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Tödlicher TU Gosausee am 4.7.2009 Abgesandt von Redaktion (HP) am 05.07.2009 - 12:43:
Ein tschechischer Taucher ist am Samstagnachmittag bei einem Tauchgang im Vorderen Gosausee ums Leben gekommen, wie die Wasserrettung am Sonntag berichtet. Die Tauchpartner des Opfers vermuten, dass er möglicherweise einen Gaswechsel in einer ungeeigneten Tiefe vorgenommen hat und es deshalb zu dem Unglück kam.
Einsatzkräfte der Wasserrettung bargen die Leiche aus 30 Metern Tiefe. Nun soll die technische Ausrüstung überprüft werden, um die genaue Unfallursache zu klären.
Vielen Dank an Marcus, Manfred, Claudia und Uwe für die Info
-------------------------------- Bitte beachtet, beim Posten, dass nur folgende Postings freigegeben werden:
- neue Informationen zum Unfallhergang - neue Fragen die sich daraus ergeben - neue Lösungsansätze für das beschriebene Problem
Nicht freigegeben werden:
- reine Beileidsbekundungen - allgemeine Betrachtungen - ungesicherte Spekulationen über den Unfall - off Topic Beiträge - Fragen und Beiträge die schon vorliegen
Vielen Dank für Eure Unterstützung!
Antwort von Lenni_Dive am 05.07.2009 - 13:21 ??? Da bekommt einer Probleme mit der Luft, hat 2 Personen (Buddys) dabei und die schaffen es mit dem Auftrieb aller 3 TJ nicht, mit ihm nach oben zu kommen?
- was kann hierfür die Ursache sein?
- wenn man entbleit, Luft ins Jacket gibt, muss es doch gehen?
- oder was müsste ich noch beachten?
Da jeder eigentlich genau für diese Situation ausgebildet wird (PADI,SSI etc.), sollte solch eine Situation vermieden werden. Im Posting direkt steht nichts von ... seine 2 Kameraden schafften es nicht ... aber im Zeitungsbericht des Links. Ich denke das ist ein ganz wichtiger Punkt.
Antwort von tauchfan39 am 05.07.2009 - 16:29 Hallo,
es ist für mich beängstigend dies zu lesen. Ich kann nicht verstehen, wieso 2 erwachsene Männer es nicht schaffen, einen Buddy hochzuholen.
Ich als kleine Frau von 157 cm habe seit Okt. Rescue, aber dennoch übe ich immer wieder, meinen Tauchbuddy hochzuholen. Vielleicht sollten die Männer etwas weniger selbstbewußt sein, und dies auch öfters üben. Weiterhin gut Luft allen Tauchern
Helga
Antwort von sunshineblub am 05.07.2009 - 18:33 Was das Hochbringen betrifft solltet Ihr euch etwas zurückhalten.
Da hier von Gaswechsel gesprochen wird, könnte es sein, dass es technische Taucher waren. Also evtl. mit Trocki, Doppelgeräte + 1- xx Stages. Da ist normalerweise nix mit Bleiabwerfen.
Schon mal jemand mit Trocki und Doppelgerät hoch gebracht? Dafür müssen ganz andere Techniken angewendet werden.
Sollten die wirklich Gaswechsel vorgenommen haben müssen, haben die bestimmt auch Dekostopps einzuhalten gehabt. Da is nix mit mal eben schnell jemanden hochbringen, ohne sich selber in immense Gefahr zu bringen.
Kein Ahnung ob das hier der Fall war. Das „hochbringen“ von Tauchern mit Trocki und evtl. Doppelgeräten kann ja in einem anderen Forum diskutiert werden.
Und sollte ein Taucher panisch sein, bekommen den auch zwei Buddys evtl. nicht hoch. Aber auch das kann ja woanders Diskutiert werden.
die Fragen meiner Vorredner sind sicher berechtigt, aber sie lassen einen entscheidenden Aspekt aussser betracht.
Der Tauchgang war ein Deko-Tauchgang.
Da der Taucher auf 30 m gefunden wurde ist es sehr wahrscheinlich das sich die Gruppe gerade am Anfang ihres Aufstieges befand und somit ein Großteil der Deko noch abzusitzen war.
Ein Gaswechsel auf falscher Tiefe ist in der Regel "ungesund". Entweder hat der Verunfallte unterhalb von 30 m das falsche Gas erwischt und ist dann auf 30 m hoch oder er hat auf 21 m Sauerstoff erwischt und ist dann durchgesackt. Beides fatal. Keine wirkliche Chance auf Rettung.
Selbst wenn er den falschen Gaswechsel überlebt hat, die beiden anderen Taucher hätten ihren buddy während der ganzen Deko tarieren müssen sie hätten sich so selber gefährdet und geholfen hätte es dem Verunfallten auch nicht.
Ob eine derartige Rettung überhaupt möglich ist vermag ich nicht zu beurteilen.
Bei einem überwachten Gaswechsel und richtig gelabelten Flaschen hätte dies aber nicht passieren dürfen.
