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Tauchunfall im Vierwaldstättersee (HS)
Abgesandt von Redaktion -HS - Registriertes Mitglied am 29.03.2010 - 14:07:

Seit Sonntagnachmittag werden zwei Taucher aus Frankreich im Vierwaldstättersee vermisst.

Die beiden aus dem Elsass stammenden Brüder hatten am Sonntagnachmittag bei Rütenen bei Beckenried NW zusammen mit einem 30-jährigen Kollegen in einer Tiefe von 40 bis 60 Meter getaucht.

Nach Angaben der Kriminalpolizei Nidwalden brach der 30-Jährige nach eigenen Angaben den Tauchgang ab und stieg nachdem er entsprechende Zeichen gegeben hatte und dies quittiert wurde auf.

Seine beiden Kollegen sind seither verschwunden.

Die Suche verlief bislang ergebnislos. Am Montagnachmittag soll eine Unterwasserkamera der Kantonspolizei Zürich zum Einsatz kommen.

Danke an die zahlreichen Melder des TU`s
Quellen:
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Bitte beachtet, beim Posten, dass nur folgende Postings freigegeben werden:

- neue Informationen zum Unfallhergang
- neue Fragen die sich daraus ergeben
- neue Lösungsansätze für das beschriebene Problem

Nicht freigegeben werden:

- reine Beileidsbekundungen
- allgemeine Betrachtungen
- ungesicherte Spekulationen über den Unfall
- off Topic Beiträge
- Fragen und Beiträge die schon vorliegen



Antwort von Beluga Registriertes Mitglied am 30.03.2010 - 19:48
Mich persönlich würde interessieren, ob dieser Tauchgang mit Pressluft oder einem TMX durchgeführt wurde. Leider finden sich dazu keine Informationen. Denn sollte dieser Tauchgang tatsächlich mit Luft durchgeführt worden sein, wäre dieser Unfall ein weiteres trauriges Beispiel, wie gefährlich und verantwortungslos ein Lufttauchgang in dieser Tiefe ist. Dies sollte auch weiterhin unbedingt in Forum hier thematisiert werden, da auch kürzlich wieder Anfragen -ob sowas mit Luft machbar- ist im hier im Forum gefragt wird.
Antwort von Zed Registriertes Mitglied am 30.03.2010 - 20:56
Am Montag, 29. März 2010, wurde die Suche fortgesetzt. Mit einem Polizeiboot der Kantonspolizei Nidwalden wurde die Wasseroberfläche abgesucht. Ein Boot mit einer Unterwasserkamera der Kantonspolizei Zürich stand ebenfalls im Einsatz. Dabei wurde der Grund des Vierwaldstättersees im Bereich des Ereignisortes abgesucht. Bis zum Abend verlief die Suche ergebnislos. Die Suche dauerte bis zum Einbruch der Dunkelheit an. Für Morgen Dienstag, 30. März 2010, ist die Fortsetzung der Suche vorgesehen.

Sobald neue Erkenntnisse über die Suchaktion vorhanden sind, wird die Kantonspolizei Nidwalden wieder orientieren.
Antwort von Armin Moderator am 01.04.2010 - 00:25
Die Suchmannschaften die im Vierwaldstättersee nach den beiden vermissten Tauchern suchen haben einen der beiden Taucher heute orten können. Wegen eines aufziehenden Sturms konnte der Leichnam des Tauchers jedoch nicht geborgen werden.

Kurz nach Mittag wurde der Taucher auf 110 Metern entdeckt. Das teilte die Kantonspolizei Nidwalden mit, die wie bereits in den Vortagen von einem Boot aus mit einem Mini-ROV suchte.

Die Such– und Bergungsarbeiten sollen morgen fortgesetzt werden.
Antwort von QRM Registriertes Mitglied am 31.03.2010 - 14:05
Auffällig ist für mich - neben dem geringen Alter der beiden Vermissten und der Tauchtiefe - die Tatsache, dass der 30-jährige Zeichen des Unwohlseins gegeben hat und dennoch alleine aufsteigen musste.

