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Unfall mit Todesfolge auf Safaritour im Roten Meer Abgesandt von Redaktion (hg) am 30.05.2007 - 14:17:
Am Pfingstmontag ereignete sich ein schwerer Unfall mit Todesfolge auf einer Safaritour im Roten Meer. Ein Tauchgast der Seven7Seas wurde nach einem Freiwasseraufstieg (ohne Bojenkennzeichnung) durch ein vorbeifahrendes Zodiac am Kopf getroffen und schwer verletzt. Trotz umgehender ärztlicher Versorgung verstarb der Taucher noch am gleichen Tag in Folge des großen Blutverlustes und der Schwere der Verletzung.
Weitere Informationen werden nach Eingang des offiziellen Unfall- und Polizeiberichtes eingestellt.
Antwort von Mantaandreas am 01.06.2007 - 00:04 Tragisch - aber leider wahr und schon oft vor dem geistigen Auge gehabt.....Bin selber trotz Boje schon knapp einem Propeller entkommen
Hört sich nach Elphinstone an, denn dort hat man bis dato immer gespasst, daß die schlimmste Gefahr bei Tauchen das Auftauchen ist.
Jetzt ist das leider wahr geworden und bestätigt so viele Aussagen von Tauchguides und Tauchern.
Natürlich tun sich in dem Fall wieder viele Frage auf - aber erstmal den offiziellen Bericht abwarten.
Was aber wieder mal offen bleiben wird, ist die Frage, was künftig konkret geändert werden kann und muß:
"Zodjacfreie Zonen", eine Geschwindigkeitsbegrenzung, eine Bojenpflicht mit Sanktionen bei Zuwiderhandlung (natürlich mit Notfall-Ausnahme).....
Beileid an die Angehörigen und die Hoffnung auf Besserung durch Änderung
Andreas
Antwort von Santana23 am 01.06.2007 - 22:25 Auch von meiner Seite mein Beileid an die Angehörigen, und vor allem an die mitgereiste Gattin.
Wir waren zur selben Zeit auf Safari und haben die 7Seas mehrere male gesehen. Dieser schlimme Vorfall hat auch uns schockiert und tief betroffen gemacht.
Zu den Umständen des Unglücks möchte ich mich hier nicht äußern. Auch wenn man vor Ort ist, sind Wahrheit und Spekulation nur schwer auseinander zu halten. Warten wir auf die offiziellen Mitteilungen.
Eines möchte ich hier aber los werden:
Lieber Andreas Du schreibst Du hoffst auf Besserung. Da hoffe ich auch drauf, aber hier eine kleine Story aus der Realität.
Nach dem Unfall haben wir bei uns an Bord natürlich darüber gesprochen, fast einhellig waren wir der Meinung immer Boje setzen. Aber leider nur fast. Ein Taucher vertrat die Ansicht:" Ach was, ein Zodiac höre ich doch von hundert Metern."
(Traurig aber wahr)
Meiner Meinung nach sollte man solchen lebensgefährlichen Tauchern das Brevet entziehen!!! Den Namen des Betreffenden möchte ich nicht nennen, falls Du dies hier allerdings liest, und Dich wiedererkennst, so bedenke folgende Punkte:
1. Du bist kein Delphin! Unter Wasser kann ich nur sehr schwer die Richtung des Schalls vorhersagen.
2. Was ist wenn das Zodiac gerade steht und genau dann losfährt, wenn Du auftauchst?
3. Die Zodiacs heitzen manchmal mit einem solchen Affenzahn durch die Gegend, daß auch Deine "100 Meter" nicht ausreichen.
4. Denke auch mal an Deinen Buddy, vor allem wenn er unerfahrener ist als Du.
5. Denke auch an den Zodiac-Fahrer, der fühlt sich bestimmt auch nicht toll.
6. Und denke auch an den Kapitän des Schiffes, denn der trägt in Ägypten, so weit ich weiß, auch die Verantwortung für die Aktivitäten unter Wasser. Im vorliegenden Falle wurde er jedenfalls von der Hafenpolizei mitgenommen (Bei Ankunft in Port Ghalib).
