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Unfall im Walchensee 27.02. (gm)
Abgesandt von Redaktion Registriertes Mitglied am 02.03.2010 - 11:52:

Am Samstag den 27.02.2010 ereignete sich ein TU an der Galerie am Walchensee.

Ein Mitglied einer 2er Gruppe verlor in ca 25 bis 30m Tiefe seine Rockboots incl. Flossen.

Anschließend kam es zu einem Notaufstieg.

An der Oberfläche war der Taucher vollständig orientiert. Es wurde sofort reiner Sauerstoff verabreicht und der Notruf abgesetzt.

Der mit dem Heli eingetroffene Notarzt nahm den Taucher in Empfang und brachte ihn in die Druckkammer. Nach einer 3 stündigen Druckkammerfahrt konnte der Taucher ohne Symtome entlassen werden.



Antwort von tauchtechtnix Registriertes Mitglied am 02.03.2010 - 12:56
zunächst mal: Glückwunsch, das alles gut ausgegangen ist.
dann: warum macht man einen Notaufstieg, nur weil eine Flosse fehlt?
Es gibt Leute, die tauchen mit einem Bein.
Oder war noch etwas anderes?

Bernd
Antwort von Mattti Registriertes Mitglied am 02.03.2010 - 15:27
Tauchtechnix: Da steht was von Plural - beide flossen.

Ich hab sowas schon mal miterlebt:
Taucher hat Probleme mit seiner Ausrüstung, denkt, er hätte zuviel Luft in den Beinen im Trocki. Macht ne Rollle vorwärts, hilft nix, probierts noch 2-3 mal - warum auch immer und verliert dabei seine Flossen, weil die Luft die Springstaps weggedrückt hat.
Resultat war das gleiche: Zu schnller Aufstieg mit den Füßen zuerst...
Ohne Flossen kann man sich aus der Situation eigentlich kaum noch befreien....
Antwort von AFN Registriertes Mitglied am 02.03.2010 - 18:54
Im Bericht steht "seine Rockboots incl. Flossen", also verlor er alles. Ich weis zwar nicht, welche Ausrüstung verwendet wurde, aber ein Kopfstand im Trockentauchanzug in jener Situtation ist nicht unwahrscheinlich (siehe Unfall von Bernd Aspacher).
Ein unkontrollierter Aufstieg ist dann die mögliche Folge.
Natürlich gibt es Wege, das zu verhindern, die man auch beherrschen sollte, aber auf 30m ist nicht alles so leicht, zumal der Überraschungseffekt eine Rolle spielt.
Dass der Verunfallte an der Oberfläche "orientiert" war, spricht gegen eine Panikreaktion.

Wie auch immer, das mit den Rockboots kann ich durchaus nachvollziehen (wem sind denn noch nie die Schuhe aufgegangen...). Ich habe mir eine zusätzliche Klettlasche anbringen lassen, und wickle die Schnürsenkel einmal um das Fußgelenk, verknote sie zum zweiten mal und sichere die Enden in einer weiteren, seitlich angebrachten kleineren Klettlasche. Wie macht ihr das den?
Antwort von wollinger Registriertes Mitglied am 02.03.2010 - 21:32
Ich war am Samstag auch am Walchensee,
Sicht ca. 6-10m an der Pioniertafel. Beim Ausstieg
hatte ich meine rechte Flosse verloren. Die ist dann
die Geröllhalde herunter gerutscht.
Es ist gar nicht so leicht mit Trocki und nur einer Flosse
nachzuschwimmen.
Bei Verlust beider Flossen hast du fast gar keinen
Vortrieb mehr, da kannst du nur noch ganz vorsichtig
mit dem Jacket rauf runter tarieren.
Probier es mal selbst aus... (bitte nicht an der Steilwand an der Gallerie)
Glückwunsch an den Verunglückten das kein körperlicher Schaden entstanden ist. Nach so einem Schock dauert es eine ganze Weile bis man das verarbeitet hat.

