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Tauchunfall am Attersee
Abgesandt von Herbert am 02.08.2001 - 10:09:

STEINBACH/ATTERSEE. Vermisst wird ein 26-jähriger Linzer, der Mittwoch am späten Nachmittag nach einem Tauchgang im Attersee nicht mehr an die Oberfläche gekommen ist. Insgesamt waren vier Linzer Versicherungsangestellte im Alter von 26 bis 34 Jahren beim sogenannten "Schwarzen Felsen" ins Wasser gestiegen. Nach einer Viertel Stunde tauchte einer der Männer wieder auf und rief um Hilfe. Auch seine zwei Kollegen konnten sich an die Wasseroberfläche retten, der vierte wurde von der Wasserrettung bis 20.30 Uhr gesucht. Dann wurde die Suche abgebrochen. Diese soll aber heute fortgesetzt werden.

Durch das schnelle Auftauchen zog sich einer der Männer, ein 31- Jähriger,
Lungenverletzungen zu. Er wurde mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus Traunstein geflogen, das sich auf die Behandlung verunglückter Taucher spezialisiert hat. Die beiden anderen Männer kamen mit leichten Lungenproblemen und einem Schock davon, sie wurden ins Landeskrankenhaus Salzburg gefahren. Die drei Geretteten konnten keine näheren Angaben darüber machen, was passiert war.
Sie gaben an, dass drei von ihnen in einer Tiefe von 54 Metern Probleme mit der
Sauerstoffzufuhr hatten.

Die Chancen den vierten Taucher zu finden, wird von Kennern des
Attersees als gering eingeschätzt. Im Bereich der Unfallstelle
befindet sich etwa 60 Meter vom Ufer entfernt eine Felswand, die
steil bis in eine Tiefe von 130 Metern abfällt. Wenn der Mann dort
hinunter gestürzt ist, wird man ihn kaum noch finden, sagen
Feuerwehrtaucher.

Heute, 2.8.2001 um 19:00 wird über den Vorfall und die
entsprechende Tauchstelle des Attersees ein Fernsehbericht
in ORF 2 gesendet.



Antwort von Markus Strobl (PADI Instructor) am 02.08.2001 - 11:21
Was hatten die vier auf 45m zu suchen ?
Diese Tiefe ist im Attersee Selbstmord !
Antwort von Armin am 02.08.2001 - 11:37
Hier die offizielle Meldung der Polizei:

Ein 31-jähriger Selbständiger, ein 34-jähriger Vertragsbediensteter, ein 26-jähriger Versicherungsvertreter sowie ein weiterer Versicherungskaufmann – nähere Daten unbekannt , alle vier aus Linz - unternahmen am 1.8.2001 gegen 17.30 Uhr im Gemeindegebiet von Steinbach einen Tauchgang in den Attersee.
Die vier Taucher gingen bis in eine Tiefe von ca. 55 Metern ab. Vermutlich dürften sie den Tauchgang zu rasch durchgeführt haben. Der 34-jährige VB konnte selbständig an die Wasseroberfläche gelangen. Der 31-jährige Selbständige sowie der (Daten unbekannt) Versicherungskaufmann kamen durch einen Notaufstieg hoch. Der Versicherungskaufmann war bereits bewußtlos und wurde vom 31-jährigen ans Ufer gezogen.
Der 26-jährige Versicherungsvertreter konnte die Wasseroberfläche nicht mehr erreichen. Es ist anzunehmen, dass er ertrunken ist.
Der bewußtlose Taucher wurde mit dem Notarzthubschrauber in die DEKO Kammer nach Traunstein BRD geflogen. Die beiden anderen Taucher wurden mit der Rettung und dem NAW ins LKH Salzburg gebracht.
Antwort von Landi am 02.08.2001 - 11:43
Man sollte eher Fragen: Was hatten Sie auf 54 Meter zu suchen??

Wie war die Ausrüstung???
2 Erste vereisungssichere Stufen, Doppelpack oder zusätzliche Ponyflasche für alle Notfälle ist das mindeste was man auf dieser Tiefe (wenn überhaupt) mithaben sollte.

Wie war der Ausbildungs und/oder Erfahrungszustand
dieser Gruppe und vorallem des schwächsten Tauchers??? Denn an diesem sollte man sich im mindesten Orientieren, denn sonst ist die gesammte Gruppe mit den Leistungen auf dieser Tiefe überfordert!

