 Grad durch Luftduschendrücken abgekühlt. Die Luft in den Flaschen war offenbar trocken und es gab keinerlei Vereiser, obwohl die Automaten aussen schon eine dicke Raureifschicht hatten.
Besonders merkwürdig kommt mir auch vor, dass BEIDE Partner Vereiser hatten, aufgrund dieser Korrelation liegt ja der Verdacht auf feuchte Luft nicht so fern.
Liege ich hier richtig??
Gruß
Daniel
P.S. Ich hatte auch mal im Starnberger See mit einem $-Automaten (kolbengesteuert) eine Vereiser und bin deshalb auf Mebranautomaten gewechselt..
Antwort von Jan am 22.08.2003 - 14:01 Hmm, hier ja wohl ganz offensichtlich das Gas nicht ausgereicht, obwohl ein direkter Aufstieg (also ohne "Rückweg") möglich gewesen wäre. Demnach hätten beide zum Erreichen des ersten Dekogases (in einer vollen Stage) noch mindesten 2/3 ihrer Bottomgasmenge haben müssen.
Oder waren die beiden tief im Wrack, als die Probleme auftraten?
Antwort von Herbert am 22.08.2003 - 14:11 Jan, lies dir meinen Beitrag von weiter oben durch. Mit 2/3 unter diesen bedingungen kommst du nicht mehr sicher hoch. Sollte so geplant worden sein, wäre dies der Hauptfehler gewesen.
Antwort von Daniel am 22.08.2003 - 14:18 Agenommen (Spekulation), feuchte Luft wäre Ursache des angeblichen Vereisens gewesen. Dann machen 2 erste Stufen auch nicht richtig Sinn, weil die zweiter erste Stufe (nach dem Abdrehen der Ersten) nun natürlich, gerade unter Stressbedingungen und Tiefe, auch sofort vereist. Wenn Dein Buddy dann auch die selbe feuchte Luft hat, setzt sich dann das Problem bei Ihm fort...
Was macht man in einem solchen Fall?? Ein Extremvorschlag wäre Doppelflasche mit absperrbarer Brücke und beide Flaschen bei jeweils unterscheidlichen Läden füllen lassen. macht jemand so etwas??
Wäre wirklich an einer Antwort interessiert.
P.S. Trotzdem tauche ich natürlich mit zwei getrennt absperrbaren ersten Stufen..
Gruß
Daniel
Antwort von deepie am 22.08.2003 - 14:43 ich lese oft in diesen Forum und ärgere mich über so manchen Komentar aber
@Nuckelchen:wenn jemand schon zugibt nicht so fit in dem Bereich zu sein, finde ich es einfach sch... sich über ihn lustig zu machen, auch noch bei einem Thema, bei dem es einen Menschen das Leben gekostet hat. @Rene:sie mal im Forum Tek-Dive nach da kannst du sicher etwas zu deinen Fragen finden oder es kann dir einer in diesem Forum erklären, der mehr Ahnung davon hat als ich.
Antwort von Mystus Mysterius am 22.08.2003 - 15:18 @Daniel,
es besteht ja auch noch die nicht so selten auftretende Möglichkeit der Vereisung der ZWEITEN STUFE, die nur im geringen Maße durch feuchte Gase beeinflußt wird. Die Frage sollte eher lauten: Warum verwenden die meißten "Tieftaucher" Doppelflaschen mit getrennt absperrbaren Ventilen, wenn diese nicht in der Lage sind diese auch im Notfall selbständig bedienen zu können?
Einer Vereisung der zweiten Stufe ist derzeit noch mit nichts Zuverlässigem entgegenzuwirken.
Warum hat der Verunfallte einen Hustenanfall bekommen? Waren es physiologische oder technische Probleme?
Antwort von Daniel am 22.08.2003 - 15:32 @ Mystus Mysterius:
Du hast sich recht, dann wäre aber das Auftreten des Vereisens bei BEIDEN Partnern SEHR unwahrscheinlich (die Wahrscheinlichkeiten multiplizieren sich bei unabhängigen Ereignissen ja). Wenn dagegen eine gemeinsame Ursache (wie die selbe Füllstation mit feuchter Luft) zugrunde liegt, ist die Wahrscheinlichkeit des nahezu GLEICHZEITIGEN Auftretens SEHR viel größer.
Außserdem gehe ich bei dem oben genannten Erfahrung der Taucher davon aus, dass sie sich selber (oder Ihr Partner) die Ventile zudrehen konnten. Dies hätte bei trockener Luft und /oder Vereisung der zweiten Stufe geholfen.
