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Tödlicher TU in Messinghausen am 28.07.07
Abgesandt von Redaktion (AN) Registriertes Mitglied am 30.07.2007 - 07:40:

Am Samstag kam es im Steinbruchsee von Brilonb-Messinghausen zu einem tödlichen Tauchunfall. Während eines Gruppentauchgangs kam es aus zu einem Zwischenfall unter Wasser, über den noch nichts genaueres bekannt ist.

Zwei Taucher, eine 40 jährige Frau und ein 45 jähriger Mann wurden leblos aus dem Wasser geborgen. Die Reanimation blieb bei der Frau erfolglos, sie verstarb am Unfallort. Der Mann wurde mit dem Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen.

Genauere Einzelheiten sind nicht bekannt.

Quelle: WDR Hier klicken

Vielen Dank an alle, die diese Information an uns weiter geleitet haben.



Antwort von Keintollername Registriertes Mitglied am 30.07.2007 - 08:43
Mein Beileid an die Familie und Buddys...


Hier der Link zum zum TV Bericht vom WDR:

Hier klicken

Mich würd mal interessieren wer das tolle Interview gegeben hat - Tauchen ist so gefährlich wie Motorradfahren
Antwort von Tümpeltaucher de Luxe Registriertes Mitglied am 30.07.2007 - 09:41
Zuerst einmal mein Beileid den Hinterbliebenen und Genesungswünsche an den Verletzten.

@Keintollername:
Die Frau im Interview (Name steht drunter) hat Recht, dass Tauchen keine ganz so harmlose Sportart ist, sonst würden es die meisten Menschen nicht erst nach einer Ausbildung machen, und die Ausbilder würden nicht so auf ein Gesundheitszeugnis achten.
Es gibt ausserdem parallelen zum Motorradfahren: dort passieren auch viele Unfälle durch Selbstüberschätzung.

Dies ist keine Spekulation über die Unfallursache!
Nur meine Meinung zum TV Beitrag!
Antwort von Bert Rudeck Registriertes Mitglied am 30.07.2007 - 19:27
@Keintollername

Also, ich finde das Statement der Taucherin angemessen und vernünftig. Sie sagt übrigens nicht, dass Tauchen so gefährlich wie Motorradfahren ist.
Es gibt, so sagt sie, auch andere Sportarten die gefährlich sind, z.B. Motorradfahren.
Vergleiche hinken immer etwas, aber das Tauchen, das viele Zuschauer des Beitrags nicht einschätzen können, mit dem verbreiteteren Motorradfahen zu vergleich, ist m.E. in Ordnung. Beide Hobbys sind, wenn man gut ausgebildet und erfahren ist, sehr sicher zu betreiben. Sie verzeihen aber kaum Fehler.

Gruß
Bert
Antwort von Andreas Moderator am 31.07.2007 - 17:01
Neue Informationen aus der Hildesheimer Allgemeinen Zeitung 30.07.2007:

Laut der HAZ kam es auf 20m zu Equipmentproblemen. Als Folge warf der Mann den Bleigurt der Taucherin ab, um mit ihr aufzusteigen. In ca. zehn Meter Tiefe verloren sie sich aus den Augen. Die Polizei untersucht derzeit das beschlagnahmte Tauchgerät um die Unfallursache zu ergründen.
Der Taucher ist mitlerweile nicht mehr in Lebensgefahr.

Quelle Hildesheimer Allgemeinen Zeitung (e-Paper) Hier klicken
Antwort von d.paravicini Registriertes Mitglied am 01.08.2007 - 11:47
Zunächst gilt auch meine Anteilnahme den Angehörigen der Verunfallten und dem Buddy, der nach Aachen geflogen wurde und nun wohl wieder fit ist.
Der Unfallhergang ist unklar und wird derzeit analysiert (da ist die Kripo dran), aber die Fakten wurden in der ersten Mitteilung falsch geschildert: Eine erfahrene Taucherin aus Bielefeld hat die inzwischen Verstorbene aus 34 m Tiefe gerettet, ich habe sie als Notarzt auf dem Ponton versorgt. Die Reanimation gestaltete sich schwierig (Lungenödem e vacuo, Erbrechen beim Intubationsversuch, dadurch erschwerte Intubation, 25,9 Grad Körpertemp., schwieriger Transport auf der Ladepritsche des Geländewagens nach oben zum RTW), war aber zunächst keinesfalls erfolglos: Im RTW wurden unter CPR im EKG Herzaktionen (teilweise SR, teilweise Ersatzrhythmus) festgestellt. Unter CPR erfolgte Transport in ein nahe gelegenes Krankenhaus (dabei Engerwerden der Pupillen beobachtet!), wo die Verunfallte leider nach weiteren zwei Std. auf der Intensivstation verstarb. Trotzdem: Nobody is dead until she/he is warm and dead!
Antwort von pitbull Registriertes Mitglied am 31.07.2007 - 22:03
Hai Leute,

Equipmentprobleme auf 20 m? Vereiser?