Antwort von Doppeldreier am 05.07.2009 - 18:58 Leider gibt es immer noch Taucher, die eine Drill mäßiges Training beim Gaswechsel uncool finden und ein überwachen des Gaswechsels durch den Buddy als Freiheitsberaubung ansehen. Der Buddy muss wissen wo das richtige Gas hängt und das ohne großes nachdenken, was bedeutet, dass das Gas da immer hängen muss und nicht bei jeden Tauchgang an einer neuen Stelle, wegen der Künstlerischen Freiheit. Deutliche Kennzeichnungen der Flaschen sind auch nicht lächerlich sondern Lebensnotwendig.
Zur Rettung: Wir reden hier nicht von einer Rettung wie beim Rescue, sondern um einen Dekoaufstieg der sehr sehr lange dauern kann. Wenn der Taucher der in meinen Armen hängt seit 20 Minuten nicht mehr atmet muss ich mir überlegen ob ich meinen eigene Gesundheit gefährde oder nicht wenn ich meinen eigene Aufstieg so nicht mehr sicher durchführen kann meinen Buddy liegen lasse.
Da sollten wir also nicht die Schuld in der Rettung suchen sondern in einer fehlerhaften Tauchgangsvorbereitung und Durchführung.
Gruß,
D3
Antwort von Euregiotaucher am 05.07.2009 - 20:51 so hart es jetzt mal klingen mag:
Eigensicherung hat IMMER Vorrang !!!
Antwort von Vane am 06.07.2009 - 14:43 So ganz stimme ich den obigen Postern nicht zu.
Gehen wir mal vom übelsten Fall aus: Mischgastaucher gerade zu Beginn des Aufstieges, aufgesättigt wie ein Pottwal. Nun verliert mein Buddy (mit Wing, Doppel-20er, Trocki, etc.) das Bewußtsein und später auch die Atmung. Jetzt wird beim technischen Tauchen nun mal sehr viel Wert auf Automatismen und "Drill" gelegt - somit gibt es wohl auch hier zum hoffentlichen Erfolg führende Problemlosungsansätze - man möge mich korrigieren.
Falls das alles nicht hinhaut, in die Hosen geht, man das (hoffentlich) gelernte komplett vergessen hat, ist das "Liegenlassen" des Partners auf 30m immer noch komplett inakzeptabel. Im übelsten Fall steige ich mit ihm schnellstmöglichst auf meine tiefste oder zweittiefste Deko-Stufe und blas ihn auf wie einen Hebeballon. Und dann lasse ich ihn sausen. Alleine. Die 1% Chance, daß er das überlebt ist um ein vielfaches höher, als wenn er drei Stunden von den Kollegen mit dem Blaulicht hochgezogen wird. Insbesondere an einem schönen Sonntagnachmittag am Gosausee, wo gestern wohl mehr Taucher als Fische vor Ort waren. Mit Glück funktioniert die Erstversorgung und die Alarmierung des Hubschraubers und der Taucher kommt mit einem sauschweren Deko-Unfall davon. Ohne Glück ist er halt eben genauso tot wie er jetzt ist.
My 2EC
Antwort von Drakkar am 06.07.2009 - 14:50 In einem anderen Artikel wird geschrieben, dass die beiden anderen Taucher weiter oben Wechselatmung geübt haben. Kann sein, daß die beiden die Probleme des Verunglückten einfach viel zu spät bemerkt haben. Laut Bericht kamen die Rettungsversuch jedefalls zu spät und sie stiegen auf um Alarm zu schlagen.
Antwort von sunshineblub am 06.07.2009 - 16:49 Vane,
bist du ein techn. Taucher?
Antwort von bigmike am 06.07.2009 - 20:08 Meiner Meinung nach, darfst du als TEK Diver nicht ein "Problem" bekommen, das du nicht selbst lösen kannst. Bei Gaswechsel O.K. aber da sollte der, oder die Buddy´s in nächster Nähe sein, dann wird der Reihe nach auf das nächste Gas gewechselt, und jeder beobachtet den Nächsten, wenn dann Probleme auftreten sollte der Buddy, oder wie in diese Fall 2 Buddy´s in der Lage sein einzugreifen, und zu helfen.
Einen verunfallten Tek Taucher und sich selbst aus einer grossen Tiefe, kontrolliert an die Oberfläche zu bringen ( Aufstiegsgeschwindigkeit, Stops und Gaswechsel ) wage ich zu bezweifel.
Und als Tek Taucher hilft Dir eine im Normalfall 1% Überlebenschance wenig, da der Tauchgang, nicht "normal" ist.
Einzig die Suche bzw. Bergung wird somit gespart, jedoch das Risko das noch ein Taucher einen Unfall erleidet steigt enorm.
Jeder Tekdiver ist sich bewusst, das solche Tauchgänge gefährlich sind, aber Sie aktzeptieren es, und tun Ihr möglichstes um das Risko zu minimieren. Funktioniert leider nicht immer.
Gut Luft
Mike
Antwort von Vane am 06.07.2009 - 23:55 @sunshineblub: nein, bin kein "technischer Taucher", eher tauchender Techniker.
