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Thailand: DCS bei AOWD-Kurs Abgesandt von Christoph am 09.01.2002 :
Ko Lanta / Thailand
Taucherin erkrankt an DCS während A-OWD-Kurs
Nach dem 4. Tauchgang des A-OWD Kurses meldeten sich abends erste Symptome der DCS, welche aber noch als normale Übelkeit missachtet wurden. Danach Übelkeit / Erbrechen die ganze Nacht, und morgens glücklicherweise Diagnose und fahrt zur Dekompressionskammer nach Phuket.
Anscheinend wurde beim Aufstieg aus 30m ein Fels überschwommen, der nur 2-3m unter der Wasseroberfläche liegt, um dahinter den Deko-Stop in ausreichender Tiefe zu machen.
Dank der schnellen Fahrt ins Krankenhaus wurden bleibende Schäden verhindert.
Aber sollte hier nicht die Tauchleherin zur Verantwortung gezogen werden, die den Tauchgang geplant und geleitet hat? Oder ist das durchaus normal so einen kleinen Hügel zu überschwimmen? Den restlichen Tauchschüler ist nichts passiert.
Antwort von gerry am 09.01.2002 - 15:54 Naive Frage: Dekostop bei einem AOWD-Kurs? wird damit ausgesagt,dass das ein dekopflichtiger tg war?
Gerry`s Frage schließe ich mich erstmal an... der weiteren: Wie viele Tg waren denn an dem Tag erfolgt, wie sah die Reihenfolge der TGs aus (klingt aus dem Posting jetzt in etwa so, als sei der Tief-TG als zweiter TG des Tages erfolgt)?
Wäre fuer weitere Informationen dankbar.
Gruß,
Olaf
Antwort von Armin am 09.01.2002 - 17:30 Ich denke hier wurde der Sicherheitsstopp gemeint.
Antwort von Olaf am 09.01.2002 - 17:51 Denke ich auch, aber man weiß ja nie...
Antwort von Emanuel am 09.01.2002 - 17:58 Deko-Stop? Sicherheitsstop? bei 30m Tauchtiefe und welcher Zeit? Also mein Computer sagt mir als ersten Dekostop immer 1 Min. auf 3 Meter. - und auch das meist nur kurzfristig, wenn ich dann in weniger tiefem Wasser weitertauche und bei 5m meinen Safety-Stop mache, löscht sich das meist von allein. Damit bleibe ich sogar innerhalb der Grenzen der PADI-Tabelle, (wenn man so will). Somit hätte hier eigentlich selbst bei 1 Minute in 3m Tiefe und dann wieder 3 Min. auf 5m gar nichts passieren können. Es sei denn, die Deko-Stopps hätten aufgrund der Tauchprofile schon ganz anders aussehen müssen. Also wie lange waren die dann auf 30m? Oder vielleicht doch noch tiefer?
Für mich sieht das Problem hier eher anders aus:
hat nur die eine Taucherin den Kurs gemacht und das Problem gekriegt? Warum keine andere(n)?
Tauchen die dort mit Computer oder nach Tabelle oder vielleicht frei nach Schnauze?
Weil: wer misachtet denn in einem Advanced-Kurs so grob alle Sicherheitsregeln, dass es zu einer DCS kommt? Da zeigt ja jeder sofort auf den Tauchlehrer/die TLin!
Und, wie sah denn das "Tauchprofil" der Taucherin nun wirklich aus? Wiederholungstauchgänge? Oberflächenpausen?
Gab es überhaupt eine (gültige) Tauchmedizinische Untersuchung?
Die Geschichte hört sich schon fast so merkwürdig an, als ob sie jemand erfunden (bzw. "korrigiert") hätte, um ein Schauermärchen über PADI ins Internet setzen zu können. Oder tauchen wir vielleicht doch alle auch innerhalb unserer Nullzeitgrenzen schon am Rande des Abgrundes?
Antwort von Olaf am 09.01.2002 - 18:08 Korrigiert oder erfunden würde ich da nicht unterstellen...
