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Foren - Tauchunfälle - Tödlicher Tauchunfall am Starnberger See




  

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Tödlicher Tauchunfall am Starnberger See
Abgesandt von Redaktion Registriertes Mitglied am 24.06.2007 - 22:19:

24.6.2007: Wie der Bayrische Rundfunk soeben meldete, verunfallte ein 38-jähriger Taucher während eines Tauchgangs am Starnberger See. Der begleitende Tauchlehrer wurde bei dem Versuch den ohnmächtig gewordenen Mittaucher zu retten, verletzt. Er befindet sich momentan in der Druckkammer Murnau zur weiteren Behandlung. Der verunfallte 38-jährige konnte durch die hinzugezogene Wasserwacht geborgen werden. Trotz sofort eingeleiteter Reanimation verstarb der 38-jährige nach seiner Einlieferung in eine Notfallklinik.



Antwort von Tiny Registriertes Mitglied am 24.06.2007 - 23:49
Siehe auch hier: Hier klicken
Antwort von musher Registriertes Mitglied am 25.06.2007 - 20:08
Wäre schön, genauere informationen zu bekommen.

Laut Radio, war das Opfer ein Tauchschüler, aber auch ein erfahrener Taucher?
Handelte es sich um einen (weiterführenden) Kurs?

Der Tauchbasenbesitzer, der so schwer verunglückt wurde war nicht bei dem TG dabei und kam erst anch dem Unfall dazu? Was tat er dann? warum passierte ihm etwas?

Die Wasserwacht hat das Opfer aus der Tiefe geborgen? oder nur aus dem Wasser, nachdem das Opfer von den Begleitern hochgebracht wurde?

Ist auch schon etwas bekannt, warum das Opfer ohnmächtig wurde?

Antwort von Sanne13 Registriertes Mitglied am 26.06.2007 - 12:43

Anscheinend konnten der Tauchlehrer und der zweite Tauchschüler den Verunfallten nicht zur Oberfläche bringen und der anschliessend verständigte Tauchbasenleiter wurde bei einem weiteren Rettungsversuch verletzt.


Hier klicken
Antwort von Dreamer Registriertes Mitglied am 26.06.2007 - 19:04
Laut Nachrichten im Radio Arabella fordert nun die Polizei FFB das Tauchverbot für diese Stelle am Starnberger See. (Steilwand)
Da es hier angeblich schon viel zu oft Tauchunfälle gegeben hat.

Mein herzliches Beileid den Angehörigen!!!!
Antwort von AquaPro Registriertes Mitglied am 27.06.2007 - 10:03
tauchverbot für diese stelle am see ???

bullshit !!!

ein verbot ist ein richtiger magnet für taucher hat man ja in österreich beobachten können (schwarze brücke).

mich würde interresieren in welcher tiefe sich die taucher befanden als der unfall passierte und wieviel blei der verunfallte taucher an sich hatte und vorallem wieso um gottes willen der gurt nicht abgeworfen wurde.
Antwort von Patrick B Registriertes Mitglied am 27.06.2007 - 11:16

Obwohl ein Tauchunfall eine tragische Angelegenheit ist, kommt ein Tauchverbot an dieser Stelle für viele Taucher einer Katastrophe gleich.

Bedenklich scheint, dass die Unfälle in letzter Zeit immer wieder bei Tauchausbildungen passieren. Unzureichende Erfahrung der TL´s und stümperhafte Organisation betreffen hier leider wieder einmal alle.
Antwort von m_hopfi Registriertes Mitglied am 27.06.2007 - 11:48
Erst einmal möchte ich mein aufrichtiges Beileid an die Angehörigen des verunglückten Tauchers aussprechen.
Zweitens sollten alle hier überlegen welche Komentare abgegeben werden, Meines Wissens, wurde von allen Beiteiligten am See alles mögliche getan um dem Taucher zu helfen, viele unglückliche Verkettungen haben hier zu dem Unfall geführt. Die Tauchschule hatte seit Bestehen 20 Jahre keinen nennenswerten Unfall, tragisch genug das es nun dazu gekommen ist, aber ich würde mich hüten hier auf unfähige TL´s zu schließen. Jeder der diesen Sport ausübt sollte sich auch bewusst sein, dass dabei was passieren kann, wir sind schließlich nur Gäste in dem Element Wasser und dafür eigentlich nicht gebaut.
Antwort von Telemar-king Registriertes Mitglied am 27.06.2007 - 13:14
Ich habe den Bericht aus dem Münchner Merkur im Regionalteil "Bayern & Region" vom 26.06. neben mir liegen. Leider ist mein Scanner seit März kaputt, sonst könnte ich ihn via taucher.net-Redaktion zur Verfügung stellen.

Ich zitiere ganz kurz aus dieser Quelle:

- 38-jähriger Tauchschüler aus Neustadt an der Donau war mit TL und einem weiteren Schüler am Ostufer bei Berg-Allmanshausen in 20 Meter Tiefe tauchen (meine Anmerkung: allgemein bekannt als "Seeburg", vom Foto zum Beitrag von der Seeseite her schaut es aus, wie Tauchplatz Wasserwacht, was auch im Zeitungstext an einer Stelle angemerkt ist)

- seine beiden Begleiter hätten ihn für einen Moment aus den Augen verloren und genau in diesem Moment ist er abgesackt

- seine Begleiter versuchen, den Bewusstlosen an die Oberfläche zu ziehen, scheitern aber. Sie müssen ihn zurücklassen und allein auftauchen.

- um 15.20 Uhr ging der Notruf bei der Wasserwacht Wolfratshausen ein, die sofort acht Rettungstaucher vom gesamten See zusammenzieht

- als die Rettungstaucher am Tauchplatz eintreffen, sehen sie zuerst den verunfallten Inhaber (44) der Tauchschule, der sofort als er vom Unfall erfahren hat, ins Wasser gestürzt war, um den Verunfallten zu bergen. Da er an diesem Tag schon drei Tauchgänge hinter sich hatte und "bis zum letzten Luftzipfel unten blieb", verunfallte er auch (Text: "er war zu schnell aufgestiegen und zeigte Symptome der Taucherkrankheit"). Er wurde in das Unfallkrankenhaus nach Murnau in die Dekokammer gebracht und konnte am Montag, 25.06. das Krankenhaus wieder verlassen.