Es gibt ein paar wenige TL`s die euch das richtige Verhalten bei einem Vereiser erklären und auch beibringen können. Ich habe ein solches "Special" schon mal absolviert.
Sollte wirklich jeder, der in kalten Gewässern taucht mal erlebt haben. Auch wenn es dafür (noch) keinen Stempel im Tauchpass gibt.
Beim richtigen Buddy ist so ein Vereiser kein Problem! Der dreht den abblasenden Automaten einfach zu. Auch wenn der Buddy das nicht schafft, Tauchgang gaaaanz normal abbrechen. Du hast genügend Luft dabei, um die Oberfläche auch bei abblasendem Automaten ohne überhöhte Aufstiegsgeschwindigkeit zu erreichen. Schließlich passiert das Abblasen ja am Anfang eines TG, wenn die Flasche noch voll ist, nicht am Ende.
Richtiges Verhalten rettet Leben.

Allzeit gut Luft

Pitbull
Antwort von walhai1964 Registriertes Mitglied am 02.08.2007 - 20:22
Zuerst einmal mein Beileid den Hinterbliebenen und die besten Genesungs wünsche an den Verletzten.

Hier wird immer davon gesprochen das eine Gruppe tauchen ging wieviel waren es denn genau.

Und wie erfaheren waren denn alle Tauchen.

Gruß

Uwe
Antwort von Bert Rudeck Registriertes Mitglied am 07.08.2007 - 14:47
d.paravicini schrieb: "25,9 Grad Körpertemp"

Ich habe gerade gelesen, dass die untere Grenze des Überlebens bei 27 Grad Körpertemperatur liegen soll. Wie kann man die angegebene niedrige Körpertemperatur erklären. Solange scheinen die Verunfallten ja nicht unter Wasser gewesen zu sein.

Gruß
Bert
Antwort von musher Registriertes Mitglied am 07.08.2007 - 15:47
Hallo pitbull,

es steht Niergends, daß dieses Equipmentproblem etwas mit einem Vereiser zu tun haben muß.
Hier wäre es schön, wenn man noch genauere Angaben erhalten könnte.

Desweiteren muß ein Vereißer nicht unbedingt am Anfang eines TGs auftauchen, hatte selbst schon einen TG, bei dem erst nach ca 10m auftauchen (also nach der Wende vom tiefsten Punkt, wieder 10m weiter oben) der Automat anfing abzublasen.
Ich behielt im Gegensatz zum Buddy die Ruhe, und dann schafte es auch der Buddy mit dem Ventil zudrehen (bis dahin atmete ich aus dem abblasenden Automaten)

@ Bert, kann es Dir jetzt auch nicht genau erklären, ist aber auf jeden Fall ein bekannter Lehrspruch. Und die Chancen einen unterkühlten Menschen wiederzubeleben sind um ein vielfaches höher, als Menschen mit normaler Körpertemperatur
Antwort von Lefty Registriertes Mitglied am 07.08.2007 - 21:04
Auch ich möchte nochmal den Hinterbliebenen mein aufrichtiges Beileid zollen!

Zum Unfall:
Es war eine Gruppe von ca. 20-25 Tauchern. Von Tauchlehrern bis Anfänger alles dabei. Einteilung nach Erfahrung. Die Verunfallte ist mit einem Divemaster getaucht, sie selbst AOWD.
Antwort von Tauchteufel Registriertes Mitglied am 08.08.2007 - 10:54
Moin, moin
@pitbull

Bei einem guten TL würde man sogar lernen, dieses Problem des Ventilzudrehens auch selbst zu lösen. Jeder sollte das immer wieder mal üben

@musher
Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Vereisung auftritt, ist bei großen Druckdifferenzen HD zu MD halt höher als bei kleineren. Dazu kommen dann eben noch die anderen Faktoren.

Viele Grüße
Peter
Antwort von Deco1 Registriertes Mitglied am 08.08.2007 - 12:44
Ein AOWD in Messinghausen !
Von TL bis Anfänger alles dabei !

Messinghausen wird manchmal als einfacher (weil klare See mit super Sichtweiten) deklariert, aber das Loch ist 43 Meter tief , mit Steilwand im Einstiegsbereich.
Da hat kein Anfänger was zu suchen.
Meine Meinung.

Mein Beileid an die Hinterbliebenen
Antwort von Elektronenschieber Registriertes Mitglied am 09.08.2007 - 23:47
@ d.paravicini:

Eigentlich ist es gut, dass es so ein Forum gibt in dem man viele Informationen über Tauchunfälle gibt. Trotzdem denke ich, dass du dich bei deinen Angaben hart an der Grenze der Schweigepflicht entlang hangelst...