Diese Liste könnte man wohl noch fortsetzen, aber mehr läßt mein Blutdruck grad nicht zu.
Bleibt mir nur noch einen dringenden Apell an alle Bojenmuffel zu richten. Dies aber ohne erhobenen Zeigefinger; denn das steht mir nicht zu, ich würde mich als noch recht grünen Anfänger bezeichnen; sondern wirklich von Herzen.
Boje setzen! Denn gerade Elphinstone oder Daedalus ist die Zodiac-Hölle, zum Teil noch verstärkt durch die Speed-Boote von Land.
Und was ist denn schon dabei? Ich habe auch viel geübt und muß es noch einige male machen, bevor es richtig sitzt.
Antwort von manunagl am 02.06.2007 - 10:12 Ein Unfall wie dieser war vorhersehbar, den zu viel Trubel ist an den Riffen, vorallem auch an den schon erwähnten. Genauso gut aber wie an den Brothers & Co..
Mein Beileid an alle Angehörigen & den restlichen Teilnehmern der Tour.
Keiner weiss genau zum jetzigen Zeitpunkt wie es dazu kam, jedoch gilt es in erster Linie an die Taucher zu apellieren, zum einen je nach Bedingung nahe am Riff auf zu tauchen und idealer Weise vorab schon eine Boje zu setzen.
Das ist meiner Meinung das einzige was ein Taucher von sich aus machen kann, um gesehen zu werden.
Eine kleine Abstandszone für Zodiacs von in etwa 20m vom Riff wäre auch denkbar, vorausgesetzt der Taucher hält dies dann auch ein nicht ausserhalb auf zu tauchen. Mit der Abstandszone würde ich das aber nur befürworten wenn diese gilt solange die Zodiacs z.B. Elphinestone von Süd nach Nord heizen, nicht aber um Taucher auf zu nehmen, wo Sie ohnehin langsam anfahren.
In der Hoffnung solche Nachrichten nicht noch öfters lesen zu müssen.
Manuel Nagl
Antwort von TWK am 02.06.2007 - 11:10 Andreas schrieb,
..."eine Bojenpflicht mit Sanktionen bei Zuwiderhandlung (natürlich mit Notfall-Ausnahme)..... "
Hallo Andreas,
Bojenpflicht ist schön und gut, wäre auch zu begrüssen.
Nur leider kommen 80% der Urlaubsspasstaucher schon nicht mit der normalen Ausrüstung klar. Wie sollen die mit ihren paar TG`s auch noch in 3-6m unter Wasser eine Boje setzen können? Und an der Oberfläche, wo es jeder halbwegs zustande bringt, dürfte es zu spät sein.
Gruss
TWK
Antwort von yachtmaster am 04.06.2007 - 08:42 Hi,
der verunglückte Taucher stammt aus Deutschland/BW, weiß jemand ob es sich bei dem Zodiac um ein eigenes der MY Seven7Seas gehandelt hat?
