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Dieser Thread wird betreut durch unser Redaktionsmitglied Hans_S. Er ist für die Freigabe von Beiträgen zu diesem Thema verantwortlich. Kontaktinfos findest Du auf unserer Redaktionsseite.


Tödlicher TU Kroatien vor Zirje -HS-
Abgesandt von Redaktion -HS- Registriertes Mitglied am 16.09.2011 - 18:53:

Am 14.09.2011 verunfallte eine Taucherin aus Schweden in Kroatien, in Nähe der Insel Zirje tödlich.

Zu dem Unfall erreichte uns folgender Bericht (gekürzt):

Der Unfall geschah am Tauchplatz Bascvica, der ein Wrack (die Borko) sowie eine Steilwand (70-80m) bietet.

Eine 7 köpfige Tauchgruppe unter Leitung eines Guides wollte am Tauchplatz einen Drifttauchgang durchführen. Beim Versuch des Abtauchens hatten einige Taucher Probleme, so dass die Gruppe abgetrieben wurde. Die Gruppe wurde beim abtauchen getrennt, einige konnten nicht schnell abtauchen, einige waren schon weiter abgetrieben.

Nachdem in ca. 30 m tiefe weder die Wand noch ein Boden zu sehen war brach der Guide den Tauchgang ab. Die Gruppe war zu diesem Zeitpunkt nicht mehr zusammen. Der Guide tauchte mit einem Pärchen wieder auf.

Die verunglückte Taucherin schwamm in einer Tiefe von ca. 30 m zu einer anderen Taucherin und wollte sich an ihr festhalten und ist mit ihr gemeinsam auf eine tiefe von ca. 73 m (lt. Computer) abgesackt. Der Buddy der verunglückten Taucherin (ca. 40 tg) ist ihnen bis zu einer Tiefe von 49 m gefolgt und hat dann aufgegeben. Auf 73 m konnte die mit durchgesackte Taucherin nicht den Inflator der verunglückten finden, sich aber von der verunglückten lösen, und ist bis zur Oberfläche aufgestiegen (notaufstieg, durchgeschossen) An der Oberfläche konnte sie den Guide verständigen, welcher abgetaucht ist und die verunglückte Taucherin in einer Tiefe von 73 m, ohne Regler im Mund am Rücken liegend fand. Der Guide hat die Taucherin geborgen und an Bord gebracht.
Wiederbelebungsmaßnahmen führten nicht zum Erfolg.

Die Taucherin war mit einem Leihequipment unterwegs. Dieses Equipment wird zur Zeit in Zagreb untersucht

Quelle Text: eingesandter Bericht(gekürzt)


öffentliche Quelle: Hier klicken
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Bitte beachtet, beim Posten, dass nur folgende Postings freigegeben werden:

- neue Informationen zum Unfallhergang
- neue Fragen die sich daraus ergeben
- neue Lösungsansätze für das beschriebene Problem

Nicht freigegeben werden:

- reine Beileidsbekundungen
- allgemeine Betrachtungen
- ungesicherte Spekulationen über den Unfall
- off Topic Beiträge
- Fragen und Beiträge die schon vorliegen




Antwort von kwolf1406 Registriertes Mitglied am 19.09.2011 - 12:16
Möglich, dass die durchgesackten Taucherin mit der Ausrüstung der Verunfallten (mit der sie auch wohl keinen Check gemacht hatte) überfordert war.
Ein Grund für das Plädoyer, dass Tauchausrüstung ein Höchstmass an Einheitlichkeit der elementaren Bedienelemente aufweisen müssen - gegen die unnötigen Variationen wie automatische Tariersysteme (wie sie in der VDST-Ausbildung verboten sind).
Antwort von Scapegoat Registriertes Mitglied am 19.09.2011 - 22:57
Nein, ein Grund mit eigenem, vertrauten Equipment zu reisen!

Ansonsten sollte jeder genau das System tauchen, mit der ER selber am besten zu recht kommt, absolutes zusammenspiel mit der eigenen Ausrüstung verhindert die meisten Unfälle.
Probleme gibt es, wenn jemand seine Ausrüstung selber nicht bedienen kann.