Es würde mich sehr freuen wenn sich auch die Betroffenen einmal Outen was denn nun wirklich unten passiert ist. Denn von Presse, Medien und Polizei gibt es zu diesen Themen immer nur Vermutungen und Indizien.

See you under water

Landi
P.S: Meine Trauer gilt dem Taucher der nun nicht mehr unter uns ist....
Antwort von torsten am 02.08.2001 - 12:01
Zuerst einmal möchte ich meine Trauer für den Verunglückten aussprechen.

Dann möchte ich keinen überflüssigen Kommentar hinzufügen, sondern einfach an alle, die diese traurige Nachricht lesen, appellieren, zum Nachdenken angeregt zu werden. Warum passieren an dieser Stelle immer wieder Tauchunfälle?

Es wird sicher nicht mehr lange dauern, bis hier ein generlles Tauchverbot ausgesprochen wird. Wollen wir Taucher das? Ich denke Nein!

Mein Mitgefühl gilt den Hinterbliebenen des Verunglückten und ich wünschen den anderen 3 Tauchern beste Genesung!
Antwort von harry am 02.08.2001 - 13:15
diese stelle ("schwarze wand"; "schwarze brücke") ist leider immer wieder schauplatz oft tödlicher tauchunfälle-
dort sind zwar nur max. 3 parkplätze vorhanden- der ansturm ist aber enorm...
von der wasseroberfläche fällt dort eine wand sénkrecht auf etwa 53 m ab- von dort führt ein kurzes plateau weiter richtung seemitte, von wo die wand weiter bis in 150m+ abfällt.
ich kann meine grundsätzliche einstellung nur wiederholen: 30 m sind mit druckluft in unseren seen für (uns)hobbytaucher genug !!!!
harry
mein mitgefühl den hinterbliebenen und den drei anderen tauchern.
Antwort von Christian am 02.08.2001 - 16:35
Warum müssen einige Taucher immer wieder übertreiben?
Ich finde es sehr schlimm, daß erst solche Unfälle passieren müssen, damit wieder einige von uns zum Nachdenken kommen, und die Presse wieder über alle Taucher herfallen kann.
Es tut mir sehr leid, vor allem für die Familie des verunglückten Tauchers, aber auch für seine Buddys.
Wir sollten alle beim nächsten Tauchgang daran denken, was wir gelernt haben. (40 mtr. - Ende!!!)
Das schützt uns alle, wie beim Motorradfahren
nicht vor Unfällen, doch es hält das Risiko in Grenzen.

In Trauer Christian

Antwort von pyti am 02.08.2001 - 17:52
Schon wieder so ein dumme Unfall, was nicht passieren darf. Es hat nur der Erste einen Vereiser gehabt und zwei getrente Regler, aber er
ist in Panik aufgetaucht. Die zwei anderen sind
hinten nach aufgetaucht und anscheinend haben den
vierten aus den Augen verloren. Der erste Taucher ist mittlerweile zu Hause und gesund. Die anderen
zwei haben gar nichts gehabt, sie waren bereits
gestern zu Hause. Für einen Vereiser verliert
der Partner das Leben,es ist traurig aber wahr.
Antwort von harry am 02.08.2001 - 19:12
update aus "oberösterreich heute" ORF2, eben 19:05:
ausfall der lungenautomaten bei 3 tauchern in 56 m (wenn ich viel glaube, aber das nicht...)
1 taucher unkontrollierter aufstieg/panik- lungenverletzungen, bereits am weg der besserung.
die beiden weiteren taucher machten einen kontrollierten notaufstieg und sind körperlich ok.
bei verunglückten taucher soll ein teil "explodiert" (geplatzer schlauch ? vereiser?)sein. (leiche wurde bisher nicht gefunden)
die ausrüstung der taucher war lt. gendarmerie tauchsachverständigen a.pacher (ein kompetenter, bekannter und sehr geschätzrer mann !)in sehr gutem zustand und modern.
ich zitiere hier 1:1 die aussagen eben aus dem fernsehen...(in klammer nur kleine anmerkungen meinerseits)
harry
Antwort von Herbert am 02.08.2001 - 19:24
mmh - in Tirol heute um 19:15 folgende Aussagen - zitiert:

Luftversorgung der "Sauerstoffflaschen" aller 4 Taucher durch Ausrüstungsmangel oder Unachtsamkeit ausgefallen. Es konnten 3 Taucher gerettet werden. Ein Taucher stieg in Panik auf und mußte wegen Lungenverletzung in ein Krankenhaus geflogen werden.