Dennoch kann ich die "Rechtfertigung" verstehen. Schließlich kann, will und soll sich kein Arzt / Rettungshelfer einen Vorwurf gefallen lassen müssen.
Antwort von doerk Registriertes Mitglied am 10.08.2007 - 07:17
moin
also mit aowd ist man noch anfänger. leider fehlt die angabe der anzahl der tg`s von der verunfallten. ich kenne mehrere leute die weit über 500 tg `s haben und auch "nur" aowd sind. sind das auch anfänger?
mfg
doerk
Antwort von blausammy Registriertes Mitglied am 10.08.2007 - 07:38
Moin zusammen,

man sollte einen solchen Vorfall nicht zu sehr von sich wegschieben und als " mir könnte sowas nie passieren " abhaken. Wer weis, welche Faktoren dort zusammen kamen und welche Szenen sich unter Wasser abspielten. Ich finde es auf jeden Fall immer wieder sehr bedrückend, dass Leute bei der Ausübung Ihres Hobbys auf so tragische Weise ums Leben kommen und dann Unbeteiligte darüber diskutieren was alles falsch gemacht wurde und was man hätte besser machen können. Im Nachhinein ist jeder Unfall vermeidbar.

Mein herzliches Beileid den Angehörigen.



Antwort von A.L.E.X. Registriertes Mitglied am 10.08.2007 - 07:54
@ PITPULL :
zum Thema Vereisser und gggggaaaaannnnnzzzzzz langsammmmmmm auftauchen....
Ein Abblasender Atemregler mit 3000l Luftlieferleistung entleert eine 80cu-ft Flasche, in der 2200l Luft sind an der Wasseroberfläche in ca.255 sek. - in 30m Tiefe schaft er das sogar in ca 155sek. also wenns mal so weit ist ziemlich zügig Ventil schliessen oder etwas zügiger als normal an die "FRISCHE LUFT"....
Antwort von TSTeufelsrochen Registriertes Mitglied am 10.08.2007 - 13:42
Hallo A.L.E.X,
ganz abgesehen das dies nichts mit dem Unfall zu tun hat, könntest du mir den Lösungsweg deiner Rechnung erläutern??????
Wäre echt interessant!!!!!

Den Angehörigen mein herzliches Beileid.
Antwort von A.L.E.X. Registriertes Mitglied am 10.08.2007 - 17:36
@ TSTeufelsrochen:
keine Rechnung einfach mal auf die Luftdusche drücken und Zeit stoppen....
Antwort von Deco1 Registriertes Mitglied am 10.08.2007 - 19:38
@ Doerk
Du hast natürlich recht.
Allein der Ausbildungsstand sagt nichts über die eigentliche Qualifikation.
Ich tauche auch mit einem CMAS * und 300 TG.

Ein Buddy von mir hatte auch in Messinghausen Probleme beim Abtauchen.
Erst gings nicht runter (Restluft im Trocki) und dann wie im Fahrstuhl.
Anschließend Trommelfellriß und Drehschwindel.
Er war hin und her gerissen zwischen Druckausgleich, versuchter Orientierung, Schmerzen und Tarierung , so dass ich Ihn erst bei ca. 28 Meter einholen konnte um gemeinsam kontrolliert aufzutauchen.

Auch hier ein erfahrener ***Taucher mit anfänglichen "kleinen" Problemene.
Tut zwar nichts zur Sache, aber das Buddyteam hat funktioniert.

Kommt heile wieder hoch,
Deco1
Antwort von scuba62 Registriertes Mitglied am 20.08.2007 - 12:17
Hallo Pitbull,


"Equipmentprobleme auf 20 m? Vereiser?"

Dürfte wohl das häufigst anzutreffende Problem in kalten Seen sein...



"Es gibt ein paar wenige TL`s die euch das richtige Verhalten bei einem Vereiser erklären und auch beibringen können. "

Ich kenne da inzwischen auch ein paar, ich hoffe du meinst jetzt aber nicht Prim. zudrehen und auf Sek. wechseln?



"Beim richtigen Buddy ist so ein Vereiser kein Problem!"

Wie erkennt man die richtigen Buddys doch noch gleich? Wäre es nicht generell besser das allein und sicher in den Griff zu bekommen?
Sorry, aber einem Tauchpartner würde ich diese Verantwortung nicht aufhalsen wollen...


"Der dreht den abblasenden Automaten einfach zu."

Dieses Verfahren erschliesst sich mir noch nicht so ganz. Wie soll das funktionieren, über eine längere Zeit als wenige Sekunden?
Wie für alles, gab es doch auch für die ursprüngliche Vereisung Ursachen. Treffen bei deiner Konfiguration diese Ursachen nicht auch auf das Sek. System zu?

Hier mal einige Lehrreiche Beispiele wo die Leerbuchmeinung mal gänzlich versagte:
Hier klicken
Hier klicken
Hier klicken
Hier klicken


"Auch wenn der Buddy das nicht schafft, Tauchgang gaaaanz normal abbrechen."

Tolle Idee, ich stelle es mir gerade vor: Der Computer zeigt noch 20min Dekostop......


"Du hast genügend Luft dabei,"

Wohl eher nicht zwangsläufig...


"Schließlich passiert das Abblasen ja am Anfang eines TG, wenn die Flasche noch voll ist, nicht am Ende."

Bevorzugt bei ca. 160-170bar Flaschendruck, aber bestimmt nicht zwangsweise dann...



"Richtiges Verhalten rettet Leben"

Hier sind wir uns dann wieder vollkommen einig.



Gruß
scuba62

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