Einheitlichkeit von Tauchsystemen, ja da sind wir beim Thema DIR, und das muss nicht jeder mögen.

Und in diesem Fall wäre viel interessanter, warum die verunfallte Taucherin überhaupt sich an jemand anderem festgehalten hat, hier muss sie schon massive Probleme gehabt haben, die ursächlich für den Unfall sind, und die fast einer (bis dahin) unbeteiligten Taucherin das Leben gekostet haben!

Hier kann man nur sagen, die mit abgesackte Taucherin hat völlig richtig gehandelt, indem sie sich von der Verunfallten gelöst hat und diese unten zurücklies, nachdem sie keine Chance sah diese mit nach oben zu bringen.
Ebenso der Buddy, der sich offenbar nicht zutraute so tief zu tauchen und die `Verfolgung` bei 49m abbrach.
Hier lag in beiden Fällen eindeutig Eigenrettung vor.

Vielleicht zeigt ja die Untersuchung des Equipments eine mögliche Ursache für die Probleme, nur werden die Ergebnisse vermutlich nicht veröffentlicht, so dass es hier keiner erfährt.

Alex

Antwort von mario-diver Registriertes Mitglied am 20.09.2011 - 08:19
Dass beide Taucherinnen "keinen Check" gemacht haben dürften, ist naheliegend, sie waren offensichtlich kein Buddyteam.
@kwolf: Dem obigen Bericht ist zu entnehmen, dass die verunfallte Taucherin sich an der mit durchgesackten Taucherin festhielt und ein Lösen erst am Grund möglich gewesen sei.
Hier auf eine "Überforderung" i.V.m. möglicher Ausrüstungskonfiguration zu spekulieren und dann noch eine Verbandsdogme einzuflechten, wird dem tragischen Unfallgeschehen wohl kaum gerecht.

Meine Frage aus .....


tlw. gekürzt: bitte keine in Vermutungen/Spekulationen gepackte Fragen, eine Antwort hierauf werden die user nicht geben können -HS-
Antwort von Hans_S Moderator am 20.09.2011 - 09:24
@all: Bitte keine Spekulationen/ Eigeninterpretationen, Beiträge mit "ich habe gehört, dass ... " oder "... dort ist es doch gar nicht so tief ... " .... etc.pp.

Einige postings wurden aus diesem Grunde nicht freigeschaltet, andere gekürzt.

Dass der Informationsgehalt von Berichten und insbesondere von Presseartikeln selten für eine dem jeweiligen Fall gerecht werdende Analyse ausreicht, liegt in der Natur der Dinge.

Was man jedoch machen kann und dann auch dem Forum und dem Geschehen gerecht wird: Lösungsansätze für ein beschriebenes Problem (mag es denn nun exakt so zutreffen oder nicht) beschreiben/diskutieren. Das geht ohne Spekulationen oder ohne Nachfragen, die man i.d.R. nicht beantworten kann, es sei denn, ein Betroffener der das Geschehen vor Ort beobachten konnte, meldet sich zu Wort. Das wird ein solcher jedoch auch aufgrund einer lösungsortierten Diskussion tun, wenn er der Meinung ist, noch Hinweise zum Geschehen geben zu können.

Beispiel für eine lösungsorientierte Diskussion: "Ausgehend von einem evtl. Problem mit dem Jacket ... empfiehlt es sich ... " - " Reaktionen wie das beschriebene Klammern zeigen, wie wichtig es ist ..... " usw.

So kann ein Lerneffekt entstehen. Eine Frage in den Raum zu werfen, die wiederum zu Spekulationen führt, ist nicht zielführend. Es ist schwierig und eine Gratwanderung, klar. Nehmt es nicht übel, wenn mal ein Beitrag nicht veröffentlicht wird. Versuchen wir alle miteinander, in Lösungen zu denken ohne erhobenen Zeigefinger, ohne wilde Spekulationen und dies jeweils so zu formulieren, dass es auch eventuell Betroffenen gerecht wird.
Antwort von kwolf1406 Registriertes Mitglied am 20.09.2011 - 17:44
"Auf 73 m konnte die mit durchgesackte Taucherin nicht den Inflator der verunglückten finden,..."