Antwort von Schnecke am 02.08.2001 - 21:17
tja ... heißt es nicht bei der arge-tauchen: 30m sind genug?

10 Taucher glaubens nicht und einer muß dran glauben...
Antwort von Rudi am 03.08.2001 - 09:55
So einfach ist das leider nicht! Die Ursachen für solche Unfälle sind fast immer die gleichen:
Selbstüberschätzung
Unerwartete Probleme (vereisen)
Falsche Reaktion weil die eigenen Fähigkeiten dem Anspruch des gewählten Tauchgangs nicht genügen.
Da können auch 20 und 30m zu viel sein. Da hilft nur eine vernünftige Ausbildung und vor allem ein langsames Hineinwachsen. Ein Bergsee ist eben anspruchsvoller (weil gefährlicher) als ein tropisches Gewässer.
Antwort von Anke Oertel am 03.08.2001 - 10:19
Hallo Freunde!
Es tut mir auch sehr leid was da wieder passiert ist...den Überlebenden und dem Verunglückten wünsche ich, daß sie sich gut erholen.
Ich hoffe auch, daß sie und andere für die Zukunft besser darrüber nachdenken wie sie einen solchen Tauchgang am sichersten durchführen, wenn sie ihn schon machen müssen...
Ich frage mich:
Möchte ich in einer solchen Tiefe verzweifelt nach dem Gerät meines Partners greifen, wärend dieser versucht das RICHTIGE Ventil meines Gerätes abzudrehen, wärend meinem Atemregler über 1300 L Luft in der Minute unter lautem Grollen entweichen und sich um das Ventil eine Eisschicht bildet?
Möchte ich ihn mit in den Tod reißen, wenn wir dabei an einer Steilwand sinken und nicht mehr tarieren können, weil das Sporttauchjacket des Partners, an dem ich klammere, nicht genug Auftrieb macht?
Möchte ich das, weil ich zu träge bin zwei Flaschen zum Wasser zu tragen- oder weil ich das Geld für eine zweite Ausrüstung nicht ausgeben will? Würde ich alleine nur für mich auch so tief tauchen- oder bekäme ich Angst?
Wenn ich eine redundante Ausrüstung habe: Beherrsche ich sie auch? Ist sie auch noch redundant, wenn ich die Flaschen nicht gleichmäßig abatme?
Wo sind die Tariersysteme dran? Bei wieviel Bar kehre ich um, damit ich auch sicher hoch komme, wenn ein System ganz ausfällt? Reicht mein Auftriebskörper- ist der auch doppelt?
Nur ein paar denkanstöße- man kann doch manches sicherer gestalten, wenn man sich eigenverantwortlich verhält, sich dementsprechend ausrüstet und sich nicht auf andere verläßt- aber auch dann ist es keine Garantie daß nichts passiert... das Tauchen ist eben lebensgefährlich, wie das ganze Leben an sich...

Eure Anke^ö^
Antwort von sally am 03.08.2001 - 10:56
liebe taucherkollegen!
ich möchte zu denken geben, dass die gruppe vielleicht gar nicht auf 50 m gehen wollte. könnte es nicht auch sein, dass sie ausgelöst durch ein problem in diese (un)tiefe geraten sind? dass fehler gemacht wurden und werden ist leider menschlich - aber man sollte menschen denen es im moment nicht gut geht nicht auch noch vorwürfe machen, weil sich dadurch ihr psychischer zustand sicher nicht verbessert und nichts rückgängig gemacht werden kann.

denken wir alle an sie und schenken wir ihnen unsere positive energie.

gut luft
sally
Antwort von Rudi am 03.08.2001 - 16:12
Leider bleiben wieder nur Vermutungen. Dabei währe es so wichtig die Ursachen zu kennen und daraus zu lernen....
Antwort von harry am 04.08.2001 - 18:36
die leiche des verunglückten tauchers wurde heute vormittag von feuerwehrtauchern in etwa 65 m tiefe gefunden und geborgen (info vor-ort)_______

harry
Antwort von Jessica am 04.08.2001 - 20:36
Taucher der Feuerwehr haben Samstag Früh die Leiche jenes 26-jährigen Linzers im Attersee gefunden, nach dem seit drei Tagen gesucht worden war.
Der Mann hatte Mittwoch Nachmittag einen Tauchgang mit drei Freunden unternommen. In einer Tiefe von rund 50 Metern war es zu Problemen gekommen, die drei Begleiter tauchten an die Oberfläche. Den 26-Jährigen verloren sie aus den Augen. Die Leiche des Mannes lag in rund 65 Meter Tiefe in einer zerklüfteten Felswand, erklärte ein Feuerwehrmann.

