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Foren - Tauchunfälle - Tauchunfall Meldorfer Hafen 11.12.




  

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Dieser Thread wird betreut durch unser Redaktionsmitglied Gunther. Er ist für die Freigabe von Beiträgen zu diesem Thema verantwortlich. Kontaktinfos findest Du auf unserer Redaktionsseite.


Tauchunfall Meldorfer Hafen 11.12.
Abgesandt von Redaktion Gunther Registriertes Mitglied am 12.12.2006 - 09:46:

Nach einem tragischen Tauchunfall am Nachmittag des gestrigen Montags im Meldorfer Hafen (Krs. Dithmarschen)konnten die beiden vermißten Taucher nur noch tot geborgen werden.

Ein Berufstaucher war am Montag an der Schleuse bei Reparaturarbeiten unter Wasser verunglückt und wurde vermisst. Ein Rettungstaucher der Freiwilligen Feuerwehr Itzehoe wollte dem Mann zur Hilfe kommen und tauchte ebenfalls nicht wieder auf. In einer fieberhaften Rettungsaktion, an der sich auch Marinetaucher aus Eckernförde beteiligten, wurde versucht, die beiden Männer noch lebend zu finden. Diese Hoffnung erfüllte sich jedoch nicht. Gegen 00.10 Uhr entdeckten Marinetaucher die leblosen Körper unter Wasser.

Über die Ursache dieses tragischen Unglücks herrscht noch Unklarheit.

Originaltext: Landespolizeiamt Schleswig-Holstein - Abt. 4 - Wasserschutzpolizei



Antwort von gunther Redaktionsmitglied am 12.12.2006 - 11:32
Ergänzende traurige Nachricht:

Die zwei im Hafen von Meldorf im Kreis Dithmarschen vermissten Taucher sind tot. Wie die Polizei mitteilte, wurden die Leichen der 51 und 41 Jahre alten Männer in der Nacht zu Dienstag geborgen. Bundeswehrtaucher entdeckten die Toten in einer Schleusenkammer. Experten gehen davon aus, dass ein starker Sog sie unter Wasser gehalten hatte. Einer der beiden Berufstaucher hatte Arbeiten an einem Schleusentor durchgeführt - als er nicht wieder auftauchte, suchte ein Feuerwehrtaucher aus Itzehoe nach ihm und blieb ebenfalls unter Wasser.

Bei der sofort gestarteten Rettungsaktion war ein Großaufgebot von Rettern des Technischen Hilfswerks, der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft und der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger im Einsatz. Weil die Tide-Strömung aber zu stark war, fanden die Helfer die Vermissten erst nach gut sieben Stunden.

Stand: 12.12.2006 07:05
Antwort von Schleitaucher Krischan Registriertes Mitglied am 12.12.2006 - 12:58
Ich habe heute morgen davon gehört. Etwas unverständlich sind für mich die Aussagen "...nicht wieder aufgetaucht..., ...entdeckten..., ...fanden...". Für gewöhnlich hängen Berufstaucher an Oberflächenversorgung und Telefon, Feuerwehrtaucher mindestens an der Leine. Wenn ich unter Wasser ein Problem habe, teile ich das der Landstation fast schon automatisch mit. Nach den ersten Berichten hört sich das an, als wenn beide Taucher autonom unterwegs waren, kann eigentlich nicht sein. Da fehlen noch ne Menge Details, mal abwarten...
Antwort von Tümpi Registriertes Mitglied am 12.12.2006 - 14:38
12.12.2006 - 13:56 Uhr, Kreisfeuerwehrverband Steinburg Pressemappe [Pressemappe]