Ein klar beschriebener Fakt. Wie kann das bei einem fremden Taucher durchaus passieren? Konsequenz: Wenn alle blind wissen, wo die Tariereinheit sitzt und wie sie funktioniert, desto unwahrscheinlicher dieses Problem. "Unwahrscheinlicher" d.h. es ist vielleicht hier nicht der Grund gewesen. Dennoch bestätigt der Bericht meine Skepsis gegenüber manchen "Innovationen".
Antwort von Mable Registriertes Mitglied am 21.09.2011 - 18:59
Hmm, von diesem Standpunkt aus, sind Indeflatorsysteme aber sicherer, denn da sitzt die Tariereinheit immer an der gleichen Stelle.
Ein Inflatorschlauch muss man schon mal suchen...


-gekürzt-HS-
Antwort von Sestre Registriertes Mitglied am 23.09.2011 - 10:24

Man sollte auch mal einen Tauchgang (auch wenn sich schon jeder darauf freut bzw. wenn er mit einer Bootsanfahrt(teuer) verbunden ist) absagen können, oder wenn die örtlichen Gegebenheiten am Tauchplatz ru riskant sind, einfach einen anderen Platz anfahren. Das wäre die sicherste Methode solche Unfälle zu vermeiden (ist allerdings, das muß ich zugeben nich immer einfach).


-gekürzt-HS-
Antwort von Hanne Registriertes Mitglied am 23.09.2011 - 21:46

Eine einheitliche Ausrüstung, wo jeder gleich Bescheid weiß, wäre sicher sinnvoll, um solche Unfälle zu vermeiden...aber die Entwicklung ist schon wo ganz anders...so viele verschiedene Systeme....wer durchblickt was? und das dazu mit fremden Buddies?

Allerdings scheint mir immer und vor jedem (!) Tauchgang unerläßlich: selber seine Ausrüstung zu checken und zwar insb. auch den Inflator!..auch wenn es die eigene Ausrüstung ist.
-gekürzt-HS-
Antwort von mario-diver Registriertes Mitglied am 24.09.2011 - 10:39
Leihausrüstung wird immer ein kritisches Thema sein, wenn es um die blinde Beherrschung geht, es sei denn, man hat zufällig daheim das selbe Modell.
Faltenschlauchjackets können so auch m.M. nicht als "einheitlich" betrachtet werden, es gibt verschiedene Längen, verschiedene Stärken des Luftdurchsatzes des Inflators, manche sind am Schultergurt fixiert, manche frei...ein "verwursteln" unter dem Schulter-/Brustgurt oder angehängter Zusatzausrüstung (Foto/Lampe etc.) kann da i.V.m. Stress/Tiefe/Tiefenrausch schon nachvollziehbar dazu führen, dass man ihn in der Gefahrensituation nicht findet, zumal bei "ungeschecktem Nicht-Budddy".