Die Suche nach dem Linzer war mit einer speziellen Unterwasserkamera unterstützt worden, denn die eigentliche Einsatztiefe der Feuerwehrtaucher endet bei 40 Meter. Beim Tauchgang am Mittwoch im Bereich von Steinbach am Attersee hatte es vermutlich Probleme mit der Pressluftversorgung gegeben, ein Lungenautomat dürfte in der Tiefe vereist sein.

Taucher lag in zerklüfteter Felswand
Einer der vier Sportler begann in Panik aufzusteigen. Seine Kameraden wollten ihn zunächst noch zurück halten, schafften es aber nicht. Sie folgten dem Mann. Der 26-jährige Linzer erreichte nicht mehr die Wasseroberfläche.

Quelle:Hier klicken
Antwort von Gunther am 05.08.2001 - 20:30
Wieder einmal wird unser schöner Sport durch einen schlimmen "Tauchunfall" in Verruf gebracht, und die Medien sind hieran nicht ohne Schuld. Wie kann man von einem Tauchunfall sprechen wenn in einer Tiefe von 54 Metern getaucht wurde??? Nach meiner Ansicht muss man hier von einem Unfall beim tauchen mit Todesfolge schreiben, aber nicht um einen Tauchunfall!!

Antwort von Jessica am 05.08.2001 - 20:37
Erzähl mal, wo ist denn da Deines Erachtens der Unterschied ?
Antwort von MARIO am 05.08.2001 - 23:12
AUCH MEIN TIEFES MITGEFÜHL ALLEN HINTERBLIEBENEN.

UND EIN WARNUNG AN UNS ALLE WAS GIBT ES IN UNSEREN SEEN AUF 50 METERN SO TOLLES ZU SEHEN
ICH BIN JEDE WOCHE 2x AM WEISSENSEE ( KÄRNTEN )
DIE SCHÖNSTEN TAUCHGÄNGE UND DIE TOLLSTEN FISCHE
SIEHT MAN IM 10-20 METER BEREICH.
ICH BIN JEDOCH AUCH GERNE ZWISCHEN 30 und 40METERN
DIES ALLERDINGS IM MEER .DEN ICH DENKE WIR ALLE GEHEN TAUCHEN UM ETWAS TOLLES ZU ERLEBEN UND ICH GLAUBE NICHT DAS MAN DIES IN UNSEREN SEEN AUF 40METERN ODER TIEFER KANN.
ICH BEDAUERE ES IMMER SEHR SOLCHE BERICHTE ÜBER UNSERE SPORTART ZU LESEN.
ICH SPRECHE NOCHMALS MEIN TIEFES MITGEFÜHL ALLEN HINTERBLIEBENEN AUS UND HOFFE WIR ALLE ÜBERLEGEN UNS OB ES SINN ERGIBT IN DIESE TIEFEN ABZUTAUCHEN.
Antwort von Armin am 06.08.2001 - 09:55
Die Leiche des 26jährigen wurde samstag früh mittels einer Spezialkamera geortet und geborgen.
Antwort von Sepp am 07.08.2001 - 09:51
Es ist das alte Lied der Selbstüberschätzung und der mangelnden Ausrüstung.
Das dadurch losgetretene Thema 40m sind genung ect. ist auch nicht neu.
Ich persönlich bin gegen das Reglementieren von Tiefenlimits - wie sollen sie auch überwacht werden?
Es soll jeder so tief tauchen wie er will, er soll aber auch über die entsprechende Ausbildung und Ausrüstung verfügen!
Unfälle mit Todesfolge hat es auch in geringeren Tiefen gegeben. Insofern halte ich die Tiefendiskussion für nicht zielführend. Was aber immer wieder auftritt ist die Ausrüstungsdiskussion.
Das tiefe TG eben einer besonderen Planung und Ausrüstung bedürfen sollte sich aber mittlerweile herumgesprochen haben.
Ich hoffe ich muß nicht alzubald wieder von einem Unfall im Attersee lesen. Mein Beileid gilt den Angehörigen des Toten, Mitleid mit Ihm selbst hält sich aber in Grenzen, denn die Dummheiten, die zu solchen Unfällen führen sind doch (fast) immer selbstgestrickt.
Antwort von Rudi am 07.08.2001 - 11:54
Ich kann Sepp nur recht geben!
Antwort von Thomas Weber am 10.08.2001 - 08:27
Ich kann Sepp in diesem Fall nur zustimmen!