wollinger
Antwort von Sestre Registriertes Mitglied am 03.03.2010 - 08:25
Schnürschuhe mit Flossen verlieren, das klingt schon etwas seltsam, noch dazu wenn man
vorher über die Felsen ins Wasser geklettert ist, hätte man schon merken müssen daß diese zu locker oder gar nicht gebunden sind.
Wie hat der Buddy reagiert, warum hat man den Tauchgang nicht kontrolliert abgebrochen?
Ist ja Gott sei Dank gut ausgegangen, hätte aber an der Galerie auch anders sein können, z.B. wenn der betroffene abgesackt wäre!
Antwort von struppirennfahrer Registriertes Mitglied am 03.03.2010 - 17:13
ich kenne das Problem mit den Rockboots

meiner Meinung nach sollten diese nicht zum Tauchen verwendet werden, weil sie wirklich gefährlich sind

insbesondere mit Spring-straps eine sehr ungünstige Kombination
Antwort von Kormoran Registriertes Mitglied am 04.03.2010 - 14:59
@Sestre: Ich weiß jetzt, dass ich auch mit 3-Finger-Handschuhen UW Schnürsenkel binden kann! Musste ich letzten Herbst nämlich mal bei den Rockboots meines Buddy machen. Die hat er keine zwei Minuten vorher direkt am Einstieg nochmal festgezogen. Das kommt also durchaus vor. Kommt mir nicht ins Haus, so`n Zeuch.
Antwort von Sestre Registriertes Mitglied am 04.03.2010 - 17:36
Ich kann die Probleme mit den Rockboots nicht ganz verstehen, denn meines Wissens handelt es sich dabei um relativ feste nicht übermäßig dehnbare Schnürstiefel, die in der Regel bis an die Knöchel reichen.
Vorausgesetzt Anzugfüßlinge und Stiefel passen von der Größe her, dann ist der geschnürte Stiefel und der Fuß logischerweise eine Einheit, die Anzüge bei denen Rockboots in der Regel verwendet werden sind hauptsächlich aus Trilaminat oder Crashneopren
geschneidert, das heißt auch nicht übermäßig
dehnbar, meine Überlegung ist jetzt, wie ich in die Einheit Fuß-Anzug-Stiefel soviel Luft bringe, daß es mir diese samt Flossen auszieht.
Bei herkömmlichen Stiefelsystemen kann ich das Problem noch nachvollziehen, wenn auch nicht ganz verstehen, aber bei separat geschnürten Stiefeln nicht mehr.
Sollte dieses Problem wirklich bestehen, kann ich nicht verstehen, daß so viele inzwischen mit diesen Rockboots tauchen (bitte nicht mit DIR begründen
Antwort von tica Registriertes Mitglied am 05.03.2010 - 07:33
Ich nutze Rockboots am Trocki und habe bis dato noch keinen Rockboot verloren. Weder an Land noch unter Wasser.
Selbst über 100 Tauchgänge in der Kombination Rockboot + Springstrap, hat sich kein Boot von meinem Fuß verabschiedet.
Ich schätze meine Rockboots, vor allem um damit über Stock und Stein bis zum Wasser zu kommen.
Wenn aber die Dinger nicht entsprechend am Fuß befestigt bzw. geschnürt werden, dann ist ein Verlust schlicht Eigenverschulden.
Was sicherlich ein Rolle spielen kann, ob sich ein Rockboot samt Flosse löst, ist die "Schlagfrequenz" bzw. wie hektisch der Taucher (Schlammfräse) mit seinen Flossen rumpaddelt.


Diese Diskussion war vorprogrammiert.
Ob Rockboot oder angesetzter Booty am Trocki ist Geschmacksache.
Genau wie Bleigurt oder integriertes Blei als auch Buddy Team oder Solotauchen.

Zumindest ist es Offtopic und gehört in einen separaten Thread.
Antwort von ag2908 Registriertes Mitglied am 05.03.2010 - 12:39
Die Rockboots von Dui werden nicht gebunden. Die kann man meiner Meinung nach wirklich nicht verlieren.
Antwort von Sestre Registriertes Mitglied am 05.03.2010 - 16:11
mensch Leute, dann mach ich hald einen doppelten Knoten in die Schnürsenkel und das Problem mit dem lösen der "Schleife" hat sich auch erledigt, oder ich tausche die Senkel durch rauhere, die sich nicht selbst lösen ( z.B.
aus Berg-oder Treckingstiefel) aus, aber geschürte Stiefel mit Flossen verlieren, tut mir leid, das kann und darf nicht sein.
Man verliert am Auto doch auch nicht so ohne weiteres und ohne Vorwarnung sein Getriebe und somit seinen Antrieb!
Antwort von kreisel stefan Registriertes Mitglied am 06.03.2010 - 14:45
Sollte der Zugsenkel reißen kann der Boot vom Fuß abgleiten.
Antwort von flo_freediver Registriertes Mitglied am 17.03.2010 - 17:01

Ich denke, für die Unfallursache scheint mir hier der Verlust der Flosse(n) maßgeblich zu sein.