Deshalb scheint mir (Totaler Atemgasverslust) das Vereisen BEIDER ERSTER Stufen nicht unwahrscheinlich.
Gruß
Daniel
P.S ich übe das Zudrehen der Ventile regelmäßig und ich finde es eigentlich kein großes Problem.
die Vereisung ist nicht nur feuchtigkeitsabhängig, sondern steht auch in Bezug auf die Strömungsgeschwindikeit innerhalb des Systems und dem Faktor Zeit (Einwirkungsdauer).
Beim Abblasen des "Hauptautomaten" und absperren des betreffenden Flaschenventils mit anschließendem Umstieg auf den "Reserveautomaten" und vernüpftigerweise Einleitung des sofortigen kontrollierten Aufstiegs sollten zwei Automaten nicht gleichzeitig vereisen.:o
Möglicherweise war einfach die Atemfrequenz beider Taucher sehr hoch, da die Schwimmstrecke von der erreichten Tauchtiefe bis zur Steilwand schon eine recht lange ist und die Einhaltung der Runtime u.U. durch die lange Strecke für beide Taucher gefährdet war (Möglicherweise?). Daraufhin wurde das Schwimmtempo erhöht und es kam zu einer Vereisung der zweiten Stufe (hohe Atemfrequenz = Hohe Luftlieferleistung !!)
Was nun letztendlich der Grund für diese Tragödie war wird sich möglichweise herausstellen.
Generell: Mit Vereisung MUSS immer gerechnet werden- darum auch die notwendigen Sicherheitsübungen.
Antwort von Michael am 22.08.2003 - 20:40 @ Mystus Mysterius:
Zum Thema Vereiung des Automaten gibts für mich momentan nur eine Möglichkeit um dies mit größtmöglicher Sicherheit zu verhindern. Benutze einen Zweischlauchautomaten.
Antwort von Stefan am 23.08.2003 - 00:18 Bla bla bla, tauche einen Zweichschlauchatomaten, am besten Dräger oder noch besser Mistral vielleicht schon mal gehört oder selber getaucht ?
gibt am besten Luft mit einer Tragschale und einer Haihaut wenn Mann/Frau soviel Blei hat das man auf ca. 10m neutral tariert ist. Den Rest erledigt die Physik.
Die Spekulation wann wo was und warum vereist oder auch nicht ist, oder welche Luftregel hier befolgt wurde, ist wohl angesichts des Ausgangs dieses Tauchgangs relativ überflüssig.
Antwort von Alex am 23.08.2003 - 00:31 Viele Spekulationen...
Tatsachen: 1)Jeder Automat kann grundsätzlich vereisen!!! Gebt lieber den Tauchschein ab, wenn das einer noch nicht kapiert hat. 2)Die zwei TECs habe das beherrscht, d. h. sie haben die Automaten für jeden Atemzug auf- und zugedreht, hier haben sie kaum Luft verloren. 3)Sie hatten unter Beachtung !aller! Sicherheitsregeln doppelt(!!!) so viel Luft dabei, wie für die Mission notwendig war. 4)Die Ausrüstung war top (Hochleistungsautomaten, voll redundant, etc.) 5)Wer die Idee hat, bei einem Helium-Dive nach oben durchzukacheln, wenns Probleme gibt, dem empfehle ich zur Eingewöhnung einen Sprung aus dem Flugzeug ohne Fallschirm = selber Effekt! 5)Wenn Du ein Problem unter Wasser hast und die Task-Load zu hoch wird, d. h. Streß, kannst Du u. U. statt 20-30 l/min AMV plötzlich das doppelte bis vierfache verbrauchen. Das ist kaum kalkulierbar. Alles ist eben nur bis zu einem gewissen Grad beherrsch- und kalkulierbar. Also vielleicht ein wenig mehr Zurückhaltung bei Schuldzuweisungen.
Antwort von fundiver am 23.08.2003 - 08:27 zunächst mal mein beileid den angehörigen.
unabhängig von diesem tragischen tauchgang bewegt doch eine frage. sollte man nicht angesichts der problematik der ausreichenden luftverorgung (bei massiven problemen)künfig nicht noch eine unterscheidung machen.
zum einen in tauchgänge die man aufgrund der tiefe sinnvollerweise mit helium macht und ich will es mal so nennen "expeditionstauchgängen" also tauchgängen mit großen tiefen und sehr langen grundzeiten.
diese werden und sind dann nur mit sicherungstaucher oder flaschendepots durchzuführen usw. da,in einer ausnahmesituation eine rettung möglich ist.
ist sicher eine diskussion die ins tec-forum gehört, aber angesicht (der vermuteten!!!!) ursachen um künftige unfälle zu vermeiden eine frage die sich stellt.
es werden sich jetzt sicher viele melden, dass sie schon zig gleichartige tauchgänge gemacht haben, die sicher und ohne probleme endeten, aber ich denke jede möglichkeit der vermeidung von unfällen bzw. deren auswirkungen sollte in erwägung gezogen.
