Unfall ohne Folgen - zum diskutieren Abgesandt von Marco Plack am 03.06.2002 :
Ich selbst hatte einen "Unfall" der jedoch ohne weitere Folgen abgelaufen ist. Ich werde ihn im folgenden schildern.
Zusammen mit meinem Buddy war ein Nacht TG geplant. Es war im Dezember, das Ufer des Sees war vereist bei ca. minus 5 Grad Celsius. Nach dem Einstieg ins Wasser sind wir auf 16m an einer Kette abgestiegen und nach einem Ok weiter abgestiegen. Es war dunkel, die Sicht betrug ca. 12-15m. Die Wassertemperatur betrug 4 Grad Celsius und alles war in Ordnung. Dann überschlugen sich die Ereignisse. Ich wollte mit meinem Trockie tarrieren, da ich gleichzeitig aus der 2. Stufe geatmet habe ist meine 1. Stufe vereist. Ich hatte schon die ganze Zeit Probleme mit meinem Bleigurt, der irgendwie etwas locker saß und sich unter Wasser nicht nachspannen ließ (der Gurt war neu und die Plastikschnallen waren noch recht schwergängig). Als Folge des schnellen Abstiegs wurde mein Anzug so eng, das der Bleigurt über die Hüften gerutscht ist. Ich konnte ihn jedoch noch abfangen. Das alles passierte gleichzeitig in ca. 2 Sekunden. Ich hing auf ca. 25 m mit einem Bleigurt über dem einen Arm und einem abblasenden Automaten im Mund und einer Lampe in der anderen Hand. Meinem Buddy signalisierte ich mit der Lampe das etwas nicht stimmt (Unterwassernotzeichen bei Nacht). Da er vor mir tauchte dauerte es einen Moment ehe er das Notzeichen bemerkte. Wir sind dann zusammen auf 16m aufgestiegen wo wir auf einer Plattform einen kurzen Stop eingelegt haben. Dort schaltete ich meine Lampe ab und wechselte auf meinen Zweitautomaten. Nach einer Kontrolle des Flaschendrucks (170 bar langsam fallend) haben wir den Aufstieg an der Kette begonnen, an der wir zuvor abgestiegen waren. Bis jetzt war eigentlich alles in Ordnung und ruhig bis auf das ich meinen Bleigurt immer noch über dem Arm trug und mein Hauptautomat vor sich hin blubberte und wir im Schein unserer Lampen langsam aufstiegen. Bei ca. 14m bemerkte ich das aus meinem Trokie keine Luft mehr entwich (Später stellte sich heraus, das das Auslassventil des Trockies durch einen Span blokiert war, da das Ventil noch neu war). Dies führte dann relativ schnell zu ernsten Problemen, da sich der Anzug beim Aufstieg immer mehr aufblähte mit dem Resultat das ich recht schnell mit den Beinen nach oben an der Kette hing und mich nur noch mit beiden Händen an der Kette halten konnte. Letztendlich begann ich auch mich langsam um diese Kette zu wickeln und musste irgendwann mal loslassen wenn ich mich nicht total verheddern wollte. Das führte dazu, das ich den Bleigurt fallen ließ und plötzlich zusätzliche 14 kg Auftrieb hatte. Jeder der mal versucht sich irgendwo unter Wasser festzuhalten und dann das Jacket voll anbläst weis das das mit einer Hand kaum zu halten ist. Auch mein Buddy, der die ganze Zeit neben mir war konnte mir in dieser Situation kaum noch helfen. Ich habe dann beschlossen einen unkontrollierten Notaufstieg zu machen indem ich die Kette ganz losgelassen habe, nach dem ich tief ausgeatmet hatte. Das resultat war, das ich sehr schnell aufgestiegen bin. Leider fiel mir erst in diesem Moment ein, das am Ende der Kette ein 4x4m Stahlponton hing.... Ich hab den Kopf auf die Brust genommen, Hände in den Nacken und harrte der Dinge die da kommen