Mit deinem letzten Kommentar hast Du aber sicher ein Stück weit Recht: In gewisser Hinsicht tauchen wir, ob nun mit Tabelle oder Computer, am Rande des Abgrundes, denn den "Norm-Taucher" gibt es ja nun mal nicht. Also kann es durchaus sein, daß jemand innerhalb eines an sich "sicheren" Profils aufgrund anderer Faktoren (Zahl der Wiederholungs-TG, Flüssigkeitsmangel etc.) Probleme mit DCS bekommt.
Es kann also durchaus sein, daß nur eine Person in der Gruppe Probleme bekommt, und auch dem Tauchlehrer kann nicht unbedingt die Schuld gegeben werden (s. obige Faktoren).
Gruß,
Olaf
Antwort von Christoph am 09.01.2002 - 18:18 Ihr habt recht. Ich meinte natürlich den Sicherheitsstop. Soweit ich weiss war es der 1. von 2 Tauchgängen und auch der tiefere.
Auch mich wundert es, das nur die eine Taucherin erkrankt ist.
Die Symptome Übelkeit, Erbrechen und starke Kopf- und Ohrenschmerzen werden im PADI-Handbuch ja nicht gerade als charakteristisch für die DCS genannt. Meint ihr es kann auch etwas anderes sein? (Ein leichtes Taubheitsgefühl im linken Arm war vorhanden)
Soweit ich weiss, wird in Thailand durchaus mit einer Tauchtabelle gearbeitet, und in einem Kurs sollte das auch das mindestes sein!
Erfunden wurde diese Geschichte auf keinen Fall, da ich ein Freund der Erkrankten bin. Meine mangelnden Informationen kommen daher, da ich erst einmal kurz mit ihr telefonieren konnte.
Sobald ich das Tauchprofil habe, werde ich es posten.
Antwort von gerry am 09.01.2002 - 19:01 kann mich euch nur anschließen, besonders weils als erstes ja wieder darum geht: ein schuldiger muss her
jetzt muss wohl doch ein bischen sarkasmus sein, ich bitte jetzt schon um entschuligung, aber:
wenn im PADI Handbuch nichts über die typischen symptome (und auch wie man das vermeiden kann)steht, wie kanns dann sein, das genau das unter anderem eine prüfungsfrage im OWD Kurs ist? nicht böse sein, aber es ist halt nun mal so, dass ein gewisses restrisiko bleibt
Antwort von Christoph am 09.01.2002 - 19:47 Gerry, deine Aussage "Ein Schuldiger muss her" kann ich hier nicht so stehen lassen. Ich meine, wenn an diesem TU jemand Schuld haben sollte, dann soll eben dieser auch zu seiner Verantwortung stehen. Falls es ein TU aufgrund des, wie Du schon sagtest, grundsätzlich vorhandenen Restrisikos sein sollte, kann man da nix machen. Aber dies zu wissen ist auch gut!
Im PADI-Handbuch stehen wohl die typischen Symptome (Prickeln, Gelenkschmerzen, etc.) aber ich meinte, dass Übelkeit, Erbrechen, Kopf- und Ohrenschmerzen dort nicht als Symptome aufgezählt werden.
Ich denke bevor hier jetzt weiter von euch oder von mir wild spekuliert wird, warten wir erstmal neue Fakten aus dem Land des Lächelns ab.
Und letzten Endes zählt sowieso nur, dass nochmal alles gut gegangen ist und keine Schäden zurückbleiben werden!
Antwort von gerry am 09.01.2002 - 20:12 @christoph. du hast in bezug auf ohrenschmerzen recht. das sind keine typischen anzeichen. übelkeit, erbrechen, kopfschmerzen, anhaltende erschöpfung, desorientierung, usw. wohl. aber ich denke darum gehts hier wirklich nicht, und du hast auch recht, das wichtigste ist, dass deine bekannte wieder vollständig gesund wird, und geklärt wird, was genau passiert ist. erst dann kann man darüber diskutieren ZITAT: Aber sollte hier nicht die Tauchlehrerin zur verantwortung....
;) ein (guter) ruf ist schneller zerstört, als aufgebaut...
Antwort von Olaf am 09.01.2002 - 20:27 Schließe mich da wiederum Gerry an... also gute Besserung erstmal!
