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Tödlicher TU in Menzelen-Ost am 15.07.07 Abgesandt von Redaktion (AN) am 17.07.2007 - 14:18:
Zu einem tödlichen Tauchunfall kam es am 15.07.07 gegen 15.30 Uhr in einem See in Menzelen Ost. Eine Gruppe bestehend aus 5 Tauchern machten in dem Baggersee einen Tauchgang, als nach einer Weile eine 46-jährige Taucherin den anderen signalisierte, dass sie den Tauchgang abbrechen und an die Oberfläche zurück kehren wollte. Nachdem sich der Leiter der Gruppe vergewissert hatte, dass die Frau an der Oberfläche schwamm, setzte die Gruppe den Tauchgang fort. Als die Gruppe nach dem Tauchgang wieder zur Basis zurück kehrten, stellten sie fest, dass die Frau vermisst war. Bei der darauf sofort eingeleiteten Suche wurde sie vom Gruppenleiter bewegungslos auf dem Grund des Sees gefunden. Sie wurde geborgen, Wiederbelebungsversuche waren jedoch erfolglos und sie verstarb am Unglücksort.
Laut Obduktion verstarb die Taucher durch Ertrinken. Die Polizei geht nicht von Fremdverschulden aus.
Vielen Dank an divingdyke, Divelady97, Tom, rudi-klaus & ophiuchi für die Informationen
Antwort von Doris am 17.07.2007 - 15:13 In einem der Berichte steht:
"Der Leiter [der Tauchgruppe] hatte sich davon versichert, dass die Frau an die Oberfläche schwamm"
Bedeutet das, dass er mit ihr aufgetaucht ist oder nur, dass er beobachtet hat, wie sie nach oben geschwommen ist?
Ohne zu spekulieren möchte ich darauf hinweisen, dass es eigentlich immer so sein sollte, dass jemand den Abbrecher bis zum Ufer und bei Unwohlsein ggf. noch länger begleitet, auch wenn dann halt mal ein Tauchgang versäumt wird.
Antwort von Divelady97 am 18.07.2007 - 08:16 Auch ich hatte vermutet, dass das Angekommen an der Oberfläche lediglich von unten beobachtet wurde. Sollte das zutreffen, ist das ganze umso trauriger und bestimmt vermeidbar gewesen, wenn sie von jemandem zum Ufer begleitet worden wäre !
Es muss ja einen Grund für den TG-Abruch gegeben haben. Wenn sie sich nicht wohlgefühlt haben sollte, wäre eine Begleitung gerade dann unverzichtbar gewesen.
Warum sie aber ertrunken ist und am Grund gefunden wurde, bleibt mir aber etwas unverständlich... ok, man kann auch in einer Pfütze ertrinken, aber mit Jacket und/oder Bleiabwurf kann man sich doch genug positiven Auftrieb verschaffen, um an der Oberfläche zu bleiben.
Da das alles aber nur Mutmaßungen sind, wird sich dieses Unglück wohl nie ganz klären lassen.
Gruppe geht zusammen `rein - dann geht sie auch zusammen `raus. Punktum.
Seltsamerweise muss ich feststellen, dass viele dieses "Absetzen" von einzelnen der Gruppe als völlig normal empfinden. Wie wir hier mal wieder sehen können, ist so eine Gruppen-Regelung nicht wirklich sinnfrei.
@Divelady:
Sie muss nicht untergegangen sein. Es reicht, wenn sie an der Oberfläche aus irgendwelchen Gründen ohnmächtig geworden ist. Wenn man dann kein stabilisierendes Jacket hat, welches den Kopf hoch hält, hat man schon verloren.
Bei den meisten Jackets kippt man früher oder später in eine ungünstige Lage. Nur merkt man das im Normalfall nicht, da man ja an der Oberfläche rumhampelt (Flossenschlag, Arme).
Einfach mal den Selbsttest an der Oberfläche machen: Arme und Beine einfach locker lassen, Jacket normal aufblasen. Meist kippt man nach wenigen Sekunden. Da hilft Blei abwerfen meist auch nichts.
Gruß - Martin.
Antwort von Tobleronebrevetverteilerin am 18.07.2007 - 17:21 Also mich machte der bericht auch stuzig. Bei einer Gruppe von 5 Tauchern hätten ja zumidest 2 Taucher die Taucherin zumindest bis zum Ufer begleiten können.
Dort kann man ja den Grund des Abbruches erläutern und falls es der Taucherin dann gut geht und evtl. noch jemand am Ufer ist der ihr beim abrödeln helfen kann, können die 2 Begleiter zusammen als Buddy-Team wieder abtauchen.
Ansonsten kann einer der Begleiter sein Jacket abziehen und dem Kollegen im Wasser lassen, bis zur Basis mitgehen, ihr beim abrödeln helfen und danach nochmals mit dem Buddy abtauchen. Dies je nach Befinden der Taucherin.