Antwort von delphin1 am 02.06.2007 - 20:25 Hallo Tauchfreunde,
vom 24.-31.05. startete ich auf meine ERSTE Boots-Safari mit 50 TG auf dem nagelneuen Orca-Safariboot "Eternity". Am 27./28.05 waren wir in den Tauchspots "Zabagrad und St. Johns" unterwegs. Zwischen dem Wechsel zweier Tauchspots kam uns die "Seven7Seas" mit Vollkraft nachgefahren und hielt kurz an unserer Backbordseite. Unsere Zodiacs fuhren aufgeregt hin und her und es wurde bei uns an Bord nach einem Arzt gefragt - negativ! Die Seven7Seas fuhr mit Vollkraft weiter. Wenn sie von Zabagrad (?) gekommen ist und der Unfall sich dort zugetragen hat, dann hatte sie sicher 3-4 Stunden bis zur Küste zu fahren. Wir erfuhren von unserem Guide von diesem tragischen Unfall. Am Abend erfuhren wir dann, dass der verünglückte Taucher ungefähr eine Stunde vor Ankunft im Hafen in den Armen seiner Frau verstorben (verblutet?) ist. Wir diskutierten dieses grundsätzliche Thema untereinander und mit unseren ägyptischen Guides. Vassungslos und mit Unverständnis stehen wir diesem Unfallthema gegenüber. Eine Rettungswacht wie Helicopter/ Bergwacht/ Seerettung etc. gibt es in unserem geliebten Tauchgebiet Ägypten leider nicht. Die einzigen Helicopter besitzt das Millitär und die dürfen (oder wollen?) keine Rettungseinsätze fliegen. Wie sich dieser Unfall ereignet hat, haben wir auch nicht erfahren. Mir sind jedoch bei diesen TGen auch die vielen Zodiacs aufgefallen. Für mich waren es die ersten dieser Abstiege. Da ich noch ein relativer "Frischling" bin, habe ich natürlich meine Kursinhalte bei den Zodiacs-TGen abgerufen. Kein Aufstieg im befahrenen Freiwasser ohne Boje und Blickrichtung zum Oberwasser! Zusätzlich habe ich vorsichtshalber bei den Zodiacs-Einstiegen etwas mehr Blei eingepackt um schnell und sicher aus der Gefahrenzone abtauchen zu können. Das sind die Maßnahmen, die ich persönlich für mich einleite. Welche verschiedene Umstände zu so einem Unfall letztendlich führen können, kann ich noch nicht beurteilen. Was mir Sorge bereitet, ist, die fehlende Rettungskette bei akuter Lebensgefahr. Die Ägypter profitieren wirtschaftlich von dem Tauchtourismus und sollten sich doch langsam etwas einfallen lassen, um wenigstens ihre devisen- bringenden Touristen schnellstmöglichst zu versorgen. Ich mag mir gar nicht vorstellen, was
für ein Drama die Familie durchlebt und die offenen Fragen: Was wäre wenn ...? Jedoch ist abzuwarten, was die behördlichen Untersuchungen ergeben. Aber was dann ...? Strengere Briefings? Höhere Anforderungen an den Taucher? Verschärfte Chek-Tauchgänge? Und/oder eine funktionierende Rettungskette von Germany od. Tauchern finanziert?
Auch wenn es den Schmerz nicht lindert, möchte ich den Angehörigen mein aufrichtiges Beileid aussprechen.
Gabi
Antwort von Gunni am 05.06.2007 - 11:09 es ist ein allgemein schwieriges thema finde ich.
je nach wind und welle ist bei den riffen in der offenen see ein aussteigen aus dem zodiak immer ein spiel mit dem feuer.
ich hatte es bislang immer so gehalten, dass ich am ende des tauchgangs erst wieder aufgetaucht bin wenn ich sehr nah am riff war, doch ist es mir auch schon ein paar mal passiert, dass ich z.b. den druckausgleich nicht hinbekommen habe. folge war, dass ich einige mal zwischen 0 und 5 metern gependelt bin bis sich das ohr geöffnet hat. ja, ich weiß unter diesen umständen niemals abtauchen, umkehrblockierung usw. usw. die alternative wäre aber gewesen an der wasseroberfläche meiner gruppe zu folgen und das macht an der riffkante nicht unbedingt spaß. waschmaschine rauf und runter, nur noch verwirbelte see, dann lieber auf ein paar meter tiefe gehen und tauchen.
die einzig sinnvolle alternative wäre nicht die übliche boje, die man auf 3-5 metern tiefe setzt sondern eine boje, die man den ganzen tauchgang über mittels wheel mit sich führt. bei den vielen tauchern aber könnte das für die ein oder andere verhedderung sorgen, was wieder panik unter wasser auslöst.