mochten. Den Wasserwiederstand habe ich so weit wie möglich ausgenutzt (die Hände wollte ich nicht vom Kopf nehmen) und mich halt flach gelegt. Zum Glück bin ich ca. 1m neben dem Ponton aufgetaucht mit dem Rücken voran. Ich habe dann begonnen allein ans Ufer zu paddeln, da mein Buddy ja noch auf 12m hing und nicht so schnell hinterher kommen konnte. Ich war relativ fertig mit den Nerven und versuchte mich erst mal langsam wieder zu beruhigen. Am Ufer angekommen wartete ich auf meinen Buddy, der inzwischen die Oerfläche erreicht hatte. Er hat mir dann aus meinem Jacket geholfen und ich bin allein ans Ufer geklettert. Da es sich um ein Steilufer handelte war das nicht so einfach. Von dort aus bin ich dann über eine Treppe zum Auto, wo ich von zwei befreundetten Tauchern gefunden wurde (ich war fix und fertig vom klettern und der nervlichen Belastung und hatte mich erstmal vor mein Auto gesetzt). Einer der beiden half meinem Buddy mit meiner Ausrüstung, der andere kümmerte sich um mich. Ich hab erstmal meinen Anzug ausgezogen und zur Sicherheit noch ca. 20 min Sauerstoff geatmet. Da sich ca. 1h nach dem Aufstieg keine Beschwerden einstellten und wir auch nicht lange im Wasser waren (Das ganze passierte in ca. 2 min) haben wir auf weitere Maßnahmen verzichtet.
Zu meiner Ausrüstung: Jacket: Scubapro Masterjacket Trockie: Aquata mit SI-Ventilen Hauptautomat: Mares VX16 XTR Zweitautomat: Seeman SL4 + Apex TX40
Zur Auswertung:
Es werden jetzt viele sagen das man ja auf keinen Fall tiefer als 18m tauchen darf und schon gar nicht bei Nacht, aber das ist nicht das Problem. Verursacht wurde das ganze dadurch, das ich gleichzeitig eingeatmet habe und tarriren wollte. Die wahrscheinlich leicht feuchte Luft in der Flasche fürte dann zu einer inneren Vereisung des Automaten. Jeder wird jetzt sagen das die Automaten schlecht waren, aber ich habe inzwischen unter ähnlichen Bedingungen auch einen Cyklon 5000 von Poseidon, einen Apex TX100 und einen Scubapro Automaten abblasen sehen, alles Hochleistungsautomaten ausgerüstet fürs Kaltwasser tauchen. Viel wichtiger ist wie man mit der Situation umgeht. Richtig war der sofortige Abbruch des TG`s. Beim Stop auf 16m hätten wir jedoch auf jeden Fall den Bleigurt wieder anlegen sollen und den abblasenden Automaten abdrehen können. Ich hatte zwar noch 80 bar in der Flasche als ich ober war, aber auf jeden Fall hätten die Blasen nicht die Sicht behindert (war aber nicht sehr störend). Viel schwieriger ist die Frage zu beantworten wie man auf das verklemmte Auslassventil hätte reagieren sollen. Rückblickend betrachtet, hätte ich sicher lich meinen Anzug fluten können. Ich habe einen Anzug mir Schrittreisverschluß (bei Bootstauchgängen unbedingt erforderlich ) den ich hätte öffnen können oder ich hätte in eine Manschette greifen können. Aber um ganz erhlich zu sein in diesem Moment denkt man an so etwas gar nicht, da alles viel zu schnell passiert. Eigentlich wollte ich in diem Moment nur noch aus dem Wasser so schnell wie möglich. Das einzig Positive an diesem Erlebniss war, das zu keinem Moment Panik herschte, sondern ich auf alles relativ gelassen reagiert habe. Meinem Buddy muss ich auch ein großes Lob aussprechen, da er zu jedem Zeitpunkt die Kontrolle behalten hat und mir so gut wie möglich geholfen hat. Als ich Kopf über an