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Tech- TU Millstättersee
Abgesandt von Harry am 05.09.2003 - 11:34:

Ein Sicherungstaucher aus Niederösterreich zeigte im Millstätter See (Kärnten) beim Auftauchen aus 100 Metern Tiefe Symptome einer Dekompressions-Krankheit. Er war als Sicherungstaucher beim Rekordversuch des Apnoe-Events eingesetzt.

Der Weltrekordversuch im Apnoe-Tieftauchen am Donnerstag nahm einen tragischen Verlauf. Der 27-jährige Techniker aus Neunkirchen, der über eine spezielle Tauchausbildung verfügt, war mit einer Spezialausrüstung ausgestattet, die das Tauchen bis in 150 Meter Tiefe erlaubt. Er tauchte aber nur bis 100 Meter.

Das Auftauchen verlief bis in eine Tiefe von ca. 40 Metern problemlos. Dann spürte der Sicherungstaucher plötzlich starke Kopfschmerzen. Einige Minuten nach dem Auftauchen zeigte er Lähmungserscheinungen an Armen und Beinen.

Nach der Erstversorgung durch den Notarzt wurde der Verunfallte Taucher in die Spezialklinik nach Graz geflogen, wo er in der Druckkammer behandelt wird.

Quelle: ORF Kärnten



Antwort von kaiserfisch am 05.09.2003 - 17:59
Der Unfall ereignete sich im Zuge eines Weltrekordversuches von Herbert Nitsch,einem Apnoe-Taucher der schon mehrere Weltrekorde hält. Weitere Info ist auf der Seite
www.Nullzeit.at zu finden.

Servus
Kaiserfisch
Antwort von kaiserfisch am 05.09.2003 - 18:54
Laut Bericht von ORF2 heute um 1838h passierte der Unfall beim Welltrekordversuch von Herbert Nitsch auf die Tiefe von 100 m. Der Rekord wurde nur um 20 cm verpast. Der Sicherungstaucher Schreier der sich in einer Tiefe von 100m eine Stunde aufhielt erlitt beim auftauchen einen Dekompresionsunfall. Er wurde unverzüglich in das LKH Graz gebracht und 3 bis 4 Stunden nach dem Unfall wurde die Rekrompressionsbehandlung in der Druckkammer begonnen.
Im heutigen ORF-Interview erklärte der Taucher das er fast wieder Beschwerdefrei ist. Die Frage ob er zu schnell aufgetaucht ist verneinte er. Er hat sich an seine Tabellen und seinen Computer gehalten.

Servus
Kaiserfisch
Antwort von kaiserfisch am 05.09.2003 - 18:58
NS: Der Weltrekord wurde heute von Herbert Nitsch auf 100 m verbessert.

Servus
Kaiserfisch
Antwort von harry am 05.09.2003 - 19:05
@kaiserfisch!
danke für deine akkuraten infos! den bericht im ORF2 hab ich glatt übersehen!

dem verunglückten sicherungstaucher an dieser stelle alles gute und rasche genesung!

