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Tödlicher TU in Thüringen
Abgesandt von Ralf am 07.10.2001 - 14:25:

Heute morgen wurde auf Antenne Thüringen von einem tödlichen Tauchunfall in einem Gewässer berichtet. Gemäss der Schilderung handelte es sich um eine "Forschergruppe" bei der ein Mitglied nach einem Tauchgang wieder allein zu einem neuen Tauchgang aufgebrochen ist. Unter Wasser wurde er dann, so die Beschreibung, eingeklemmt und konnte sich nicht mehr befreien.

Zusätzlich wurde erwähnt, dass der Taucher in 70cm Wassertiefe (?)eingeklemmt wurde. Die Luft in seiner Flasche soll für 40 Minuten gereicht haben. Heute soll mit der Bergung des Tauchers begonnen werden.

Weitere Angaben sind nicht bekannt.




Antwort von Jessica am 07.10.2001 - 14:26
SONNEBERG. Ein Höhlenforscher aus Dresden ist während eines Tauchgangs in einer Felsgrotte in der Nähe des thüringischen Sonneberg tödlich verunglückt. Der 37-Jährige hatte sich etwa 70 Zentimeter unter der Wasseroberfläche in einer Felsspalte eingeklemmt und konnte sich nicht mehr befreien, wie die thüringische Polizei am Freitag mitteilte. In der Nacht hatten Helfer zunächst vergeblich versucht, den Taucher zu bergen. Der Mann hatte sich während eines Tauchgang verirrt und den Ausgang der Höhle nicht mehr gefunden. (dpa)
Antwort von Jessica am 07.10.2001 - 14:30
noch mehr..

Quelle:Hier klicken

Unglück im Sauloch
Von Frank BUHLEMANN


Ein 37-jähriger Taucher starb am Donnerstagabend in einer Felsspalte bei Sonneberg. Er wollte eine Unterwasserhöhle erkunden, kam aber nicht zurück. Was genau geschah, das ermittelt die Kriminalpolizei. Sie geht von einem Unglück aus.


"Ich habe noch daneben gestanden, als er sich umgezogen hat, um in die Höhle zu steigen", erzählt Lothar Fischer (61). Der Mann aus Truckenthal verfolgt seit zwei Jahren das Geschehen und konnte Donnerstag Nacht wegen der Bergungsarbeiten kaum schlafen. Denn genau an seinem Grundstück entspringt eine sehr starke Quelle, die die Höhlenforscher immer wieder neugierig gemacht hat. 70 Liter Wasser pro Sekunde sollen dort aus der Erde schießen. Diese riesige Wassermenge könnte einen großen unterirdischen See speisen. "Den wollten die Höhlenforscher unbedingt finden", erinnert sich Fischer. Auf der anderen Bergseite des kleinen Dörfchen Truckenthal im Landkreis Sonneberg ist solch ein See tief im Fels bereits entdeckt und erkundet worden.

Der Höhlentaucher Andre H. kam mit seiner Freundin an die Felsspalte. Sie bildet einen engen, schlammigen Eingang zur Höhle. Er zog sich den Tauchanzug an und stieg mit zwei Sauerstoffflaschen durch das Loch ins trübe, kalte Wasser.

Dann geschah das Unglück. "Zwei Minuten nach 19 Uhr heulten die Sirenen in unserem Dorf", sagt Feuerwehrchef Rainer Karl. Die Freundin hatte die Polizei alarmiert, weil keine Wasserblasen und kein Lichtschein von der Lampe mehr zu sehen waren und Andre H. nicht mehr auftauchte. Eine Stunde später trafen die Tauchfreunde des in Viernau bei Suhl Geborenen ein. Schnell eingesetzte Pumpen senkten den Wasserspiegel aber nicht ab.

Schließlich fanden sie ihren Kameraden unter Wasser, eingeklemmt in einer Felsspalte. Tot. Es begann eine aufwendige und langwierige Bergung. Trotz vieler Versuche gelang es Tauchern und Feuerwehr in der Nacht nicht, den toten Mann zu befreien und aus dem Wasser zu holen.

Gestern Morgen rückten Spezialtaucher der Erfurter Polizei an. Sie erkundeten erneut das dunkle Loch. "Fünfzehn Meter tief geht es im Berg steil abwärts, dann in eine kleine Öffnung, die in das Wasser führt", beschreibt einer der Taucher.

Der Lehmboden verdreckt noch vor dem Einstieg die Tauchanzüge. Im acht Grad kalten Wasser müssen die Taucher erst mal ganz ruhig abwarten, damit sich der Lehm setzt und sie wenigstens ein Stück weit sehen können. Nur einer der Spezialtaucher kann immer zu dem Verünglückten vordringen, so eng sind die Felsspalten. Schwere Technik oder Presslufthämmer lehnen sie ab. Da es keine Karten von der Höhle gibt, kann alles zusammenstürzen, wenn Steine abgeschlagen werden.