der Kette hing hat er noch versuch mich wieder umzudrehen, was aber Aufgrund der Luft in den Beinen des Anzuges nicht funktionierte. Anschließend hat er auch noch meinen Bleigurt zusammen mit einem der anderen Taucher aus 32m tiefe geborgen. Auf den tollen Bleigurt verzichte ich allerdings seit diesem TG. Ich benutze nur noch ganz einfache Gurte mit Metallschnalle, die man unter allen Umständen nachspannen kann. Was ich mit diesem Beitrag mitteilen möchte ist, das bei jedem TG mit allem zu rechnen ist. Bei welchen TG vereist auch gleichzeitig der Automat, verliert man den Bleigurt und verklemmt sich ein Ventil des Trockies? Wichtig ist, das man dann nicht in Panik verfällt, sonder möglichst ruhig eine Lösung des Problems sucht. Inzwischen ist mir mehr als einmal der Automat vereist ohne, das das zu Problemen geführt hat. Der Buddy dreht halt den Automaten ab und man wartet bis er wieder aufgetaut ist. Wichtig ist jedoch, das der zweite Automat mindestens genau so gut fürs Kaltwasser tauchen geeignet sein muss wie der erste, da man ja im Notfall auf ihn zurück greift. D.h. die Belastung ist immer höher als die vom ersten Automaten...
In diesem Sinne: Immer gut Luft.
Antwort von Uli Schreiber am 03.06.2002 - 03:03 Habe Deinen Bericht mit Spannung und regelrechtem Herzuklopfen gelesen.
Aber: Wie kann ein Auslassventil durch einen Span blockiert sein ? ?
War es nicht viel mehr so, daß es viel zu "hart eingestellt" war ?
Das mit dem Bleigurt kann ich gut verstehen. Im "freien Wasser" kann es ganz schön schwierig sein, ihn wieder anzulegen. Ich mach in solch einem Fall die Schnalle zu und häng ihn über den rechten Unterarm, dann hab ich die Hand immer noch frei.
Guß Uli
Antwort von Michael am 03.06.2002 - 05:06 Beim Trocki einfach den Kopf in den Nacken legen,
dann kann die Luft durch die Halsmanschette raus.
Trockentauchseminar?
Antwort von Micha am 03.06.2002 - 07:47 Tja...
Gut, dass Dir nichts passiert ist. Ich musste auch schon mal einen Notaufstieg aus 20 Metern machen. War recht unangenehm. Vor allem das, was einem danach durch den Kopf geht... ->Wann kommen die Symptome?????<-
Aber nach dem Notaufstieg sicherheitshalber 3 Aspirin genommen.
Das bewirkt eine Verdünnung des Bluts & kann so ein ganz kleines bisschen gegen DCI entgegenwirken. Zum Glück ist mir auch nichts passiert. Aber seitdem gehört auch Aspirin mit in meinen Tauchrucksack... Gut Luft....
Antwort von gunther am 03.06.2002 - 09:24 Hai,
hast das doch prima hinbekommen. Nur wie schon selber angemerkt, solange die Beine noch unter Kontrolle sind sollte man versuchen über eine Manschette Luft abzugeben.
Aber sprich, wieso darfst DU nur 18m tief tauchen?? Vieleicht solltest Du Dir alternativ mal ne Ausbildung von VDST, VDTL oderso anschauen.
Antwort von mq am 03.06.2002 - 12:12 ganz interesanter bericht. ich hatte vor einer weile ein ähnliches problem.
1. Tauchgang im Trocki und vor dem Tauchgang vergessen das Auslaßventil aufzudrehen. Relativ schneller Abstieg auf 27m. Dort bekomme ich irgendwie Luft in die Füße... schaffe es nicht mehr die luft aus den füßen zu kriegen und merke das ich langsam nach oben steige. ich paddle wie ein irrer um ja nicht durchzuschießen und verliere dabei meine füßlinge samt flossen. dann war alles zu spät ich schieße von 20m auf 0 innerhalb von nur 5 sekunden.