Wir tauchen auch regelmässig in Gruppen, haben jedoch immer Buddyteams und wenn man sich UW wegen der Sicht verliert oder einfach in eine andere Richtugn tauchen will (dies wird jedoch angedeutet), dann tun wir das als Buddyteam. So wird es vorab auch abgesprochen:
wir können in Gruppe tauchen, jeder ist aber für seinen Buddy verantwortlich. Auch wenn es zum Abbruch des TGs kommt.
Martin
da hast du vollkommen recht. Aber das Rätsel ist: wieso ist sie auf dem Grund gefunden worden. auch wenn sie an der oberfläche ertinkt, kann sie ja ihr Jacket nicht entleeren und untergehen, ausser ihr Jacket war undicht und hat sich von alleine geleert.
Aber deinen Tipp werde ich mal befolgen und mich an der Oberfläche bewusstlos stellen um zu schauen ob es mich umkippt oder nicht. Natrülich werde icdh aber meinen Buddy informieren damit er evtl. Helfer am Ufer sagen kann, dass es eine Übung ist, sonst könnte dies noch die Rettungskette auslösen.
Jackie
Antwort von GWS am 18.07.2007 - 19:38 Die Forderung, dass die gesamte Gruppe in einer solchen Situation den TG abbrechen muss, leuchtet mir nicht ein.
Wichtig ist, dass auch in einer größeren Gruppe das Buddy-Prinzip - jeder Taucher hat einen Partner, dem er im Auge behält - gilt. Demzufolge müsste es selbstverständlich sein, dass der Buddy mit an die Oberfläche geht. So habe ich es vor zwei Wochen gemacht, als mein Partner bei der "Jan Heweliusz" in Panik geriet. Die beiden anderen Taucher unserer Gruppe haben ihren TG forgesetzt.
Man darf bei einer Bewertung dieses Unfalls nicht vergessen, dass in einer Paniksituation auch die einfachsten Dinge - z. B. das Aufblasen des Jackets an der Oberfläche - nicht mehr selbstverständlich sind.
Antwort von musher am 18.07.2007 - 23:29 Hallo Martin,
wenn sie so ein jacket gehabt hatte, wäre sie zwar ertrunken, aber nicht auf den grund abgesagt.
Im Anfangsthread war aber zu lesen, daß sie später am Grund gefunden wurde
Antwort von Tauchteufel am 19.07.2007 - 08:17 Moin, moin
@GWS
Ich kann Martins Forderung nur unterstützen.
Wenn es an der Oberfläche oder auf dem Weg nach oben zu weiteren Problemen kommt, können dann alle Gruppenmitglieder mithelfen, nicht nur der direkt eingeteilte Partner, der begleitet.
Es stört mich deshalb ein wenig, wenn in solchen Diskussionen einzig von dem eingeteilten direkten Buddy innerhalb einer größeren Gruppe, z.B. 4 Personen, geredet wird, auf dem jetzt alle Verantwortung lastet und abgewälzt wird. Ich sehe das eher so, dass innerhalb einer Tauchgruppe, wenn sie als Gruppe sich verabreden und tauchen, alle eine Verantwortung den anderen Partnern gegenüber tragen. Jeder sollte jedem helfen. Der Gruppenführer sorgt deshalb für den Aufstieg der gesamten Gruppe.
In Deinem persönlichen Fall klingt das für mich eher so, als wollten zwei ihren TG lieber weiterführen als eventuell helfen müssen, weil ja nicht der direkt zugeordnete Partner betroffen war. Und einen Gruppenführer gab es wohl nicht, oder?
Viele Grüße
Peter
Antwort von Ayla am 19.07.2007 - 18:26 5 gehen rein 2Taucher 2 Buddy-1 bleibt übrig,kein Buddy mehr?man sollte vor dem TG immer auch solche Dinge besprechen,und einer/e alleine Auftauchen zu lassen birgt immer ein Restrisiko.
Hier gilt immer noch die alte Regel tauche nie allein,auch nicht auftauchen.
Antwort von joschka am 09.09.2007 - 08:47 Eine Gruppe mit 3 oder 5 Tauchern ist immer ungünstig, da einer immer ohne festen Buddy ist.
Und wer geht dann mit einem Problemtaucher an die Oberfläche?? Tauchen ist und bleibt nun mal ein Teamsport, bei allen Solotaucheraktivitäten, die oft probagiert werden. Eine Gruppe von Tauchern sollt vor dem TG ein Briefing abhalten wo auch das Verhalten in Notfällen besprochen wird, und wer mit wem taucht. Im Zweifelsfalle gibt der Diveleader das Zeichen zum Auftauchen, und allen tauchen gemeinsam auf. Mal ehrlich, ein abgebrochener Tauchgan ist zwar nicht die Erfüllung, aber immer noch besser als eine Risikosituation für einen der Tauchpartner zu riskieren. LG Joschka
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