- da die Rettungstaucher eine gute Peilung bekommen haben, "haben sie den verunfallten Taucher nach 25 Minuten noch oberhalb der 30 Meter Marke entdeckt". Darunter, so erklärt die Zeitung weiter, dürfen Rettungstaucher aus versicherungstechnischen Gründen nicht tauchen.

- nach 35 bis 40 Minuten ist der Tauchschüler wieder an der Oberfläche, kann reanimiert werden und wird ins Klinikum München-Großhadern geflogen. Doch dort verstirbt er am selben Abend.

- für den Tauchlehrer könnte der tödliche Unfall noch ein Nachspiel haben: Es werde routinemäßig wegen eines möglichen Verschuldens ermittelt, so ein Polizeisprecher. Auch beim bisher letzten tödlichen Unfall am STA-See im März `07 (an der Seeburg war ein Tauchschüler ertrunken und konnte erst Tage später geborgen werden Hier klicken ) hat die Staatsanwaltschaft München Strafanzeige wegen fahrlässiger Körperverletzung mit Todesfolge gegen den Ausbilder gestellt.

Weiterhin ist zum Artikel ein weiterer Text (Box) platziert, in dem der Starnberger Polizeichef Norbert Reller zitiert wird. Reller fordert Konsequenzen. Ein generelles Tauchverbot sei nicht durchsetzbar, so Reller, doch sollten Taucher zumindest eine Boje benutzen müssen, wie es auch am Gardasee der Fall sei. Das erleichtere die Arbeit der Rettungskräfte erheblich, da die Suche an der Seeburg besonders kompliziert ist. "Oft gibt der See die Toten gar nicht mehr her." so Reller. Das Landsratsamt prüft Rellers Antrag. (meine Anmerkung: Stadt Starnberg ist Landkreis Starnberg, die betroffenen Tauchplätze jedoch Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen)
Antwort von Grögi Registriertes Mitglied am 27.06.2007 - 14:08
stelle ich mir lustig vor: 50 Bojen bewegen sich auf verhältnismäßig engem Raum. gibt in Abhängigkeit von Windrichtung und den Tauchrouten der einzelnen Taucher ein hübsch geflochtenes Netz. Und wenn einer rausgeht, dann zieht er alle anderen mit raus...
Antwort von Telemar-king Registriertes Mitglied am 27.06.2007 - 15:00
50 Taucher sind nie im Wasser an den Tauchplätzen der Seeburg und südlich davon. An schlechten Tagen (= schönes Wetter) gleichzeitig höchstens 15 verteilt über eine ca. 1,5 Kilometer lange Strecke, an guten Tagen (= schlechtes Wetter) manchmal nur zwei Taucher auf 1,5 Kilometer.

Ein Problem wird eher, dass die Badegäste sich in den Bojenleinen verknoten oder Klein-Schaklin und Klein-Uwe sich an den Bojen festhalten und diese als Schwimmhilfe benutzen (und Mamma steht lachend am Ufer).

Das alleraktuellste Problem, und für ständigen Unmut in den Anliegerkommunen sorgend, ist, dass sehr viele Badegäste und Taucher mit Autos die Seeuferstrasse befahren, die für den allgemeinen Verkehr gesperrt und nur mit einer Anliegergenehmigung benutzbar ist (gibt es auf Antrag auch für Taucher oder Tauchvereine in den Gemeinden Berg und Münsing). An Schönwetterbadetagen werden alle Autos ohne Genehmigung gern von der Kommunalen Verkehrsüberwachung mit 15,00-Euro-Gutscheinen unter dem Scheibenwischer bestückt.

Die Anlieger (Anwohner) fordern deshalb regelmäßig von ihren Gemeinden, das Tauchen zu unterbinden, obwohl der Pro-Kopf-Anteil an Badegästen mit Auto viel höher ist.

Auswärtige Tauchschulen (von weiter weg als München, da örtliche oder Münchner "geduldet" werden) werden ganz besonders argwöhnisch beäugt, da diese (auswertigen Tauchschulen) an ihren Tauchtagen (besonders am Wochende) immer mit Partyzelt 6x3 Meter, Bierbänken, 20 Tauchern/Tauchschülern, mehreren Autos, zwei Holzkohlengrills, zehn Hunden, etc. anrücken und die wenigen begehbaren Badestellen bevölkern. 20 Taucher und 20 Tauchgerödel nehmen viel Platz weg... An solchen Schönwettertagen gehen wir örtlichen Taucher erst gar nicht zur Seeburg, außer wenn wir mit Mutti und den Kleinen zum Baden müssen und das Tauchzeug gleich mitnehmen.

Eine Häufung von Tauchunfällen konnte ich noch nie beobachten (im Gegensatz zum Starnberger Polizeichef). Die Steilwände der Seeburg sind sehr schön, jedoch für ungeübte Taucher sehr anstrengend (dunkel + kalt + tief + mäßige Sicht besonders jetzt im Frühsommer = Stress). Mehr Tote gibt es (leider) unter den Motorradfahrern und den Bergwanderern. Jedes(!) Wochenende kann man das in der Presse verfolgen. Zu diesen Volksgruppen hat noch nie jemand gefordert, die Strassen für Motorradfahrer zu sperren oder die Berge für Wanderer zu unbegehbar zu machen.