Antwort von Daniel am 23.08.2003 - 09:35 Auch ich möchte nochmal mein Beileid allen Agenhörigen aussprechen.
So wie es für mich nach den Schilderungen aussieht, haben die Taucher alles menschenmögliche getan, wie z.B. Flaschenventile für jeden Atemzug auf und zuzudrehen etc.
Dieses Forum sollte aber meiner Meinung auch dazu dienen, Unfälle zu diskutieren, damit anderen ein ähnliches Schicksal erspart bleibt.
Deshalb die Frage:
Für mich heißt das, dass es nicht komplett unwahrscheinlich ist, das mindestens zwei (oder hier wahrscheinlich mehr?) Autoamten GLEICHZEITIG einfrieren können. sonst wäre das Auf- und zudrehen der Flaschen bei jedem Atemzug nicht nötig gewesen. Dies erhöht natürlich den oben beschriebenen Taskload noch einmal enorm
Ist das richtig?
Dieter erwähnte oben auch die Möglichkeit des Einfrierens der zweiten Stufen.
Hierzu steht in meinem Apeks Handbuch (ATX 50 Automat), das bei kalten Tauchgängen die Einstellschraube für den Atemwiderstand zur Vermeidung von Vereisungen NICHT ganz aufgedreht werden sollte, sondern mindestens zwei Umdrehungen reingedreht werden sollte. 100% sicher ist das wahrscheinlich aber auch nicht.
Frage: habt ihr auch schon Erfahrungen damit gemacht, das Vereisungen von zweiten Stufen unwahrscheinlicher werden, wenn man den Atemwiderstandsknopf NICHT ganz aufdreht?
Traurige Grüße
Daniel
Antwort von Tanja am 23.08.2003 - 20:37 Ich möchte mich auf diesen Weg bei all den Angehörigen mein beileit aussprechen bei den ich es noch nicht persönlich gemacht habe.
Wenn ich mir hier so manch tolle Kommentare lese kommen mir wirklich die Tränen.
Die meisten die hier einen wirklichen SCHEISS vom Stabel lassen haben keine Ahnung wie es wirklich passiert ist. Es dürfen sich jetzt besonders NUCKELCHEN und UDO MUC angesprochen fühlen. Der einzige der hier eine Ahnung hat ist ALEX!!!
Was würden eure Angeörigen denken wenn ihr gerade bei so einen tragischen Unfall ums Leben gekommen seit, und irgendwelche Idioten einen Müll daher labern wovon sie keinen blasen schimmer haben.
So was meine lieben tut verdammt weh also ihr "Profis" die hier ja nur am Start sind überlegt mal genau was ihr mit solchen Texten anrichten könnt.
Ich bin selber kein Taucher aber ein paar Dinge über diesen Unfall los werden.
1) Sie hatten mehr als genug Luft dabei, 2) Hat der Überlebende noch versucht, nachdem den verunglückten die eigene Luft ausgegangen ist, ihn mit seiner Luft mit rauf zu nehmen. Ging aber nicht mehr da er Bewusstlos geworden ist und die Luft für beide bis rauf nie gereicht hätte.
So viel dazu.
Ich hoffe das das was ich geschrieben habe wenigstens bei manche angekommmen ist und die
Tanja
PS: Wurde in Trauer und Wut geschrieben daher nicht auf Rechtschreibfehler achten. Danke
Antwort von Herbert am 23.08.2003 - 22:40 Tanja, es tut mir schrecklich leid, aber es ist nicht richtig was du schreibst (Zitat: "Sie hatten mehr als genug Luft dabei" UND "..und die Luft für beide bis rauf nie gereicht hätte").
Wenn Sie genügend Gasvorräte dabeigehabt hätten, müsste der Vorrat des einen Tauchers für beide bis zum ersten Gaswechsel gereicht haben. Jede andere Gasplanung ist leider eine Fehlplanung.
Antwort von UdoMuc am 24.08.2003 - 00:24 Also, Tanja, wenn man(n) nicht einmal eine Frage stellen darf...
ich für meinen Teil will nur verstehen lernen, aber sorry, wenn hier Fragen unerwünscht sind. Hätte man auch sachlich lösen können, z.B. ich kenne die Leute, da war so und so...