Aber hat sich die komplette Tauchbranche den gegenwärtigen Zustand nicht selbst zu zuschreiben?

In Zeiten, in denen Tauchkurse und Ausrüstung zu Dumping-Preisen auf den Markt geschmissen werden darf man sich halt nicht wundern, daß Tauchen nur eine von vielen Freizeitbeschäftigungen ist und nicht das mit dem nötigen Ernst betriebene Hobby.

Ich möchte dem Verunfallten hiermit nicht unter-stellen, daß er einer von dieser Gruppe war, da ich über sein taucherisches Profil keine Informa-tionen habe.

Ich persönlich verstehe jedoch nicht, warum sich ausgerechnet die Unfälle an der Schwarzen Brücke häufen? Verglichen mit Tauchplätzen am Bodensee (z.b. Marienschlucht, Teufelstisch, Überlingen Parkhaus, Überlingen Liebesinsel, etc.), welcher mein "Haus und-Hofsee" ist, ist die Schwarze Brücke geradezu harmlos, da die Wand in diesem Sinne noch nicht einmal senkrecht abfällt.

Es stellen sich daher für mich die provokativen Fragen:

Sind die Leute nicht Willens sich in einen vernüftigen Trainingszustand zu versetzen oder versetzen zu lassen?

Ist es der Geiz oder die mangelnde Bereitschaft in seine Ausbildung, Ausrüstung oder ortskundige Taucher zu investieren, um solche Stellen betauchen zu können?

Ist einfach Selbstüberschätzung und mangelnde Selbstkritik, die leider solche Tauchgänge in Disastern enden lassen?

Ist es der Gruppenzwang, der Probleme herbeiführt?
Ein Taucher zeichnet sich meiner Meinung auch dadurch aus, indem er mal NEIN sagt!

Man würde damit auch en Rettungskräften einen Gefallen tun, da Diese bei den Bergeinsätzen unnötigerweise immer Ihr Leben riskieren.

Es wäre meiner Meinung nach falsch, den gleichen Fehler wie am Bodensee zu begehen und schöne Tauchplätze in ein Sperrgebiet zu verwandeln. Auch Tiefenlimits sind fehl am Platz, da es wiederum genügend Taucher gibt, die in Ihre Ausbildung/Erfahrung investieren um sich für solche Tauchgänge zu qualifzieren. Die Ausrüstung sollte bei Kaltwassertauchgängen sowieso kein Diskussionspunkt sein.

Auf die Gefahr hin, daß ich mal wieder eine Dikussionslawine lostrete.


Grüße!

Thomas
Antwort von Rudi am 10.08.2001 - 19:29
Hallo Thomas, du sprichst mir aus der Seele. Bei mir sind auch noch Fragen offen:
Welcher Verband bietet eine vernünftige Kaltwasserausbildung an?
Wer sagt den Tauchschülern schon bei der Erstausbildung worauf sie sich einlassen wenn sie einem kalten Gewässer auf 40m gehen?
Muß man wirklich erst ein Tech - Ausbildung machen weil mit der "Massenware Tropentaucher" mehr Geld zu machen ist?
Wo sind da die so großartigen "ideellen" Organisationen wie VDST, ÖTSV, SUSV usw?

Um was Klarzustellen: Ich bin VDST-Taucher!


Antwort von Thomas Weber am 10.08.2001 - 23:54
Hallo Rudi,

ich persönlich habe meine Ausbildung bei mehreren Organisationen gemacht. Zielsetzung war ein möglichst breit gefächertes Spektrum kennen zulernen. Ich möchte jetzt hier expleziet keinen Verband nennen, da ich die Erfahrung gemacht habe, daß in der ganzen Ausbildung alles vom entsprechenden Tauchlehrer/ Tauchschule und deren Umfeld abhängt. Gute Ausbildung kostest nun mal gutes Geld. Für den Fall, daß Du nähere Informationen brauchst, schreib mir doch privat eine E-Mail und ich kann Dir gerne die gewünschten Informationen geben.