Wenn ein Buddy Probleme (gleich welcher Art) signalisiert und den Tauchgang abbrechen will, dann darf er nicht alleine gelassen werden. Das gilt gleichsam für ein Dreier- oder ein Zweierteam.

Einen Buddy alleine aus dieser Tiefe aufsteigen zu lassen, ist in meinen Augen nicht nur fahrlässig, sondern zeugt auch von mangelndem Teamgeist.

Antwort von Ricki18 Registriertes Mitglied am 31.03.2010 - 18:49
KANTON NIDWALDEN
JUSTIZ- UND SICHERHEITSDIREKTION KANTONSPOLIZEI
Kriminalpolizei

MEDIENINFORMATION
Beckenried: Tauchunfall

Ein Taucher konnte geortet, jedoch noch nicht geborgen werden
Mittwoch, 31.03.2010, wurde die Suche nach den zwei vermissten Tauchern im Gewässer vor
der Rütenen fortgesetzt. Es standen wiederum die Kantonspolizei Zürich mit einer Unterwasserkamera
und die Kapo NW mit einem Polizeiboot im Einsatz.
Kurz nach dem Mittag konnte in einer Tiefe von ca. 110 m ein Taucher geortet werden.
Die Bergung musste jedoch wegen aufkommendem Sturm abgebrochen werden.
Die Suche wird am Donnerstagmorgen wieder aufgenommen.


Stans, 31.03.2010
KANTONSPOLIZEI NIDWALDEN
Kriminalpolizei
B. Käslin
Antwort von Hans_S Moderator am 01.04.2010 - 12:35
31.03.2010

Von zahlreichen usern (vielen Dank!) bekamen wir folgenden Hinweis:

Einer der zwei Vermissten wurde auf 110Meter tod gefunden. Bergung wg. Schlechtwetters noch nicht möglich.

Infos:
Hier klicken
Antwort von wrack-uli Redaktionsmitglied am 01.04.2010 - 16:54
die Leiche wurde aus 101m Tiefe geborgen

Quelle
Hier klicken
Antwort von screen Registriertes Mitglied am 01.04.2010 - 12:35
Alles etwas seltsam, diese max Tiefe ist nichts mehr für normale Sporttaucher wenn auch eben noch mit 1,47 Partialdruck im Grenzbereich. Bitte nicht kommentieren, ich kenne die Regeln ! Und ist eine Person alleine aufgestiegen ? Aufgrund oft fehlerhafter Pressemeldungen lokaler Zeitschriften
über Tauchunfälle bin ich etwas skeptisch zu dem Vorgang.
Antwort von Euregiotaucher Registriertes Mitglied am 02.04.2010 - 23:06
Der zweite Vermisste Taucher konnte auch geortet und geborgen werden. Aus einer Tiefe von 100 Meter holten Einsatztaucher der Kantonspolizei diesen an die Oberfläche

Hier klicken
Antwort von Furunculus Registriertes Mitglied am 02.04.2010 - 12:59
Hallo allerseits.

Hier noch der aktuelle Beitrag (Gestern Abend, 1.4.10) der Sendung Schweiz aktuell zum Tauchunfall:
"Hier klicken"

Achtung: Ist in Schweizerdeutsch

PS: Ich weiss nicht, ob man ausserhalb der CH überhaupts auf das SF Videoportal zugreifen kann. Schreibt bitte noch kurz rein, ob Ihr (D, A,...) die Sendung ansehen konntet.
Antwort von kwolf1406 Registriertes Mitglied am 03.04.2010 - 01:40
@ QRM

aber nicht der, der alleine aufgestiegen ist, ist gestorben, sondern das Buddyteam. Damit ist die von Dir prinzipiell zu Recht angemahnte Verletzung der Regel nicht als Unfallursache zu diskuteren.
Antwort von Hans_S Moderator am 03.04.2010 - 09:50
Von weiteren usern (Vielen Dank) genannten Quellen:
Hier klicken
Hier klicken
Antwort von Euregiotaucher Registriertes Mitglied am 03.04.2010 - 10:51
Wer weiss schon was passiert ist - 40 - 60 Meter ist ja nun mal ne Differenz von 20 Metern - kaltes Wasser ...

