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Dies ist das internationale Unfallboard von Taucher.Net. Falls ein dir bekannter Unfall hier noch nicht aufgeführt ist, schickt uns am einfachsten eine Mail.
US Taucher stirbt durch Quallenberührung Abgesandt von Armin am 15.04.2002 :
Ein 44jähriger Taucher aus Ohio ist bei einem TG im Great Barrier Reef mit einer seltenen Mini-Giftqualle Irukandji in Berührung gekommen.
Der Taucher wurde mit den typischen Vergiftungserscheinungen (hoher Blutdruck und Herzfrequenz) ins Krankenhaus eingeliefert, wo er am Freitag an Hirnblutungen verstarb.
Die Qualle ist 1,5 bis 2,5 Zentimeter großen und hat vier 50 Zentimeter lange Tentakeln.
Es ist der zweite Unfall dieser Art in diesem Jahr, ein Brite ist bereits Anfang des Jahres in Australien beim Schwimmen mit der Qualle in Berührung gekommen und dabei gestorben.
Der Kontakt mit der Giftqualle löst bei den Opfern zunächst nur lokale Rötungen und Schmerzen aus. Später folgen starke Krämpfe, Bauch- und Rückenschmerzen sowie Übelkeit. In einigen Fällen können der Blutdruck und die Herzfrequenz des Patienten steigen oder sich Wasser in der Lunge sammeln. Irukandji-Quallen sind in den Gebieten an der nordaustralischen Küste und vor Florida sowie im gesamten Pazifik zu finden.
Antwort von Bingo-Bongo am 16.04.2002 - 08:54 Nennt man diese Quallenart nicht auch "Seewespe", oder handelt es sich hierbei um eine andere Art ???
Antwort von Katharina am 16.04.2002 - 09:55 Nee, Bingo-Bongo, es müsste eine Carukia gewesen sein. Siehe auch hier: Hier klicken -
auch die Mainpage von www.gifte.de ist sehr interessant. Tragisch ist, dass das Gift der kleinen Carukia per se gar nicht tödlich ist, aber die Bludrucksteigerung kann - wie in diesem Fall - gefährlich werden. Ein Blutgerinsel im Hirn kann jeden und im Prinzip überall treffen... Fies aber, dass diese niedliche Qualle so klein ist, dass man sie wahrscheinlich leicht übersehen kann.
Antwort von Bingo-Bongo am 16.04.2002 - 11:21 Hey Katharina; auch die Seewespe zählt zu den Würfelquallen und kann den Tod zur Folge haben.
Symptome könnten identisch sein, evtl. meinen wir beide das gleiche Tier ???
Auftreten um Australien, jahreszeitlich bedingt sogar in Massen an Strandnähe getrieben. Seit dem Jahre 1900 cirka 80 registrierte Todesfälle um Australien durch Seewespen (kleine Qualle mit vier längeren Nesselarmen);
Gruss
Antwort von Katharina am 16.04.2002 - 11:52 Die Seewespe ist die Chironex fleckeri - auch eine Würfelqualle. Aber wenn Armins Angaben stimmen, dann war hier der Übeltäter die Carukia barnesi. Im weiteren Sinne zählt die Carukia auch zu den Würfelquallen, von denen es sowieso mehrere Spezies gibt. Hier z.B. gehts also zur Seewespe: Hier klicken
Antwort von Karin am 16.04.2002 - 14:26 In der "Welt" steht noch ein interessanter Bericht:
Hier klicken und hier gibt es auch noch ein schönes Foto:
Hier klicken
Antwort von Bingo-Bongo am 16.04.2002 - 15:47 Wie niedlich und "zärtlich"-brennend sind dagegen unsere Feuerquallen in der Ostsee ...
Antwort von Martin am 16.04.2002 - 19:00 weis man an welcher Körperstelle es den taucher erwischt hat??
Antwort von Karin am 16.04.2002 - 19:59 Darüber habe ich nichts gefunden. Interessant ist, dass die Berührung mit der Qualle um Ostern herum statt gefunden hat:
Hier klicken Hier klicken
wenn man den lokalen Zeitungsberichten trauen kann(die Angaben sind widersprüchlich), hat es das Opfer beim Schnorcheln erwischt (andere Berichte reden vom Schwimmen). Ich habe nicht herausbekommen, wo genau der Kontakt mit der Qualle stattgefunden hat, es scheint in oder bei Port Douglas passiert zu sein.
Da es nicht nur der zweite Todesfall durch Irukandji in diesem Sommer, sondern der zweite bekannte in Australien überhaupt ist, hat die Geschichte hier einiges Aufsehen ausgelöst. Alle bisherigen Fälle (je nach Sommer bis zu einige hundert pro Jahr) sind bisher enigermaßen glimpflich abgelaufen.