Sestre´s Überlegung zu möglicher(-m) Panik/Stress infolge Überforderung (Strömung und fehlende Orientierung an Steilwand/Grund) und der, wenn auch persönlich ggf. schweren Entscheidung, Vermeidungsmethode, auf einen TG zu verzichten, erscheint mir hinsichtlich weiterer Unfallvermeidungsmöglichkeiten fortführungswert...
Antwort von geba Registriertes Mitglied am 26.09.2011 - 14:35
als Guide nochmal alleine auf eine Tiefe von 73 Metern in der Strömung abzutauchen und nach einer vermissten Taucherin zu suchen - meine Hochachtung ! Wie hoch sind wohl die Chancen,da jemanden zu finden ? Und dann noch zu bergen,zu dekomprimieren und alles mit der 12 L liter Flasche ? womöglich. Wer hier würde sich soetwas trauen ? ich nicht !
Die Chancen auf ein 2.Opfer wären gar nicht mal so schlecht,oder irre ich mich da ?
Antwort von nico-dives Registriertes Mitglied am 28.09.2011 - 15:19
Klar, dass sich jeder Taucher der Funktionssicherheit seiner eigenen Ausrüstung und der seines Buddys vergewissern muss. Aber wenn nun doch mal der Inflatormechanismus (aus welchen Gründen auch immer) nicht funktioniert oder greifbar ist: Bleiabwerfen hätte die Gefahrensituation wahrscheinlich beseitigt. Der Unfall sollte für jeden von uns einen Warnung sein.
Antwort von tiefunten Registriertes Mitglied am 28.09.2011 - 15:55
Das ist schon nicht ungefährlich gewesen, was der Guide da gemacht hat. Andererseits kennen die sich in der Regel in dem Gebiet gut aus und scheinbar hat er die Taucherrin ja auch gefunden. Ein ordentliches Maß an Eigengefährdung war da wohl schon drin, wenn er das mit einer 12-15l Luft-Flasche gemacht hat. Da das aber nirgendwo steht, könnte es ja auch theoretisch ein Doppelgerät gewesen sein (zugegeben unwahrscheinlich). Andererseits kenne ich viele, die das auch gemacht/versucht hätten in dem Fall (meist sieht man da ja auch schon problemlos aus 40-50m den Grund), in der Hoffnung noch etwas tun zu können, was man bei einer "Rettungsaktion" die Stunden bis zum Anlaufen braucht, sicher nicht mehr könnte.
Grundsätzlich kann man da halt leider wieder feststellen, dass Tauchplätze angefahren werden, die offensichtlich nicht im Ausbildungslevel der Taucher liegen. Zu Freiwasserabstiegen bei Strömung gehört halt einfach auch eine sichere Tarierung - und wenn jemand dann noch mit untauglicher oder unbekannter Leihausrüstung unterwegs ist, sind das schon nicht zu verachtende Stressfaktoren.
Leider wird man wohl auch bei diesem Unfall wieder keine detaillierten Unfallberichte zu Gesicht bekommen, um wirklich zu wissen, wie es genau dazu kam.
Antwort von jules123 Registriertes Mitglied am 29.09.2011 - 08:51
Was würdet ihr machen, wenn euch jemand so umklammert, dass ihr in die Tiefe gezogen würdet?

Wenn die Arme frei sind, Maske abreisen?, Bleiintegrierte Taschen bekommt man vielleicht schneller raus als den unterm Jacket versteckten Gurt ab? Versuchen an den Haaren zu ziehen, wenn keine Kopfhaube da ist?

tlw. gekürzt
Antwort von tiefunten Registriertes Mitglied am 29.09.2011 - 12:15
Auf keinen Fall die Maske runterreißen! Auf jeden Fall vermeiden, da weitere Unruhe reinzubekommen! Wenn derjenige nicht hoffnungslos überbleit ist, versuchen den Abtrieb mit dem eigenen Jacket oder notfalls durch Hochschwimmen auszugleichen. Blickkontakt herstellen, versuchen zu beruhigen. Dann langsam hoch. Ich würde denjenigen erstmal ruhig klammern lassen, so lange er meine Ausrüstung nicht bedient (dann haut er wenigstens nicht ab). Wenn garnichts anderes hilft, weil man nicht freikommt/keinen Handlungsspielraum hat, dann hilft allerdings wohl nur Gewalt, sei es ein Befreiungsgriff vom Rettungsschwimmtraining, ein Tritt etc. Ich würde aber trotzdem versuchen, die Panik des anderen nicht durch meine Aktionen zu verschlimmern. Ist sicher vor allem im Blauwasser ohne sichtbare Referenz (also als Tiefenanzeige nur den Computer, auf den man in so einem Fall vielleicht nicht regelmäßig schauen kann) nicht einfach, aber ich denke die meisten beruhigen sich recht schnell, wenn man Ruhe reinbringt und sie merken, dass ihnen geholfen wird.
Generell muss ich aber sagen, ist es wesentlich besser und einfacher, vor dem Abtauchen durch geeignete Rahmenbedingungen dafür zu sorgen, dass so etwas gar nicht erst vorkommt. Dazu gehört dann auch, dass TG`s in Strömung in tiefen Gewässern etc. einfach nichts für Anfänger sind.
Antwort von kwolf1406 Registriertes Mitglied am 29.09.2011 - 23:31
Bei der DLRG den Rettungsschwimmer-Grundschein machen: Da lernt man gute Griffe, sich aus dem Griff/Umklammerung panischer Opfer zu befreien - und sich selbst gleichzeitig in seinen Rücken zu bekommen. Dort ist man erst mal vor ihm sicher und kann weitere Handlungen überlegen.
Antwort von kwolf1406 Registriertes Mitglied am 29.09.2011 - 23:35
Ergänzung: Bleiabwurf auf großer Tiefe ist die Wahl zwischen Teufel und Beelzebub: Der schießt dann wahrscheinlich direkt durch in den Himmel.
Antwort von jules123 Registriertes Mitglied am 30.09.2011 - 10:48
Das ist vielleicht ein Beweis wie wichtig ein ausreichend großer Auftrieb von Jackets ist, damit ich zur Not mit meinem Jacket beide auf einer Höhe halten kann, gerade als Frau mit nem XS Jacket (die teilweise 8 l Auftrieb haben), habe ich mich beim Üben der Befreiungsgriffe mich bei jemand der ausreichend stark ist nicht befreien können.
Antwort von BerlinMitte Registriertes Mitglied am 30.09.2011 - 18:22

