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Tauchunfall Mexico, Cenote Chac Mool
Abgesandt von Redaktion -HS- Registriertes Mitglied am 23.04.2012 - 08:43:

Am Donnerstag, 19 April 2012 kam es in der Cenote "Chac Mol" zu einem tödlichen Tauchunfall.

Ein Ehepaar aus Brasilien tauchte gegen 16.00 zusammen mit einem Tauchguide ein. Sie verließen nach Meldungen der örtlichen Presse den ausgeleinten Bereich, verloren dem Anschein nach die Orientierung und fanden den Ausgang nicht mehr.

Dieser Unfall ist der erste mit Todesopfern in der Riviera Maya innerhalb des APSA Cenote Tauchen Programm, das in den späten 1990er Jahren begann.

Die Untersuchungen laufen.


Vielen Dank an Frank für die Meldung

Quelle(n)
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- neue Informationen zum Unfallhergang
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Antwort von kwm Registriertes Mitglied am 26.04.2012 - 23:32
Die Höhlen sind wenn man sich an die Regeln hält sehr sicher zu betauchen. Im ausgeleinten Bereich kann man sich nicht verirren.

Vor dem betauchen der Höhlen gibt es eine ausführliche Einweisung. Die Regeln sind klar und verständlich. Hier klicken | Hier klicken

Klaus
Antwort von Erwin99 Registriertes Mitglied am 27.04.2012 - 10:29
Klaus,

Du hast recht, die Regeln dort sind eindeutig
und die Grottenbereiche (nur diese werden von
"Touristen" betaucht, immer unter Führung eines Guides der eine Fullcave-Ausbildung hat)sind ausgeleint.

Im vorliegenden Fall hat wohl der Guide eindeutig gegen elementare Regeln verstossen.
Der Guide hat nicht nur den ausgeleinten Bereich verlassen (wie oben beschrieben), sondern ist auch noch (mit seinen Gästen) relativ weit in den Höhlenbereich eingedrungen.


Gefunden wurde die Gruppe ca. 10 Minuten vom Höhlenausgang entfernt (Information habe ich gestern von einem ortsansässigen Guide bekommen).

Die Regeln dort sind also ok, aber wenn der Guide gegen diese verstößt kann es problematisch werden.

- neue Lösungsansätze für das beschriebene Problem:

Ist nicht neu, aber trotzdem:
- nicht "blind" hinterher tauchen und
vorsichtig bleiben

Gruß

Erwin

Antwort von seepferdchen1001 Registriertes Mitglied am 04.05.2012 - 09:10
Bin selbst an dem Tag, als der Unfall passiert ist, in Chac Mool getaucht. Wir waren am Morgen die ersten in der Nachbar-Cenote Kukulkan und sind dann auch als eine der ersten Gruppen für den zweiten Tauchgang nach Chac Mool gewechselt. Dadurch, dass es in den Vortagen zum Teil heftig geregnet hatte, war die Sicht für Cenote-Verhältnisse nicht übermäßig üppig (im Vergleich zu Baggerseeverhältnisse in D aber immer noch gut). Allerdings sind nach uns auch noch einige Gruppen durch, so dass es nicht ausgeschlossen werden kann, dass durch aufgewirbeltes Sediment sich die Sicht im Laufe des Nachmittages noch weiter verschlechtert hat.

Dies alles ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass in diesem Fall wohl in der Tat ganz eklatant gegen die geltenden Regeln verstoßen worden ist. Auch ich kann unter Bezug auf meinen Guide vor Ort bestätigen, dass die verunglückten Taucher im für Touris nicht erlaubten Höhlenbereich gefunden worden sein sollen.



Red:gekürzt
Antwort von toto1495 Registriertes Mitglied am 17.07.2012 - 18:36
Wenn man sich mal die Vorgaben der Rec-Verbände betrachtet, das die direkte Distanz zur Oberfläche (Entfernung bis zum Ausgang + Tauchtiefe) in Summe 40m nicht übersteigen soll, und Grottentauchgänge nur im Tageslichtbereich statt finden sollen, muß man ganz klar sagen, das die Höhlen in Yucatan dieser Empfehlung nicht gerecht werden.

Jetzt absolviert man vor Ort Tauchgänge, die einem Rundkurs von 400 - 600 Metern Leinenlänge entspricht, was weit über das 10fache der zugestandenen Grenzen hinaus geht, so das es Höhlentauchgänge sind, und keine Grottentauchgänge.
Die Tatsache, das über mehrere Minuten der Abschnitt vom Tageslicht ohne Sichtkontakt zum Ausgang oder sogar irretierende Lichtreflexe anderer Einstiege oder Öffnungen die Taucher in die Irre führen, gestalten diese Art von Tauchgängen nicht sicherer.