auch bei den ankernden schiffen ist es hölle gefährlich. wir sind mal am elphinestone vom boot aus gestartet, leider kurz bevor die stömung gedreht hat und alle 10 oder 11 safariboote haben abgelegt und sich verlegt, direkt über unseren köpfen. da darf aber niemand aus welchen gründen auch immer auftauchen müssen.
es ist bedauerlich, dass es zu diesem unfall gekommen ist und der tod des tauchers war völlig sinnlos und wäre zu vermeiden gewesen, aber so wie die riffs im roten meer betaucht werden war es nur eine frage der zeit bis etwas passiert. leider.
Antwort von mobbydiver01 am 05.06.2007 - 21:51 Hallo und guten Abend,
sehr bedauerliche Geschichte, aber ist es nicht besser, so halte ich es jedenfalls immer, den 5m
Sicherheitsstopp am Riff oder wegtauchend vom Riff durchzuführen.
Der Zodiakfahrer kann dich im Freiwasser weg vom Riff doch in " Ruhe " aufnehmen ohne daß er in Riffnähe unter Streß steht ,weil beim Aufnehmen von Tauchern das Zodiak auf das Riff auftreiben kann.
Ich will nicht sagen , daß damit nichts passiert, aber wenn ich dann im ruhigen Freiwasser, genug Luft vorrausgestzt, das Zodiakgefahre in 5m Tiefe beobachte, Boje setzend ,aufsteige habe ich eine "relative " Sicherheit.
Antwort von yachtmaster am 06.06.2007 - 14:02 Hallo Zusammen,
auch mich macht dieser schreckliche Unfall sehr betroffen, nachdenklich und sehr ärgerlich.
Die eine Frage ist sicherlich, wie kann man sicher auftauchen ohne von einem Boot überfahren zu werden?
NIE mehr ohne Boje auftauchen
Die andere Frage, welche ich für viel Wichtiger erachte, warum ein Land wie Ägypten welches sehr viel Geld mit dem Tauchtourismus verdient, keine funktionierende Rettungskette speziell Rettungshubschrauber vorweisen kann, da läuft doch etwas komplett falsch.
Es gibt im Roten Meer mittlerweile so viele Safariboote, welche Tagelang weit weg vom nächsten Hafen unterwegs sind und noch viel mehr Tauchboote die Tagesausfahrten machen auf denen es jederzeit zu Unfällen jeglicher Art kommen kann (die nicht einmal mit dem Tauchen direkt zusammenhängen müssen) wo schnelle Hilfe unerlässlich ist um schlimmeres zu vermeiden.
Ich für mich habe beschlossen diese Land nicht mehr zu besuchen, solange man nicht sicher sein kann, wenn man schnelle Hilfe benötigt sie auch zu bekommen!!!
Ich gehe auch noch weiter was dieses Thema angeht und vordere auch von anderer Seite Z.B. seitens PADI, CMAS usw. (welche zum einen ja soooo um die Sicherheit bemüht sind (Jeckdive auch bei 500TG im Logbuch / ärztliches Attest nicht älter als ein Jahr / nicht Tiefer als 30m usw.) und zum anderen viel Geld damit verdienen) die Regierung so unter Druck zu setzen, dass man einen Mindeststandart an medizinischer Notfallversorgung sicherstellt.
Antwort von divernick53 am 06.06.2007 - 16:34 Hallo zusammen,
war vom 17.05-24.05 an den Brothers tauchen, bei dem Betrieb der da herrscht ist es lebensgefährlich ohne Boje aufzutauchen. Wir hatten da zeitweise sehr starken Wellengang, sodaß es auch für die Zodiac´s völlig unmöglich war Taucher ohne Bojenmarkierung zu sehen.