Antwort von Oliver am 03.06.2002 - 12:35 hm...der buddy hätte sich an dich dranhängen können und dann sein jacket fluten. musste ich bei einem meiner tauchpartner auch schon mal machen....
Antwort von gunther am 03.06.2002 - 12:46 Hallo Oliver,
bei 27m im Trocki, mußt Du Luft drin haben, sonst kannst Du nicht atmen. Ein vrlieren von Füßlingen und Flossen, ist mir auch schon passiert, siehe Forum diverses -Attersee- Du hast keine Chance, aßer ein loch rein zu beißen Gunther
Antwort von Taucher-Jörg am 03.06.2002 - 12:58 ...ähm, ich kann jetzt nicht die Namen Deiner Automaten zuordnen, deshalb meine Frage: hast Du zwei erste Stufen an Deiner Flasche angeschlossen??? Eine zum Atmen und die andere für den Trocki und Octopuss (oder wie das Dingens geschrieben wird)? Wenn nicht, würde ich die Ausrüstung vor dem nächsten Kaltwasser-TG ergänzen (in Deutschland hast Du unterhalb der Sprungschicht eigentlich immer Kaltwasser-TG´s).
Ansonsten finde ich es super von Dir, daß Du über Deine Erfahrungen berichtet hast. Wir können alle daraus lernen!
es sind zwei getrennte Automaten. Wie gesagt der Vorfall liegt schon etwas länger zurück. Inzwischen habe ich eine andere Ausrüstung und wesentlich mehr Erfahrung mit Zwischenfällen beim Tauchen. Aus Sicherheitgründen habe ich mir inzwischen zwei gleichwertige Automaten zugelegt, da der Zweitautomat in einem Notfall ja eigentlich mehr leisten muss, da der Hauptautomat versagt hat. Eine andere Variante ist natürlich man taucht mit dem etwas leistungsschwächeren Automaten als Hauptautomat und kann dann auf den "besseren" im Notfall ausweichen.
Antwort von Holgi am 03.06.2002 - 14:48 Hai,
ja das liest sich wirklich spannend. Mir ist auch schon mal im Edersee auf 25m die 2.Stufe vereist. Zusätzlich auch noch das Einlaßventil am Trocki. Also Inflatorschlauch am Trocki runter (kommt ein wenig kaltes Wasser rein brrr.) und den Regler an der Flasche vom Buddy abdrehen lassen (sollte man mit seinem Buddy vorher mal üben lohnt sich ). Ich konnte dann über den 2. Lungenautomaten in Ruhe auftauchen.
Was mir bei Marcos Bericht auffiel ist, das er wohl Trocki und seine Haupt 2. Stufe an der selben 1. Stufe hatte. Besser ist es auf jeden Fall dies auf die 2 1.Stufen zu verteilen. Meine Konfig ist: 1.Stufe(A Hauptstufe) hat Haupt 2.Stufe einen Fini und den Inflator für das Jacket, 1.Stufe(B Reserve) hat 2.Stufe (bitte keinen Octopus) einen Fini und den Inflator für den Trocki ggf kann auch noch ein Octupus dran für den Buddy aber dann wird es sehr eng mit dem vereisen !!!.
Immer gut Luft
Antwort von riki mountain am 03.06.2002 - 15:01 nett von dir dass du so ausführlich berichtest... das mit den 18m versteh ich auch nicht ganz, aber ok... es sollte für einen taucher keinen unterschied machen ob tag oder nacht... vor allem ist es bei unseren seen meist sowieso so das ab 30-40m nacht herrscht.. hähä...
frage 2!: warum soll ein scubapro automat ein hochleistungsautomat sein??? is mir unbegreiflich... mk18 hat bei mir schon ca. 20mal abgeblasen und der mares 16 auch 5 mal... meine empfehlung! abyss! seither keinen vereiser mehr gehabt...
aloha, e
Schöner und spannender Bericht. Am Meisten lernt man von den Unfallberichten mit Überlebenden.
Dein Bericht zeigt, daß Unfälle oft mit einer tragischen Verquickung ungünstiger Umstände einhergehen.