Einem Taucher ist´s unwohl ... er will hoch - soweit sogut ... Irgendwo hab ich gelesen das der Taucher dem es unwohl war ins Krankenhaus (hospitalisiert) gekommen ist ... Wegen Unwohl ? Oder wegen Deko ?

Es ist nicht der Ort für "Rumspinnerein" - aber wie würde es unter "normalen" Umständen ablaufen:

3 Mann im Wasser - einem wird unwohl ---> das gesamte Tauchteam steigt auf ... unter einhaltung sämtlicher gelernter Vorschriften natürlich ...

Aber die Realität sieht doch anders aus: Irgendwas passt nicht - Jagd und Fluchtinstinkt - also nichts wie in die Richtung in der es die vermeintliche Sicherheit gibt ... der Taucher dem es unwohl war - steigt also auf - eventuell zu schnell - das zu klären ist nicht unsere Aufgabe - die beiden anderen folgen - ebenfalls zu schnell ? Einem der beiden geschieht irgendetwas - der Bruder will helfen ...

Macht für mich Sinn - Wie erfahren die beiden Brüder waren weiß ich nicht. Aber wenn´s aufgrund des Alters man nicht so erfahren war - war der andere Bruder mit der Situtation überlastet - Auftauchen und Selbstsichern ist der erste Gedanke - der zweite: Mach ich das hat der Bruder keine Chance mehr ....

Vielleicht hört man von dem 3. Taucher ja mal was - vielleicht geben die TC der beiden Aufschluss ...

In jedem Fall ein harter Schlag für die Familie der beiden Brüder ...
Antwort von uanliker Redaktionsmitglied am 07.04.2010 - 21:36
Hier klicken

Hier klicken

gruss Urs
Antwort von gadoog Registriertes Mitglied am 07.04.2010 - 20:21
Zitat aus:
"Hier klicken"
Die rechtsmedizinischen Untersuchungen zeigten, dass die beiden Taucher an der sogenannten Dekompressionskrankheit starben. Die Taucher waren zu schnell aufgestiegen, was wegen den Druckveränderungen tödliche Folgen haben kann.
Antwort von gadoog Registriertes Mitglied am 07.04.2010 - 20:29
Was ich aber zu diesem Bericht sagen möchte: Das die genannte "Deko" auch bei der Bergung aus 100 meter entstehen kann, weil der Blutkreislauf ja bekanntlich beim Ableben des Körpers zum Stillstand kommt und somit bei der Bergung keinen N2 im Blut abgebaut wird.
Antwort von schwob Registriertes Mitglied am 08.04.2010 - 10:46
neuer Bericht von FTU

Hier klicken
Antwort von moe Registriertes Mitglied am 08.04.2010 - 21:12
Gestern Abend kam wieder ein Bericht über den TU bei Beckenried im Schweiz Aktuell.

Dabei auch ein Tauchlehrer.

Mich hat an der ganzen Berichterstattung einiges gestört.

Wir haben unsere Freiwasser TG`s OWD an genau der Stelle im April 2003 absolviert.

Halbtrocken ( 7mm+7mm ) bei 4°C Wassertemperatur. ( und es waren einige andere Taucher ohne Trocki unterwegs )

40 min. auf 10 -20 Meter.

Klar es wurde kalt....aber sogar spoe, meine Frau hat das gut überstanden.

Es wurde im Bericht immer wieder auf das Tauchen bei diesen Bedingungen ohne Trocki hingewiesen.

Im Bericht wurde auch immer das Fehlen eines Tauchcomputers bemängelt.



Es wurde aber schon vor dem Computerzeitalter getaucht!

Uhr, Fini und Tiefenmesser.......und bei diesen Bedingungen und Ausrüstung eine vernünftige TG Planung!!



Für mich als " Anfänger " ( 50 TG`s ) war einer der gröbsten Fehler das Nichtzusammenbleiben der Buddies. No Go!!

Auch wenn der, der alleine aufgestiegen ist, überlebt hat.

Dann Selbstüberschätzung.

Es waren ja, laut Bericht, die beiden unerfahrenen Taucher die den TG fortgesetzt haben. OHNE SICH UM IHR DRITTES TEAMMITGLIED ZU SCHEREN.