Wie ich jedoch bereits heute in einem anderen Forum geschriebenen habe, bräuchten wir mehr tauchende Lobbyisten aus Politik und Wirtschaft. In Bayern wird das jedoch schwierig, solche zu finden, denn in unserem Freistaat geht die Lobby lieber in den Wald, Gamsen und Hirschen schießen.
Antwort von spirit-of-photography Registriertes Mitglied am 27.06.2007 - 14:52
Mir wurde erzählt, dass der verunglückte Taucher mit einem Rebreather unbekannter Marke (evtl. ein modifiziertes Seriengerät) unterwegs gewesen sei. Weiss jemand hierzu genaueres?
Antwort von Telemar-king Registriertes Mitglied am 27.06.2007 - 16:01
Falls das so wäre, hätte es der Journalist ganz bestimmt unter "außergewöhnliche Tauchtechniken" in seinem Zeitungsbericht erwähnt.

Ich werde in den nächsten Tagen Augen und Ohren offen halten, ob regional dazu ein paar Informationen durchsickern und es hier im Forum einstellen.
Antwort von boesewicht Registriertes Mitglied am 27.06.2007 - 16:00
Der Unfallplatz war bei der Wasserwacht - ich war zum gleichen Zeitpunkt selber an der Seeburg und habe die ersten eintreffenden Rettungswagen dorthin (Wasserwacht) weitergeschickt.
Antwort von gagu Registriertes Mitglied am 27.06.2007 - 17:18
Also Kreisel war es definitiv!Marke weiß ich nicht. Und im ernst glaubst du die Presse kennt sich aus? Bei dem letzten Unglück stand drin, dass die Steilwand gefährlich sei, da man sich unter anderem den Kopf anhauen kann.
Antwort von Icemann_de Registriertes Mitglied am 28.06.2007 - 07:33
Hallöchen,

zuerst mein Beileid an die Hinterbliebenen.
und auch an die Tauchschule und dem Tauchlehrer sowie dem Buddy oder Schüler.

Des weiteren einige Anmerkungen:
1.) Zeitungsmeldungen sind mit größter vorsicht zu geniessen. Warum da hier doch des öffteren richtige Super Stories geschrieben werden. Wegen Schlagzeilen die sich besser verkaufen lassen. Aus diesem Grund meine Bitte auf Grund von solchen Informationen keine Annahmen treffen.
Bei Befragungen am See durch SUPER REPORTER keine Stellungnahmen abgeben, das macht die Polizei oder der Staadsanwalt.

2. Zur Info in manchen Verbänden ist beim der Freiwasser Ausbildung eine Boje vorgeschrieben!

Wenn jeder Taucher eine Boje UND entsprechent LANGE LEINE mitführt wäre auch schon was gewonnen, aber wieviele können eine Boje schiessen ?

3. Jetzt wird an der Steilwand als topgefährlich in den Medien gehandelt.
Frage wieviele Mensch sterben auf unseren Strassen ?
Die Lösung ist DENKT BEIM TAUCHEN an alles, arbeit mit einem akuellen WAS WÄRE WENN PLAN und Taucht mit respekt Vorallem an der Steilwand, den Leichtsinn und unkonzentriertheit bereiten beim Tauchen Probleme sowie beim Autofahren oder auch Radfahren oder beim ÜBER DIE STRASSE GEHEN BEI ROT.

In diesem Sinne immer gut Luft

Respekt und Rücksicht für Fauna und Flora
über und unter Wasser
Antwort von rescue-diver Registriertes Mitglied am 27.06.2007 - 22:18
„38-jähriger Tauchschüler verstorben“

Bei meinem letzten Tieftauchkurs für Decotauchgänge war ich auch Schüler.
Irgend wann ist es doch immer das erste mal:
Der erste Freiwassertauchgang, das erste mal auf 18m, das erste mal 30m auf dem Tiefenmesser. Wer hat nicht in seinen Logbuch stehen, mein erster Nachttauchgang etc.
Wo soll man das Tauchen erlernen, wenn die Seen für Ausbildung gesperrt sind. Wo sollen professionelle Tauchbasen, die dies hauptberuflich ausüben, ihre gesamte Ausbildung abhalten?. Im Schwimmbad, bei warmen Wasser und guter Sicht? Dann haben wir sicherlich noch mehr zertifizierte Taucher die aus unseren Seen gerettet werden müssen.

Damit es keine tragischen Unfalle mehr beim Tauchen gibt, sollten alle Seen bis auf 1,60m Wassertiefe zugeschüttet werden. Tauchen nur mit Buddyleine und mit Boje. Eine Todmann- Schaltung wie sie es schon lange im Triebwagen von Zügen gibt, ist obligatorisch. Jede Minute muss der Taucher einen Sicherungsknopf drücken, geschieht dies nicht wird automatisch das Jacket aufgeblasen und der Taucher an die Oberfläche geschossen. Eine Farbepatrone wird freigegeben und markiert im Wasser großflächig den verunfallten Taucher. Somit ist für die Retter der Taucher sichtbar und leicht ans Ufer zu bringen.
Steilwände darf man erst betauchen wenn man 200 Tauchgänge an Steilwänden gemacht hat.
usw. usw.

Um tauchen zu können muss man oft tauchen. Warum nicht beim Sicherheitsstopp mal Wechselatmung, Maskentausch etc. oder auch mal nur zur Übung bewusstlosen Taucher an die Oberfläche bringen. Wie lange ist es denn her, dass Du mal getestet hast, ob Du Deinen Buddy, ohne Überschreitung der Aufstiegsgeschwindigkeit, zur Oberfläche bringen kannst? Und dies alles ohne den psychischen Druck, dass es der Ernstfall ist.
Üben, üben und noch mal üben. Wie Du siehst kann jederzeit der Ernstfall eintreten.
Erst in einer richtigen Notsituation wirst Du erkennen, ob und wie Du physisch und psychisch auf diese reagierst. Besserschwätzer wird es immer geben.
Antwort von JFibu Registriertes Mitglied am 27.06.2007 - 16:38
@telemar-king
hat zwar jetzt nichts mit diesem unfall zu tun aber auch bei motoradfahrern sind immer wieder fahrverbote in der diskussion. definitiv gesperrt ist z.b. die kesselbergstr. in eine Richtung. Auch am Suddelfeld war dies mal in der diskussion. Verbote sind leider die einfachste möglichkeit ein problem zu lösen.