Was natürlich höchst bedenklich ist, daß es keine funktionierende Rettungskette in Ägypten gib. Darauf wurden wir aber von unseren Guides immer wieder hingewiesen. Seid vorsichtig, immer Blick nach oben wenn ihr auftaucht, NIE ohne Boje auftauchen. Beim Checkdive mußte jeder vorführen wie er mit seiner Boje umgehen konnte. Keiner durfte ins Wasser ohne Boje!!!
Es ist tragisch daß dieser Unfall passiert ist und mein Mitgefühl gehört den Angehörigen.
Antwort von Peter M. OWSI am 06.06.2007 - 18:47 zuerst einmal möchte ich den Angehörigen mein aufrichtiges Beileid aussprechen.
Es ist tragisch dass es zu diesem Unfall gekommen ist. Ob er vermeidbar gewesen wäre sei dahin gestellt und auch nicht mehr änderbar.
Da ich selbst TL bin, lehre ich generell wenn es um FW Tauchgänge im Meer geht, grundsätzlich mti Signalboje zu tauchen und diese nicht nur im Jacket dabei zu haben, sondern auch einsetzen.
Und zwar so wie es einige meiner Vorredner bereits geschrieben haben : Beim generellen Sicherheitsstop im 5 Meter Bereich Boje setzen und so den Zodiakfahrern zeigen >> ACHTUNG hier befinden sich Taucher.
Auch das wegtauchen vom Riff ist eine Technik die die Sicherheit für alle deutlich erhöht, dabei natürlich die Boje mitführen. Dadurch wird des Wiedereinstieg ins Zodiak deutlich stressfreier.
@Yachtmeister: in Deinem letzten Absatz äusserst Du Dich wie ich finde ein wenig zynisch über Organisationen die ja .... sooooo um die Sicherheit bemüht sind.
Dazu kann ich nur sagen, dass bei allen grossen Organisationen einfach die Sicherheit beim Tauchen gross geschrieben wird.
Allerdings nach Abschluss der Ausbildung taucht wie allg. bekannt ist, jeder einzelne Taucher in Eigenverantwortung. Ausgenommen, bei Ausbildungstauchgängen in denen der Instructor die Verantwortung übernimmt.
Zu dem Thema CheckDive kan nich nur sagen, wenn ich mir ein Logbuch ansehe und dabei feststelle dass ein Taucher einige 100 TG hat, und zudem nicht nur im Urlaub erarbeitet hat sondern das ganze Jahr über, dann kann man es auch mit dem CheckDive übertreiben. Mein Motto lautet daher: mit gesundem Menschenverstand, Erfahrung und gutem Urteilsvermögen von Fall zu Fall entscheiden.
Dass natürlich seitens der Regierung von Ägypten etwas getan werden muss liegt ja auf der Hand.
Die Notwendigkeit eines Hubschraubereinsatzes bei einem akuten Notfall ist unerlässlich.
Allerdings bin ich etwas erstaunt darüber, dass es laut den Aussagen keine Notfallbasis gibt die über einen Heli verfügen.
Meines Wissen (selbst gesehen > bei Suchaktion an den Brothers) gibt es mindestens einen.
Dass eine reibungslose Rettungskette wie wir sie aus Deutschland kennen, nicht in jedem Urlaubsland zu finden ist, denke ist allen klar.
Aber ein Mindeststandard an medizinescher Notversorgung sollte schon sichergestellt sein. (wurde ja schon von meinem Vorredner festgestellt)
Antwort von cool-fly am 13.06.2007 - 13:16 Es ist immer schrecklich wenn man von Tauchunfällen mit Todesfolge ließt!
Möchte den Angehörigen mein Beileid aussprechen.
Möchte aber auch an dieser Stelle, an das Seelenleben der Crew erinnern! ! !
Diese hat alles nur mögliche getan um hier ein Leben zu retten.
Deshalb übersende ich auch der Crew und dem Bootseigner mein Mitgefühl. Das muß jetzt auch verarbeitet werden, ohne das die kommenden Safarigäste davon etwas mitbekommen.