Gruß!

Thomas
Antwort von Friedl am 12.08.2001 - 15:14
Hallo Tauchkollegen,
finde wirklich gut diese Diskussionen,obwohl manche Meldungen, wie die vom Markus Strobl für mich typisch sind. Gerade diese PADI Ausbildungen sind besonders im Ausland dazu da, damit Geld verdient wird, sonst nichts. Unsere Ausbildungen (in Europa´s Seen) sind sicherlich von Vorteil, trotzdem sicher auch nicht das Gelbe vom Ei.
Einfach zu sagen, "man darf nicht tiefer als ?? m tauchen", oder "da unten hat man nichts verloren etc. etc. weil es gibt ja so und so nichts zu sehen", bringt überhaupt nichts.
Viel hilfreicher wäre die Leute intensiver zu schulen einerseits, und zu mehr Selbstverantwortung andererseits zu erziehen.
Mit den, besonders bei PADI, festgelegten Tiefenregeln, wird man die tieferen Tauchgänge nicht verhindern.
Es sollte vielmehr in geeigneter Form festgehalten werden, welche Ausrüstung man für welches Gewässer haben muß. Wenn ich mir jedoch anschaue, mit welchen Ausrüstungen die Schulungen schon durchgeführt werden, wundert micht, wenn Unfälle passieren bei tieferen Tauchgängen mit "Rotes Meer" - Ausrüstung (= eine kaltwasseruntaugliche 1. Stufe usw.).

Hoffe, daß irgendwer einmal genauer berichten kann, was wirklich für eine Ausrüstung verwendet worden ist. Erst dann sollte man urteilen.
Schade, daß es wieder passiert ist!!
Friedl
Antwort von pyti am 12.08.2001 - 15:42
Dieser Unfall hat nicht viel mit der Ausrüstung zu tun. Alle Taucher haben zwei getrennte 1.Stufen
gehabt. Der verunglückte hat einen Vereiser gehabt
und die Partner haben die 1.Stufe gesperrt.
Die Taucher sind in Panik geraten und mit schnellen Aufstieg begonnen. Der verunglückte hat zu viel Luft auslassen und statt auftauchen ist
abgetaucht. Er hat versucht wieder zu tarieren,
aber der Inflator war an der vereisten Stufe
angeschlossen und die war zu. In zwischen waren die Partner weiter nach oben und haben keinen blickkontakt mehr gehabt. Es war auch keine erfahrene Taucher dabei, voriges Jahr die Ausbildung gemacht, aber keine schlechte.
Antwort von Rudi am 13.08.2001 - 06:51
Hallo Pyti,
danke für die Info! Allerdings war halt wieder mal ein vereister Automat der Auslöser. Natürlichkann man nicht immer alles der Ausrüstung zuordnen. Der Mensch ist schon das größere Risiko. An dieser Stelle hilft eben nur Ausbildung und Erfahrung, Hineinwachsen in kleinen Schritten.