Im übrigen ist auch die negative presse nach unfällen die selbe wenn nicht noch schlimmer. ich erinnere mich noch an manchen bild artikel zum ersten motorrad toten des jahres. das zugehörige aufmacherbild zeigte dann meist das cockpit einer hayabusa mit einer tachoanzeige von 310. der unfall geschah lt. weiterer recherchen dann aber unverschuldet bei tempo 90!
Antwort von Telemar-king Registriertes Mitglied am 28.06.2007 - 09:36
Die Kesselbergstrasse, um Jfibu`s Anmerkung aufzugreifen, ist nur an Wochenende und Feiertagen gesperrt. Jedoch nur bedingt wegen der Unfälle, sondern eher wegen der Menge an Motorradfahrern, die sich an WE`s dort versammeln und den Zusammenhang zwischen der Menge und dem Ausflugsverkehr ergeben. Unter der Woche kannst Du dort rauf- und runterbrettern was die Maschine hergibt.

----------------

Es ist müßig, hinundher zu diskutieren, warum der Tauchunfall passiert ist und "was wäre gewesen wenn....". Tauchunfälle passieren statistisch zur Menge der Tauchgänge nur einige wenige, deshalb fällt es auf und wird ausgeschlachtet. Berg- oder Motorradunfälle passieren jedes Wochenende, deshalb schaut die Bevölkerung wegen des "Gewöhnungseffektes" da gar nicht mehr hin.
Antwort von Grögi Registriertes Mitglied am 28.06.2007 - 11:27
@ Telemar-King

Wie und wo bekommt man die Genehmigung zum befahren denn ganau? ich heb vor etwa einem halben Jahr eine Anfrage bei der Gemeinde Berg gestellt. Die hat es allerdings nicht für nötig gehalten darauf zu antworten (was an sich schonmal eine Frechheit ist; zumindest einen Ablehnung wäre höflioch und angebracht gewesen, wenn schon keine sachliche Information rüberkommt)

Gruß
Michael
Antwort von Toni_F Registriertes Mitglied am 28.06.2007 - 12:46
Ich denke, es wird Zeit, dass sich offizielle Organisationen (wie. z.B. VDST oder auch BLTV) in die öffentliche Diskussion einschalten. Es kann und darf nicht sein, dass von Leuten, die nicht im Thema stehen, obendrein schlecht recherchieren und noch dazu gezwungen sind mit Grossbuchstaben denn mit Fakten Auflage zu produzieren hier einen ganzen Berufsstand (Tauchschulen und Tauchlehrer) in Misskredit bringen.

Tauchen ist nach wie vor (außer vielleicht Tischtennis) eine sehr sichere Sportart, bei der es so gut wie keine Verletzten gibt. Die zwar tragische aber doch verhältnismäßig geringe Zahl von Tauchunfällen wird nur dadurch so popularisiert und dramatisiert, weil es eine in der Öffentlichkeit noch weitgehend exotische Sportart ist.

Ich fordere hier ganz öffentlich die offiziellen Verbände dazu auf, sich aktiv an die entsprechenden Behörden (Gemeinden, Polizei) und die Presse zu wenden, um ein für allemal klarzustellen, dass Taucher weder Verrückte noch Lebensmüde sind sowie eine fruchtbare Diskussion in Gang zu setzen, welche Massnahmen ergriffen werden können um einerseits die unerträgliche Situation für Taucher in Bayern zu verbessern und andererseits die Sicherheit für Taucher zu erhöhen.

Toni Fischer
PADI OWSI
Eichenau
Antwort von Tauchteufel Registriertes Mitglied am 28.06.2007 - 16:34
Moin Toni,

Hier im Rundumschlag "öffentlich aufzufordern" ist mMn die falsche Vorgehensweise und bringt doch nun wirklich nichts. Es wäre angebrachter, du würdest als TL Deiner Org so etwas direkt mitteilen. Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass PADI Offizielle das T-Net durchstöbern und Deinen Aufruf lesen.

Und bitte bedenke. Es gibt genügend schwarze Schafe unter den Tauchern und Tauchschulen, nicht nur in Bayern, die den Tauchsport in Verruch bringen, z.B. durch ihr allgemeines Verhalten am und im See.

Was glaubst Du, was wir auf lokaler Ebene (im Verein bzw. als MTI) dagegen machen? Ständig müssen wir gegenüber Offiziellen der Stadt/Gemeinden etc. Überzeugungsarbeit leisten, dass Taucher unserer heimischen Vereine sowie unserer MTI sich umweltgerecht verhalten etc., um den Tauchverboten in unseren Seen vorzubeugen. Trotzdem kämpfen wir gegen Windmühlen, wenn ein heimischer See als "Geheimtip" unter den Tauchern weitergereicht wird, und am Samstag nachmittag dann 5 TS mit ihren Schülern sowie weitere etliche Taucher einfallen, sich aufführen wie King Louis, das Unterholz gleich mal am offenen Feuer verheizen, den Grill mit erloschener Kohle zur Entsorgung in die Landschaft werfen, den restlichen Müll sinnvollerweise gleich hinterher, denn wenn schon was liegt, kann der Rest auch hinzu. Direkt Folge solch Handelns war: Tauchverbot für alle!

Und immer wieder werden wir gefragt, ob Tauchen ein sicherer Sport ist. Und immer wieder betonen wir: ja, Tauchen ist sicher - wenn man weiss, was man da tut! Und fast jedes unserer letzten Wochenenden in Hemmoor werden wir eines Besseren belehrt, wenn erneut ein Rettungswagen vorfährt bzw. der Hubschrauber einfliegt. Viele wissen leider nicht, was sie da tun.

