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Foren - Tauchunfälle - Tödlicher TU Hemmoor 29.11.




  

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Tödlicher TU Hemmoor 29.11.
Abgesandt von Armin Registriertes Mitglied am 30.11.2005 - 23:22:

Bei einem Tauchunfall im Kreidesee Hemmoor ist gestern ein 44-Jähriger Taucher aus Südniedersachsen ums Leben gekommen. Nach Polizeiangaben war der Mann vermutlich wegen eines Defektes an seiner Ausrüstung zu schnell aufgetaucht. Ein weiterer Taucher, der dem Verunglückten helfen wollte, wurde ebenfalls durch zu schnelles Auftauchen verletzt. Der 53-Jährige musste zur ärztlichen Behandlung in die Dekokammer nach Bremen geflogen werden.
Holger Schmoldt, Leiter der Tauchstation, erläuterte, die beiden Männer seien erfahrene Taucher gewesen.

Näheres ist momentan noch nicht bekannt.



Antwort von holgerc Registriertes Mitglied am 01.12.2005 - 13:35
NP / Hannover vom 1.12.05

HEMMOOR. Der tödliche Tauchunfall im Kreidesee Hemmoor ( Kreis Cuxhaven ) ist möglicherweise auf Probleme mit dem Taucheranzug des Verunglückten zurückzuführen.
Eine falsche Luftverteilung in dem so genannten Konstantvolumenanzug habe den 44 jährigen am Dienstag möglicherweise aus 25m Tiefe zu schnell an die Oberfläche getrieben, so gestern die Polizei. Das Unglück ist der siebte tödliche Unfall in den vergangenen 12 Jahren. Der Kreidesee wird jährlich von rund 30000 Tauchern besucht.
Die zur Wärmeisolierung eingesetzte Luft habe sich möglicherweise zu den Beinen des Tauchers verlagert, sagte der Polizeisprecher weiter. Das ergebe sich aus Aussagen eines Tauchkollegen. Beide Männer befanden sich in 25 Metern Tiefe, als der Verunglückte plötzlich unkontrolliert an die Oberfläche aufstieg. dpa
Antwort von FANATIC DIVER Registriertes Mitglied am 17.12.2005 - 15:13
Hallo Armin,
hallo holgerc,
hallo Redaktion,

gibt es da inzwischen weitere Infos?
Ich will mich hier nicht in Spekulationen ergehen, aber das bislang Genannte kommt mir für eine alleinige Ursache noch zu wenig vor.

Durch "Umverlagerung" hat man in 25 Metern weniger als 1 Liter Luft-Volumen-Zuwachs,
(Rechenwerte: 20L, 3,5 bar, 3,4 bar)
bzw. weniger als 1 kg plötzlichen Auftrieb.

Fehlte ihm `ne Flosse? Hatte er `ne frische Bauch-Narbe? Hat der Inflator ihn aufgepumpt? War er vorher schon positiv tariert? Hat er Blei verloren? Infarkt, Lähmung, Schlaf?

Ansonsten müsste ein "erfahrener" Taucher die Rolle schaffen oder sogar gegen den Auftrieb anpaddeln können.

Allen Hinterbliebenen mein tiefstes Mitleid.

FANATIC DIVER

Antwort von flasche Registriertes Mitglied am 17.12.2005 - 23:53
@FAN:
Ich kann Deine konkreten Fragen auch nicht beantworten, bedaure natürlich auch jeden derartigen Vorfall grundsätzlich, halte aber Beileidsbezeugungen im Nachsatz dann für überflüssig. Die Hinterbliebenen haben vermutlich Anderes zu tun, als ausgerechnet jetzt hier regelmäßig zu lesen.

Daß der erfahrene Taucher mit den Füßen zuerst nach oben schoß, ist als einzige Unfallursache (Trockierfahrungen vorausgesetzt) natürlich unwahrscheinlich. In Kombination mit irgendeiner vorhergehenden Ursache allerdings ist der Trocki natürlich als eine Nebenursache denkbar; ein zweites Auslaßventil wäre in so einem Ausnahmefall evt. vorteilhaft, ist aber ja unüblich. Ein defektes Einlaßventil, wo nicht rasch genug (da bleiben einige Sekunden) der Inflatorschlauch abgezogen werden konnte, zugleich eine ungünstige Kopfunter-Lage, Panik, und die Rolle mißlingt womöglich auch einem erfahrenen Taucher, der bloß genau diese Situation noch nie hatte.

Immerhin erkennt man anhand der Zahlen, daß eine Wahrscheinlichkeit für einen Tauchertod dort von 0,002% (vermutlich je Tauchtag eines Tauchers) besteht, bzw. daß bei angenommenen 500 Tauchtagen für einen Taucher dort eine Todesunfallwahrscheinlichkeit von 1% besteht. Da sind dann aber wohl auch natürliche Todesursachen eingeschlossen; außerdem ist die Wahrscheinlichkeit bei erfahrenen Tauchern wohl niedriger, als bei Anfängern; außerdem gibt es evt. andere Zahlen in anderen Gewässern. Dennoch: 1% Todeswahrscheinlichkeit (und nichttödliche Unfälle kommen da noch dazu) in einer realistisch erreichbaren Taucherlaufbahn (500 Tauchtage bzw. 1000 Tauchgänge oder Tauchstunden) sind nicht ganz als "vernachlässigbar" anzusehen (auch wenn andere Hobbys evt. gefährlicher sind).

Umso wichtiger also, durch verschiedenste Maßnahmen sorgfältigst auf eigene Sicherheit zu achten, soweit denn möglich.
Antwort von taucherpaule11 Registriertes Mitglied am 13.01.2006 - 20:56
Bei uns im südlichen Niedersachsen wird dieser Tauchunfall natürlich auch diskutiert,zumal einige Tauchkollegen die verunfallten Taucher kennen.
Nach meinen Informationen hat das Einlassventil geklemmt und es ging rasch von 25m auf 10m ,dort hat er sich an einem Geländer festhalten können,ging dann mit den Füssen hoch , konnte sich dann auch nicht mehr lange festhalten und schoss die letzten 10 m voll durch.
Was es heisst,von 10m auf Null durchzuschiessen ohne abzuatmen ,ist wohl jedem klar.
So weit zum Unfallhergang wie er mir geschildert wurde, aber was hätte man tun können ?? Inflatorschlauch abziehen ? Anzug aufschneiden ?? Alles nur Theorie .
Wer einmal mit verklemmten Inflator nach oben ging, weiss wie schnell der Ablauf ist,da gibt es nur eins, ausatmen ,ausatmen und durch.
Leider wird bei der heutigen Ausbildung das Thema Notaufstieg oft vernachlässigt,man sieht häufig Taucher bei uns in der Okertalsperre oder im Urlaub, die beim Aufstieg nicht genügend ausatmen.
So viel zu dem Thema.

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