Da kommt eines zum anderen. Ein Automat, der eine normale Benutzung nicht toleriert sollte zur Revision oder durch einen besseren ersetzt werden. Der Hinweis auf den Abyss ist sicherlich richtig. Dein Automat sollte nicht nur Dir, sondern auch Deinem Partner Sicherheit gewähren und der Abyss gehört zu dem robusteten, was der Markt hergibt.
Ansonsten ein Beispiel aus dem richtigen Leben und wenn man dabei tödlich verunglückt, dann kann nachher nur noch gerätselt werden woran es denn lag.
Antwort von Oliver am 03.06.2002 - 17:54 Nur mal so als Anmerkung: Bei einem vereisenden Automaten würde ich zunächst einmal die Qualität der Luft in Frage stellen. Erst in Zweiter Linie den Automaten. Solange mit dem Automaten alles in Ordnung ist (erste Stufe innen trocken) dürfte die Ursache des Vereisens fast immer die Feuchtigkeit der Luft sein, denn der "schlechteste" Automat tut sich ziemlich schwer, ohne Feuchtigkeit Eis zu bilden.
Du schreibst auch, daß das Ventil neu war, aber nirgends, daß es sich um einen neuen Anzug handelte. Also gehe ich davon aus, daß ein defektes Ventil durch ein neues ersetzt wurde. Auch der Bleigurt war wohl neu.
Wenn man hier von Fehler sprechen mag, dann wäre es vielleicht sinnvoll gewesen, den reparierten Anzug zunächst einmal zu testen. Das hätte ja durchaus bei einem Tauchgang sein können, aber vielleicht nicht gerade bei einem NAchttauchgang und wenn schon, dann nicht gleich "ab und runter" sondern erstmal rein, Ventil testen im Flachbereich und dann erst weiter.
Du schreibst auch, daß sich der Gurt nicht nachspannen ließ, also hast du zu irgendeinem Zeitpunkt festgestellt, daß der Gurt zu weit ist und eigentlich nachgespannt werden müsste, als das nicht ging, bist du trotzdem weitergetaucht, bis dann die erste Stufe einfror.
Eine erste Stufe friert in geöffnetem Zustand ein (denn deine zweite Stufe hat ja abgeblasen) also hättest du auch Luft in deinen Anzug einbringen können, denn am Einlaßventil lag auf jeden Fall Druck an. Vereisen heißt ja nix anderes, als daß die erste Stufe nicht mehr schließt...damit liegt Druck an allen Abgängen (auch am Inflatorschlauch des Anzugs).....tarieren wäre möglich ....!!! Ansonsten bin ich der selben Meinung wie Gunther, alles eine Frage einer fundierten Ausbildung, da gehört dann eben auch etwas Technik dazu und nicht nur
Ironie an:
"Wozu Kühe, bei uns gibt es die Milch in Tüten"
Ironie aus
Das soll heißen, daß es nicht reicht, zu wissen wie die erste Stufe an die Flache geschraubt wird sondern daß es, zumindest dann, wenn man auch in "vereisungsgefährdeten" Breiten tauchen möchte, mehr als sinnvoll ist, zu wissen, wie die ganze Sache funtioniert.
Zum Thema Trockentauchbrevet: Mit jemandem tauchen gehen, der weiß wie es geht, Erfahrung damit hat und das auch vermitteln kann. Ein paar Tauchgänge im flachen Wasser oder im Freibad/Hallenbad und gut is. Dafür Geld zu bezahlen ist etwas übertrieben, finde ich zumindest.
Oliver
Antwort von Marco am 03.06.2002 - 19:08 @Oliver
Vielen Dank für deinen Kommentar. Der Anzug war tasächlich neu und es war nicht der erste TG an diesem Tag mit diesem Anzug. Leider ist das Problem erst beim geschilderten TG zum tragen gekommen, da sich der Span erst bei diesem tatsächlich gelöst hat und das Ventil blockierte. Das mit der Qualität der Luft habe ich in meiner Beschreibung auch schon erwähnt. Wahrscheinlich war die Luft in der Flasche feucht.