UND das hat nichts mit fehlendem Compi oder Trocki zu tun.



Was nirgends erwähnt wurde war die Konfiguration der 1. Stufen. Waren zwei getrennte vorhanden..... Schlagwort Vereisung/Abblasen.



Auch wurde nirgends eine Aussage des Überlebenden bez. der TG Planung verlautbart.



Was mich am meisten gestört hat, war der Tauchlehrer der auch nur auf dem fehlenden Trocki und Compi " rumgeritten " ist.



moe









Schade, dass solche Berichte nicht sachlicher rüber gebracht werden.

Antwort von babel_fish Registriertes Mitglied am 09.04.2010 - 10:33
@moe:

Tatsächlich ist die Berichterstattung in den Schweizer Medien in vielen Punkten behaften von sachlicher Unkenntnis und schlechtem Recherchieren. Dies ist leider öfters in verschiedenen Themenbereichen der Fall und ist bedauerlich.

Jedoch sind deine geposteten Gedanken auch äusserst fragwürdig und zeugen davon, dass du vermutlich noch nicht vertiefter mit der Materie Tauchmedizin/Tauchunfällen beschäftigt hast.

Zurzeit ist es so, dass wir noch viel zu wenig Informationen haben um den Tauchunfall auch wirklich beurteilen zu können. Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass auch wenn alle Informationen und Auswertungen vorliegen, die Ursache für den Unfall nur sehr schwer zu Bestimmen ist. Oftmals ist es eine Verkettung von Umständen.

Trotzdem möchte ich dir einige Punkte zum Nachdenken geben:

- Tauchgänge auf 40m und mehr sind Welten gegenüber einem TG auf 10-20m! Mal kurz auf den RDP geschaut und du bist auf 20m in 45min am NDL. Auf 40m schon bei 9min!

- Eine Hypothermie begünstigt direkt das Auftreten einer DCS, weil durch die verringerte Körpertemperatur mehr Stickstoff im Gewebe gelöst wird. Gemäss Rechtsmedizin war DCS auf die Todesursache bei den beiden Tauchern.

- Durch Unterkühlung kann es zusätzlich zu Konzentrationsstörungen und Beeinträchtigung der manuellen Funktionen kommen. Was dies in einer Tiefe von 40m+ bedeutet, kannst du dir vielleicht selber vorstellen.

Wir wissen noch nicht mit welchem oder welchen Gasgemisch/en diese beiden Taucher getaucht sind. Aus meiner Sicht ein sehr wichtiger Punkt!

Der von dir am meisten kristierte Punkt würde ich mal mit Vorbehalt geniessen. Das Buddy-System ist gut und hat seine Berechtigung. Auch würde ich persönlich nicht so handeln wie die drei. Doch, wie sich der überlebende Taucher verhalten hat, wissen wir nicht. Hat er die richtigen Handzeichen gegeben? Haben die zwei anderen überhaupt verstanden, was er ihnen mitteilen möchte? Haben sie vor dem Tauchgang vereinbart, dass sie Solo-Aufsteigen können, wenn einer sich dafür entscheidet? Alles Fragen die wir nicht beantworten können und somit auch nicht vorschnell darüber Urteilen sollten, warum jemand was gemacht hat.
Antwort von Euregiotaucher Registriertes Mitglied am 09.04.2010 - 10:50
Also - um es vorsichtig auszudrücken - gaanz vorsichtig - ist in der heutigen Tauchausrüstung der Tauchcomputer ein Bestandteil ... sicherlich - man kann ohne Tauchcomputer tauchen - aber dann sollte man auch die Theorie und die Tabellen kennen und damit umzugehen wissen.

Oder anders:
Ein Bestandteil eines heutigen "Fortbewegungsmittel" ist der Airbag - bei früheren "Fortbewegungsmitteln" gab es das nicht und man hat die Fahrzeuge "optimiert"

Ob mit oder ohne Airbag - es gibt nach wie vor Tote ... aber die Gründe dafür sind unterschiedlich.