Steinburg (ots) - Gestern gegen 15.40 Uhr wurden die

Rettungstaucher der Freiwilligen Feuerwehr Itzehoe zu einem Einsatz

am Sperrwerk Meldorf - Speicherkoog gerufen. Hier galt es, einen

verunfallten Berufstaucher, der routinemässige Arbeiten im Auftrag

des Amtes für ländliche Räume durchführte, nachdem ein Kollege den

Notruf abgesetzt hatte, zu retten. Unter der Gesamteinsatzleitung des

Wehrführers der Gemeinde Meldorf Rolf Claussen wurde der Einsatz

koordiniert. Der erste Rettungstaucher der Feuerwehr Itzehoe ging

voll ausgerüstet zur Rettung des Berufstauchers vor. Ein weiterer

Sicherheitstaucher stand bereit. Über das Tauchtelefon hielt er den

Kontakt zu den Einsatzkräften an der Kaimauer. Kurze Zeit später gab

er bereits das Notsignal und den Hilferuf "Sog". Es kam zu

unvorhergesehenen Komplikationen, der Rettungstaucher konnte nicht

zurückgezogen werden. Daraufhin schloss sich ein bis in die späte

Nacht andauernder Rettungseinsatz an, an dem die nachfolgend

aufgeführten Einsatzkräfte beteiligt waren.



Noch vor Mitternacht gelang es den Feuerwehr-Rettungstauchern aus

Eckenförde, beide Taucher aus ihrer Zwangslage zu befreien und

letztlich tot zu bergen.



Die Tauchergruppe und Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr

Itzehoe verlieren bei diesem tragischen Einsatz einen

Feuerwehrlehrtaucher, der seit Gründung der Tauchergruppe in

leitender Verantwortung stand. Er hinterläßt Ehefrau (39 Jahre) und

zwei Söhne (7 und 4 Jahre).



Sollten für Ihre Berichterstattung Originaltöne und Aufnahmen

erforderlich sein, stehen der Bürgermeister der Stadt Itzehoe Rüdiger

Blaschke und Vertreter der Feuerwehr über nachfolgender Telefonnummer

zur Verfügung.



30 Männer und Frauen der Feuerwehr Meldorf

20 Einsatzkräfte der Feuerwehr Nindorf

10 Rettungstauscher der Freiwilligen Feuerwehr Itzehoe

6 Minentaucher Bundesmarine Eckernförde mit einem Taucherarzt

2 Hubschrauber der Bundesmarine

5 Taucher der DLRG Rendsburg mit 6 Bootsführern und Sanitätern

4 Rettungstaucher der Feuerwehr Eckernförde, insg. 12 Einsatzkräfte

und ein Mehrzweckboot

1 Tochterboot des Seenotrettungskreuzers der DGzRS aus Büsum

THW Einheiten aus Meldorf, Burg und Tönning



Rettungsdienst:

12 Einsatzkräfte mit

2 RTW

1 NEF

1 OrgLRD

1 Ltd Notarzt



2 Mitarbeiter der Hanseatischen Feuerwehrwehrunfallkasse Nord aus

Kiel





ots Originaltext: Kreisfeuerwehrverband Steinburg

Digitale Pressemappe:

Hier klicken>


Antwort von Soni Registriertes Mitglied am 12.12.2006 - 16:03
Hier klicken
Antwort von D-32 Registriertes Mitglied am 12.12.2006 - 16:43
Ein Unfall mit reichlich Fragezeichen:
Das besagte Speicherbecken (hinter dem Deich gelegen) wird periodisch von den Gezeiten gefüllt und nahezu entleert. Das Sperrwerk ist in erster Linie ein Schutz vor Hochwasserlagen in der Nordsee (dies vor allem als Info für diejenigen, die diese Gegend nicht kennen).
Es gibt nur ein enges Zeitfenster, in dem dort das Wasser nicht mit Karacho durch die Engstelle rauscht.
Wurde außerhalb dieses Zeitfensters dort getaucht/gearbeitet?
Schlauchversorgung wie branchenüblich incl. Telefon?
Wo war der direkte Kollege des Berufstauchers, wo der Einsatzleiter?
Sog läuft horizontal, was war da im Weg, was das Zurückholen per Leine unmöglich machte?

Besonders tragisch ist der Unfalltod des Feuerwehrtauchers, aber warum kamen auch ihn nicht mit entsprechender Sicherung seine Kollegen zur Hilfe?

Insgesamt ein Unfall mit vielen offenen Fragen. Wer Details erfährt - bitte mitteilen.

Jo
Antwort von musher Registriertes Mitglied am 12.12.2006 - 17:00
Wirklich seltsam, daß der Feuerwehrtaucher trotz Leine nicht geborgen werden konnte und sogar erstmal verschollen ging. Selbst wenn die Kraft zum ziehen nicht ausgereicht hätte, hätte man ihn doch aufgrund der Leine finden müssen?