Mit Emotionen kommen wir alle nicht weiter, nur Fakten helfen uns, solche Dinge in Zukunft zu vermeiden. Ich weiss, hart für diejenigen, die es betrifft, aber dem Rest der Gemeinde helfen solche blinden "vor-den-Bug-Schüsse" nicht.
Wie immer bei solchen Fällen ist das Ganze ein Riesen Puzzle, das wohl niemand komlett lösen kann.
Ach ja, Tanja, und wenn du nicht gleich wie blöd in die Tasten gehauen hättest, wäre deine Antwort auch sinnvoller und hilfreicher ausgefallen!
Ich hffe, das hier zukünftig die Fakten überwiegen und wir alle noch viele entspannte Tauchgänge haben werden.
Udo
Antwort von Michael Hechler am 25.08.2003 - 07:57 Also wenn man die Fakten so anschaut kann man nur von Fehlern der Taucher ausgehen.
Da wären zum Ersten die offensichtlich mangelhafte Gasplanung. Die beiden hatten zu wenig Gas dabei. Ansonsten hätte es gereicht.
Zweitens hatten die beiden die Möglichkeit, auf 21m aufzusteigen und dort auf die Stage zu wechseln. Bei einem 80m TG wäre das Auslassen der tieferen Stops bestimmt nicht gesund aber möglich. Es hätte etwa 20-30 Minuten gespart. Offensichtlich habe sie aber trotz wenig Gas an ihren Tabellen festgehalten.
Es hat keinen Lerneffekt das Ganze als tragisch zu bezeichnen und abzuhaken. Die Fehler der beiden zu analysieren hat auch nichts mit Verunglimpfung zu tun. Es soll vielmehr allen anderen helfen.
Antwort von Heaven-Lee am 25.08.2003 - 11:14 Meines Erachtens sind all diejenigen, die hier "wissend" den Kommentar "die hatten eben nicht genügend Luft dabei" abgeben, die Kandidaten für den nächsten Unfall.
Wer von Euch / uns weiß denn wirklich, wie die Planung bezügl. Gase, Tiefen und Zeit war???
Ich schließe die Möglichkeit, dass der TG ordentlich und gut geplant war nicht aus, weil ich genau wie 99% der anderen Schreiben hier keine Ahnung habe, was WIRKLICH los war - schließlich waren wir alle nicht dabei, richtig?
Jetzt aber pauschal und besserwisserisch die Tragödie auf den Gasvorrat zu schieben heißt doch nichts anderes, dass IHR damit alles was passieren könnte im Griff hättet. EUCH könnte so etwas doch NIE passieren, weil IHR ja besser bescheid wisst.........
Vielleicht haben die beiden - und viele andere die einen Unfall hatten vorher ja genauso gedacht und gehandelt. Genug Gas, gute Regler, alles richtig. Und trotzdem ist es passiert. Traurig und tragisch genug. Was aber anödet, sind einige der "coolies" die hier so gescheit posten.
Ich wünsche den Angehörigen alles Gute und die nötige Kraft, um diese schwierige Zeit zu meistern. Gute Besserung für den überlebenden Taucher
Antwort von Luki am 25.08.2003 - 13:01 Als erstes a mal mei beileid allen Angehörigen
Meiner meinung war des zurücklassen des bewusstlosen Tauchers die einzig richtige entscheidung, weil wenn er wie vorher beschrieben dem anderen Taucher noch das Wing aufgeblasen hätte der genauso wenig chancen zu überleben gehabt, wie wenn er ihn in dieser Tiefe zurücklässt. Nur dass auch seine Überlebenschancen erheblich gesunken wären-noch mehr Luftverbrauch. Ich bin selbst noch ein Anfanger, hatte vor einigen Wochen einen Vereiser in 26m Tiefe und ein SSI insrtruktur der mit mir und meinem Vater getaucht war hatte mich nur groß angesehen und nicht reagiert und mir mein Ventil zuedreht. Musste danach mein Papa machen der einige meter entfernt war. War aber kein Problem da der Vereiser am Anfang des Tauchgangs passiert ist nd ich noch genügend Luft hatte und einfach über meine zweite 1.Stufe weiteratmete. Es kommt meiner meinung immer darauf an, wie eine Person auf ein Problem reagiert. die beiden hätten nach den ersten Problemen, die wie beschrieben schon vorb´her aufgetreten waren den Tauchgang abrechen sollen, und sich gleich an den Aufstieg machen sollen.