Dennoch schreit keiner: Zurück zur Kutsche und den Pferden (aber auch da gabs Probleme)

Also wenn man heute etwas schreibt das ein Taucher schlecht ausgerüstet war .. und dazu schreibt das auch ein TC nicht dabei war - würde ich vorsichtig sagen das dessen Ausrüstung nicht zum "Gängigen" Standard passt ..

Soviel mal dazu ...

Was unter Wasser passiert ist - wie ich oben schon schrieb - das weiß man halt nicht so genau
Antwort von Hans_S Moderator am 09.04.2010 - 12:09
via mail von mönchsrobbe:
- - - ----------------------------------------------War es fahrlässige Tötung?
Der Überlebende beim Tauchunfall war der Tauchlehrer der beiden Todesopfer. Deshalb gerät er nun selbst ins Zentrum der Ermittlungen....

Ein weiterer Bericht zum Tauchunfall :
War es fahrlässige Tötung?
Der Überlebende beim Tauchunfall war der Tauchlehrer der beiden Todesopfer. Deshalb gerät er nun selbst ins Zentrum der Ermittlungen....

Hier klicken
-------------------------------------------------
Eine Frage an moe: Deine Erfahrung in Ehren: Es ist ein Unterschied, ob du als OWD 10 - 20 min. auf 10 - 20 Meter tauchst und dann jederzeit bei Kälte an die Oberfläche kannst oder ob du einen Tauchgang zwischen 40 - 60 m absolvierst. (Selbstverständlich beides nass).

Leider sind keine Tauchzeiten übermittelt. Aber moe, erkläre mir bitte die Dekozeiten deiner OWD-Tabelle? Z.B. 15 min 60 m, bitte mit Zeit für alle Austauchstufen.

Meist werden von Ausländern mehrere Tauchgänge pro Tag absolviert. Ich kann mir vorstellen, dass es beim Tauchgang um 16.00 Uhr nicht der 1. Tauchgang wer. (Alarmierung Polizei 16.25 Uhr).
Antwort von kwolf1406 Registriertes Mitglied am 09.04.2010 - 18:39
Es bringt wenig, sich auf einzelne Punkte zu kaprizieren, ohne die Unfallursache zu kennen. Der fehlende Tauchcomputer ist imho nicht zu beanstanden, wenn die Taucher bezüglich Tabelle, Uhr und enstprechendem Können ausgebildet waren. Wenn.. aber das wissen wir nicht.
Wenn diese Diskussion überhaupt einen Sinn machen soll, dann in Verallgemeierungen im Sinne von Lehren ziehen. Da halte ich es aber für falsch, den TC mit einem Airbag gleichzusetzen. Ein hervorragend ausgerüsteter Taucher ist nicht einer, der ein bestimmtes Instument mit sich führt, sondern der, der die Funktion, die damit geleistet werden muss sicher stellt. Gerade bei tiefen Tauchgängen bietet eine Tabelle mehr Sicherheit, wenn man damit umgehen kann: Dann ist die Nullzeit kürzer und die Deko länger, als mit TC.

Kälteschutz ist schon sehr wichtig, weil Frieren und Kälte direkt auf N2-Narkose, Dekomprssion, Reaktions- und Handlungsfähigkeit einen sehr negativen Einfluss hat.
Antwort von Hans_S Moderator am 10.04.2010 - 01:57
kwolf: "Es bringt wenig, sich auf einzelne Punkte zu kaprizieren, ohne die Unfallursache zu kennen" -> exakt.

Auch aus diesem Grunde denke ich, dass eine Vertiefung dieser Diskussion bei Interesse in den Foren erfolgen sollte, nicht hier im Unfallthread.