Und wieso war da plötzlich Sog? - Wurde da trotz Untersuchung und dann Bergung geschleußt?

Oder ist dort aufgrund der Umstände Sog nie ganz auszuschliessen?
Antwort von Taucholdie Registriertes Mitglied am 13.12.2006 - 11:58
Hallo, ich bin selbst Feuerwehrtaucher, und kann solche kommentare wie vom Schleitaucher Krischan nicht nachvollziehen. Wer den Bericht des Einsatzes genau gelesen hat, wird feststellen, das alles nach Dienstvorschrift gesichert war. (Leine und Sprechverbindung)Wie es zu dem Unglück kam, muß im Nachhinein geklärt werden. Auf die Frage von Musher, wer soll denn bei dem Hilferuf "Sog" denn noch in`s Wasser gehen, um sofort zu suchen. Möchtest du das als Einsatzleiter enscheiden.
Mein Mitgefühl gilt in diesem Moment seiner Familie, die kurz vor Weihnachten Mann bzw. Vater verloren haben.
Antwort von tauchgeist Redaktionsmitglied am 13.12.2006 - 19:27
@ taucholdie

allerdings hat Krischan um 12:58 gepostet, der Bericht des Kreisfeuerwehrverbandes Steinburg wurde knapp eine Stunde später veröffentlicht.
Ich weiss nicht, woher Du kommst, aber die ersten Berichte hier oben im Radio waren mehr als spärlich mit Fakten durchsetzt.

tg
Antwort von Tyson Registriertes Mitglied am 13.12.2006 - 19:09
Nachdem, was heute in der hiesigen Presse zu lesen war, schloß das Schot dieses gut 2m im Durchmesser messendes Rohres nicht ausreichend.

Beide Taucher gerieten wohl während der Arbeit bzw. des Rettungsversuchs schon entfernt von dem Rohr in einen sehr starken Sog.

Es war weder bei dem Berufs- noch bei dem Itzehoer Feuerwehrtaucher möglich sie (gegen den Sog) mittels Sicherungsleine zu retten / bergen.

Mein Mitgefühl gilt ihren Familie und Kameraden!!

Antwort von gunther Redaktionsmitglied am 14.12.2006 - 08:14
Ein Foto der Unfallstelle

Antwort von Taucherladen-online Registriertes Mitglied am 13.12.2006 - 19:59
Hallo D32 und musher,

habt Ihr schon einmal versucht einen Schwimmer oder Taucher gegen eine Strömung irgendwo rauszuziehen ??
Habe zwar nur 25 Jahre Erfahrung als Einsatztaucher und ein paar mehr als Rettungsschwimmer, aber folgendes weis ich aus meinen Einsätzen bei Wildwasserbetreuungen von Kajakveranstaltungen: Du kannst froh sein wenn Du einen Schwimmer entgegen einer starken Strömung halten kannst, an zurückziehen brauchst Du erst gar nicht zu denken. Bei einem Taucher ist das aufgrund des höheren Strömungswiderstandes natürlich noch schwieriger. Dann kommt es noch darauf an, wie war der Taucher angeleint? Wenn wie üblich, Schleife um den Bauch und Palstek, beugt sich die angeleinte Person aufgrund der Wasserkraft nach vorne ab, mußten wir in unserer Anfangsjahren auch erst durch Erfahrung lernen, damit steigt nochmals der Strömungswiderstand.

@D32, warum konnte der Taucher nicht einfach nach oben gezogen werden, Strömung wirkt doch nur in eine Richtung: vermutlich und hier können alle nur mehr oder weniger sinnvolle Vermutungen anstellen, wurde der Feuerwehrtaucher bereits durch die Engstelle gezogen, damit war es einfach zu spät für ein einfaches Hochziehen.

@musher, warum ist der Sicherheitstaucher dem Einsatztaucher nicht zur Hilfe geeilt, ganz einfach, weil dann wäre er da unten genauso hilflos in den Sog geraten wie die bedauernswerten Taucher vorher. Aus selben Grunde ist dann wie ich jetzt schon wieder nur vermuten kann, auch kein Rettungsversuch der Leine des Einsatztauchers nach unternommen worden, wurde mit Sicherheit ein anderer Weg zu den Verunglückten gesucht.