Antwort von Markus am 25.08.2003 - 13:06 hallo, ich zähle mich zu einem der besten freunde des verstorbenen und finde es teilweise geschmacklos was hier an "herablassenden" äusserungen getätigt wird. im gegenzug finde ich aber die doch stark überwiegende anteilnahme sowie sachliche diskussion positiv beeindruckend. ich lese mir diese einträge hier durch um für mich eine antwort zu finden warum mein bester freund sterben muss... gewiss mag es keine antwort darauf geben aber aus meiner sicht kann ich sagen das der verstorbene taucher 110% bei der sache war, nichts und ich meine nichts dem zufall überlies und die ausrüstung spitzenklasse war. ...ich war oft genug bei neuanschaffungen dabei... meine meinung ist, es handelt sich hier um eine areihung zahlreicher unglücklicher umstände, wobei durch eventuell anderes handeln im vorfeld das ein oder andere risiko gemindert hätte werden können... ob es den unfall dann vermieden hätte können wir heute alle nicht sagen. wie gesagt, ich danke den sachlichen komentaren hier im forum. sie helfen mir und "unserem" freundeskreis den unfall besser zu verarbeiten, zumal die masse nichttaucher ist.
was ich zu dem unfall sagen kann ist, sie tauchten mit 50%er reserve... ob das nun viel oder wenig ist kann ich nicht beurteilen aber ich denke das wenn man im ramen der planung bleibt die 50% wie gesagt zu reserve verbleiben...
gewiss, es fällt selbst mir schwer zu verstehen wie man alles aufhusten kann... aber dennoch bin ich mir sicher das sein partner all das getan hat was nach seinem wissen in diesem moment wichtig und richtig war... sie kannten beide das risiko und er wird immer ein bester freund bleiben. ich möchte es keinem von euch wünschen dies zu erleben auch wenn man einigen komentaren hier einen leichten hang zu diesem wunsch verspürt. für euch war es ein tec diver, für mich hat er ein gesicht, einen namen und war der beste freund... ich werde claudius nie vergessen.
euch viel glück und kommt gesund hoch.
markus
Du sprichst die wesentliche Wahrheit aus - eine Ursache allein führt in der Regel zu keinem Unfall
Aber wie hier beschrieben kann eine Verkettung von mehreren Umständen fatale Folgen haben.
nachdem ich hier einige Kommentare von sog. Profis gelesen habe, fällt es mir sehr schwer ohne Emotionen zu schreiben.
Als Vater des verunglückten Tauchers möchte ich hiermit klarstellen, dass es sich bei Beiden um erfahrene Tec-Taucher gehandelt hat die diese Tiefen öfters erreicht haben.
Mein Sohn hatte ein faszinierendes , aber gefährliches Hobby das selbst denn kleinsten Fehler nicht verzeiht. Über die Risiken haben wir oft gesprochen und er war sich dessen bewußt.
Beide hatten moderne Ausrüstung die redundant ausgelegt war. Die Tauchgänge wurde entsprechend geplant , die Sicherheitsreserve wurde statt 30% mit 50% ausgelegt.
Eine Mitschuld des anderen Tauchers ist komplett auszuschließen und ich danke Ihm, das er alles versucht hat um unseren Sohn zu retten.
Ein Außenstehender kann kaum ermessen, welche psychische Belastung besteht und im Nachhinein auch vorhanden bleibt, wenn mann in der Dekompressionsphase hilflos ausharren muß, wärend der Partner zurück bleiben muß.
Dieser Unfall war eine sogenannte " Verkettung unglücklicher Umstände " die weder durch noch bessere Planung oder durch sonstige Maßnahmen ausgeschlossen werden kann.
Ich danke hiermit für die ehrlich gemeinten Beileidsbezeugungen und wünsche allen Tec-Tauchern (und natürlich auch allen Anderen)unfallfreie Tauchgänge.
Allen "Besserwissern und Klugscheißern", die geistige Erleuchtung, entweder mit mehr Fachkompetenz die Meinung zu äussern oder ihre Klappe zu halten.
Ihr Obermaier Karl-Ludwig
Antwort von Blub am 25.08.2003 - 15:55 Tectauchen ist und bleibt sicher risikoreicher als Sporttauchen.
meiner meinung nach sind sich das auch alle Tekkis bewusst (ich eingeschlossen)
Zu diesem Forum.
Jede Diskusion in diesem Forum und sei sie noch doof, lässt die Schreiber über den Unfall nachdenken. Das ist der Kernpunkt. jeden nächsten Unfall vielleicht zu vermeiden. Also lasst der freien Meinungsäusserung ihren Lauf.