Wenn sich jemand an mich klammert und ich dadurch nach unten gezogen werde, dann müsste es doch ausreichen, positiven Auftrieb zu bekommen, wenn ich Luft in mein Jacket blase. Oder etwa nicht?
Antwort von kwolf1406 Registriertes Mitglied am 01.10.2011 - 17:49
@BerlinMitte
wenn du an den Inflator kommst und dein Jacket genug Auftrieb hat. Bei einem 15-l- Jacket kann das schnell grenzwertig werden (2mal 7kg Blei plus Tiefe - - -)
Antwort von nico-dives Registriertes Mitglied am 02.10.2011 - 14:02
Nochma zu Unfall TU "Kroatien vor Zirje", Kommentar zu "kwolf1406", Bleiabwurf: Ich denke, da kann es doch gar keine Diskussion geben. Wenn kein Tarieren gelingt, weil - aus welchen Gründer auch immer - das Jacket nicht zu inflaten ist, MUSS das Blei abgeworfen werden. Die Gefahr, dass der Verunfallte dann nach oben durchschießt wie eine Rakete ist doch zunächst gar nicht gegeben und höchsten in den letzten paar Metern relevant. gekürzt -Red.
Antwort von kandy3 Registriertes Mitglied am 04.10.2011 - 12:50

Es empfiehlt sich ein ausreichend großes Jacket (>20 Liter), um Schwierigkiten vorzubeugen.

In der Hektik bei einem verzweifelten Buddy nach Auftrieb oder Blei zu suchen da sind Anfänger sicherlich schnell überfordert.

Text etwas angepasst -HS-
Antwort von kwolf1406 Registriertes Mitglied am 04.10.2011 - 23:02
@nico-dives

nak. Es sollten in so eineme Fall alle andere Alternativen versucht werden - wirklich alle! Z.B. sich vom Buddy hochbringen lassen, was hier ja wohl versucht wurde, aber tragischerweise nicht klappte. Oder das Blei dem Buddy geben und beim Aufstieg wieder Stückweise einstecken (wenn man cool genug dafür ist). Oder die Boje aufblasen und dranhängen. Oder die Plastiktüte. Oder am Riff hochklettern oder, oder,... Aber Abwurf -> der letzte hauchdünne Wollfaden
Antwort von Schroeder Registriertes Mitglied am 06.10.2011 - 14:36
Hallo,

ich verfolge dieses Thema schon länger und habe überlegt, wie ich reagieren würde oder was besser hätte laufen können/müssen ohne in eine Spekulation abzudriften.
All die Anregungen, wie z.b. die Standardtisierung von Tariersystemen, das abwerfen von Blei oder nicht, lässt einen Aspekt außer acht, wie "Zurechnungsfähig" bin ich noch auf 73m beim tauchen mit normaler Luft, noch dazu, wenn ich gestreßt bin?
Alle Antworten und Anregungen die unter normalen Verhältnissen mit klarem Kopf hier gemacht werden, dürften für uns Alle auf dieser Tiefe eine härtere Nuß zu knacken sein. Auch, wenn die Problematik bei ca. 30m Tiefe eingesetzt hat.