Denke, dass man alle jetzt zur Verfügung stehende Infos aus dem Ausschnitt der Pressemappe der Feuerwehr entnehmen kann, man muß sich nur ein wenig Gedanken dazu machen.
Einzig für mich noch offene Frage, warum der starke Sog. Wie D32 hier schreibt ist an der Stelle ausser in bestimmten Zeitfenstern immer mit starkem Sog zu rechnen. Gehe davon aus, dass das auch die Berufs- und später die Einsatztaucher wusten. Wie ganz oben zu lesen war sollte der Berufstaucher Reparaturarbeiten an der Schleuse vornehmen. Denke, vernünftiger Weise mal, dass davon ausgegangen wurde, dass die Schleuse geschlossen ist. Dann bleibt als Frage offen, war die Schleuse durch technischen Defekt (verklemmt oder Ähnliches) doch nicht ganz geschlossen oder ist bei der Reparatur etwas Unvorhergesehenes passiert?
Wie man sieht alles nur Vermutungen, weitere Fragen ....
Ich denke mir, dass man sich derzeit zu diesem Unfall alle weiteren Mutmaßungen sparen kann.
Denn alles weitere wird man sicher erst erfahren, wenn die Staatsanwaltschaft und die Berufsgenossenschaft ihre Untersuchungen abgeschlossen haben. Vorher wird, verständlicher Weise, keiner der vor Ort Beteidigten, und nur die wissen letztendlich was los war, öffentlich dazu Stellung nehmen.

Ich bin der Meinung, dass man jetzt viel mehr an die Kollegen des Berufstauchers und die Kameraden des Einsatztauchers denken sollte. Denn diese werden sich, ob sie nun irgendeine Schuld trifft oder auch nicht genügend Vorwürfe machen.

Des weiteren sollten wir den Angehörigen, Freunden und Bekannten unser Beileid aussprechen.
Was ich für meine Person hier tun möchte.

Gerhard

Antwort von 112taucher Registriertes Mitglied am 14.12.2006 - 11:25
Hallo Tauchgemeinde. Zur möglichen Ursache bezüglich Engstelle und Sog schreibt die Pressestelle der Polizei Itzehoe bereits am 12.12.: "Ersten Ermittlungen zufolge sind sie infolge starker Strömung und Sogwirkung durch ein defektes Wartungsschott gerissen worden und ertrunken." Hier klicken
Die Dithmarscher-Landeszeitung Hier klicken berichtet heute über die Rekonstruktion und Erforschung der genauen Ursache.

Ähnlicher Unfallhergang wie Hier klicken

Auch meine Gedanken sind bei den Angehörigen, Freunden und Bekannten sowie den Kollegen und Kameraden der verunglückten Taucher.

Gruß Günther
Antwort von Schleitaucher Krischan Registriertes Mitglied am 14.12.2006 - 12:37
@taucholdie:

ich bin auch feuerwehrtaucher und leite die fw-taucher in kappeln. bis zu meinem letzten kommentar waren mir nur die widersprüchlichen berichte bekannt, daher ja meine fragezeichen, das konnte so einfach nicht stimmen. jetzt ist so ziemlich alles klar und ich hätte genauso gehandelt, wie dort gehandelt wurde. ich hätte einen taucher reingeschickt, ich wäre wahrscheinlich als erfahrenster unserer gruppe selbst reingegangen und verunglückt. und ich wäre in einer scheiß situation gewesen, wenn ich sehe, dass andernfalls dort mein kamerad gerade in höchster not ist und neben mir der bereitschaftstaucher steht, der mich angstvoll anschaut und meine anweisungen erwartet. ich bin echt erschüttert bei der vorstellung, was da unten abgegangen ist, pure gewalt. zudem ist man gerade bei diesen sichtbedingungen vor solchen unglücken auch in zukunft nicht sicher. weder der berufstaucher noch irgendjemand hat mit so einer falle gerechnet... können wir daraus lernen? wie können wir das?
Antwort von 112taucher Registriertes Mitglied am 14.12.2006 - 14:28
Hi Schleitaucher Krischan
1. Ich bin auch Feuerwehrtaucher
2. Wir können daraus lernen
3. In dem wir uns in Zukunft bei solchen Einsätzen "streng" an die FwDV 8 halten, insbesondere Abschnitt 6.7.1 Allgemeine Einsatzgrundsätze. Dort heißt es u.a. "Beim Tauchen an Wehranlagen besteht Lebensgefahr! Bei Einsätzen an Wehranlagen ist nach den erstellten Einsatzplänen in Abstimmung mit dem Betreiber zu verfahren. In dem Einsatzplan ist insbesondere zu regeln, wie der geschlossene Zustand der Anlage zweifelsfrei(zum Beispiel Einsatz einer Kamera, Erkundungstauchgang im „Unterwasser“ des Wehres) festgestellt werden kann."