Kann mich meinen Vorrednern nur anschließen:
TAUCHT NIEMALS OHNE BOJE AUF !!!
Andre Günther
Antwort von ttm49 am 14.06.2007 - 00:29 Gibt es nicht ein wirklich einfaches Mittel, das solche Unfälle in Zukunft wirksam verhindern könnte...?
Erinnert sich noch jemand an die Fernseh-Reportage über die griechischen Schwammtaucher - arme Schlucker, die für wenig Geld ihr Leben beim Tauchen riskieren, und mangels finanzieller Mittel mit primitivster Ausrüstung reichlich gefährlich tauchen? Aber eine Sicherheitsvorkehrung hatten die alle getroffen - im Film gut sichtbar: Einen einfachen Drahtkäfig um die Schiffschraube, damit ihr Luftschlauch nicht versehentlich durchtrennt wird.
Ein solcher, wirklich billiger und primitiver Drahtkäfig schützt an Land fast jeden Ventilator - was ist so schwer daran, einen um die Schiffschrauben zu bauen?
Natürlich könnten dann immer noch Boote taucher überfahren, aber es wäre eben nur ein stumpfer Aufprall und kein "rotierender Häcksler" mehr, der zwangsläufig bei Kontakt schwerste Verletztungen verursacht...
(Übrigens: Das Warten auf einen ägyptischen Polizeibericht kann man sich auch sparen. Die sind das Papier nicht wert, auf dem sie gedruckt werden. Jeden einzelnen Augenzeugenbericht eines Mitreisenden fände ich viel interessanter).
Antwort von yps am 22.06.2007 - 10:41 Vorab mein tiefes Beileid für die Angehörigen und mein ehrliches Mitgefühl für die Crew!
Ich war vom 07.-14.06.07 auf der Seven7Seas Deep South Tour. Ich selbst habe im Vorfeld nichts von dem tödlichen Unfall gehört. Am ersten Abend wurde dieses Thema offen angesprochen und an Bord liegt ein Unfallbericht aus, den jeder lesen kann. Ich habe bewusst den Bericht nicht gelesen, kann daher nicht viel zum Unfallhergang sagen. An der Stelle möchte ich aber meine Erfahrung in Sachen Sicherheit auf der Seven7Seas mitteilen.
Diese Safari war meine dritte Rot-Meer-Safari. Verglichen mit den beiden vorausgehenden Safaris waren die Sicherheitsrichtlinien auf der Seven7Seas top. Da die gesamte Crew wirklich enorm gut eingespielt war und alles reibungslos funktioniert hat, glaube ich auch nicht, dass die ganzen Vorkehrungen erst seit dem Unfall eingeführt wurden sondern schon von Anfang an so waren.
Wir haben einen Check-Dive mit Bojensetzen gemacht. Die Briefings waren sehr detailliert und es wurde immer auf "gefährliche" Stellen / Strömugsmöglichkeiten hingewiesen. Die Vorgehensweise beim Tauchen vom Zodiac aus wurden oft wiederholt und es wurde auf alle Gefahren ausdrücklich und mehrfach hingewiesen. Die großen Zodiacs wurden aus Sicherheitsgründen mit max 6. Tauchern besetzt. Der Zodiacfahrer hat beim Abtauchen immer vor Ort mit abgeschaltetem Motor ein paar Minuten gewartet, sollte jemand Probleme mit dem Druckausgleich haben. Bei jedem Tauchgang wurde eine Tafel mit den Infos geführt, wer auf welchem Zodiac war und wer an welcher Stelle abgetaucht ist. Jeder Taucher musste eine Boje, einen Spiegel und das ENOS mit sich führen. Wer keine Boje hatte konnte eine vor Ort ausleihen. Beim Auftauchen haben sich die Boote mit einem sehr großen Radius um das Riff bewegt und haben sich dann erst ganz langsam den Tauchern genähert. Nach dem Tauchgang, beim Einsteigen in die Zodiacs, waren (soweit es der Seegang zugelassen hat) die Motoren der Zodiacs ausgeschaltet.