Kopf- und Ohrenschmerzen könnten allerdings auch Anzeichen fuer ein zu schnelles Auftauchen sein... Aber wie schon geschrieben: Erstmal Schluss mit Spekulation, bis wir näheres wissen.
Gruß,
Olaf
Antwort von Andreas Ploch am 09.01.2002 - 23:06 Hallo zusammen!
Nur mal ein kleiner Hinweis und Diskussionsbeitrag:
Mindestens die Hälfte aller DCS-Fälle treten trotz einwandfreiem Tauchprofil (nach Compi oder Tabelle) einschl. Sicherheitsstopp auf.
Jedes Austauchverfahren, gleich ob nach Tabelle oder Computer errechnet, stellt immer nur eine mehr oder weniger grobe Annäherung an die tatsächlichen Gegebenheiten dar, welche aber aufgrund nahezu unendlich vieler Faktoren nicht genauer berechnet werden können. Möglicherweise ist an dem geschilderten Unfall daher niemand wirklich Schuld.
Ich habe z.B. letzlich einen Taucher behandelt, der nach einem TG auf 30 m mit ca. 1 h Tauchzeit und einer Mindest-Restnullzeit von 8 min (Rechenmodell ZH-L16A)eine muskulokutane DCS (Typ 1) erlitt.
Das Tauchprofil war nahezu mustergültig, und trotzdem...
Also: auch wenn man noch so vorsichtig taucht, kann es einen treffen. Das muss nicht zwangsläufig das persönliche Verschulden irgendwessen sein.
Antwort von Angelika am 10.01.2002 - 20:17 Tja, dennoch werde ich auch noch mal eben meinen Senf dazu geben.
Ihre Symptome (Übelkeit, Brechreiz, Schwindel) sprechen sogar schon für den schwereren DCS Typ II. Jeder denkt natürlich erst mal an die "leichteren" Typ I - Symptome (Taucherflöhe, Gelenk,-Muskelschmerzen.(s. Kromp/Roggenbach/Redebusch)
Mich würde interessieren, ob Sie mit einem Computer getaucht ist oder nicht! D.h. wie ja schon mehrfach erwähnt wurde: ihr ganz persönliches Tauchprofil zählt! Jeder Tauchtag saettigt schließlich den Körper mehr und mehr auf. Ich erwähne dies, da ich es im Ausland zum einen erlebt habe, dass Computer tageweise verliehen wurden (jeden Tag wurde bei 0 gestartet!) oder aber und das war in Thailand ohne Computer, wenn ein Guide / TL dabei war. (was o.k. ist, wenn man eine Tabelle richtig benutzt - aber echt selten kramt eine Schülerin diese im 20m Bereich raus und massregelt den TL - der TL sollte schließlich doch die Verantwortung tragen !)
Um deine erste Frage zu beantworten:
Nein, über einen Felsen, der ca 2m unter der Wasseroberfläche liegt, sollte man nach einem TG im 30m Bereich tunlichst nicht drübertauchen um dann wieder abzutauchen!! Das ist Bullshit - ein schlecht geplanter Tauchgang! Das darf eigentlich nicht passieren. Und zwar gerade WEIL die Compis nur Durchschnittswerte ermitteln !!!
Also: Sicherheitsstop vor dem vermutlich eher öden Felsen in 5m statt im schönen Korallengarten.
Auf jeden Fall wünsche ich deiner Bekannten eine Gute Besserung!
Sie selbst kann wirklich nichts dafür.
Antwort von Andreas Klein am 11.01.2002 - 17:24 Ich weiss ja nicht...
Erstmal ist jeder brevetierte Taucher fuer sich selbst verantwortlich und nicht irgend jemand anderes. Das betrifft insbesondere die Einhaltung der Tabellen/Computer-Vorgaben.
Bei diesem Unfall fehlen derzeit noch sehr viele Informationen (Tauchprofil, Aufstiegsgeschwindigkeiten, vorherige TG, Computernutzung, Art/Schwierigkeit des TG).
Und selbst bei Einhaltung der Vorgaben und Durchführung eines reinen Nullzeit-TG kann es dennoch zu Problemen kommen, wenn die körperliche Konstitution zu weit von der Durchschnittskonstitution entfernt war.