Passt auf Euch auf!
Gruß Günther
Antwort von Schleitaucher Krischan Registriertes Mitglied am 14.12.2006 - 15:16
Moin 112taucher!
Ich stelle mir die Situation so vor: Man wird rangerufen und der Taucherhelfer berichtet, dass der Kontakt zum arbeitenden Taucher ohne Vorwarnung abgebrochen sei und er durch das Umbilical nicht wieder nach oben gezogen werden kann und auch kein weiterer Luftverbrauch festgestellt wird. Die Schleuse ist lt. Betreiber geschlossen. Also ist zu vermuten, dass der Taucher aus welchem Grund auch immer bewusstlos unten liegt, die Leitungen verhakt. Sieht also nach einem recht einfachen Einsatz aus, Taucher an der Nabelschnur hinterherschicken, die Schnur ggf. befreien und den Arbeiter retten. Mal ehrlich, hättest du ne Kamera dabeigehabt bzw. eine angefordert? Hättest du dir die Zeit genommen für einen Erkundungstauchgang bei 0-Sicht, geschweige denn mit der Kamera irgend etwas erreicht? Ich weiß nicht... ich bin immer noch der Meinung, dass sich das kaum realistisch verhindern lässt, es sei denn, man lehnt den Taucheinsatz von vornherein ab, weil die Lage zu schwer einzuschätzen ist. Ein echter Gewissenskonflikt. Ich gehe davon aus, dass dieser Vorfall in den FW-Tauchergruppen noch etwas eingehender behandelt wird mit regem Informationsaustausch, ich bin im Moment wirklich etwas verunsichert...
Antwort von MatV Registriertes Mitglied am 14.12.2006 - 15:41
Krischan,
Wasserstand upstream/Downstream feststellen
Tidenparameter feststellen unter Berücksichtigung der Speicherverzögerungen,
Sieldichtigkeit prüfen ( Färbemittel)
Strömung prüfen (angeleinte Schwebekörper mit Federwaage.
Sicherheitsharness so anlegen, dass strömungsgünstig, aber ohne Brusteinschnürung gezogen werden kann.

Das meiste davon fällt m.E. in die Zuständigkeit des AG.

Mat
Antwort von 112taucher Registriertes Mitglied am 14.12.2006 - 17:47
Krischan: Die Sache mit der Kamera und dem Erkundungstauchgang sind Beispiele der FwDV 8, weitere Möglichkeiten zeigt MatV auf. Es geht darum "vorher" einen Einsatzplan für die entsprechende Anlage zu erstellen, in dem geregelt ist, wie im Einsatzfall zweifelsfrei der geschlossene Zustand festgestellt wird.
Auf die Aussage des Betreibers kannst du dich nicht verlassen, die schließt eventuelle Defekte nicht ein! Und ja, manchmal ist es besser einen Einsatz bei unklarer Lage abzulehnen. Ich gebe Dir recht: "Ein echter Gewissenskonflikt!"