Viele Grüße
Peter



Antwort von Bert Rudeck Registriertes Mitglied am 29.06.2007 - 08:45
@Tauchteufel
@Toni_F

Die Botschaft muss lauten: Tauchen ist ein sicherer Sport. Alles andere ist Hysterie.

Bei den meisten Versicherungen gilt Tauchen nicht als Risikosport. Motoradfahren, Skifahren, Bergwandern, Paragliden sind z.B. für Versicherungen Risikosportarten.
Die meisten Unfälle gibt es nebenbei bemerkt im Haushalt.

Ich hatte vor einiger Zeit mal eine entsprechende Statistik im Internet gefunden. Leider finde ich diese nicht mehr. Kennt jemand eine zitierfähige Quelle.

Gruß
Bert
Antwort von Toni_F Registriertes Mitglied am 29.06.2007 - 08:59
Hallo Peter,

ich gebe Dir in vollem Umfang recht.
Was ich mit meiner Aufforderung erreichen möchte ist, dass sich Verbände in die Öffentliche Diskussion um die unsachliche Berichterstattung und voreiligen Forderung von Behörden einschalten.

Da ich auch der Ansicht bin, dass Tauchen ein sehr sicherer Sport ist, wenn er entsprechend verantwortungsbewußt ausgeübt wird, ist die derzeitige Gemengelage in der öffentlichen Meinung extrem kontraporduktiiv, diffamierend und verzerrt das öffentliche Bild unserer Tauchgemeinde drastisch.

Also bin ich der Meinung, dass das Bild in der Öffentlichkeit geradegerückt werden muss. Und das geht m.E. nur über "offizielle" Aussagen und Stellungnahmen von Tauchexperten (=Verbände und Organisationen).

Selbstverständlich tun wir als TL/Tauchschule/Vereine alles, um in unserem unmittelbaren Umfeld die Taucher zu sicherheits- und umweltbewußten Handeln anzuregen.

In diesem Sinne Danke für Deinen Kommentar!
Je mehr diskussionsfähige Taucher sich nun an der öffentlichen Debatte beteiligen, umso besser wird sich ein Bewußtsein für unsere Probleme herausbilden.

Schönen Gruß
Toni
Antwort von Telemar-king Registriertes Mitglied am 29.06.2007 - 09:55
Pressenotiz aus dem Münchner Merkur (Lokalteil Wolfratshausen/Geretsried) von heute:

Todesursache noch unklar (Überschrift)

"Die Obduktion des am Sonntag an der Seeburg bei Allmannshausen verunglückten Tauchers hat keine anatomisch-pathologische Todesursache ergeben. Damit beliebt weiter unklar, warum der 38 Jahre alte Tauchschüler aus Neustadt an der Donau ums Leben gekommen ist. Die Staatsanwaltschaft München II prüft derzeit, ob ein Verfahren wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung gegen den 38-jährigen Tauchlehrer aus dem Landkreis Donau-Ries einzuleiten ist."

Dann folgen noch ein paar Zeilen mit der Kurzzusammenfassung des Unfalls vom Sonntag.
Antwort von Tauchteufel Registriertes Mitglied am 29.06.2007 - 10:08
Moin Bert,

Deiner Aussage, bei den meisten gilt Tauchen nicht als Risikosportart, kann ich leider nicht folgen. Zumindest bei unseren Versicherungen gilt Tauchen als Risikosportart. Wir mussten u.a. erklären, dass wir auch Tief-, Wrack-, Eis- , Strömungs-TG etc. machen, und das wir alles Erdenkliche tun, um das Risiko für uns so niedrig wie möglich zu halten.

Das führte zu einem sehr geringen Risikozuschlag.

Aber ansonsten wind wir uns ja einig:
Tauchen ist ein sicherer Sport! Wenn ....

Viele Grüße
Peter
Antwort von Bert Rudeck Registriertes Mitglied am 29.06.2007 - 10:45
@Tauchteufel

Gut, da muss ich dann präzisieren. Ich meine das Sporttauchen (in Abgrenzung zum sogenannten Technischen Tauchen).
Das Tieftauchen müsste zumindest irgendwie durch eine Meterangabe definiert sein, sonst könnnte eine Versicherung im Schadensfall immer sagen, "uups, leider 1 Meter zu tief". Was Strömmungstauchen in der Aufzählung für einen Sinn haben soll, kann ich mir nicht erklären. Strömung gibt es bei fast jedem TG im Meer. Sogar im See habe ich bei entspechenden Windverhältnissen schon Strömung erlebt.

Gruß
Bert
Antwort von Grögi Registriertes Mitglied am 29.06.2007 - 11:20
@ Bert

Gegen genau das haben viele Taucher lange Zeit gekämpft. Eine Tiefenangabe bei den Versicherungen. Die versicherung freut sich dann nämlich ungemein, wenn ein bewusstloser absackt. "Der hat angegeben keine Tieftauchgänge zu machen und war xyz+1 m Tief. Leider nicht unser Problem...)

Ergo: blos keine konkreten Tiefenangaben machen.
Antwort von Tauchteufel Registriertes Mitglied am 29.06.2007 - 12:04
Moin Bert,

Für unsere Versicherung waren es ganz einfache Definitionen. Tieftauchen war jenseits "üblicher Sporttauchgrenzen von 40m". Wrack steht für sich, Eis ebenfalls. Strömung ... nun ja, darüber kann man sicherlich streiten.

Eine Abgrenzung zum technischen Tauchen ist nicht erfolgt, obwohl wir zusätzlich angaben, dass wir auch PCR und CCR Kreisel tauchen.

Ich formuliere es deshalb mal anders. Für alle Fälle, für die ein Spezialkurs oder eine gesonderte Ausbildung angeboten wird, und für die wir diese Ausbildung erhalten haben bzw. diese als Ausbilder selbst ausbilden, tauchen wir in den dafür angemessenen Tiefen.