Auch das kurzfristige Überschreiten und anschliessendes Abtauchen auf die geforderte Tiefe ist selbst bei einem echten Deko-Stop möglich.
Viel interessanter wären hier die Details, ohne die ist jede Bewertung Spekulation.
Antwort von Jessica am 11.01.2002 - 18:04 "Soweit ich weiss war es der 1. von 2 Tauchgängen und auch der tiefere."
Hä ? Heißt das, sie hat danach noch einen TG gemacht ? Oder waren zwei geplant ?
Gruß, Jessica
Antwort von Angelika am 11.01.2002 - 20:00 @Andreas Klein:
Stimmt, jeder "brevetierte Taucher" ist für sich selbst verantwortlich (und man taucht ja eh auf eigene Gefahr). Aber soweit ich weiss hat man den OWD nach dem 4 TG in open water. Manch einer macht direkt im Anschluss den AOWD. Wieviele machen ihr Brevet so mal eben im Urlaub. Sie sind zwar brevetiert aber ... sie wissen nicht was sie tun. Vielleicht nicht wirklich. Ein TL sollte sich einfach dieser Verantwortung stellen. Er ist nicht einfach ein Guide der brevetierte Taucher führt, er sollte mehr leisten.
Zu deinem letzten Abschnitt: stimmt bedingt, es ist möglich aber dennoch gefährlich. (wie dieser Fall ja zeigt)
Auf jeden Fall sind dies alles nur Mutmaßungen solange die schon sooft beschriebenen weiteren Informationen fehlen. Klar.
Also ist wohl Christoph wieder gefragt!
Antwort von Andreas Klein am 11.01.2002 - 21:32 Die Verantwortung des TL ist unbestritten, aber ich sagte ja bereits, dass einfach zu viele Infos fehlen, um den Vorfall auch nur annährend bewerten zu können und ohne irgendjemand hier Unrecht zu tun.
Wie sind wohl auch hier mehrere Dinge zusammengekommen, ein oder zwei Faktoren alleine reichen normalerweise nicht aus.
Antwort von Christoph am 11.01.2002 - 22:19 Hallo, mittlerweile habe ich ein weiteres Mal mit der Betroffenen telefonieren können. So wie ich das jetzt verstanden habe, hat sie 2 Tage á 2 TG getaucht.
Am ersten Tag einmal 30m (20min auf 30m) und einmal 25m. Am zweiten Tag nochmals 2 TG mit max. 12m. Am dritten Tag wurde sie morgens nach Phuket gebracht. Allerdings hatte sie wohl schon während des zweiten Tages mit Übelkeit/Schwindel zu kämpfen, welche sie noch als Seekrankheit aufgrund des hohen Wellengangs abgetan hat. Auch weiss ich nicht, ob mit einem Tauchcomputer getaucht wurde...
Genauere Details kann ich euch leider nicht liefern, da es ihr noch nicht so gut geht und ich sie nicht mit zuvielen Detailfragen löchern wollte. (Nach 5 Sitzungen und insg. über 20h in der Deko-Kammer immernoch taubheitsgefühle im linken Fuß und Arm! Die Ärtze sind erstaunt, dass alles so langsam besser wird.)
Da ich selbst einer dieser "Ich- Mach- Mal-Schnell-Im-Urlaub-Den-Tauchschein-Taucher" bin, weiss ich leider auch nicht ganz genau, welche Details ihr noch erwartet... die genauen Tauchprofile wirds, wenn überhaupt, wohl erst nach ihrer Rückkehr geben.
P.S.: In meinem Tauchkurs habe ich meine TLin übrigens auch NIE mit einer Tabelle hantieren sehen.... was mir heute auch ein wenig spanisch vorkommt. Die machen eben immer ihre Standard-TGe an den gleichen Stellen und haben`s wohl (hoffentlich) einmal zu beginn ihrer Karriere ausgerechnet... ich vermute(!) mal hier war es genauso, aber da wären wir ja wieder beim spekulieren...