Schöne Grüße
Peter
Antwort von mario-diver Registriertes Mitglied am 07.10.2011 - 11:11
Peter, da ist dir nur voll zuzustimmen.
Ausgehend davon, dass unfallursächlich durchaus eine Panikattacke in Betracht zu ziehen ist, lassen sich -abgesehen von Erfahrung/Tarierfähigkeiten im Blauwasser- zur Stressvermeidung einige grundlegende Vermeidungsstrategien hier wiederholen (Wiederholung, weil eigentlich Elementarwissen+Beherrschung auch der Leihausrüstung mal unterstellt):
Tauchurlaub, insbesondere wenn vor Ort regelmäßig anspruchsvolle TG´s i.S. Tiefe/Strömung anstehen, setzt körperliche/geistige Fitness voraus. Ausreichend Schlaf, wenig bis kein Alkohol dafür aber ausreichend anderweitige Flüssigkeit sorgen schon mal für eine stärkere Belastbarkeit. In Tauchgebieten, wo regelmäßig TG´s in Tiefen um 30m TT erfolgen, Dekopflicht keine Ausnahme darstellt, kann der verpflichtende Einsatz von z.B. EAN32 (ggf. auch 30/28er je nach TG-Planung) schon für einen klareren Kopf sorgen, was wiederum Stress vermeiden hilft. (klar wäre letzteres beim Absacken auf >70m TT kontraproduktiv, aber vielleicht zumindest wäre es nicht dazu gekommen...)
Antwort von FANATIC DIVER Registriertes Mitglied am 08.10.2011 - 11:47
Hallo,

habe mich eben durch den Thread durchgewühlt.

Mehrere Sachen sind mir aufgefallen:
# Freiwasser-Abstieg ohne Grund- und Wand-Sicht. Das ist der Prototyp für Vertigo.
# Boje setzen und am Reel abtauchen ist bei einem Drift-TG durchaus zu überlegen.
# Es gibt drei archaische Rettungs-Programme, die in uns ablaufen können und die nicht steuerbar sind: Starre, Kampf, Flucht. Das, was wir "Panik" nennen ist normalerweise eine Kombination dieser drei archaischen Programme. Eine "Verschlimmerung" kann es nicht geben, da bereits nicht steuerbar.
# Das Problem begann in moderater Tiefe 30m (verglichen mit 73 m) Da ist ein Blei-Abwurf/Notaufstieg weniger dramatisch als in 73 m. Ich habe seinerzeit beim RD-Kurs gehört, dass es eine Statistik gibt, die besagt, dass 90% derjenigen Taucher, die ihr Leben durch Blei-Abwurf hätten retten können, dies fatalerweise nicht getan haben.
# Die Betonung "Eigenrettung geht vor" kam oftmals nicht recht rüber. Nur wenn ich lebendig oben ankomme, kann der Verunfallte überhaupt überleben (unter ein paar weiteren klitzekleinen Nebenbedingungen) Wenn ich den klammernden Taucher abschütteln oder zumindest beschäftigen muss, um uns beide überhaupt retten zu können, ist zur Not auch das Fluten seiner Maske ein probates Mittel. (Achtung! Bitte keine Grundsatz-Diskussion hierzu. Wurde vor längerem im Ausbildungs-Forum schon mal gemacht und ich weiß, dass einige Taucher da ganz anders denken. Ich betone noch einmal: Zur Not...)
# Und last but not least muss sich jeder Taucher alle möglichen Szenarien, um nach oben zu kommen, gelegentlich verdeutlichen für den FAll dass irgendwann einmal ein technisches Problem vorliegt. Nur so kann er alle Möglichkeiten bei Problemen ausschöpfen.
Ich wüsste ad hoc mehr als 10 Möglichkeiten, die theoretisch existieren, jedoch nicht alle gleichzeitig bei jedem TG.
## Auftrieb Jacket/Wing
## Auftrieb Trocki
## am Anker hochhangeln
## Am Hang/Riff hochkletten
## DPV
## Flossen / Schwimmen
## Buddy
## Boje/Hebesack direkt am Taucher
## Boje/Hebesack mit Reel/Spool
## Blei ans Reel und auf dem Grund parken und langsam aufsteigen
## Blei-Abwurf (Ultima Ratio)