Jetzt hat man vor Ort einen Weg gefunden, normale Taucher mit dem höchstmöglichen Maß an Sicherheit an diesem einmaligen Erlebnis teilhaben zu lassen, indem man alle gültigen Grenzen maßlos mißachtet, und alles was den Teilnehmern einfällt, ist sich weit ab der sicheren Leinen zu bewegen, ohne Sicht zum Ausstieg, ohne Orientierung, ohne entsprechendes Equipment und dazu noch bei schlechter Sicht, von der Ausbildung mal ganz zu schweigen.

Spicht irgendwie gegen den gesunden Menschenverstand.

Ich kann als Padi AOWDler auch nicht mit einem Trimixtaucher auf 85m Tiefe abtauchen, obwohl ich nur ne Mono 10 mit Luft hab.

Leider werfen diese Situationen immer wieder dunkle Schatten auf ein Erlebnis, welches einfach begeistern sollte.

Wer derartige Grenzerfahrung sucht, sollte sich auch darauf vorbereiten. Mein Leben einem Guide anzuvertrauen, der auch mal nen Blackout haben kann, ist keine gesunde Einstellung.
Antwort von Erwin99 Registriertes Mitglied am 21.07.2012 - 12:58
Hallo toto,
bleiben wir mal beim konkreten (Un) – Fall.

Hier ist ganz klar gegen die örtlichen Regeln verstoßen worden, nämlich das Eindringen in den Höhlenbereich (und zwar erheblich).
Hieraus abzuleiten, dass die Regeln nicht in Ordnung sind, weil diese möglicherweise abweichend von den Vorgaben technischer Verbände sind, halte ich, bezogen auf den Unglücksfall, für nicht logisch.

Diese Diskussion sollte bei Bedarf an anderer Stelle, unabhängig von diesem Unfall, von fachkundigen Tauchern geführt werden (zu denen ich nicht gehöre).

Meines Wissens wird dort seit über 15 Jahren „touristisch“ getaucht, ohne Todesfälle. Das spricht für sich (und die dort im konkreten Fall angewandten Regeln).

Eine Sache noch zur Klarstellung, speziell zur hier betroffenen Cenote Chac-Mool :

Diese Cenote hat meines Wissens 3 Möglichkeiten zum Ausstieg (also maximal 60m bis zur nächsten Oberfläche). Es ist also nicht so, dass man 400 – 600m an einer Leine taucht ohne Ausstiegsmöglichskeit und weit über das 10fache der zugestandenen Grenzen hinaus geht.
Antwort von seepferdchen1001 Registriertes Mitglied am 24.07.2012 - 14:16
Hallo,

möchte mich in der Sache auch noch mal melden und Erwin zustimmen.

Die verunfallten Taucher sind dem Vernehmen nach weit jenseits der für Touris gezogenen Grenzen im nicht freigegeben Höhlenbereich gefunden worden. Dieser Sachverhalt führt auch bei mir keinesfalls zu der Schlussfolgerung, dass die Regeln fürs Touri-Tauchen damit als falsch oder unzureichend in Frage zustellen sind.

@toto: Die von dir beschriebenen Effekte der "irritierenden Lichtreflexe", "andere Einstiege oder Öffnungen, die Taucher in die Irre führen" und "unsicheren Tauchgänge" habe ich als praktizierende Touri-Taucherin beim meinen bisherigen Cenote-Erfahrungen so nicht wahrgenommen. Vielleicht sollte man - sofern man zu Empfindungen des Unwohlseins neigt - das Tauchen an entsprechenden Spots dann auch bleiben lassen?
Betreffend Benutzung des gesunden Menschenverstandes möchte ich dir zustimmen, dies aber nicht auf das Cenote-Tauchen enschränken und die entsprechende Auswahl eines erfahrenen und ortskundigen Guides FÜR JEDEN GEFÜHRTEN TAUCHGANG IN UNBEKANNTEN GEWÄSSERN WELTWEIT explizit mit einschließen.

Eine für mich wichtige Frage wäre, welche Motivation Guide und Gäste hatten, in den für Touri-Taucher nicht freigegeben Höhlenbereich vorzudringen. Leider wird diese Frage unbeantwortet bleiben ... wobei ich persönlich angesichts der bereits im April bekannt gewordenen Begleitumstände NICHT davon ausgehe, dass ein "Irrtum mit tödlichem Ausgang/Blackout des Guide" gewissermaßen jederzeit als Damoklessschwert über allen Tauchern mit "normaler" Ausbildung und "normaler" Ausrüstung in den Cenoten auf Yucatan schwebt.

Manuela

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