Antwort von Emanuel am 12.01.2002 - 20:00 @ Christoph: ??? Hm, ich kenne kaum einen TL, der sich auf die Tabellen stützt, da jeder weiß, dass die Tabellen für die meisten Tauchgänge zu ungenau sind; d.h. keiner taucht in der Realität wirklich ein Tauchprofil, wie es den Tabellen zugrunde gelegt wird. Daher tauchen die meisten Tauchlehrer und Taucher mit Computern, die ihnen das Multilevel-Diving ermöglichen sollen. Ich kann mir auch keinen Tauchlehrer mehr denken, der sich auf die Limits der Tabellen bechränken würde, ist man doch bei "Wiederholungstauchgängen" dann ziemlich limitiert, und Tauchcomputer sind inzwischen ja wirklich nicht mehr teuer...
Taucht aber ein Tauchlehrer wirklich ohne, ist´s für mich eher ein Anzeichen, dass er es nicht so genau nimmt. Ausnahme: er macht nach längerer Pause nur 1 oder 2 TGs und die nicht so tief, bzw. genau nach vorberechnetem Profil...
Und: "zu Beginn der Karriere ausgerechnete Standardtauchgänge"??? Vergiss es doch bitte!
Frag "sie" bitte doch lieber mal, ob sie überhaupt einen Computer in der ganzen Gruppe dabei hatten...
Und dann 5 Sitzungen in der Dekokammer mit über 20h? Immer noch Taubheitsgefühle? Könnte es sein, dass hier eine Fehldiagnose vorliegt? Vielleicht einen möglichen Gefäßverschluß ("Thrombose") übersehen?
Mir kommt es doch sehr schleierhaft vor, dass sie anscheinend die einzige ist, die Probleme hat, aber man sie dann über 20h Stunden in der Dekokammer behandelt. (Aber vielleicht war ja in ihrer Flasche reiner Stickstoff drin?)
Eigentlich würde ich sagen, gehört sie in Behandlung von einem "richtigen Arzt" z.B. in Dtld., der sie auch umfassend untersuchen kann. Aber das Risiko des Fluges bei einer möglichen Thrombose ist natürlich auch nicht zu unterschätzen. Guter Rat ist teuer. Wer weiss einen guten (deutschen) Arzt in Thailand, (wo sie anscheinend immer noch ist)? Zur Not die Botschaft in Bangkok anrufen!
Antwort von Angelika am 13.01.2002 - 13:38 Hm, zur Tabelle: mag sein dass das an der unterschiedlichen Ausbildung von Padi und CMAS liegt. Ohne Compi ist die Tabelle schliesslich unerlaesslich. Abgesehen davon taucht man mit Tabelle sicherer als mit herkoemmlichen Compis, wenn auch vermutlich kuerzer.
Dass nur eine in einer Gruppe eine DCS entwickelt ist nicht ungewöhnlich, da eben der individuelle Gesundheitszustand und das sooft zitierte Tauchprofil dafür entscheidend sind.
Bedenklich ist jedoch in der Tat, dass die Symptome nicht zurueckgehen. Mag entweder ein sehr hartnäckiges N2-Gasblaeschen sein oder aber vielleicht ein Mikroblaeschen, dass in die Blutbahn gelangte und eben irgendwie eine Thrombose verursachte .... aber da sind wir wieder im Bereich der Spekulation.
Lassen wir es die Ärzte richten. Die wissen hoffentlich was sie tun.
Antwort von Sepp am 14.01.2002 - 12:34 Ich bin zwar kein Arzt, aber ist die Möglichkeit eines Schlaganfalles überhaupt in Erwägung gezogen worden? (Der kann auch schon in jungen Jahren eintreten).
Wichtiger aber: GUTE BESSERUNG
Antwort von Martin am 15.01.2002 - 11:40 Grüß Euch !!
Ich finde ein Deko Stop ist selbst bei einem AOWD Kurs eine Sache die OK ist. Also ein Taucher der so einen Kurs macht soll ja schließlich ein erfahrener Taucher sein und der Kurs sollte mer oder weniger ein Check sein. Leider kann man bei einer gewissen Agentur Kurse für "erfahrene Taucher" schon einige Tage nach dem OWD machen. Das es hier nur um Kohle geht und weiterhin die mitgliederstärkste Agentur der Welt zu bleiben ist ja offensichtlich. Hier ist das Problem, da das Niveau natürlich niedrig sein muß. Denn wer ist schon eine Woche nach dem Führerschein ein erfahrener Autofahrer?