Der Bleigurt war neu und ließ sich schlecht spannen. Das der Bleigurt zu locker saß habe ich erst in dem Moment gemerkt als der Automat eingefroren ist und der Bleigurt das rutschen bekam. Ich habe ihn an der Stelle zu fassen bekommen an der man hätte nachspannen können. Da das nich ging blieb mir nichts anderes übrig als ihn mir geschlossen über den Arm zu hängen.
Ja, ich hätte auch Luft in den Anzug strömen lassen können. Aber jeder der sich mit dem Aufbau von Automaten auskennt weis, das bei einer inneren Vereisung der ersten Stufe die Luft mit Flaschendruck bzw. mit erhöhtem Mitteldruck an der zweiten Stufe und damit auch am Inflatorschlauch vom Anzug anliegt (bei mir war der Inflator vom Anzug am Hauptautomat und der vom Jacket am zweiten). Die zweite Stufe funktioniert in diesem Fall als Sicherheitsventil. Das Nachfüllen von Luft war mir zu riskant, da die Luftmenge automatisch größer gewesen wäre als Normal und ein eingefrorenes Einlaßventil wollte ich auch nicht riskieren.
Auch die beste Ausbildung hilft halt bei einem technischen Versagen nicht. Dann bleibt einem nichts anderes übrig als eine Lösung für das Problem zu finden. Viel wichtiger ist, das man lernt auch in Ausnahmesituationen ruhig zu bleiben und keine Panik zu bekommen. Auch ist es schwierig alles mit einer Hand gleichzeitig zu machen, da ich beim NachtTG auch noch meine Lampe in der Hand halte. Bleigurt fangen, Luft ins Jacket lassen um nicht tiefer abzusacken und noch dem Buddy siganlisieren das was nicht stimmt ist halt nicht alles gleichzeitig in den Griff zu bekommen.
Antwort von Oliver am 03.06.2002 - 19:54 @Marco
Klar war das eine aneinanderreihung von Umständen, die sich gegenseitig vertärkt bzw hochgeschaukelt haben, aber das hat Murphy nunmal so an sich......
Nur eins noch, die erste Stufe war schon eingefroren, also hätte auch ein tarieren die Sitaution nicht verschlimmert.....Was meinst du mit eingefrorenem Einlaßventil????
Wenn die erste Stufe gefroren ist, bleibt sie offen hängen, damit liegt Flaschendruck an. Deine zweite Stufe öffnet "mit dem Druck" also downstream (das ist der Grund dafür), also bläst die zweite Stufe ab. Dabei wird ziemlich viel Druck abgebaut. Ich will jetzt nicht behaupten, daß dann an deinen Einlaßventil der normale Mitteldruck anliegt, aber viel mehr auch nicht. Also dürfte die Gefahr des vereisens des Einlaßventils gegen Null gehen, denn der Druckabfall dort ist nicht um so vieles höher als ohne vereiste Erste Stufe.
Ich will jetzt nicht dich oder deine Reaktionen irgendwie angreifen, aber du hast es schließlich hier reingestellt, damit darüber diskutiert wird.
Es ist ein Beispiel dafür, daß eben vieles, auch die Reaktion auf mögliche technische Probleme, am besten vorher mal in einer größeren Runde durchdiskutiert und dann für sich selbst in eine Art "Ablaufplan" irgendwo weggespeichert wird.
Möchte ich mal mit dem Autofahren durch ein Waldstück mit Wildwechsel-Schild vergleichen.
Wenn du dir schonmal Gedanken darüber machst, wenn du am Schild vorbeikommst, was würde ich machen, wenn.......du dir bewußt bist, daß plötzlich ein Tier vor dir stehen könnte, dann bist du bei weitem nicht so überrascht und kannst so reagieren, wie du es dir vorher mal zurechtgelegt hattest. Wenn du versuchst dir einen "Notfallplan" zurechtzuzimmern, wenn dich das Reh schon anblinzelt, geht es meistens schief....