Meines Erachtens wurde Crew-seitig mit der Einhaltung dieser Punkte das Bestmögliche getan um Unfälle zu vermeiden. Man muss immer auch daran denken, dass jeder Taucher auch seinen Teil zu der Sicherheit beitragen muss. Die Sicherheitsvorkehrungen sind nur so gut, wie sich der einzelne Taucher daran hält. Leider habe ich schon oft miterlebt, wir leichtsinnig der ein oder andere Taucher mit Sicherheits-Regelungen umgeht.
Die Seven7Seas Crew hat den tragischen Unfall bestimmt noch nicht ganz verarbeitet. Jedoch haben alle versucht, den "normalen" Bootsalltag für alle Gäste zu gestalten. Hierfür muss ich große Bewunderung aussprechen, denn auch für die Crew ist dieser Vorfall ein harter Brocken.
Abschließend bleibt zu sagen, dass ich mich während der ganzen Woche wirklich ausgesprochen sicher gefühlt habe. Gemäß meinen bisherigen Erfahrungen war es die sicherste Safari die ich bislang gemacht habe.
Erschreckt hat mich die Tatsache, dass es keine funktionierende Rettungskette vor Ort gibt. Ein Land das so starkt vom Tauchtourismus lebt, sollte doch diesbezüglich wesentlich weiter sein. Ich selbst wäre auch dazu bereit, eine Art "Rettungsgebühr" zu zahlen, so wie das bei den Marineparks auch der Fall ist. Ich denke hier besteht noch ein großes Defizit. Mit einer funktionierenden Rettungskette hätte vielleicht der ein oder andere TU einen anderen Ausgang gehabt.
Antwort von Krabbe am 25.06.2007 - 13:47 @yps: danke für Deinen Bericht mit den guten Erfahrungen die Du beschrieben hast....
In der Regel werden hier nur negative Dinge genannt oder unqualifizierte Behauptungen und zum Teil auch den Angehörigen gegenüber taktlose Dinge über den Unfallhergang geschildert.
Da freut man sich über einen Bericht wie Deinen!!
Auch Deine versteckte Kritik und Anregung zur Rettungskette bzw. zur Rettungsorganisation vor Ort ist gut durchdacht.....
Wir (eine gr. Gruppe von TL und erfahrenen Rotmeersafarileuten) versuchen schon lange auf diesem Wege was in die Wege zu bringen.....es scheitert in der Regel immer an folgenden Dingen:
Geld, Organisation und dem Millitär in Ägypten!!
Also muß man anders denken:
Unfallprävention heißt das Schlagwort!!!
Eine vernüftige Einweisung in das Schiff, in die geplanten TG, richtige Verhaltensweisen, richtige Ausbildung und Ausrüstung.......
Ägypten ist ein schönes Land zum Tauchen.....aber kein schönes Land für einen Unfall!!!
Wer daran immer denkt, bedacht und geplant taucht und seine und die Grenzen seiner Tauchpartner nicht ausreitzt.....der sollte auf der sichersten Seite sein!!!
Nur leider überschätzen sich einfach zu viele oder fühlen sich unter Gruppendruck stärker als sie sind!!!
Darüber sollte mal nachgedacht werden und wenn alle ein wenig mehr auf Ihre inner Stimme hören wäre schon viel gewonnen.
Wenn dann noch die Besatzung und der Kapitän der Schiffe sich wie z.B. die der Besatzung der Heaven-Fleet Schiffe verhalten wären schwere Unfälle deutlich zu reduzieren und wir müßten hier nicht mehr soviel lesen und diskutieren!!
Den Angehörigen, gerade der Frau und der Besatzung mein aufrichtiges Beileid.
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