Antwort von Olaf am 15.01.2002 - 13:27 Irgendwie versteh` ich Dich nicht, Martin:
Auf der einen Seite ist es OK, bei einem AOWD einen Dekostop zu machen, andererseits sagst Du, daß es sich bei Schülern in diesen Kursen nicht unbedingt um erfahrene Taucher handelt...Hmm...
Also ganz klar: Nach PADI-Richtlinien (welche Ausbildungsorganisation war`s denn eigentlich im vorliegenden Fall?) sollen keine Deko-TG geplant werden, ein Deko-Stopp wird lediglich dann eingelegt, wenn die Nullzeit versehentlich überschritten wurde.
Der PADI-AOWD richtet sich aus meiner Sicht eben nicht unbedingt an erfahrene Taucher, sondern an solche, die mehr über das Tauchen wissen möchten, um mal einer zu werden. Dementsprechend macht der Kurs aus meiner Sicht Sinn, und ein Deko-Stop hat hier absolut nichts verloren.
Sorry, wollte den Thread damit nicht sprengen und am Thema vorbei ist es auch, aber AOWD und Deko passt für mich nicht zusammen.
Gruß,
Olaf
Antwort von Emanuel am 15.01.2002 - 15:32 Hallo, da sich mein Kommentar etwas länger liest, setze ich ihn auf die Diskussionseite Tauchmedizin, ok?
Antwort von Sepp am 15.01.2002 - 16:23 Hallo Emanuel!
Hab Deinen Kommentar gelesen. Es bleibt aber die Frage, ob überhaupt an einen Schlaganfall gedacht wurde, oder ob nach dem Motto: Taucher mit diesen Symptomen = Tauchunfall eine mögliche Andere Diagnose verhindert wurde - was in weiterer Folge dann auch eine falsche Behandlung ergibt (wenn es kein TU ist).
Antwort von Christoph am 15.01.2002 - 19:50 Ich habe heute die Nachricht erhalten, dass es meiner Bekannten soweit wieder gut geht, und sie in Phuket aus dem Krankenhaus entlassen wurde.
Ich habe auch noch erfahren, dass die TLin einen Tauchcomputer dabei hatte, und diesem zu Folge alles in Ordnung war. (Sie hätten anscheinend noch 4 Minten länger auf 30m bleiben können.)Ich werde mich bemühen nach Ihrer Rückkehr (nächste Woche) die kompletten Tauchprofile hier ins Forum zu stellen.
@Olaf: Es war ein PADI Advanced Open Water Diver Kurs.
Vielen Dank an alle die Besserungswünsche geschickt haben, wie es aussieht haben sie was gebracht!
Und bis jetzt kann man auch sagen "Glück im Unglück", denn so wie es jetzt scheint ist ja alles nochmal gut gegangen. Toi, toi, toi!
Antwort von Olaf am 15.01.2002 - 21:01 Freue mich zu hören, daß es Deiner Bekannten wieder besser geht!
Antwort von Andreas Klein am 15.01.2002 - 23:42 Moment... der Computer des TL alleine ist kein Maßstab. In diesen Tiefen machen Unterschiede von 1-2 m bereits sehr viel aus und als TL kann man es kaum sicherstellen, _immer_ tiefer als seine Schüler zu sein. Nach Computer kann ich nur tauchen (mit Schülern) wenn alle einen haben oder ich muss auf die Tabelle zurückgreifen... so einfach ist es dann auch wieder nicht.
Antwort von Olaf am 16.01.2002 - 09:56 Ganz davon abgesehen, daß der Intsructor mit dem Computer vielleicht seit drei Tagen nicht im Wasser war, die Schüler aber keden Tag 2 Wiederholungs-TG hatten... ein seltsamer Nachgeschmackt bleibt auf jeden Fall.