Mir ist etwas ähnliches passiert:
Bei einem Tauchgang auf Elba habe ich (gott sei dank bereits beim abtauchen) eine Flosse verloren - auf einer Tiefe von etwa 25 Metern an einer Steilwand.

Dadurch hatte ich mit zwei Problemen zu kämpfen:

1. zum einen den Überraschungsmoment
Es dauerte einige "Fußschläge" bis ich merkte, dass an meinem linken Bein der Antrieb fehlte. Als ich das bemerkte verschwand die Flosse bereits in der Tiefe -> Ein nachschwimmen und wiedererlangen ausgeschlossen.

2. zum anderen hat mich die dort herrschende Strömung sofort nach oben getrieben.
Ich schätze, dass ich allein durch meine Bemühungen, dem Aufwärtstrieb etwas entgegenzusetzen etwa 5 Meter aufgestiegen bin.

Der Diveguide der uns begleitete, hat bereits beim Briefing erwähnt, dass wir beim Abtauchen mit einer Strömung nach "oben" zu kämpfen hätten.

3. Selbst das Entleeren des Jackets brachte keine wesentliche Verlangsamung des Aufsteigens.

Erst als ich mich an der Felswand festhielt (und später mit einem größeren Stein "nachbleite") konnte ich - mit Hilfe meines Buddys - kontrolliert aufsteigen.


Aus eigener Erfahrung kann ich also Nachvollziehen, dass es Umstände gibt, wo einem die Situation so überrascht, dass man schnell an Tiefe verliert und aufsteigt.



Ich kann also durchaus verstehen, dass man unter Umständen beim Verlust der Flosse(n) in Schwierigkeiten kommen kann.

Wenn man diese dann nicht unter Wasser lösen kann (warum auch immer) ist der Notaufstieg die Konsequenz.

Meines Ermessens ist der kontrollierte Notaufstieg aus 25 Meter tiefen eine riskante Wahl - aber wie man an den Folgen dieses "Beinahe-Unfalls" sieht, in diesem Falle nicht die schlechteste.
Antwort von Sestre Registriertes Mitglied am 18.03.2010 - 09:52
Daß der Verlust einer Floße zu Problemen führen kann steht außer Frage, was hier eigentlich das Thema ist, wie kann man gleich 2 Rockboots incl. Floßen verlieren und das bei einem Tauchgang in ruhigem strömungsfreien Wasser, wenn im Vorfeld keine Fehler gemacht wurden und die Ausrüstung ( Schürsenkel ) in Ordnung waren?
Antwort von kwolf1406 Registriertes Mitglied am 18.03.2010 - 23:40
Bin nicht der Meinung, dass es OT ist, über die Unfallursache - und seine Vermeidung hier zu diskutieren.
Ich habe gerade einen neuen Trocki mit gut passenden Rockboots gekauft - und habe es ausprobiert: Wenn die Schürsenkel aufgehen, rutscht der Schuh samt Flossen leicht vom Fuß hoch. Ähnlich wie das Herausruschen aus Trocki-Füßlingen, wenn sie nicht gut passen. Wenn festgeknotet überhaupt nicht.

Da die Lebenserfahrung lehrt, dass jeder Senkel mal aufgeht, halte ich Rockboots nur mit einem Senkel gebunden für gefährlich - vergleichbar mit nur einem Automaten im Bodensee.

Ich habe eine ähnliche Lösung wie AFN nur einfacher: Durch die Fingerschlaufe an der Ferse ein Klettband um den Knöchel legen. Das verhindert das Hochrutschen, wenn der Senkel aufgeht.

Die Hersteller sollten ein doppelt gesichertes System anbieten!

Achja: Doppelter Knoten ist Mist: Nach dem TG krieg ich den nur noch mit der Schere auf...
Antwort von Sestre Registriertes Mitglied am 19.03.2010 - 17:07
@kwolf1406 das mit dem doppelten Knoten war auch nur ein Lösungsvorschlag (ich hab nicht gesagt der optimale)für die, die ohne wenn und aber und ohne eigene Ideen ihre Sicherheit in die Hände der Hersteller legen.
Da wird an der Ausrüstung geschraubt, gebastelt und optimiert, um noch optimaler im Wasser zu liegen ..... .Aber wesentliche sicherheitsbezogene Punkte, wie hier eben
"nur" ein Schnürsenkel, die man ohne großen Aufwand ändern könnte, die werden so hingenommen wie der Hersteller es vorgibt.


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