@bigmike: _kein_ Taucher sollte ein Problem bekommen, welches er nicht lösen kann, auch kein OWD. Bei einer Bewußtlosigkeit und möglicherweise folgendem Atemstillstand und großer Sättigung bei allen Tauchern im Team, dann schiess ich ihn im Zweifelsfall. Das ist seine einzige Chance. Es gab vor ein paar Jahren einen dokumentierten Fall im Salzkammergut, als ein Stickstoff-narkosierter Taucher nach ewiger Grundzeit auf 60m und noch 30 Bar in der Flasche einen "Schiesser" durchführte. Durch eine perfekte Rettungskette und schnellstmöglicher Druckkammerbehandlung taucht er wieder. Der 1% an Überlebenschance ist viel mehr als die 0%, wenn man ihn nicht hochbekommt.
Antwort von bigmike am 07.07.2009 - 18:28 @Vane
du hast es wahrscheinlich überlesen, ich habe geschrieben "kein TEK TAUCHER sollte Probleme bekommen, die er nicht selbst lösen kann".
Ein OWD hätte auch nichts in dieser Tiefe zu suchen.
O.K. die 1% Überlebenschance gesteh ich Dir zu, auch wenn sich dafür wahrscheinlich ein anderer Taucher in eine lebensgefährliche Situation begeben müsste.
Was ist dann mit den anderen 99% die mit grosser Wahrscheinlichkeit in einem Rollstuhl sitzen, oder Pflegefälle sind. Auf diese Option kann ICH liebend gerne verzichten. Ich habe und werde niemals von einem meiner Buddy´s erwarten, sich lebensgefährlich zu gefährden, um mich eventuell zu retten.
Technisches Tauchen ist EXTREM Sport, da gelten andere " Regeln ".
Ausserdem kann man HIER leicht behaupten das es inakzeptabel sei, seinen Buddy oder Freund allein zu lassen. Ich denke das muss der Entscheiden, der sich in so einer schweren Situation befindet. Hoffentlich muss ich mich nicht einmal Entscheiden.
Antwort von Dirk Schmitter am 07.07.2009 - 19:36 @Vane, richtig das muss der entscheiden der sich in der Situation befindet!
Und deshalb sieht die Situation bei jedem und bei jedem Tauchgang anders aus!
Egal ob Extrem Sport(Tec-tauchen?) oder Nonnenhocky, wenn der Fall eintritt gelten nur noch die eigenen Regeln.
Ich war schon in der Situation, ich der andere oder beide und die Entscheidung wird immer anders sein.
Tief in einer Höhle oder Wrack gibt es keine Regeln ab wann ich den Partner zurück lasse, das muß jeder für sich entscheiden, und Vorsicht das Atemgas geht weg wie sonst was, nichts mit drittel Regel!
Im Freiwasser sollte man wenn es geht in Sichtweite bleiben und wenn nichts mehr geht, also Partner Bewustlos als letztes Mittel ihn hoch schießen.
So hart es auch klingt, und wenn dadurch seine Lieben ihn weningstens beerdigen können.
Und komm mir keiner mit das muß man unter Kontrolle haben, Panik kann bei jedem eintretten, egal wie toll und gut er ist, davor ist niemand geschütz und dann ist eh fast alles aus.
Und wo bringe ich mich groß in Gefahr wenn ich einen bewustlosen Taucher hoch schieße?
Gruß Dirk der Solo taucht und sich deshalb fast keine Gedanken darüber macht!
Antwort von Vane am 07.07.2009 - 22:18 @Dirk Schmitter: danke für die Bestätigung
@bigmike: ein Taucher begibt sich keineswegs in große Gefahr, wenn er mit dem Opfer zügigst auf die tiefste Dekostufe aufsteigt und ihn dann nach oben schickt. Und das Tauchen auf größere Tiefen als "Sporttauchtiefen" gleich als "Extermsport" zu bezeichnen ist ein wenig - hmm, vermessen. Auch wenn Du auf 80+ warst bist Du immer noch in der Verantwortung der Hilfeleistung - so es Dir gesundheitlich und ausbildungsspezifisch zuzutrauen ist. Weiters noch ein (letzter) Tipp: ob jemand den Tod vor dem Rollstuhl vorzieht würde ich beim nächsten Mal als Thema der Tauchgangsvorbesprechung (ehm, des Pre-Dive-Briefings) anschneiden - vielleicht sind Deine Partner anderer Meinung.
So, das sprengt jetzt aber den Rahmen - ich reisse mich auch wieder zusammen.
Mein Resumee des Unfalls: jeder Buddy, besonders wenn zwei dabei sind, sollte in der Lage sein, das "Opfer" zumindest in irgendeiner Weise an die Oberfläche zu bringen. Ansonsten ist gewaltig was schiefgelaufen.
Antwort von QRM am 30.07.2009 - 11:51 Nur eine kurze Anmerkung:
Es mag sein, dass man im Extremfall "nur" eine Leiche nach oben schiesst. Zumindest erspart das den Rettungstauchern das Risiko einer Suchaktion in der Tiefe.
Zudem ist eine geringe Überlebenswahrscheinlichkeit mit der Möglichkeit einer schnellen medizinischen Versorgung über Wasser doch besser, als der sichere Tod unter Wasser.
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