Kurz nach 13 Uhr bergen die Taucher dann den Toten aus der Spalte, die unmittelbar neben dem Ausstieg liegt. Aufrecht habe Andre H. dort zwischen den Steinen eingeklemmt gestanden. Ihm hätten nur noch 70 Zentimeter zu rettenden Oberfläche gefehlt. In den beiden Sauerstoffflaschen sei Luft für 80 Tauchminuten gewesen. Eine der Flaschen war noch ganz gefüllt, die andere zur Hälfte. Ein zweiter Atemautomat, wie ihn Taucher zur Sicherheit mitführen, wurde nicht gefunden. Selbst für die erfahrenen Polizeitaucher war der Einsatz äußerst schwierig. "Am besten alles zusprengen, da sind lauter Fallen im Wasser", schimpfte einer von ihnen. Es gelte unter Tauchern zwar immer der Satz: Tauche nie allein. Aber in solchen Höhlen sei überhaupt kein Platz für einen zweiten Mann bei einem Tauchgang. Höhlenforscher tauchen deshalb oft allein.

Nach ersten Ermittlungen ist Andre H. vermutlich ertrunken, so ein Polizeisprecher. Sein Tauchanzug war nicht beschädigt. Der Tauchcomputer mit Daten wurde von der Staatsanwaltschaft sichergestellt. Wie es zu dem Unglück kommen konnte, ist noch nicht geklärt. Angeblich habe es eine Führungsleine in die Tiefe gegeben. Wahrscheinlich aber verfehlte er den Ausstieg und sei dann in Panik geraten, weil er sich nicht allein aus der Spalte befreien konnte. Eine Straftat schließt die Kriminalpolizei aus.

Andre H. war Referent der früheren Bundessprecherin der Grünen, Gunda Röstel, und wohnte daher seit einiger Zeit in Dresden.

Für Rainer Fohlert ist das Unglück noch nicht erklärbar. Logisch sei, so Fohlert, dass "wir über mehr Sicherheit bei solchen Aktionen genau nachdenken müssen". Der Geschäftsführer des Thüringer Höhlenvereins hat gemeinsam mit Andre H. den Verein 1990 gegründet. "Andre war ein erfahrener Taucher", sagt er. Es sei überhaupt der erste Unfall, der im Verein mit seinen 80 Mitgliedern, davon nur vier Taucher, passierte. Andre H. gehörte dazu und sei seit fast zwanzig Jahren getaucht. Auch mit engen Passagen habe er sich ausgekannt. Ob er das Atemgerät in der engen Spalte verlor und die Leine in der Panik verfehlte, fragen sich jetzt seine Tauchkameraden.

Die Truckenthaler Höhle jedenfalls war Neuland. Erst im September dieses Jahres hatten die Höhlenforscher den künstlichen Eingang im Fels endgültig freigelegt. Der Schnee des letzten Winters wies ihnen den Weg, "denn dort, wo jetzt der Eingang ist, taute es immer viel schneller", so ein Truckenthaler. Die erforderlichen Genehmigungen für die Grabungen im Berg, so Fohlert, gab es von den zuständigen Stellen.

Wie kompliziert die Höhle sein muss bestätigt allerdings schon der verbreitete Name für den Truckenthaler Fels. Die Thüringer Höhlentaucher bezeichnen sie als "Sauloch", da mehrere Versuche, sogar mit Presslufthämmern, zu den unterirdischen Kammern zu gelangen, gescheitert waren.
Antwort von Herbert am 11.10.2001 - 11:24
Hier eine offizielle Stellungnahme des Thüringer Höhlenvereins. Abzurufen unter:

Hier klicken
Antwort von torsten hellmann am 12.10.2001 - 23:46
wenn jemand etwas neues über diesen unfall weiß,bitte schickt mir eine mail.
Antwort von Eric am 17.10.2001 - 09:30
Ich wundere mich immer wieder wie solche Berichte hier erscheinen können. Wenn die Rede von Sauerstofflaschen ist und die Luft hätte noch für 80 Minuten Tauchen gereicht, und der Taucher habe keinen zweiten Automaten dabei gehabt.....

Ich kann mich nur wundern. Ich kenne keinen Höhlentaucher der nicht mit 3 redundanten systemem in eine Höhle geht, oder eine Reel mit sich führt, etc. ich habe den Eindruck hier wurden wieder einmal alle Regeln nicht eingehalten die es beim Höhlentauchen gibt. Also wenn der Autor "Von Frank BUHLEMANN" sich die Mühe machen würde zu recherschieren dann kann das nur von Vorteil sein anstatt eine Panikmache zu verbreiten was das Höhlentauchen angeht.
Antwort von jonas am 27.10.2001 - 15:36
ist das sch....., in 70 cm tiefe und die flasche reichte noch 40 min stellich mir makaber vor, so nah an der rettenden luft auf seinen tod zu warten.
Antwort von Uwe am 13.12.2001 - 14:17
Und schon wieder ein klassisches Beispiel von Selbstueberschaetzung,mangelnder Ausruestung,vermutlich fehlender Ausbildung und
nicht vorhandener TG-planung und mangelnder Umgebungskenntnisse.
Es sind nicht die Unfaelle die dem Tauchsport nachhaltig schaden,sondern die Taucher die solche Vorfaelle provozieren.Warum denken solche " SUPERTAUCHER" nicht ersteinmal nach,bevor sie ihre Familien zuruecklassen ?? An dieser Stelle,mein herzlichstes Beileid an die Hinterbliebenen.
Uwe

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