Gut Luft

FANATIC DIVER
Antwort von FANATIC DIVER Registriertes Mitglied am 10.10.2011 - 19:33
Aus gegebenem Anlass (Hier klicken ) sollte ich wohl die verschiedenen Möglichkeiten der Gas-Auftriebe noch einmal etwas spezifizieren:



# Auftrieb Jacket/Wing (Inflator, Mund, Westen-Flasche)

# Auftrieb Trocki (Inflator, Anzug-Flasche)

# am Anker hochhangeln

# Am Hang/Riff hochklettern

# DPV

# Flossen / Schwimmen

# Buddy

# Boje/Hebesack (Mund, 2. Stufe, MD-Schlauch) direkt am Taucher

# Boje/Hebesack (Mund, 2. Stufe, MD-Schlauch) mit Reel/Spool

# Blei ans Reel und auf dem Grund parken und langsam aufsteigen durch langsames Abrollen des Reels

# Blei-Abwurf (Ultima Ratio)



Gut Luft



FANATIC DIVER
Antwort von kwolf1406 Registriertes Mitglied am 16.10.2011 - 12:12
@mario-diver:
"z.B. EAN32 (ggf. auch 30/28er je nach TG-Planung) schon für einen klareren Kopf sorgen..."

Nitrox macht keinen klareren Kopf, denn dieser hängt nicht von der N2-Sättigung ab.
Antwort von TheData Registriertes Mitglied am 19.10.2011 - 00:16
kwolf1406: Ich denke, er meinte mit "klarerer Kopf" einen verminderten Tiefenrausch, auch wenn man die Unterschiede in der END/EAD noch einmal anschauen sollte. Diese sind bei EAN32 nicht soo riesig.
Verlängerte Nullzeiten bzw. geringere Dekozeiten können ebenfalls für weniger Auswirkungen bei einem Panikaufstieg sorgen, d.h. zumindest die Unfallfolgen dämpfen.
Antwort von Dieter_W Registriertes Mitglied am 19.10.2011 - 00:46
Das "durchschiessen" bis zur Wasseroberfläche ist nicht so schlimm. ich hatte einen unkontrollierten Notaufstieg von 46,6m bis zur Oberfläche! und Gott sei Dank, keinerlei gesundheitliche Schäden, war viel Glück dabei. Nach doppelvereiser beider erster Stufen, und schmählich von meinem Buddy im Stich gelassen, bleibt halt manchmal nur der Notaufstieg der aus dieser Tiefe endlose 36 sec. dauert!! zum Glück war ich erst beim Abstieg und hatte erst 11 min Tauchzeit und ausreichend Nullzeit;

Zum, aktuellen Fall muß ich schon sagen das ich mit meinem Icaro Jacket locker den Auftrieb hergestellt hätte. Aber jeder der genügend Erfahrung hat weiß, dass in so einer Situation KEINER, die absolute Ruhe hat immer richtig zu reagieren. Instinkt hilft ungemein dabei die richtige Entscheidung in gebotener Eile zu treffen.
Selbst ohne Luft im Jacket kann man die Höhe halten, mit Flossenschläge und eigenem voll aufgeblasenem Jacket hebt man locker 30 kg Blei aus dem Wasser, probiert das mal!! ich rede da nicht von einem XS Jacket, das halte ich sowieso unterdimensioniert.
Ich kann nur jedem empfehlen bei jedem 5m Safety Stop mit dem Buddy Notfall Szenarien durchzuspielen, das hilft ungemein gewisse Abläufe wie Octopus vom Buddy nehmen, Maske absetzen und ohne 1 min atmen, Inflator vom Buddy greifen und mit seinem Jacket tarieren,.... alles natürlich durch Zeichen oder vorher absprechen!!;
Durch solche Übungen kehrte meine anfängliche fehlende Sicherheit und Wohlfühlen beim Tauchen wieder langsam zurück. Wenn man weiss der Buddy und sein Equipment steht als Redunanz im Notfall zur Verfügung.
Einen stressfreien Tauchgang, Dieter
Antwort von kwolf1406 Registriertes Mitglied am 19.10.2011 - 08:43
@TheData
das denke ich auch, und meine es auch so. In ”Diverses” läuft eine Didkussion dazu.

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