Deshalb halte ich nichts von Definitionen anhand von genau x Meter. Das führt nur zu Prozessen, denn ... Unfall in x-5m, dann absacken auf x+2m, schwupps Versicherungsschutz weg - das erscheint mir mehr als fragwürdig.

Ich tue mich persönlich auch sehr schwer damit, technisches Tauchen vom Sporttauchen scharf zu trennen. Ich sehe mich mit meiner D-12 plus stage/-s oder mit einem CCR noch immer als reiner, halt besonders weitergebildeter Sporttaucher. Wo sollte eine scharf definierte Grenze im Sinne des Versicherungsrechts auch gezogen werden? Ich bin dazu ausgebildet worden, solche Tg zu absolvieren.

Viele Grüße
Peter

Antwort von Bert Rudeck Registriertes Mitglied am 29.06.2007 - 17:57
@Grögi
@Tauchteufel

Eure Argumente sind nicht von der Hand zu weisen. Ich sehe hier das Problem in der abzugebenden Erklärung, man würde keine Tieftauch- / Strömungstauchgänge unternehmen. Da kann man natürlich sagen, bloß nichts definieren. Aber was ist, wenn es mal richtig teuer wird? Dann suchen die Versicherungen nach Möglichkeiten, nicht zu zahlen. Einen Ansatzpunkt bieten solche Formulierungen.
In meiner Unfallpolice wird nur allgemein von "Tauchsport", "tauchtypischen Erkrankungen/Verletzungen" und "Ereignissen unter und über Wasser, die im Zusammenhang mit der Ausübung des Tauchsports stehen", gesprochen.

Gruß
Bert
Antwort von skyray007 Registriertes Mitglied am 03.07.2007 - 10:58
So tragisch der Unfall auch sein mag!!!! Ich tauche seit Jahren an der
Kante in Allmanshausen und habe dort schon einiges erlebt. Vom erfahrenen
Taucher, der vor lauter Labern wie toll er doch tauchen kann, seinen
Rebreather nicht korrekt eingeschaltet hat und dann mit der Maske aus dem
Dreck geborgen werden musste oder Anfänger mit einer Ausbildung in Ägypten
die völlig überfordert waren mit Dunkelheit Kälte oder einfach nur der
Tiefe.
Auch nett, war einer der Aufgrund eines defekten Flossenbandes dann nur
mit einer Flosse an der Kante abtauchte!?! Solotaucher auf 60 Meter, weil da
ja nun die 2. Kante anfängt, usw....
In Ägypten sterben im Jahr durchschnittlich 150 Taucher im Jahr soll nun das
Rote Meer zugeschüttet werden???.
Jeder Taucher oder jeder der es werden will begibt sich "UNTERWASSER" in
ein Medium in dem er als Mensch nichts verloren hat!!, folglich kann er in
diesem Medium auch zu Schaden kommen. Dank mancher Tauchorgisation kann
jeder Trottel mit einem gefüllten Geldbeutel innerhalb von 60 Tauchgängen
Divemaster werden.
Kann dieser Mensch dann auch wirklich tauchen?? Tauchlehrer ist man dann
mit ca. 100 Tauchgängen. Juhu, und diese Menschen bringen dann andere in
Gefahr oder ums Leben. Das Problem ist und bleibt der Mensch, der
sich überfordert, überschätzt oder andere Menschen überschätzt und
überfordert. Dies führt dann leider in 20 Metern eines deutschen Sees
oft zu Komplikationen. Ein Tauchverbot in deutschen Seen ist hier sicher
nicht die richtige Lösung aber vielleicht eine nicht auf Kommerz
basierende Tauchausbildung. Unfälle passieren überall und dann muss nach
Deutschen Recht ein Schuldiger gefunden werden, und der ist im Tauchlehrer
sehr leicht gefunden. Nur wem hilft das??? Der TL hat sicher keine Freude an
der Verantwortung einen Tauchschüler verloren zu haben. Der Schüler wird
nicht mehr lebendig und alle anderen Taucher müssen darunter leiden.
Vielleicht sollte die Polizei in Allmannshausen mal eher Brevets
kontrollieren anstatt Parktickets zu schreiben. Eine Ausrüstung kann ich mir
auch ohne Ausbildung kaufen und lustig tauchen gehen.

Herzliches Beileid den Angehörigen und Kraft den Beteiligten das Erlebte
zu verarbeiten, in der Hoffnung, daß es der letzte tote Taucher im STA-See
war.
Antwort von cfrite Registriertes Mitglied am 03.07.2007 - 10:59
Hallo,

weiß man mittlerweilen schon näheres über den Hergang des TUs?
Vor allem auch, ob der Chef der Tauchschule wieder gesund ist?
(Ich hoff, ich hab bei den zahlreichen Beiträgen nichts überlesen...).

Antwort von weisahai Registriertes Mitglied am 03.07.2007 - 16:30
Dem Beitrag von skyray07 ist voll beizupflichten.
Es wundert mich auch immer wieder, mit welchen Standardsituationen (z.B. eine etwas vollgelaufene Maske, ein vereisender Lungenautomat, ein gerissenes Flossenband etc.) so genannte "erfahrene Taucher" völlig überfordert sind und verunglücken oder an einem Unglück (für sich und ihren Buddy) gerade mal noch vorbeischrammen.
Wenn diese sog. "erfahrenen Taucher" den Stand der Tauchausbildung repräsentieren, muss man sich wundern, dass nicht noch viel mehr passiert.

Der immer wieder aufkeimende Wunsch der Behörden, das Tauchen an bestimmten Stellen (wie z.B. Allmannshausen, Teufelstisch etc.) aus Sicherheitsgründen zu verbieten, resultiert im Grunde nur daraus, dass man am liebsten alle Gewässernutzer von den Seen weg haben wollte und denkt, dass es bei den Tauchern am leichtesten zu bewerkstelligen sein könnte. Es gibt übrigens eine Statistik, dass am deutschen Teil des Bodensees weitaus mehr Segler und Surfer ums Leben kommen als Taucher. Dennoch denkt niemand ernsthaft daran, das Segeln und Surfen zu verbieten.
Antwort von Bert Rudeck Registriertes Mitglied am 03.07.2007 - 20:02
@weisahai
"Wenn diese sog. "erfahrenen Taucher" den Stand der Tauchausbildung repräsentieren, ..."