Dem Verunglückten hilft es leider nicht mehr. Wenn aber diese Diskussion dazu geführt hat die Ursachen und Zusammenhänge für solche Unfälle klar darzustellen erspart das eventuell den einen oder anderen weiteren Unfall. Was können wir mehr tun?
Antwort von Heinz am 13.08.2001 - 20:35
Hallo Pyti !
Das dieser Unfall,laut deiner Meinung, nicht viel mit der Ausrüstung zu tun hat,kann ich nicht teilen.
Falls ein Trocki verwendet wird gehört der Inflatorschlauch vom Jacket an die erste Stufe,
der Infl.vom Trocki an die zweite-erste Stufe.
Somit habe ich bei einem Ausfall trotzdem eine
Tariermöglichkeit.
Wenn ohne Trocki getaucht wird,gehört der
Inflatorschlauch auf die zweite-erste Stufe.
Ich bin weiters der Meinung,dass die Schrauben
vom Doppelventil farblich stark differieren
sollten,(Neongelb)da man bei einem Vereiser durch den Luftblasenwirbel leicht das falsche Ventil
abdrehen kann .(alles schon vorgekommen)
Unsere Tauchgruppe hat aus dem Tod eines
Tauchfreundes im vorigem Jahr am Wörthersee,
gelernt und wir haben unsere Ausrüstungen dementsprechend umgebaut.
Antwort von pyti am 13.08.2001 - 21:09
Es wurde nass getaucht und eine 1.Stufe war in ordnung, leider waren Hauptautomat und Inflator zusammen auf der vereisten Stufe geschraubt.
In dieser kombination ist keine tariermöglichkeit
gegeben. Daher ist der Vereiser nicht Hauptgrund,
sondern mangel von Erfahrung. Ausrüstung schraubt
sich nicht von selbst oder?
Leider müssen immer Unfälle passieren, das man solche elemantare Regeln lernt.
Der verunglückte hätte auch mit Flossen auftauchen
können bis er Auftrieb hätte, aber in Panik ist gar nichts geschehen. Unter solche Umständen kann
ein Vereiser nicht Schuld sein.
Antwort von Andy am 13.08.2001 - 21:14
Ist auch bekannt auf welcher Tiefe das Problem auftrat ? War da zusätzlich zur mangelnden Erfahrung und Ausrüstungskonfiguration auch ein bißchen Stickstoffnarkose im Spiel ?
Antwort von pyti am 13.08.2001 - 21:37
Es waren schon ca. 50m, nasstauchen noch dazu.
Antwort von Herbert am 13.08.2001 - 22:05
Das bedeutet zusammengefaßt, ein Unfall der durch eine nicht der Ausbildung und Erfahrung angepaßten Tiefe primär verursacht wurde. Weitere sekundäre Auslöser das Konfigurationsproblem mit Inflator am Hauptautomaten (und zudem Naßtaucher - ohne Auftriebsredundanz) und Stickstoffnarkose.

Die Stickstoffnarkose dürfte (Mutmaßung meinerseits) warscheinlich das i-Tüpfelchen gewesen sein. Bedingt durch den Stress mit der Vereisung war höchstwarscheinlich eine erhöhte CO2 Konzentration aufgetreten die zusammen mit der Auskühlung (Naßtauchen) eine deutlich erhöhte Wirkung des Stickstoffes (Tiefenrausch) ergeben haben. Rationales handeln unter diesen Umständen - bzw. die Fähigkeit zur Problemlösung ist dann fast nicht mehr gegeben.

Die bei diesem Ereigniss notwendigen Tätigkeiten - wie manuelles Tarieren über Ausatemluft und falls notwendig über Flossen Auftrieb herstellen konnten durch die Narkose und der dadurch auch verstärkten Panik nicht mehr durchgeführt werden. Ein weiterer Hinweis auf das nicht mehr lösungsorientierte Handeln könnte man auch das verstärkte Luftablassen, das zum Absinken führte, sehen.

Leider das klassische Beispiel eines Tauchunfalls aufgrund mangelnder Erfahrung für den geplanten Tauchgang. Daraus aber direkt wieder Tiefenbegrenzungen ableiten zu wollen ist ein (leider) typisches Beispiel für Hauruck- oder Anlaßpolitik (. Viel mehr zeigen diese Art von Tauchunfällen, dass bereits während der Ausbildung deutlich verstärkter auf die möglichen Probleme beim Tauchen in größeren Tiefen aufmerksam gemacht werden muß. Sensibilisierung auf Ausrüstungsthemen, persönliche Erfahrung und Gefahrenpotentiale bei Mißachtung würden meiner Meinung nach deutlich mehr bringen als einfach auf Tiefengrenzen zu pochen.

Abschliessend nochmals mein tiefes Beileid an die Angehörigen und auch an die Mittaucher.
Antwort von Gerhard Pucher am 15.08.2001 - 00:41
Ermals mein Beileid an die Angehörigen von Martin B. . Ich wünsche auch den anderen 3 Tauchern die noch an dem Unfall bedeiligt waren alles Gute für die Zukunft.