Nur meine Erfahrungen, müssen keinerlei Allgemeingültigkeit haben....
Oliver
Antwort von Hartmut Schaumburg am 03.06.2002 - 22:07 @Marco
Da kriegt man es beim Lesen ja mit der Angst zu tun. Schön, dass Du alles so gut überstanden hast.
Da hast Du echt Schwein gehabt. Wär Dir das am Edersee passiert, die hätten Dich gleich in die nächste Deko-Kammer geflogen...
Antwort von Roberto am 08.06.2002 - 14:33 Abgesehen von der ganzen Diskussion um Regler/Jacket/Trocki usw. ist mir aufgefallen, dass Du die Lampe abgeschalten hast - warum das?
Antwort von Marcus am 19.06.2002 - 14:16 14 kg Blei sind eine ganze Menge Holz! Reduziere mal Testweise am Ende eines TG schrittweise die Bleimenge (Trocki + Jacket komplett leer, Flasche halbwegs leer). Du solltest komplett ausgeatmet dann noch halbwegs abtauchen können. Diese Übung kann man in größeren Abständen wiederholen und somit die Bleimenge vermindern. Ich tauche meinen Trocki mit nur noch 6 kg Blei (7 mm Neopren, allerdings Maßanfertigung).
Die Lampe hattest Du sicherlich noch irgendwie an einer Leine an Dir festgebunden, also hättest Du sie im Notfall auch sofort los lasssen können und hättest diese Hand für Wichtigeres frei gehabt.
Antwort von kugelfisch am 23.06.2002 - 10:28 Hallo Marco,
Einige Sachen in Deinem Bericht wiedersprechen sich erheblich.
Du schreibst die Ufer waren vereist! Gegenfrage wie weit waren sie vereist? Scheinbar nicht sehr weit sonst hättest Du das Ufer - wie Du schreibst - ja nicht erreichen können. Wenn die Ufer allerdings vereist waren, dann die Frage, wieso seid Ihr ohne Buddyline und ohne Sicherung durch einen an der Oberfläche stehenden Partner getaucht? Sichtweiten bei einem Nachttauchgang von 12 - 15 Meter habe ich auch noch nicht erlebt, selbst mit stärksten Scheinwerfer. Alles in allem ist Dein Bericht sicher gut für eine Stammtischrunde wo man zeigen kann was für ein Kerl man ist, dem Tauchsport schadet er sicher, da hier wieder der Tauchsport als gefährlich hingestellt wird und überall die Schuld gesucht wird nur nicht bei sich selbst.
mfg
kugelfisch
Antwort von Marco am 30.06.2002 - 18:09 Hallo Kugelfisch,
die Ufer waren vereist. Das heist aber nicht das auch Eis auf dem Wasser war. Es ist recht schwer an einer Uferstelle aus dem Wasser zu kommen die vereist ist. Die Sichtweite betrug tatsächlich 12-15m das Wasser in diesem See ist in der regel sehr klar und wenn wenig Taucher unterwegs sind sind auch Sichtweiten bis 25m möglich. Da es sich um den 29.12. handelte waren wenig Taucher unterwegs... deswegen auch Nachts sehr gute Sicht.
Allerdings denke ich nicht das der Bericht dem Tauchsport schadet. Eine Fehleranalyse war ausführlich dabei und sollte eher Anregungen geben was besser gemacht werden kann wenn jemand in eine ähnliche Situation gerät. Solche sinnlosen Kommentare wie deiner zeigen von recht geringer Kompetenz was das Lesen und Verstehen ernst gemeinter Berichter angeht. Also erst ausführlich lesen dann Kommentare geben und nicht meckern.