harry (TN)
Antwort von peter am 05.09.2003 - 22:56
100m 60 minuten? bei einem normalen trimix (10/60 komme ich da auf über 100% CNS und über 500 minuten dauer des tg`s. mich würden einzelheiten der tauchgangsplanung, insbesondere die geatmeten gase interessieren.
Antwort von Emanuel am 06.09.2003 - 08:50
Mich freut, dass dieser TU noch recht glimpflich verlaufen ist. Das liegt wohl sicherlich auch daran, dass im Umfeld alles erdenkliche an Vorkehrungen für einen Notfall getroffen wurde und der Taucher schnell zur Rekrompressionsbehandlung in die Druckkammer kam.
Jedem Sporttaucher leuchtet ein, dass man bei einer Tiefe von 100m und Zeiten von 60 min. weit jenseits dessen ist, was als Routine-TG täglich praktiziert wird, und wo man sich inzwischen einfach auf Tabellen und Computer verlassen kann.
Meiner Ansicht nach sind die Tauchtabellen und Deko-Modelle für diese Tiefen und Zeiten noch zu wenig erprobt. Sie werden wahrscheinlich aufgrund von solchen "Unfällen" in der Zukunft noch mehrfach überarbeitet werden müssen, zeigt doch der Vorfall, dass hier einer der Toleranz-Grenzwerte überschritten wurde. Und das obwohl der Taucher sich an Tabellen und Computer gehalten hat!
Ähnlich wie die Deko-Tabellen für Sport-Tauchen (NZGs) ja auch in der Entwicklung bis jetzt mehrfach überarbeitet wurden, sollte man auch hier nochmals überprüfen, wann und wie einzelne Gewebearten zu kontrollierenden Geweben werden können. Bei den Trimix-Rechen-Modellen u.ä. wird meiner Ansicht nach noch zu wenig auf die grossen Unterschiede in der Physiologie des einzelnen eingegangen. So weisen durch die individuelle Physiologie des Tauchers die unterschiedlichen Gewebe-Arten (und nicht Kompartimente!) unterschiedliche Sättigungsgrade in unterschiedlichen Tiefen und Temperaturen auf, die schwer berechenbar sind und stark auch von der Umgebungstemperatur und dem Herzrhythmus abhängen. Dazu kommen Faktoren wie Gefäßdurchfluss (Stichwort Arteriosklerose) und Permeabilität der Gefäßwände und Zellwände. Faktoren, die sich nur schwer ohne intensive medizinische Untersuchung fassen lassen können, aber bei Zeiten von 60 Min. in 100m durchaus einen großen Einfluss auf das Sättigungs- und Entsättigungsverhalten des Tauchers haben.
Um dann verlässliche TG-Planung anhand von Tabellen für solchen Tiefen und Zeiten aufstellen zu können, wird es zumindest notwendig sein, einige Faktoren der individuellen Physiologie des Tauchers miteinzubeziehen.
Bis dahin bleibt dem Taucher, der sich in solche Tiefen und Zeiten wagen will, nur ein Rat, der sich bei allen TGs bewährt hat: reduziere deine Auftauch-Geschwindigkeit wo immer du kannst, insbesondere in den geringeren Tiefen, auch wenn der Computer dir mehr erlaubt!
Antwort von Micha W am 07.09.2003 - 10:03
Hmmmm ich bezweifle eine chte Grundzeit von 60Minuten auf 100m.
Weiss jemand da was genaues ? Bei 60Min auf 100m und skippen der Deko waere der Ausgang IMHO anders gewesen.
Antwort von Martin am 07.09.2003 - 15:42
Einige Klarstellungen, da ich es ja wssen muss (ich war ja der Sicherungstaucher):
eine GZ von 60 min auf 100m ist absoluter Nonsense. Meine GZ auf 100 war 15min (inkl. Abstieg). Die Gesamttauchzeit belief sich auf 106min. Der TG wurde mit einem elektronisch gesteuerten Rebreather durchgeführt der einwandfrei funktionierte. Ab 6m verwendete ich rinen O2 zur Deko.
Zur zusätzlichen Überwachung des O2 Partialdrucks und zur genauen Berechnung der Deko verwendete ich einen Mischgascomputer mit externen O2 Sensor. In keiner Phase des Tauchganges misachtete ich die Aufstiegsgeschwindigkeit, genauso beendete ich meine Deko planmässig ohne eine Dekostufe auszulassen.
Das ich diesen Unfall erlitt war ein unglücklicher Zufall, doch jetzt nach 3 Druckkammerfahren bin ich Beschwerdefrei.
Weiters möchte ich mich auch noch für die hervoragenden Betreuung durch alle Beteiligte Helfer vor Ort, dem Team des Notarzthubschraubers, Ärztinen u. Ärzten sowie den Krankenschwestern im LKH Graz bedanken.
Weitere seriose Fragen? Stelle sie!
Antwort von ioannis am 07.09.2003 - 18:12
@martin

Nach deine Meinung bzw. die der Atzte was war der
Grund /ausleser für den unfahl
Konnte vermeiden werden ????