Gruß,
Olaf
Antwort von Emanuel am 16.01.2002 - 14:26 Mit meinen (anscheinend nicht differenziert genug erscheinenden) Ausführungen auf den Diskussionsseiten Tauchmedizin wollte ich lediglich vereinfacht und abgekürzt auf das Thema Gefäßverschluss und Folgerisiken hinweisen, die für mich (möglicherweise) aufgrund der geschilderten Symptome trotz derzeitiger Besserung und Entlassung aus dem Hospital bei diesem vermeintlichen "Tauchunfall" noch im Raum stehen. Sollte ich mich geirrt haben, Glück und vielleicht doch gute Ärzte gehabt...
Antwort von Chris am 16.01.2002 - 23:12 Jetzt kann man sich totdiskutieren warum/wieso usw. Manchmal hat es auch einfach andere Gründe..
Sehr oft kommt es z.B. auch dadurch zustande dass viel zu wenig Flüssigkeit zu sich genommen werden, welches besonders oft bei Frauen der Fall ist. Oder wenn in der Vergangenheit mal ein Venenstripping unternommen wurde..
Mann kann nicht immer einen Schudigen finden auch wenn man es gerne möchte.
Tucholski sagte mal:
Wenn ein deutscher hinfällt bleibt er erst mal liegen und überlegt wen er dafür verantwortlich machen kann.
Oder Nonaka:
Die Deutschen lösen die Schuldfrage, die Japaner das Problem.
Denkt mal darüber nach
Grüssel Chris
Antwort von Patrick am 18.01.2002 - 16:48 Soweit ich das sehe, gibt es hierbei keinen Schuldigen. Die Modelle auf denen Tabellen und Computer basieren koennen eben keinen 100% Schutz vor DCS bieten. Nur einen Computer pro Gruppe dabeizuhaben ist voellig OK, WENN der Tauchgang vorher geplant und das Tauchprofil jedem mitgeteilt wurde. Der Computer wird dann praktisch "nur" zur Tiefen-, Zeitmessung und als Backup benutzt und das ist vöellig in Ordnung. Sich nur auf den Computer zu verlassen ist kein Bestandteil irgendeines Kurses im PADI-System und meines Wissens auch keiner anderen Organisation.
In einem AOW-Kurs sind zwar zertifizierte Taucher, doch der Instructor ist trotzdem verantwortlich, wenn er Fehler macht und muss darauf achten, dass jeder das vereinbarte Profil einhaelt.
Ueber einen Felsen zu tauchen und danach den Safety Stop zu machen, ist nicht unbedingt Lehrbuchmaessig und kein tolles Beispiel fuer Tauchschueler, aber wohl kaum der Grund fuer die DCS und auch kein Verstoss gegen irgendwelche Standards. Gerade bei einem Kurs sollte man deshalb ja auch ein konservatives Profil waehlen, denn man kann sich ja schlecht darauf verlassen, dass die Schueler nicht schneller als man selbst auftauchen und beim Safety Stop keine Probleme mit der Tarierung haben.
Das Tucholski-Zitat finde ich leider sehr zutreffend...
Antwort von Emanuel am 19.01.2002 - 22:28 Alles schön und gut! Ich finde es allmählich auch grotesk...
Aber kann mir irgendjemand erklären, was die 5 "Sitzungen" mit insgesamt über 20 h in der Dekokammer gebracht haben, wenn nacher noch Taubheitsgefühle in linkem Fuß und Arm verbleiben?
Ich meine: wie kommt man überhaupt darauf?
Und auf nix andres?
Und was passiert da?
Welcher "Arzt" (oder wer auch immer) kann mir das erklären?
Antwort von Emanuel am 19.01.2002 - 23:01 Alles schön und gut! Ich finde es allmählich auch grotesk...
Ich brauche keinen Schuldigen oder so was. Ich hab ja auch keinen Schaden davon getragen...
Aber kann mir irgendjemand erklären, was die 5 "Sitzungen" mit insgesamt über 20 h in der Dekokammer gebracht haben, wenn nacher noch Taubheitsgefühle in linkem Fuß und Arm verbleiben?
Ich meine: wie kommt man überhaupt darauf: 20h Deko (mit Intervallen)?
Und auf nix andres? Bei den Symptomen!
Und was passiert da?
