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Dies ist das internationale Unfallboard von Taucher.Net. Falls ein dir bekannter Unfall hier noch nicht aufgeführt ist, schickt uns am einfachsten eine Mail.
Unfall an der Thistlegorm Abgesandt von Fördetaucher am 27.06.2005 - 00:43:
Noch mal Schiffspropeller
Mit wurde soeben vom Sinai folgender Kurzbericht geschickt: " ..." first dive first 3m first minute , a diver jumped in the water with his instructor guide using the hind tie line to descend , the diver was sucked by the boat propeller that was on Reverse . Diver got badly hit and cut with extensive bleeding then died infront of his son and his wife on the platform of the boat ..."
Mit "hind tie line" dürfte das dort bei fast allen Booten an der Thistlegorm übliche Grundseil am Heck gemeint sein.
Ein Unfall, der veröffentlicht werden sollte, weil sich daraus einiges lernen lässt (für Bootstauchgänge, wenn vom Heck gesprungen wird): 1. Der Schiffsführer und der verantwortliche Tauchleiter sollten sich ganz konkret abstimmen, Manöver besprechen. 2. Wenn beim Drifttauchgang vom langsam fahrenden Schiff gesprungen wird, macht das Schiff Vorausfahrt, da passiert so etwas nicht. 3. Wenn das nicht verankerte Schiff aufstoppt, um Taucher abzusetzen, muss der Schiffsführer unbedingt mitteilen, wann der Propeller steht und das Getriebe ausgekuppelt ist. Danach darf er nur Fahrt nach voraus machen. 4. Wenn wie in diesem Falle das Schiff mit Bug- und Heckleine am Wrack angebunden ist, sollte immer gelten: Maschine aus, dann erst tauchen gehen. Anlassen und Manöver erst, wenn alle Taucher aus dem Wasser sind.
Gruß Jo
Antwort von Stephan K. am 27.06.2005 - 00:53 5. Sollten die Boote zu rangieren anfangen wenn man eigentlich auftauchen will, dann lieber unten warten, oder wenn vorhanden und nötig, an der Riffkante auftauchen.
Antwort von Jessica am 27.06.2005 - 07:06 Du warst noch nie an der Thistlegorm oder? Da ist naemlich weit und breit kein Riff....
Antwort von Wegi am 27.06.2005 - 10:05 6. Gesprungen wird erst wenn der Käptn das OK gegeben hat.
Stephan K. hat insofern recht, als dass für alle Tauchplätze in Sharm gilt. Nur eben nicht für die Thistle. Dort gilt: Immer an der Leine hoch die zum eigenen Schiff führt.
Blubb
Wegi
Antwort von tiefenbetrüger am 27.06.2005 - 17:06 Ich kann Fördetaucher da nur zustimmen, obwohl ich bei unseren ausländischen Freunden auch nicht unbedingt Punkt 1 vertrauen würde. Lieber doppelt nachfragen oder selbst schauen als sowas einzugehen!
Wer sich unsicher ist soll es lieber lassen !
In etwas anderer Form habe ich es letzen Sommer selbst erlebt, seitdem meide ich Boote auf dem Wasser.
MfG
tiefenbetrüger
Antwort von Stephan K. am 27.06.2005 - 21:11 Tja Jessica, warum meinst du habe ich "wenn vorhanden" geschrieben???
Ausserdem habe ich das als allgemeine Verhaltensregeln angesehen.
Die Punkte 1-6 sollten immer bei Boots-TG gelten:
(kopiert von Fördetaucher und Wegi)
1. Der Schiffsführer und der verantwortliche Tauchleiter sollten sich ganz konkret abstimmen, Manöver besprechen.
2. Wenn beim Drifttauchgang vom langsam fahrenden Schiff gesprungen wird, macht das Schiff Vorausfahrt, da passiert so etwas nicht.
3. Wenn das nicht verankerte Schiff aufstoppt, um Taucher abzusetzen, muss der Schiffsführer unbedingt mitteilen, wann der Propeller steht und das Getriebe ausgekuppelt ist. Danach darf er nur Fahrt nach voraus machen.
4. Wenn wie in diesem Falle das Schiff mit Bug- und Heckleine am Wrack angebunden ist, sollte immer gelten: Maschine aus, dann erst tauchen gehen.
Anlassen und Manöver erst, wenn alle Taucher aus dem Wasser sind.
5. Sollten die Boote zu rangieren anfangen wenn man eigentlich auftauchen will, dann lieber unten warten, oder wenn vorhanden und nötig, an der Riffkante auftauchen.