Genau das läßt sich aber eben nicht behaupten, da man nicht weiß in wievielen Fällen eine vollgelaufene Maske, ein vereister Automat oder ein gerissenes Flossenband _nicht_ zu einem Unfall führten.

Gruß
Bert

Antwort von skyray007 Registriertes Mitglied am 03.07.2007 - 21:24
Danke für die Zustimmung weisahai,

das mit den Segler liegt sicher daran, daß ein Liegeplatz bei den Gemeinden Starnberg oder Ammersee zw. 800 und 1200 Euro im Jahr kostet. Die Gemeinden also Geld verdienen!! Die Surfer sind nett anzuschauen. Nur die Taucher, die blockieren Zufahrtswege, sind schwarz gekleidete Freaks die im kalten Wasser verschwinden. Man kann mit uns also weder Geld verdienen noch sind wird schön anzuschauen. Also wer braucht Taucher in deutschen Seen?? Wenn dann noch einer verunglückt machen wir auch noch Stress und bringen der jeweiligen Gemeinde schlechte Presse "wieder Taucher im Xy-See verunglückt". Wir werden das nicht ändern können und sicher auch irgendwann mit einem Tauchverbot rechnen dürfen. Vielleicht wäre es hilfreich wenn die Gemeinden über eine Tauchgebühr nachdenken, die an eine Überprüfung des Brevets und Taucherfahrung gekoppelt ist. Das klingt jetzt sicher sehr revolutionär, aber es könnte helfen eine bezahlende Lobby zu bilden die eventuell einen höheren Sicherheitsstandard erfüllt. Über Tauchausbildungen in Allmannshausen sollten die Tauchschulen grundsätzlich nachdenken, der See ist so groß und besteht zu 80% aus flach abfallender Halde. Die Chance dort eine Taucher auf 40 Metern zu verlieren ist eher gering, und wenn man Specials wie Tief oder Nachtauchen an eine erhöhte Anzahl von absolvierten Tauchgängen koppelt könnten vielleicht ein paar Taucher länger leben!!
Antwort von weisahai Registriertes Mitglied am 04.07.2007 - 09:59
@Bert Rudeck:

Es ist m.E. schon bezeichnend, wenn nur einige sog. "erfahrene Taucher" wegen einer vollgelaufenen Maske oder eines Vereisers Panik bekommen!

@skyray77:

Deine Vorschläge (Einführung von Brevet-Kontrollen bzw. Gebühren) können m.E. das Problem nicht lösen. Zum einen entsteht dadurch nur wieder eine Möglichkeit, Geld zukassieren, zum anderen werden dadurch sicherlich nicht die Unfälle reduziert. Denn die Brevets werden ja wohl nur vor dem tauchen kontrolliert. Was der Taucher dann unter Wasser macht, ist eine andere Sache. Und auch eine Verbesserung der Ausbildung bewirkt m.E. auch nichts. Denn die meisten Taucher verunglücken doch - unabhängig vom Ausbildungsstand - weil sie sich überschätzen. Ein Anfänger, der sein Können richtig einschätzen kann und auch danach taucht, ist in meinen Augen ein besserer Taucher als ein brevetierter Tek-Taucher mit 2000 Tauchgängen, der sich überschätzt.

Antwort von Bert Rudeck Registriertes Mitglied am 05.07.2007 - 05:38
@weisahai

Was auch immer "es ist schon bezeichnend" aussagen mag, keinesfalls kann man behaupten, es sei representativ. Dazu fehlt jede Datenbasis.

Was heißt "erfahrener Taucher"? Wenn solche Situationen nie geübt und nie erfahren wurden. 500 TG im selben Gewässer unter stets den gleichen Bedingungen. Sind das soviele Erfahrungen?

Das bezieht sich nicht auf den Erfahrungsschatz des Verunfallten. Den kenne ich nicht.

Gruß
Bert
Antwort von Icemann_de Registriertes Mitglied am 05.07.2007 - 08:26
Hallöchen zusammen,

Habe eine schöne E-Mail eines Reporters bekommen.
Leider muss ich ergänzend dazu sagen das ich an der Steilwand des öfterens von verschiedenen Reportern am Tauchplatz angesprochen worden bin. Und daher zur Aussage weiterhin stehe das Schlagzeilen die Verkaufsauflagen Steigern !!! So ist das.

Was mir an den Unfällen an diesem Tauchplätzen von der Liegewiese bis zum Naturschutzgebiet auffällt (zumindestin den letzten 2 Jahren) es sind eigendlich keine ansässigen Taucher, sondern von weiter weg. Die mit dem Tauchplatz nicht so vertraut sind. Oder?




Antwort von kwolf1406 Registriertes Mitglied am 05.07.2007 - 23:42
Hi,

wenn an schönen, etwas anspruchsvolleren Stellen wegen Tauchunfällen Tauchverbote verhängt werden, werden an anderen schönen, etwas anspruchsvolleren Stellen noch mehr Unfälle passieren. Warum wohl?

Ich bin auch der Meinung, dass Tauchverbote weniger aus Menschenliebe, sondern aus einer Abneigung verbunden mit Vorurteilen heraus motiviert sind. Unfälle und Rüpel werden dann gerne als "repräsentativ" gesehen.

Tatsächlich könn(t)en aber die Verbände Taucher öffentlichkeitswirksam mehr als Naturschützer profilieren. Und dazu auch mehr Inhalte in die Ausbildung setzten und publikumswirksame Aktionen durchführen.
Antwort von Oliver2 Registriertes Mitglied am 06.07.2007 - 02:06
Hallo Toni....