Meine Damen und Herrn Ihr seid ja sehr gescheid und wißt was die 4 Taucher alles falsch gemacht haben ohne das Ihr dabei gewesen seid. Aber leider habe ich noch von keinem hier gehört das man auch beim Tauchen eine Notflasche oder Co2 Patrone im Jaket verwendet. Der Unfallort war außerdem nicht bei der "Schwarzrn Brücke" sondern weiter südlich.
Seit dem Unfall sind jetzt 14 Tage vergangen und ich hoffe das Ihr jetzt endlich Ruhe gebt und Euch um andere Sachen kümmert. Ich bin der Meinung es ist auch für die Angehörigen der beteiligten Taucher besser so, den sie kennen auch diese Adresse und wissen was teilweise für Blödsinn hier geschrieben wird.
mfg Gerhard Pucher
Antwort von Rudi am 15.08.2001 - 05:08
Gratuliere, ein sehr passender Kommentar. Mit derartigen Beiträgen würgt man erfolgreich eine Diskussion ab in der versucht wird die Zusammenhäge und Wirkungen eines derrtigen Unfalls zu diskutieren und zu und zu untersuchen. Könnte ja sein daß jemand daraus lernt und ein Unfall weniger passiert.
Fragt sich wirklich wer hier der "Gescheide " ist.
Es ist schon komisch daß immer wieder Leute mit solch unsachlichen Argumenten stören müssen.


Antwort von Mario am 21.08.2001 - 12:02
Auch wenn Gerhard der Meinung ist wir sollten uns um andere Sachen kümmern (angeln zum Beispiel), so habe ich aus dieser Diskussion etwas gelernt. Der Inflator gehöhrt an die zweite 1. Stufe. Also umbauen. Bisher hängt da bei mir nur der Octopus.
Tja, doch was gelernt, obwohl ich finde, dass ein Menschenleben ganz schön viel Lehrgeld ist.
Den Beileidswünschen schließe ich mich natürlich an.
Antwort von Klaus am 28.08.2001 - 15:02
An die Meckerer,

wen die Diskussion nicht interessiert, der braucht hier ja nicht nachzulesen.
Eine Diskussion um die Ursachen, Abläufe und mögliche Vermeidungsstrategieen von Tauchunfällen ist für alle von Nutzen. Selbst wenn nur die eigene Sensibilität für die möglichen Gefahren des Tauchens wieder geschärft wird.

Auch sollten sich möglichst viele "Anfänger" solche Foren durchlesen. Nicht weil alles Stimmt was hier so geschrieben wird, sondern weil man hier eine sehr breite Palette von Meinungen und Anregungen findet. Der jeweilige Unfall ist da mehr als Kristallisationkern zu sehen. Ich nehme jedenfalls hier diskutierte Themen regelmäßig in meine Theorieuntericht zum Thema und laß meine Schüler diskutieren.

Teilweise sehr interessant.


Immer gut Luft,

Klaus
Antwort von Andy am 01.09.2001 - 07:38
Hallo Klaus,

diese Idee die Inhalte zur Diskussion bei Ausbildung zu stellen finde ich ausgezeichnet. Habe selbst auch schon einiges für mich aus diesem Bereich gezogen.

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vom 29.11.2008 : Hallo, eine kurze Frage an alle Nutzer dieses Forums: ich bin stolzer Besitzer eines gebrauchten Sea & Sea YS-110 Blitzes. ... [mehr]

Videobeleuchtung
vom 29.11.2008 : Hallo, Ich möchte mir eine Videobeleuchtung für meine Cam kaufen. Benötige diese aber hauptsächlich für tropische Urlaubstgs ... [mehr]

Canon G7 und Ikelite
vom 28.11.2008 : Hallo zusammen Ich nutz seit längerem die G7 im Canon Gehäuse mit dem Inon D2000. Nach langem hin und her habe ich mich ... [mehr]

Forum int. Tauchunfälle

Auszug aus diesem Forum:


Tödlicher TU bin der Nähe der sp. Insel Colimbretes.
vom 12.12.2007 : Danke an Marco. El Periódico Mediterráneo und Levante-EMV haben geschrieben: Ein 35jähriger Taucher aus Alcobendas ... [mehr]

TU Canada - HMCS Cape Breton
vom 27.11.2007 : Am 24.11. betauchte ein Paar das Wrack der HMCS Cape Breton bei Nanaimo (SW von Kanada). Bei Eindringen ins Wrack wirbelten sie ... [mehr]

Tödlicher TU in Elphinstone
vom 23.11.2007 : Russische Medien berichteten, dass am Elphinstone-Riff am 21.11.2007 von einer vierköpfigen Truppe drei russische Taucher tödlich ... [mehr]




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