6. Gesprungen wird erst wenn der Käptn das OK gegeben hat.
Antwort von Emilio Largo am 28.06.2005 - 07:51 Mich wunderts das die meisten Tauchboote immer noch nicht über einen "Zylinder" verfügen. Dieser wird um den Propeller herum montiert und verhindert so solche tragischen Unfälle.
Eine ähnliche Technik wird auch bei JetSkis verwendet und ist dort sogar Pflicht.
Mein Beileid den Angehörigen.
Antwort von Fördetaucher am 28.06.2005 - 09:18 Bei Jetskies gibts meines Wissens gar keinen Propeller.
Und so ein Propellerkorb mindert den Wirkungsgrad und führt zu größeren Problemen, wenn mal irgendwelcher Müll im Wasser ist.
Was da eher sehr sinnvoll wäre, ist eine ständige Kommunikationsmöglichkeit zwischen Kapitän und Crewmitglied am Heck per Gegensprechanlage oder eine Videokameraanlage, wie sie oft in Wohnmobilen eingebaut wird, denn von der Brücke aus ist nicht einsehbar, was gerade am Heck passiert, und Rufen geht bei großen Safarischiffen auch nicht.
Ich bin ab übermorgen und in drei Wochen noch einmal auf Safari mit einer Gruppe/Nordtour und werde danach mal versuchen, mit offiziellen Stellen ins Gespräch zu kommen.
Antwort von keiner40 am 02.07.2005 - 14:39 hi,
sind gerade vom sinai, sharm gekommen.
so wie geschrieben war der unfall nicht !!!
der taucher ist gesprungen als das boot noch rückwärts fuhr, eine freigabe zum sprung war noch nicht erfolgt !!!
kapitän und tauchlehrer sind nach vernehmungen durch die polizei wieder entlassen und rehabilit.
das tragische an der sache, seine frau und kind waren mit auf dem boot !
lehre daraus: niemals als 1. springen, der erste ist immer guide !!
würde mich interessieren, woher du die info hast, "keiner".
wir waren ein paar tage nach dem unfall ebenfalls an der thistlegorm. bei uns an bord waren 2 augenzeugen des unfalls. der eine hat noch versucht, den verunglückten zu reanimieren.
laut ihm ist erst der guide gesprungen, dann der verunglückte taucher. er wurde wohl von der zu dem zeitpunkt starken strömung unters boot gedrückt und dort vom im rückwärtsgang laufenden propeller getroffen.
da wir beide (nehme ich mal an) nicht direkt dabei waren, will ich hier auch nicht rumdiskutieren. wollte nur mein wissen mit euch teilen und nicht spekulieren. laut dem augenzeugen, gab es weder vom guide noch vom käptn oder der crew ein klares zeichen, ins wasser zu gehen.
die lehren sind klar, steht ja alles schon oben.
mfg,
joe
Antwort von burkhard1 am 27.07.2005 - 09:51 Ich möchte noch auf einen Punkt hinweisen der mir mehr als einmal passiert ist und wo ich in der Regel grosse Sicherheitslücken sehe. Zum hier angesprochenen richtigen Verhalten ist schon alles gesagt. Dennoch kommt es immer wieder vor dass der Kapitän gezwungen ist die Motoren anzuwerfen wenn Taucher noch im Wasser sind (oft am Securitystop oder sogar beim Aufsteigen). Situationen sind vermutete Kollissionen mit anderen Booten, Gefahr dass das Boot aufs Riff gedrückt wird oder Ablegemanöver anderer Schiffe). Ich denke ihr wisst alle das es unter Wasser kaum möglich ist auf Grund von Geräuschen die Richtung der Gefahr zu bestimmen.
In so einer Situation, die mir bei nun mehr als 300 TG mindestens 5x passiert ist gibt es offenbar keine allgemein gültigen Zeichen für die Taucher unter Wasser. Das halte ich für lebensgefährlich und darüber hinaus grob fahrlässig. Nur hilft das nichts wenn du unter Wasser sitzt und plötzlich gehen die Motoren los.
Wann habt ihr das letzte Mal einem Briefing beigewohnt in dem euch ein Bottssignal für diesen Fall mitgeteilt wurde ?
Ich denke dass wir alle so etwas verlangen müssen und es ist immer "lustig" zu erfahren wie der Guide dann zum Kapitän stiefelt um ein entsprechendes Signat auszumachen.
Wie gesagt hat nichts mit dem aktuellen Fall zu tun, ist aber nahe genug um es zu erwähnen. Vielleicht hilft es dem einen oder anderen um sichererzu tauchen.
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