Gruß Günther
Antwort von agge Registriertes Mitglied am 14.12.2006 - 18:41
Moin ,
ich bin auf diesen Beitrag ueber google gestossen.
Ich bin einer der vielen Helfer die an der Unglueckstelle vor Ort und bei der Bergung der Beiden Verunglueckten Taucher dabei war.
Der Berufstaucher hat diese Routineuntersuchung schon oft durchgefuehrt und war mit den Oertlichkeiiten vertraut.Vieles ueber den Sog und die Ursachen ist hier schon besprochen worden und aus Tauchersicht und auch physikalischen Gesetzmaessigkeiten sicher richtig erklaert worden.
@MatV ich bin kein Taucher , aber wenn Du dort ankommst und jemand seit ner halben std vermisst wird, und SOG in dem Moment noch nicht das Thema war , wuerdest Du nicht so handeln wie Schleitaucher Krischan??
Die Leinenfuehrer konnten auch mit Hilfe von 5 Kameraden der FF den Kollegen nicht halten !!
Es war ein nicht vorherzusehendes Unglueck, so , als wenn man einen Zimmerbrand loeschen soll , und in der Mitte des Raums steht eine 5 Zentner Bombe !

Mein Beileid gilt den Angehoerigen der Beiden Taucher!

Gruss agge

Ps. Detailfragen bitte nur per PM , ich bitte um verstaendnis.
Antwort von Ditschi RD Registriertes Mitglied am 15.12.2006 - 01:08
Auch die Feuerwehren im Kreisfeuerwehrverband Rendsburg-Eckernförde trauern um den am Montagabend im Einsatz tödlich verunglückten Kameraden aus der FF Itzehoe. Der 41jährige Feuerwehrtaucher kam bei einem Rettungseinsatz im Meldorfer Hafen ums Leben. An dem Rettungseinsatz waren auch die Feuerwehrtaucher aus Eckernförde und die DLRG-Taucher aus Rendsburg beteiligt. Allen war der erfahrene Lehrtaucher aus Itzehoe persönlich bekannt und bildete auch Kameraden aus Eckernförde aus.

Der Einsatz Lief nach Darstellung des KFV Steinburg wie folgt ab: Am Montag (11.12.) gegen 15.40 Uhr wurden die Rettungstaucher der Freiwilligen Feuerwehr Itzehoe zu einem Einsatz am Sperrwerk Meldorf - Speicherkoog gerufen. Hier galt es, einen verunfallten Berufstaucher, der routinemäßige Arbeiten im Auftrag des Amtes für ländliche Räume durchführte, nachdem ein Kollege den Notruf abgesetzt hatte, zu retten. Unter der Gesamteinsatzleitung des Wehrführers der Gemeinde Meldorf Rolf Claussen wurde der Einsatz koordiniert. Der erste Rettungstaucher der Feuerwehr Itzehoe ging voll ausgerüstet zur Rettung des Berufstauchers vor. Ein weiterer Sicherheitstaucher stand bereit. Über das Tauchtelefon hielt er den Kontakt zu den Einsatzkräften an der Kaimauer. Kurze Zeit später gab er bereits das Notsignal und den Hilferuf "Sog". Es kam zu unvorhergesehenen Komplikationen, der Rettungstaucher konnte nicht zurückgezogen werden. Daraufhin schloss sich ein bis in die späte Nacht andauernder Rettungseinsatz an, an dem die nachfolgend aufgeführten Einsatzkräfte beteiligt waren.
Noch vor Mitternacht gelang es den Feuerwehr-Rettungstauchern aus Eckenförde, beide Taucher aus ihrer Zwangslage zu befreien und letztlich tot zu bergen. Die Einsatzkräfte werden seitdem notfallseelsorgerisch betreut.

Die Tauchergruppe und Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Itzehoe verlieren bei diesem tragischen Einsatz einen Feuerwehrlehrtaucher, der seit Gründung der Tauchergruppe in leitender Verantwortung stand. Kai Böge stammt aus einer Feuerwehrfamilie, sein Vater war Zugführer, sein Großvater lange Jahre Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Itzehoe. So war es für ihn selbstverständlich, schon in seiner Jugendzeit in den Spielmannszug und mit Vollendung des 17. Lebensjahres in den aktiven Dienst der Feuerwehr einzutreten. Sehr schnell absolvierte er sämtliche Lehrgänge auf Kreisebene. Im Jahr 2000 schloss er erfolgreich die Prüfung zur Gruppenführung an der Landesfeuerwehrschule ab.
Als 1985 die Stadt Itzehoe beschloss, eine Tauchergruppe aufzustellen, stellte sich Kai Böge freiwillig zur Verfügung. 1990 wurde er zusammen mit zwei weiteren Kameraden zum Lehrtaucher ausgebildet, um andere Kameraden in der Wehr zu schulen. Auch bei der Freiwilligen Feuerwehr Eckernförde bildete er Kameraden zu Feuerwehrrettungstauchern aus. Die Mitgliedschaft in der Tauchergruppe hatte für Kai Böge eine hohe Bedeutung. Als Verantwortlicher setzte er sich ständig für eine gute Fort- und Weiterbildung im Tauchwesen ein.