Ich habe zwei Punkte, die mich zum Nachdenken anregen.
1. Ich bin begeisteter Solo Taucher. Nur aus einem Grund : ich verlange von Meinem Buddy, dass er mich zu 100% hochbringt. Das Selbe verlange ich von mir für ihn, da habe ich mich für das Solo tauchen entschieden.
2. Gas Management. ich lege meine Gase immer so aus , dass ich bei total Ausfall eines gasses zum nächsten nicht mehr als 30m habe, bei überziehen des PPO2 25-20m . ich habe dadurch einen Mehraufwand an Stageflaschen, aber die 30m , die kann ich ohne grössere Schäden irgendwie schaffen.
gerade im bereich um die 80-100m tauchen viele nur mit dem Bottom als Reisegemisch und dadurch wird die Strecke zum nächsten Gas sehr weit. und die vermeindliche Sicherheit von 50 % ist auf der Tiefe sehr schnell aufgebraucht, wenn sie überhaubt da war.
zur veranschaulichung
TG auf 80m für 15m
bei einem AMV von 22lt/min
22x9x15=2970lt Gas
aufstieg bis zum wechsel auf ein 50er Deko Gemisch ca 15-20min 22x9x4 +22x6x16
=2904lt Gas.
das zusammen entspricht einem Doppel 15 und jetzt noch 50% zuschlag???
Wäre das 1. Dekogas z.B.ein 28/25 und kann schon auf 50m gewechselt werden.
22x9x4 =792lt Gas +2904lt =3696lt was etwa einem Doppel 10 entspricht + 50% wäre ein gut gefülltes D15.
Das ist meines erachtens die Sicherheitsfalle in die man tappen kann und sich in falscher Sicherheit wiegt.
nur eben, wenn dann das Amv auf 40 oder 60lt steigt ( und das ist bei einer Panikatake nicht selten der Fall, wirft das jede Gasbedarfsrechnung eines Technischen Tauchers über den Haufen. da bleibt als einziges gegenmittel nur der versuch mit dem Geist den Körper zu konntrolieren und das AmV so herunter zu bringen
meines erachtens ist es ein tragisches, aber bei jedem Tecdive mögliches Ende des TGs
Grüässli Blub
Antwort von Jürgen am 26.08.2003 - 14:17 Zunächst mein herzliches Beileid den Angehörigen und Freunden. Seinem Tauchpartner gute Besserung und vollständige Genesung.
Ich schliesse mich ganz Hr. Obermaier und Heaven-Lee an, dass die "Besserwisser und Klugscheißer" ihren geistigen Dünnsch... für sich behalten sollten.
Jeder von denen redet nur klug mit, und meint alles richtig zu machen bzw. in allen Situationen richtig zu reagieren. Solche Kommentare kotzen mich derartig an. Ausserdem beruhen diese Art von Komentaren auf Vermutungen und Spekulationen.
@Michael Hechler:
Solche Vermutungen und Spekulationen werden dann plötzlich als "Fakten" bezeichnet und daraus wollen dann diese Leute noch etwas lernen. All denen würden ich empfehlen lieber Kurse zu machen oder Bücher zu lesen.
Ich möchte, ebenfalls wie Markus, es keinem von euch wünschen dies zu erleben. Auch wenn man bei einigen Komentaren hier einen leichten Hang zu diesem Wunsch verspürt.
Ich hatte so eine ähnliche Situation (keine Luft mehr in mehr als 40m Tiefe durch Vereisung) schon und weiß was da vor sich geht. Da stimme ich auch Sepp zu, dass dann aus einem Problem gleich sehr viele Probleme werden und diese Verkettung fatale Folgen haben kann.
Euch viel Glück und kommt gesund wieder hoch
Jürgen
PS: Jetzt können die Besserwisser auf mich verbal einprügeln.
Antwort von René am 26.08.2003 - 15:41 Was bringt eigentlich ein Diskussions-Forum über Tauchunfälle, wenn nicht diskutiert werden darf???? So tragisch jeder Tauchunfall ist, sollte man doch zumindest etwas daraus lernen können, um künftig Fehler zu vermeiden. Wenn man die Diskussionen hier verfolgt, kommt man schnell zu dem Schluss, dass die meisten Unfälle passieren, obwohl alles jederzeit richtig gemacht wurde.
Antwort von Tim am 26.08.2003 - 17:53 Ich möchte René und Blub voll und ganz zustimmen. Es handelt sich hier um ein Diskussionforum und nicht um einen "Newsticker".