Eine ganz interessante Website über in Australien vorkommende Quallen (und generell über Tierchen, die einem den Spaß nachhaltig verderben können), allerdings in Englisch, findet man hier:
Das für Taucher häßliche an Irukandji ist nicht nur, daß man sie kaum sieht, sondern daß sie sich, anders als Box Jellifish, durchaus auch im tieferen Wasser relativ weit von Süßwasserquellen entfernt aufhalten können. Ich bin mir aber nicht sicher, ob man Irukandjis tatsächlich am Outer Reef (daß selbst bei Port Douglas ein gut Stück von der Küste entfernt ist) findet, oder ob nur küstennähere Korallengärten betroffen sind.
Soweit ich weiß, schützt ein Wetsuit relativ zuverlässig vor Box Jellifish und wohl auch vor Irukandji (gilt natürlich nur eingeschränkt für Shorties), da die Nesselzellen nicht durch das Neopren dringen können.
Ich selbst habe es allerdings noch nicht darauf ankommen lassen. Sommer in North Queensland bedeutet Regenzeit, Wärme und hohe Luftfeuchtigkeit, und eben Würfelquallen. Das Frühjahr (September) halte ich für wesentlich angenehmer.
Matthias
Antwort von tomcat am 18.04.2002 - 12:02 Kann Mann diese Würfelquallen denn nich irgendwie ausrotten ...?
Mir is klar, dass mann damit in die Natur eingreift und das niemand 100%ig die folgen davon abschätzen kann ... ABER: ich denke auf diese Spezies könnte mann gut verzichten, genauso wie z.B. auf Zecken (Hirnhautentzündung) und Anopheles-Mücke (Malaria).
Die ökologische Nische/(Lücke) kann sicherlich von angenehmeren Arten übernommen werden.
Antwort von Katharina am 18.04.2002 - 21:34 Tomcat: in der Natur bzw. in der Evolution ist nichts überflüssig und ersetzbar. Auch die Würfelquallen haben einen sinnvollen Platz in der Nahrungskette.
Warum kommen Menschen bloss immer wieder auf die seltsame Idee, Lebewesen ausrotten zu wollen, in deren Lebensraum sie eindringen bzw. den sie "übernehmen" wollen? Wir sind doch schon für ein riesiges Artensterben verantwortlich!
Outest Du Dich hier etwa als genauso kleinkariert und dumm im Umgang mit der Natur, wie die Generationen vor uns? Denen wir es zu verdanken haben, das jeden Tag etlich Tierarten aussterben bzw. bereits unwiederbringlich ausgestorben sind! Denen wir das Ozonloch, die Korallenbleiche, die Ausrottung von Walen, Haien, Seepferdchen etc... zu verdanken haben?
Ich will hier weder eine neue Diskussion lostreten noch will ich mich als Moralist aufspielen, aber Dein letzter Kommentar hat meines Erachtens unterstes Stammtischniveau. Das musste ich jetzt einfach loswerden.
Genau! Recht hast Du! Was sollen diese ekeligen Dinger denn uns das Tauchen vermiesen! So nicht, dann lieber ausrotten. Sch... drauf!
Aber bitte noch alle Stein- und Scorpionsfische. Nicht zu vergessen alle Haiarten, die jenmals einen Menschen gebissen haben. Wenn wir dann schon einmal in Fahrt sind, können wir an Land weitermachen. Menschen bringen die meisten Menschen (und Tiere und Pflanzen) um. Also weg mit den Ungeheuern! ... und endlich Ruhe.
Gruß
Harro
Antwort von Jochen am 19.04.2002 - 13:46 Ich habe da noch ein Quallenrezept in Petto.
Quallensalat
(Zutaten für 4 Personen)
1 kg Cassiopea oder Cephea (lebend)
200 ml Essig (4 bis 6% Säure)
50 ml Zitronensaft
3 Eßlöffel Sojasauce
1 bis 2 mittelgroße Zwiebeln
2 Frühlingszwiebeln
2 bis 3 reife Tomaten
4 Knoblauchzehen
etwa 10 g Ingwer (je nach Geschmack)
eine Prise schwarzer Pfeffer
Zubereitung:
Die Tiere kurz in Süßwasser spülen und von Schleim reinigen. Schirme halbieren, bei großen Exemplaren vierteln bzw. achteln und in Streifen oder Würfel schneiden. In einem Sieb abtropfen lassen. Zwiebeln, Frühlingszwiebeln, Ingwer und Knoblauch feinhacken. Tomaten in Scheiben schneiden und alles zusammen in eine Salatschüssel geben. Quallenstücke zufügen, mit Essig, Sojasauce, Zitronensaft beträufeln und pfeffern. Die Stücke müssen vollständig von der Marinade bedeckt sein. Gut umrühren und über Nacht im Kühlschrank marinieren lassen.
Der erfrischende Quallensalat eignet sich für heiße Tage und "coole" Gäste. Er belastet nicht den Magen, sondern höchstens den Kreislauf, falls er nicht lange genug mariniert wurde und noch ein paar Nesselzellen entladen...
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