Gruß
ioannis
Antwort von Micha W am 07.09.2003 - 19:35
@Martin,
gut, dachte ich mir fast mit den 60Minuten. Es gibt wenige, die in den Tiefen lange Grundzeiten mit dem Rebreather machen und dann waere es sich nicht so harmlos abgelaufen.
Prima, dass Du wieder beschwerdefrei bist !


Antwort von Euronaut37 am 08.09.2003 - 23:04
War das Dein tiefster/längster Tauchgang mit dem Rebreather ? Welcher O2 Partialdruck min/max war eingestellt/gewählt ? Am Vortage/Vortagen trainiert ? Bei 40 Meter oder vorher irgendwas umgestellt ? Messt ihr eigendlich auch CO2 ?
Bin noch nie so tief gewesen - habe aber später mal sowas vor.. Details interessiert mich..
Antwort von Thore am 09.09.2003 - 10:22
hi martin

- welches diluent hast du verwendet?
- welchen po2 hattest du eingestellt?
- bist du den vr3 (wenn es der war) mit konservatismus, wenn ja mit welchem getaucht?
- hast du bei aufstieg das diluent schon gewechselt oder erst auf 6 meter auf reinen o2?

aber das wichtigste ist: es geht dir wieder gut!!!

gruß

thore
www.ig-gase.de
Antwort von Micha W am 09.09.2003 - 10:28
Wenn ein VR3 im Spiel war, stuezt das meine These zu 3-stelligen TG mit dem Ding...
Antwort von Detlef am 11.09.2003 - 18:56
@alle: habe ich richtig gelesen, der Taucher hat zwar unterhalb von 40 Metern getaucht - mit einem Sicherungstaucher (oder Buddy) - er lebt noch - also ein KTB (kein Toter, Tauchgang mit Buddy (oder Absicherung durch Sicherungstaucher) - und schon wieder ist dies in meine Statistik eingeflossen (Negativpunkte für Solo-Taucher - sorry!)

Gruß Detlef


und immer ausreichend und saubere Luft
Antwort von cookiecutter am 11.09.2003 - 20:38
@detlef:

ich komm aus dem kopfschüttel nicht mehr raus

alles in mir sträubt sich, so etwas zu schreiben, aber es muss sein:

wenn es eine auszeichnung für den DÜMMSTEN BESUCHER der taucher.net foren des monats geben würde, dann wärst du unangefochten die NUMMER 1!

bitte lese den thread noch mal durch! wenns notwendig ist, auch 2-4x gaaaanz langsam!

es handelte sich hierbei um einen sicherungstaucher, der entsprechend ausgerüstet und ausgebildet war um im diesen tiefen zu tauchen!!!!

cut your cookies!
c.c.
Antwort von Blub am 12.09.2003 - 14:07
@ cc
na da pflicht ich dir bei.
vieleicht braucht ein Sicherungstaucher einen Sicherungstaucher für den Sicherungst auchgang um andere Sicherungstaucher beim Sicherungstauchen zu sichern.
aber sicher ist das nicht.
Grüässli Blub
Antwort von Detlef am 12.09.2003 - 18:08
@cookiekutter/blub:

Das spielt doch gar keine Rolle. Interessant ist doch nur, die Statistik fort zu treiben. Auch wenn ich mir gefallen lasse, der dümmste Besucher in diesen Foren zu sein, so stelle ich immer wieder fest - und da wird eben etwas total anderes behauptet:

Buddy-Tauchen ist sicherer - in jedem Fall, das belegt auch meine Statistik!

Also als dümmster Taucher bleibe ich wenigstens am Leben und hoffe, daß die "ganz schlauen" unter Euch, die sich insbesondere mit Solo-Tauchen rühmen wenigstens auch noch durch Hilfe anderer am Leben bleiben.

Ob nun super erfahren und perfekt ausgebildet, egal ob 4000 TG, es geht nur um die Statistik! Mehr Tote beim Solo-Tauchen und dieser Taucher hat sich wenigstens abgesichert!

Richtig lesen ist für manche eine Glückssache!

Gruß und immer ausreichend saubere und gute Luft

Detlef
Antwort von alex am 14.09.2003 - 12:34
dann sterbe ich doch lieber schlau, als dumm zu leben und die anderen mit so einem sch... zu nerven

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