Weitere Anmerkung 10.04.10, 23:00Uhr
Es hatte jeder Gelegenheit seinen Standpunkt darzulegen. Weitere Diskussionsbeiträge zu schon genannten Punkten werden nicht veröffentlicht. Es ist hier nicht nötig und zielführend, seine Meinung weiter zu untermauern. Eine Vertiefung, z.B. zu Aspekten einer sinnvollen Tauchplanung, kann bitte wie schon angemerkt in den dafür vorgesehen Foren erfolgen.
Antwort von Antiblabla Registriertes Mitglied am 11.04.2010 - 18:55
Für mich geht folgendes nicht auf: Beide Taucher starben an einem Dekounfall. Beide Taucher tauchten nass. Ich meine, es ist nicht möglich, mit einem Nassanzug in einer Tiefe von 40-60 m bei 4 Grad Celsius genügend N2 aufzuladen, dass dann 2 von 2 Tauchern sterben, wenn sie ohne Dekostop aufsteigen. Nach meiner Einschätzung zwingt einem die Kälte viel früher, den Aufstieg einzuleiten. Ich sage nicht, man könne nicht in die Deko kommen, aber das Auslassen von nur wenigen Minuten Deko bleibt ja oft sogar symptomlos. Vielleicht kann hier ein Fachmann etwas dazu sagen?
Antwort von kwolf1406 Registriertes Mitglied am 12.04.2010 - 23:42
@antiblabla

Dekounfall ist auch ohne Dekopflicht möglich, z.B. auch bei zu schnellem Aufstieg nach kurzer Grundzeit.
Gerade das wird durch Kälte fatal unterstützt, weil die schnellen Gewebe schneller aufsättigen, solange der Körper zu Beginn des Tauchgangs noch warm ist, als sie beim Aufstieg entsättigen können, wenn der Taucher ausgekühlt ist und die Durchblutung deswegen langsamer wird. Und die schnellen Gewebe sind die, die lebensbedrohliche Schäden nehmen: Nervengewebe).
Antwort von Antiblabla Registriertes Mitglied am 13.04.2010 - 11:00
Normaler Dekounfall ja, aber gleich 2 TÖDLICHE Dekounfälle? Gefühlsmässig erscheint mir das fast unmöglich. Aber eben: ein Fachmann wäre gefragt.
Antwort von Mönchsrobbe Registriertes Mitglied am 13.04.2010 - 12:51
@kwolf1406 Die fatalen Folgen der schnellen Gewebe bei Kälte. Genau so ist es. Danke.

Auch wenn die Rüttenen an einer Steilwand liegt, bis zur Kante von 14 - 16 m schwimmt man doch noch etwas. Und bei 60 m Tiefe ist schon schon weit draussen.

Bei einer "geschätzen" Grundzeit von 15 min. auf 60 m beträgt die gesamte Tauchdauer nach Bühlmann-Tabelle 43 min! (Für die Berechnung der Austauchstufen nimmt man immer die gesamte Tauchzeit und nimmt die höchste erreichte Tiefe an, was bei der Tabelle eine zusätzliche Sicherheit bedeutet) Der Compi rechnet anders.
Antwort von Doppeldreier Registriertes Mitglied am 13.04.2010 - 16:17
nun ist aber das Problem folgendes: Seit wann bekommt man einen Dekounfall unter Wasser, bei diesen Tauchzeiten und Tiefen?

Da gibt es sicher andere Sachen die viel eher eintreten. Ich würde mal sagen, hier war Stress maßgeblich und irgendwie hat sich daraus ein Unfall entwickelt. Wenig Erfahrung, auskühlen bis zur Bewegungsunfähigkeit der Finger, Dunkel und allein. Das perfekte Szenario zum durchdrehen.

Gruß,
D3
Antwort von kwolf1406 Registriertes Mitglied am 13.04.2010 - 17:10
@D3: Eigentlich wundere ich mich nun etwas. Was gibt es da noch zu deuteln? Die Rechtsmedizin hat Dekounfälle bestätigt. Warum auch immer zu schnell aufgestiegen wurde. Man muss man IMMER mit kontrollierter Geschwindigkeit auftauchen, egal wie kurz man unten war. (Auf 40m ist sogar schon nach 10 min die Nullzeit zu Ende.) .
Antwort von Antiblabla Registriertes Mitglied am 13.04.2010 - 17:49
Rütenen fällt sehr schnell, sehr steil ab, 60 m ist ganz und gar nicht weit draussen.

Die rechtsmedizinische Untersuchung ergab, dass die Taucher an der Dekokrankheit starben, insofern ist Doppeldreiers Mutmassung Makulatur.