Welcher "Arzt" (oder wer auch immer) kann mir das erklären? (Selbst Tucholski wüsste in so einem Fall vielleicht ganz gerne was los ist!)
Antwort von Spekulant am 20.01.2002 - 06:43 Möchte nicht geprügelt werden und was genaues (Diagnose betreffend)ist nicht bekannt,viele nehmen Anteil und fragen sich warum DCS bei diesem Profil entstanden ist?
Können diese schlaganfallähnlichen, halbseitigen Symptome, von durch Mikrobläschen im Gehirn verursachten Blockierungen der Gefäße bedingt sein? Durch Unterversorgung entstehen weitere Schäden.
Ein PFO könnte vielleicht vorliegen. Es sollen ja 30% der Bevölkerung damit "geschlagen" sein.
Ich freue mich daß der Verunfallte Glück im Unglück hatte und wünsche ihm, Dir eine gute und schnelle Besserung.
Antwort von Spekulant am 20.01.2002 - 07:02 ich wünsche natürlich IHR alles Gute!!!
Labert nich nur Muell - taucht auch mal .... und nagelt Euch PADI ans Knie
Antwort von Gunther am 11.03.2002 - 09:08 Hi,
lieber "ich", les Deien Text selber und...
Da eine DCI immer sehr viele Auslöser mit unterschiedlicher Ausprägung haben kann, werden wir diesen Fall wohl nie ganz klären.
Bedenklich finde ich jedoch die Disskussion über die Tabellen. Wer die nicht richtig lesen kann, sollte aus dem Wasser bleiben, Tauchcomputer können ausfallen, und dann bleibt nur die Tabelle.
Sie birgt normalerweise eine geringeres Risikop als der Tcomputer, da die Reserven darin sehr ausgprögt sind, wärend eine Tcomputer sehr viel näher an die Grenzen rückt.
Wue schon bei einigen Äuserungen angeklungen, müsste man hier wohl auch mal die ausbildung des TL als auch der Taucherin betrachten. Ich persönlich habe sicher gestellt, dass meine Famielie (5Taucher) alle solide nach VDTL ausgebildet werden. Es gibt da Anbieter, bei denen läuft es mir kalt den Rücken herunter....
Ich hoofe der Taucherinn geht es bald wieder besser, und sie wird noch oder wieder Spaß an unserem gemeinsamen Hobby finden können.
Antwort von Christian Mietz am 12.03.2002 - 03:33 Als Statement zu diesem bedauerlichen Vorfall moechte ich unterstreichen, dass es sich um keinen Tauchunfall / -vorfall bei KO LANTA DIVING CENTER (Ko Lanta Tauchschule) handelte..!!
Desweiteren sind die Richtlinien zur Durchfuehrung eines "Tieftauchganges" beim AOWD Kurs eindeutig in den PADI-Standards fest- und vorgeschrieben und beduerfen kaum einer weiteren Diskussion "Halbwissender"!!
Im Sinne sicherheitsbewussten Tauchens beste Gruesse
Christian Mietz
Ko Lanta Diving Center
Antwort von Christian Mietz am 12.03.2002 - 03:34 Als Statement zu diesem bedauerlichen Vorfall moechte ich unterstreichen, dass es sich um keinen Tauchunfall / -vorfall bei KO LANTA DIVING CENTER (Ko Lanta Tauchschule) handelte..!!
Desweiteren sind die Richtlinien zur Durchfuehrung eines "Tieftauchganges" beim AOWD Kurs eindeutig in den PADI-Standards fest- und vorgeschrieben und beduerfen kaum einer weiteren Diskussion "Halbwissender"!!
Im Sinne sicherheitsbewussten Tauchens beste Gruesse
Christian Mietz
Ko Lanta Diving Center
Antwort von Emanuel am 12.03.2002 - 06:34 Vielleicht sollte man mal eine Pisa-Studie zur Tauchausbildung machen...
... wäre jedenfalls schön, wenn dabei bessere Ergebnisse zu Tage gefördert würden, als es bei der allgemeinen Schulbildung (insb. Grammatik und Rechtschreibung - s.o.) der Fall ist.
Da krisse doch schon Flöhe nur vom Lesen...
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