Antwort von kugelfisch am 02.07.2002 - 13:56 Hallo Marco,
ich glaube mit meinen mehr als 500 Tauchgängen ( Tag, Nacht und Eis)nur im im Süsswasser (Salzwasser nicht dabei)habe ich schon ein bißchen Kompetenz. Ich bleibe dabei, Dein Bericht ist für eine Stammtischrunde geeignet, sonst ist er nicht zu gebrauchen. Z.B.Dein Problem mit dem Bleigurt, wo der neuen Kunststoffschnalle Schuld am Rutschen des Gurtes gegeben wird. Ebenso die Vereisung der Ersten Stufe. Warum hast Du in 25 Meter nicht die Automaten gewechselt? Funktionierte auf 16 Meter die erste Stufe wieder, dass Du den Zweitautomaten verwenden konntest? Oder gab es eine zweite Erste Stufe? Warum hast Du dann gewartet mit dem Wechsel?Weiters glaube ich nicht, dass es bei einem Nachttauchgang Sichtweiten von 15 Meter gibt, die gibt es nicht einmal am Grünen See (tagsüber schon).
Trotzdem wünsche ich Dir weiterhin störungsfreie Tauchgänge.
mfg
kugelfisch
Antwort von Marco am 02.07.2002 - 14:42 Hallo Kugelfisch,
da ich mit zwei getrennten ersten Stufen tauche war es relativ egal ob die vereiste erste Stufe des Hauptautomaten noch funktionierte. Da man auch aus einer abblasenden Stufe atmen kann war keine Notwendigkeit da den Automaten gleich zu wechseln. Das ich es später trotzdem gemacht habe war nur zur Sicherheit.
Die noch neue Kunststoffschnalle war nicht Schuld am rutschen des Bleigurtes, sondern hat verhindert das ich den Bleigurt nachspannen konnte unter Wasser.
Zur Sicht unter Wasser: Wenn man aus 10m Abstand ein Objekt mit 16m höhe vollständig von oben bis unten betrachten kann (Betrachter auf Höhe des tiefsten Punktes des betrachteten Objektes) ergibt sich eine Sichtweite von min 19m (Pytagoras). Und das war an diesem Tag der Fall.
Aber da du ja nach eigener Aussage sehr viel Erfahrung hast beim tauchen kannst Du mir und anderen sicherlich einen Tip geben was in vergleichbaren Situationen besser gemacht werden kann. Das Hilft dann auch bei Diskussionen am Stammtisch.
Antwort von Marcel am 22.09.2002 - 21:30 Hallo Marco
Solche Berichte sind gut für eine allgemeine Diskussion, damit auch andere Taucher davon profitieren können.
Deine Konfiguration bei den Automaten kann noch verbessert werden. Wenn du auf deinem Hauptautomaten einen weiteren aktiven Verbraucher anschliesst, so steigt automatisch die Gefahr einer Vereisung.
- Grundsätzlich solltest du in kalten Gewässern mit 2 1. Stufen tauchen.
- An jeder 1. Stufe ist ein Automat und eine Tarierung anzuschliessen
An der ersten 1.Stufe:
- Hauptautomat
- Ersatztarierung (bei einem Trocken-TG => Weste)
An der zweiten 1.Stufe:
- Zweitautomat (Octopus)
- Haupttarierung (Anschluss vom Trocki)
- Finimeter !! (wenn Hauptautomat zugedreht wird, hast du immer noch die Anzeige wieviel in der Flasche drin ist)
In dieser Konfiguration kannst du jederzeit einen Hahnen zudrehen und du hast immer noch Tarierung und Automat.
Meine heutige Konfiguration habe ich wie folgt optimiert:
An der ersten 1.Stufe:
- Hauptautomat von Rechts
- Tarierung Weste
- Finimeter
An der zweiten 1.Stufe:
- Zweitautomat von Links
- Tarierung Trocki
- Finimeter
Warum die Automaten Links/Rechts ?
- Ich tauche mit Automaten, die man von beiden Seiten in den Mund nehmen kann (Dacor, Abweiser seitlich)
- Ich wechsle regelmässige die Automaten während dem Tauchgang => Ich weiss, dass ich immer 2 funktionierende Automaten habe. Beide Automaten sind gleichwertig
Code-Zahl übertragen: (nicht notwendig wenn Du eingeloggt bist)
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