Selbst wenn die Jungs 30 min Deko drauf hatten, was ich mit Nassanzug für fast unmöglich halte, ist es nach meinem Gefühl(!) unwahrscheinlich, dass sie nach einem schnellen Aufstieg gleich beide sterben. Wohlverstanden, wir sprechen hier von sterben, nicht von einem (auch schweren) Dekounfall mit Symptomen, die man überlebt.

Ein Fachmann wäre unverändert gefragt.
Antwort von gadoog Registriertes Mitglied am 13.04.2010 - 18:18
Erst eine N2 Narkose, folgend eine Hypoxie die ausgelöst wurde durch die starke physische Anstrengung begünstigt durch die Kälte ist eine Orientierungslosigkeit höchstwarscheinlich.
Somit ist es sehr gut nachvollziehen, dass eine Luftknappheit in grosser Tiefe entstanden ist und durch Panik ein unkontrollierter Notaufstieg der beiden eingeleitet wurde.
Vor ereichen der Wasseroberfläche das Bewustsein verlohren haben und danach wieder abgesunken sind.


Sollten die 2 Taucher den Bleigurt noch bei sich getragen haben, würde meine Teorie sich bestätigen, da mit Neoprene getaucht wurde.
Antwort von Hans_S Moderator am 14.04.2010 - 13:51
Dies Diskussion läuft teilweise etwas zu sehr im spekulativen Bereich. Diskussionen über Lehrinhalte, Entstehung von Dekoerkrankungen etc. sind besser im Forum aufgehoben. Es schwierig abzugrenzen. Wenn z.B. durch "gefühlte Wahrscheinlichkeiten" (keine Kritik, nur Beispiel) eine tiefergehende Diskussion entsteht, sprengt dies den Rahmen hier.

Wir möchten aus diesem Grunde nur noch beiträge zulassen, die sich ausschließlich an Fakten orientieren.
Antwort von Mönchsrobbe Registriertes Mitglied am 22.04.2010 - 16:06
Strafuntersuchung wegen mehrfahrer fahrlässiger Tötung gegen den Taucherlehrer wurde durch das Verhöramt Nidwalden eröffnet.

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Antwort von Euregiotaucher Registriertes Mitglied am 22.04.2010 - 17:02
Da gibt es für den überlebenden TL dann wohl ein Nachspiel:

Hier klicken
Antwort von ralfderchef Registriertes Mitglied am 11.05.2010 - 19:45
Wo hier nach dem "Fachmann" gerufen wurde, ich oute mich mal als solcher....
Ich bin mir ziemlich sicher, das im Obduktionsbericht mangels anderer Fakten von der DCS als "möglicher" Ursache gesprochen wurde. Was findet der Pathologe bei der Obduktion einer Leiche aus 100m Tiefe? Er findet Wasser in der Lunge und muß dann feststellen, ob schon zu Lebzeiten eingedrungen ist. Also Ertrinken Ja oder Nein(vermutlich ja). Das geht mit ein bisschen Knowhow. Er findet ein Herzversagen. Logisch. Und jetzt wird´s komplizierter. Allein durch die rasche Bergung entstehen natürlich Blasenartefakte. Und da wird´s recht schwierig, festzustellen ob die zu Lebzeiten oder post mortem entstanden sind. Tauchunfälle sind auch nicht das tägliche Brot der Pathologen, deswegen lohnt da auch nicht die Entwicklung ausgefeilter Techniken oder Modelle. Ich bin mir ziemlich sicher, das in einem deutschen pathologischen Gutachten als Todesursache "Ertrinkungstod" auftauchen würde (der wäre nämlich belegbar) und eine DCS/AGE whatever als mögliche Cofaktoren erwähnt würden. Und die Schweizer verstehen Ihr Handwerk sicher genau so. Die Presse schreibt, was der Leser sehen will.

Der vermutliche Hergang Tiefenrausch, Ensoufflement, Kälte, Panik, Notaufstieg, Ohnmacht und was auch immer bleibt spekulativ, weil uns die Opfer nicht berichten können.

Das juristische Nachspiel ist das gleiche wie in D-Land (Garantenstellung)....

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