Kai Böge war beruflich als Diplomingenieur und Architekt tätig. Erst im vergangenen Jahr ist er mit seiner Familie in seinen eigenen Neubau in einem Dorf nahe Itzehoe eingezogen.

Nicht nur seine fachlichen Qualitäten, sondern insbesondere auch seine kameradschaftliche und freundschaftliche Art sorgten für seinen hohen Bekanntheitsgrad und seine Beliebtheit auch weit über die Grenzen der Stadt Itzehoe hinaus.

Kai Böge hinterlässt Ehefrau (39 Jahre) und zwei Söhne (7 und 4 Jahre).

ACHTUNG TERMINÄNDERUNG:
Die Trauerfeier findet am Freitag, 15.12. um 11 Uhr in der St. Laurentii-Kirche in Itzehoe statt. Anschließend Beisetzung auf dem Friedhof Brunnenstrasse. Abschließendes Beisammensein in der Feuerwache Itzehoe.

Als Parkplatz für Privat- und Einsatzfahrzeuge hat die FF Itzehoe den Großparkplatz Malzmüllerwiesen (Schuhmacherallee / Breitenburger Straße) vorgesehen. Dort ist eine Parkplatzwache in der Zeit von 9:30 Uhr bis 15 Uhr eingerichtet (ELW 2, Erreichbarkeit über BOS Funk K 463 U/G Florian Steinburg 03/12/1 und Telefon 04821 / 898270)
Die Kirche mit ca. 600 Sitzplätzen ist in ca. 10 MInuten Fußweg vom Parkplatz zu erreichen. Von der Kirche geht ein Trauerzug zum Friedhof in der Brunnenstrasse (ca. 20 Minuten). Die Feuerwache ist vom Friedhof aus in ca. 15 Minuten zu Fuß erreichbar und der Parkplatz von hier aus in ca. 10 Minuten.

Adresse für Kondolenzpost: Familie Böge, Am Hang 3, 25596 Wacken.


Am Einsatz waren folgende Kräfte beteiligt:
30 Einsatzkräfte der Feuerwehr Meldorf
20 Einsatzkräfte der Feuerwehr Nindorf
10 Rettungstaucher der Freiwilligen Feuerwehr Itzehoe
6 Minentaucher der Bundesmarine Eckernförde mit einem Taucherarzt
2 Hubschrauber der Bundesmarine
5 Taucher der DLRG Rendsburg mit 6 Bootsführern und Sanitätern
4 Rettungstaucher der Feuerwehr Eckernförde, insg. 12 Einsatzkräfte und ein Mehrzweckboot
1 Tochterboot des Seenotrettungskreuzers der DGzRS aus Büsum
THW-Einheiten aus Meldorf, Burg und Tönning
12 Einsatzkräfte des Rettungsdienstes mit 2 RTW, 1 NEF, 1 OrgLRD, 1 Ltd Notarzt
2 Mitarbeiter der Hanseatischen Feuerwehrwehrunfallkasse Nord aus Kiel

Antwort von gunther Redaktionsmitglied am 15.12.2006 - 09:47
Weitere Informationen unter:

Es gibt weitere Berichte auf folgenden Seiten:

www.kfv-rdeck.de

www.feuerwehr-itzehoe.de

www.kfv-steinburg.de

www.nord.feuerwehrtaucher.org


Wir möchten die Diskussion hier im Unfallforum schließen, da alle Daten die z.Zt. bekannt sind
veröffentlicht wurden, und die Familie dankbar wäre, wenn die Diskussion ein Ende finden würde.

Gunther


An dieser Stelle wurde der Thread von einem Taucher.Net Moderator geschlossen. Es sind keine weiteren Kommentare mehr möglich (und wahrscheinlich auch nicht nötig)!

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