Es liegt allgemein in der Natur der Sache, dass Beteiligte und Unbeteiligte "es" nach einem Unfall "besser wissen".
Die Diskussion um eine Unfallursache auch wenn sie aus Spekulationen besteht, verunglimpft das Ansehen Verstorbener nicht. Sie soll in einem Forum doch das Wissen um Risiken verbessern und ein besseres Gefühl für konkrete Gefährdungen vermitteln.
Wenn ein Mensch verunglückt ist, schlagen die Emotionen hoch und es ist leider immer schwer sich nur auf die sachlichen Aspekte eines Unfalls zu konzentrieren. Ich kann mir vorstellen, dass es gerade für Freunde und Verwandte eines Verunglückten sehr schwer ist eine solche Diskussion zu verfolgen.
Ich bin der Meinung, dass die Diskussion bis auf den ziemlich "schräge" Nuckelchen Beitrag zunächst sachlich war. Die Anghörigen und Freunde haben mein volles Mitgefühl und ich möchte um nichts in der Welt mit ihnen tauschen, sie besitzen aber nicht das Recht andere Forenteilnehmer zu beleidigen, ihre Qualifikation in Frage zustellen oder - und das ist Kern - die Diskussion zu verbieten.
Ich glaube nicht, dass irgendjemand hier absichtlich herablassend über die Verunfallten geschrieben hat.Vielleicht hat man als persöhnlich betroffener einen anderen Eindruck. Einige hier sind sicherlich nicht immer "stilsicher", ich bin es mit Sicherheit auch nicht, doch stammen die Unsachlichkeiten und Beleidigungen in der Regel von Mitläufern.Beispiele sind Dünnschiss, Besserwisser, Coolies und so weiter.
so long
Tim
Antwort von Heaven-Lee am 27.08.2003 - 09:44 @ Tim
also ich weiß nicht so recht, ob ich Dir zustimmen kann, dass die Diskussion sachlich war. Was ist denn daran sachlich, wenn Personen, die den / die Betreffenden Verunglückten weder gekannt haben noch bei dem Tauchgang dabei waren, hier verbreiten, dass sie die Ursache für das Unglück genau wissen?
Dann gibt es Personen die den Verunglückten Inkompetenz (Tom) vorwerfen, Herbert und Michael scheinen zu wissen, dass die Gasplanung eine Fehlplanung war...
So wie es sich liest, war keiner von denen dabei oder kannte die Verunfallten. Und so etwas ist meines Erachtens nicht sachlich sondern reine Spekulation. Vor allem wie es rübergebracht wird, bekanntlich macht ja der Ton die Musik.
Und da Du, lieber Tim, uns mit dem Wort "Mitläufer" titulierst, reihst Du Dich Deinem Tenor nach mit dieser Unsachlickeit und Beleidigung selbst in die Reihe der "Mitläufer" ein. Herzlich Willkommen!
Antwort von Weltverbandsvorsitzender am 27.08.2003 - 10:26 Kann es auch nicht einfach sein, dass er gesundheitlich nicht auf der Höhe war.
Und durch Atemprobleme dann den nicht zu stoppenden Hustenreiz bekam.
irgendwie schade, dass die Diskussion völlig in andere Bereiche abgleitet.
Meine Intention, hier mitzulesen und evt. etwas zu posten war folgende:
just am Unglückstag wollten ein Spezi und ich an dieser Stelle einsteigen, grosser Auflauf, also weiter. Dann haben wir den Hubi fliegen sehen und wussten auch nix genaues, die Gerüchte brodeln dann nur so.
Als die schlechte Nachricht kam, dachte ich nur, wie kann ich das vermeiden, was war wohl die Ursache.
Und deshalb habe ich mir Gedanken gemacht, ja es sogar gewagt, eine Frage hier zu stellen. Uff, hätte ich lieber nicht getan...
Aber wenn ich jetzt sehe, auf welcher Ebene sich solche Diskussionen hier dann bewegen, das bringt nix (ist übrigens in vielen Diskussionsforen hier so).
Ich hätte mir gewünscht, dass Mitleser und Mitposter ihre Erfahrungen, ihre Konfigurationen und ihre Moivationen beschrieben hätten, damit wir alle gemeinsam etwas voneinander gelernt hätten.
Anscheinend vergessen dann alle, dass wir alle ein gemeinsames Hobby haben, das wohl teilweise, je nach Intensität sich "am Limit" bewegt, wo jeder Tipp wertvoll sein kann.