"...Ich denke, es wird Zeit, dass sich offizielle Organisationen (wie. z.B. VDST oder auch BLTV) in die öffentliche Diskussion..."


Toni Fischer
PADI OWSI
Eichenau

Hmmmmmm warum forderst du denn ausgerechnet "deine" Firma (PADI) nicht primär auf, aktiv zu werden????
Ich denke mal, daß eine gewinnorientierte Franchisefirma sicherlich ein Budget für Öffentlichkeitsarbeit, Marketing o. ä. hat und, da weltweiter Marktführer, mit dem Gewicht der Anzahl "ausgebildeter" Taucher in die Diskussion einsteigen könnte.
Oder passt das nicht ins Konzept???
Zumindest am Bodensee waren sie nicht bereit sich finanziell an den Kosten für die Normenkontrollklage gegen die novellierte Bodenseeschiffahrtsordnung zu beteiligen. Die heißen Kastanien sollten doch bitteschön die ideellen Verbände aus dem Feuer holen, deren finanzielles Korsett sicherlich nicht so tragfähig ist, wie das von PADI.
Bei den Gesprächen und Begehungen vor Ort war auch kein Repräsentant der "Diving is Fun Factory" zugegen. Auch wieder die ideellen Ehrenamtlichen in ihrer Freizeit.

Es stimmt mich zumindest nachdenklich, daß selbst du als Open Water Scuba Instructor zuerst mal an VDST oder BLTV denkst und nach denen rufst, sie sogar dazu aufforderst, bevor du an die "Firma" denkst oder sie auch nur mit in deinen Aufruf packst....
Antwort von CrashOverride Registriertes Mitglied am 09.07.2007 - 14:49
Wegen der Konsequenzen kann ich vielleicht ein paar News liefern:
Ich habe letztens ein Schriftstück in der hand gehabt: es handelte sich um ein Protokoll von einer Expertenrunde (Polizei, Wasserwacht-Rettungstauch-Ausbilder uvm) die über die Konsequenzen der jüngsten Tauchunfälle diskutiert haben.
Das geforderte Tauchverbot wurde dabei von ziemlich allen abgelehnt, weil es wie schon gesagt nicht wirklich was bringt.
Was jedoch immer mehr in den Mittelpunkt rückt ist die Boje. Wie oben schon erwähnt, soll jeder Taucher mit einer Boje verbunden sein. Es gab zwar auch ernstzunehmende Gegenargumente, wie sie auch hier gebracht wurden, trotzdem waren viele mit dem Vorschlag einverstanden.
Wenn ich richtig gelesen hab, soll das demnächst diskutiert werden. Ich sehe persönlich aber auch keine Lösung in diesem Vorschlag.
Ich finde eine Brevetkontrolle wäre hier wirklich besser. Zum Beispiel darf die Steilwand nur mit CMAS** (soll nur ein Beispiel sein) betaucht werden oder mit einer Mindestanzahl an Tauchgängen. Trotzdem wird man immer Leichtsinnige finden, die sich überschätzen, aber bekanntlich ist ja nichts 100%-tig sicher.
Antwort von kwolf1406 Registriertes Mitglied am 09.07.2007 - 18:57
Dem kann ich zustimmen. Immerhin haben es uns die Franzosen vorgemacht: Seit dem im Arrete strikte Tiefenbegrenzungen den CMAS-Stufen zugeordnet werden, sind an den Tauchplätzen im Mittelmeer die Unfallzahlen deutlich gesunken. Dabei ist die Grenzen für CMAS*** sogar deutlich unter 40m!. Es reicht übrigens nicht, was auf dem Tiefenmesser steht: CMAS** Taucher z.B. dürfen gar nicht erst an Plätzen ins Wasser gelassen werden, wo es tiefer gehen kann, als ihre Grenze besagt.
Grüße
Klaus
Antwort von Christian_J Registriertes Mitglied am 10.07.2007 - 11:54
Hallo,

von den Vorschlägen den Zugang zur Steilwand abhängig von der Brevetstufe zu machen halte ich gar nichts! Plastikarten sagen genause wenig über die Fähigkeiten und das Risikobewustsein eines Tauchers aus, wie die schiere Tauchgangszahl. Letztlich muss jeder mündige Mensch für sich selbst entscheiden, welche Riskiken akzeptabel sind und welche nicht.
Natürlich sind derartige Unfälle tragisch und man kann versuchen aus den Ursachen zu lernen. Die hier diskutierent Schlussfolgerungen (Boje, Verbote, Regularien) halte ich allerdings nicht für hilfreich.
Grüße,
Christian
Antwort von Telemar-king Registriertes Mitglied am 18.07.2007 - 15:20
Wer soll denn am See (egal ob STA- oder andere See) die Tiefenbgerenzung kontrollieren? Und vor allem wie? Durch Ablesen der Computer? Computertauchen ist keine Pflicht, und mechanische Tiefenmesser lassen sich vor dem Ausstieg aus dem Wasser auf die "genehmigte" Tiefe zurück drehen.

Und welche Tauchgruppenzusammensetzung und damit verbundenen Tiefenbegrenzung soll gelten? Die von PADI, DTSA, Barakude, SSI, etc.? Und wenn ein Taucher keinem Verband angehört? Ein Tauchen mit Brevet ist (noch) keine Pflicht in Deutschland.

Tauchen mit Boje wäre eine Möglichkeit, um Taucher anhand dessen schneller auffinen und bergen zu können. Das bringt jedoch wieder neue Gefahren mit sich, wenn sich im Wasser gleichzeitig mehrere Taucher mit ihren Bojenleinen verknoten und aus Panik an die Oberfläche schießen.... Oder unter Wasser an den vorhandenen Baumresten oder Ankerketten (der Segler) hängen bleiben....

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 Racha Yai - Lucie's Reef
(18.01.2004, 11 Fotos)

   




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