Ich wünsche allen jederzeit "Gut Luft" und viele entspannte TGs
Udo
Antwort von Hans am 27.08.2003 - 11:40 Dem Vater des Verunglückten zustimme ich zu. Ihm und den Angehörigen gilt mein aufrichtiges Beileid. Mein Respekt gilt dem überlebenden Taucher. Es liegt aber in unserem Interesse über die Ursachen zu diskutieren, zumindest um die Risiken bei ähnlichen Tauchgängen besser abschätzen zu können.
Tec-Taucher wissen, daß Sicherheitmaßnahmen ihre Grenzen haben. Ein bis zwei gleichzeitig eintretende schwere “Zwischenfälle” kann man mit Erfahrung, angemessener Ausrüstung, guter Planung und gutem Training erfolgreich meistern. Treten aber weitere auch für sich allein genommen leichtere Probleme beim gleichen Tauchgang auf, gibt es u. U. keine adäquate Vorbereitung/Lösung und die Sache endet wie im vorliegendem Fall tragisch. Man kann sich eben nicht auf alle denkbaren Zwischenfälle vorbereiten, wenn diese in Mehrfachkombinationen auftreten. Wer dies abstreitet, macht sich selbst etwas vor und sollte darüber nachdenken, was alles gleichzeitig geschehen kann und ob er/sie weiterhin (tec-)tauchen will.
Mir liegt es deshalb fern zu behaupten, der Unfall sei selbst verschuldet. Ich will auch keinesfalls den Eindruck erwecken, ich hätte die Sache besser machen können. Hier am Computer kann man schließlich leicht und lange nachdenken. Dennoch ein Diskussionsbeitrag (ich kenne die Tauchstelle auch in der erreichten Tiefe aus eigener Erfahrung gut):
Um mit Sichtkontakt zum Grund bzw. der Steilwand von ca. 80 m auf ca. 30 m aufzusteigen muß man einige Zeit schwimmen, wobei man relativ lange Zeit in Tiefen unter 50 m bleibt. Schneller kommt man auf eine für die bei diesem TG “gebräuchlichen” Deko-Gase tolerierbare Tiefe (32...21m), wenn man direkt im Freiwasser und unter Auslassung der tiefen Stopps aufsteigt.
Vor mehreren Jahren könnte man öfters in den einschlägigen Büchern etwas von einem "Stimmritzenkrampf" lesen (steht vielleicht immer noch drin, das weiß ich nicht).
Es ging wohl darum, dass bedingt durch kaltes Wasser die Stimmritze so verkrampft, dass ein normales Atmen nicht mehr möglich sei. Der Betroffene kann nicht mehr ausatmen, die gesamte Luft staut sich in der Lunge, gleichzeitig hat er aber das dringende Bedürfnis nach Sauerstoff, versucht also weiter einzuatmen. Ein derartiger Vorfall könnte meiner Vorstellung nach schon wie ein Hustenkrampf erscheinen.
Kaltes Wasser könnte ja beim Gaswechsel an die Stimmritze gelangen. Somit hätte er zwar vorher kein gesundheitliches Problem gehabt (das ihn besser vom Tauchen hätte abhalten sollen), das Problem wäre somit akut und unvermutet in Erscheinung getreten.
Vielleicht kann jemand mit medizinischen Background näheres dazu sagen?
Wasser könnte ja auch so unvermutet eingetreten sein.
Antwort von Heaven-Lee am 27.08.2003 - 16:46 Dass der Gaswechsel auf 80m stattfand habe ich nicht geschrieben, nur die Überlegung angestellt, dass kaltes Wasser beim Gaswechsel an die Stimmritze gelangen könnte. Bis dann der Krampf volleintritt dauert es wohl einen Moment.
Und wahrscheinlich wird bei einem spontan auftretenden Problem, das man im ersten Moment auch vielleicht gar nicht als lebensbedrohlich erkennt, keiner sofort den TG abbrechen. Man hofft doch, dass sich z.B. ein Hustenanfall /-krampf gleich wieder legt.
Wenn man in der Zeit weiter abtaucht, ist man schnell um einiges tiefer gelangt.
Antwort von claudia eble am 15.10.2003 - 08:53 Erstmal mein tiefes Beileid allen Verwandten und Angehörigen!
Ich bin mit Claudius in die Grundschule gegangen und auf der Realschule haben sich unsere Wege dann getrennt!
Ich bedauere sehr das ich Claudius als Erwachsenen Menschen nie kennengelernt habe!
Was soll man trauernden Menschen sagen ???
........ Er ist jetzt eins mit dem Universum und wird immer bei euch sein!
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